Lutherbibel/2. Korinther (1546)
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[Bearbeiten] Vorrede auff die ander Epistel An die Corinther.
[1546]
In der ersten Epistel hat S. Paulus die Corinther hart gestraffet in vielen stuecken, vnd scharffen Wein in die Wunden gegossen, vnd sie erschrecket. Nu aber ein Apostel sol ein troestlicher Prediger sein, die erschrocken vnd bloeden Gewissen auffzurichten, mehr denn zuschrecken. Darumb lobet er sie nu widerumb in dieser Epistel, vnd geusset auch Ole in die wunden, vnd thut sich wunder freundlich zu jnen, Vnd heisset den Suender mit liebe wider auffnemen.
[I. II.] JM .j. vnd ij. Cap. Zeiget er seine Liebe gegen sie, wie er alles geredt, gethan vnd gelitten habe zu jrem nutz vnd heil, Das sie ja sich alles besten zu jm versehen sollen.
[III. IIII. V.] DArnach preiset er das euangelische Ampt, welchs das hoeheste vnd troestlichste werck ist, zu nutz vnd heil der Gewissen. Vnd zeiget wie dasselbige edler sey, denn des Gesetzesampt, Vnd wie dasselbige verfolget wird, vnd doch zunimpt, an den Gleubigen, vnd eine Hoffnung machet durchs Creutz der ewigen herrligkeit. Aber mit dem allen rueret er die falschen Apostel, welche das Gesetz wider das Euangelium trieben, vnd eitel eusserliche Heiligkeit (das ist Heucheley) lereten, liessen die inwendige schande des vnglaubens stehen, Das thut er am .iij. iiij. vnd .v. Capit.
[VI. VII.] JM .vj. vnd .vij. Ermanet er sie, Das sie solcher Predigt folge thun, mit wercken vnd leiden. Vnd beschleusst es mit jrem Lobe, das er sie reitze fort zu faren.
[VIII. LX.] JM .viij. vnd .ix. Ermanet er sie, das sie auch mit zeitlicher narung, Stewer vnd huelffe theten den Heiligen zu Jerusalem, in der thewren zeit, welche von anfang jre Gueter alle hatten vbergeben, Act. iiij.
[X. XI. XII. XIII.] Jm .x. xi. xij. Hat er mit den falschen Aposteln zuschaffen.
JM .xiij. Drewet er denen, die gesuendiget hatten, vnd sich nicht besserten.
[Bearbeiten] Die II. Epistel: an die Corinther.
[1546]
[Bearbeiten] I.
Timotheus [1]Paulus ein Apostel Jhesu Christi, durch den willen Gottes, vnd Timotheus vnser Bruder.
DEr gemeine Gottes zu Corinthen, sampt allen Heiligen in gantz Achaia.
[2]Gnade sey mit euch, vnd friede, von Gott vnserm Vater, vnd dem HErrn Jhesu Christo.
[3]Gelobet sey Gott vnd der Vater vnsers HErrn Jhesu Christi, der Vater der barmhertzigkeit, vnd Gott alles trostes, [4]der vns troestet in alle vnserm truebsal, Das wir auch troesten koennen, die da sind in allerley truebsal, mit dem trost, da mit wir getroestet werden von Gott. [5]Denn gleich wie wir des leidens Christi viel haben, Also werden wir auch reichlich getroestet durch Christum.
[6]WJr haben aber truebsal oder trost, so geschicht es euch zu gute. Jsts Truebsal, so geschicht es euch zu trost vnd heil (welches heil beweiset sich, so jr leidet mit gedult, der massen wie wir leiden) Jsts Trost, so geschicht es euch auch zu trost vnd heil. [7]Vnd stehet vnser hoffnung feste fur euch, die weil wir wissen, das, wie jr des Leidens teilhafftig seid, so werdet jr auch des Trostes teilhafftig sein.
[8]Denn wir wollen euch nicht verhalten, lieben Brueder, vnsern Truebsal, der vns in Asia widerfaren ist, da wir vber die masse beschweret waren vnd vber macht, also, das wir vns auch des Lebens erwegen, [9]vnd bey vns beschlossen hatten, wir muesten sterben. Das geschach aber darumb, Das wir vnser vertrawen nicht auff vns selbs stellen, sondern auff Gott, der die Todten aufferwecket, [10]Welcher vns von solchem Tode erloeset hat, vnd noch teglich erloeset, vnd hoffen auff jn, er werde vns auch hinfurt erloesen, [11]durch huelffe
ewer Furbit fur vns, Auff das vber vns, fur die Gabe, die vns gegeben ist, durch viel Personen, viel dancks geschehe.
[12]DEnn vnser Rhum ist der, nemlich, das zeugnis vnsers Gewissens, Das wir in einfeltigkeit vnd Goettlicher lauterkeit, nicht in fleischlicher weisheit, sondern in der gnade Gottes in der Welt gewandelt haben, allermeist aber bey euch. [13]Denn wir schreiben euch nichts anders, denn das jr leset, vnd auch befindet. Jch hoffe aber, jr werdet vns auch bis ans ende also befinden, gleich wie jr vns zum teil befunden habt. [14]Denn wir sind ewer Rhum, gleich wie auch jr vnser rhum seid, auff des HErrn Jhesu tag. [15]Vnd auff solch vertrawen, gedachte ich jenes mal zu euch zu komen, Auff das jr abermal eine wolthat empfienget, [16]vnd ich durch euch in Macedoniam reisete, vnd widerumb aus Macedonia zu euch keme, vnd von euch geleitet wuerde in Judeam.
[17]HAb ich aber einer leichtfertigkeit gebrauchet, da ich solchs gedachte? Oder sind meine anschlege fleischlich? Nicht also, sondern bey mir ist ja, Ja vnd nein, ist Nein. [18]Aber, o ein trewer Gott, das vnser wort an euch nicht ja vnd nein gewesen ist. Siluanus. Timotheus. [19]Denn der son Gottes Jhesus Christus, der vnter euch durch vns geprediget ist, durch mich vnd Siluanum vnd Timotheum, der war nicht ja vnd nein, sondern es war ja in jm. [20]Denn alle Gottes verheissung sind Ja in jm, vnd sind Amen in jm, Gott zu lobe, durch vns. [21]Gott ists aber, der vns befestiget sampt euch in Christum, vnd vns gesalbet [22]vnd versiegelt, vnd in vnser hertzen das pfand, den Geist gegeben hat.
[Bearbeiten] II.
[23]Jch ruffe aber Gott an zum Zeugen, auff meine Seele, das ich ewr verschonet habe, in dem, das ich nicht wider gen Corinthen komen bin. [24]Nicht das wir Herrn seien vber ewren glauben, sondern wir sind Diener euch zur freude, denn jr stehet im glauben. [1]Jch dacht aber solches bey mir, das ich nicht abermal in trawrigkeit zu euch keme. [2]Denn so ich euch trawrig mache, Wer ist, der mich froelich mache, on der da von mir betruebet wird? [3]Vnd das selbige habe ich euch geschrieben, das ich nicht, wenn ich keme, trawrig sein mueste, vber welchen ich mich billich sol frewen, Sintemal ich mich
des zu euch allen versehe, das meine freude, ewer aller freude sey. [4]Denn ich schrieb euch in grosser truebsal vnd angst des hertzen, mit viel threnen, Nicht das jr solt betruebet werden, sondern auff das jr die Liebe erkennetet, welche ich habe, sonderlich zu euch.
[5]So aber jemand ein betruebnis hat angericht, der hat nicht a mich betruebet, on zum teil, auff das ich nicht euch alle beschwere. [6]Es ist aber gnug, das der selbige von vielen also gestraffet ist, [7]das jr nu fort jm deste mehr vergebet vnd troestet, Auff das er nicht in allzu grosser trawrigkeit versincke. [8]Darumb ermane ich euch, das jr die Liebe an jm beweiset. [9]Denn darumb habe ich euch auch geschrieben, das ich erkennete, ob jr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen stuecken. [10]Welchem aber jr etwas vergebet, dem vergebe ich auch. Denn auch ich, so ich etwas vergebe jemande, das vergebe ich vmb ewren willen an Christus stat, [11]Auff das wir nicht verforteilet werden vom Satan. Denn vns ist nicht vnbewust, was er im sinn hat.
Titus. [12]Da ich aber gen Troiada kam, zu predigen das Euangelium Christi, vnd mir eine thuer auffgethan war, in dem HErrn, [13]hatte ich keine ruge in meinem Geist, da ich Titum meinen bruder nicht fand, Sondern ich macht meinen abschied mit jnen, vnd fuhr aus in Macedoniam. [14]Aber Gott sey gedancket, der vns allzeit sieg gibt in Christo, vnd offenbaret den geruch seiner Erkentnis, durch vns, an allen oerten. [15]Denn wir sind Gotte ein guter geruch Christi, beide vnter denen die selig werden, vnd vnter denen die verloren werden, [16]Diesen ein geruch des tods zum tode, Jenen aber ein geruch des lebens zum leben. Vnd wer ist hie zu tuechtig? [17]Denn wir sind nicht, wie etlicher viel, die mit Gottes wort kremerey treiben, Sondern als aus lauterkeit, vnd als aus Gott fur Gott, reden wir in Christo.
[Bearbeiten] III.
Heben wir denn abermal an, vns selbs zu preisen? Oder beduerffen wir, wie etliche, der Lobebrieue an euch, oder Lobebrieue von euch? [2]Jr seid vnser Brieff in vnser hertz geschrieben, der erkand vnd gelesen wird von allen Menschen, [3]die jr offenbar worden seid, das jr ein brieff Christi seid,
durch vnser Predigampt geschrieben, Nicht mit tinten, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, Nicht in steinern Taffeln, sondern in fleischern Taffeln des hertzen. [4]Ein solch vertrawen aber haben wir durch Christum zu Gott, [5]Nicht das wir tuechtig sind rat zu finden, von vns selber, als von vns selber, Sondern das wir tuechtig sind, ist von Gott, [6]welcher auch vns tuechtig gemacht hat, das Ampt zu fueren des newen Testaments, Nicht des a Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstaben toedtet, aber der b Geist machet lebendig.
[7]SO aber das Ampt, das durch die Buchstaben toedtet, vnd in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, das die kinder Jsrael nicht kundten ansehen das angesichte Mosi, vmb der klarheit willen seines angesichtes, die doch auffhoeret, [8]Wie solte nicht viel mehr das Ampt, das den Geist gibt, Klarheit haben? [9]Denn so das Ampt, das die Verdamnis prediget, klarheit hat, viel mehr hat das Ampt das die Gerechtigkeit prediget, vberschwengliche klarheit. [10]Denn auch jenes teil, das verkleret war, ist nicht fur klarheit zu achten gegen dieser vberschwenglichen Klarheit. [11]Denn so das klarheit hatte, das da auffhoeret, Viel mehr wird das klarheit haben, das da bleibet.
[12]DJeweil wir nu solche hoffnung haben, brauchen wir groesser Freidigkeit, [13]vnd thun nicht wie Moses, der die c Decke fur sein Angesichte hieng, das die kinder Jsrael nicht ansehen kundten das ende des, der auff hoeret, [14]sondern jre sinne sind verstocket. Denn bis auff den heutigen tag bleibet die selbige Decke vnauffgedecket, vber dem alten Testament wenn ist es lesen, welche in Christo auffhoeret. [15]Aber bis auff den heutigen tag, wenn Moses gelesen wird, henget die Decke fur jrem hertzen. [16]Wenn d es aber sich bekerte zu dem HErrn, so wuerde die Decke abgethan. [17]Denn der HErr ist der Geist. Wo aber der geist des HErrn ist, da ist freiheit. [18]Nu aber schawen wir alle die klarheit des HErrn, wie in eim e Spiegel, mit auffgedecktem angesichte, vnd wir werden verkleret in dasselbige Bilde, von einer klarheit zu der andern, als vom HErrn der der Geist ist.
[Bearbeiten] IIII.
Darumb, dieweil wir ein solch Ampt haben, nach dem vns barmhertzigkeit widerfaren ist, So werden wir nicht muede, [2]Sondern meiden auch f heimliche Schande, vnd gehen nicht mit schalckheit vmb, felschen auch nicht Gottes wort, Sondern mit offenbarung der warheit, vnd beweisen vns wol gegen aller Menschen gewissen, fur Gott.
[3]JSt nu vnser Euangelium verdeckt, So ists in denen, die verloren werden, verdeckt, [4]bey welchen der g Gott dieser welt der Vngleubigen sinn verblendet hat, das sie nicht sehen das helle liecht des Euangelij von der klarheit Christi, welcher ist das ebenbilde Gottes. [5]Denn wir predigen nicht vns selbs, sondern Jhesum Christ, das er sey der HErr, Wir aber ewre Knechte vmb Jhesus willen. [6]Denn Gott, der da hies das Liecht aus der finsternis erfur leuchten, der hat einen hellen schein in vnser hertzen gegeben, das durch vns h entstunde die erleuchtung von der erkentnis der klarheit Gottes, in dem i angesichte Jhesu Christi.
[7]WJr haben aber solchen Schatz in jrdischen Gefessen, auff das die vberschwengliche krafft, sey Gottes, vnd nicht von vns. [8]Wir haben allenthalben truebsal, Aber wir engsten vns nicht. Vns ist bange, Aber wir verzagen nicht. [9]Wir leiden verfolgung, Aber wir werden nicht verlassen. Wir werden vnter getrueckt, Aber wir komen nicht vmb. [10]Vnd tragen vmb alle zeit das sterben des HErrn Jhesu an vnserm Leibe, Auff das auch das leben des HErrn Jhesu an vnserm Leibe offenbar werde.
[11]DEnn wir, die wir leben, werden jmerdar in den Tod gegeben, vmb Jhesus willen, Auff das auch das leben Jhesu offenbar werde an vnserm sterblichem fleische. [12]Darumb so ist nu der Tod mechtig in vns, aber das Leben in euch. [13]Dieweil wir aber denselbigen Geist des glaubens haben, nach dem geschrieben stehet, Jch gleube, darumb rede ich. So gleuben wir auch, darumb so reden wir auch, [14]vnd wissen, Das der, so den HERRn Jhesum hat aufferweckt, wird vns auch aufferwecken, durch Jhesum, vnd wird vns darstellen sampt euch. [15]Denn es geschicht alles vmb ewern willen, Auff das die vberschwengliche gnade, durch vieler dancksagen, Gott reichlich preise.
[16]DArumb werden wir nicht muede, sondern ob vnser eusserlicher Mensch verweset, So wird doch der innerliche von tage zu tage vernewert. [17]Denn vnser Truebsal, die zeitlich vnd leichte ist, schaffet eine ewige vnd vber alle mas wichtige Herrligkeit, [18]vns, die wir nicht sehen auff das sichtbare, sondern auff das vnsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, Was aber vnsichtbar ist, das ist ewig.
[Bearbeiten] V.
Wjr wissen aber, so vnser jrdisch haus dieser Huetten zubrochen wird, das wir einen Baw haben von Gott erbawet, ein Haus, nicht mit henden gemacht, das ewig ist im Himel. [2]Vnd vber demselbigen sehnen wir vns auch, nach vnser Behausung, die vom Himel ist, Vnd vns verlanget, das wir da mit vberkleidet werden, [3]So doch wo wir bekleidet, vnd nicht blos erfunden werden. [4]Denn dieweil wir in der Huetten sind, sehnen wir vns vnd sind beschweret, Sintemal wir wolten lieber nicht entkleidet, sondern vberkleidet werden, Auff das das sterbliche wuerde verschlungen von dem Leben. [5]Der vns aber zu demselbigen bereitet, das ist Gott, der vns das pfand, den Geist, gegeben hat.
[6]WJr sind aber getrost allezeit, vnd wissen, das, dieweil wir im Leibe wonen, so wallen wir dem HErrn, [7]Denn wir wandeln im glauben, vnd nicht im schawen. [8]Wir sind aber getrost, vnd haben viel mehr lust ausser dem Leibe zu wallen, vnd da heimen zu sein bey dem HERRN. [9]Darumb vleissigen wir vns auch, wir sind daheim oder wallen, das wir jm wolgefallen. [10]Denn wir muessen alle offenbar werden fur dem richtstuel Christi, Auff das ein jglicher empfahe nach dem er gehandelt hat, bey leibes leben, es sey gut oder boese.
[11]Djeweil wir denn wissen, das der HErr zu fuerchten ist, a faren wir schon mit den Leuten, aber Gott sind wir offenbar. Jch hoffe aber, das wir auch in ewrem Gewissen offenbar sind. [12]Das wir vns nicht abermal loben, sondern euch eine vrsache geben zu rhuemen von vns, Auff das jr habt zu rhuemen wider die, so sich nach dem ansehen rhuemen, vnd nicht nach dem hertzen. [13]Denn b thun wir zu viel, so thun wirs Gotte, sind wir messig, so sind wir euch messig. [14]Denn die liebe Christi dringet vns also, Sintemal wir halten, das, so einer fur alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben,
[15]Vnd er ist darumb fur sie alle gestorben, Auff das die, so da leben, hin fort nicht jnen selbs leben, sondern dem, der fur sie gestorben vnd aufferstanden ist.
[16]DArumb von nu an, kennen wir niemand c nach dem Fleisch. Vnd ob wir auch Christum gekand haben nach dem Fleisch, so kennen wir jn doch jtzt nicht mehr. [17]Darumb ist jemand in Christo, so ist er eine newe Creatur. Das alte ist vergangen, sihe, es ist alles new worden. [18]Aber das alles von Gott, der vns mit jm selber versoenet hat, durch Jhesum Christ, vnd das Ampt gegeben, das die versoenung prediget. [19]Denn Gott war in Christo, vnd versoenet die Welt mit jm selber, vnd rechnet jnen jre suende nicht zu, vnd hat vnter vns auff gerichtet das Wort von der versoenung.
[20]SO sind wir nu Botschafften an Christus stat, denn Gott vermanet durch vns. So bitten wir nu an Christus stat, Lasset euch versoenen mit Gott, [21]Denn er hat den, der von keiner suende wuste, fur Vns zur suende gemacht. Auff das wir wuerden in Jm die gerechtigkeit, die fur Gott gilt.
[Bearbeiten] VI.
Wjr ermanen aber euch als Mithelffer, das jr nicht vergeblich die gnade Gottes empfahet. [2]Denn er spricht, Jch habe dich in der angenemen zeit erhoeret, vnd habe dir am tage des Heils geholffen. Sehet, jtzt ist die angeneme zeit, jtzt ist der tag des Heils. [3]Lasset vns aber niemand jrgent eine Ergernis geben, Auff das vnser Ampt nicht verlestert werde, [4]Sondern in allen dingen lasset vns beweisen, als die diener Gottes.
JN grosser gedult, in truebsaln, in noeten, in engsten, [5]in schlegen, in gefengnissen, in auffrhuren, in erbeit, in wachen, in fasten, [6]in keuscheit, in erkentnis, in langmut, in freundligkeit, in dem heiligen Geist, in vngeferbeter liebe, [7]in dem wort der warheit, in der krafft Gottes, durch waffen der Gerechtigkeit, zur rechten vnd zur lincken, [8]durch ehre vnd schande, durch boese geruechte, vnd gute geruechte. Als die verfuerer, vnd doch warhafftig, [9]als die vnbekandten, vnd doch bekand, als die sterbenden, vnd sihe, wir leben, als die gezuechtigeten, vnd doch nicht ertoedtet, [10]als die traurigen, aber alle zeit froelich, als die armen aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, vnd doch alles haben.
[11]Djr Corinther, vnser Mund hat sich zu euch auffgethan, vnser Hertz ist getrost. [12]Vnsert halben duerfft jr euch nicht engsten. Das jr euch aber engstet, das thut jr aus hertzlicher meinung. [13]Jch rede mit euch, als mit meinen Kindern, das jr euch auch also gegen mir stellet, vnd seiet auch getrost.
[14]ZJehet nicht am frembden joch mit den vngleubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit fur genies mit der Vngerechtigkeit? was hat das Liecht fur gemeinschafft mit dem Finsternis? [15]wie stimpt Christus mit Belial? oder was fur ein teil hat der Gleubige mit dem Vngleubigen? [16]was hat der tempel Gottes fur ein gleiche mit dem Goetzen? Jr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie denn Gott spricht, Jch wil in jnen wonen, vnd in jnen wandeln, vnd wil jr Got sein, vnd sie sollen mein Volck sein. [17]Darumb gehet aus von jnen vnd sondert euch abe, spricht der HERR, vnd rueret kein vnreines an, So wil ich euch annemen, [18]vnd ewer Vater sein, vnd jr solt meine Soene vnd Toechter sein, spricht der allemechtige HERR.
[Bearbeiten] VII.
Djeweil wir nu solche Verheissung haben, meine Liebesten, So lasset vns von aller befleckung des fleischs vnd des geists vns reinigen vnd fort faren mit der heiligung, in der furcht Gottes. [2]Fasset vns, wir haben niemand leid gethan, wir haben niemand verletzt, wir haben niemand vberforteilt. [3]Nicht sage ich solches, euch zu verdamnen, Denn ich habe droben zuuor gesagt, das jr in vnserm hertzen seid, mit zu sterben vnd mit zu leben. [4]Jch rede mit grosser freidigkeit zu euch, jch rhueme viel von euch, ich bin erfuellet mit trost, jch bin vberschwenglich in freuden, in alle vnserm truebsal. Titus. [5]Denn da wir in Macedoniam kamen, hatte vnser Fleisch keine ruge, sondern allenthalben waren wir in truebsal, Auswendig streit, inwendig furcht. [6]Aber Gott der die geringen troestet, der troestet vns durch die zukunfft Titi.
[7]Nicht allein aber durch seine zukunfft, sondern auch durch den trost, da mit er getroestet war an euch, vnd verkuendiget vns ewer verlangen, ewer weinen, ewern eiuer vmb mich, also, das ich mich noch mehr frewete. [8]Denn das ich euch durch den Brieff hab trawrig gemacht, rewet mich nicht. Vnd obs mich rewete, so ich aber sehe, das der Brieff vieleicht eine weile euch betruebt
hat, [9]so frewe ich mich doch nu, nicht dauon, das jr seid betruebt worden, sondern das jr betruebt seid worden zur rewe. Denn jr seid goettlich betruebet worden, das jr von vns ja keinen schaden jrgent inne nemet. [10]Denn die goettliche trawrigkeit wircket zur seligkeit eine Rewe, die niemand gerewet, Die trawrigkeit aber der welt wircket den tod.
[11]SJhe, Dasselbige das jr goettlich seid betruebet worden, welchen vleis hat es in euch gewircket, dazu verantwortung, zorn, furcht, verlangen, eiuer, rache. Jr habt euch beweiset in allen stuecken, das jr rein seid an der that. [12]Darumb ob ich euch geschrieben habe, so ists doch nicht geschehen vmb des willen, der beleidiget hat, auch nicht vmb des willen, der beleidiget ist, Sondern vmb des willen, das ewer vleis gegen vns offenbar wuerde bey euch, fur Gott.
[13]DErhalben sind wir getroestet worden, das jr getroestet seid. Titus. Vberschwenglicher aber haben wir vns noch mehr gefrewet, vber der freude Titi, Denn sein Geist ist erquicket an euch allen. [14]Denn was ich fur jm von euch gerhuemet habe, bin ich nicht zu schanden worden, Sondern gleich wie alles war ist, das ich mit euch geredt habe, Also ist auch vnser rhum bey Tito war worden. [15]Vnd er ist vber aus hertzlich wol an euch, wenn er gedenckt an ewer aller gehorsam, wie jr jn mit furcht vnd zittern habt auffgenomen. [16]Jch frewe mich das ich mich zu euch a alles versehen thar.
[Bearbeiten] VIII.
Jch thu euch kund, lieben Brueder, die gnade Gottes, die in den gemeinen in Macedonia gegeben ist, [2]Denn jre freude, war da vberschwenglich, da sie durch viel truebsal beweret wurden, Vnd wiewol sie seer Arm waren, haben sie doch reichlich gegeben in aller einfeltigkeit. [3]Denn nach allem vermuegen (das zeuge ich) vnd vber vermuegen, waren sie selbs willig, [4]vnd fleheten vns mit vielem ermanen, das wir auffnemen die wolthat vnd gemeinschafft der Handreichung, die da geschicht den Heiligen, [5]Vnd nicht wie wir hoffeten, sondern ergaben sich selbs, zu erst dem HERRN, vnd darnach vns, durch den willen Gottes, [6]Das wir musten Titum ermanen, auff das er, wie er zuuor hatte angefangen, also auch vnter euch solche wolthat ausrichtet.
[7]ABer gleich wie jr in allen stuecken reich seid, im glauben vnd im wort, vnd in der erkentnis, vnd in allerley vleis, vnd in ewer liebe zu vns, Also
schaffet das jr auch in dieser wolthat reich seid. [8]Nicht sage ich, das ich etwas gebiete, Sondern dieweil andere so vleissig sind, versuche ich auch ewre Liebe, ob sie rechter art sey. [9]Denn jr wisset die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi, das, ob er wol reich ist, ward er doch arm vmb ewren willen, Auff das jr durch sein Armut Reich wuerdet.
[10]VNd mein wolmeinen hierinnen gebe ich, Denn solches ist euch nuetzlich, die jr angefangen habt fur dem jare her, nicht alleine das thun, sondern auch das wollen. [11]Nu aber volbringet auch das thun, Auff das, gleich wie da ist ein geneiget gemuete zu wollen, so sey auch da ein geneiget gemuete zu thun, von dem das jr habt. [12]Denn so einer willig ist, so ist er angeneme, nach dem er hat, nicht nach dem er nicht hat.
[13]NJcht geschicht das der meinung, Das die andern ruge haben, vnd jr truebsal, sondern das es gleich sey. [14]So diene ewer vberflus jrem mangel, diese (thewer) zeit lang, Auff das auch jrer vberschwang hernach diene ewrem mangel, Vnd geschehe das gleich ist, [15]wie geschrieben stehet, Der viel samlet, hatte nicht vberflus, Vnd der wenig samlet, hatte nicht mangel. Titus. [16]Gott sey aber danck, der solchen vleis an euch gegeben hat, in das hertz Titi, [17]Denn er nam zwar die ermanung an, Aber dieweil er so seer vleissig war, ist er von jm selber zu euch gereiset.
[18]WJr haben aber einen Bruder mit jm gesand, der das lob hat am Euangelio, durch alle Gemeinen. [19]Nicht allein aber das, sondern er ist auch verordnet von den Gemeinen, zum geferten vnser fart, in dieser wolthat, welche durch vns ausgericht wird, dem HErrn zu ehren, vnd (zum preis) ewers guten willens. [20]Vnd verhueten das, das vns nicht jemand vbel nachreden muege, solcher reichen Stewre halben, die durch vns ausgericht wird, [21]Vnd sehen drauff, das es redlich zugehe, nicht alleine fur dem HErrn, sondern auch fur den Menschen.
[22]AVch haben wir mit jm gesand vnsern Bruder, den wir offt gespueret haben in vielen stuecken, das er vleissig sey, nu aber viel vleissiger. Titus. [23]Vnd wir sind grosser zuuersicht zu euch, es sey Titus halben (welcher mein Geselle vnd Gehuelffe vnter euch ist) oder vnser Brueder halben (welche Apostel sind der Gemeinen, vnd eine ehre Christi) [24]Erzeiget nu die beweisung ewer Liebe vnd vnsers rhumes von euch, an diesen, auch oeffentlich fur den Gemeinen.
[Bearbeiten] IX.
Denn von solcher Stewre, die den Heiligen geschicht, ist mir nicht not euch zu schreiben. [2]Denn ich weis ewren guten willen, dauon ich rhueme bey den aus Macedonia (vnd sage) Achaia ist fur dem jar bereit gewesen, vnd ewer Exempel hat viel gereitzet. [3]Jch hab aber diese Brueder darumb gesand, das nicht vnser Rhum von euch zu nichte wuerde, in dem stuecke, Vnd das jr bereit seid, gleich wie ich von euch gesagt habe. [4]Auff das nicht, so die aus Macedonia mit mir kemen, vnd euch vnbereit funden, wir (wil nicht sagen jr) zu schanden wuerden, mit solchem rhuemen.
[5]JCh habe es aber fur noetig angesehen, die Brueder zu ermanen, das sie zu vor anzoegen zu euch, zuuerfertigen diesen zuuor verheissenen Segen, das er bereitet sey, also, das es sey ein Segen, vnd nicht ein Geitz. [6]Jch meine aber das, Wer da kerglich seet, der wird auch kerglich erndten, vnd wer da seet im segen, der wird auch erndten im segen. [7]Ein jglicher nach seinem wilkoer, nicht mit vnwillen oder aus zwang, Denn einen froelichen Geber hat Gott lieb.
[8]GOtt aber kan machen, das allerley gnade vnter euch reichlich sey, das jr in allen dingen volle genuege habt, vnd reich seid zu allerley guten wercken, [9]Wie geschrieben stehet, Er hat ausgestrewet vnd gegeben den Armen, seine Gerechtigkeit bleibet in ewigkeit [10](Der aber samen reichet dem Seeman, der wird je auch das Brot reichen zur speise, vnd wird vermehren ewren Samen, vnd wachsen lassen, das gewechse ewer gerechtigkeit) [11]das jr reich seid in allen dingen, mit aller einfeltigkeit, welche wircket durch vns dancksagung Gotte.
[12]DEnn die handreichung dieser stewre erfuellet nicht allein den mangel der Heiligen, Sondern ist auch vberschwenglich darinne, das viele Gotte dancken, fur diesen vnsern trewen Dienst, [13]vnd preisen Gott, vber ewrem vnterthenigen bekentnis des Euangelij Christi, vnd vber ewer einfeltigen stewre an sie vnd an alle, [14]vnd vber jrem Gebet fur euch, welche verlanget nach euch, vmb der vberschwenglichen gnade Gottes willen in euch. [15]Gott aber sey danck, fur seine vnaussprechliche Gabe.
[Bearbeiten] X.
Jch aber Paulus, ermane euch, durch die sanfftmuetigkeit vnd lindigkeit Christi, der ich gegenwertig vnter euch geringe bin, im abwesen aber bin ich thuerstig gegen euch. [2]Jch bitte aber, das mir nicht not sey, gegenwertig thuerstig zu handeln, vnd der kuenheit zu brauchen, die man mir zumisset, gegen etliche, die vns schetzen, als wandelten wir fleischlicher weise. [3]Denn ob wir wol jm Fleisch wandeln, so streiten wir doch nicht fleischlicher weise. [4]Denn die waffen vnser Ritterschafft sind nicht fleischlich, sondern mechtig fur Gott, zu verstoeren die Befestungen, [5]damit wir verstoeren die Anschlege, vnd alle Hoehe, die sich erhebet wider das erkentnis Gottes, vnd nemen gefangen alle Vernunfft, vnter den gehorsam Christi, [6]vnd sind bereit zu rechen allen vngehorsam, wenn ewer gehorsam erfuellet ist. [7]Richtet jr nach dem ansehen?
VErlesst sich jemand darauff, das er Christum angehoere, Der dencke solches auch widerumb bey jm, das, gleich wie er Christum angehoeret, also gehoeren wir auch Christum an. [8]Vnd so ich auch etwas weiter mich rhuemete von vnser Gewalt, welche vns der HErr gegeben hat, euch zu bessern, vnd nicht zu verderben, wolte ich nicht zu schanden werden. [9](Das sage ich aber) Das jr nicht euch duencken lasset, als hette ich euch wolt schrecken mit Brieuen. [10]Denn die Brieue (sprechen sie) sind schwere vnd starck, Aber die gegenwertigkeit des Leibes ist schwach, vnd die Rede verachtlich. [11]Wer ein solcher ist, Der dencke, das, wie wir sind mit worten in den Brieuen im abwesen, So thueren wir auch wol sein mit der that gegenwertig.
[12]Denn wir thueren vns nicht vnter die rechen oder zelen, so sich selbs loben. Aber dieweil sie sich bey sich selbs messen, vnd halten allein von sich selbs, verstehen sie nichts. [13]Wir aber rhuemen vns nicht vber das ziel, sondern nur nach dem ziel der Regel, da mit vns Gott abgemessen hat das ziel, zu gelangen auch, bis an euch. [14]Denn wir faren nicht zu weit, als hetten wir nicht gelanget bis an euch, Denn wir sind je bis auch zu euch komen mit dem Euangelio Christi, [15]vnd rhuemen vns nicht vbers ziel in frembder erbeit. Vnd haben hoffnung, wenn nu ewer glaube in euch gewechset, das wir vnser Regel nach, wollen weiter komen, [16]vnd das Euangelium auch predigen, denen, die jenseid euch wonen, vnd vns nicht rhuemen in dem, das mit frembder Regel bereit ist.
[Bearbeiten] XI.
[17]Wer sich aber rhuemet, der rhueme sich des HERRN. [18]Denn darumb ist einer nicht tuechtig, das er sich selbs lobet, sondern das jn der HErr lobet. [1]Wolte Gott jr hieltet mir ein wenig torheit zu gut, doch jr haltet mirs wol zu gut, [2]Denn ich eiuere vber euch mit goettlichem eiuer. Denn ich habe euch vertrawet einem Manne, das ich eine reine Jungfraw Christo zubrechte. [3]Jch fuerchte aber, das nicht wie die Schlange Heua verfuerete mit jrer schalckheit, Also auch ewre sinne verruecket werden von der einfeltigkeit in Christo. [4]Denn so der da zu euch kompt, einen andern Jhesum predigete, den wir nicht geprediget haben, oder jr einen andern Geist empfinget, den jr nicht empfangen habt, oder ein ander Euangelium, das jr nicht angenomen habt, So vertrueget jrs billich.
[5]DEnn ich achte, jch sey nicht weniger, denn die hohen Apostel sind. [6]Vnd ob ich Alber bin mit reden, So bin ich doch nicht alber in dem erkentnis. Doch ich bin bey euch allenthalben wol bekand. [7]Oder hab ich gesuendiget, das ich mich ernidriget habe, auff das jr erhoehet wuerdet? Denn ich habe euch das Euangelium vmb sonst verkuendiget, [8]vnd habe andere Gemeine beraubet, vnd Sold von jnen genomen, das ich euch predigete. [9]Vnd da ich bey euch war gegenwertig, vnd mangel hatte, war ich niemand beschwerlich, Denn meinen mangel erstatten die Brueder, die aus Macedonia kamen, Vnd hab mich in allen stuecken euch vnbeschwerlich gehalten, vnd wil auch noch mich also halten.
[10]SO gewis die warheit Christi in mir ist, so sol mir dieser Rhum in den lendern Achaia nicht gestopfft werden. [11]Warumb das? das ich euch nicht solte lieb haben? Gott weis es. [12]Was ich aber thue vnd thun wil, das thu ich darumb, Das ich die vrsache abhawe, denen, die vrsache suchen, das sie rhuemen moechten, sie seien wie wir. [13]Denn solche falsche Apostel vnd truegliche Erbeiter, verstellen sich zu Christus Apostel. [14]Vnd das ist auch kein wunder, Denn er selbs der Satan, verstellet sich zum Engel des liechtes. [15]Darumb ist es nicht ein grosses, ob sich auch seine Diener verstellen, als prediger der gerechtigkeit, welcher ende sein wird nach jren wercken.
[16]Jch sage abermal, das nicht jemand wehne, ich sey toericht, Wo aber nicht, so nemet mich an als einen Toerichten, das ich mich auch ein wenig rhueme. [17]Was ich jtzt rede, das rede ich nicht als im HERRN, sondern als
in der torheit, die weil wir in das rhuemen komen sind. [18]Sintemal, viel sich rhuemen nach dem fleisch, wil ich mich auch rhuemen. [19]Denn jr vertraget gerne die Narren, dieweil jr Klug seid, [20]Jr vertraget, so euch jemand zu Knechte machet, So euch jemand schindet, So euch jemand nimpt, So jemand euch trotzet, So euch jemand in das angesichte streichet. [21]Das sage ich nach der vnehre, als weren wir schwach worden.
WOr auff nu jemand kuene ist (jch rede in torheit) dar auff bin ich auch kuene. [22]Sie sind Ebreer, jch auch. Sie sind Jsraeliter, jch auch. Sie sind Abrahams samen, jch auch. [23]Sie sind diener Christi, jch rede toerlich, ich bin wol mehr. Jch habe mehr geerbeitet, jch habe mehr schlege erlidden, jch bin oeffter gefangen, offt in todes noeten gewest. [24]Von den Jueden habe jch funff mal empfangen vierzig Streich, weniger eines. [25]Jch bin drey mal gesteupet, ein mal gesteiniget, drey mal hab ich Schiffbruch erlidden, tag vnd nacht hab ich zubracht in der tieffe des meers, [26]Jch hab offt gereiset, jch bin in ferligkeit gewesen zu wasser, in ferligkeit vnter den Moerdern, in ferligkeit vnter den Jueden, in ferligkeit vnter den Heiden, in ferligkeit in den Stedten, in ferligkeit in den wuesten, in ferligkeit auff dem meer, in ferligkeit vnter den falschen Bruedern. [27]Jn muehe vnd erbeit, in viel wachen, in hunger vnd durst, in viel fasten, in frost vnd bloesse.
[28]ON was sich sonst zutregt, nemlich, das ich teglich werde angelauffen, vnd trage sorge fur alle Gemeinen. [29]Wer ist schwach, vnd ich werde nicht schwach? Wer wird geergert, vnd ich brenne nicht? [30]So ich mich je rhuemen sol, wil ich mich meiner schwacheit rhuemen. [31]Gott vnd der Vater vnsers HErrn Jhesu Christi, welcher sey gelobet in ewigkeit, weis, das ich nicht liege. [32]Zu Damasco der Landpfleger des koeniges Aretha, verwarete die stad der Damascer, vnd wolte mich greiffen, [33]Vnd ich war in einem Korbe zum fenster aus durch die maure nidder gelassen, vnd entran aus seinen henden.
[Bearbeiten] XII.
Es ist mir ja das rhümen nichts nütze, Doch wil ich komen auff die gesichte vnd offenbarung des HErrn. [2]Jch kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehen jaren, Jst er in dem Leibe gewesen, so weis ichs nicht, oder ist er ausser dem Leibe gewesen, so weis ichs auch nicht, Gott weis
es, derselbige ward entzuecket, bis in den dritten Himel. [3]Vnd ich kenne denselbigen Menschen, ob er in dem Leibe oder ausser dem leibe gewesen ist, weis ich nicht, Gott weis es, [4]Er ward entzuecket in das Paradis, vnd hoeret vnaussprechliche wort, welche kein Mensch sagen kan. [5]Dauon wil ich mich rhuemen, von mir selbs aber wil ich mich nichts rhuemen, on meiner schwacheit. [6]Vnd so ich mich rhuemen wolte, thet ich darumb nicht toerlich, denn ich wolte die warheit sagen. Jch enthalte mich aber des, auff das nicht jemand mich hoeher achte, denn er an mir sihet oder von mir hoeret.
[7]VNd auff das ich mich nicht der hohen offenbarung vberhebe, Jst mir gegeben ein a Pfal ins fleisch, nemlich, des Satanas Engel, der mich mit Feusten schlahe, auff das ich mich nicht vberhebe. [8]Dafur ich drey mal dem HErrn geflehet habe, das er von mir wiche, [9]Vnd er hat zu mir gesagt, Las dir an meiner Gnaden genuegen, Denn b meine Krafft ist in den Schwachen mechtig. Darumb wil ich mich am allerliebsten rhuemen meiner schwacheit, auff das die krafft Christi bey mir wone. [10]Darumb bin ich guts muts, in schwacheiten, in schmachen, in noeten, in verfolgungen, in engsten, vmb Christus willen. Denn wenn ich schwach bin, so bin ich starck.
[11]Jch bin ein Narr worden vber dem rhuemen, Dazu habt jr mich gezwungen. Denn ich solte von euch gelobet werden, Sintemal ich nichts weniger bin, denn die hohen Apostel sind, wiewol ich nichts bin, [12]Denn es sind ja eines Apostels zeichen vnter euch geschehen, mit aller gedult, mit Zeichen vnd mit Wunder, vnd mit Thatten. [13]Welches ists, darinne jr geringer seid, denn die andern Gemeinen? on das ich selbs euch nicht hab beschweret. Vergebet mir diese suende. [14]Sihe, ich bin bereit zum drittenmal zu euch zu komen, vnd wil euch nicht beschweren. Denn ich suche nicht das ewre, sondern euch. Denn es sollen nicht die Kinder den Eltern schetze samlen, sondern die Eltern den kindern.
[15]JCh aber wil fast gerne darlegen, vnd dargelegt werden fur ewre Seele, wiewol ich euch fast seer liebe, vnd doch wenig geliebet werde. [16]Aber las also sein, das ich euch nicht habe beschweret, Sondern dieweil ich tueckisch war, hab ich euch mit hinderlist gefangen [17]Hab ich aber auch jemand vberforteilet, durch der etlichen, die ich zu euch gesand habe? Titus. [18]Jch habe Titum ermanet, vnd mit jm gesand einen Bruder, Hat euch auch Titus vberforteilet? Haben wir nicht in einem Geist gewandelt? Haben wir nicht in einerley fusstapffen gegangen? [19]Lasset jr euch abermal duencken, wir verantworten vns? Wir reden in Christo, fur Gott.
ABer das alles geschicht, meine Liebsten, euch zur besserung, [20]Denn ich fuerchte, wenn ich kome, das ich euch nicht finde, wie ich wil, Vnd jr mich auch nicht findet, wie jr wolt, Das nicht hadder, neid, zorn, zanck, affterreden, ohrenblasen, auffblehen, auffrhur da sey. [21]Das ich nicht aber mal kome, vnd mich mein Gott demuetige bey euch, vnd muesse leid tragen vber viele, die zuuor gesuendiget, vnd nicht busse gethan haben, fur die vnreinigkeit vnd hurerey, vnd vnzucht, die sie getrieben haben.
[Bearbeiten] XIII.
Kome ich zum dritten mal zu euch, so sol in zweier oder dreier mund bestehen allerley sache. [2]Jch habs euch zuuor gesagt, vnd sage es euch zuuor, als gegenwertig, zum andermal, vnd schreibe es nu im abwesen, denen die zuuor gesuendiget haben, vnd den andern allen, wenn ich abermal kome, so wil ich nicht schonen, [3]Sintemal jr suchet, das jr ein mal gewar werdet, des, der in mir redet, nemlich Christus, welcher vnter euch nicht schwach ist, sondern ist mechtig vnter euch. [4]Vnd ob er wol gecreutziget ist in der schwacheit, So lebet er doch in der krafft Gottes. Vnd ob wir auch schwach sind in jm, So leben wir doch mit jm in der krafft Gottes, vnter euch.
[5]VErsuchet euch selbs, ob jr im glauben seid. Pruefet euch selbs. Oder erkennet jr euch selbs nicht, das Jhesus Christus in euch ist? Es sey denn, das jr vntuechtig seid. [6]Jch hoffe aber, jr erkennet, das wir nicht vntuechtig sind. [7]Jch bitte aber Gott, das jr nichts vbels thut, nicht auff das wir tuechtig gesehen werden, Sondern auff das jr das gute thut, vnd wir wie die vntuechtigen seien. [8]Denn wir koennen nichts wider die warheit, sondern fur die warheit. [9]Wir frewen vns aber, wenn wir schwach sind, vnd jr mechtig seid, vnd das selbige wuendschen wir auch, nemlich, ewer volkomenheit. [10]Derhalben ich auch solchs abwesend schreibe, Auff das ich nicht, wenn ich gegenwertig bin, scherffe brauchen muesse, nach der macht, welche mir der HErr zu bessern, vnd nicht zu verderben, gegeben hat.
[11]ZV letzt, lieben Brueder, Frewet euch, seid volkomen, troestet euch, habt einerley sinn, seid friedsam, So wird Gott der Liebe vnd des friedes mit euch sein. [12]Gruesset euch vnternander, mit dem heiligen Kus. Es gruessen euch alle Heiligen. [13]Die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi, vnd die liebe Gottes, vnd die gemeinschafft des Heiligen Geistes sey mit euch allen, Amen.
Die ander an die Corinther. Gesand von Philippen in Macedonia, durch Titum vnd Lucam.
[Bearbeiten] Siehe auch
Mehr über den 2. Brief des Paulus an die Korinther erfahren Sie im entsprechenden Artikel der freien Enzyklopädie Wikipedia.
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Lesen Sie denselben Text (2. Korinther) in der Lutherbibel von 1522.
