Lied aus einem Berliner Droschkenfenster

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Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
Titel: Lied aus einem Berliner Droschkenfenster
Untertitel:
aus: Kuttel-Daddeldu,
Seite 117
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1924
Verlag: Kurt Wolff Verlag
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Erscheinungsort: München
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Originalherkunft:
Quelle: Digitale Drucke der Uni Bielefeld
Kurzbeschreibung:
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[117] Lied aus einem Berliner Droschkenfenster

Auf dem Asphalt das Blut und das verspritzte Gehirn
Verlaufen in zierlichen Fädchen.
Ein Fädchen kann sein aus Seide oder Zwirn.
Damit nähen und sticken die Mädchen.

5
Sie nähen einen Saum, und sie sticken ein »B«

In ein seifensteifes Unterhöschen.
Im Kielwasser eines Dampfers auf See
Ersäuft ein vertrocknetes Röschen.

Mein Onkel im Rostocker Rathaus erschrickt

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Über eine sich lösende Tapete.

Der hat einmal eine Sternschnuppe erblickt,
Die sah aus wie eine Rakete.

Wenn der Gaul sich auf dem Spittelmarkt mal hinlegen will,
Na, dann soll man das dem Vieh auch nicht verwehren.

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Nee, dann trink' ich meinen Gilka. Und belausche dabei still,

Wie die Wanzen sich im Polstersamt vermehren.

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