Ich kam von meiner Herrin Haus
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[25] VIII.
Ich kam von meiner Herrin Haus, 5
Da winkt’s von des Spielmanns Leichenstein;Das war der flimmernde Mondesschein. 10
Und hoch auf den Leichenstein sich setzt.In die Saiten der Zither greift er schnell, 15
Ihr Saiten dumpf und trübe? Die Engel, die nennen es Himmelsfreud, 20
Da thaten sich auf die Gräber all’;Viel Luftgestalten dringen hervor, 25
Und die Augen zugemacht, – Ei, was rufst du in der Nacht? 30
Und der Spielmann wild in die Saiten greift:
35
[27] Liegt man doch jahraus, jahrein, Mäuschenstill im Kämmerlein; 40
Narren waren wir im Leben, Und mit toller Wuth ergeben 45
Was ihn weiland hergebracht, Wie gehetzt, 50
Ein mageres Wesen, das summend beginnt:
55
Da kam die Meisterstochter Mit Nadel und mit Scheer’; 60
Ein Zweiter trat still und ernst hervor:
65
Auch verliebt – mit Ehr’ zu melden – Hab’ ich mich, wie jene Helden, 70
Und wenn Liebe mich verwirrte, Steckt’ ich meine Finger rasch 75
Trocknen mit dem Taschentuch, Das mein Nachbar bei sich trug. 80
Schloß mir auf den Mutterschooß.
85
Da lachten die Geister im lustigen Chor;Geschminkt und geputzt trat ein Dritter hervor: 90
Ich seufzte manch zärtliches: Ach!
95
Einst als ich verzweifelnd am Ende „Maria, du Heilige!“ rief, 100
Im weißen Flausch trat ein Vierter hervor:
105
Sie hatt’ mir oft zärtlich am Fenster genicket, Die Blume der Blumen, mein Lebenslicht! 110
Und mischte mir Teufelskraut in den Wein, – Und hab’ mit dem Tode Smollis getrunken, 115
Es prunkte und prahlte der Graf beim Wein Mit dem Töchterchen sein und dem Edelgestein. 120
Und der Graf besold’te viel Dienertroß. [31] Was scheeren mich Diener und Riegel und Schloß, – 125
„Fein sachte, mein Bübchen, muß auch dabei seyn, Ich liebe ja auch die Edelgestein.“ 130
Ich wollte nur stehlen mein trautes Lieb!“
135
Da lachten die Geister im lustigen Chor;Den Kopf in der Hand trat ein Sechster hervor. 140
Der Rabe rief: Kopf – ab! Kopf – ab!
145
Was koset dort? was schnäbelt fein? Zwei Turteltäubchen mögen’s seyn. 150
Ein fremder Mann umarmt sie traut, – Nun, alter Schütze, treffe gut! 155
Den Wald durchzog. Vom Baum herab Der Rabe rief: Kopf – ab! Kopf – ab! 160
Das schöne Lied ist aus; [33] Wenn das Herz im Leibe zersprungen, 165
Da scholl vom Kirchthurm’ „Eins“ herab,Da stürzten die Geister sich heulend in’s Grab. |
