Jene brasilianischen Schmetterlinge

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Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
Titel: Jene brasilianischen Schmetterlinge
Untertitel:
aus: Kuttel-Daddeldu,
Seite 118
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1923
Verlag: Kurt Wolff Verlag
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Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Digitale Drucke der Uni Bielefeld
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
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[118] Jene brasilianischen Schmetterlinge

Wie schön ihr angezogen seid!
Simpelfarbig ist unsere Menschenhaut
Und hat noch Hitzpickel am Gesicht.
Aber ich denke das ohne Neid.

5
Ihr renommiert wahrscheinlich auch nicht

Mit euren sonnenmetallischen Flügeln.
Sie sind euer einziges Kleid.
Ihr braucht es niemals zu bügeln.
Und wenn ich es täte, dann ginge

10
Es sicher entzwei.

Und euer Leben, ihr Schmetterlinge,
Huscht sowieso wie ein Sternschnupp vorbei.
Drum seid ihr Ochsen, wenn ihr's nicht genießt.
Dauernd saufen, naschen, geschlechtlich paktieren!

15
Derart keine Zehntelsekunde verlieren!

Bis euch der deutsche Professor aufspießt.
 —   —   —   —   —   —   —   —   —   —
Die europäischen Fernen
Kennenzulernen,
Was euch das Leben nie bot,

20
Was ihr damals auch nie gewollt noch begriffen hättet, —

Nun wär's euch. — — Zwischen Gläser gebettet
Leuchtet ihr so geduldig tot.
Broschen seid ihr und Fächer.
Ich habe aus euch einen Aschenbecher;

25
Aber er tut mir so leid.

Ich streue die Asche lieber daneben.
Denn euch brachte das schöne Kleid
Um euer junges, brasilianisches Leben.


Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
Titel: Jene brasilianischen Schmetterlinge
Untertitel:
aus: 103 Gedichte,
Seiten 67-68
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1933
Verlag:
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Ernst Rowohlt Verlag, Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Digitale Drucke der Uni Bielefeld
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
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Bearbeitungsstand
fertig
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[67] Jene brasilianischen Schmetterlinge

Wie schön ihr angezogen seid!
Simpelfarbig ist unsere Menschenhaut
Und hat noch Hitzpickel am Gesicht.
Aber ich denke das ohne Neid.

5
Ihr renommiert wahrscheinlich auch nicht

Mit euren sonnenmetallischen Flügeln.
Sie sind euer einziges Kleid.
Ihr braucht es niemals zu bügeln.
Und wenn ich es täte, dann ginge

10
Es sicher entzwei.

Und euer Leben, ihr Schmetterlinge,
Huscht sowieso wie ein Sternschnupp vorbei.
[68] Drum seid ihr Ochsen, wenn ihr's nicht genießt.
Dauernd saufen, naschen, geschlechtlich paktieren!

15
Derart keine Zehntelsekunde verlieren!

Bis euch der deutsche Professor aufspießt.
 — — — — — — — — — — — — — — —
Die europäischen Fernen
Kennenzulernen,
Was euch das Leben nie bot,

20
Was ihr damals auch nie gewollt noch begriffen hättet, —

Nun wär's euch. — — Zwischen Gläser gebettet
Leuchtet ihr so geduldig tot.
Broschen seid ihr und Fächer.
Ich habe aus euch einen Aschenbecher;

25
Aber er tut mir so leid.

Ich streue die Asche lieber daneben.
Denn euch brachte das schöne Kleid
Um euer junges, brasilianisches Leben.

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