Jozef Filsers Briefwexel/An das heulige Ohrdenariath

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Jozef Filsers Briefwexel
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[117] An das heulige Ohrdenariath

zu händen fon insern heuligen Vather und Aerzbischopf.

Minchen bosd daselbs


Aigene Angelägenheid des Emfängers.


Taminus fobißkum!
haläluha sägulo sekalorum!
heulig! heulig! heulig!

Alerhochwirningster her ärzbischopf durch disses mus ich ienen aigenhendig schreim und meine schtime zu ienen erhäben bald es auch hoch hinauf get, aber indem mir mid insern Hergoth reden missen, klaube ich das mir mid insern ärzbischopf auch reden derfen.

Und bald mahn eine klahge had gegen den knächt get mahn zu seinen härn und durch disses gehe ich zu ienen zwegen insern bfahrer und sählenhirth. Disser Man heußt Emerahn Schanderl und ist bfahrer fon Mingharding zeid fürzen jahre und zuerscht hanzam und riechtig auch foler Dämuth und krischtlicher bekäntnis und iberhaubz so das iem der bapscht ein guthes zeigniß gäben mus und mir auch.

Mid der fozzen had er nichd gud füri gekont indem das er so hard schnaubfen mus dadurch das er drithalbe zänthner wägt und fiel späk am halße sich besiezt.

[118] Aber disses machd nichz und freit ins sähr bald die brädigd kurtz ist und mir wahren zufriden mit dissem sählenhirth und hawen auch nichd gemuhrt, das er beim beichden eine sär schtarke ausdienstung fon sich geben had, sontern mir wahren zufriden und kristliche schahfe wo sich gern schären lasen.

Alerhochwirningster her ärzbischopf und jez mus ich noch beriechden das er eine kächin bei iem had mid namens Emeränsia Schleibinger und auch ein schtarkes weißbild, wo mid iem schon bald die fimbf zänthner fohl machd und auch einen krobf besiezt der wo so groß ist wie ein fohler tabakhbeidel. Fier dissen krobf hawe ich file Mithel gewißt und angäben das er fergät, haber er ist nichd fergangen sontern noch forhanten und fileichd ist sie desweng häßlich auf mich und auch noch sonzt wägen was. Indem das mir einen kohbrater hawen wo sich alisius schreubt und mahn heußt ien den greisleten alisi wengen die hahre wo greislet sind als wie auf dem pukel fon einen schafbokh.

Alerhochwirnigster her ärzbischopf jez kohmt es.

Disser alisi und die Emeränsia hawen einen krig mid meiner bäuhrin angefangen und missen sie nichd klauben, das ich ahles lobe was sie had sontern ich weiß schon das sie die krankheid fon ahle weißbilder had und beußt und knuhrt und eine abscheilinge drägschleidern besiezt bald sie [120] mahg haber durch disses mus ich bemergen das sie rechd had indem das sie behaupt das der greislete alisi nichd umsinscht fon disser bfahrerkechin so fiel fleusch zun frässen krigt sontern mahn weis schon wahrum.

Inser hochwierninger her bfahrer weis es nichd sinzt mechte er schon wie ein alder gohkel den jungen ferdreiben, aber er hilft zu disser Emeränsia und had mich fier einen schlächten kadollikhen ausgäben, weil es die freilein kechin befollen had.

Indem ich aber kristgadollischer abgeorneter gewest bien und jez leuder aufgläst hawe ich fier inserne heulige muther kirche eine wallfersammlung folbracht in Sünsing wo eine stunde fon mingharding ist beim rapenwirth, wo mich ersuchd had das mier was thun fier insern Glaubn und das sein biehr auch getrunkhen wird.

bei disser Fersammlung ist auf ainmahl inser her bfahrer erschinen gewäsen und bald er auch sonzt wegen seinen schnaubfen nichd brädigen kahn, had er bei disser fersammlung sähr häßlich gesprogen fon mier und had gesagd das er ein andern mentschen fier dissen wallgreis bestiemt, ein mentschen sagd er der wo kadollisch ist had er gesagd ein mentschen der wo ferstand had sagd er ein mentschen der wo sein härz fohler liebe had fier bayern und fier den Bapscht, sagd er und disses ist der greislete Alisi.

Alerhochwierningster här ärzbischopf, disses ist [121] eine häsliche boßheid auf mich, indem das ich schon fiel gäld ferspilt hawe dadurch das mir aufgläst sind und jez wiel der her bfahrer mich gans hinaußschmeisen aus den barlahmend.

Da bien ich aufgestahnden und hawe gesagd gelibte zuhärer und meine härrn sag ich bald inser lübreicher Her bfahrer auch ein hirth ist sag ich, sind mier desweng nichd lauder schahfe hawe ich gesagd, aber mier sind schahfe bald mier dissen greisleten alisi wälen, der wo erscht zu ins herein geschmäkt had und sag ich for ein halben jar had er noch kein andern abädid nichd gehabd als wie auf ein schweunernes mid graud oder schmaltznudln und jez sag ich häthe er abadid auf das barlahmend und dihäden aber da mus er sich das mäu abwieschen sag ich den mir brauchen ein mentschen wo die nodleidende landwierthschaft kent sag ich, ein mentschen der wo ein schönen breis fier die millch heraußschlagt ein mentschen der wo den fiehbreis nichd herunder kohmen last und disser alisi hawe ich gesagd weuß nichz fon insern haußthieren als das mahn sie frässen kahn sag ich.

Gelibte sag ich, disser mentsch bien ich und bleiwe ich und gadollisch bien ich auch, indem ich fier disses mein tauffzeignis aufweißen kahn, haber sag ich mein zeignis ist fon einen bfahrer unterschriem und nichd fon einer bfahrerkechin.

Alerhochwirningster här ärzbischopf jez mus ich es leuder beriechten das ier knächt wo inser [122] sählenhirth ist, sich fier einen haußknächt aufgefiehrt had und heußt mich einen rinzlädernen Dräghamel wo das heuligste beschmuzt aber fieleicht hawe ich das heuligste nichd da, wo es die Emeränsia had sontern ich hawe es wo anderst.

Alerhochwierningster här ärzbischopf sie wiesen es guth das mir ins fiel gefahlen lasen fon inserne geischlingen hern aber es härt auch einmahl auf und bei dissem rinzlädernen Dreghamel härt es bei mier auff und durch disses beschwäre ich mich bei ienen über den hern Emerahn Schanderl und der ausschus fon Sünsing beschtätigt es mid underschrieft und biethen sie auch das sie einen befähl herauslasen, das ich ein son der muther kierche bien und kandiethat fier dissen wallgreis und biethen auch das sie mietleid haben mit der hochwierningen bfahrerkechin und nichd den greisleten Alisi in die schtadt zun barlahmend lasen, den ich bien kein mentsch der wo kain erbahrmniß kent sontern ich libe meine feunde.

     Theo gratzias.
     Hosie anna. Sekala sekalorum.
     Kloriah ien exsälzis!
     heulig! heulig! heulig!

fon ierem befliessenen freinde und wähmietigen sohne

Jozef Filser
aufgläster abgeorneter.


[123] Das ladeinische brauchd ienen nichd wuhndern indem das ich minischtrand gewäsen bien und überhaups ein andechtiger Gadollik und besucher der kierche.

Nachschrieft.

Durch disses wierd beschtetigt das sich ahles so befunden had und warheiz getrei fon inser hochferährten und gelibten kandiedath Jozef Filser ist beschriem wohrden und auch der rinzläderne dreghamel ist der wahrheid gemäs.

Disses beschtetigt mid underschrieft und nahmen:


Thoma Filsers Briefwexsel A 123.jpg


Nothabehni:

Durch disses zeige ich an das ich noch ein schreiben verfase wo ich die schlächtigkeid des greisleten Alisi mit der Emeränsia ofenbahrig mache.


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