Ich war, o Lamm, als Hirt bestellt
aus Wikisource, der freien Quellensammlung
| Textdaten |
| <<< |
>>> |
| Autor: |
Heinrich Heine |
| Titel: |
Ich war, o Lamm, als Hirt bestellt |
| Untertitel: |
|
| aus: |
Deutscher Musenalmanach, Band 7. S. 392–393 |
| Herausgeber: |
Christian Schad |
| Auflage: |
|
| Entstehungsdatum: |
|
| Erscheinungsdatum: |
1857 |
| Verlag: |
Stahel’sche Buchhandlung |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Würzburg |
| Übersetzer: |
|
| Originaltitel: |
|
| Originalsubtitel: |
|
| Originalherkunft: |
|
| Quelle: |
Google und Commons |
| Kurzbeschreibung: |
|
|
Artikel in der Wikipedia
|
| Eintrag in der GND: {{{GND}}} |
| Bild |
Deutscher Musenalmanach (7) 1857.djvu|page=410 |
| Bild |
|
| Bearbeitungsstand |
| fertig |
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
|
| Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe |
| Link zur Indexseite |
|
|
7.
Ich war, o Lamm, als Hirt bestellt,
Zu hüten dich auf dieser Welt.
Hab’ dich mit meinem Brot geäzt,
Mit Wasser aus dem Born geletzt.
5
Wenn kalt der Wintersturm gelärmt,
Hab’ ich dich an der Brust erwärmt.
Hier hielt ich fest dich angeschlossen,
Wenn Regengüsse sich ergossen,
Und Wolf und Waldbach um die Wette
10
Geheult im dunkeln Felsenbette.
Du bangtest nicht, hast nicht gezittert.
Selbst wenn den höchsten Tann zersplittert
Der Wetterstrahl – in meinem Schooß
Du schliefest still und sorgenlos.
15
Mein Arm wird schwach, es schleicht herbei
Der blasse Tod! Die Schäferei,
Das Hirtenspiel, es hat ein Ende.
O Gott, ich leg’ in deine Hände
Zurück den Stab. – Behüte du
20
Mein armes Lamm, wenn ich zur Ruh’
Bestattet bin – und dulde nicht,
Daß irgendwo ein Dorn sie sticht –
O schütz’ ihr Vließ vor Dornenhecken
Und auch vor Sümpfen, die beflecken;
25
Lass’ überall zu ihren Füßen
Das allerbeste Futter sprießen;
Und laß sie schlafen, sorgenlos,
Wie einst sie schlief in meinem Schooß.
|