Inschrift auf dem Gelände des Englischen Fräuleins

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Textdaten
Autor: unbekannt
Titel: Inschrift auf dem Gelände des Englischen Fräuleins
Untertitel: Neuzeitliche lateinische Inschriften in Augsburg
aus: Vorlage:none
Herausgeber: Wahlkurs Stadt- und Regionalgeschichte am Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg
Auflage:
Entstehungsdatum: 1667
Erscheinungsdatum: 2008
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Erscheinungsort:
Übersetzer: Wahlkurs Stadt- und Regionalgeschichte am Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Fotografie der Inschrift, siehe Bild
Kurzbeschreibung:
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[Bearbeiten] Inschrift

STA VIATOR
ET ANGLIAE MOESTAE SUB HOC LAPIDE AUDI SUSPIRIA HIC SITA EST
MARIA POINTZ DE ACTON IRETON
EX ILLUSTRISS(imorum) ANGLOR(um) COMITUM TRABIENSIUM STIRPE
ET ITA QUAE VIX(it) XVI AETAT(is) ANNUM EGRESSA PARENTES
PATRIAM MUNDUM OMNEM DEI ET PROXIMI AMORE
RELINQUENS SOLI DEO SPONSO SUO VIVERE COEPIT
SEMPER VIRGO NEC DICAM MARTYR IN GLORIOSISSIMO
OB AVITAM RELIGIONEM EXILIO AD ANNUM USQ(ue) VITAE
LXIII TRANSEGIT TANDEM AB EXILIO AD BEATOR(um) PATRIAM
UT SPES EST EVOLAVIT
AUGUSTAE VIND(elicum) 30 SEPTEMB(re) M DC LXVII
CONGREGATIO DOMICELLARUM ANGLICARUM
MATRI DESIDERATISSIMAE MOERENS POSUIT
ABI VIATOR
ET EXULI PATRIAM GRATULARE


[Bearbeiten] Übersetzung

Bleib stehen, Wanderer und höre die Seufzer des traurigen Englands unter diesem Stein. Hier liegt Maria Pointz von Acton Ireton begraben aus dem hochadeligen Geschlecht der englischen Grafen von Derby. Und so verließ sie die Eltern, die Heimat und die ganze Welt aus Liebe zu Gott als Nächstem und begann für Gott allein, ihren Verlobten zu leben, als sie kaum das 16. Lebensjahr erreicht hatte. Wegen der großväterlichen Religion hat sie immer als Jungfrau, um nicht zu sagen, Märtyrerin in ruhmvoller Verbannung 63 Jahre gelebt und ist endlich, wie die Hoffnung be-steht, aus der Verbannung in die Heimat der Seligen geeilt. Augsburg, 30. September 1667. Die trauernde Gemeinschaft der Englischen Fräulein hat ihrer teuersten Mutter (diesen Stein) gesetzt. Gehe weiter, Wanderer, und wünsche der Verbannten die Heimat.


[Bearbeiten] Kommentar

Der Text der Grabinschrift von Maria Pointz liegt hier vor. Er ist das älteste Zeugnis zu ihrem Geburtsdatum und ihrem Alter, das verschiedene Quellen jedoch abweichend nennen. Die originale Marmorplatte mit der Grabinschrift wurde bis ins 19. Jahrhundert in der Johannes-kirche am Fronhof in Augsburg aufbewahrt. Nach der Zerstörung der Platte beschlossen die Schwestern des Augsburger Instituts die Inschrift noch einmal anzufertigen, die uns hier erhalten geblieben ist.

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