Lutherbibel/1. Korinther (1546)
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Vorrede auff die I. Epistel S. Pauli: an die Corinther.[Bearbeiten]
[1546]
Heubtstuecke Christlicher Lere. In dieser Epistel vermanet S. Paulus die Corinther, Das sie sollen eintrechtig sein im Glauben, vnd in der Lere, Vnd darauff sehen, das sie das Heuptstueck, nemlich (das Christus vnser heil ist) wol lernen, An welchem sich alle vernunfft vnd weisheit stoesset.
Art der Ketzer. DEnn gleich wie jtzt zu vnser zeit, so das Euangelium an tag komen ist, finden sich der tollen Heiligen viel (welche man Rottengeister, Schwermer vnd Ketzer heisst) die alle zu fruee klug vnd gelert worden sind, vnd koennen fur grosser kunst vnd weisheit, sich mit niemand gleich oder eintrechtig halten. Einer wil hie naus, der ander dort naus, Als were es grosse schand, wo nicht ein jglicher ein sonderlichs furneme, vnd seine eigen weisheit auffwuerffe. Welche niemand widerumb kan zu Narren machen, So sie doch im grunde gar nichts von der rechten Heubtsachen wissen noch verstehen, ob sie gleich mit dem maul viel dauon plaudern.
Was S. Paulo begegnet ist. ALso giengs S. Paulo auch, da er seine Corinther hatte den Christlichen glauben vnd die Freiheit vom Gesetz gelert, Funden sich auch die tollen Heiligen vnd vnzeitige Klueglinge, zutrenneten die eintregtige Lere, vnd machten spaltung vnter den gleubigen. Einer wolt Paulisch, der ander Apollisch, einer Petrisch, der ander Christisch sein. Einer wolt die Beschneitung haben, der ander nicht. Einer wolt die Ehe, der ander nicht. Einer wolt Goetzenopffer essen, der ander
Rotten vnd Ergernisse bey den Corinthern. nicht. Etliche wolten leiblich frey sein. Etliche Weiber wolten in haren gehen vnd der glejchen. Bis sie dahin gerieten, das einer der Freiheit misbrauchet, vnd nam seine Stiffmutter zur Ehe. Vnd etliche nichts von der Todten aufferstehung hielten. Etliche nicht viel vom Sacrament.
Vnd in summa, es gieng wuest vnd gantz vnoerdig zu, das jglicher wolt Meister sein vnd leren, vnd mit dem Euangelio, Sacrament, Glauben, machen, was jn gut daucht. Vnd liessen dieweil das Heuptstueck fein faren vnd ligen, Das Christus vnser Heil, Gerechtigkeit, Erloesung ist, als hetten sie es lengest an den schuhen zurissen. Wie denn solch stueck nicht kan auff der ban bleiben, wo man beginnet zu kluegeln vnd weise zu sein.
Aller dinge wie es jtzt auch vns gehet, Nach dem wir den Deudschen das Euangelium eroeffnet haben, von Gottes gnaden, da wil auch ein jglicher der beste Meister sein, vnd den heiligen Geist allein haben. Gerade als were das Euangelium darumb gepredigt, das wir vnser klugheit vnd vernunfft darinnen erzeigen vnd rhum suchen solten. Das diese Corinther wol muegen sein ein Exempel oder Beyspiel vnsern Leuten zu dieser zeit, welche auch wol ein solche Epistel beduerfften. Es mus aber also sein, vnd sol dem Euangelio so gehen, das tolle Heiligen vnd vnzeitige Kluglinge, Rotten vnd Ergernis anrichten, Auff das die bewerten (wie hie S. Paul auch saget) offenbar werden.
Summa der Ersten vier Cap. Darumb straffet vnd verdampt S. Paulus solche schedliche weisheit gar ernstlich. Vnd machet solche nasenweise Heiligen wider zu Narren, spricht schlecht, das sie nicht wissen von Christo, noch von dem Geist vnd gaben Gottes, vns in Christo gegeben, vnd sollen noch anheben zu lernen. Es muessen geistliche Leute sein, die es verstehen sollen. Weise sein wollen im Euangelio etc. Weise sein woellen vnd klugheit furgeben im Euangelio, sey eben das rechte ergernis vnd hindernis, Christum vnd Gott zu erkennen, Rotten vnd zwitracht anzurichten, da mag die kluge vernunfft vnd weisheit wol zu dienen, das eitel tolle Heiligen vnd wilde Christen werden. Aber unsern HERRn Christum muegen sie nimer mehr erkennen, sie werden denn widerumb zu Narren, vnd lassen sich demuetiglich durchs einfeltige wort Gottes leren vnd fueren. Solchs treibt er durch die ersten vier Capittel.
[V.] JM v. Straffet er die grosse vnzucht, des, der seine Stieffmutter genomen hatte, vnd wil jn in Bann thun, vnd dem Teufel geben. Zeiget damit an ein rechte weise des Bannes zu brauchen, Das er mit bewilligung der gleubigen Gemeine gefellet sol werden, vber die oeffentliche laster, Wie auch Christus Matth. am xviij. leret.
[VI.] JM vj. Straffet er das haddern vnd zancken fur Gerichte, sonderlich, fur den Heiden vnd vngleubigen. Vnd leret, das sie vnternander selbs sollen die Sachen schlichten, oder vnrecht leiden.
[VII.] JM vij. Gibt er vnterricht von der keuscheit vnd ehelichem Stande. Lobet die keuscheit vnd Jungfrawschafft, das sie nuetze seien, des Euangelij deste bas zu warten. Wie Christus auch leret Matth. xix. von den Keuschen, die vmbs Euangelij oder Himelreichs willen Keusch sind. Aber Paulus wil sie vngenoetiget vnd vngezwungen, vnd on fahr groesser suende gehalten haben, Sonst sey besser freien, denn keuscheit, die in stetiger brunst steckt.
[VIII. IX. X. XI.] JM viij. bis auffs zwelffte, Handelt er mancherley weise, wie man die schwachen Gewissen fueren vnd halten sol, in eusserlichen sachen, als da sind, essen, trincken, kleider, Sacrament haben. Vnd weret allenthalben, das die Starcken nicht verachten sollen die Schwachen, sintemal er selbs, ob er wol ein Apostel sey, dennoch viel sich enthalten hab, da er wol recht zu hette. Dazu sich die Starcken wol fuerchten moegen, die weil vor zeiten in Jsrael so viel vntergangen sind, die doch alle sampt durch wunderwerck aus Egypten gefueret sind. Vnd machet daneben etliche ausleufft heilsamer Lere.
[XII. XIII.] JM xij. vnd xiij. Handelt er, wie mancherley gaben Gottes sind, vnter welchen doch die Liebe das beste sey, Das sie nicht sich erheben, sondern dienen sollen vnternander einmuetig, die weil es ist ein Gott, ein HErr, ein Geist, vnd alles ein, wie mancherley es auch sey.
[XIIII.] JM xiiij. Leret er die Prediger, Propheten vnd Senger, das sie oerdentlich jrer Gaben brauchen, vnd nur zur besserung, nicht zu eigener Ehre, jre predigten, kunst vnd verstand furgeben.
[XV.] Jm xv. Straffet er die so von der Aufferstehung des Fleisches vnrecht geleret vnd gegleubet hatten.
[XVI.] JM letzten, Vermanet er sie zu bruederlicher Huelffe, in zeitlicher Narung, den Duerfftigen.
Die I. Epistel S. Pauli: an die Corinther.[Bearbeiten]
[1546]
I.[Bearbeiten]
Sosthenes. Vnterschrifft. [1]Paulus beruffen zum Apostel Jhesu Christi, durch den willen Gottes, vnd Sosthenes vnser bruder.
Vberschrifft. [2]DEr gemeine Gottes zu Corinthen, den geheiligten in Christo Jhesu, den beruffenen Heiligen, sampt allen denen, die anruffen den namen vnsers HERRN Jhesu Christi, an allen jren vnd vnsern Orten. Grus. [3]Gnade sey mit euch vnd Friede, von Gott vnserm Vater, vnd dem HERRN Jhesu Christo.
[4]Jch dancke meinem Gott alle zeit ewer halben, fur die gnade Gotts, die euch gegeben ist in Christo Jhesu, [5]das jr seid durch jn an allen stuecken reich gemacht, an aller Lere, vnd in aller Erkentnis. [6]Wie denn die predigt von Christo in euch krefftig worden ist, [7]also, das jr keinen mangel habt an jrgent einer Gaben, vnd wartet nur auff die offenbarung vnsers HErrn Jhesu Christi, [8]welcher auch wird euch fest behalten bis ans ende, das jr vnstrefflich seid auff den tag vnsers HErrn Jhesu Christi. [9]Denn Gott ist trew, durch welchen jr beruffen seid zur gemeinschafft seines sons Jhesu Christi vnsers HErrn.
[10]Jch ermane euch aber, lieben Brueder, durch den namen vnsers HErrn Jhesu Christi, das jr allzumal einerley rede fueret, vnd lasset nicht Spaltung vnter euch sein, Sondern a haltet fest an einander in einem sinne, vnd in einerley meinung. [11]Denn mir ist furkomen, lieben Brueder, durch die aus Cloes gesinde, von euch, das Zanck vnter euch sey. [12]Jch sage aber dauon, das vnter euch einer spricht, Jch bin Paulisch, der ander, Jch bin Apollisch, der dritte, Jch bin Cephisch, der vierde, Jch bin Christisch. [13]Wie? ist Christus nu zertrennet? ist denn Paulus fur euch gecreutziget? oder seid jr in Paulus namen getaufft? [14]Jch dancke Got, das ich niemand vnter euch getaufft habe, on Crispum vnd Gaium, [15]Das nicht jemand sagen moege, jch
hette auff meinen namen getaufft. [16]Jch habe aber auch getaufft des Stephana hausgesinde, darnach weis ich nicht, ob ich etliche ander getaufft habe.
[17]DEnn Christus hat mich nicht gesand zu teuffen, sondern das Euangelium zu predigen, nicht mit klugen worten, auff das nicht das creutz Christi zunicht werde. [18]Denn das wort vom Creutz ist eine Torheit, denen, die verloren werden, Vns aber, die wir selig werden, ists eine Gottes krafft. [19]Denn es stehet geschrieben, Jch wil zu nicht machen die weisheit der Weisen, vnd den verstand der Verstendigen, wil ich verwerffen. [20]Wo sind die Klugen? wo sind die Schrifftgelerten? wo sind die Weltweisen? Hat nicht Gott die weisheit dieser welt zur torheit gemacht?
[21]DEnn dieweil die Welt, durch jre weisheit, Gott in seiner weisheit nicht erkandte, gefiel es Gott wol, durch toerichte Predigte selig zu machen, die, so daran gleuben. [22]Sintemal die Jueden zeichen foddern, vnd die Griechen nach weisheit fragen. [23]Wir aber predigen den gecreutzigten Christ, den Jueden eine Ergernis, vnd den Griechen eine Thorheit, [24]Denen aber die beruffen sind, beide Jueden vnd Griechen, predigen wir Christum, goettliche Krafft vnd goettliche Weisheit. [25]Denn die goettliche Torheit ist weiser denn die Menschen sind, vnd die goettliche Schwacheit ist stercker denn die Menschen sind.
[26]SEhet an, lieben Brueder, ewren beruff, Nicht viel weisen nach dem fleisch, nicht viel gewaltige, nicht viel edle sind beruffen, [27]Sondern was toericht ist fur der welt, das hat Gott erwelet, Das er die Weisen zuschanden machet. Vnd was schwach ist fur der welt, das hat Gott erwelet, Das er zuschanden machet was starck ist. [28]Vnd das vnedle fur der welt, vnd das verachte hat Gott erwelet, vnd das da nichts ist, Das er zunicht macht, was etwas ist, [29]Auff das sich fur jm kein Fleisch rhueme. [30]Von welchem auch jr herkompt in Christo Jhesu, Welcher vns gemacht ist von Gott zur Weisheit, vnd zur Gerechtigkeit, vnd zur Heiligung, vnd zur Erloesung. [31]Auff das (wie geschrieben stehet) Wer sich rhuemet, der rhueme sich des HERRN.
II.[Bearbeiten]
Vnd ich lieben Brueder, da ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen worten oder hoher weisheit, euch zu verkuendigen die goettliche predigt. [2]Denn ich hielt mich nicht dafur, das ich etwas wueste vnter euch, on allein Jhesum Christum, den gecreutzigten. [3]Vnd ich war bey euch, mit
schwacheit, vnd mit furcht, vnd mit grossem zittern, [4]Vnd mein wort vnd meine predigt war nicht in klugen Reden menschlicher weisheit, Sondern in vberweisung des Geists vnd der krafft, [5]Auff das ewer glaube bestehe, nicht auff Menschen weisheit, sondern auff Gottes krafft.
[6]DA wir aber von reden, das ist dennoch weisheit, bey den Volkomen, Nicht eine weisheit dieser Welt, auch nicht der Fuersten dieser welt, welche vergehen, [7]Sondern wir reden von der heimlichen verborgenen weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der welt, zu vnser herrligkeit, [8]Welche keiner von den Fuersten dieser welt erkand hat, Denn wo sie des erkand hetten, hetten sie den HERRN der herrligkeit nicht gecreutziget. [9]Sondern wie geschrieben stehet, Das kein auge gesehen hat, vnd kein ohre gehoeret hat, vnd in keines menschen hertz komen ist, das Gott bereitet hat, denen, die jn lieben.
[10]VNs aber hat es Gott offenbaret durch seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle ding, auch die tieffe der Gottheit. [11]Denn welcher Mensch weis, was im Menschen ist, on der geist des menschen, der in jm ist? Also auch, niemand weis, was in Gott ist, on der geist Gottes. [12]Wir aber haben nicht empfangen den Geist der welt, sondern den Geist aus Gott, das wir wissen koennen, wie reichlich wir von Gott begnadet sind, [13]Welchs wir auch reden, nicht mit worten, welche menschliche weisheit leren kan, sondern mit worten, die der heilige Geist leret, vnd richten geistliche sachen geistlich. Der natuerliche Mensch aber vernimpt nichts vom geist Gottes, Es ist jm eine torheit, vnd kan es nicht erkennen, Denn er wird von geistlichen sachen gefraget. [15]Aber der geistliche ergruendet alles, Er aber wird von niemand ergrundet. [16]Denn wer hat des HErrn sinn erkand? oder wer wil jn vnterweisen? Wir aber haben Christus sinn.
III.[Bearbeiten]
Vnd ich, lieben Brueder, kund nicht mit euch reden, als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo. [2]Milch hab ich euch zu trincken gegeben, vnd nicht speise, Denn jr kundtet noch nicht, Auch kuend jr noch jtzt nicht, [3]die weil jr noch fleischlich seid. Denn sintemal eiuer vnd zanck vnd zwitracht vnter euch sind, Seid jr denn nicht fleischlich, vnd wandelt nach menschlicher weise? [4]Denn so einer saget, jch bin Paulisch, Der ander aber, jch bin Apollisch, seid jr denn nicht fleischlich?
[5]WEr ist nu Paulus? Wer ist Apollo? Diener sind sie, durch welche jr seid gleubig worden, vnd dasselbige, wie der HErr einem jglichen gegeben hat. [6]Jch habe gepflantzet, Apollo hat begossen, Aber Gott hat das gedeien gegeben. [7]So ist nu weder der da pflantzet, noch der da begeusset etwas, sondern Gott, der das gedeien gibt. [8]Der aber pflantzet, vnd der da begeusset, ist einer wie der ander. Ein jglicher aber wird seinen Lohn empfahen, nach seiner erbeit. [9]Denn wir sind Gottes miterbeiter, Jr seid Gottes ackerwerck, vnd Gottes gebew. [10]Jch von Gottes gnaden, die mir gegeben ist, hab den grund gelegt, als ein weiser Bawmeister, ein ander bawet dar auff. Ein jglicher aber sehe zu, wie er darauff bawe.
[11]EJnen andern grund kan zwar niemand legen, ausser dem, der gelegt ist, welcher ist Jhesus Christ. [12]So aber jemand auff diesen Grund bawet, Gold, silber, eddelsteine, Holtz, hew, stoppeln, [13]So wird eines jglichen werck offenbar werden, der tag wirds klar machen, Denn es wird durchs fewr offenbar werden, vnd welcherley eines jglichen werck sey, wird das fewr beweren. [14]Wird jemands werck bleiben, das er darauff gebawet hat, so wird er Lohn empfahen. [15]Wird aber jemands werck verbrennen, So wird er des schaden leiden, er selbs aber wird selig werden, So doch, als durchs fewr.
[16]WJsset jr nicht, das jr Gottes tempel seid, vnd der geist Gottes in euch wonet? [17]So jemand den tempel Gottes verderbet, Den wird Gott verderben. Denn der tempel Gottes ist heilig, der seid jr. [18]Niemand betriege sich selbs. Welcher sich vnter euch duencket Weise sein, der werde ein Narr in dieser welt, das er moege weise sein. [19]Denn dieser welt weisheit ist torheit bey Gott. Denn es stehet geschrieben, Die weisen erhaschet er in jrer klugheit. [20]Vnd abermal, Der HErr weis der Weisen gedancken, das sie eitel sind.
[21]Darumb rhueme sich niemand eines Menschen. Es ist a alles ewer, [22]es sey Paulus oder Apollo, es sey Cephas oder die Welt, es sey das leben oder der Tod, es sey das gegenwertige oder das zukuenfftige, alles ists ewer, [23]Jr aber seid Christi, Christus ist aber Gottes.
IIII.[Bearbeiten]
Da fur halte vns jederman, nemlich fur Christus Diener, vnd Haushalter vber Gottes geheimnis. [2]Nu suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn das sie trew erfunden werden. [3]Mir aber ists ein geringes, das ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage, Auch richte ich mich selbs nicht. [4]Jch bin wol nichts mir bewust, Aber darin bin ich nicht gerechtfertiget, der HErr ists aber, der mich richtet. [5]Darumb richtet nicht vor der zeit, bis der HErr kome, welcher auch wird ans liecht bringen, was im finstern verborgen ist, vnd den rat der hertzen offenbaren, als denn wird einem jglichen von Gott lob widerfaren.
[6]Solches aber, lieben Brueder, habe ich auff mich vnd Apollo gedeutet, vmb ewern willen, Das jr an vns lernet, das niemand hoeher von sich halte, denn jtzt geschrieben ist, Auff das sich nicht einer wider den andern vmb jemands willen auffblase. [7]Denn wer hat dich furgezogen? Was hastu aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rhuemestu dich denn, als der es nicht empfangen hette? [18]Jr seid schon sat worden, jr seid schon a Reich worden, jr herrschet on vns, Vnd wolte Gott jr herrschetet, auff das auch wir mit euch herrschen moechten.
[9]Jch halte aber, Gott habe vns Apostel fur die allergeringsten dargestellet, als dem Tode vbergeben. Denn wir sind ein schawspiel worden der Welt, vnd den Engeln, vnd den Menschen. [10]Wird sind Narren vmb Christus willen, jr aber seid klug in Christo. Wir schwach, jr aber starck, jr herrlich, wir aber verachtet. [11]Bis auff diese stund leiden wir hunger vnd durst, vnd sind nacket, vnd werden geschlagen, vnd haben keine gewisse Stete, [12]vnd erbeiten vnd wircken mit vnsern eigen henden. Man schilt vns, so segen wir, Man verfolget vns, so dulden wirs, Man lestert vns, so flehen wir, [13]Wir sind stets als ein b Fluch der welt, vnd ein Fegopffer aller Leute.
[14]NJcht schreibe ich solches, das ich euch bescheme, Sondern ich vermane euch, als meine lieben Kinder. [15]Denn ob jr gleich zehen tausent Zuchtmeister hettet, in Christo, so habt jr doch nicht viel Veter, Denn ich habe euch gezeuget in Christo Jhesu, durchs Euangelium. [16]Darumb ermane ich euch, seid meine Nachfolger. Timotheus. [17]Aus derselben vrsache habe ich Timotheum zu euch gesand, welcher ist mein lieber vnd getrewer Son in dem HErrn, das er euch erinnere meiner Wege, die da in Christo sind, Gleich wie ich an allen enden, in allen Gemeinen lere.
[18]Es blehen sich etliche auff, als wuerde ich nicht zu euch komen. [19]Jch wil aber gar kuertzlich zu euch komen, so der HErr wil, vnd erlernen, nicht die wort der auffgeblasenen, sondern die krafft. [20]Denn das reich Gottes stehet nicht in worten, sondern in krafft. [21]Was wolt jr? Sol ich mit der Ruten zu euch komen, oder mit Liebe vnd sanfftmuetigem Geist?
V.[Bearbeiten]
Es gehet ein gemein geschrey, das Hurerey vnter euch ist, vnd eine solche Hurerey, da auch die Heiden nicht von zu sagen wissen, das einer seines Vaters Weib habe. [2]Vnd jr seid auffgeblasen, vnd habt nicht viel mehr leide getragen, Auff das, der das werck gethan hat, von euch gethan wuerde. [3]Jch zwar, als der ich mit dem Leibe nicht da bin, doch mit dem Geist gegenwertig, habe schon als gegenwertig beschlossen, vber den der solchs also gethan hat, [4]in dem namen vnsers HErrn Jhesu Christi, in ewer versamlung mit meinem Geist, vnd mit der krafft vnsers HErrn Jhesu Christi, [5]jn zu vbergeben dem Satan, zum verderben des Fleisches, Auff das der Geist selig werde am tage des HErrn Jhesu.
[6]EWer rhum ist nicht fein. Wisset jr nicht das ein wenig Sawrteig den gantzen Teig versauret? [7]Darumb feget den alten Sawrteig aus, Auff das jr ein newer Teig seid, gleich wie jr vngeseurt seid. Denn wir haben auch ein Osterlamb, das ist Christus, fur vns geopffert. [8]Darumb lasset vns Ostern halten, nicht im alten Sawrteig, auch nicht im Sawrteig der bosheit vnd schalckheit, sondern in dem Suesteig der lauterkeit vnd warheit.
[9]Jch habe euch geschrieben, in dem Brieue, das jr nichts solt zuschaffen haben mit den Hurern. [10]Das meine ich gar nicht von den Hurern in dieser welt, oder von den Geitzigen, oder von den Reubern, oder von den Abgoettischen, Sonst muestet jr die welt reumen. [11]Nu aber habe ich euch geschrieben, jr solt nichts mit jnen zu schaffen haben, nemlich, So jemand ist,
der sich lesset einen Bruder nennen, vnd ist ein Hurer, oder ein Geitziger, oder ein Abgoettischer, oder ein Lesterer, oder ein Trunckenbold, oder ein Reuber, mit dem selbigen solt jr auch nicht essen. [12]Denn was gehen mich die draussen an, das ich sie solt richten? Richtet jr nicht, die da hinnen sind? [13]Gott aber wird die da draussen sind, richten. Thut von euch selbs hinaus, wer da boese ist.
VI.[Bearbeiten]
Wje thar jemand vnter euch, so er eine Sache hat mit einem andern, haddern fur den Vnrechten, vnd nicht fur den Heiligen? [2]Wisset jr nicht, das die Heiligen die Welt richten werden? So denn nu die Welt sol von euch gerichtet werden, Seid jr denn nicht gut gnug, geringer sachen zu richten? [3]Wisset jr nicht, das wir vber die Engel richten werden? Wie viel mehr vber die zeitliche Gueter. [4]Jr aber, wenn jr vber zeitlichen guetern sachen habt, So nemet jr die, so bey der Gemeine b veracht sind, vnd setzet sie zu Richter. [5]Das mus ich sagen denn es ist euch ein schande. Jst so gar kein Weiser vnter euch? oder doch nicht einer, der da kuende richten zwischen Bruder vnd bruder? [6]Sondern ein Bruder mit dem andern haddert, Dazu fur den vngleubigen.
[7]ES ist schon ein Feil vnter euch, das jr mit einander rechtet. Warumb lasset jr euch nicht viel lieber vnrecht thun? Warumb lasset jr euch nicht viel lieber verforteilen? [8]Sondern jr thut vnrecht, vnd verforteilet, vnd solches an den Bruedern. [9]Wisset jr nicht, Das die vngerechten werden das reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht verfueren, weder die Hurer, noch die Abgoettischen, noch die Ehebrecher, noch die Weichlingen, noch die Knabenschender, [10]noch die Diebe, noch die Geitzigen, noch die Trunckenbold, noch die Lesterer, noch die Reuber, werden das reich Gottes ererben. [11] Vnd solche sind ewer etliche gewesen, Aber jr seid abgewaschen, jr seid geheiliget, jr seid gerecht worden, durch den namen des HErrn Jhesu, vnd durch den Geist vnsers Gottes.
[12]Jch hab es alles macht, Es fromet aber nicht alles. Jch hab es alles macht, Es sol mich aber nichts gefangen nemen. [13]Die Speise dem bauche, vnd der Bauch der speise, Aber Gott wird diesen vnd jene hinrichten. Der leib aber nicht der Hurerey, sondern dem HErrn vnd der HERR dem leibe. [14]Gott aber hat den HErrn aufferwecket, vnd wird vns auch auff erwekken,
durch seine krafft. [15]Wisset jr nicht, das ewre leibe Christi glieder sind? Solt ich nu die glieder Christi nemen, vnd Hurenglieder draus machen? Das sey ferne. [16]Oder wisset jr nicht, das, wer an der Huren hanget, der ist ein Leib mit jr, Denn sie werden (spricht er) zwey in einem Fleische sein. [17]Wer aber dem HErrn anhanget, der ist c ein Geist mit jm.
[18]FLiehet die Hurerey. Alle suende die der Mensch thut, sind ausser seinem leibe. Wer aber huret, der suendiget an seinem eigen Leibe. [19]Oder wisset jr nicht, das ewer leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen jr habt von Gott, vnd seid nicht ewer selbs? [20]Denn jr seid thewr erkaufft. Darumb so preiset Gott an ewrem leibe, vnd in ewrem geist, welche sind Gottes.
VII.[Bearbeiten]
Von dem jr aber mir geschrieben habt, antworte ich, Es ist dem Menschen gut, das er kein weib beruere. [2]Aber vmb der Hurerey willen, habe ein jglicher sein eigen Weib, vnd eine jgliche habe jren eigen Man. [3]Der Man leiste dem Weibe die schueldige Freundschafft, desselbigen gleichen das weib dem manne. [4]Das weib ist jres Leibs nicht mechtig, sondern der man. Desselbigen gleichen, der man ist seines Leibs nicht mechtig, sondern das weib. [5]Entziehe sich nicht eins dem andern, es sey denn aus beider bewilligung, eine zeitlang, das jr zum fasten vnd beten musse habt, Vnd komet widerumb zusamen, auff das euch der Satan nicht versuche vmb ewer vnkeuscheit willen. [6]Solchs sage ich aber aus vergunst, vnd nicht aus Gebot. [7]Jch wolte aber lieber, alle Menschen weren wie ich bin. Aber ein jglicher hat seine eigene gabe von Gott, einer sonst, der ander so.
[8]Jch sage zwar den Ledigen vnd Widwen, es ist jnen gut, wenn sie auch bleiben wie ich. [9]So sie aber sich nicht enthalten, so las sie freien, Es ist besser freien, denn brunst leiden.
[10]Den Ehelichen aber gebiete, nicht ich, sondern der HErr, das das Weib sich nicht scheide von dem Manne. [11]So sie sich aber scheidet, das sie on Ehe bleibe, oder sich mit dem manne c versuene, Vnd das der man das weib nicht von sich lasse.
[12]DEn andern aber, sage ich, nicht der HErr, So ein Bruder ein vngleubig Weib hat, vnd dieselbige lesset es jr gefallen, bey jm zu wonen, der
scheide sich nicht von jr. [13]Vnd so ein Weib einen vngleubigen Man hat, vnd er lesset es jm gefallen, bey jr zu wonen, die scheide sich nicht von jm. [14]Denn der vngleubige Man ist geheiliget durchs weib, Vnd das vngleubige Weib wird geheiliget durch den man, Sonst weren ewre Kinder vnrein, nu aber sind sie heilig. [15]So aber der vngleubige sich scheidet, so las jn sich scheiden, es ist der bruder oder die Schwester nicht gefangen in solchen fellen, Jm friede aber hat vns Gott beruffen. [16]Was weissestu aber, du weib, ob du den man werdest selig machen? Oder du Man, was weissestu ob du das weib werdest selig machen? [17]Doch wie einem jglichen Gott hat ausgeteilet.
EJn jglicher, wie jn der HErr beruffen hat, also wandele er, vnd also schaffe ichs in allen Gemeinen. [18]Jst jemand beschniten beruffen, der zeuge keine Vorhaut. Jst jemand beruffen in der d Vorhaut, der lasse sich nicht beschneiten. [19]Die beschneitung ist nichts, vnd die vorhaut ist nichts, sondern Gottes gebot halten. [20]Ein jglicher bleibe in dem ruff, darinnen er beruffen ist. [21]Bistu ein Knecht beruffen, sorge dir nicht, Doch kanstu Frey werden, so brauche des viel lieber. [22]Denn wer ein knecht beruffen ist in dem HErrn, der ist ein Gefreiter des HErrn. Desselbigen gleichen, wer ein Freier beruffen ist, der ist ein knecht Christi. [23]Jr seid thewr erkaufft, werdet nicht der Menschen knechte. [24]Ein jglicher, lieben Brueder, worinnen er beruffen ist, darinnen bleibe er bey Gott.
[25]Von den Jungfrawen aber, hab ich kein Gebot des HErrn, Jch sage aber meine meinung, als ich barmhertzigkeit erlanget habe von dem HErrn, trew zu sein. [26]So meine ich nu, solchs sey gut, vmb der gegenwertigen Not willen, das es dem Menschen gut sey, also zu sein. [27]Bistu an ein Weib gebunden, so suche nicht los zu werden, Bistu aber los vom weibe, so suche kein weib. [28]So du aber freiest, suendigestu nicht, Vnd so eine Jungfraw freiet, suendiget sie nicht. Doch werden solche leibliche Truebsal haben. Jch verschonet aber ewer gerne.
[29]DAs sage ich aber, lieben Brueder, die zeit ist kurtz, Weiter ist das die meinung, die da weiber haben, das sie seien, als hatten sie keine, vnd die da weinen, als weineten sie nicht, [30]vnd die sich frewen, als freweten sie sich nicht, vnd die da keuffen, als besessen sie es nicht, [31]vnd die dieser Welt brauchen, das sie derselbigen nicht misbrauchen, Denn das wesen in dieser Welt vergehet.
[32]JCh wolte aber, das jr on sorge weret. Wer ledig ist, der sorget was den HErrn angehoret, wie er dem HErrn gefalle. [33]Wer aber freiet, der sorget was die Welt angehoeret, wie er dem Weibe gefalle. Es ist ein vnterscheid zwischen eim Weibe vnd eine Juengfraw. [34]Welche nicht freiet, die sorget was den HErrn angehoeret, das sie heilig sey, beide am Leibe vnd auch am Geist. Die aber freiet, die sorget was die Welt angehoeret, wie sie dem Manne gefalle. [35]Solchs aber sage ich zu ewrem besten, nicht das ich euch einen a Strick an den hals werffe, Sondern dazu, das es fein ist, vnd jr stets vnd vnuerhindert dem HErrn dienen koennet.
[36]SO aber jemand sich lesset duencken, es wolle sich nicht schicken mit seiner Jungfrawen, weil sie eben wol manbar ist, vnd es wil nicht anders sein, So thue er was er wil, er sundiget nicht, er lasse sie freien. [37]Wenn einer aber jm fest furnimpt, weil er vngezwungen ist, vnd seinen b freien willen hat, vnd beschleusst solches in seinem hertzen, seine Jungfraw also bleiben zu lassen, der thut wol. [38]Endlich, welcher verheiratet, der thut wol, Welcher aber nicht verheiratet, der thut c besser.
[39]EJn Weib ist gebunden an das gesetz, so lange jr Man lebet, So aber jr man entschlefft, ist sie frey, sich zu verheiraten, welchem sie wil, allein, das es in dem HErrn geschehe. [40]Seliger ist sie aber, wo sie also bleibet, nach meiner meinung, Jch halte aber, ich habe auch den geist Gottes.
VIII.[Bearbeiten]
Von dem Goetzenopffer aber wissen wir, Denn wir haben alle das wissen. Das wissen d bleset auff, Aber die liebe bessert. Er spottet jr [2]So aber sich jemand duencken lesst, er wisse etwas, der weis noch nichts, wie er wissen sol. [3]So aber jemand Gott liebet derselbige ist von jm erkand. [4]So wissen wir nu von der speise des Goetzenopffers, das ein Goetz nichts in der welt sey, vnd das kein ander Gott sey, on der einige. [5]Vnd wiewol es sind die Goetter genennet werden, es sey im Himel oder auff Erden (sintemal es sind viel Goetter vnd viel Herrn) [6]So haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von welchem
alle ding sind, vnd wir in jm, vnd einen HErrn Jhesu Christ, durch welchen alle ding sind, vnd wir durch jn.
[7]ES hat aber nicht jederman das wissen, Denn etliche machen jnen noch ein gewissen vber dem Goetzen, vnd essens fur Goetzenopffer, da mit wird jr Gewissen, weil es so schwach ist, beflecket. [8]Aber die Speise fordert vns nicht fur Gott. Essen wir, so werden wir darumb nicht besser sein, Essen wir nicht, so werden wir darumb nichts weniger sein.
[9]SEhet aber zu, das diese ewre Freiheit nicht gerate zu einem anstos der Schwachen. [10]Denn so dich (der du das erkentnis hast) jemand sehe zu tische sitzen im Goetzenhause, wird nicht sein Gewissen, die weil er schwach ist, verursachet, das Goetzenopffer zu essen? [11]Vnd wird also vber deinem erkentnis der schwache Bruder vmbkomen, vmb welches willen doch Christus gestorben. [12]Wenn jr aber also sundiget an den Bruedern, vnd schlahet jr schwaches Gewissen, so sundiget jr an Christo. [13]Darumb, so die Speise meinen Bruder ergert, wolte ich nimer mehr Fleisch essen, auff das ich meinen Bruder nicht ergerte.
IX.[Bearbeiten]
Bjn ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frey? Hab ich nicht vnsern HErrn Jhesum Christum gesehen? Seid nicht jr mein werck in dem HErrn? [2]Bin ich andern nicht ein Apostel, so bin ich doch ewer Apostel, Denn das siegel meines Apostelampts seid jr, in dem HErrn. [3]Wenn man mich fraget, so antworte ich also, [4]Haben wir nicht macht zu essen vnd zu trincken? [5]Haben wir nicht auch macht, eine schwester zum Weibe mit vmbher zu fueren? wie die andern Apostel, vnd des HErrn brueder vnd Cephas? [6]Oder haben alleine ich vnd Barnabas nicht macht solchs zu thun? [7]Welcher reiset jemals auff seinen eigen Sold? Welcher pflantzet einen Weinberg, vnd isset nicht von seiner Frucht? Oder welcher weidet eine Herd, vnd isset nicht von der milch der herden?
[8]REde ich aber solches auff Menschen weise? Saget nicht solchs das Gesetz auch? [9]Denn im gesetz Mosi stehet geschrieben, Du solt dem Ochsen nicht das maul verbinden, der da dreschet. Sorget fur die ochsen? [10]Oder saget ers nicht aller dinge vmb vnser willen? Denn es ist ja vmb vnsern willen geschrieben. Denn der da pflueget, sol auff Hoffnung pfluegen, vnd der da dreschet, sol auff hoffnung dreschen, das er seiner hoffnung teilhafftig
werde. [11]So wir euch das Geistliche seen, ists ein gros ding, ob wir ewer Leibliches erndten? [12]So aber andere dieser macht an euch teilhafftig sind, warumb nicht viel mehr wir?
ABer wir haben solcher macht nicht gebraucht, sondern wir vertragen allerley, das wir nicht dem Euangelio Christi eine hindernis machen. [13]Wisset jr nicht, das die da opffern, essen vom Opffer? Vnd die des Altars pflegen, geniessen des altars? [14]Also hat auch der HErr befolhen, das die das Euangelium verkuendigen, sollen sich vom Euangelio neeren. [15]Jch aber habe der keines gebrauchet.
Jch schreibe auch nicht darumb dauon, das mit mir also solte gehalten werden, Es were mir lieber ich stuerbe denn das mir jemand meinen rhum solte zunicht machen. [16]Denn das ich das Euangelium predige, darff ich mich nicht rhuemen, denn ich mus es thun, Vnd wehe mir, wenn ich das Euangelium nicht predigete. [17]Thue ichs gerne, so wird mir gelohnet, Thu ichs aber vngerne, so ist mir das Ampt doch befolhen. a [18]Was ist denn nu mein Lohn? Nemlich, das ich predige das Euangelium Christi, vnd thu dasselbige frey vmb sonst, auff das ich nicht meiner Freiheit misbrauche am Euangelio.
[19]DEnn wiewol ich frey bin von jederman, hab ich doch mich selbs jederman zum Knechte gemacht, auff das ich jrer viel gewinne. [20]Den Jueden bin ich worden als ein Juede, auff das ich die Jueden gewinne. Denen die vnter dem Gesetz sind, bin ich worden als vnter dem gesetz, auff das ich die so vnter dem gesetz gewinne. [21]Denen die on Gesetz sind, bin ich als on gesetz worden (so ich doch nicht on gesetz bin fur Gott, sondern bin in dem gesetz Christi) Auff das ich die, so on Gesetze sind, gewinne. [22]Den Schwachen bin ich worden als ein Schwacher, auff das ich die schwachen gewinne. Jch bin jederman allerley worden, auff das ich allenthalben ja etliche selig mache. [23]Solches aber thu ich vmb des Euangelij willen, auff das ich sein teilhafftig werde.
vel in oder vmb die wette lauffen? Wjsset jr nicht, das die, so in den Schrancken lauffen, die lauffen alle, Aber einer erlanget das Kleinod. Lauffet nu also, das jr es ergreiffet. [25]Ein jglicher aber der da kempffet, enthelt sich alles dinges, Jene also, das sie eine vergengliche Krone empfahen, Wir aber eine vnuergengliche. [26]Jch
lauffe aber also, nicht als b auffs vngewisse. Jch fechte also, nicht als der in die Lufft streichet, [27]Sondern ich beteube meinen Leib, vnd zeme jn, Das ich nicht den andern predige, vnd selbs verwerfflich werde.
X.[Bearbeiten]
Jch wil euch aber, lieben Brueder, nicht verhalten, Das vnser Veter sind alle vnter der Wolcken gewesen, vnd sind alle durchs Meer gegangen, [2]vnd sind alle vnter Mosen getaufft, mit der wolcken, vnd mit dem meer, [3]vnd haben alle einerley geistliche Speise gessen, [4]vnd haben alle einerley geistlichen Tranck getruncken, Sie truncken aber von dem geistlichen Fels, der mit folget, welcher war Christus. [5]Aber an jr vielen hat Gott keinen wolgefallen, Denn sie sind nidergeschlagen in der Wuesten.
[6]DAs ist aber vns zum Furbilde geschehen, das wir nicht vns geluesten lassen des boesen, gleich wie jene geluestet hat. [7]Werdet auch nicht Abgoettische, gleich wie jener etliche worden, Als geschrieben stehet, Das Volck satzte sich nider zu essen vnd zu trincken, vnd stund auff zu spielen. [8]Auch lasset vns nicht Hurerey treiben, wie etliche vnter jenen hurerey trieben, Vnd fielen auff einen tag drey vnd zwenzig tausent. [9]Lasset vns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen jn versuchten, Vnd wurden von den Schlangen vmbbracht. [10]Murret auch nicht, gleich wie jener etliche murreten, Vnd wurden vmbbracht durch den Verderber.
[11]SOlches alles widerfur jenen, zum Furbilde, es ist aber geschrieben, vns zur warnung, auff welche das ende der Welt komen ist. [12]Darumb, wer sich lesset duencken, er stehe, Mag wol zusehen, das er nicht falle. [13]Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betretten. Aber Gott ist getrew, der euch nicht lesset versuchen, vber ewer vermoegen, Sondern machet das die versuchung so ein ende gewinne, das jrs kuend ertragen. [14]Darumb meine Liebesten fliehet von dem Goetzendienst.
[15]Als mit den Klugen rede ich, richtet jr, was ich sage, [16]Der gesegnete Kelch, welchen wir segenen, ist der nicht die gemeinschafft des bluts Christi? Das Brot das wir brechen, Jst das nicht die gemeinschafft des leibes Christi? [17]Denn ein Brot ists, so sind wir viel ein Leib, die weil wir alle
eines Brots teilhafftig sind. [18]Sehet an den Jsrael nach dem Fleisch welche die Opffer essen, sind die nicht in der gemeinschafft des Altars?
[19]WAs sol ich denn nu sagen? Sol ich sagen, das der Goetze etwas sey? oder das das Goetzenopffer etwas sey? [20]Aber ich sage, das die Heiden, was sie opffern, das opffern sie den Teufeln, vnd nicht Gotte. Nu wil ich nicht, das jr in der Teufel gemeinschafft sein solt. [21]Jr kund nicht zu gleich trincken des HErrn kelch, vnd der Teufel kelch. Jr kund nicht zu gleich teilhafftig sein des HErrn tisches, vnd der Teufeln tisches. [22]Oder wollen wir den HErrn trotzen? Sind wir stercker denn er? [23]Jch hab es zwar alles macht, Aber es fromet nicht alles. Jch hab es alles macht, Aber es bessert nicht alles. [24]Niemand suche was sein ist, sondern ein jglicher was des andern ist.
[25]ALles was veil ist auff dem Fleischmarckt, das esset, vnd forschet nichts, auff das jr des Gewissens verschonet. [26]Denn die Erde ist des HERRN, vnd was drinnen ist. [27]So aber jemand von den Vngleubigen euch ladet, vnd jr wolt hin gehen, So esset alles was euch furgetragen wird, vnd forschet nicht, auff das jr des gewissens verschonet. [28]Wo aber jemand wuerde zu euch sagen, das ist Goetzenopffer, so esset nicht, vmb des willen, der es anzeiget, auff das jr des gewissens verschonet (Die erde ist des HERRN vnd was drinnen ist) [29]Jch sage aber vom gewissen, nicht dein selbs, sondern des andern. Denn warumb solte ich meine Freiheit lassen vrteilen, von eines andern gewissen? [30]Denn so ichs mit dancksagung geniesse, Was solte ich denn verlestert werden vber dem da fur ich dancke?
[31]JR esset nu oder trincket, oder was jr thut, so thut es alles zu Gottes ehre. [32]Seid nicht ergerlich weder den Jueden, noch den Griechen, noch der gemeine Gottes. [33]Gleich wie ich auch jederman in allerley mich gefellig mache, vnd sueche nicht was mir, sondern was vielen fromet, das sie selig werden. (XI, 1?) Seid meine Nachfolger, gleich wie ich Christi.
XI.[Bearbeiten]
Jch lobe euch, lieben Bruder, das jr an mich gedencket in allen stuecken, vnd haltet die Weise, gleich wie ich euch gegeben habe. [3]Jch lasse euch aber wissen, das Christus ist eines jglichen Mannes heubt, der Man aber ist des Weibes heubt, Gott aber ist Christus heubt. [4]Ein jglicher Man,
der da betet oder weissaget, vnd hat etwas auff dem Heubt, der schendet sein heubt. [5]Ein Weib aber, das da betet oder weissaget mit vnbedecktem Heubt, die schendet jr heubt, Denn es ist eben so viel, als were sie beschoren. [6]Wil sie sich nicht bedecken, so schneite man jr auch das har abe. Nu es aber vbel stehet, das ein Weib verschnitten har habe, oder beschoren sey, so lasset sie das Heubt bedecken.
[7]DEr Man aber sol das Heubt nicht bedecken, sintemal er ist Gottes bilde vnd ehre. Das Weib aber ist des Mannes ehre. [8]Denn der Man ist nicht vom weibe, sondern das Weib ist vom manne. [9]Vnd der Man ist nicht geschaffen vmb des weibes willen, sondern das Weib vmb des mannes willen. [10]Darumb sol das weib eine Macht auff dem Heubt haben, vmb der Engel willen. [11]Doch ist weder der Man on das Weib, noch das weib on den man, in dem HErrn. [12]Denn wie das weib von dem manne, Also kompt auch der man durchs weib, Aber alles von Gott.
[13]RJchtet bey euch selbs, obs wol stehet, das ein Weib vnbedecket fur Gott bete. [14]Oder leret euch auch nicht die Natur, das einem Man eine vnehre ist, so er lange har zeuget, [15]Vnd dem weibe eine ehre, so sie lange har zeuget? Das har ist jr zur decke gegeben. [16]Jst aber jemand vnter euch, der lust zu zancken hat, der wisse, das wir solche weise nicht haben, Die gemeinen Gottes auch nicht.
[17]Jch mus aber dis befelhen, Jch kans nicht loben, das jr nicht auff besser weise, sondern auff erger weise, zusamen komet. [18]Zum ersten, wenn jr zusamen kompt in der Gemeine, hoere ich, es seien Spaltung vnter euch, vnd zum teil gleube ichs. [19]Denn es muessen Rotten vnter euch sein, auff das die, so rechtschaffen sind, offenbar vnter euch werden. [20]Wenn jr nu zu samen komet, so helt man da nicht des HErrn abendmal. [21]Denn so man das Abendmal halten sol, nimpt ein jglicher sein eigens vor hin, Vnd einer ist hungerig, der ander ist truncken. [22]Habt jr aber nicht Heuser, da jr essen vnd trincken mueget? Oder verachtet jr die gemeine Gottes, vnd beschemet die so da nichts haben? Was sol ich euch sagen? sol ich euch loben? Hierinnen lobe ich euch nicht.
[23]Jch habe es von dem HErrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der HErr Jhesus, in der nacht da er verrhaten ward, nam er das Brot, [24]dancket, vnd brachs, vnd sprach, Nemet, esset, das ist mein Leib, der fur euch
gebrochen wird, Solchs thut zu meinem gedechtnis. [25]Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendmal, vnd sprach, Dieser Kelch ist das newe Testament in meinem Blut, Solchs thut, so offt jrs trincket, zu meinem gedechtnis.
[26]DEnn so offt jr von diesem Brot esset, vnd von diesem Kelch trincket, solt jr des HErrn tod verkuendigen, bis das er kompt. [27]Welcher nu vnwirdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des HErrn trincket, der ist schueldig an dem leib vnd blut des HErrn. [28]Der Mensch a pruefe aber sich selbs, vnd also esse er von diesem Brot, vnd trincke von diesem Kelch. [29]Denn welcher vnwirdig isset vnd trincket, der isset vnd trincket jm selber das Gerichte, da mit das er nicht b vnterscheidet den Leib des HErrn.
[30]DArumb sind auch also viel Schwachen vnd Krancken vnter euch, vnd ein gut teil schlaffen. [31]Denn so wir vns selber richteten, so wuerden wir nicht gerichtet. [32]Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir von dem HErrn gezuechtiget, auff das wir nicht sampt der welt verdampt werden. [33]Darumb, meine lieben Brueder, wenn jr zusamen komet zu essen, so harre einer des andern. [34]Hungert aber jemand, der esse daheimen, auff das jr nicht zum Gerichte zusamen kompt. Das ander wil ich ordenen, wenn ich kome.
XII.[Bearbeiten]
Von den geistlichen Gaben aber, wil ich euch, lieben Brueder nicht verhalten. [2]Jr wisset a das jr Heiden seid gewesen, vnd hin gegangen, zu den stummen Goetzen, wie jr gefuert wurdet. [3] Darumb thu ich euch kund, Das niemand Jhesum verfluchet, der durch den geist Gottes redet. Vnd niemand kan Jhesum einen HErrn heissen, on durch den heiligen Geist.
[4]ES sind b mancherley Gaben, aber es ist ein Geist, [5]vnd es sind mancherley Empter, aber es ist ein HErr, [6]vnd es sind mancherley Krefften, aber es ist ein Gott, der da wircket alles in allen. [7]Jn einem jglichen erzeigen sich die gaben des Geists, zum gemeinen nutz. [8]Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit, dem andern wird gegeben zu reden von der Erkentnis, nach dem selbigen Geist, [9]einem andern der Glaube, in dem selbigen Geist, einem andern die Gabe gesund zu machen, in dem selbigen Geist ,
[10]einem andern Wunder zu thun, einem andern Weissagung, einem andern Geister zu vnterscheiden, einem andern mancherley sprachen, einem andern die sprachen auszulegen. [11]Dis aber alles wircket derselbige einige Geist, vnd teilet einem jglichen seines zu, nach dem er wil.
[12]Denn gleich wie ein Leib ist, vnd hat doch viel Glieder, alle glieder aber eines leibs, wie wol jr viel sind, sind sie doch ein leib, Also auch Christus. [13]Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leibe getaufft, wir seien Jueden oder Griechen, knechte oder freien, Vnd sind alle zu einem Geist c getrencket. [14]Denn auch der Leib ist nicht ein glied, sondern viele. [15]So aber der Fus spreche, ich bin keine Hand, darumb bin ich des Leibes glied nicht, Solt er vmb des willen nicht des leibes glied sein? [16]Vnd so das ohre sprech, ich bin kein Auge, darumb bin ich nicht des leibes glied, Solt es vmb des willen nicht des leibes glied sein? [17]Wenn der gantze leib Auge were, wo bliebe das gehoere? So er gantz das gehoere were, wo bliebe der geruch?
[18]NV aber hat Gott die glieder gesetzt, ein jglichs sonderlich am Leibe, wie er gewolt hat. [19]So aber alle glieder ein glied weren, wo bliebe der Leib? [20]Nu aber sind der glieder viel, aber der Leib ist einer. [21]Es kan das Auge nicht sagen zu der Hand, ich darff dein nicht, oder widerumb das Heubt zu den Fuessen, ich darff ewer nicht. [22]Sondern viel mehr, die glieder des Leibes, die vns duencken die schwechsten sein, find die noetigsten, [23]vnd die vns duencken die vnehrlichsten sein, denselbigen legen wir am meisten Ehre an, vnd die vns vbel anstehen, die schmuecket man am meisten, [24]Denn die vns wol anstehen, die beduerffens nicht. Aber Gott hat den Leib also vermenget, vnd dem duerfftigen Glied am meisten Ehre gegeben, [25]Auff das nicht eine spaltung im Leibe sey, sondern die glieder fur einander gleich sorgen. [26]Vnd so ein glied leidet, so leiden alle glieder mit, Vnd so ein glied wird herrlich gehalten, so frewen sich alle glieder mit.
[27]Jr seid aber der leib Christi vnd glieder, ein jglicher nach seinem teil. [28]Vnd Gott hat gesetzt in der Gemeine, auffs erste die Apostel, Auffs ander die Propheten, auffs dritte die Lerer, darnach die Wundertheter, darnach die Gaben gesund zu machen, Helffer, Regierer, mancherley Sprachen. [29]Sind sie alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lerer? Sind sie alle Wundertheter? [30]Haben sie alle Gaben gesund zu machen? Reden sie
alle mit mancherley Sprachen? Koennen sie alle auslegen? [31]Strebt aber nach den besten Gaben. Vnd ich wil euch noch einen koestlichern weg zeigen.
XIII.[Bearbeiten]
Wenn ich mit Menschen vnd mit Engel zungen redet, vnd hette der Liebe nicht, So were ich ein donend Ertz oder ein klingende Schelle. [2]Und wenn ich weissagen kuendte, vnd wueste alle Geheimnis, vnd alle Erkentnis, vnd hette a allen Glauben, also, das ich Berge versetzte, vnd hette der Liebe nicht, So were ich nichts. [3]Vnd wenn ich alle meine habe den Armen gebe, vnd liesse meinen Leib brennen, vnd hette der Liebe nicht, So were mirs nichts nuetze.
[4]DJe Liebe ist langmuetig vnd freundlich, die liebe eiuert nicht, die liebe treibt nicht mutwillen, sie blehet sich nicht, [5]sie stellet sich nicht b vngeberdig, sie suechet nicht das jre, sie lesset sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach schaden, [6]sie frewet sich nicht wens c vnrecht zugehet, sie frewet sich aber wens recht zugehet, [7]Sie vertreget alles, sie vertrawet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. [8]Die liebe hoeret nimermehr auff, So doch die Weissagungen auffhoeren werden, vnd die Sprachen auffhoeren werden, vnd das Erkentnis auffhoeren wird.
[9]DEnn vnser wissen ist d stueckwerck, vnd vnser Weissagen ist stueckwerck. [10]Wenn aber komen wird das volkomen, so wird das stueckwerck auffhoeren. [11]Da ich ein Kind war, da redet ich wie ein kind, vnd war klug wie ein kind, vnd hatte kindische anschlege. Da ich aber ein Man ward, that ich abe was kindisch war. [12]Wir sehen jtzt durch einen Spiegel in einem tunckeln wort, denn aber von angesicht zu angesichte. Jtzt erkenne ichs stuecksweise, Denn aber werde ich erkennen gleich wie ich erkennet bin. [13]Nu aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drey, Aber die Liebe ist e die groessest vnter jnen.
XIIII.[Bearbeiten]
Strebt nach der Liebe, Vleissiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber, das jr weissagen moeget. [2]Denn der mit der Zungen redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gotte, Denn jm hoeret niemand zu, Jm geist aber redet er die geheimnis. [3]Wer aber weissaget, der redet den Menschen zur besserung, vnd zur ermanung, vnd zur troestung. [4]Wer mit der f Zungen redet, der bessert sich selbs, wer aber weissaget, der bessert die Gemeine. [5]Jch wolt, das jr alle mit Zungen reden kuendtet, aber viel mehr, das jr weissagetet. Denn der da weissaget, ist groesser denn der mit Zungen redet, Es sey denn, das ers auch auslege, das die Gemeine dauon gebessert werde, [6]Nu aber, lieben Brueder, wenn ich zu euch keme, vnd redet mit Zungen, was were ich euch nuetze? so ich nicht mit euch redet, entweder durch Offenbarung, oder durch Erkentnis, oder durch Weissagung, oder durch Lere?
[7]HElt sichs doch auch also in den dingen, die da lauten, vnd doch nicht leben, es sey eine Pfeiffe oder eine Harffe, wenn sie nicht vnterschiedliche stimme von sich geben, wie kan man wissen, was gepfiffen oder geharffet ist? [8]Vnd so die Posaune einen vndeutlichen dohn gibt, wer wil sich zum streit ruesten? [9]Also auch jr, wenn jr mit Zungen redet, so jr nicht eine deutliche rede gebet, wie kan man wissen, was geredt ist? Denn jr werdet in den wind reden.
[10]ZWar es ist mancherley art der stimme in der Welt, vnd derselbigen ist doch keine vndeutlich. [11]So ich nu nicht weis der stimme deutunge, werde ich Vndeudsch sein dem, der da redet, vnd der da redet, wird mir Vndeudsch sein. [12]Also auch jr, sintemal jr euch vleissiget der geistlichen Gaben, trachtet darnach, das jr die Gemeine bessert, auff das jr alles reichlich habt.
[13]Darumb, welcher mit Zungen redet, der bete also, das ers auch auslege. [14]So ich aber mit Zungen bete, so betet mein Geist, Aber mein sinn bringet niemand frucht. [15]Wie sol es aber denn sein? nemlich also, Jch wil beten mit dem geist, vnd wil beten auch im sinn. Jch wil Psalmen singen im geist, vnd wil auch Psalmen singen a mit dem sinn.
[16]WEnn du aber segenest im geist, wie sol der, so an stat des Leien stehet, Amen sagen, auff deine Dancksagung, sintemal er nicht verstehet, was du sagest? [17]Du dancksagest wol fein, Aber der ander wird nicht dauon gebessert. [18]Jch dancke meinem Gott, das ich mehr mit Zungen rede, denn jr alle. [19]Aber ich wil in der Gemeine lieber fuenff wort reden, mit meinem b Sinn, auff das ich auch andere vnterweise, denn sonst zehen tausent wort mit zungen.
[20]Ljeben Brueder, werdet nicht Kinder an dem verstentnis, sondern an der bosheit seid kinder, an dem verstentnis aber seid volkomen. [21]Jm Gesetz stehet geschrieben, Jch wil mit andern Zungen vnd mit andern Lippen reden zu diesem Volck, vnd sie werden mich auch also nicht hoeren, spricht der HERR. [22]Darumb, so sind die zungen c zum Zeichen, nicht den gleubigen, sondern den vngleubigen, Die weissagung aber nicht den vngleubigen, sondern den gleubigen.
[23]WEnn nu die gantz Gemeine zusamen keme an einen ort, vnd redeten alle mit Zungen, Es kemen aber hinein Leien oder Vngleubige, wuerden sie nicht sagen, jr weret vnsinnig? [24]So sie aber alle weissageten, vnd keme denn ein Vngleubiger oder Leie hinein, der wuerde d vberwiesen von jnen allen, das er bekennen mus fur allen, [25]Vnd also wuerde das verborgen seines Hertzen offenbar, vnd er wuerde also fallen auff sein angesichte, Gott anbeten, vnd oeffentlich ausruffen, das Gott warhafftig in euch sey.
[26]Wje ist jm denn nu lieben Brueder? Wenn jr zusamen komet, so hat jglicher Psalmen, er hat lere, er hat zungen, er hat offenbarung, er hat auslegung, Lasset es alles geschehen zur besserung. [27]So jemand mit der Zungen redet, oder zween, oder auffs meiste drey, eins vmbs ander, so lege es einer aus. [28]Jst er aber nicht ein Ausleger, so schweige er vnter der Gemeine, rede aber jm selber vnd Gotte.
[29]DJe Weissager aber lasset reden, zween oder drey, vnd die andern lasset richten. [30]So aber eine Offenbarung geschicht einem andern der da sitzt, so schweige der erste. [31]Jr kuendet wol alle weissagen, einer nach dem andern, Auff das sie alle lernen, vnd alle ermanet werden, [32]Vnd die Geister der Propheten sind den Propheten vnterthan. [33]Denn Gott ist nicht ein Gott der vnordnung, sondern des Friedes, wie in allen gemeinen der Heiligen.
[34]Ewer Weiber lasset schweigen vnter der Gemeine, Denn es sol jnen nicht zugelassen werden, das sie predigen, sondern vnterthan sein, Wie auch das Gesetz sagt. [35]Wollen sie aber etwas predigen, so lasset sie daheim jre Menner fragen. Es stehet den Weibern vbel an, vnter der Gemeine predigen. [36]Oder ist das wort Gottes von euch auskomen? Oder ists allein zu euch komen? [37]So sich jemand lesst duencken, er sey ein Prophet odder Geistlich, der erkenne, was ich euch schreibe, Denn es sind des HERRN gebot. [38]Jst aber jemand vnwissend, Der sey vnwissend. [39]Darumb lieben Brueder, vleissiget euch des weissagen, vnd weret nicht mit Zungen zu reden. [40]Lassets alles ehrlich vnd oerdentlich zugehen.
XV.[Bearbeiten]
Jch erinnere euch aber, lieben Brueder, des Euangelij, das ich euch verkuendiget hab, welches jr auch angenomen habt, in welchem jr auch stehet, [2]durch welches jr auch selig werdet, Welcher gestalt ich es euch verkuendiget habe, so jrs behalten habt, Es were denn das jrs vmb sonst gegleubet hettet.
[3]Denn ich habe euch zu forderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, Das Christus gestorben sey fur vnser suende, d nach der Schrifft, [4]vnd das er begraben sey, vnd das er Aufferstanden sey am dritten tage, nach der Schrifft. [5]Vnd das er gesehen worden ist von Cephas, dar nach von den Zwelffen. [6]Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fuenff hundert Bruedern auff ein mal, der noch viel leben, etliche aber sind entschlaffen. [7]Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, Darnach von allen Aposteln.
[8]AM letzten nach allen, ist er auch von mir, als einer vnzeitigen Geburt, gesehen worden. [9]Denn ich bin der geringste vnter den Aposteln, als der ich nicht werd bin, das ich ein Apostel heisse, Darumb das ich die gemeine Gottes verfolget habe. [10]Aber von Gottes gnaden bin ich, das ich bin, vnd seine gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, Sondern ich habe viel mehr geerbeitet, denn jemand vnter jnen, Nicht aber ich, sondern Gottes gnade, die mit mir ist. [11]Es sey nu ich oder jene, also predigen wir, vnd also habt jr gegleubet.
[12]So aber Christus geprediget wird, das er sey von den Todten aufferstanden, Wie sagen denn etliche vnter euch, Die aufferstehung der Todten sey nichts? [13]Jst aber die aufferstehung der Todten nichts, So ist auch Christus nicht aufferstanden. [14]Jst aber Christus nicht aufferstanden, So ist vnser Predigt vergeblich, So ist auch ewer glaube vergeblich. [15]Wir wuerden auch erfunden falsche zeugen Gottes, das wir wider Gott gezeuget hetten, Er hette Christum aufferwecket, den er nicht aufferwecket hette, Sintemal die Todten nicht aufferstehen. [16]Denn so die Todten nicht aufferstehen, So ist Christus auch nicht aufferstanden. [17]Jst Christus aber nicht aufferstanden, So ist ewer glaube eitel, So seid jr noch in ewren suenden. [18]So sind auch die, so in Christo entschlaffen sind verloren. [19]Hoffen wir allein in diesem Leben auff Christum, So sind wir die elendesten vnter allen Menschen.
[20]NV aber ist Christus aufferstanden von den Todten, vnd der Erstling worden vnter denen, die da schlaffen. [21]Sintemal durch einen Menschen der Tod, vnd durch einen Menschen die aufferstehung der Todten kompt. [22]Denn gleich wie sie in Adam alle sterben, Also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. [23]Ein jglicher aber in seiner ordnung, Der erstling Christus, darnach die Christum angehoeren, wenn er komen wird. [24]Darnach das ende, wenn er das reich Gott vnd dem Vater vberantworten wird, Wenn er auffheben wird alle Herrschafft, vnd alle Oberkeit vnd Gewalt. [25]Er mus aber herrschen, bis das er alle seine Feinde vnter seine Fuesse lege.
[26]DEr letzte Feind, der auffgehaben wird, ist der Tod, [27]Denn er hat jm alles vnter seine Fuesse gethan. Wenn er aber saget, das es alles vnterthan sey, ists offenbar, das ausgenomen ist, der jm alles vnterthan hat. [28]Wenn aber alles jm vnterthan sein wird, als denn wird auch der Son selbs vnterthan sein, dem, der jm alles vnterthan hat, Auff das Gott sey alles in allen.
[29]Was machen sonst, die sich teuffen lassen a vber den Todten, So aller dinge die todten nicht aufferstehen? Was lassen sie sich teuffen vber den Todten? [30]Vnd was stehen wir alle stunde in der fahr? [31]Bey vnserm rhum, den ich habe in Christo Jhesu vnserm HErrn, Jch sterbe teglich. [32]Hab ich menschlicher meinung zu Epheso mit den wilden Thieren gefochten? Poeta Menander.Was hilfft michs, so die Todten nicht aufferstehen? Lasset vns essen vnd trincken, Denn morgen sind wir tod. [33]Lasset euch nicht verfueren, Boese b Geschwetze verderben
gute sitten. [34]Werdet doch ein mal recht nuechtern vnd sundiget nicht, Denn etliche wissen nichts von Gott, Das mus ich sagen, denn es ist euch schande.
[35]Mochte aber jemand sagen, Wie werden die Todten aufferstehen? vnd mit welcherley Leibe werden sie komen? [36]Du Narr, das du seest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. [37]Vnd das du seest, ist ja nicht der Leib, der werden sol, sondern ein blos Korn, nemlich, weitzen oder der andern eines. [38]Gott aber gibt jm einen Leib, wie er wil, vnd einem jglichen von dem samen seinen eigen Leib.
[39]NJcht ist alles Fleisch einerley fleisch, sondern ein ander fleisch ist der Menschen, ein anders des Viehs, ein anders der Fische, ein anders der Vogel. [40]Vnd es sind himlische Coerper vnd jrdische Coerper. Aber eine ander Herrligkeit haben die Himlischen, vnd eine ander die Jrdischen. [41]Ein ander klarheit hat die Sonne, ein ander klarheit hat der Mond, ein ander klarheit haben die Sternen. Denn ein Stern vbertrifft den andern, nach der klarheit. [42]Also auch die Aufferstehung der todten. Es wird geseet verweslich, vnd wird aufferstehen vnuerweslich. [43]Es wird geseet in vnehre, vnd wird aufferstehen in herrligkeit. Es wird geseet in schwacheit, vnd wird aufferstehen in krafft. [44]Es wird geseet ein natuerlicher Leib, vnd wird aufferstehen ein geistlicher Leib.
HAt man einen natuerlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib, [45]wie es geschrieben stehet, Der erste mensch Adam ist gemacht ins natuerliche Leben, vnd der letzte Adam ins geistliche Leben. [46]Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, Sondern der natuerliche, darnach der geistliche. [47]Der erste Mensch ist von der erden vnd jrdisch, der ander Mensch ist der HErr vom Himel. [48]Welcherley der jrdische ist, solcherley sind auch die jrdischen Vnd welcherley der Himlische ist, solcherley sind auch die himlischen. [49]Vnd wie wir getragen haben das bilde des Jrdischen, Also werden wir auch tragen das bilde des Himlischen.
[50]DAuon sage ich aber, lieben Brueder, Das fleisch vnd blut nicht koennen das reich Gottes ererben, Auch wird das verwesliche nicht erben das vnuerwesliche. [51]Sihe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden nicht alle entschlaffen, wir werden aber alle verwandelt werden, [52]vnd dasselb ploetzlich in einem Augenblick, zur zeit der letzten Posaunen. Denn es wird die Posaune schallen, vnd die Todten werden aufferstehen vnuerweslich, vnd wir werden verwandelt
werden. [53]Denn dis verwesliche mus anziehen das vnuerwesliche, vnd dis sterbliche mus anziehen die vnsterbligkeit.
[54]WEnn aber dis verwesliche wird anziehen das vnuerwesliche, vnd dis sterbliche wird anziehen die vnsterbligkeit, Denn wird erfuellet werden das wort, das geschrieben stehet, [55]a Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist deine Stachel? Helle, wo ist dein Sieg? [56]Aber der Stachel des Todtes ist die Suende. Die Krafft aber der Suende ist das Gesetz. [57]Gott aber sey danck, der vns den Sieg gibt, durch vnsern HErrn Jhesum Christum.
[58]DArumb, meine lieben Brueder, seid feste, vnbeweglich, vnd nemet jmer zu in dem werck des HErrn, Sintemal jr wisset, das ewer Erbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn.
XVI.[Bearbeiten]
Von der Stewre aber, die den Heiligen geschicht, Wie ich den Gemeinen in Galatia geordnet habe, Also thut auch jr. [2]Auff einen jglichen Sabbather, lege bey sich selbs ein jglicher vnter euch, vnd samle nach seinem vermuegen, auff das nicht wenn ich kome, denn allererst die Stewre zusamlen sey. [3]Wenn ich aber darkomen bin, welche jr durch Brieue da fur ansehet, die wil ich senden, das sie hin bringen ewre Gabe gen Jerusalem. [4]So es aber werd ist, das ich auch hin reise, sollen sie mit mir reisen. [5]Jch wil aber zu euch komen, wenn ich durch Macedonian ziehe, Denn durch Macedonian werde ich ziehen, [6]Bey euch aber werde ich vieleicht bleiben oder auch wintern, Auff das jr mich geleitet, wo ich hin ziehen werde.
[7]JCh wil euch jtzt nicht sehen im fur vberziehen, Denn ich hoffe ich woelle etliche zeit bey euch bleiben, so es der HErr zulesset. [8]Jch werde aber zu Epheso bleiben, bis auff Pfingsten. [9]Denn mir ist eine grosse b Thuer auffgethan, die viel Frucht wirckt, vnd sind viel Widerwertiger da.
[10]So Timotheus kompt, so sehet zu, das er on furcht bey euch sey, Denn er treibet auch das werck des HErrn, wie ich. [11]Das jn nu nicht jemand verachte, Geleitet jn aber im friede, das er zu mir kome, Denn ich warte sein mit den Bruedern.
Apollo [12]Von Apollo dem Bruder aber (wisset) das ich jn seer viel ermanet habe, das er zu euch keme mit den Bruedern, Vnd es war aller dinge sein wille nicht, das er jtzt keme. Er wird aber komen, wenn es jm gelegen sein wird.
[13]Wachet, stehet im glauben, seid menlich, vnd seid starck. [14]Alle ewer ding lasset in der Liebe geschehen.
Stephana. [15]Jch ermane euch aber, lieben Brueder, Jr kennet das haus Stephana, das sie sind die Erstlinge in Achaia, vnd haben sich selbs verordnet, zum dienst den Heiligen, [16]Auff das auch jr solchen vnterthan seied, vnd allen die mitwircken vnd erbeiten. Fortunatus. Achaicus. [17]Jch frewe mich vber der zukunfft Stephana vnd Fortunati, vnd Achaici, Denn wo ich ewer mangel hatte, das haben sie erstattet, [18]Sie haben erquicket meinen vnd ewern geist, Erkennet, die solche sind.
Aquilas. Priscilla. [19]Es gruessen euch die Gemeinen in Asia. Es gruesset euch seer in dem HErrn Aquilas vnd Priscilla, sampt der Gemeine in jrem Hause. [20]Es gruessen euch alle Brueder. Gruesset euch vnternander mit dem heiligen Kus. [21]Jch Paulus gruesse euch mit meiner Hand. [22]So jemand den HErrn Jhesu Christ nicht lieb hat, der sey a Anathema Maharam Motha. [23]Die gnade des HErrn Jhesu Christi sey mit euch. [24]Meine liebe sey mit euch allen in Christo Jhesu, AMEN.
Die erste Epistel an die Corinther, Gesand von Philippen, durch Stephanan vnd Fortunatum, vnd Achaicum vnd Timotheum.
Siehe auch[Bearbeiten]
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Lesen Sie denselben Text (1. Korinther) in der Lutherbibel von 1522.