Lieder eines fahrenden Schülers

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Rudolf Lavant
Titel: Vorwort
Untertitel:
aus: Lieder eines fahrenden Schülers von Manfred Wittich
Herausgeber: Herausgegeben von Anna Wittich
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag:
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
Lieder eines fahrenden Schülers 01.jpg
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Link zur Indexseite]]

Lieder eines fahrenden Schülers 02.jpg

Vorwort.

__________

Wer Manfred Wittich gekannt hat, sei es nun näher, sei es oberflächlich, dem wird es eine Überraschung bereiten, zu erfahren, dass dieser streitbare, schneidige Parteimann auch ein Lyriker war und zwar ein Lyriker im engsten und strengsten Sinne des Wortes. Seine politische Lyrik kannte man ja, aber wer hat an subjektive Gefühls - und Liebeslyrik gedacht?

Ich müsste meinem kritischen Gewissen Gewalt antun, wollte ich behaupten, dass er als Lyriker eine beachtenswerte Sonderstellung einnehme, dass er eine scharfe und unvergessliche literarische Silhouette habe, dass jedes seiner Gedichte den geheimen Stempel einer unauslöschlichen Eigenart trage. Aber von wie wenig Lyrikern kann dies überhaupt gesagt werden! Wie unendlich schwer ist es, sich auf dem Gebiet dieser leichtesten und schwersten Kunst eine Stellung zu sichern! Er selber war sicherlich der Letzte, der nach dem Lorbeer des Lyrikers trachtete.

Die Gedichte, die sich in diesem Bändchen an die Öffentlichkeit wenden, wollen für die Freunde des Verstorbenen sein Charakterbild vervollständigen und vertiefen; sie alle sollen den Toten, dem sie so viele Stunden der Belehrung und der Erhebung über das Grab hinaus dankbar sind, durch diese Lieder eines bei aller äußerlichen burschikosen Rauheit und Herbigkeit leidenschaftlich, tief und zart empfindenden Mannes näher kennen lernen, und schon um dieser Bekanntschaft willen, die erst ein völlig gerechtes Urteil ermöglicht, soll ihnen das Bändchen willkommen sein. Es flötet und säuselt, es schmachtet und winselt
nicht, aber es spricht in jeder Zeile die Sprache eines innerlich ergriffenen Mannes und wird darum jedem für stille Stunden ein guter Gesellschafter sein.

Mir war es eine Offenbarung, die wir den toten Freund noch werter gemacht hat – möge es diese Sendung bei recht vielen erfüllen!

Rudolf Lavant.
Persönliche Werkzeuge