In Reih und Glied (Sammelband)

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Textdaten
Autor: R. L.
(Rudolf Lavant)
Titel: In Reih und Glied. Gedichte von einem Namenlosen
Untertitel:
aus: Deutsche Arbeiterdichtung. Eine Auswahl Lieder und Gedichte deutscher Proletarier. Dritter Band.
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: J. H. W. Dietz
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Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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Titel

[II]

Deutsche
Arbeiter-Dichtung


Eine Auswahl
Lieder und Gedichte deutscher Proletarier
Dritter Band



Stuttgart
Verlag von J. H. W. Dietz
1893

[III]

In Reih und Glied


Gedichte
von
einem Namenlosen



Stuttgart
Verlag von J. H. W. Dietz
1893


Inhalts-Verzeichniß

[V]

Vorrede.

[VII] Die vorliegende Sammlung darf vielleicht Anspruch darauf erheben, ein Unikum zu sein. Während es sonst unsern Lyrikern manchen sauern Gang kostet, bis sie endlich einen Verleger gefunden haben, bin ich vom Verleger gedrängt worden, eine Sammlung meiner Gedichte herauszugeben, und weil ich zu träge und zu gleichgiltig war, selber ans Einfangen all der losen Blätter zu gehen, die ich seit Jahren sorglos den Winden gegeben, hat er sich schließlich dieser Mühe unterzogen und eine Sammlung zusammengebracht, der ich, als sie mir gedruckt zur letzten Revision vorlag, sehr objektiv gegenüberstand. Ich fand in ihr so manches Gedicht, das ich, ein schlechter Vater, total vergessen hatte, so manches, das mir allerdings in der Erinnerung haften geblieben war, das ich mir aber schlechterdings nicht zu verschaffen gewußt hätte.

Ich habe in meinen Gedichten – und zwar seit einundzwanzig wohlgezählten inhaltsreichen Jahren – allem Zorn, aller Trauer, allem Jubel Luft gemacht, [VIII] mit dem mich die wechselnden Phasen des großen Befreiungskampfes des vierten Standes erfüllten, und wenn ich mir den Ueberschwang der Empfindungen, die mir die Brust zu sprengen drohten, vom Herzen geschrieben hatte, war ich zufrieden und der Gedanke, ob mich die zünftige Literaturgeschichte jemals in irgend einem ihrer vielen Fächer mit mehr als einer kahlen Namensnennung unterbringen werde, hat mir wahrlich nie eine schlaflose Stunde verursacht. Selbst um dieses magere Vergnügen noch möchte ich die Perücken prellen; die Sammlung geht darum ohne Namen in die Welt und der Titel, den ich ihr gebe, möge die Namenlosigkeit auch für den rechtfertigen, der mit mir unter einer Fahne gefochten. Ich habe nie mehr sein wollen, als ein einfacher Soldat der großen Befreiungsarmee; ich habe in Reih und Glied gekämpft und meine Schuldigkeit gethan, und die Namen der einfachen Soldaten werden bekanntlich nur in den Verlustenlisten genannt.

R. L.