Lutherbibel/Apostelgeschichte (1546)
Vorrede auff der Apostel Geschicht.
Djs Buch sol man lesen vnd ansehen, nicht wie wir etwa gethan haben, Als hette S. Lucas darin allein die eigen persoenliche werck oder geschichte der Aposteln geschrieben, zum Exempel guter wercke, oder gutes lebens. Wie auch S. Augustin vnd viel andere, dis fur das beste Exempel darinnen angesehen haben, das die Apostel haben mit den Christen alle Gueter gemein gehabt etc. welches doch nicht lang wehret, vnd zeitlich auffhoeren muste.
Was S. Lucas in der Apostel Geschichte furnemlich leret. SOndern darauff sol man mercken, das S. Lucas mit diesem Buch, die gantze Christenheit leret, bis an der Welt ende, das rechte heubtstueck Christlicher lere, nemlich, Wie wir alle muessen gerecht werden, allein durch den glauben an Jhesu Christo, on alles zuthun des Gesetzes, oder huelffe vnser werck.
SOlchs stueck ist seine furnemeste meinung vnd vrsache dieses Buchs zuschreiben. Jueden vnd Heiden werden on Gesetz gerecht etc. Darumb treibt er auch so gewaltiglich, nicht allein die predigt der Aposteln vom glauben an Christum, wie beide Heiden vnd Jueden, da durch haben muessen gerecht werden, on alle verdienst vnd werck, Sondern auch die Exempel vnd Geschicht solcher lere, wie die Heiden, so wol als die Jueden, allein durchs Euangelium, on Gesetz sind gerecht worden, Vnd wie S. Petrus zeuget am x. vnd .xv. Cap. Gott in solchem stuecke, kein vnterscheid gehalten habe vnter Jueden vnd Heiden, Sondern gleich wie er den Heiden, so on Gesetz lebeten, den heiligen Geist gab durchs Euangelium, Also hab er denselbigen auch den Jueden durchs Euangelium vnd nicht durchs Gesetz, oder vmb jrer werck vnd verdienst willen gegeben. Setzt also in diesem Buch bey einander, beide die Lere vom glauben, vnd auch die Exempel des glaubens.
Dis Buch ist ein glose vber S. Pauli Episteln. Darumb dis Buch, wol moecht heissen eine glose vber die Episteln S. Pauli, Denn das S. Paulus leret vnd treibet mit worten vnd spruechen aus der
Sola fides iustificat. Schrifft, Das zeiget hie S. Lucas an, vnd beweiset es mit Exempeln vnd Geschichten, das es also ergangen sey, vnd also ergehen muesse, wie S. Paulus leret, nemlich, Das kein Gesetz, kein werck, die Menschen gerecht mache, Sondern alleine der glaube an Christum. Vnd findest hie in diesem Buch einen schoenen spiegel, darin du sehen magst, das es war sey, Sola fides iustificat, Allein der glaub macht gerecht, Denn da sind des stuecks, alle Exempel vnd Geschichte drinnen, gewisse vnd troestliche Zeugen, die dir nicht liegen noch feilen.
Paulus Cornelius Sergius. DEnn da sihe an, wie S. Paulus selbs ist bekeret. Jtem, wie der Heide Cornelius wird bekeret durch S. Peters wort, wie der Engel jm zuuor sagete, Petrus wuerde jm predigen, da durch er solte selig werden. Jtem, der Landuogt Sergius, vnd alle Stedte, da S. Paulus vnd Barnabas predigten. Sihe an das erste Concilium der Aposteln zu Jerusalem, am xv. Cap. Sihe an alle predigt S. Petri, Pauli, Stephani vnd Philippi, so wirstu finden, das es alles da hin gehet, Das wir allein durch den glauben Christi, on Gesetz vnd werck, muessen zur gnade komen, vnd gerecht werden.
Durch den glauben Christi on Gesetz vnd wercke muessen wir gerecht werden. Vnd man kan mit diesem Buch nach dieser weise, den Widersachern das maul gar meisterlich vnd gewaltiglich stopffen, welche vns auffs Gesetz vnd vnser werck weisen, vnd jren toerichten vnuerstand offenbaren fur aller welt. Darumb spricht auch Lucas, das solche Exempel des glaubens, auch die fromen Jueden (so gleubig worden waren) fast verstuertzt machten, Vnd die andern vngleubigen Jueden, toll vnd toericht drueber wurden. Welchs doch kein wunder war, weil sie im Gesetz aufferzogen, vnd desselbigen von Abraham her gewonet waren, Vnd verdrieslich sein muste, das die Heiden, so on Gesetz vnd Gott waren, solten jnen gleich sein in der gnade Gottes.
Wie Gottes gnade vnd Christi erkentnis zu vns Heiden komen sey. Aber das vnser Leute, die wir alle Heiden sind, solchen Artickel so lestern vnd verfolgen, das ist zehen mal erger, So wir doch hie sehen, vnd nicht leugnen koennen, das Gottes gnade vnd Christus erkentnis, auff vnser Vorfaren komen sey, on Gesetz vnd verdienst, ja in grewlichen Abgoettereien vnd lastern. Aber sie werden auch eben so viel mit jrem lestern vnd verfolgen dran gewinnen, als die Jueden mit jrem wueeten vnd toben daran gewonnen haben. Denn der zuuor den Jueden solchs gedrawet hatte, vnd durch Mosen lassen singen, Jch wil euch erzuernen vber dem, das nicht mein Volck ist, vnd vber einem vnwissenden Volck euch toll machen. Vnd Hosee ij. Cap. Jch wil mein Volck nennen, das nicht mein volck ist, (das ist, so on Gesetz vnd Werck lebet) vnd hats jnen gehalten. Eben der selbig drewet solchs auch vnsern Lesterern, vnd (wie er schon wol angefangen) wird es jnen gewislich halten. Das gleuben sie aber nicht, bis sie es (wie die Jueden) erfaren, AMEN.
Das ander teil des Euangelij S. Lucas: Von der Apostel Geschichte.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] I.
Dje erste Rede hab ich zwar gethan, lieber Theophile, von alle dem, das Jhesus anfieng, beide zu thun vnd zu leren, [2]Bis an den tag, da er auffgenomen ward, Nach dem er den Aposteln (welche er hatte erwelet) durch den heiligen Geist, befelh gethan hatte, [3]welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherley erweisung, vnd lies sich sehen vnter jnen vierzig tage lang, vnd redet mit jnen vom reich Gottes. [4]Vnd als er sie versamlet hatte, befalh er jnen, Das sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auff die verheissung des Vaters, welche jr habt gehoeret (sprach er) von mir, [5]Denn Johannes hat mit wasser getaufft, Jr aber solt mit dem heiligen Geiste getaufft werden, nicht lange nach diesen tagen.
[6]Dje aber so zusamen komen waren, fragten jn, vnd sprachen, HErr, wirstu auff diese zeit wider auffrichten das reich Jsrael? [7]Er sprach aber zu jnen, Es gebuert euch nicht zu wissen zeit oder stunde, welche der Vater seiner macht furbehalten hat, [8]Sondern jr werdet die krafft des heiligen Geistes empfahen, welcher auff euch komen wird, vnd werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem, vnd in gantz Judea vnd Samaria, vnd bis an das ende der Erden.
Christus Himelfart. [9]VND da er solchs gesagt, ward er auffgehaben zusehens, vnd eine Wolcke nam jn auff fur jren augen weg. [10]Vnd als sie jm nach sahen gen Himel farend, sihe, da stunden bey jnen zween Menner in weissen kleidern, [11]welche auch sagten, Jr menner von Galilea, was stehet jr, vnd sehet gen himel?
Dieser Jhesus, welcher von euch ist auffgenomen gen Himel, wird komen, wie jr jn gesehen habt, gen Himel faren.
[12]DA wandten sie vmb gen Jerusalem, von dem Berge, der da heisset der Oleberg, welcher ist nahe bey Jerusalem, vnd ligt ein Sabbather weg dauon. [13]Vnd als sie hin ein kamen, stiegen sie auff den soeller, da denn sich enthielten Petrus vnd Jacobus, Johannes vnd Andreas, Philippus vnd Thomas, Bartholomeus, vnd Mattheus, Jacobus Alphei son, vnd Simon Zelotes, vnd Judas Jacobi. [14]Diese alle waren stets bey einander einmuetig mit beten vnd flehen, sampt den weibern, vnd Maria der mutter Jhesu, vnd seinen Bruedern.
[15]Vnd in den tagen trat auff Petrus vnter die Juenger, vnd sprach (Es war aber die Schare der namen zu hauffe bey hundert vnd zwenzig) [16]Jr Menner vnd Brueder, es muste die Schrifft erfuellet werden, welche zuuor gesagt hat der heilige Geist, durch den mund Dauid, von Juda, der ein Furgenger war, dere, die Jhesum fiengen, [17]denn er war mit vns gezelet, vnd hatte dis Ampt mit vns vberkomen. Judas erhenckt sich. [18]Dieser hat erworben den Acker vmb den vngerechten lohn, vnd sich erhenckt, vnd ist mitten entzwey geborsten, vnd alle sein eingeweide ausgeschuet. [19]Vnd es ist kund worden allen, die zu Jerusalem wonen, also, das derselbige acker genennet wird, auff jre sprache, Hakeldama, das ist, ein Blutacker. [20]Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch, Jre Behausung muesse wueste werden, vnd sey niemand der drinnen wone. Vnd, sein Bistum empfahe ein ander.
[21]SO mus nu einer vnter diesen Mennern, die bey vns gewesen sind, die gantze zeit vber, welche der HErr Jhesus vnter vns ist aus vnd eingegangen, [22]von der tauffe Johannis an, bis auff den tag, da er von vns genomen ist, ein Zeuge seiner aufferstehung mit vns werden. Matthias zum Apostel erwelet. [23]Vnd sie stelleten zween, Joseph genant Barsabas, mit dem zunamen, Just, vnd Mathian, [24]Betteten vnd sprachen, HERR, aller hertzen Kuendiger, zeige an, welchen du erwelet hast vnter diesen zween, [25]Das einer empfahe diesen Dienst vnd Apostelampt, dauon Judas abgewichen ist, das er hin gienge an seinen ort. [26]Vnd sie worffen das Los vber sie, vnd das los fiel auff Mathian, Vnd er ward zugeordenet zu den eilff Aposteln.
[Bearbeiten] II.
H. Geist gesand am Pfingstag. Vnd als der tag der Pfingsten erfuellet war, waren sie alle einmuetig bey einander. [2]Vnd es geschach schnelle ein brausen vom Himel, als eines gewaltigen windes, vnd erfuellet das gantze Haus, da sie sassen. [3]Vnd man sahe an jnen die Zungen zerteilet, als weren sie fewrig, Vnd Er satzte sich auff einen jglichen vnter jnen, [4]vnd wurden alle vol des heiligen Geists, vnd fiengen an zu predigen mit andern Zungen, nach dem der Geist jnen gab aus zusprechen.
[5]Es waren aber Jueden zu Jerusalem wonend, die waren gottfuerchtige Menner, aus allerley Volck, das vnter dem himel ist. [6]Da nu diese stimme geschach, kam die Menge zusamen, vnd wurden verstoertzt, Denn es hoeret ein jglicher, das sie mit seiner sprache redten. [7]Sie entsatzten sich aber alle, verwunderten sich, vnd sprachen vnternander, Sihe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galilea? [8]wie hoeren wir denn, ein jglicher seine sprache, darinnen wir geboren sind? [9]Parther vnd Meder, vnd Elamiter, vnd die wir wonen in Mesopotamia, vnd in Judea, vnd Cappadocia, Ponto vnd Asia, [10]Phrigia vnd Pamphylia, Egypten, vnd an den enden der Lybien bey Cyrenen, vnd Auslender von Rom, [11]Jueden vnd Juedegenossen, Creter vnd Araber, wir hoeren sie mit vnsern Zungen, die grossen thaten Gottes reden. [12]Sie entsatzten sich alle, vnd wurden jrre, vnd sprachen einer zu dem andern, Was wil das werden? [13]Die andern aber hattens jren spot, vnd sprachen, Sie sind vol suesses Weins.
S. Peters predigt am Pfingstag. etc. [14]Da trat Petrus auff mit den Eilffen, hub auff seine stimme, vnd redte zu jnen, Jr Jueden, lieben Menner, vnd alle die jr zu Jerusalem wonet, Das sey euch kund gethan, vnd lasset meine wort zu ewren ohren eingehen. [15]Denn diese sind nicht truncken, wie jr wehnet, sintemal es ist die dritte stund am tage. [16]Sondern das ists, das durch den propheten Joel zuuor gesagt ist, [17]Vnd es sol geschehen in den letzten tagen, spricht Gott, Jch wil ausgiessen von meinem Geist auff alles Fleisch, vnd ewre Soene vnd ewre Toechter sollen weissagen, vnd ewre Juenglinge sollen gesichte sehen, vnd ewre Eltesten sollen trewme haben. [18]Vnd auff meine Knechte vnd auff meine Megde wil ich in den selbigen tagen von meinem Geist ausgiessen, vnd sie sollen weissagen. [19]Vnd ich wil Wunder thun oben im himel, vnd Zeichen vnten auff erden, blut vnd fewr, vnd rauchdampff. [20]Die Sonne sol sich verkeren in Finsternis, vnd der Mon in blut, ehe denn der grosse vnd offenberliche
Tag des HERRN kompt. [21]Vnd sol geschehen, Wer den namen des HERRN anruffen wird, sol selig werden.
[22]Jr menner von Jsrael hoeret diese wort, Jhesum von Nazareth, den Man von Gott vnter euch mit Thatten vnd Wunder vnd Zeichen beweiset, welche Gott durch jn that vnter euch (wie denn auch jr selbs wisset) [23]Denselbigen (nach dem er aus bedachtem rat vnd versehung Gottes ergeben war) habt jr genomen durch die hende der Vngerechten, vnd jn angehefftet vnd erwuerget. [24]Den hat Gott aufferwecket, vnd auffgeloeset die schmertzen des todes, nach dem es vnmueglich war, das er solt von jm gehalten werden. [25]Denn Dauid spricht von jm, Jch habe den HERRN allezeit furgesetzt fur mein angesichte, Denn er ist an meiner rechten, auff das ich nicht bewegt werde. [26]Darumb ist mein Hertz froelich, vnd meine Zunge frewet sich, denn auch mein Fleisch wird rugen in der hoffnung. [27]Denn du wirst meine Seele nicht in der helle lassen, Auch nicht zugeben, das dein Heiliger die verwesung sehe. [28]Du hast mir kund gethan die wege des Lebens, Du wirst mich erfuellen mit Freuden fur deinem Angesichte.
[29]JR menner, lieben brueder, Lasset mich frey reden zu euch von dem ertzuater Dauid, Er ist gestorben vnd begraben, vnd sein grab ist bey vns bis auff diesen tag. [30]Als er nu ein Prophet war, vnd wuste, das jm Gott verheissen hatte mit einem Eide, das die Frucht seiner lenden solte auff seinem Stuel sitzen, [31]Hat ers zuuor gesehen, vnd geredt von der aufferstehung Christi, das seine Seele nicht in der hellen gelassen ist, vnd sein Fleisch die verwesung nicht gesehen hat.
[32]DJesen Jhesum hat Gott aufferweckt, Des sind wir alle Zeugen. [33]Nu er durch die rechten Gottes erhoehet ist, vnd empfangen hat die verheissung des heiligen Geists vom Vater hat er ausgegossen, dis, das jr sehet, vnd hoeret. [34]Denn Dauid ist nicht gen himel gefaren. Er spricht aber, Der HERR hat gesagt zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten. [35]Bis das ich deine Feinde lege zum schemel deiner fuesse. [36]So wisse nu das gantze haus Jsrael gewis, Das Gott diesen Jhesum, den jr gecreutziget habt, zu einem HErrn vnd Christ gemacht hat.
[37]Da sie aber das hoereten giengs jnen durchs hertze, vnd sprachen zu Petro vnd zu den andern Aposteln, Jr menner, lieben brueder, was sollen wir thun? [38]Petrus sprach zu jnen, Thut busse, vnd lasse sich ein jglicher teuffen auff den namen Jhesu Christi, zur vergebung der suende, So werdet jr empfahen
die gabe des heiligen Geists. [39]Denn ewer vnd ewer Kinder ist diese Verheissung, vnd aller die ferne sind, welche Gott vnser HERR erzu ruffen wird. [40]Auch mit viel andern worten bezeuget er, vnd ermanet, vnd sprach, Lasset euch helffen von diesen vnartigen Leuten. [41]Die nu sein Wort gerne annamen, liessen sich teuffen, Vnd wurden hin zu gethan an dem tage, bey drey tausent Seelen.
[42]Sje blieben aber bestendig in der Aposteln lere, vnd in der gemeinschafft vnd im brotbrechen, vnd im Gebet. [43]Es kam auch alle Seelen furcht an. Vnd geschahen viel Wunder vnd Zeichen durch die Apostel. [44]Alle aber die gleubig waren worden, waren bey einander, vnd hielten alle ding gemein. [45]Jre Gueter vnd Habe verkaufften sie, vnd teileten sie aus vnter alle, nach dem jederman not war. [46]Vnd sie waren teglich vnd stets bey einander einmuetig im Tempel, vnd brachen das brot hin vnd her in Heusern, [47]namen die speise, vnd lobeten Gott, mit freuden vnd einfeltigem hertzen, vnd hatten gnade bey dem gantzen volck. Der HErr aber that hin zu teglich, die da selig wurden, zu der Gemeine.
[Bearbeiten] III.
Petrus aber vnd Johannes giengen mit einander hin auff in den Tempel vmb die neunde stunde, da man pflegt zu beten. [2]Vnd es war ein Man, lam von mutterleibe, der lies sich tragen, Vnd sie satzten jn teglich fur des Tempels thuer, die da heisset die schoene, das er bettelte das almosen von denen, die in den Tempel giengen. [3]Da er nu sahe Petrum vnd Johannem, das sie wolten zum Tempel hin ein gehen, bat er vmb ein almosen.
[4]PEtrus aber sahe jn an mit Johanne, vnd sprach, Sihe vns an. [5]Vnd er sahe sie an, wartet, das er etwas von jnen empfienge. Lamer gesund gemacht etc. [6]Petrus aber sprach, Silber vnd gold habe ich nicht, was ich aber habe, das gebe ich dir. Jm namen Jhesu Christi von Nazareth, stehe auff, vnd wandele. [7]Vnd greiff jn bey der rechten hand, vnd richtet jn auff. Also balde stunden seine Schenckel vnd Knoechel feste, [8]sprang auff, kund gehen vnd stehen, vnd gieng mit jnen in den Tempel, wandelte vnd sprang, vnd lobete Gott.
[9]Vnd es sahe jn alles volck wandeln vnd Gott loben. [10]Sie kandten jn auch, das ers war, der vmb das almosen gesessen hatte fur der schoenen thuer des Tempels. Vnd sie wurden vol wunderns vnd entsetzens, vber dem das jm widerfaren war. [11]Als aber dieser Lamer, der nu gesund war, sich
zu Petro vnd Johanne hielt, lieff alles Volck zu jnen in die halle, die da heisset Salomonis, vnd wunderten sich.
S. Peters predigt. Als Petrus das sahe, antwortet er dem volck, Jr menner von Jsrael, was wundert jr euch darueber? (Verdienst) Heiligkeit oder wirdigkeit. oder was sehet jr auff vns, als hetten wir diesen wandeln gemacht, durch vnser eigen krafft oder verdienst? [13]Der Gott Abraham vnd Jsaac vnd Jacob, der Gott vnser Veter, hat sein kind Jhesum verkleret, welchen jr vberantwortet vnd verleugnet habt fur Pilato, da derselbige vrteilet jn los zu lassen. [14]Jr aber verleugnetet den Heiligen vnd Gerechten, vnd batet, das man euch den Moerder schencket, [15]Aber den a Fuersten des lebens habt jr getoedtet Den hat Gott aufferwecket von den todten, Des sind wir Zeugen. [16]Vnd durch den glauben an seinen Namen, hat er an Diesem, den jr sehet vnd kennet, bestetiget seinen Namen, vnd der glaube b durch jn, hat diesem gegeben diese gesundheit fur ewren augen.
[17]NV lieben Brueder, ich weis, das jrs durch vnwissenheit gethan habt, wie auch ewer Obersten. [18]Gott aber, was er durch den mund aller seiner Propheten zuuor verkuendiget hat, wie Christus leiden solt, hats also erfuellet. [19]So thut nu busse vnd bekeret euch, das ewer sunde vertilget werden, [20]Auff das da kome die zeit der c erquickung, fur dem angesichte des HERRN, wenn er senden wird, den, der euch jtzt zuuor geprediget wird, Jhesum Christ, [21]welcher mus den himel einnemen, bis auff die zeit, da erwiderbracht werde, alles, was Gott geredt hat, durch den mund aller seiner heiligen Propheten, von der Welt an.
[22]DEnn Moses hat gesagt zu den vetern, Einen Propheten wird euch der HERR ewer Gott erwecken, aus ewren Bruedern, gleich wie mich, Den solt jr hoeren in allem, das er zu euch sagen wird. [23]Vnd es wird geschehen, welche Seele den selbigen Propheten nicht hoeren wird, die sol vertilget werden aus dem volck. [24]Vnd alle Propheten von Samuel an vnd hernach, wie viel jr geredt haben, die haben von diesen Tagen verkuendiget.
[25]JR seid der Propheten vnd des d bunds Kinder, welchen Gott gemacht hat mit ewren Vetern, da er sprach zu Abraham, Durch deinen Samen sollen gesegnet werden alle Voelcker auff erden. [26]Euch zu fodderst hat Gott aufferweckt sein kind Jhesum, vnd hat jn zu euch gesand, euch zu segenen, das ein jglicher sich bekere von seiner e bosheit.
[Bearbeiten] IIII.
Petrus vnd Johannes eingesetzt etc. Als sie aber zum Volck redeten, Tratten zu jnen die Priester, vnd der Heubtman des Tempels, vnd die Saduceer [2](die verdros, das sie das Volck lereten, vnd verkuendigeten an Jhesu die Aufferstehung von den todten) [3]vnd legeten die hende an sie, vnd setzten sie ein bis auff morgen, denn es war jtzt abend. [4]Aber viel vnter denen, die dem wort zuhoereten, wurden gleubig, vnd ward die zal der Menner bey fuenff tausent.
[5]Als nu kam auff den morgen, versamleten sich jre Obersten vnd Eltesten vnd Schrifftgelerten gen Jerusalem, [6]Hannas der Hohepriester vnd Caiphas vnd Johannes vnd Alexander, vnd wie viel jr waren vom Hohenpriester geschlechte, [7]vnd stelleten sie fur sich, vnd fragten sie, Aus welcher gewalt oder in welchem namen habt jr das gethan?
Verantwortung vnd bekentnis S. Peters etc. [8]PEtrus vol des heiligen Geists, sprach zu jnen, Jr Obersten des Volcks, vnd jr Eltesten von Jsrael, [9]so wir heute werden gerichtet vber dieser wolthat, an dem krancken Menschen, durch welche er ist gesund worden, [10]So sey euch vnd allem Volck von Jsrael kund gethan, Das in dem namen Jhesu Christi von Nazareth, welchen jr gecreutziget habt, den Gott von den Todten aufferwecket hat, stehet dieser alhie fur euch gesund. [11]Das ist der Stein, von euch Bawleuten verworffen, der zum Eckstein worden ist. [12]Vnd ist in keinem andern Heil, ist auch f kein ander Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.
[13]Sje sahen aber an die freidigkeit Petri vnd Johannis, vnd verwunderten sich, Denn sie waren gewis, das es vngelerte Leute vnd Leien waren, vnd kandten sie auch wol, das sie mit Jhesu gewesen waren. [14]Sie sahen aber den Menschen, der gesund war worden, bey jnen stehen, vnd hatten nichts da wider zu reden. [15]Da hiessen sie sie hinaus gehen aus dem Rat vnd handelten mit einander, vnd sprachen, [16]Was wollen wir diesen Menschen thun? Denn das Zeichen durch sie geschehen, ist kund, offenbar allen, die zu Jerusalem wonen, vnd wir koennens nicht leugnen. [17]Aber, auff das es nicht weiter einreisse vnter das volck, Lasset vns ernstlich sie bedrawen das sie hinfurt keinen Menschen von diesem Namen sagen. [18]Vnd rieffen jnen, vnd geboten jnen, Das sie sich aller dinge nicht hoeren liessen, noch lereten in dem Namen Jhesu.
[19]Petrus aber vnd Johannes antworten, vnd sprachen zu jnen, Richtet jr selbs, obs fur Gott recht sey, das wir euch mehr gehorchen denn Gott. [20]Wir koennens ja nicht lassen, das wir nicht reden solten, was wir gesehen
vnd gehoeret haben. [21]Aber sie draweten jnen, vnd liessen sie gehen, vnd funden nicht, wie sie sie peinigeten, vmb des Volcks willen, Denn sie lobeten alle Gott, vber dem, das geschehen war. [22]Denn der Mensch war vber vierzig jar alt, an welchem dis Zeichen der gesundheit geschehen war.
[23]Gebet der Aposteln. Vnd als man sie hatte lassen gehen, kamen sie zu den jren, vnd verkuendigeten jnen, was die Hohenpriester vnd Eltesten zu jnen gesagt hatten. [24]Da sie das hoereten, huben sie jre stimme auff einmuetiglich zu Gott, vnd sprachen, HERR, der du bist der Gott, der Himel vnd Erden, vnd das Meer, vnd alles was drinnen ist, gemacht hat, [25]Der du durch den mund Dauids, deines Knechts gesagt hast, Warumb empoeren sich die Heiden, vnd die Voelcker nemen fur, das vmb sonst ist? [26]Die Koenige der Erden tretten zusamen, Vnd die Fuersten versamlen sich zu hauffe, Wider den HERRN vnd wider seinen Christ. [27]Warlich ja, sie haben sich versamlet vber dein heiliges Kind Jhesu, welchen du gesalbet hast, Herodes vnd Pontius Pilatus, mit den Heiden vnd dem volck Jsrael, [28]zu thun, was deine Hand vnd dein Rat zuuor bedacht hat, das geschehen solt.
[29]VNd nu HERR sihe an jr drewen, vnd gib deinen Knechten mit allerley freidigkeit zu reden dein Wort, [30]vnd strecke deine Hand aus, das Gesundheit vnd Zeichen vnd Wunder geschehen, durch den namen deines heiligen kindes Jhesu. [31]Vnd da sie gebetet hatten, beweget sich die Stete, da sie versamlet waren, vnd wurden alle des heiligen Geistes vol, vnd redeten das wort Gottes mit freidigkeit.
[32]Der menge aber der Gleubigen war ein hertz vnd eine seele. Auch keiner sagete von seinen Guetern, das sie sein weren, sondern es war jnen alles gemein. [33]Vnd mit grosser krafft gaben die Apostel zeugnis von der aufferstehung des HErrn Jhesu, vnd war grosse gnade bey jnen allen. [34]Es war auch keiner vnter jnen, der mangel hatte, Denn wie viel jr waren, die da Ecker oder Heuser hatten, verkaufften sie dasselb, vnd brachten das geld des verkaufften guts, [35]vnd legetens zu der Apostel fuesse, Vnd man gab einem jglichen, was jm not war.
Barnabas [36]Joses aber mit dem zunamen von den Aposteln genant Barnabas (das heisset ein Son des trosts) vom geschlecht ein Leuit aus Cypern, [37]der hatte einen Acker, vnd verkauffte jn, vnd brachte das gelt, vnd legets zu der Apostel fuesse.
[Bearbeiten] V.
Ananias Dis stueck gilt den falschen Geistlichen, so der Kirchen gueter besitzen aus geitz, vnd nichts dafur thun. Ejn man aber mit namen Ananias, sampt seinem weib Saphira, verkauffte seine gueter, [2]vnd entwandte etwas vom gelde, mit wissen seines Weibs, vnd brachte eins teils, vnd legets zu der Apostel fuesse. [3]Petrus aber sprach, Anania, Warumb hat der Satan dein hertz erfuellet, das du dem heiligen Geist luegest, vnd entwendest etwas vom gelde des ackers? [4]Hettestu jn doch wol moegen behalten, da du jn hattest, Vnd da er verkaufft war, war es auch in deiner gewalt. Warumb hastu denn solchs in deinem hertzen furgenomen? Du hast nicht Menschen, sondern, Gotte gelogen. [5]Da Ananias aber diese wort hoeret, fiel er nider, vnd gab den geist auff. Vnd es kam eine grosse furcht vber alle, die dis hoereten. [6]Es stunden aber die Juenglinge auff, vnd theten jn beseit, vnd trugen jn hin aus vnd begruben jn.
Saphira Ananie Weib. [7]Vnd es begab sich vber eine weile, bey dreien stunden, kam sein Weib hin ein, vnd wuste nicht, was geschehen war. [8]Aber Petrus antwortet jr, Sage mir, Habt jr den acker so thewer verkaufft? Sie sprach, Ja so thewer. [9]Petrus aber sprach zu jr, Warumb seid jr denn eins worden, zu versuchen den geist des HErrn, Sihe, die fuesse, dere, die deinen Man begraben haben, sind fur der thuer, vnd werden dich hin aus tragen. [10]Vnd als bald fiel sie zu seinen fuessen, vnd gab den geist auff. Da kamen die Juenglinge, vnd funden sie tod, trugen sie hinaus, vnd begruben sie bey jren Man. [11]Vnd es kam eine grosse furcht vber die gantze Gemeine, vnd vber alle die solchs hoereten.
[12]Es geschahen aber viel Zeichen vnd Wunder im volck, durch der Apostel hende. Vnd waren alle in der halle Salomonis einmuetiglich. [13]Der andern aber thurste sich keiner zu jnen thun, sondern das Volck hielt gros von jnen. [14]Es wurden aber je mehr zugethan, die da gleubeten an den HErrn, eine menge der Menner vnd der Weiber, [15]also, das sie die Krancken auff die gassen her aus trugen, vnd legeten sie auff betten vnd baren, Auff das wenn Petrus keme, das sein schatte jrer etliche vberschattet. [16]Es kamen auch erzu viel von den vmbligenden Stedten gen Jerusalem, vnd brachten die Krancken vnd die von vnsaubern Geistern gepeiniget waren, vnd wurden alle gesund.
Apostel ins gefengnis geworffen etc. [17]Es stund aber auff der a Hohepriester vnd alle die mit jm waren (welches ist die Secte der Saduceer) vnd wurden vol eiuers [18]Vnd legten die hende an die Apostel, vnd worffen sie in das gemeine Gefengnis. [19]Aber der Engel des HErrn that in der nacht die thuer des gefengnis auff, vnd fueret
sie her aus, vnd sprach, [20]Gehet hin vnd trettet auff, vnd redet im Tempel zum volck alle wort dieses Lebens. [21]Da sie das gehoert hatten, giengen sie fruee in den Tempel vnd lereten.
DEr Hohepriester aber kam vnd die mit jm waren, vnd rieffen zusamen den Rat vnd alle Eltesten der kinder von Jsrael, vnd sandten hin zum gefengnis, sie zu holen. [22]Die Diener aber kamen dar, vnd funden sie nicht im gefengnis, Kamen wider vnd verkuendigeten, [23]vnd sprachen, Das gefengnis funden wir verschlossen mit allem vleis, vnd die Hueter haussen stehen fur den thueren, Aber da wir auffthaten, funden wir niemand drinnen. [24]Da diese rede hoereten der Hohepriester vnd Heubtman des Tempels, vnd andere Hohepriester, wurden sie vber jnen betreten, was doch das werden wolte. [25]Da kam einer dar, der verkuendiget jnen, sihe, die Menner, die jr ins gefengnis geworffen habt, sind im Tempel, stehen vnd leren das Volck.
[26]Da giengen hin der Heubtman mit den Dienern, vnd holeten sie, nicht mit gewalt, Denn sie furchten sich fur dem Volck, das sie nicht gesteiniget wuerden. [27]Vnd als sie sie brachten stelleten sie sie fur den Rat. Vnd der Hohepriester fraget sie, [28]vnd sprach, Haben wir euch nicht mit ernst geboten, das jr nicht soltet leren in diesem Namen? Vnd sehet, jr habt Jerusalem erfuellet mit ewr lere, vnd wolt dieses Menschen blut vber vns fueren.
Petrus. [29]Petrus aber antwortet vnd die Apostel, vnd sprachen, Man mus Gott mehr gehorchen denn den Menschen. [30]Der Gott vnser veter hat Jhesum aufferweckt, welchen jr erwuerget habt, vnd an das holtz gehangen. [31]Den hat Gott durch seine rechte Hand erhoehet zu einem Fuersten vnd Heiland, zu geben Jsrael busse vnd vergebung der sunde. [32]Vnd wir sind seine Zeugen vber diese wort, vnd der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat, denen, die jm gehorchen. [33]Da sie das hoereten, giengs jnen durchs hertz, vnd dachten sie zu toedten.
Gamalielis Rat. [34]Da stund aber auff im Rat ein Phariseer mit namen Gamaliel, ein Schrifftgelerter, wol gehalten fur allem volck, vnd hies die Apostel ein wenig hin aus thun, [35]vnd sprach zu jnen, Jr menner von Jsrael, nemet ewer selbs war an diesen Menschen, was jr thun sollet. Theudas. [36]Vor diesen tagen stund auff Theudas, vnd gab fur, er were etwas, vnd hiengen an jm eine zal Menner bey vier hundert, Der ist erschlagen, vnd alle die jm zufielen, sind zerstrewet vnd zu nicht worden. Judas aus Galilea. [37]Darnach stund auff Judas aus Galilea, in den tagen der schetzung, vnd machet viel Volcks abfellig jm nach, Vnd der ist auch vmbkomen, vnd alle die jm zufielen, sind zurstrewet.
[38]VND nu sage ich euch, Lasset ab von diesen Menschen, vnd lasset sie faren. Jst der rat oder das werck aus den Menschen, So wirds vntergehen.
[39]Jsts aber aus Gott, so koennet jrs nicht dempffen, Auff das jr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen. [40]Da fielen sie jm zu. Vnd rieffen den Aposteln, steupten sie, vnd geboten jnen, Sie solten nicht reden in dem namen Jhesu, Vnd liessen sie gehen.
[41]SJe giengen aber froelich von des Rats angesichte, das sie wirdig gewesen waren, vmb seines Namen willen schmach leiden, [42]Vnd hoereten nicht auff alle tage im Tempel, vnd hin vnd her in heusern zu leren, vnd zu predigen das Euangelium von Jhesu Christo.
[Bearbeiten] VI.
Jn den tagen aber, da der Juenger viel worden, erhub sich ein murmel vnter den Griechen, wider die Ebreer, darumb, das jre Widwen vbersehen wurden in der teglichen Handreichung. [2]Da rieffen die Zwelffe die menge der Juenger zusamen, vnd sprachen, Es taug nicht, das wir das wort Gottes vnterlassen, vnd zu tische dienen. [3]Darumb, jr lieben Brueder, sehet vnter euch nach sieben Mennern, die ein gut geruecht haben, vnd vol heiliges Geists vnd weisheit sind, welche wir bestellen muegen zu dieser notdurfft. [4]Wir aber wollen anhalten am Gebet, vnd am ampt des Worts.
Stephanus sampt andern erwelet etc. [5]VND die rede gefiel der gantzen Menge wol, vnd erweleten Stephanum, einen Man vol glaubens vnd heiliges Geists, vnd Philippum, vnd Prochorum, vnd Nicanor, vnd Timon, vnd Parmenam, vnd Nicolaum den Juedegenossen von Antiochia. [6]Diese stelleten sie fur die Apostel, vnd betten vnd legten die Hende auff sie. [7]Vnd das wort Gottes nam zu, vnd die zal der Juenger ward seer gros zu Jerusalem, Es wurden auch viel Priester dem glauben gehorsam.
[8]Stephanus aber vol glaubens vnd krefften, that Wunder vnd grosse Zeichen vnter dem volck. [9]Da stunden etliche auff von der Schule, die da heisset der Libertiner, vnd der Cyrener, vnd der Alexanderer, vnd derer, die aus Cilicia vnd Asia waren, vnd befragten sich mit Stephano, [10]Vnd sie vermochten nicht wider zustehen der weisheit vnd dem Geiste der da redete.
[11]DA richten sie zu etliche Menner, die sprachen, Wir haben jn gehoeret Lesterwort reden wider Mosen, vnd wider Gott. [12]Vnd bewegten das volck, vnd die Eltesten vnd die Schrifftgelerten, vnd tratten erzu vnd rissen jn hin, vnd fuereten jn fur den Rat, [13]vnd stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen, Dieser Mensch hoeret nicht auff zu reden Lesterwort wider diese heilige Stete
vnd Gesetz. [14]Denn wir haben jn hoeren sagen, Jhesus von Nazareth wird diese Stete zustoeren, vnd endern die Sitten die vns Moses gegeben hat. [15]Vnd sie sahen auff jn alle die im Rat sassen, vnd sahen sein angesichte, wie eines Engels angesichte.
[Bearbeiten] VII.
Stephani verantwortung vnd predigt. Da sprach der Hohepriester, Jst dem also? [2]Er aber sprach, Lieben Brueder vnd Veter hoeret zu. Gott der Herrligkeit erschein vnserm vater Abraham, da er noch in Mesopotamia war, ehe er wonete in Haram, [3]vnd sprach zu jm, Gehe aus deinem Lande vnd von deiner Freundschafft, vnd zeuch in ein Land, das ich dir zeigen wil. [4]Da gieng er aus der Chaldeerlande, vnd wonet in Haram. Vnd von dannen, da sein Vater gestorben war, brachte er jn herueber in dis Land, da jr nu inne wonet. [5]Vnd gab jm kein Erbteil drinnen, auch nicht eines fusses breit, Vnd verhies jm, Er wolte es geben jm zu besitzen vnd seinem Samen nach jm, da er noch kein Kind hatte.
[6]ABer Gott sprach also, Dein Same wird ein Frembdling sein in einem frembden Lande, vnd sie werden jn Dienstbar machen, vnd vbel handeln vierhundert jar. [7]Vnd das Volck dem sie dienen werden, wil ich richten, sprach Gott. Vnd darnach werden sie ausziehen, vnd mir dienen an dieser Stete. [8]Vnd gab jm den bund der Beschneitung, Vnd er zeugete Jsaac, vnd beschneit jn am achten tage, Vnd Jsaac den Jacob, vnd Jacob die zwelff Ertzveter.
[9]Vnd die Ertzueter neideten Joseph, vnd verkaufften jn in Egypten. Joseph verkaufft etc. Aber Gott war mit jm, [10]vnd errettet jn aus alle seinem truebsal, Vnd gab jm gnade vnd weisheit fur dem koenige Pharao in Egypten, der satzte jn zum Fuersten vber Egypten vnd vber sein gantzes Haus.
Thewrung. [11]Es kam aber eine thewre zeit vber das gantze land Egypten vnd Canaan, vnd ein grosser truebsal, vnd vnser Veter funden nicht futerung. [12]Jacob aber hoeret, das in Egypten getreide were, vnd sandte vnser Veter aus auffs erste mal, [13]Vnd zum andern mal ward Joseph erkennet von seinen Bruedern, vnd ward Pharao Josephs geschlecht offenbar. [14]Joseph aber sandte aus vnd lies holen seinen vater Jacob, vnd seine gantze Freundschafft, fuenff vnd siebenzig seelen. [15]Vnd Jacob zoch hin ab in Egypten vnd starb, er vnd vnser Veter. [16]Vnd sind erueber bracht in Sichem, vnd gelegt in das grab, das Abraham gekaufft hatte vmbs geld von den kindern Hemor zu Sichem.
[17]Da nu sich die zeit der Verheissung nahet, die Gott Abraham geschworen hatte, wuchs das Volck vnd mehret sich in Egypten, [18]Bis das ein ander Koenig auff kam, der nichts wuste von Joseph. [19]Dieser treib hinderlist mit vnserm Geschlechte, vnd handelt vnser Veter vbel vnd schaffet, Das man die jungen Kindlin hin werffen muste, das sie nicht lebendig blieben.
Moses geborn. [20]Zv der zeit ward Moses geborn, vnd war ein fein Kind fur Gott, vnd ward drey monden erneeret in seines Vaters hause. [21]Als er aber hin geworffen ward, nam jn die tochter Pharaonis auff, vnd zoch jn auff zu einem Son. [22]Vnd Moses ward geleret in aller weisheit der Egypter, vnd war mechtig in wercken vnd worten.
[23]DA er aber vierzig jar alt ward, gedacht er, zubesehen seine Brueder, die kinder von Jsrael. [24]Vnd sahe einen vnrecht leiden, da vberhalff er, vnd rechete den, dem leide geschach, vnd erschlug den Egypter. [25]Er meinet aber seine Brueder soltens vernemen, das Gott durch seine hand jnen Heil gebe, Aber sie vernamens nicht.
[26]VNd am andern tage kam er zu jnen, da sie sich mit einander haderten, vnd handelt mit jnen, das sie Friede hetten, vnd sprach, Lieben menner, jr seid Brueder, warumb thut einer dem andern vnrecht? [27]Der aber seinem Nehesten vnrecht that, sties jn von sich, vnd sprach, Wer hat dich vber vns gesetzt zum Obersten vnd Richter? [28]Wiltu mich auch toedten, wie du gestern den Egypter toedtest? [29]Moses aber floh vber dieser rede, vnd ward ein Frembdling im lande Madian, da selbs zeugete er zween Soene.
Engel des HERRN Mose erschienen etc. [30]Vnd vber vierzig jar, erschein jm in der wuesten auff dem berge Sina der Engel des HERRN, in einer fewrflammen im pusch. [31]Da es aber Mose sahe, wundert er sich des Gesichtes. Als er aber hin zu gieng zuschawen, geschach die stimme des HERRN zu jm, [32]Jch bin der Gott deiner veter, Der Gott Abraham, vnd der Gott Jsaac, vnd der Gott Jacob. Moses aber ward zittern, vnd thurste nicht anschawen. [33]Aber der HERR sprach zu jm, Zeuch die schuch aus von deinen fuessen, Denn die Stete, da du stehest, ist heilig Land. [34]Jch habe wol gesehen das leiden meines Volcks, das in Egypten ist, vnd hab jr seufftzen gehoeret, vnd bin herab komen, sie zu erretten. Vnd nu kom her, ich wil dich in Egypten senden.
[35]DJesen Mosen, welchen sie verleugneten, vnd sprachen, Wer hat dich zum Obersten vnd Richter gesetzt? den sandte Gott zu einem Obersten vnd Erloeser, durch die hand des Engels, der jm erschein im pusch. [36]Dieser fueret sie aus, vnd thet Wunder vnd Zeichen in Egypten im Rotenmeer, vnd in der
wuesten vierzig jar. [37]Dis ist Moses, der zu den kindern von Jsrael gesagt hat, Einen Propheten wird euch der HERR ewer Gott erwecken aus ewren Bruedern, gleich wie mich, Den solt jr hoeren.
[38]DJeser ists, der in der Gemeine, in der wuesten, mit dem Engel war, der mit jm redet auff dem berg Sina vnd mit vnsern Vetern. Dieser empfieng das lebendige wort vns zugeben. [39]Welchem nicht wolten gehorsam werden ewre Veter, sondern stiessen jn von sich, vnd wandten sich vmb mit jren hertzen gen Egypten, [40]vnd sprachen zu Aaron, Mache vns Goetter, die fur vns hin gehen, Denn wir wissen nicht, was diesem Mosi, der vns aus dem lande Egypten gefueret hat, widerfaren ist. [41]Vnd machten ein Kalb zu der zeit, vnd opfferten dem Goetzen opffer, vnd freweten sich der werck jrer hende.
[42]ABer Gott wandte sich, vnd gab sie dahin, da sie dieneten des himels Heer, wie denn geschrieben stehet in dem buch der Propheten, Habt jr vom hause Jsrael, die vierzig jar in der wuesten mir auch je Opffer vnd Vieh geopffert? Moloch. Remphan [43]Vnd jr namet die huetten Moloch an, vnd das gestirne ewers Gottes Remphan, die Bilde die jr gemacht hattet, sie an zu beten. Vnd ich wil euch wegwerffen jenseid Babylonien.
[44]Es hatten vnser Veter die Huetten des zeugnis in der wuesten, wie er jnen das verordenet hatte, da er zu Mose redte, das er sie machen solt nach dem Furbilde, das er gesehen hatte. Dauid. [45]Welche vnser Veter auch annamen, vnd brachten sie mit Josue in das Land, das die Heiden inne hatten, welche Gott aussties fur dem angesichte vnser Veter. Bis zur zeit Dauid, [46]der fand gnade bey Gott, vnd bat, das er eine Huetten finden moecht dem Gott Jacob. [47]Salomon aber bawet jm ein Haus. [48]Aber der Allerhoeheste wonet nicht in Tempeln, die mit henden gemacht sind, wie der Prophet spricht, [49]Der Himel ist mein stuel, vnd die Erde meiner fuesse schemel. Was wolt jr mir denn fur ein Haus bawen? spricht der HERR, oder welchs ist die Stete meiner ruge? [50]Hat nicht meine Hand das alles gemacht?
[51]Jr halstarrigen vnd vnbeschnitten an hertzen vnd ohren, jr widerstrebet allezeit dem heiligen Geist, wie ewre Veter, also auch jr. [52]Welchen Propheten haben ewre Veter nicht verfolget? Vnd sie getoedtet, die da zuuor verkuendigeten die zukunfft dieses Gerechten, welches jr nu Verrheter vnd Moerder worden seid, [53]Jr habt das Gesetz empfangen durch der Engel gescheffte, Vnd habts nicht gehalten.
[54]DA sie solchs hoereten, Giengs jnen durchs hertz, vnd bissen die zeene zusamen vber jn. [55]Als er aber vol heiliges Geistes war, sahe er auff gen Himel, vnd sahe die herrligkeit Gottes, vnd Jhesum stehen zur rechten Gottes, vnd sprach, Sihe, ich sehe den Himel offen, vnd des menschen Son zur rechten Gottes stehen. [56]Sie schrien aber laut, vnd hielten jre ohren zu, vnd stuermeten einmuetiglich zu jm ein, stiessen jn zur Stad hinaus, vnd steinigten jn. [57]Vnd die Zeugen legten ab jre Kleider, zu den fuessen eines Juenglings, der hies Saulus. Stephanus bittet fur seine Feinde die jn steinigen. [58]Vnd steinigeten Stephanum, der anrieff vnd sprach, HErr Jhesu, nim meinen Geist auff. [59]Er kniet aber nider vnd schrey laut, HErr behalt jnen diese suende nicht. Vnd als er das gesagt, entschlieff er.
[Bearbeiten] VIII.
Saulus. Saulus aber hatte wolgefallen an seinem tode. Es erhub sich aber zu der zeit eine grosse Verfolgung vber die Gemeine zu Jerusalem, vnd sie zerstreweten sich alle in die lender Judea vnd Samaria, on die Apostel. [2]Es beschicketen aber Stephanum gottfuerchtige Menner, vnd hielten eine grosse Klage vber jn. [3]Saulus aber zustoeret die Gemeine, gieng hin vnd her in die heuser, vnd zoch erfuer Man vnd Weiber, vnd vberantwortet sie ins Gefengnis.
Philippus prediget Christum in Samaria. [4]Dje nu zerstrewet waren, giengen vmb, vnd predigeten das wort. [5]Philippus aber kam hinab in eine stad in Samaria, vnd prediget jnen von Christo. [6]Das Volck aber hoeret einmuetiglich vnd vleissig zu, was Philippus sagt, vnd sahen die Zeichen die er thet. [7]Denn die vnsaubern Geister furen aus vielen Besessenen mit grossem geschrey, Auch viel Gichtbruechige vnd Lamen wurden gesund gemacht. [8]Vnd ward eine grosse freude in derselbigen Stad.
Simon der Zeuberer etc. [9]Es war aber ein man mit namen Simon, der zuuor in derselbigen Stad zeuberey treib, vnd bezauberte das Samarische volck, vnd gab fur, Er wer etwas grosses. [10]Vnd sie sahen alle auff jn, beide klein vnd gros, vnd sprachen, Der ist die krafft Gottes, die da gros ist. [11]Sie sahen aber darumb auff jn, das er sie lange zeit mit seiner zeuberey bezaubert hatte. [12]Da sie aber Philippus predigten gleubten, von dem reich Gottes, vnd von dem namen Jhesu Christi, liessen sich teuffen beide Menner vnd Weiber. [13]Da
ward auch der Simon gleubig, vnd lies sich teuffen, vnd hielt sich zu Philippo. Vnd als er sahe die Zeichen vnd Thatten, die da geschahen, verwundert er sich.
Petrus vnd Johannes in Samariam gesand etc. [11]Da aber die Apostel hoereten zu Jerusalem, das Samaria das wort Gottes angenomen hatte, sandten sie zu jnen, Petrum vnd Johannem. [15]Welche, da sie hin ab kamen, beteten vber sie, das sie den heiligen Geist empfiengen. [16]Denn er war noch auff keinen gefallen, sondern waren allein getaufft in dem namen Christi Jhesu. [17]Da legten sie die Hende auff sie, vnd sie empfiengen den heiligen Geist.
[18]Da aber Simon sahe, das der heilige Geist gegeben ward, wenn die Apostel die Hende aufflegten, Bot er jnen gelt an, [19]vnd sprach, Gebt mir auch die macht, das, so ich jemand die hende aufflege, derselbige den heiligen Geist empfahe. [20]Petrus aber sprach zu jm, Das du verdampt werdest mit deinem gelde, das du meinest, a Gottes gabe werde durch geld erlanget. [21]Du wirst weder teil noch anfal haben an diesem wort, Denn dein hertz ist nicht rechtschaffen fur Gott. [22]Darumb thu Busse fur diese deine bosheit, vnd bitte Gott, ob dir vergeben werden moechte der tuck deines hertzen. [23]Denn ich sehe, das du bist vol bitter galle, vnd verknuepfft mit vngerechtigkeit. [24]Da antwortet Simon, vnd sprach, Bittet jr den HErrn fur mich, das der keines vber mich kome, dauon jr gesagt habt. [25]Sie aber, da sie bezeuget vnd geredt hatten das wort des HErrn, wandten sie widerumb gen Jerusalem, vnd predigten das Euangelium vielen Samarischen flecken.
[26]Aber der Engel des HErrn redet zu Philippo, vnd sprach, Stehe auff vnd gehe gegen mittag, auff die strassen die von Jerusalem gehet hin ab gen Gaza, die da wueste ist. [27]Vnd er stund auff vnd gieng hin. Kemerer aus Morenland. Vnd sihe, ein man aus Morenland ein Kemerer vnd gewaltiger der koenigin Candakes in Morenland, welcher war vber alle jre Schatzkamer, der war komen gen Jerusalem anzubeten, [28]Vnd zoch wider heim, vnd sass auff seinem wagen, vnd las den Propheten Jsaiam.
[29]DEr Geist aber sprach zu Philippo, Gehe hinzu, vnd mache dich bey diesen wagen. [30]Da lieff Philippus hinzu vnd hoeret, das er den propheten Jsaiam las, vnd sprach, Verstehestu auch was du liessest? [31]Er aber sprach, Wie kan ich, so mich nicht jemand anleitet? Vnd ermanet Philippum, das er aufftrete, vnd setzte sich bey jn. [32]Der inhalt aber der Schrifft, die er las,
war dieser, Er ist wie ein Schaff zur schlachtung gefueret, vnd still wie ein Lamb fur seinem Scherer, Also hat er nicht auffgethan seinen mund. [33]Jn seiner nidrigkeit ist sein Gerichte erhaben. Wer wird aber seines Lebens lenge ausreden? Denn sein Leben ist von der erden weggenomen. Philippus prediget dem Kemerer das Euangelium etc. [34]Da antwortet der Kemerer Philippo, vnd sprach, Jch bitte dich, von wem redet der Prophet solches? von jm selber, oder von jemand anders? [35]Philippus aber that seinen mund auff, vnd fieng von dieser Schrifft an, vnd prediget jm das Euangelium von Jhesu.
[36]VNd als sie zogen der strassen nach, kamen sie an ein wasser. Vnd der Kemerer sprach, Sihe, da ist wasser, was hinderts, das ich mich teuffen lasse? [37]Philippus aber sprach, Gleubestu von gantzem hertzen, so mags wol sein. Er antwortet, vnd sprach, Jch gleube, das Jhesus Christus Gottes son ist. [38]Vnd er hies den wagen halten, vnd stiegen hinab in das wasser, beide Philippus vnd der Kemerer, Vnd er teuffet jn. [39]Da sie aber herauff stiegen aus dem wasser, ruecket der geist des HErrn Philippum hin weg, vnd der Kemerer sahe jn nicht mehr. Er zoch aber seine strasse froelich. [40]Philippus aber ward funden zu Asdod, vnd wandelt vmbher, vnd prediget allen stedten das Euangelium, bis das er kam gen Cesarien.
[Bearbeiten] IX.
Saulus aber schnaubete noch mit drewen vnd morden, wider die Juenger des HErrn, vnd gieng zum Hohenpriester, [2]vnd bat jn vmb brieue gen Damascon an die Schulen, auff das, so er etliche dieses weges fuende, Menner vnd Weiber, er sie gebunden fuerete gen Jerusalem. Paulus Bekerung. [3]Vnd da er auff dem wege war, vnd nahe bei Damascon kam, vmbleuchtet jn ploetzlich ein Liecht vom himel, [4]vnd fiel auff die erden, vnd hoeret ein stimme, die sprach zu jm, Saul, Saul, was verfolgestu mich? [5]Er aber sprach, HErr, wer bistu? Der HErr sprach, Jch bin Jhesus, den du a verfolgest. Es wird dir schweer werden wider den Stachel lecken. [6]Vnd er sprach mit zittern vnd zagen, HErr, was wiltu das ich thun sol? Der HErr sprach zu jm, Stehe auff, b vnd gehe in die Stad, da wird man dir sagen, was du thun solt.
[7]DJe Menner aber, die seine geferten waren, stunden vnd waren erstarret, Denn sie hoereten seine stimme vnd sahen niemands. [8]Saulus aber richtet sich auff von der erden, vnd als er seine augen auffthat, sahe er niemands. Sie namen jn aber bey der hand, vnd fuereten jn gen Damascum, [9]vnd war drey tage nicht sehend, vnd ass nicht vnd tranck nicht.
Ananias. [10]Es war aber ein Juenger zu Damasco mit namen Ananias, zu dem sprach der HErr im gesichte, Anania. Vnd er sprach, Hie bin ich HErr. [11]Der HErr sprach zu jm, Stehe auff, vnd gehe hin in die gassen, die da heisset die richtige, vnd frage in dem hause Juda nach Saulo mit namen von Tarsen, denn sihe er betet. [12]Vnd hat gesehen im gesichte einen Man, mit namen Ananias, zu jm hin ein komen, vnd die hand auff jn legen, das er wider csehend werd. [13]Ananias aber antwortet, HErr, ich habe von vielen gehoeret von diesem Manne, wie viel vbels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem, [14]vnd er hat alhie macht von den Hohenpriestern, zu binden alle die deinen Namen anruffen.
[15]DEr HErr sprach zu jm, Gehe hin, denn dieser ist mir ein ausserwelt Ruestzeug, das er meinen Namen trage fur den Heiden, vnd fur den Koenigen, vnd fur den kindern von Jsrael, [16]Jch wil jm zeigen, wie viel er leiden mus vmb meines Namen willen. [17]Vnd Ananias gieng hin vnd kam in das haus, vnd leget die hende auff jn, vnd sprach, Lieber bruder Saul, Der HErr hat mich gesand, der dir erschienen ist auff dem wege, da du her kamest, das du wider sehend, vnd mit dem heiligen Geist erfuellet werdest. [18]Vnd also bald fiel es von seinen augen, wie Schupen, vnd ward wider sehend. [19]Vnd stund auff, lies sich teuffen, vnd nam speise zu sich, vnd stercket sich.
Saulus predigt Christum bald nach seiner Bekerung. Saulus aber war etliche tage bey den Juengern zu Damasco, [20]vnd als bald prediget er Christum in den Schulen, das derselbige Gottes son sey. [21]Sie entsatzten sich aber alle die es hoereten, vnd sprachen, Jst das nicht der zu Jerusalem verstoeret alle, die diesen Namen anruffen, vnd darumb her komen, das er sie gebunden fuere zu den Hohenpriestern? [22]Saulus aber ward je mehr krefftiger, vnd treib die Jueden ein, die zu Damasco woneten, vnd bewerts, Das dieser ist der Christ.
Saulo stellen die Jueden nach etc. [23]VNd nach viel tagen hielten die Jueden einen rat zusamen, das sie jn toedten. [24]Aber es ward Saulo kund gethan, das sie jm nachstelleten. Sie hueteten aber tag vnd nacht an den thoren, das sie jn toedten. [25]Da namen jn die Juenger bey der nacht, vnd theten jn durch die mauren, vnd liessen jn in einem Korbe hinab.
[26]Da aber Saulus gen Jerusalem kam, versuchte er sich bey die Juenger zu machen, vnd sie fuerchten sich alle fur jm, gleubeten nicht, das er ein Juenger were. [27]b Barnabas aber nam jn zu sich, vnd fueret jn zu den Aposteln, vnd erzelet jnen, wie er auff der strassen den HErrn gesehen, vnd er mit jm geredt, vnd wie er zu Damasco den namen Jhesu frey geprediget hette. [28]Vnd er war bey jnen, vnd gieng aus vnd ein zu Jerusalem, vnd prediget den namen des HErrn Jhesu frey. [29]Er redet auch vnd befraget sich mit den Griechen, Aber sie stelleten jm nach, das sie jn toedten. [30]Da das die Brueder erfuren, geleiten sie jn gen Cesarien, vnd schickten jn gen Tarsen.
[31]SO hatte nu die Gemeine friede durch gantz Judea vnd Galilea vnd Samaria, vnd bawete sich, vnd wandelt in der furcht des HErrn, vnd ward erfuellet mit trost des heiligen Geistes.
Petrus. [32]Es geschach aber, da Petrus durchzoch, allenthalben, das er auch zu den Heiligen kam, die zu Lidda woneten. Eneas. [33]Daselbs fand er einen man mit namen Eneas, acht jar lang auff dem bette gelegen, der war Gichtbruechig. [34]Vnd Petrus sprach zu jm, Enea, Jhesus Christus mache dich gesund, Stehe auff, vnd bette dir selber. Vnd also bald stund er auff. [35]Vnd es sahen jn alle die zu Lidda vnd zu Sarona woneten, die c bekereten sich zu dem HErrn.
[36]Zv Joppe aber war ein Juengerin, mit namen Tabea, welchs verdolmetscht heisset ein Rehe. Die war vol guter werck vnd almosen die sie thet. [37]Es begab sich aber zu der selbigen zeit, das sie kranck ward, vnd starb. Da wusschen sie dieselbige, vnd legten sie auff den Soeller. [38]Nu aber Lidda nahe bey Joppen ist, da die Juenger hoereten, das Petrus daselbs war, sandten sie zu jm, vnd ermaneten jn, Das er sichs nicht liesse verdriessen zu jnen zu komen.
[39]PEtrus aber stund auff vnd kam mit jnen. Vnd als er dar komen war, fuereten sie jn hin auff auff den Soeller, vnd tratten vmb jn alle Widwen, weineten vnd zeigeten jm die Roecke vnd Kleider, welche die Rehe machte, weil sie bey jnen war. [40]Vnd da Petrus sie alle hin aus getrieben hatte, kniet er nider, betet, vnd wandte sich zu dem Leichnam, vnd sprach, Tabea, stehe auff. Vnd sie that jre augen auff, vnd da sie Petrum sahe, satzte sie sich wider. [41]Er aber gab jr die hand, vnd richtet sie auff, vnd rieff den Heiligen vnd den Widwen vnd stellet sie lebendig dar. [42]Vnd es ward kund durch gantz
Joppen, vnd viel d wurden gleubig an den HErrn. [43]Vnd es geschach, das er lange zeit zu Joppe bleib, bey einem Simon der ein Gerber war.
[Bearbeiten] X.
Es war aber ein man zu Cesarien, mit namen c Cornelius, ein Heubtman von der schar, die da heisst, die welsche, [2]gottselig vnd gottfuerchtig, sampt seinem gantzen Hause, vnd gab dem Volck viel almosen, vnd betet jmer zu Gott. [3]Der sahe in einem Gesichte offenberlich, vmb die neunde stunde am tage, einen Engel Gottes zu jm eingehen, der sprach zu jm, Corneli. [4]Er aber sahe jn an, erschrack, vnd sprach, Herr, was ists? Er aber sprach zu jm, Dein gebet vnd dein almosen sind hin auff komen ins gedechtnis fur Gott. [5]Vnd nu sende menner gen Joppen, vnd las foddern Simon, mit dem zunamen Petrus, [6]welcher ist zur herberge bey einem gerber Simon, des haus am meer ligt, der wird dir sagen, was du thun solt. [7]Vnd da der Engel, der mit Cornelio redet, hinweg gegangen war, rieff er zween seiner Hausknechte vnd einen gottfuerchtigen Kriegsknecht, von denen die auff jn warteten, [8]vnd erzelet es jnen alles, vnd sandte sie gen Joppen.
Petrus entzuckt. etc. [9]Des andern tages, da diese auff dem wege waren, vnd nahe zur stad kamen, steig Petrus hin auff auff den Soeller zu beten, vmb die sechste stund. [10]Vnd als er hungerig ward, wolte er anbeissen. Da sie jm aber zu bereiteten, ward er entzueckt, [11]Vnd sahe den Himel auffgethan, vnd ernidder faren zu jm ein Gefesse, wie ein gros leinen Tuch an vier zipfel gebunden, vnd ward nidder gelassen auff die Erden, [12]darinnen waren allerley vierfuessige Thier der erden, vnd wilde thier, vnd gewuerme, vnd vogel des Himels. [13]Vnd geschach eine stimme zu jm, Stehe auff Petre, schlachte vnd iss. [14]Petrus aber sprach, O nein HErr, denn ich habe noch nie etwas gemeines oder vnreines gessen. [15]Vnd die stimme sprach zum andern mal zu jm, Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. [16]Vnd das geschach zu drey malen. Vnd das Gefesse ward wider auffgenomen gen Himel.
[17]Als aber Petrus sich in jm selbs bekuemmert, was das Gesichte were das er gesehen hatte, Sihe, da fragten die menner von Cornelio gesand, nach dem hause Simonis, vnd stunden an der thuer, [18]rieffen vnd forscheten, Ob Simon mit dem zunamen Petrus alda zur herberg were? [19]Jn dem aber Petrus sich besinnet vber dem gesichte, sprach der Geist zu jm, sihe, die Menner
suchen dich. [20]Aber stehe auff, steig hin ab vnd zeug mit jnen, vnd zweiuel nichts, denn ich habe sie gesand.
[21]DA steig Petrus hin ab zu den Mennern, die von Cornelio zu jm gesand waren, vnd sprach, Sihe, ich bins, den jr suchet. Was ist die sache, darumb jr hie seid? [22]Sie aber sprachen, Cornelius der Heubtman, ein frumer vnd gottfuerchtiger Man, vnd gutes geruechts bey dem gantzen volck der Jueden, hat einen befelh empfangen vom heiligen Engel, das er dich solte foddern lassen in sein haus, vnd wort von dir hoeren. [23]Da rieff er jnen hin ein vnd herberget sie.
Petrus wird gefoddert zu Cornelio. Des andern tages zoch Petrus aus mit jnen, vnd etliche Brueder von Joppen giengen mit jm. [24]Vnd des andern tages kamen sie ein gen Cesarien. Cornelius aber wartet auff sie, vnd rieff zusamen seine verwandten vnd Freunde. [25]Vnd als Petrus hin ein kam, gieng jm Cornelius entgegen, vnd fiel zu seinen fuessen, vnd betet jn an. [26]Petrus aber richtet jn auff, vnd sprach, Stehe auff, ich bin auch ein Mensch. [27]Vnd als er sich mit jm besprochen hatte, gieng er hin ein, vnd fand jr viel, die zusamen komen waren. [28]Vnd er sprach zu jnen, Jr wisset, wie es ein vngewonet ding ist einem Juedischen man, sich zu thun oder komen zu einem Frembdlinge. Aber Gott hat mir gezeiget, keinen Menschen gemein oder vnrein zu heissen, [29]Darumb habe ich mich nicht gewegert zu komen, als ich bin her gefoddert. So frage ich euch nu, Warumb jr mich habt lassen foddern?
[30]COrnelius sprach, Jch habe vier tage gefastet bis an diese stunde, vnd vmb die neunde stunde betet ich in meinem hause, Vnd sihe, da trat ein Man fur mir in einem hellen kleid, [31]vnd sprach, Corneli, dein gebet ist erhoeret, vnd deiner almosen ist gedacht worden fur Gott. [32]So sende nu gen Joppen, vnd las her ruffen einen Simon, mit dem zunamen Petrus (welcher ist zur herberge in dem hause des gerbers Simon, an dem meer) der wird dir, wenn er kompt, sagen. [33]Da sandte ich von stund an zu dir, vnd du hast wol gethan, das du komen bist. Nu sind wir alle hie gegenwertig fur Gott, zu hoeren alles, was dir von Gott befolhen ist.
Petrus prediget Cornelio. Petrus aber that seinen mund auff, vnd sprach, Nu erfare ich mit der warheit, das Gott die Person nicht ansihet, [35]sondern in allerley Volck, wer jn fuerchtet vnd recht thut, der ist jm angeneme.
[36]JR wisset wol von der predigt, die Gott zu den kindern Jsrael gesand hat, vnd verkuendigen lassen den Friede, durch Jhesum Christum (welcher ist ein HErr vber alles) [37]die durchs gantze Juedischeland geschehen ist, vnd angangen in Galilea nach der tauffe, die Johannes predigete, [38]Wie Gott den selbigen Jhesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste vnd krafft,
Der vmbher gezogen ist, vnd hat wolgethan vnd gesund gemacht alle, die vom Teufel vberweldiget waren, denn Gott war mit jm. [39]Vnd wir sind Zeugen alles, das er gethan hat im Juedischenlande vnd zu Jerusalem. Den haben sie getoedtet, vnd an ein Holtz gehangen.
[40]DEnselbigen hat Gott aufferwecket am dritten tage, vnd jn lassen offenbar werden, [41]Nicht allem Volck, sondern vns, den vorerweleten Zeugen von Gott, die wir mit jm gessen vnd getruncken haben, nach dem er aufferstanden ist von den Todten. [42]Vnd er hat vns geboten, zu predigen dem Volck, vnd zeugen, das er ist verordnet von Gott ein Richter der lebendigen vnd der todten. [43]Von diesem zeugen alle Propheten, Das durch seinen Namen, alle die an jn gleuben, vergebung der suende empfahen sollen.
[44]Da Petrus noch diese wort redet, fiel der heilige Geist auff alle die dem Wort zuhoereten. [45]Vnd die gleubigen aus der Beschneitung, die mit Petro komen waren, entsatzten sich, das auch auff die Heiden die gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward, [46]Denn sie hoereten, das sie mit Zungen redeten vnd Gott hoch preiseten. Da antwortet Petrus, [47]Mag auch jemand das wasser weren, das diese nicht getaufft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleich wie auch wir? [48]Vnd befalh sie zu teuffen in dem namen des HErrn. Da baten sie jn, das er etliche tage da blieb.
[Bearbeiten] XI.
Es kam aber fur die Apostel vnd Brueder, die in dem Juedischenlande waren, das auch die Heiden hetten Gottes wort angenomen. [2]Vnd da Petrus hinauff kam gen Jerusalem, zanckten mit jm, die aus der Beschneitung waren, [3]vnd sprachen, Du bist eingegangen zu den Mennern, die vorhaut haben, vnd hast mit jnen gessen.
[4]PEtrus aber hub an, vnd erzelets jnen nach einander her, vnd sprach, [5]Jch war in der stad Joppe im gebete, vnd war entzueckt, vnd sahe ein Gesichte, nemlich, ein Gefesse ernider faren, wie ein gros leinen Tuch mit vier zipffel, vnd nidergelassen vom Himel, vnd kam bis zu mir. [6]Dar ein sahe ich, vnd ward gewar, vnd sahe vierfuessige thier der erden, vnd wilde thier, vnd gewuerme, vnd vogel des Himels. [7]Jch hoeret aber eine stimme, die sprach zu mir, Stehe auff Petre, schlachte vnd iss. [8]Jch aber sprach, O nein HERR, denn es ist nie kein gemeines noch vnreines in meinen mund gegangen. [9]Aber
die stimme antwortet mir zum andern mal vom Himel, Was Gott gereiniget hat, das mache du nicht gemein. [10]Das geschach aber drey mal, vnd ward alles wider hin auff gen Himel gezogen.
[11]VNd sihe, von stund an stunden drey Menner fur dem hause, darinnen ich war, gesand von Cesarien zu mir. [12]Der Geist aber sprach zu mir, ich solte mit jnen gehen, vnd nicht zweiueln. Es kamen aber mit mir diese sechs Brueder, vnd wir giengen in des Mannes haus. [13]Vnd er verkuendiget vns, wie er gesehen hette einen Engel in seinem hause stehen, der zu jm gesprochen hette, Sende Menner gen Joppen, vnd las foddern den Simon mit dem zunamen Petrum, [14]der wird dir wort sagen, dadurch du selig werdest, vnd dein gantzes Haus? [15]Jn dem aber ich anfieng zu reden, fiel der heilige Geist auff sie, gleich wie auff vns am ersten anfang. [16]Da dachte ich an das wort des HErrn, als er saget, Johannes hat mit wasser getaufft, Jr aber sollet mit dem heiligen Geist getaufft werden. [17]So nu Gott jnen gleiche gaben gegeben hat, wie auch vns, die da gleuben an den HErrn Jhesum Christ, Wer war ich, das ich kund Gotte weren? [18]Da sie das hoereten, schwiegen sie stille, vnd lobeten Gott vnd sprachen, So hat Gott auch den Heiden busse gegeben zum leben?
[19]Dje aber zurstrewet waren in dem truebsal, so sich vber Stephano erhub, giengen vmbher, bis gen Phenicen vnd Cypern vnd Antiochia, vnd redten das wort zu nimand, denn allein zu den Jueden. [20]Es waren aber etliche vnter jnen, menner von Cypern vnd Cyrenen, die kamen gen Antiochia, vnd redeten auch zu den Griechen, vnd predigeten das Euangelium vom HERRN Jhesu. [21]Vnd die hand des HERRN war mit jnen, vnd ein grosse zal ward gleubig, vnd bekeret sich zu dem HERRN.
Barnabas. [22]Es kam aber diese rede von jnen, fur die ohren der Gemeine zu Jerusalem, Vnd sie sandten Barnabam, das er hin gienge, bis gen Antiochia. [23]Welcher da er hin komen war, vnd sahe die gnade Gottes, ward er fro, vnd ermanet sie alle, Das sie mit festem hertzen an dem HERRN bleiben wolten, [24]Denn er war ein fromer Man, vol heiliges Geistes vnd glaubens. Vnd es ward ein gros Volck dem HErrn zugethan. Christen. [25]Barnabas aber zog aus gen Tarsen, Saulum wider zu suchen, [26]Vnd da er jn fand, fueret er jn gen Antiochia. Vnd sie blieben bey der Gemeine ein gantz jar, vnd lereten viel volcks, Daher die Juenger am ersten zu Antiochia Christen genennet wurden.
Agabus. Thewrung Zur zeit des Keisers Claudij. [27]Jn den selbigen tagen kamen Propheten von Jerusalem gen Antiochia, [28]Vnd einer vnter jnen, mit namen Agabus, stund auff, vnd deutet durch den Geist eine grosse Tewrung, die da komen solt vber den gantzen kreis der Erden, welche geschach vnter dem Keiser Claudio. [29]Aber vnter den Juengern beschlos ein jglicher, nach dem er vermochte, zu senden eine Handreichung den Bruedern, die in Juedea woneten, [30]Wie sie denn auch theten, vnd schicktens zu den Eltesten, durch die hand Barnabe vnd Sauli.
[Bearbeiten] XII.
Herodes toedet Jacobum, vnd fehet Petrum. Vmb dieselbige zeit leget der koenig Herodes die hende an etliche von der Gemeine zu peinigen. Gemeine betet fur Petrum. [2]Er toedtet aber Jacobum Johannes bruder, mit dem Schwert, [3]vnd da er sahe, das es den Jueden gefiel, fur er fort, vnd fieng Petrum auch. Es waren aber eben die tage der suessenbrot. [4]Da er jn nu greiff, leget er jn ins Gefengnis, vnd vberantwortet jn vier vierteiln Kriegknechten, jn zu bewaren, vnd gedacht jn nach den Ostern dem Volck fur zustellen. [5]Vnd Petrus ward zwar im Gefengnis gehalten, Aber die Gemeine betet a on auffhoeren fur jn zu Gott. [6]Vnd da jn Herodes wolt furstellen, in der selbigen nacht, schlieff Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwo ketten, vnd die Hueter fur der thuer hueteten des gefengnis.
[7]Vnd sihe, der Engel des HErrn kam daher, vnd ein Liecht schein in dem Gemach, vnd schlug Petrum an die Seiten, vnd wecket jn auff vnd sprach, Stehe behends auff. Vnd die ketten fielen jm von seinen Henden. [8]Vnd der Engel sprach zu jm, Guerte dich vnd thu deine schuch an. Vnd er that also. Vnd er sprach zu jm, Wirff deinen Mantel vmb dich, vnd folge mir nach. [9]Vnd er gieng hinaus, vnd folgt jm, vnd wuste nicht, das jm warhafftig solches geschehe durch den Engel, sondern es dauchte jn, er sehe ein Gesichte. [10]Sie giengen aber durch die erste vnd ander Hut, vnd kamen zu der eisern thuer, welche zur Stad fueret, die that sich jnen von jr selber auff. Vnd tratten hin aus, vnd giengen hin, eine gasse lang, vnd also bald schied der Engel von jm.
[11]Vnd da Petrus zu jm selber kam, sprach er, Nu weis ich warhafftig, das der HERR seinen Engel gesand hat, vnd mich errettet aus der hand Herodis, vnd von allem warten des Juedischen volcks. [12]Vnd als er sich besinnet,
kam er fur das haus Maria der mutter Johannis, der mit dem zunamen Marcus hies, da viel bey einander waren vnd beteten. [13]Als aber Petrus an die thuer klopffet des thores, trat erfur ein Magd zu horchen, mit namen Rode. [14]Vnd als sie Petrus stimme erkandte, that sie das thor nicht auff fur freuden, lieff aber hin ein, vnd verkuendigets jnen, Petrus stuende fur dem thor. [15]Sie aber sprachen zu jr, Du bist vnsinnig. Sie aber bestunde drauff, es were also. Sie sprachen, Es ist sein Engel. [16]Petrus aber klopffet weiter an. Da sie aber auffthaten, sahen sie jn, vnd entsatzten sich. [17]Er aber wincket jnen mit der hand zu schweigen, vnd erzelet jnen, wie jn der HERR hatte aus dem gefengnis gefueret, vnd sprach, Verkuendiget dis Jacobo vnd den Bruedern. Vnd gieng hin aus, vnd zog an einen andern ort.
[18]Da es aber tag ward, ward nicht eine kleine bekuemmernis vnter den Kriegsknechten, wie es doch mit Petro gangen were. [19]Herodes aber da er jn foddert vnd nicht fand, lies er die Hueter rechtfertigen, vnd hies sie wegfueren. Vnd zog von Judea hinab gen Cesarien, vnd hielt alda sein wesen. [20]Denn er gedacht wider die von Tyro vnd Sidon zu kriegen. Sie aber kamen einmuetiglich zu jm, vnd vberretten des Koeniges kemerer Blastum, vnd baten vmb friede, darumb, das jre Lande sich neeren musten von des Koeniges land.
[21]Aber auff einen bestimpten tag, thet Herodes das koenigliche Kleid an, satzte sich auff den Richtstuel, vnd that eine rede zu jnen. [22]Das volck aber rieff zu, Das ist Gottes stimme, vnd nicht eines Menschen. [23]Als bald schlug jn der Engel des HErrn, darumb, das er die ehre nicht Gott gab, Vnd ward gefressen von den Wuermen, vnd gab den geist auff.
[24]DAs wort Gottes aber wuchs vnd mehret sich. [25]Barnabas aber vnd Saulus kamen wider gen Jerusalem, vnd vberantworten die Handreichung, vnd namen mit sich Johannem, mit dem zunamen Marcus.
[Bearbeiten] XIII.
Barnabas. Saulus. Es waren aber zu Antiochia in der gemeine Propheten vnd Lerer, nemlich, Barnabas, vnd Simon genant Niger, vnd Lucius von Cyrenen, vnd Manahen mit Herodes dem vierfuersten erzogen, vnd Saulus. [2]Da sie aber dem HErrn dieneten vnd fasteten, sprach der heilige Geist, Sondert mir aus Barnabam vnd Saulum, zu dem werck, dazu ich sie beruffen habe. [3]Da fasteten sie vnd beteten, vnd legeten die Hende auff sie, vnd liessen sie gehen.
[4]Vnd wie sie ausgesand waren vom heiligen Geist, kamen sie gen Seleucia, vnd von dannen schifften sie gen Cypern. [5]Vnd da sie in die stad Salamin kamen, verkuendigeten sie das wort Gottes in der Juedenschulen. Sie hatten aber auch Johannem zum Diener.
[6]Vnd da sie die Jnseln durchzogen bis zu der stad Paphos, funden sie einen Zeuberer vnd falschen propheten, einen Jueden, der hies a Bar Jehu, [7]der war bey Sergio Paulo dem Landuogt, einem verstendigen man. Derselbige rieff zu sich Barnabam vnd Saulum, vnd begerte das wort Gottes zu hoeren. [8]Da stund jnen wider der Zeuberer b Elimas (denn also wird sein Name gedeutet) vnd trachtet, das er den Landuogt vom glauben wendet.
[9]Saulus aber, der auch Paulus heisset, vol heiliges Geistes, sahe jn an, [10]vnd sprach, O du kind des Teufels, vol aller liest vnd aller schalckheit, vnd Feind aller gerechtigkeit, Du hoerest nicht auff abzuwenden die rechten wege des HErrn. [11]Vnd nu sihe, die hand des HErrn kompt vber dich, vnd solt blind sein, vnd die Sonne eine zeit lang nicht sehen. Vnd von stund an fiel auff jn tunckelheit vnd finsternis, vnd gieng vmbher vnd suchte Handleiter. [12]Als der c Landuogt das geschichte sahe, gleubet er, vnd verwunderte sich der lere des HErrn.
[13]Da aber Paulus vnd die vmb jn waren von Papho schifften, kamen sie gen Pergen im lande Pamphylia. Johannes aber weich von jnen vnd zoch wider gen Jerusalem. [14]Sie aber zogen durch von Pergen, vnd kamen gen Antiochian, im lande Pisidia, vnd giengen in die Schule am Sabbather tage, vnd satzten sich. [15]Nach der Lection aber des gesetzes vnd der Propheten, sandten die Obersten der Schule zu jnen, vnd liessen jnen sagen, Lieben Brueder wolt jr etwas reden vnd das Volck ermanen, so saget an.
[16]Da stund Paulus auff, vnd wincket mit der hand, vnd sprach, Jr Menner von Jsrael, vnd die jr Gott fuerchtet, hoeret zu. [17]Der Gott dieses volcks hat erwelet vnser Veter, vnd erhoehet das volck, da sie Fremblinge waren im lande Egypti, vnd mit einem hohen Arm fueret er sie aus dem selbigen, [18]vnd bey vierzig jaren lang duldet er jre weise in der wuesten. [19]Vnd vertilget sieben Voelcker in dem lande Canaan, vnd teilet vnter sie nach dem los jener Lande. [20]Darnach gab er jnen Richter bey drey hundert vnd funffzig jar lang,
bis auff den Propheten Samuel. [21]Vnd von da an baten sie vmb einen Koenig, vnd Gott gab jnen Saul, den son Kis, einen man aus dem geschlechte Ben Jamen viertzig jar lang. [22]Vnd da er denselbigen wegthet, richtet er auff vber sie Dauid zum Koenige, von welchem er zeugete, Jch hab funden Dauid den son Jesse, einen Man nach meinem hertzen, der sol thun allen meinen willen.
[23]AVs dieses samen hat Gott, wie er verheissen hat, gezeugt Jhesum dem Volck Jsrael zum Heiland. [24]Als denn Johannes zuuor dem volck Jsrael prediget die tauffe der Busse, ehe denn er anfieng. [25]Als aber Johannes seinen Lauff erfuellet, sprach er, Jch bin nicht der, da fuer jr mich haltet, Aber sihe, er komet nach mir, des ich nicht werd bin, das ich jm die schuhe seiner Fuesse auffloese.
[26]Jr menner lieben Brueder, jr kinder des geschlechtes Abraham, vnd die vnter euch Gott fuerchten, Euch ist das wort dieses Heils gesand. [27]Denn die zu Jerusalem wonen vnd jre Obersten dieweil sie Diesen nicht kenneten, noch die stimme der Propheten (welche auff alle Sabbather gelesen werden) haben sie dieselben mit jrem vrteilen erfuellet. [28]Vnd wiewol sie keine vrsache des todes an jm funden, baten sie doch Pilatum jn zu toedten. [29]Vnd als sie alles volendet hatten, was von jm geschrieben ist, namen sie jn von dem Holtz, vnd legten jn in ein Grab. [30]Aber Gott hat jn aufferweckt von den Todten, [31]vnd er ist erschienen viel tage, denen, die mit jm hin auff von Galilea gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das volck.
[32]VNd wir auch verkuendigen die Verheissung, die zu vnsern Vetern geschehen ist, [33]Das die selbige Gott, vns, jren Kindern, erfuellet hat, Jn dem das er Jhesum aufferwecket hat. Wie denn im ersten Psalm geschrieben stehet, Du bist mein Son, Heute hab ich dich gezeuget. [34]Das er jn aber hat von den Todten aufferweckt, das er fort nicht mehr sol verwesen, spricht er also, Jch wil euch die gnade Dauid verheissen, trewlich halten. [35]Darumb spricht er auch am andern ort, Du wirst es nicht zugeben, das dein Heiliger die verwesung sehe. [36]Denn Dauid, da er zu seiner zeit gedienet hatte dem willen Gottes, ist er entschlaffen, vnd zu seinen Vetern gethan, vnd hat die verwesung gesehen. [37]Den aber Gott aufferweckt hat, der hat die verwesung nicht gesehen.
[38]SO sey es nu euch kund, lieben Brueder, das euch verkuendiget wird vergebung der Suende durch Diesen, vnd von dem allem, durch welches jr nicht
kundet im Gesetz Mosi gerecht werden. [39]Wer aber an Diesen gleubet, der ist gerecht. [40]Sehet nu zu, das nicht vber euch kome, das in den Propheten gesagt ist, [41]Sehet jr Verechter vnd verwundert euch, vnd werdet zu nichte, Denn ich thue ein werck zu ewren zeiten, welchs jr nicht gleuben werdet, so es euch jemand erzelen wird.
[42]Da aber die Jueden aus der Schule giengen, baten die Heiden das sie zwischen Sabbaths, jnen die wort sageten. [43]Vnd als die gemeine der Schule von einander giengen, folgeten Paulo vnd Barnaba nach viel Jueden vnd gottfuerchtige Juedgenossen, Sie aber sagten jnen, vnd vermaneten sie, das sie bleiben solten in der gnade Gottes.
[44]Am folgenden Sabbath aber kam zusamen fast die gantze Stad, das wort Gottes zu hoeren. [45]Da aber die Jueden das volck sahen, wurden sie vol neides, vnd widersprachen dem, das von Paulo gesagt ward, widersprachen vnd lesterten. [46]Paulus aber vnd Barnabas sprachen frey oeffentlich, Euch muste zu erst das wort Gottes gesagt werden, Nu jr es aber von euch stosset, vnd achtet euch selbs nicht werd des ewigen Lebens, Sihe, so wenden wir vns zu den Heiden. [47]Denn also hat vns der HERR geboten, Jch habe dich den Heiden zum Liecht gesetzt, das du das Heil seiest bis an das ende der Erden.
[48]DA es aber die Heiden hoereten, wurden sie fro, vnd preiseten das wort des HErrn, vnd wurden b gleubig, wie viel jrer zum ewigen Leben verordnet waren. [49]Vnd das wort des HErrn ward ausgebreitet durch die gantze gegend. [50]Aber die Jueden bewegeten die andechtigen vnd erbarn weiber, vnd der stad Obersten, vnd erweckten eine verfolgunge vber Paulum vnd Barnaban, vnd stiessen sie zu jren grentzen hinaus. [51]Sie aber schuettelten den staub von jren fuessen vber sie, vnd kamen gen Jconien. [52]Die Juenger aber wurden vol freuden vnd heiligen Geists.
[Bearbeiten] XIIII.
Es geschach aber zu Jconien, das sie zusamen kamen, vnd predigten in der Juedenschulen, also, das ein grosse menge der Jueden vnd der Griechen gleubig ward. [2]Die vngleubigen Jueden aber erweckten vnd entruesten die seelen der Heiden wider die Brueder. [3]So hatten sie nu jr wesen daselbs eine lange zeit, vnd lereten frey im HERRN, welcher bezeugete das
Wort seiner gnade, vnd lies Zeichen vnd wunder geschehen durch jre hende. [4]Die menge aber der Stad spaltet sich, Etliche hieltens mit den Jueden, vnd etliche mit den Aposteln.
[5]Da sich aber ein Sturm erhub der Heiden vnd der Jueden vnd jrer Obersten, sie zu schmehen vnd zu steinigen, [6]wurden sie des innen vnd entflohen in die stedte des Landes Lycaonia, gen Lystran vnd Derben, vnd in die gegend vmbher, [7]vnd predigeten daselbs das Euangelium.
Lamer gesund gemacht etc. [8]Vnd es war ein man zu Lystra, der muste sitzen, Denn er hatte boese fuesse, vnd war lam von Mutterleibe, der noch nie gewandelt hatte, [9]der hoeret Paulum reden. Vnd als er jn ansahe, vnd mercket, das er gleubete, jm moechte geholffen werden, [10]sprach er mit lauter stimme, Stehe auffrichtig auff deine fuesse. Vnd er sprang auff vnd wandelte. [11]Da aber das volck sahe, was Paulus gethan hatte, Huben sie jre stimme auff, vnd sprachen auff Lycaonisch, Die Goetter sind den Menschen gleich worden, vnd zu vns ernider komen. [12]Vnd nenneten Barnabam, Jupiter, vnd Paulum, Mercurius, dieweil er das wort fueret. [13]Der Priester aber Jupiters, der fur jrer Stad war, brachte Ochsen vnd Krentze fur das thor, vnd wolte opfferen sampt dem Volck.
Predigt S. Pauli zu Lystra etc. [14]Da das die Apostel Barnabas vnd Paulus hoereten, zurissen sie jre Kleider vnd sprungen vnter das Volck, schrien [15]vnd sprachen, Jr Menner, was machet jr da? Wir sind auch sterbliche Menschen, gleich wie jr, vnd predigen euch das Euangelium, das jr euch bekeren solt, von diesen falschen, zu dem lebendigen Gott, welcher gemacht hat Himel vnd Erden, vnd das Meer, vnd alles was drinnen ist, [16]Der in vergangen zeiten hat lassen alle Heiden wandeln jr eigen wege. [17]Vnd zwar hat er sich selbs nicht vnbezeuget gelassen, hat vns viel guts gethan, vnd vom Himel regen vnd fruchtbare zeitung gegeben, vnser Hertzen erfuellet mit Speise vnd Freuden. [18]Vnd da sie das sagten, stilleten sie kaum das Volck, das sie jnen nicht opfferten.
Paulus gesteinigt. [19]Es kamen aber dahin Jueden von Antiochia vnd Jconien, vnd vberredeten das Volck, vnd steinigten Paulum, vnd schleifften jn zur Stad hin aus, meineten, er were gestorben. [20]Da jn aber die Juenger vmbringten, stund er auff vnd gieng in die Stad. Apostelampt. Vnd auff den andern tag gieng er aus mit Barnaba gen Derben, [21]vnd predigten derselbigen Stad das Euangelium, vnd vnterweiseten jrer viel. Vnd zogen wider gen Lystran vnd Jconion vnd Antiochian, [22]stercketen die seele der Juenger, vnd ermaneten sie, Das sie im glauben blieben, vnd, Das wir durch viel truebsal muessen in das reich Gottes
gehen. [23]Vnd sie ordenten jnen hin vnd her Eltesten in den Gemeinen, beteten vnd fasteten, vnd befolhen sie dem HErrn, an den sie gleubig worden waren.
[24]Vnd zogen durch Pisidian, vnd kamen in Pamphylian, [25]vnd redten das wort zu Pergen, vnd zogen hinab gen Attalian, [26]vnd von dannen schifften sie gen Antiochian, von dannen sie verordnet waren, durch die gnade Gottes, zu dem werck, das sie hatten ausgericht. [27]Da sie aber dar kamen, versamleten sie die Gemeine, vnd verkuendigten, wie viel Gott mit jnen gethan hatte, vnd wie er den Heiden hette die thuer des glaubens auff gethan. [28]Sie hatten aber jr wesen alda nicht eine kleine zeit, bey den Juengern.
[Bearbeiten] XV.
Vnd etliche kamen er ab von Judea, vnd lereten die Brueder, Wo jr euch nicht beschneiten lasset nach der weise Mosi, So kuend jr nicht selig werden. [2]Da sich nu ein Auffrhur erhub, vnd Paulus vnd Barnabas nicht ein geringen zanck mit jnen hatten, ordenten sie, das Paulus vnd Barnabas, vnd etliche ander aus jnen hin auff zoegen, gen Jerusalem zu den Aposteln vnd Eltesten, vmb dieser frage willen. [3]Vnd sie wurden von der gemeine geleitet, vnd zogen durch Phenicen vnd Samarian, vnd erzeleten den wandel der Heiden, vnd machten grosse freude allen Bruedern.
[4]DA sie aber dar kamen gen Jerusalem, wurden sie empfangen von der Gemeine, vnd von den Aposteln, vnd von den Eltesten, vnd sie verkuendigeten, wie viel Gott mit jnen gethan hatte. Petrus. [5]Da tratten auff etliche von der Phariseer secten, die gleubig waren worden, vnd sprachen, Man mus sie beschneiten, vnd gebieten zu halten das gesetz Mosi. [6]Aber die Apostel vnd die Eltesten kamen zusamen, diese rede zu besehen.
[7]Da man sich aber lange gezancket hatte, stund Petrus auff, vnd sprach zu jnen, Jr Menner, lieben Brueder, ir wisset, das Gott lang vor dieser zeit, vnter vns erwelet hat, das durch meinen mund, die Heiden das wort des Euangelij hoereten vnd gleubten. [8]Vnd Gott der Hertzkuendiger zeugete vber sie, vnd gab jnen den heiligen Geist, gleich auch wie vns, [9]vnd macht kein vnterscheid zwisschen vns vnd jnen, vnd reinigete jre Hertzen durch den glauben. [10]Was versucht jr denn nu Gott, mit aufflegen des Jochs auff der Juenger helse, welches weder vnser Veter, noch wir haben muegen tragen? [11]Sondern
wir gleuben, durch die gnade des HErrn Jhesu Christi selig zu werden, gleicherweise wie auch sie. Jacobus. [12]Da schweig die gantze menge stille, vnd hoereten zu Paulo vnd Barnaba, die da erzeleten, wie grosse Zeichen vnd Wunder Gott durch sie gethan hatte, vnter den a Heiden
[13]Darnach als sie geschwigen waren, antworte Jacobus vnd sprach, Jr Menner, lieben Brueder, hoeret mir zu, [14]Simon hat erzelet wie auffs erst, Gott heimgesucht hat, vnd angenomen ein volck aus den Heiden, zu seinem Namen. [15]Vnd da stimmen mit der Propheten rede, als geschrieben stehet, [16]Darnach wil ich wider komen, vnd wil wider bawen die huette Dauid, die zurfallen ist, vnd jre Luecke wil ich wider bawen, vnd wil sie auffrichten, [17]Auff das, was vbrig ist von Menschen, nach dem HErrn frage, Dazu alle Heiden, vber welche mein Name genennet ist, spricht der HERR, der das alles thut. [18]Gott sind alle seine werck bewust von der Welt her. [19]Darumb beschliesse ich, Das man denen, so aus den Heiden zu Gott sich bekeren, nicht vnruge mache, [20]Sondern schreibe jnen, Das sie sich enthalten von vnsauberkeit der Abgoetter, vnd von Hurerey, vnd vom Ersticktem, vnd vom Blut. [21]Denn Moses hat von langen zeiten her in allen Stedten, die jn predigen, vnd wird alle Sabbather tag in den Schulen gelesen.
[22]Vnd es dauchte gut die Apostel vnd Eltesten sampt der gantzen Gemeine, aus jnen Menner erwelen vnd senden gen Antiochian, mit Paulo vnd Barnaba, nemlich, Judam mit dem zunamen Barsabas, vnd Silan, welche Menner Lerer waren vnter den Bruedern, [23]Vnd sie gaben Schrifft in jre hand, also.
WJr die Apostel vnd Eltesten vnd Bruedere, Wuendschen heil, den Bruedern aus den Heiden, die zu Antiochia vnd Syria, vnd Cilicia sind.
[24]Djeweil wir gehoeret haben, Das etliche von den vnsern sind ausgegangen, vnd haben euch mit leren jrre gemacht, vnd ewre Seelen zuruettet, vnd sagen, Jr solt euch beschneiten lassen, vnd das Gesetze halten, welchen wir nichts befolhen haben. [25]Hat es vns gut gedaucht einmuetiglich versamlet, Menner erwelen, vnd zu euch senden, mit vnsern liebsten Barnaba vnd Paulo, [26]welche menschen jre seele dar gegeben haben fur den namen vnsers HERRN Jhesu Christi. [27]So haben wir gesand Judan vnd Silan, welche auch mit worten dasselbige verkuendigen werden. [28]Denn es gefelt dem heiligen Geiste vnd vns, euch keine beschwerung mehr auff zu legen, denn nur diese noetige stueck, [29]Das jr euch enthaltet vom Goetzenopffer vnd vom Blut, vnd vom Erstickten, vnd von Hurerey, Von welchen, so jr euch enthaltet, thut jr recht, Gehabt euch wol.
[30]Da diese abgefertiget waren, kamen sie gen Antiochian, vnd versamleten die menge, vnd vberantworten den Brieff. [31]Da sie den lasen, wurden sie des trostes fro. [32]Judas aber vnd Silas, die auch Propheten waren, ermaneten die Brueder mit vielen reden, vnd stercketen sie. [33]Vnd da sie verzogen eine zeit lang, wurden sie von den Bruedern mit frieden abgefertiget zu den Aposteln. [34]Es gefiel aber Sila, das er da bliebe. [35]Paulus aber vnd Barnabas hatten jr wesen zu Antiochia, lereten vnd predigeten des HErrn wort, sampt vielen andern.
[36]Nach etlichen tagen aber sprach Paulus zu Barnaba, Las vns widerumb ziehen, vnd vnsere Brueder besehen durch alle Stedte, in welchen wir des HERRn wort verkuendigt haben, wie sie sich halten. [37]Barnabas aber gab rat, das sie mit sich nemen Johannem, mit dem zunamen Marcus. [38]Paulus aber achtet es billich, das sie nicht mit sich nemen einen solchen, der von jnen gewichen war in Pamphylia, vnd war nicht mit jnen gezogen zu dem werck. [39]Vnd sie kamen scharff an einander, also, das sie von einander zogen, vnd Barnabas zu sich nam Marcum, vnd schiffte in Cypern, [40]Paulus aber welet Silan, vnd zoch hin, der gnade Gottes befolhen, von den Bruedern. [41]Er zoch aber durch Syrien vnd Cilician, vnd sterckte die Gemeine.
[Bearbeiten] XVI.
Er kam aber gen Derben vnd Lystran, vnd sihe, ein Juenger war daselbs, mit namen Timotheus, eines Juedischen weibes son, die war gleubig, aber eines Grieschischen vaters. [2]Der hatte ein gut geruechte bey den Bruedern, vnter den Lystranern vnd zn Jconien. [3]Diesen wolte Paulus lassen mit sich ziehen, vnd nam vnd beschneit jn vmb der Jueden willen, die an demselbigen ort waren, Denn sie wusten alle, das sein vater war ein Grieche gewesen. [4]Als sie aber durch die Stedte zogen, vberantworten sie jnen zu halten den Spruch, welcher von den Aposteln vnd Eltesten zu Jerusalem beschlossen war. [5]Da wurden die Gemeinen im glauben befestiget, vnd namen zu an der zal teglich.
[6]Da sie aber durch Phrygian vnd das land Galatian zogen, ward jnen geweret von dem heiligen Geiste zu reden das wort in Asia. Paulo erscheinet ein Gesichte. [7]Als sie aber kamen an Mysian, versuchten sie durch Bithynian zu reisen, vnd der Geist lies jnen nicht zu. [8]Da sie aber fur Mysian vberzogen, kamen sie hinab gen Troada, [9]Vnd Paulo erschein ein gesichte bey der nacht, das war ein Man aus Macedonia, der stund vnd bat jn, vnd sprach, Kom ernider in
Macedonian, vnd hilff vns. [10]Als er aber das Gesichte gesehen hatte, da trachten wir also bald zu reisen in Macedonian, gewis, das vns der HErr dahin beruffen hette, jnen das Euangelium zu predigen.
Philippi. [11]Da furen wir aus von Troada, vnd stracks lauffs kamen wir gen Samothracian, Des andern tages gen Neapolin, [12]vnd von dannen gen Philippis, welche ist die Heubtstad des landes Macedonia, vnd eine Freiestad· Wir hatten aber in dieser Stad vnser wesen etliche tage. [13]Des tages der Sabbather, giengen wir hinaus fur die Stad, an das wasser, da man pfleget zu beten, vnd satzten vns, vnd redeten zu den Weibern, die da zusamen kamen. Lydia. [14]Vnd ein gottfuerchtig Weib mit namen Lydia eine Purpurkremerin, aus der stad der Thyatirer, hoerete zu, welcher that der HErr das hertz auff, das sie drauff acht hatte, was von Paulo geredt ward. [15]Als sie aber vnd jr Haus getaufft ward, ermanet sie vns, vnd sprach, So jr mich achtet, das ich gleubig bin an den HErrn, so kompt in mein Haus vnd bleibet alda. Vnd sie zwang vns.
Magd mit dem Warsager geist. etc. [16]Es geschach aber, da wir zu dem Gebet giengen, das eine Magd vns begegnet, die hatte einen warsagergeist, vnd trug jren Herrn viel genies zu mit warsagen. [17]Dieselbige folgete allenthalben Paulo vnd vns nach, schrey vnd sprach, Diese Menschen sind knechte Gottes des allerhoehesten, die euch den weg der seligkeit verkuendigen. [18]Solchs that sie manchen tag. Paulo aber that das wehe, vnd wandte sich vmb, vnd sprach zu dem Geiste, Jch gebiete dir in dem namen Jhesu Christi, das du von jr ausfarest. Vnd er fuhr aus zu derselbigen stunde.
[19]Da aber jre Herrn sahen, das die hoffnung jres genies war ausgefaren, namen sie Paulum vnd Silan, zogen sie auff den marckt fur die Obersten [20]vnd fuereten sie zu den Heubtleuten, vnd sprachen, Diese Menschen machen vnser Stad jrre, vnd sind Jueden, [21]vnd verkuendigen eine Weise, welche vns nicht zimet an zunemen, noch zu thun, weil wir Roemer sind. Paulus vnd Silas gesteupet vnd in Kercker geworffen. [22]Vnd das Volck ward erregt wider sie, vnd die Heubtleute liessen jnen die Kleider abreissen, vnd hiessen sie steupen. [23]Vnd da sie sie wol gesteupt hatten, worffen sie sie ins Gefengnis, vnd geboten dem Kerckermeister, das er sie wol bewarete. [24]Der nam solch gebot an, vnd warff sie in das innerste Gefengnis, vnd leget jre fuesse in den Stock.
[25]Vmb die mitternacht aber beteten Paulus vnd Silas, vnd lobeten Gott. Vnd es hoereten sie die gefangenen, [26]Schnel aber ward ein grosses Erdbeben, also, das sich bewegeten die grundfeste des gefengnis. Vnd von stund an wurden alle Thueren auffgethan, vnd aller Bande los. [27]Als aber der Kerckermeister aus dem schlaffe fuhr, vnd sahe die thueren des gefengnis auffgethan,
zoch er das Schwert aus, vnd wolte sich selbs erwuergen, Denn er meinet, die Gefangenen weren entflohen, [28]Paulus aber rieff laut, und sprach, Thu dir nichts vbels, denn wir sind alle hie.
[29]ER foddert aber ein Liecht vnd sprang hin ein, vnd ward zittern vnd fiel Paulo vnd Sila zun fuessen, [30]vnd fueret sie her aus, vnd sprach, Lieben Herrn, was sol ich thun, das ich selig werde? [31]Sie sprachen, Gleube an den HERRN Jhesum, so wirstu vnd dein Haus selig. [32]Vnd sagten jm das wort des HErrn, vnd allen die in seinem Hause waren. [33]Vnd er nam sie zu sich, in der selbigen stunde der nacht, vnd wusch jnen die strimen abe, Vnd er lies sich teuffen, vnd alle die seinen also balde. [34]Vnd fueret sie in sein haus, vnd setzet jnen einen Tisch, vnd frewet sich mit seinem gantzen hause, das er an Gott gleubig worden war.
[35]Vnd da es tag ward, sandten die Heubtleute Staddiener, vnd sprachen, Las die Menschen gehen. [36]Vnd der Kerckermeister verkuendigete diese rede Paulo, Die Heubtleute haben her gesand, das jr los sein solt, Nu ziehet aus vnd gehet hin mit frieden. [37]Paulus aber sprach zu jnen, Sie haben vns on recht vnd vrteil, oeffentlich gesteupt, die wir doch Roemer sind, vnd in das Gefengnis geworffen, vnd solten vns nu heimlich ausstossen. Nicht also, sondern lasset sie selbs komen, vnd vns hin aus fueren. [38]Die Staddiener verkuendigeten diese wort den Heubtleuten. Vnd sie furchten sich, da sie hoereten, das sie Roemer weren, [39]Vnd kamen vnd ermaneten sie, vnd fuereten sie her aus, vnd baten sie, das sie auszoegen aus der Stad. Lydia. [40]Da giengen sie aus dem gefengnis, vnd giengen zu der Lydia, Vnd da sie die Brueder gesehen hatten vnd getroestet, zogen sie aus.
[Bearbeiten] XVII.
Da sie aber durch Amphipolin vnd Appollonian reiseten, kamen sie gen Thessalonich, da war eine Juedenschule. [2]Nach dem nu Paulus gewonet war, gieng er zu jnen hin ein, vnd redet mit jnen auff drey Sabbathen aus der Schrifft, [3]thet sie jnen auff, und legets jnen fur, Das Christus muste leiden vnd aufferstehen von den todten, vnd, Das dieser Jhesus, den ich, (sprach er) euch verkuendige, ist der Christ. [4]Vnd etliche vnter jnen fielen jm zu, vnd geselleten sich zu Paulo vnd Sila, auch der gotfuerchtigen Griechen eine grosse menge, da zu der furnemesten Weiber nicht wenig.
Jason. [5]Aber die halstarrigen Jueden neideten, vnd namen zu sich etliche boshafftige Menner poebeluolcks, machten eine Rotte, vnd richteten eine Auffrhur in der Stad an, vnd tratten fur das haus Jasonis, vnd suchten sie zu fueren vnter das gemeine volck. [6]Da sie aber sie nicht funden, schleiffeten sie den Jason vnd etliche Brueder fur die Obersten der stad, vnd schrien, Diese, die den gantzen Weltkreis erregen, sind auch herkomen, [7]die herberget Jason. Vnd diese alle handeln wider des Keisers gebot, sagen, Ein ander sey der Koenig, nemlich Jhesus. [8]Sie bewegeten aber das Volck, vnd die Obersten der stad, die solches hoereten. [9]Vnd da sie verantwortung von Jason vnd den andern empfangen hatten, liessen sie sie los.
Berrhoen. [10]Dje Brueder aber fertigeten sie also balde ab bey der nacht Paulum vnd Silan, gen Berrhoen. Da sie dar kamen, giengen sie in die Juedenschule. [11]Denn sie waren, die edlesten vnter denen zu Thessalonich, die namen das wort auff gantz williglich, vnd forscheten teglich in der Schrifft, ob sichs also hielte. [12]So gleubten nu viel aus jnen, auch der griechischen erbarn Weiber vnd Menner nicht wenig.
[13]Als aber die Jueden von Thessalonich erfuren, das auch zu Berrhoen das wort Gottes von Paulo verkuendiget wuerde, kamen sie vnd bewegeten auch alda das volck. Silas. Timotheus. [14]Aber da fertigeten die brueder Paulum also balde ab, das er gieng bis an das meer, Silas aber vnd Timotheus blieben da. Athene. [15]Die aber Paulum geleiten, fuereten jn bis gen Athene, vnd als sie befelh empfiengen an den Silan vnd Timotheum, das sie auffs schierste zu jm kemen, zogen sie hin.
[16]Da aber Paulus jrer zu Athene wartet, Ergrimmet sein Geist in jm, da er sahe die Stad so gar abgoettisch. [17]Vnd er redet zwar zu den Jueden vnd Gottfuerchtigen in der Schule, auch auff dem Marckte alle tage, zu denen, die sich er zu funden. [18]Etliche aber der Epicurer vnd Stoiker Philosophi zanckten mit jm, vnd etliche sprachen, Was wil dieser Lotterbube sagen? Etliche aber, Es sihet als wolte er newe Goetter verkuendigen. Das machet, er hatte das Euangelium von Jhesu vnd von der Aufferstehung jnen verkuendiget. [19]Sie namen jn aber, vnd fuereten jn auff den Richtsplatz, vnd sprachen, Koennen wir auch erfaren, was das fur eine newe Lere sey, die du lerest? [20]Denn du bringest etwas newes fur vnsere ohren, So wolten wir gerne wissen, was das sey. [21]Die Athener aber alle, auch die Auslender vnd Geste, waren gericht auff nichts anders, denn etwas newes zu sagen oder zu hoeren.
[22]Paulus aber stund mitten auff dem Richtsplatz, vnd sprach, Jr menner von Athene, Jch sehe euch, das jr in allen stuecken allzu abergleubig seid. [23]Jch bin her durch gegangen, vnd hab gesehen ewre Gottesdienste, vnd fand einen Altar, dar auff war geschrieben, dem vnbekandten Gott. Nu verkuendige ich euch den selbigen, dem jr vnwissend Gottesdienst thut.
Predigt S. Pauli zu Athene [24]Gott der die Welt gemacht hat, vnd alles was drinnen ist, Sintemal er ein HERR ist Himels vnd der Erden, wonet er nicht in Tempeln mit henden gemacht, [25]Sein wird auch nicht von Menschen henden gepfleget, als der jemands beduerffe, so er selber jederman Leben vnd Adem allenthalben gibt. [26]Vnd hat gemacht, das von einem Blut aller Menschen geschlecht auff dem gantzen Erdboden wonen, vnd hat Ziel gesetzt zuuor versehen, wie lang vnd weit sie wonen sollen, [27]Das sie den HErrn suchen solten, ob sie doch jn fuelen vnd sinden moechten. Vnd zwar, er ist nicht ferne von einem jglichen vnter vns. Aratus. [28]Denn in jm leben, weben, vnd sind wir, Als auch etliche Poeten bey euch gesagt haben, Wir sind seines Geschlechts. [29]So wir denn goettlichs geschlechts sind, Sollen wir nicht meinen, die Gottheit sey gleich den guelden, silbern, steinern, Bilden, durch menschliche gedancken gemacht.
[30]VNd zwar hat Gott die zeit der vnwissenheit vbersehen, Nu aber gebeut er allen Menschen, an allen enden, busse zu thun, [31]Darumb, das er einen tag gesetzt hat, auff welchen er richten wil den kreis des Erdboden, mit gerechtigkeit, durch einen Man, in welchem ers beschlossen hat, vnd jederman furhelt den glauben, nach dem er jn hat von den Todten aufferweckt.
[32]Da sie hoereten die aufferstehung der Todten, Da hattens etliche jren spot, Etliche aber sprachen, Wir wollen dich dauon weiter hoeren. [33]Al- so gieng Paulus von jnen. Dionysius Damaris. [34]Etliche Menner aber hiengen jm an, vnd wurden gleubig, vnter welchen war Dionysius, einer aus dem Rat, vnd ein weib mit namen Damaris, vnd andere mit jnen.
[Bearbeiten] XVIII.
Corinthus Aquila Priscilla. Claudius Darnach schied Paulus von Athene, vnd kam gen Corinthen, [2]vnd fand einen Jueden mit namen Aquila, der geburt aus Ponto, welcher war newlich aus Welschlande komen, sampt seinem weibe Priscilla, darumb, das der Keiser Claudius geboten hatte allen Jueden, zuweichen aus Rom. [3]Zu den selbigen gieng er ein, vnd die weil er gleichs Handwercks war,
Paulus ein Teppichmacher. bleib er bey jnen vnd erbeitet (Sie waren aber des handwercks Teppichmacher) [4]Vnd er leret in der Schule auff alle Sabbather, vnd beredet beide Jueden vnd Griechen.
[5]Da aber Silas vnd Timotheus aus Macedonia kamen, drang Paulum der Geist zu bezeugen den Jueden, Jhesum, das er der Christ sey. [6]Da sie aber widerstrebeten vnd lesterten, schuettelt er die kleider aus, vnd sprach zu jnen, Ewer Blut sey vber ewer heubt, Jch gehe von nu an rein zu den Heiden. Justus Crispus. [7]Vnd macht sich von dannen, vnd kam in ein Haus eines mit namen Just der gottfuerchtig war, vnd desselbigen haus war zu nehest an der Schule. [8]Crispus aber der oberste der Schulen gleubte an den HErrn, mit seinem gantzen hause, Vnd viel Corinther, die zuhoereten, wurden gleubig, vnd liessen sich teuffen.
[9]Es sprach aber der HErr durch ein gesichte in der nacht zu Paulo, Fuerchte dich nicht, sondern rede, vnd schweige nicht, [10]Denn ich bin mit dir, vnd niemand sol sich vnterstehen dir zu schaden, Denn ich habe ein gros Volck in dieser Stad. [11]Er sas aber daselbs ein jar vnd sechs monden, vnd leret sie das wort Gottes.
Gallion. [12]Da aber Gallion Landuogt war in Achia, empoereten sich die Jueden einmuetiglich wider Paulum, vnd fuereten jn fur den Richtstuel, [13]vnd sprachen, Dieser vberredet die Leute Gotte zu dienen, dem Gesetze zu wider. [14]Da aber Paulus wolte den mund auffthun, sprach Gallion zu den Jueden, Wenn es ein freuel oder schalckheit were, lieben Jueden, so hoeret ich euch billich, [15]Weil es aber ein Frage ist von der lere, vnd von den worten, vnd von dem Gesetze vnter euch, So sehet jr selber zu, ich gedencke darueber nicht Richter zu sein. [16]Vnd treib sie von dem Richtstuel. Softhenes. [17]Da ergriffen alle Griechen Softhenen den obersten der Schulen, vnd schlugen jn fur dem Richtstuel, Vnd Gallion nam sichs nicht an.
[18]Paulus aber bleib noch lange daselbs, Darnach machet er seinen abschied mit den Bruedern, vnd wolt in Syrien schiffen, vnd mit jm Priscilla vnd Aquila. Vnd er beschor sein heubt zu Kenchrea, Denn er hatte ein geluebde. [19]Vnd kam hin ab gen Ephesum, vnd lies sie daselbs. Er aber gieng in die Schule vnd redet mit den Jueden. [20]Sie baten jn aber, das er lenger zeit bey jnen bliebe. Vnd er verwilliget nicht, [21]sondern machet seinen abschied mit jnen, vnd sprach, Jch mus aller ding das kuenfftig Fest zu Jerusalem halten, wils Gott, so wil ich zu euch komen. Vnd fuhr weg von Epheso, [22]vnd kam gen Cesarien, und gieng hin auff vnd gruesset die Gemeine. [23]Vnd zoch hin
ab gen Antiochian, [23]vnd verzog etliche zeit. Vnd reiset aus, vnd durchwandelte nach einander das Galatischland vnd Phrygian, vnd sterckete alle Juenger.
Apollo. [24]Es kam aber gen Ephesum ein Juede, mit namen Apollo, der geburt von Alexandria, ein beredter Man, vnd mechtig in der Schrifft. [25]Dieser war vnterweiset den weg des HErrn, vnd redet mit bruenstigem geist, vnd lerete mit vleis von dem HErrn, vnd wuste allein von der tauffe Johannis. Aquila. Priscilla. [26]Dieser fieng an frey zu predigen, in der Schule. Da jn aber Aquila vnd Priscilla hoereten, namen sie jn zu sich, vnd legten jm den weg Gottes noch vleissiger aus. [27]Da er aber wolte in Achaiam reisen, schrieben die Brueder, vnd vermaneten die Juenger, das sie jn auffnamen. Vnd als er dar komen war, halff er viel denen, die gleubig waren worden durch die gnade. [28]Denn er vberwand die Jueden bestendiglich, vnd erweisete oeffentlich durch die Schrifft, Das Jhesus der Christ sey.
[Bearbeiten] XIX.
Ephesus. Es geschach aber, da Apollo zu Corinthen war, das Paulus durchwandelt die oebern Lendern, vnd kam gen Ephesum vnd fand etliche Juenger, [2]zu den sprach er, Habt jr den heiligen Geist empfangen, da jr gleubig worden seid? Sie sprachen zu jm, Wir haben auch nie gehoert, ob ein heiliger Geist sey. [3]Vnd er sprach zu jnen, Wor auff seid jr denn getaufft? Sie sprachen, Auff Johannis tauffe. [4]Paulus aber sprach, Johannes hat getaufft mit der tauffe der Busse, vnd saget dem volck, das sie solten gleuben an den der nach jm komen solte, das ist, an Jhesum, das der Christus sey. [5]Da sie das hoereten, liessen sie sich teuffen auff den namen des HErrn Jhesu. [6]Vnd da Paulus die hende auff sie leget, kam der heilige Geist auff sie, vnd redeten mit Zungen vnd weissageten. [7]Vnd alle der Menner war bey zwelffen.
Paulus prediget zwey jar zu Epheso etc. [8]Er gieng aber in die Schule, vnd predigte frey drey monden lang, leret vnd beredet sie von dem reich Gottes. Tyrannus. [9]Da aber etliche verstockt waren, vnd nicht gleubten, vnd vbel redeten von dem wege fur der menge, Weich er von jnen, vnd sondert abe die Juenger, vnd redet teglich in der Schulen eines, der hies Tyrannus. [10]Vnd dasselbige geschach zwey jar lang, also, das alle die in Asia woneten, das wort des HErrn Jhesu hoereten, beide Jueden vnd Griechen. [11]Vnd Gott wircket nicht geringe Thatten durch die hende Pauli, [12]also, das
sie auch von seiner haut die Schweistuechlin vnd Koller vber die Krancken hielten, vnd die Seuche von jnen wichen, vnd die boesen Geister von jnen ausfuren.
[13]Es vnterwunden sich aber etliche der vmblauffenden Jueden, die da Beschwerer waren, den namen des HErrn Jhesu zu nennen vber die da boese Geister hatten, vnd sprachen, Wir beschweren euch bey Jhesu, den Paulus prediget. [14]Es waren jr aber sieben Soene eines Jueden Sceua des Hohenpriesters, die solchs theten. [15]Aber der boese Geist antwortet, vnd sprach, Jhesum kenne ich wol, vnd Paulum weis ich wol, Wer seid jr aber? [16]Vnd der Mensch, in dem der boese Geist war, sprang auff sie, vnd ward jr mechtig, vnd warff sie vnter sich, also, das sie nacket vnd verwundet aus dem selbigen hause entflohen. [17]Dasselbige aber ward kund allen die zu Epheso woneten, beide Jueden vnd Griechen, vnd fiel eine furcht vber sie alle, Vnd der name des HErrn Jhesu ward hoch gelobet.
[18]Es kamen auch viel dere, die gleubig waren worden, vnd bekandten vnd verkuendigeten, was sie ausgericht hatten. [19]Viel aber die da furwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die Buecher zusamen vnd verbranten sie oeffentlich, vnd vberrechneten was sie werd waren, vnd funden des geldesa funffzig tausent Grosschen. [20]Also mechtig wuchs das wort des HErrn, vnd nam vberhand.
[21]Da das ausgerichtet war, satzte jm Paulus fur im geiste, durch Macedonian vnd Achaian zu reisen, vnd gen Jerusalem zu wandeln, vnd sprach, Nach dem, wenn ich daselbs gewesen bin, mus ich auch Rom sehen. [22]Vnd sandte Zween die jm dieneten, Timotheum, vnd Erastum in Macedonian, er aber verzog eine weile in Asia.
[23]Es erhub sich aber vmb dieselbige zeit nicht eine kleine Bewegung vber diesem wege. [24]Denn einer mit namen Demetrius ein goldschmid, der machet der Diana silberne Tempel, vnd wendet denen vom Handwerck nicht geringen gewinst zu, [25]dieselbigen versamlet er, vnd die Beyerbeiter des- selbigen Handwercks, vnd sprach. Lieben Menner, jr wisset, das wir grossen zugang von diesem Handel haben, [26]Vnd jr sehet vnd hoeret, das nicht allein zu Epheso, sondern auch fast in gantz Asia, dieser Paulus viel Volcks abfellig machet, vberredet, vnd spricht, Es sind nicht Götter, welche von henden gemacht sind. [27]Aber es wil nicht allein vnserm Handel dahin geraten, das er nichts gelte, Sondern auch der tempel der grossen Goettin Diana wird fur nichts geachtet, vnd wird dazu jre Maiestet vntergehen, welcher doch gantz Asia vnd der Weltkreis Gottesdienst erzeiget.
[28]ALs sie das hoereten, Wurden sie vol zorns, schrien vnd sprachen, Gros ist die Diana der Epheser. Gaius Aristarchus. [29]Vnd die gantze Stad ward vol getuemels, Sie stuermeten aber einmuetiglich zu dem Schawplatz, vnd ergrieffen Gaium vnd Aristarchum aus Macedonia Paulus geferten. [30]Da aber Paulus wolt vnter das Volck gehen, liessens jm die Juenger nicht zu. [31]Auch etliche der Obersten in Asia die Paulus gute Freunde waren, sandten zu jm, vnd ermaneten jn, das er sich nicht gebe auff den Schawplatz. [32]Etliche schrien sonst, etliche ein anders. Vnd war die Gemeine jrre, vnd das mehrer teil wuste nicht, warumb sie zu samen komen waren. [33]Etliche aber vom volck zogen Alexandrum erfur, da jn die Jueden erfuer stiessen. Alexander aber wincket mit der hand, vnd wolt sich fur dem Volck verantworten. [34]Da sie aber innen wurden, das er ein Juede war, erhub sich eine stimme von allen vnd schrien bey zwo stunden, Gros ist die Diana der Epheser.
[35]Da aber der Cantzler das volck gestillet hatte, sprach er, Jr Menner von Epheso, welcher Mensch ist, der nicht wisse, das die stad Ephesus sey eine Pflegerin der grossen Goettin Diana, vnd des himlischen Bildes? [36]Weil nu das vnwidersprechlich ist, So solt jr ja stille sein, vnd nichts vnbedechtiges handeln. [37]Jr habt diese Menschen her gefueret, die weder Kirchenreuber noch Lesterer ewer Goettin sind. [38]Hat aber Demetrius vnd die mit jm sind vom Handwerck, zu jemand einen Anspruch, So helt man gericht, vnd sind Landuoegte da, lasset sie sich vnternander verklagen. [39]Wolt jr aber etwas anders handeln, so mag man es ausrichten in einer oerdentlichen Gemeine. [40]Denn wir stehen in der fahr, das wir vmb diese heutigen empoerung verklaget moechten werden, vnd doch keine sache furhanden ist, da mit wir vns solcher Auffrhur entschueldigen moechten. Vnd da er solches gesaget, lies er die Gemeine gehen.
[Bearbeiten] XX.
Da nu die Empoerunge auffgehoeret, rieff Paulus die Juenger zu sich, vnd segenet sie, vnd gieng aus zu reisen in Macedonian. [2]Vnd da er die selbigen Lender durchzoch, vnd sie ermanet hatte mit vielen worten, kam er in Griechenland, vnd verzog alda drey monden. Sopater. Aristarchus. Secundus. Gaius. Timotheus. Tychicus. Trophimus. [3]Da aber jm die Jueden nachstelleten, als er in Syrien wolt faren, ward er zu rat, wider vmb zu wenden durch Macedonian. [4]Es zogen aber mit jm bis in Asia, Sopater von Berrhoen, von Thessalonica aber Aristarchus vnd Secundus, vnd Gaius von Derben vnd Timotheus, aus Asia aber Tychichus vnd Trophimus. [5]Diese giengen vor an vnd harreten vnser zu Troiada, [6]wir aber schifften nach den
Ostertagen von Philippen bis an den fünfften tag, vnd kamen zu jnen gen Troiada, vnd hatten da vnser wesen sieben tage.
[7]Avff einen Sabbath aber, da die Jünger zusamen kamen, das brot zu brechen, prediget jnen Paulus, vnd wolte des andern tages ausreisen, vnd verzoch das Wort bis zu mitternacht. [8]Vnd es waren viel Fackeln auff dem Söller, da sie versamlet waren. Eutichus vom tod erwecket etc. [9]Es sas aber ein Jüungling, mit namen Eutichus, in einem fenster, vnd sanck in einen tieffen Schlaff, die weil Paulus redet, vnd ward vom schlaff vberwogen, vnd fiel hinunter vom dritten Söller, vnd ward tod auffgehaben. [10]Paulus aber gieng hin ab, vnd fiel auff jn, vmbfieng jn, vnd sprach, Machet kein getuemel, denn seine Seele ist in jm. [11]Da ging er hin auff, vnd brach das Brot vnd beis an, vnd redet viel mit jnen, bis der tag anbrach, vnd also zoch er aus. [12]Sie brachten aber den Knaben lebendig, vnd wurden nicht wenig getroestet.
[13]Wjr aber zogen vor an auff dem schiff, vnd furen gen Asson, vnd wolten daselbs Paulum zu vns nemen, Denn er hatte es also befolhen vnd er wolte zu fusse gehen. [14]Als er nu zu vns schlug zu Asson, namen wir jn zu vns, vnd kamen gen Mitylenen. [15]Vnd von dannen schifften wir, vnd kamen des andern tages hin gegen Chion. Vnd des folgenden tages stiessen wir an Samon, vnd blieben in Trogilion. Vnd des nehesten tages kamen wir gen Mileto, [16]Denn Paulus hatte beschlossen, fur Epheso vber zu schiffen, das er nicht mueste in Asia zeit zu bringen, Denn er eilet, auff den Pfingstag zu Jerusalem zu sein, so es jm mueglich were.
Ermanung Pauli an die Eltesten etc. [17]Aber von Mileto sandte er gen Ephesum, vnd lies foddern die Eltesten von der Gemeine. [18]Als aber die zu jm kamen, sprach er zu jnen, Jr wisset von dem ersten tage an, da ich bin in Asiam komen, wie ich alle zeit bin bey euch gewesen, [19]vnd dem HErrn gedienet, mit aller demut, vnd mit viel threnen vnd anfechtungen, die mir sind widerfaren, von den Jueden, so mir nachstelleten, [20]wie ich nichts verhalten habe, das da nützlich ist, das ich euch nicht verkuendiget hette, vnd euch geleret oeffentlich vnd sonderlich, [21]Vnd hab bezeuget, beide den Jueden vnd Griechen, die busse zu Gott, vnd den glauben an vnsern HErrn Jhesu.
[22]VNd nu sihe, ich im Geiste gebunden, fahre hin gen Jerusalem, weis nicht was mir daselbs begegnen wird, [23]On das der heilige Geist in allen Stedten bezeuget, vnd spricht, Bande vnd truebsal warten mein daselbs. [24]Aber ich achte der keines, ich halte mein Leben auch nicht selbs thewer, Auff das ich volende meinen Lauff mit freuden, vnd das Ampt, das ich empfangen habe
von dem HErrn Jhesu, zu bezeugen das Euangelium von der gnade Gottes. [25]Vnd nu sihe, ich weis, das jr mein Angesichte nicht mehr sehen werdet, alle die, durch welche ich gezogen bin, vnd geprediget habe das reich Gottes. [26]Darumb zeuge ich euch an diesem heutigen tage, das ich rein bin von aller Blut, [27]Denn ich habe euch nichts verhalten, das ich nicht verkuendiget hette, alle den rat Gottes.
[28]So habt nu acht auff euch selbs, vnd auff die gantze Herd, vnter welche euch der heilige Geist gesetzt hat zu Bischouen, zu weiden die gemeine Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hatt. [29]Denn das weis ich das nach meinem Abschied werden vnter euch komen grewliche Wolffe, die der Herde nicht verschonen werden. [30]Auch aus euch selbs werden auffstehen Menner, die da verkerete Lere reden, die Juenger an sich zuziehen. [31]Darumb seid wacker vnd dencket daran, das ich nicht abgelassen habe, drey jar, tag vnd nacht, einen jglichen mit threnen zuuermanen.
[32]VND nu, lieben Brueder, ich befelh euch Gott vnd dem Wort seiner gnaden, der da mechtich ist, euch zu erbawen vnd zugeben das Erbe vnter allen die geheiliget werden. [33]Jch habe ewer keines Silber noch Gold noch Kleid begert, [34]Denn jr wisset selber, das mir diese hende zu meiner notdurfft, vnd derer, die mit mir gewesen sind, gedienet haben. [35]Jch habs euch alles gezeiget, Das man also erbeiten muesse, vnd die Schwachen auffnemen, vnd gedencken an das wort des HErrn Jhesu, das er gesagt hat, Geben ist seliger denn nemen.
[36]VND als er solchs gesagt, kniet er nider, vnd betet mit jnen allen. [37]Es ward aber viel weinens vnter jnen allen, vnd fielen Paulo vmb den hals vnd kuesseten jn, [38]Am allermeist betruebt vber dem wort das er sagete, Sie wuerden sein angesicht nicht mehr sehen. Vnd geleiten jn in das Schiff.
[Bearbeiten] XXI.
Als nu geschach, das wir von jnen gewand, da hin furen, kamen wir stracks lauffs gen Co, vnd am folgenden tage gen Rodis, von dannen gen Patara. Tyrus. [2]Vnd als wir ein schiff funden, das in Phenicen fuhr, tratten wir drein, vnd fuhren hin. [3]Als wir aber Cypern ansichtig wurden, liessen wir sie zur lincken hand, vnd schifften in Syrien, vnd kamen an zu Tyro, Denn daselbs solt das schiff die wahre niderlegen.
[4]VND als wir Juenger funden, blieben wir daselbs sieben tage. Die sagten Paulo durch den Geist, er solte nicht hin auff gen Jerusalem ziehen. [5]Vnd
geschach, da wir die tage zubracht hatten, zogen wir aus, vnd wandelten. Vnd sie geleiten vns alle, mit Weib vnd Kindern, bis hin aus fur die Stad, vnd knieten nider am vfer, vnd beteten. [6]Vnd als wir einander gesegneten, tratten wir ins schiff, Jene aber wandten sich wider zu dem jren. [7]Wir aber volzogen die schiffart von Tyro, vnd kamen gen Ptolemaida, vnd gruesseten die Brueder, vnd blieben einen tag bey jnen.
Philippus. [8]Des andern tages zogen wir aus, die wir vmb Paulo waren, vnd kamen gen Cesarien. Vnd giengen in das haus Philippi des Euangelisten, der einer von den sieben war, vnd blieben bey jm. [9]Derselbige hatte vier Toechter, die waren Jungfrawen vnd weissagten.
Agabus. [10]VNd als wir mehr tage da blieben, reiset herab ein Prophet aus Judea mit namen Agabus, vnd kam zu vns. [11]Der nam den guertel Pauli, vnd band seine hende vnd fuesse, vnd sprach, Das saget der heilige Geist, Den Man, des der guertel ist, werden die Jueden also binden zu Jerusalem, vnd vberantworten in der Heiden hende. [12]Als wir aber solchs hoereten, baten wir jn, vnd die desselbigen orts waren, das er nicht hin auff gen Jerusalem zoege. [13]Paulus aber antwortet, Was machet jr, das jr weinet, vnd brechet mir mein Hertz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich zu binden lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem, vmb des namen willen des HErrn Jhesu. [14]Da er aber sich nicht vberreden lies, schwiegen wir, vnd sprachen, Des HErrn wille geschehe.
[15]Vnd nach denselbigen tagen, entledigten wir vns, vnd zogen hin auff gen Jerusalem. [16]Es kamen aber mit vns auch etliche Juenger von Cesarien, vnd fuereten vns zu einem, mit namen Mnason aus Cypern, der ein alter Juenger war, bey dem wir herbergen solten. [17]Da wir nu gen Jerusalem kamen, namen vns die Brueder gerne auff.
[18]Des andern tages aber gieng Paulus mit vns ein zu Jacobo, vnd kamen die Eltesten alle da hin. [19]Vnd als er sie gegruesset hatte, erzelete er eines nach dem andern, was Gott gethan hatte vnter den Heiden, durch sein Ampt. [20]Da sie aber das hoereten, lobeten sie den HErrn, vnd sprachen zu jm, Bruder, Du sihest, wie viel tausent Jueden sind, die gleubig worden sind, vnd sind alle eiuerer vber dem Gesetz. [21]Sie sind aber bericht worden wider dich, Das du lerest von Mose abfallen alle Jueden, die vnter den Heiden sind, vnd sagest, Sie sollen jre Kinder nicht beschneiten, auch nicht nach desselbigen weise wandeln. [22]Was ist denn nu? Aller dinge mus die menge zusamen
komen, Denn es wird fur sie komen, das du komen bist, [23]So thu nu das, das wir dir sagen.
[24]Wjr haben vier Menner, die haben ein geluebde auff sich, Dieselbigen nim zu dir, vnd las dich reinigen mit jnen, vnd wage die Kost an sie, das sie jr heubt bescheren, Vnd alle vernemen, das nicht sey, wes sie wider dich berichtet sind, Sondern, das du auch ein her gehest vnd haltest das Gesetz. [25]Denn den Gleubigen aus den Heiden, haben wir geschrieben, vnd beschlossen, das sie der keines halten sollen, Denn nur sich bewaren fur dem Goetzenopffer, fur Blut, fur Ersticktem, vnd fur Hurerey. [26]Da nam Paulus die Menner zu sich, vnd lies sich des andern tages sampt jnen reinigen, vnd gieng in den Tempel, vnd lies sich sehen, wie er aushielte die tage der reinigung, Bis das fur einen jglichen vnter jnen das Opffer geopffert ward.
Zetergeschrey der Jueden vber Paulum. [27]Als aber die sieben tage solten volendet werden, sahen jn die Jueden aus Asia im Tempel, vnd erregeten das gantze Volck, legten die hende an jn, vnd schrien, [28]Jr Menner von Jsrael, helfft, Dis ist der Mensch, der alle Menschen an allen enden leret wider dis Volck, wider das Gesetz, vnd wider diese Stete, Auch dazu hat er die Griechen in den Tempel gefueret, vnd diese heilige Stete gemein gemacht. [29]Denn sie hatten mit jm in der Stad Trophimum den Epheser gesehen, denselbigen meineten sie, Paulus hette jn in den Tempel gefueret. [30]Vnd die gantze Stad ward beweget, vnd ward ein zulauff des Volcks. Sie griffen aber Paulum, vnd zogen jn zum Tempel hinaus, vnd als bald wurden die thuer zugeschlossen.
[31]Da sie jn aber toedten wolten, kam das geschrey hin auff fur den oebersten Heubtman der Schar, wie das gantze Jerusalem sich empoeret. [32]Der nam von stund an die Kriegsknechte vnd Heubtleute zu sich, vnd lieff vnter sie. Da sie aber den Heubtman vnd die Kriegsknechte sahen, hoereten sie auff Paulum zuschlagen. [33]Als aber der Heubtman nahe herzu kam, nam er jn an, vnd hies jn binden mit zwo ketten, vnd fraget, Wer er were, vnd was er gethan hette? [34]Einer aber rieff dis, der ander das, im Volck. Da er aber nichts gewis erfaren kund, vmb des getuemels willen, hies er jn in das Lager fueren. [35]Vnd als er an die stuffen kam, musten jn die Kriegsknecht tragen, fur gewalt des volcks, [36]Denn es folgete viel volcks nach, vnd schrey, Weg mit jm.
[37]ALs aber Paulus jtzt zum Lager eingefueret ward, sprach er zu dem Heubtman, Thar ich mit dir reden? Er aber sprach, kanstu griechisch? [38]Bistu nicht der Egypter, der vor diesen tagen ein auffrhur gemacht hat, vnd fueretest in die wuesten hin aus vier tausent Meuchelmoerder? [39]Paulus aber sprach, Jch bin ein Juedischer man von Tarsen, ein Buerger einer namhafftigen stad in Cilicia. Jch bitte dich, erleube mir zu reden zu dem volck. [40]Als er aber jm erleubet, trat Paulus auff die stuffen, vnd wincket dem volck, mit der hand. Da nu eine grosse stille ward, redet er zu jnen auff Ebreisch, vnd sprach.
[Bearbeiten] XXII.
Jr Menner, lieben Brueder vnd Veter, hoeret mein verantworten an euch. [2]Da sie aber hoereten, das er auff Ebreisch zu jnen redet, wurden sie noch stiller. Vnd er sprach, [3]Jch bin ein Juedischer man, geborn zu Tarsen in Cilicia, vnd erzogen in dieser Stad zu den fuessen Gamalielis, geleret mit allem vleis im veterlichen Gesetz, Vnd war ein eiuerer vmb Gott, gleich wie jr alle seid heutiges tages, [4]vnd hab diesen Weg verfolget bis an den tod. Jch band sie, vnd vberantwortet sie ins gefengnis, beide Man vnd Weib, [5]wie mir auch der Hohepriester, vnd der gantze hauffe der Eltesten zeugnis gibt von welchen ich Brieue nam an die Brueder, vnd reiset gen Damascon, das ich, die da selbs waren, gebunden fuerete gen Jerusalem, das sie gepeiniget wuerden.
[6]Es geschah aber, da ich hin zoch, vnd nahe bey Damascon kam, vmb den mittag, vmblicket mich schnel ein gros Liecht vom himel, [7]Vnd ich fiel zum Erdboden, vnd hoeret eine stimme, die sprach zu mir, Saul, Saul, was verfolgestu mich? [8]Jch antwortet aber, Herr, wer bistu? Vnd er sprach zu mir, Jch bin Jhesus von Nazareth, den du verfolgest. [9]Die aber mit mir waren, sahen das Liecht, vnd erschracken, die Stimme aber des, der mit mir redet, hoereten sie nicht. [10]Jch sprach aber, HErr, was sol ich thun? Der HErr aber sprach zu mir, Stehe auff, vnd gehe in Damascon, da wird man dir sagen von allem, das dir zu thun verordnet ist. [11]Als ich aber fur klarheit dieses Liechtes nicht sehen kund, ward ich bey der hand geleitet von denen die mit mir waren, vnd kam gen Damascon.
[12]Es war aber ein gottfuerchtiger Man, nach dem Gesetz, Ananias, der ein gut geruechte hatte bey allen Jueden, die da selbs woneten, [13]der kam zu mir, vnd trat bey mich, vnd sprach zu mir, Saul, lieber Bruder, sihe auff. Vnd ich sahe jn an zu der selbigen stunde. [14]Er aber sprach, Gott vnser
Veter hat dich verordnet, das du seinen willen erkennen soltest, vnd sehen den Gerechten, vnd hoeren die stimme aus seinem munde, [15]Denn du wirst sein Zeuge zu allen Menschen sein, des das du gesehen vnd gehoeret hast. [16]Vnd nu, was verzeuchstu? Stehe auff vnd las dich teuffen, vnd abwaschen deine sunde, vnd ruffe an den namen des HErrn.
[17]Es geschach aber, da ich wider gen Jerusalem kam vnd betet im Tempel, das ich entzuecket ward, vnd sahe jn. [18]Da sprach er zu mir, Eile vnd mache dich behend von Jerusalem hin aus, Denn sie werden nicht auffnemen dein Zeugnis von mir. [19]Vnd ich sprach, HErr, sie wissen selbs, das ich gefangen legte, vnd steupte die, so an dich gleubten, in den Schulen hin vnd wider, [20]Vnd da das blut Stephani deines Zeugen vergossen ward, stund ich auch da neben, vnd hatte wolgefallen an seinem tode, vnd verwaret denen die Kleider, die jn toedten. [21]Vnd sprach zu mir, Gehe hin, denn ich wil dich ferne vnter die Heiden senden.
[22]Sje hoereten aber jm zu, bis auff dis wort, vnd huben jre stimme auff, vnd sprachen, Hin weg mit solchem von der erden, Denn es ist nicht billich, das er leben sol. [23]Da sie aber schrien, vnd jre Kleider abworffen, vnd den staub in die lufft worffen, [24]hies jn der Heubtman in das Lager furen, vnd saget, das man jn steupen vnd erfragen solt, Das er erfuere, vmb welcher vrsach willen sie also vber jn rieffen. [25]Als er jn aber mit riemen anband, sprach Paulus zu dem Vnterheubtman, der da bey stund, Jsts auch recht bey euch, einen Roemischen menschen, on vrteil vnd recht geisseln? [26]Da das der Vnterheubtman hoeret, gieng er zu dem Oberheubtman vnd verkuendiget jm, vnd sprach, Was wiltu machen? dieser Mensch ist Roemisch.
[27]DA kam zu jm der Oberheubtman, vnd sprach zu jm, Sage mir, bistu Roemisch? Er aber sprach, Ja. [28]Vnd der Oberheubtman antwortet, Jch habe dis Buergerrecht mit grosser Summa zu wegen gebracht. Paulus aber sprach, Jch aber bin auch Roemisch geborn. [29]Da tratten also balde von jm ab, die jn erfragen solten. Vnd der oeberste Heubtman furchte sich, da er vernam, das er Roemisch war, vnd er jn gebunden hatte. [30]Des andern tages wolt er gewis erkunden, warumb er verklaget wuerde von den Jueden, vnd loeset jn von den banden, vnd hies die Hohenpriester vnd jren gantzen Rat komen, vnd fueret Paulum erfuer, vnd stellet jn vnter sie
[Bearbeiten] XXIII.
Ananias. Paulus aber sahe den Rat an, vnd sprach, Jr Menner, lieben Brueder, Jch habe mit allem guten gewissen gewandelt fur Gott bis auff diesen tag. [2]Der Hohepriester aber Ananias befalh denen die vmb jn stunden, das sie jn auffs maul schluegen. [3]Da sprach Paulus zu jm, Gott wird dich schlahen, du getuenchte wand. Sitzestu vnd richtest mich nach dem Gesetze, vnd heissest mich schlahen wider das gesetze? [4]Die aber vmb her stunden, sprachen, Schiltestu den Hohenpriester Gottes? [5]Vnd Paulus sprach, Lieben Brueder, ich wust es nicht, das er der Hoehepriester ist, Denn es stehet geschrieben, Dem Obersten deines Volcks soltu nicht fluchen.
[6]Als aber Paulus wuste, das ein teil Saduceer war, vnd das ander teil Phariseer, rieff er im Rat, Jr Menner, lieben Brueder, ich bin ein Phariseer vnd eins Phariseers son, Jch werde angeklaget vmb der hoffnung vnd aufferstehung willen der Todten. [7]Da er aber das saget, ward ein auffrhur vnter den Phariseern vnd Saduceern, vnd die menge zurspaltet sich. Saduceer. Phariseer. [8]Denn die Saduceer sagen, es sey keine Aufferstehung, noch Engel noch Geist, die Phariseer aber bekennens beides. [9]Es ward aber ein gros geschrey, Vnd die Schrifftgelerten der Phariseer teil stunden auff, stritten vnd sprachen, Wir finden nichts arges an diesem Menschen. Hat aber ein Geist oder ein Engel mit jm geredt, so koennen wir mit Gott nicht streiten. [10]Da aber die auffrhur gros ward, besorget sich der oeberste Heubtman sie moechten Paulum zureissen, vnd hies das Kriegsuolck hinab gehen, vnd jn von jnen reissen, vnd in das Lager fueren.
[11]Des andern tages aber in der nacht, stund der HErr bey jm, vnd sprach, Sey getrost Paule, Denn wie du von mir zu Jerusalem gezeuget hast, also mustu auch zu Rom zeugen.
[12]Da es aber tag ward, schlugen sich etliche Jueden zusamen, vnd verbanneten sich, weder zu essen noch zu trincken, bis das sie Paulum getoedtet hetten. [13]Jrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten. [14]Die tratten zu den Hohenpriestern vnd Eltesten, vnd sprachen, Wir haben vns hart verbannet, nichts an zu beissen, bis wir Paulum getoedtet haben. [15]So thut nu kund dem Obernheubtman, vnd dem Rat das er jn morgens zu euch fuere, als woltet jr jn bas verhoeren, Wir aber sind bereit jn zu toedten, ehe denn er fur euch kompt.
[16]Da aber Paulus schwester Son den anschlag hoeret, kam er dar, vnd gieng in das Lager, vnd verkuendigets Paulo. [17]Paulus aber rieff zu sich einen von den Vnterheubtleuten, vnd sprach, Diesen Juengling fuere hin zu dem Oberheubtman, denn er hat jm etwas zusagen. [18]Der nam jn an, vnd fueret jn zum Oberheubtman, vnd sprach, Der gebunden Paulus rieff mir zu sich, vnd bat mich, diesen Juengling zu dir zu fueren, der dir etwas zusagen habe.
[19]DA nam jn der Oberheubtman bey der hand, vnd weich an einen sondern ort, vnd fraget jn, Was ists, das du mir zu sagen hast? [20]Er aber sprach, Die Jueden sind eins worden, dich zu bitten, das du morgen Paulum fur den Rat bringen lassest, als wolten sie jn bas verhoeren. [21]Du aber trawe jnen nicht, Denn es halten auff jn mehr denn vierzig Menner vnter jnen, die haben sich verbannet, weder zu essen noch zu trincken, bis sie Paulum toedten, vnd sind jtzt bereit, vnd warten auff deine verheissung.
[22]Da lies der Oberheubtman den Juengling von sich, vnd gebot jm, das er niemand sagete, das er jm solchs eroeffnet hette. [23]Vnd rieff zu sich zween Vnterheubtleuten, vnd sprach, Ruestet zwey hundert Kriegsknecht, das sie gen Cesarien ziehen, vnd siebenzig Reuter, vnd zwey hundert Schuetzen, auff die dritte stund der nacht, [24]vnd die Thiere richtet zu, das sie Paulum drauff setzen, vnd bringen jn bewaret zu Felix dem Landpfleger, [25]Vnd schreib einen Brieff, der hielt also.
[26]CLaudius Lysias, dem thewren Landpfleger Felix, Freude zuuor.
Felix. [27]Djesen Man hatten die Jueden gegriffen, vnd wolten jn getoedtet haben. Da kam ich mit dem Kriegsuolck da zu, vnd reis jn von jnen, vnd erfur das er ein Roemer ist. [28]Da ich aber mich wolte erkuendigen der Vrsache darumb sie jn beschueldigeten, fueret ich jn in jren Rat. [29]Da befand ich, das er beschueldiget ward von den fragen jres Gesetzes, Aber keine anklage hatte, des todes oder der bande werd. [30]Vnd da fur mich kam, Das etliche Jueden auff jn hielten, sandte ich jn von stund an zu dir, vnd entbot den Klegern auch, das sie fur dir sagten, was sie wider jn hetten. Gehab dich wol.
[31]Dje Kriegsknechte, wie jnen befolhen war, namen Paulum, vnd fuereten jn bey der nacht gen Antipatriden. [32]Des andern tages aber liessen sie die Reuter mit jm ziehen, vnd wandten widerumb zum Lager. [33]Da die gen Cesarien kamen, vberantworten sie den Brieff dem Landpfleger, vnd stelleten jm Paulum auch dar. [34]Da der Landpfleger den brieff las, fraget er, Aus welchem Lande er were? Vnd da er erkundet, das er aus Cilicia were, sprach er, [35]Jch wil dich verhoeren, wenn deine Verkleger auch da sind. Vnd hies jn verwaren in dem richthause Herodis.
[Bearbeiten] XXIIII.
Vber fuenff tage zoch hin ab der Hohepriester Ananias mit den Eltesten, vnd mit dem Redener Tertullo, die erschienen fur dem Landpfleger wider Paulum. [2]Da er aber beruffen ward, fieng an Tertullus zu verklagen, vnd sprach, [3]Das wir in grossem Friede leben vnter dir, vnd viel redlicher Thatten diesem Volck widerfaren, durch deine fursichtigkeit, aller thewerster Felix, das nemen wir an allewege vnd allenthalben, mit aller danckbarkeit. [4]Auff das ich aber dich nicht zu lange auffhalte, bitte ich dich, du woltest vns kuertzlich hoeren, nach deiner Gelindigkeit.
Tertullus verklagt Paulum etc. [5]Wir haben diesen Man funden, schedlich, vnd der auffrhur erreget allen Jueden auff dem gantzen Erdboden, vnd einen furnemesten der Secten der Nazarener, [6]der auch versucht hat den Tempel zu entweihen. Welchen wir auch griffen, vnd wolten jn gerichtet haben nach vnserm Gesetz. [7]Aber Lysias der Heubtman vnterkam das, vnd fueret jn mit grosser gewalt aus vnsern henden, [8]vnd hies seine Verkleger zu dir komen. Von welchem du kanst, so du es erforschen wilt, dich des alles erkuendigen, vmb was wir jn verklagen. [9]Die Jueden aber redeten auch dazu, vnd sprachen, Es hielte sich also.
Paulus verantwortet sich. [10]Paulus aber, da jm der Landpfleger wincket zu reden, antwortet. Die weil ich weis, das du in diesem Volck, nu viel jar ein Richter bist, wil ich vnerschrocken mich verantworten, [11]Denn du kanst erkennen, das nicht mehr denn zwelff tage sind, das ich bin hin auff gen Jerusalem komen an zubeten, [12]Auch haben sie mich nicht funden im Tempel mit jemand reden, oder eine auffrhur machen im Volck, noch in den Schulen, noch in den Stedten, [13]Sie koennen mir auch nicht beybringen, des sie mich verklagen.
[14]DAs bekenne ich aber dir, Das ich nach diesem wege, den sie eine Secten heissen, diene ich also dem Gott meiner Veter, das ich gleube allem, was geschrieben stehet im Gesetze vnd in den Propheten, [15]Vnd habe die hoffnung zu Gott, auff welche auch sie selbs warten, nemlich, Das zukuenfftig sey die Aufferstehung der todten, beide der Gerechten vnd Vngerechten. [16]Jn dem selbigen aber vbe ich mich zu haben ein vnuerletzt Gewissen allenthalben, beide gegen Gott vnd den Menschen.
[17]ABer nach vielen jaren bin ich komen, vnd hab eine almosen bracht meinem Volck vnd opffer, [18]Darueber funden sie mich, das ich mich reinigen lies im Tempel, on alle rumor vnd getuemel. [19]Das waren aber etliche Jueden aus Asia, welche solten hie sein fur dir, vnd mich verklagen, so sie etwas zu
mir hetten, [20]Ober las diese selbs sagen, ob sie etwas vnrechts an mir funden haben, die weil ich stehe fur dem Rat, [21]On vmb des einigen worts willen, da ich vnter jnen stund, vnd rieff, Vber der aufferstehung der todten werde ich von euch heute angeklaget.
[22]Da aber Felix solchs hoeret, zoch er sie auff, Denn er wuste fast wol vmb diesen weg, vnd sprach, Wenn Lysias der Heubtman her ab kompt, so wil ich mich ewres dinges erkuendigen. [23]Er befalh aber dem Vnterheubtman Paulum zu behalten, vnd lassen ruge haben, vnd niemand von den seinen weren, jm zu dienen oder zu jm zu komen.
Felix. Drnsilla. [24]Nach etlichen tagen aber, kam Felix mit seinem weibe Drusilla, die eine Juedin war, vnd foddert Paulum, vnd hoeret jn von dem glauben an Christo, [25]Da aber Paulus redet von der Gerechtigkeit, vnd von der Keuscheit, vnd von dem zukunfftigen Gerichte, erschrack Felix, vnd antwortet, Gehe hin auff dis mal, wenn ich gelegene zeit hab, wil ich dir her lassen ruffen. [26]Er hoffet aber da neben, das jm von Paulo solte geld gegeben werden, das er jn los gebe, Darumb er jn auch offt foddern lies, vnd besprach sich mit jm. [27]Da aber zwey jar vmb waren, kam Portius Festus an Felix stat. Felix aber wolte den Jueden eine wolthat erzeigen, vnd lies Paulum hinder sich gefangen.
[Bearbeiten] XXV.
Portius Festus. Da nu Festus ins Land komen war, zoch er vber drey tage hin auff von Cesarien gen Jerusalem. [2]Da erschienen fur jm die Hohenpriester, vnd die Furnemesten der Jueden wider Paulum, vnd ermaneten jn, [3]vnd baten vmb gunst wider jn, Das er jn foddern lies gen Jerusalem, vnd stelleten jm nach, das sie jn vnterwegen vmbbrechten. [4]Da antwortet Festus, Paulus wuerde ja behalten zu Cesarien, Aber er wuerde in kurtz wider da hin ziehen. [5]Welche nu vnter euch (sprach er) koennen, die lasset mit hin ab ziehen, vnd den Man verklagen, so etwas an jm ist.
[6]Da er aber bey jnen mehr denn zehen tage gewesen war, zoch er hin ab gen Cesarea. Vnd des andern tages satzt er sich auff den Richtstuel, vnd hies Paulum holen. [7]Da der selbige aber dar kam, Tratten vmb her die Jueden, die von Jerusalem herab komen waren, vnd brachten auff viel vnd schwere Klage wider Paulum, welche sie nicht mochten beweisen, [8]Die weil er sich verantwortet, Jch hab weder an der Jueden gesetz, noch an dem Tempel, noch am Keiser mich versuendiget.
[9]FEstus aber wolte den Jueden eine gunst erzeigen, vnd antwortet Paulo, vnd sprach, Wiltu hin auff gen Jerusalem, vnd daselbs vber diesem dich fur mir richten lassen? [10]Paulus aber sprach, Jch stehe fur des Keisers gerichte, da sol ich mich lassen richten. Den Jueden habe ich kein leid gethan, wie auch du auffs beste weissest. [11]Habe ich aber jemand leide gethan, vnd des todes werd gehandelt, so wegere ich mich nicht zu sterben. Jst aber der keines nicht, des sie mich verklagen, so kan mich jnen niemand ergeben. Jch beruffe mich auff den Keiser. [12]Da besprach sich Festus mit dem Rat, vnd antwortet, Auff den Keiser hastu dich beruffen, zum Keiser soltu ziehen.
Agrippas Bernice. [13]Aber nach etlichen tagen, kamen der koenig Agrippas vnd Bernice gen Cesarien, Festum zu empfahen. [14]Vnd da sie viel tage daselbs gewesen waren, leget Festus dem Koenige den handel von Paulo fur, vnd sprach, Es ist ein Man von Felix hinder gelassen gefangen, [15]vmb welches willen die Hohenpriester vnd Eltesten der Jueden fur mir erschienen, da ich zu Jerusalem war, vnd baten, ich solte jn richten lassen. [16]Welchen ich antwortet, Es ist der Roemer weise nicht, das ein Mensch ergeben werde vmb zubringen, ehe denn der Verklagte habe seine Kleger gegenwertig, vnd raum empfahe, sich der Anklage zu verantworten.
[17]DA sie aber her zusamen kamen, machet ich keinen auffschub, vnd hielt des andern tages gerichte, vnd hies den Man furbringen. [18]Von welchem, da die Verkleger aufftratten, brachten sie der vrsache keine auff, der ich mich versahe. [19]Sie hatten aber etliche Fragen wider jn, von jrem Aberglauben, vnd von einem verstorbenen Jhesu, von welchem Paulus sagete er lebete. [20]Da ich aber mich der Frage nicht verstund, sprach ich, Ob er wolte gen Jerusalem reisen, vnd daselbs sich darueber lassen richten. [21]Da aber Paulus sich berieff, das er auffs Keisers erkentnis behalten wuerde, hies ich jn behalten, bis das ich jn zum Keiser sende. [22]Agrippas aber sprach zu Festo, Jch moechte den Menschen auch gerne hoeren. Er aber sprach, Morgen soltu jn hoeren.
[23]Vnd am andern tage, da Agrippas vnd Bernice kamen mit grossem geprenge, vnd giengen in das Richthaus mit den Heubtleuten vnd furnemsten Mennern der stad, Vnd da es Festus hies, ward Paulus bracht. [24]Vnd Festus sprach, Lieber koenig Agrippa, vnd alle jr Menner, die jr mit vns hie seid, da sehet jr den, vmb welchen mich die gantze menge der Jueden angelanget hat, beide zu Jerusalem vnd auch hie, vnd schreien, Er solle nicht lenger leben. [25]Jch aber da ich vernam, das er nichts gethan hatte das des todes werd sey, vnd er auch selber sich auff den Keiser berieff, hab ich beschlossen,
jn zu senden. [26]Von welchem ich nichts gewisses habe, das ich dem Herrn schreibe. Darumb habe ich jn lassen er fuer bringen fur euch, allermeist aber fur euch, koenig Agrippa, auff das ich nach geschehener erforschung haben muege, was ich schreibe. [27]Denn es duencket mich vngeschickt ding sein, einen Gefangen zu schicken, vnd kein Vrsache wider jn anzeigen.
[Bearbeiten] XXVI.
Agrippas. Agrippas aber sprach zu Paulo, Es ist dir erleubet fur dich zu reden. Da verantwortet sich Paulus, vnd recket die hand aus, [2]Es ist mir sehr lieb, lieber Koenig Agrippa, das ich mich heute fur dir verantworten sol, alles des ich von den Jueden beschuldiget werde, [3]Allermeist, weil du weissest, alle Sitten vnd Fragen der Jueden, Darumb bitte ich dich, woltest mich gedueltiglich hoeren.
Phariseer Secte. [4]Zwar mein Leben von Jugent auff, wie das von anfang vnter diesem volck zu Jerusalem zubracht ist, wissen alle Jueden, [5]die mich vor hin gekand haben, wenn sie wolten bezeugen, Denn ich bin ein Phariseer gewest, welche ist die strengste Secten vnsers Gottesdiensts. [6]Vnd nu stehe ich, vnd werde angeklagt vber der hoffnung an die Verheissunge, so geschehen ist von Gott zu vnsern Vetern, [7]zu welcher hoffen die zwelff Geschlecht der vnsern zu komen, mit Gottesdienst tag vnd nacht emsiglich. Dieser hoffnung halben, werde ich, lieber koenig Agryppa, von den Jueden beschueldiget. [8]Warumb wird das fur vngleublich bey euch gerichtet, das Gott todten aufferweckt?
[9]Zwar ich meinete auch bey mir selbs, ich muesste viel zu wider thun dem namen Jhesu von Nazareth, [10]Wie ich denn auch zu Jerusalem gethan hab, Da ich viel Heiligen in das gefengnis verschlos, Daruber ich macht von den Hohenpriestern empfieng, vnd wenn sie erwuerget wurden, halff ich das Vrteil sprechen. [11]Vnd durch alle Schulen peiniget ich sie offte, vnd zwang sie zu lestern, vnd war vberaus vnsinnig auff sie, verfolget sie auch bis in die frembde Stedte. [12]Vber welchem, da ich auch gen Damascum reiset, mit macht vnd befelh von den Hohenpriestern, [13]mitten am tage, lieber Koenig, sahe ich auff dem wege, das ein Liecht vom Himel, heller denn der Sonnen glantz, mich vnd die mit mir reiseten vmbleuchtet.
[14]DA wir aber alle zur erden nider fielen, hoeret ich eine stimme reden zu mir, die sprach auff Ebreisch, Saul, Saul, was verfolgestu mich? Es wird dir schweer sein, wider den Stachel zu lecken. [15]Jch aber sprach, HErr, wer bistu? Er sprach, Jch bin Jhesus den du verfolgest. Aber stehe auff, vnd trit auff deine fuesse. [16]Denn dazu bin ich dir erschienen, das ich dich ordene zum Diener vnd Zeugen, des, das du gesehen hast, vnd das ich dir noch wil erscheinen lassen, [17]Vnd wil dich erretten von dem Volck, vnd von den Heiden, vnter welche ich dich jtzt sende, [18]auffzuthun jre augen, Das sie sich bekeren von der Finsternis zu dem Liecht, vnd von der gewalt des Satans zu Gott, zu empfahen vergebung der suende, vnd das Erbe, sampt denen, die geheiliget werden durch den glauben an mich.
[19]DA her, lieber koenig Agrippa, war ich der himlischen Erscheinung nicht vngleubig, [20]sondern verkuendiget, zu erst, denen zu Damasco, vnd zu Jerusalem, vnd in alle gegend Juedischs landes, auch den Heiden, das sie Busse theten, vnd sich bekereten zu Gott, vnd theten rechtschaffene werck der Busse. [21]Vmb des willen haben mich die Jueden im Tempel gegriffen, vnd vnterstunden mich zu toedten. [22]Aber durch huelffe Gottes ist mir gelungen, vnd stehe bis auff diesen tag, vnd zeuge, beide dem kleinen vnd grossen, vnd sage nichts ausser dem, das die Propheten gesagt haben, das es geschehen solt, vnd Moses, [23]Das Christus solt leiden, vnd der erste sein aus der Aufferstehung von den den todten, vnd verkuendigen ein Liecht dem Volck vnd den Heiden.
Festus. [24]Da er aber solches zur Verantwortung gab, sprach Festus mit lauter stimme, Paule, du rasest. Die grosse kunst machet dich rasend. [25]Er aber sprach, Mein thewr Feste, ich rase nicht, sondern ich rede ware vnd vernuenfftige wort. [26]Denn der Koenig weis solchs wol, zu welchem ich freidig rede, denn ich achte, jm sey der keines nicht verborgen. Denn solchs ist nicht im winckel geschehen. [27]Gleubestu koenig Agrippa den Propheten? Jch weis das du gleubest. [28]Agrippas aber sprach zu Paulo, Es feilet nicht viel, du vberredest mich, das ich ein Christen wuerde. [29]Paulus aber sprach, Jch wuendschet fur Gott, es feilet an viel oder an wenig, das nicht alleine du, sondern alle die mich heute hoeren, solche wuerden, wie ich bin, Ausgenomen diese bande.
[30]VNd da er das gesaget, stund der Koenig auff vnd der Landpfleger, vnd Bernice, vnd die mit jnen sassen, [31]vnd entwichen beseits, redeten mit einander, vnd sprachen, Dieser Mensch hat nichts gethan, das des todes oder der bande werd sey. [32]Agrippas aber sprach zu Festo, Dieser Mensch hette kuenden los gegeben werden, wenn er sich nicht auff den Keiser beruffen hette.
[Bearbeiten] XXVII.
Julius. Da es aber beschlossen war, das wir in Welschland schiffen solten, vbergaben sie Paulum vnd etliche ander gefangene, dem Vnterheubtman, mit namen Julio, von der Keiserischen schar. Aristarchus. [2]Da wir aber in ein Adramitisch schiff tratten, das wir an Asian hin schiffen solten, fuhren wir von lande Vnd war mit vns Aristarchus aus Macedonia von Thessalonich, [3]vnd kamen des andern tages an zu Sidon. Vnd Julius hielt sich freundlich gegen Paulum, erleubet jm zu seinen guten Freunden zu gehen, vnd seiner pflegen.
[4]VNd von dannen stiessen wir ab, vnd schifften vnter Cypern hin, darumb das vns die winde entgegen waren, [5]vnd schifften auff dem meer fur Cilicia vnd Pamphylia vber, vnd kamen gen Myra, in Lycia, [6]vnd daselbs fand der Vnterheubtman ein schiff von Alexandria, das schiffet in Welschland, vnd lud vns drauff. [7]Da wir aber langsam schifften, vnd in viel tagen kaum gegen Gnidum kamen (Denn der wind wehrete vns) schifften wir vnter Creta hin, nach der stad Salmone, [8]vnd zogen kaum fur vber, da kamen wir an eine Stete, die heisset Gutfurt, da bey war nahe die stad Lasea.
[9]Da nu viel zeit vergangen war, vnd nu mehr fehrlich war zu schiffen, darumb, das auch die Fasten schon fur uber war, vermanet sie Paulus, [10]vnd sprach zu jnen, Lieben Menner, ich sehe, das die schiffart wil mit beleidigung vnd grossem schaden ergehen, nicht allein der last vnd des schiffes, sondern auch vnsers Lebens. [11]Aber der Vnterheubtman gleubet dem Schiffherrn vnd dem Schiffman mehr, denn dem das Paulus saget. [12]Vnd da die Anfurt vngelegen war zu wintern, bestunden jr das mehrer teil auff dem rat, von dannen zu faren, ob sie kuendten komen gen Phenica zu wintern, welches ist eine anfurt an Creta, gegen dem winde Sudwest vnd Nordwest. [13]Da aber der Sudwind webd, vnd sie meineten, sie hetten nu jr furnemen, erhuben sie sich gen Asson, vnd fuhren an Creta hin.
[14]NJcht lange aber darnach, erhub sich wider jr furnemen eine windsbraut, die man nennet Nordost. [15]Vnd da das Schiff ergriffen ward, vnd kund sich nicht wider den wind richten, gaben wirs dahin, vnd schwebeten also. [16]Wir kamen aber an eine Jnsulen, die heisset Clauda, da kundten wir kaumet einen Kahn ergreiffen, [17]den huben wir auff, vnd brauchten der huelffe, vnd bunden jn vnten an das schiff, Denn wir furchten, es moechte in die Sirten
fallen, vnd liessen das gefesse hin vnter, vnd fuhren also. [18]Vnd da wir gros Vngewitter erlitten hatten, da theten sie des nehesten tages einen auswurff. [19]Vnd am dritten tage, wurffen wir mit vnsern henden aus die Bereidschafft im schiffe. [20]Da aber in vielen tagen weder Sonne noch Gestirn erschein, vnd nicht ein klein Vngewitter vns wider war, war alle hoffnung vnsers lebens dahin.
[21]Vnd da man lange nicht gessen hatte, trat Paulus ins mittel vnter sie, vnd sprach, Lieben Menner, man solt mir gehorchet, vnd nicht von Creta aufgebrochen haben, vnd vns dieses leides vnd schadens vberhebt haben. [22]Vnd nu ermane ich euch, das jr vnuerzagt seid, Denn keines Leben aus vns wird vmbkomen, on das schiff. [23]Denn diese nacht ist bey mir gestanden der Engel Gottes, des ich bin, vnd dem ich diene, [24]vnd sprach, Fuerchte dich nicht Paule, du must fur den Keiser gestellet werden, Vnd sihe, Gott hat dir geschenckt alle die mit dir schiffen. [25]Darumb, lieben Menner, seid vnuerzagt, Denn ich gleube Gott, es wird also geschehen, wie mir gesagt ist. [26]Wir muessen aber anfaren an eine Jnsulen.
[27]Da aber die vierzehende nacht kam, vnd wir in Adria furen vmb die mitternacht, wehneten die Schiffleute, sie kemen etwa an ein Land. [28]Vnd sie senckten den Bleywurff ein, vnd funden zwentzig klaffter tieff, Vnd vber ein wenig von dannen, senckten sie aber mal, vnd funden funffzehen Klaffter. [29]Da furchten sie sich, sie wuerden an harte Orte anstossen, vnd worffen hinden vom schiffe vier Ancker, vnd wuendscheten das tag wuerd. [30]Da aber die Schiffleute die flucht suchten aus dem schiffe, vnd den Kahn niderliessen in das meer, vnd gaben fur, sie wolten die ancker forne aus dem schiffe lassen, [31]sprach Paulus zu dem Vnterheubtman vnd zu den Kriegsknechten, Wenn diese nicht im schiffe bleiben, so kuend jr nicht beim leben bleiben. [32]Da hieben die Krigsknechte die stricke ab von dem kahn, vnd liessen jn fallen.
[33]Vnd da es anfieng liecht zu werden, ermanet sie Paulus alle, das sie Speise nemen, vnd sprach, Es ist heute der vierzehende tag, das jr wartet vnd vngeessen blieben seid, vnd habt nichts zu euch genomen. [34]Darumb ermane ich euch speise zu nemen, euch zu laben, Denn es wird ewer keinem ein har von dem heubt entfallen. [35]Vnd da er das gesaget, nam er das Brot, dancket Gott fur jnen allen, vnd brachs, vnd fieng an zu essen. [36]Da wurden sie alle guts muts, vnd namen auch speise. [37]Vnser waren
aber alle zusamen im schiff, zwey hundert vnd sechs vnd siebenzig Seelen. [38]Vnd da sie sat wurden, erleichterten sie das schiff, vnd worffen das getreide in das Meer.
[39]Da es aber tag ward, kandten sie das Land nicht. Eines Anfurts aber wurden sie gewar, der hatte ein vfer, da hin an wolten sie das schiff treiben, wo es mueglich were. [40]Vnd da sie die ancker auffgehuben, liessen sie sich dem Meer, vnd loeseten die ruderband auff, vnd richteten den Segelbawm nach dem winde, vnd trachten nach dem vfer. [41]Vnd da wir furen an einen ort, der auff beiden seiten Meer hatte, sties sich das schiff an, vnd das fodderteil bleib feste stehen vnbeweglich, Aber das hinder teil zubrach, von der gewalt der wellen.
[42]DJe Kriegsknechte aber hatten einen rat, die Gefangenen zu toedten, das nicht jemand, so eraus schwuemme entfloehe. [43]Aber der Vnterheubtman wolte Paulum erhalten, vnd weret jrem furnemen, vnd hies die da schwimmen koendten, sich zu erst in das Meer lassen vnd entgehen an das land, [44]die andern aber, etliche auff den bretern, etliche auff dem, das vom schiffe war. Vnd also geschach es, das sie alle erhalten, zu lande kamen.
[Bearbeiten] XXVIII.
Vnd da wir auskamen, erfuren wir, das die Jnsulen Melite hies. [2]Die Leutlin aber erzeigeten vns nicht geringe freundschafft, Zuendeten ein fewr an, vnd namen vns alle auff, vmb des regens, der vber vns komen war, vnd vmb der kelte willen.
[3]Da aber Paulus einen hauffen reiser zusamen raffelt, vnd legt es auffs fewr, kam ein Otter von der hitze, vnd fuhr Paulo an seine hand. [4]Da aber die Leutlin sahen, das thier an seiner hand hangen, sprachen sie vnternander, Dieser Mensch mus ein Moerder sein, welchen die rache nicht leben lesset, ob er gleich dem meer entgangen ist. [5]Er aber schlenckert das thier ins fewr, vnd jm widerfur nichts vbels. [6]Sie aber warteten, wenn er schwellen wurde oder tod nider fallen. Da sie aber lange warteten, vnd sahen, das jm nichts vngehewres widerfur, verwandten sie sich, vnd sprachen, Er were ein Gott.
Publius. [7]An denselbigen oertern aber hatte der Oberste in der Jnsulen, mit namen Publius, ein Furwerck, der nam vns auff, vnd herberget vns drey tage freundlich. [8]Es geschach aber, das der Vater Publij am Fieber vnd an der Rhure lag. Zu dem gieng Paulus hinein vnd betet, vnd leget die hand auff jn, vnd machet jn gesund. [9]Da das geschach, kamen auch die andern in der Jnsulen erzu, die Kranckheit hatten, vnd liessen sich gesund machen, [10]vnd
sie theten vns grosse Ehre, Vnd da wir auszogen, luden sie auff, was vns not war.
[11]Nach dreien monden aber schifften wir aus in einem schiffe von Alexandria, welchs in der Jnsulen gewintert hatte, vnd hatte ein Panir der Zwilling. [12]Vnd da wir gen Syracusa kamen, blieben wir drey tage da. [13]Vnd da wir vmbschiffeten, kamen wir gen Region vnd, nach einem tag, da der Sudwind sich erhub, kamen wir des andern tages gen Puteolen, [14]Da funden wir Bruedere, vnd wurden von jnen gebeten, das wir sieben tage da blieben. Vnd also kamen wir gen Rom. [15]Vnd von dannen, da die Bruedere von vns hoereten, giengen sie aus vns entgegen, bis gen Appifer vnd Tretabern. Da die Paulus sahe, dancket er Gott, vnd gewan eine zuuersicht. [16]Da wir aber gen Rom kamen, vberantwortet der Vnterheubtman die Gefangenen dem oebersten Heubtman. Aber Paulo ward erleubet zu bleiben, wo er wolt mit einem Kriegsknechte, der sein huetet.
[17]Es geschach aber nach dreien tagen, das Paulus zusamen rieff die Fuernemesten der Jueden. Da dieselbigen zusamen kamen, sprach er zu jnen, Jr Menner, lieben Brueder, ich hab nichts gethan wider vnser Volck, noch wider veterliche Sitten, Vnd bin doch gefangen aus Jerusalem vbergeben in der Roemer hende, [18]Welche, da sie mich verhoeret hatten, wolten sie mich los geben, die weil keine vrsach des todes an mir war. [19]Da aber die Jueden da wider redeten, ward ich genoetiget, mich auff den Keiser zu beruffen, nicht als hette ich mein Volck etwas zuuerklagen. [20]Vmb der vrsache willen, habe ich euch gebeten, das ich euch sehen vnd ansprechen moechte. Denn vmb der hoffnung willen Jsraelis bin ich mit dieser Ketten vmbgeben.
[21]Sje aber sprachen zu jm, Wir haben weder schrifft empfangen aus Juedea deinet halben, noch kein Bruder ist komen, der von dir etwas arges verkuendiget oder gesaget habe. [22]Doch wollen wir von dir hoeren, was du heltest, Denn von dieser Secten ist vns kund, das jr wird an allen enden widersprochen. [23]Vnd da sie jm einen tag bestimpten, kamen viel zu jm in die Herberge, welchen er ausleget vnd bezeuget das reich Gottes, vnd prediget jnen von Jhesu, aus dem Gesetze Mosi, vnd aus den Propheten, von fruee morgen an, bis an den abend. [24]Vnd etliche fielen zu dem, das er saget Etliche aber gleubten nicht.
[25]Da sie aber vnternander mishellig waren, giengen sie weg, als Paulus ein wort redet, Das wol der heilige Geist gesagt hat, durch den propheten Jsaiam zu vnsern Vetern, [26]vnd gesprochen, Gehe hin zu diesem Volck,
vnd sprich, Mit den Ohren werdet jrs hoeren, vnd nicht verstehen, vnd mit augen werdet jrs sehen, vnd nicht erkennen. [27]Denn das hertz dieses Volcks ist verstocket, vnd sie hoeren schwerlich mit ohren, vnd schlummern mit jren augen, Auff das sie nicht der mal eines sehen mit den augen vnd hoeren mit den ohren, vnd verstendig werden im hertzen, vnd sich bekeren, das ich jnen huelffe. [28]So sey es euch kund gethan, das den Heiden gesand ist dis heil Gottes, vnd sie werdens hoeren. [29]Vnd da er solchs redet, giengen die Jueden hin, vnd hatten viel Fragens vnter jnen selbs.
[30]Paulus aber bleib zwey jar in seinem eigen Gedinge, vnd nam auff alle die zu jm einkamen, [31]prediget das reich Gottes, vnd lerete von dem HERRN Jhesu, mit aller freidigkeit vnuerbotten.
[Bearbeiten] Siehe auch
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