Inschriften im heutigen Römischen Museum 3 (Die „Fier Gulden Stain“)

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Textdaten
Autor: Johannes Faber
Titel: Die "Fier Gulden Stain"
Untertitel: Neuzeitliche lateinische Inschriften in Augsburg
aus: Vorlage:none
Herausgeber: Wahlkurs Stadt- und Regionalgeschichte am Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg
Auflage:
Entstehungsdatum: 1519/20
Erscheinungsdatum: 2008
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Erscheinungsort:
Übersetzer: Wahlkurs Stadt- und Regionalgeschichte am Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Fotografie der Inschrift, siehe Bild
Kurzbeschreibung:
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Ein einzigartiges Denkmal setzte Johann Faber Kaiser Maximilian und seinen Verwandten mit den „Fier gulden Stain“, die er anlässlich der Wahl Karls V. in den Jahren 1519-20 errichten ließ. Sie gehören zu den wenigen Denkmälern der früheren Ausstattung, die sich heute noch an ihrem originalen Platz in der Dominikanerkirche St. Magdalena (heute Römisches Museum) befinden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Erster Stein: Maximilian

[Bearbeiten] Inschrift

IMP(eratori) CAES(ari) MAXIMILIANO AVG(usto) PIO FELICI
HVNG(ariae) DALM(atiae) CROATIAEQ(ue) REGI ETC(etera)
QVOD SVVM AVSTR(iae) ARCHIDVCATVM AC ETIAM
ROM(ano) IMP(erio) PACATVM REDDIDERIT AVXERIT AMPLIAVERIT
QVODQ(ue) PHILIPPVM FIL(ium) ET CAROL(um) NEPOT(em)
HISPANIARVM REGES CONSTITVERIT
VIXIT ANN(is) LVIIII MENS(ibus) VIIII DIEB(us) XVIIII
OBIIT WELSV DIE XII IAN(uarii) SALUT(is) ANN(o) MCCCCCXVIIII
REGNI ANN(o) XXXIII
PRINC(ipi) OPT(imo) CHRISTIANAEQ(ue) RELIGIONIS ACERRIMO PROPVGNATORI
FR(ater) IO[h]ANN[es] FAB[e]R AVGVSTAN(us) THEOLOGVS MAIEST(atis) SVAE
A CONSILIO DEVOTISS(ime) FACIENDVM C(u)RAVIT
ATQ(ue) POSVIT MCCCCCXVIIII

Vier gulden stain1.jpg

[Bearbeiten] Übersetzung

Dem Kaiser Maximilian dem Frommen und Glücksbringer, dem König Ungarns, Dalmatiens und Kroatiens, und anderer Gebiete, weil er sein Erzherzogtum Österreich wieder befriedet dem Heiligen Römischen Reich zurückgegeben, es vermehrt und vergrößert hat, weil er seinen Sohn Philipp und seinen Enkel Karl als Könige von Spanien eingesetzt hat. Er lebte 59 Jahre, 9 Monate und 19 Tage. Er starb in Wels am 12. Januar im Jahre des Heils 1519 im 33. Jahr seiner Herrschaft. Für den allerbesten Fürsten und eifrigen Vorkämpfer der christlichen Religion hat Johann Faber aus Augsburg, Theologe seiner Majestät, nach Ratsbeschluss in größter Ergebenheit die Entstehung des Denkmals veranlasst und es 1519 errichtet.

[Bearbeiten] Zweiter Stein: Philipp

[Bearbeiten] Inschrift

Vier gulden stain2.jpg

PHILIPPO
CATHOLICO REGI
HISPANIARVM ETC(eterarum) IMP(eratoris) CAES(aris)
MAXIMILIANI AUG(usti) ET MARI(a)E D(ominae) BVRGVNDI(a)E
FILIO QVI VIXIT ANNIS XXVIII
MENS(ibus) III DIEBVS II OBIIT BVRGIS
FLORENTISSIMA (a)ETATE MAGNA R(ei) P(ublicae)
C(h)RISTIANAE IACTVRA RELICTIS PATRE
ET FILIIS PVPILLIS CAROLO REGE
ET FERDINANDO PRINCIPE
HISPANIARVM
ETC(etera)
ANNO SALVTIS MDVI VII K(a)L(endas) OCTOBR(es)
OB VITAE EIVS FELICITATEMM
DEVOTISS(ime) POSITVM
ANN(o) XPISTI (= Christi)
MCCCCCXVIIII

[Bearbeiten] Übersetzung

Für Philipp, den katholischen König Spaniens, den Sohn des Kaisers Maximilian und der Maria von Burgund, der 28 Jahre, 3 Monate und 2 Tage lebte, der in Burgos in seinem blühendsten Lebensalter starb, ein großer Verlust für das christliche Gemeinwesen, und der Vater und die Söhne König Karl und Erzherzog Ferdinand von Spanien wurden als Waisen zurückgelassen, im Jahre des Heils 1506, 7 Tage vor den Kalenden des Oktober (25. September). Wegen der Glückseligkeit seines Lebens wurde das Denkmal in größter Ergebenheit aufgestellt im Jahre Christi 1519.

[Bearbeiten] Dritter Stein: Karl

[Bearbeiten] Inschrift

Vier gulden stain3.jpg

IMP(eratori) CAES(ari) CAROLO AVG(usto) V
MAXIMO
CAES(aris) FRIDERICI III PRONEP(oti) CAES(aris) MAXIMILIANI
AUG(usti) ET FERDINANDI MAGNI HISPAN(iarum)
REGIS NEP(oti) PHILIPPI ET IO(h)ANN(a)E
HISPANIAR(um) REGUM FILIO OB FELICEM
EIVS ELECTIONEM AB VNIVERSO POPVLO
CHRISTIANO DESIDERATAM DE SE
ANNO (a)ETATIS XX VNANIMI PRINCIPVM
ELECTORVM CONSENSV (F)ACTAM
IIII K(a)L(endas) IVLIAS SALVTIS
ANNO MDXIX
PRINCIPI CLEMENTISS(imo)
FRATER IO(h)ANN(es) FAB(e)R THEOLOGVS
ORDINIS S(ancti) DOMINICI DEVOTISS(ime) POSVIT
ANNO REPARACIONIS HUMAN(a)E
MCCCCCXX

[Bearbeiten] Übersetzung

Dem größten Kaiser Karl V., Urenkel des Kaisers Friedrich III., Enkel des Kaisers Maximilian und des großen Königs Ferdinand von Spanien, Sohn des Königspaares von Spanien Philipp und Johanna. Wegen dessen gesegneter, vom gesamten christlichen Volk von sich aus ersehnten Wahl in seinem 20. Lebensjahr, die durch die einträchtige Einstimmigkeit der fürstlichen Wähler zustande kam vier Tage vor den Kalenden des Juli im Jahre des Herrn 1519 (=28.06.1519), hat Bruder Johann Faber, Theologe des Ordens des Heiligen Dominikus, dem allermildesten Fürsten in größter Ergebenheit das Denkmal errichtet im Jahr der Auferstehung 1520.

[Bearbeiten] Vierter Stein: Ferdinand

[Bearbeiten] Inschrift

Vier gulden stain4.jpg

FERDINANDO
PRINCIPI HISPANIARVM ARCHIDVCI AVSTRI[a]E DVCI BVRGVNDI[a]E
CAES(aris) FRIDERICI III AVG(usti) PRONEPOTI
CAES(aris) MAXIMILIANI AVG(usti) ET FERDINANDI MAGNI HISPANIAR(um) REGIS NEPOTI
PHILIPPI ET IO[h]ANN[a]E HISPANIARVM REGVM FILIO
CAROLI IMP(eratoris) CAES(aris) MAXIMI AVG(usti) V FRATRI GERMANO
PRINCIPI PIENTISSIMO
FRATER IO[h]ANNES FAB[e]R AVGVSTANVS
PREDICATORII ORDINIS
DEVOTISSIME POSVIT
ANNO HUMAN[a]E
RESTAVRATIONIS
MCCCCCXX

[Bearbeiten] Übersetzung

Dem Ferdinand, Herzog der spanischen Erblande, Erzherzog von Österreich, Herzog von Burgund, Urenkel des Kaisers Friedrich III, Enkel des Kaisers Maximilian und Ferdinands, des großen Königs Spaniens, dem Sohn Philipps und Johannas, des Königspaares von Spanien, dem leiblichen Bruder des größten Kaisers Karl V, dem äußerst frommen deutschen Fürsten, hat Johann Faber aus Augsburg, Bruder des Dominikanerordens, (dieses Denkmal) in treuester Ergebenheit errichtet im Jahr der Auferstehung 1520.

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