Lutherbibel/Galater (1546)
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[Bearbeiten] Vorrede auff die Epistel S. Pauli: an die Galater.
Dje Galater waren durch S. Paulum zu dem rechten Christen glauben, vnd ins Euangelium von dem Gesetz gebracht. Aber nach seinem abschied kamen die falschen Apostel, die der rechten Apostel Juenger waren, vnd wandten die Galater wider vmb, das sie gleubten, Sie muesten durch des Gesetzes werck selig werden, vnd theten suende, wo sie nicht des Gesetzes werck hielten, Wie Act. xv. auch etliche zu Jerusalem hohe Leute furgaben.
DJesen zu entgegen, hebet S. Paulus sein Ampt hoch, vnd wil sich nichts weniger gehalten haben, denn ein ander Apostel. Vnd rhuemet allein von Gott seine lere vnd ampt, Auff das er den rhum der falschen Apostel, die sich mit der rechten Apostel werck vnd namen behulffen, dempffte, vnd spricht, Es sey nicht recht wens gleich ein Engel anders prediget, oder er selbs, Schweige denn, wenn es der Apostel juenger, oder sie selbs anders lereten.
[I. II.] DAs thut er im j. vnd ij. Capit. Vnd schleusst, Das on verdienst, on werck, on gesetz, Sondern allein durch Christum, jederman mus gerecht werden.
[III. IIII.] Jm iij. vnd iiij. Cap. Beweret er das alles mit Schrifften, Exempeln, vnd Gleichnissen. Vnd zeiget, wie das Gesetz viel mehr suende vnd verfluchung bringe, denn gerechtigkeit, welche allein aus gnaden von Gott verheissen, durch Christum on Gesetz erfuellet, vnd vns gegeben ist.
[V. VI.] JM v. vnd vj. Leret er die werck der Liebe, die dem Glauben folgen sollen.
[Bearbeiten] Die Epistel S. Pauli: An die Galater.
[Bearbeiten] I.
[1]Paulus ein Apostel: Nicht von Menschen, auch nicht durch Menschen, sondern durch Jhesum Christ, vnd Gott den Vater, der jn aufferwecket hat von den Todten, [2]vnd alle Brueder, die bey mir sind.
Den Gemeinen in Galatia.
[3]Gnade sey mit euch, vnd friede von Gott dem Vater, vnd vnserm HErrn Jhesu Christ, [4]der sich selbs fur vnser suende gegeben hat, das er vns errettet von dieser gegenwertigen argen Welt, Nach dem willen Gottes, vnd vnsers Vaters, [5]welchem sey Ehre von ewigkeit zu ewigkeit, Amen.
[6]Mjch wundert, Das jr euch so bald abwenden lasset, von dem der euch beruffen hat in die gnade Christi, auff ein ander Euangelium, [7]so doch kein anders ist, On das etliche sind, die euch verwirren, vnd wollen das Euangelium Christi verkeren. [8]Aber so auch wir, oder ein Engel vom himel euch wuerde Euangelium predigen, anders denn das wir euch geprediget haben, Der sey verflucht. [9]Wie wir jtzt gesagt haben, so sagen wir auch abermal, So jemand euch Euangelium prediget, anders denn das jr empfangen habt, Der sey verfluchet. [10]Predige ich denn jtzt Menschen oder Gott zu dienst? oder gedenck ich menschen gefellig zu sein? wenn ich den Menschen noch gefellig were, so were ich Christus knecht nicht.
[11]Jch thu euch aber kund, lieben Brueder, das das Euangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlich ist. [12]Denn ich hab es von keinem Menschen empfangen noch gelernet, Sondern durch die offenbarung Jhesu Christi. [13]Denn jr habt je wol gehoert meinen wandel weiland im Juedenthum, wie ich vber die masse die gemeine Gottes verfolgete vnd verstoerete sie, [14]vnd nam zu jm Juedenthum, vber viel meines Gleichen, in meinem Geschlecht, vnd eiuert vber die masse vmb das veterliche Gesetz.
[15]DA es aber Gotte wolgefiel, der mich von meiner Mutterleibe hat ausgesondert, vnd beruffen durch seine gnade, [16]das er seinen Son offenbaret in mir, das ich jn durchs Euangelium verkuendigen solte vnter den Heiden, Also bald fur ich zu, vnd besprach mich nicht darueber mit fleisch vnd blut, [17]kam auch nicht gen Jerusalem, zu denen, die vor mir Apostel waren, Sondern zoch hin in Arabiam, vnd kam widerumb gen Damascon. [18]Darnach vber drey jar, kam ich gen Jerusalem, Petrum zu schawen, vnd bleib funffzehen tage bey jm. [19]Der andern Apostel aber sahe ich keinen, on Jacobum des HErrn bruder. [20]Was ich euch aber schreibe, sihe, Gott weis, ich liege nicht.
[21]DArnach kam ich in die lender Syria vnd Cilicia. [22]Jch war aber vnbekand von angesichte, den Christlichen gemeinen in Judea. [23]Sie hatten aber alleine gehoeret, Das, der vns weiland verfolgete, der prediget jtzt den glauben, welchen er weiland verstoerete, [24]vnd preiseten Gott vber mir.
[Bearbeiten] II.
Barnabas. Titus. Darnach vber vierzehen jar, zoch ich abermal hin auff gen Jerusalem mit Barnaba, vnd nam Titum auch mit mir. [2]Jch zoch aber hin auff, aus einer offenbarung, vnd besprach mich mit jnen vber dem Euangelio, das ich predige vnter den Heiden, besonders aber mit denen, die das ansehen hatten, Auff das ich nicht vergeblich lieff oder gelauffen hette.
[3]ABer es ward auch Titus nicht gezwungen, sich zu beschneiten, der mit mir war, ob er wol ein Grieche war. [4]Denn da etliche falsche Brueder, sich mit eingedrungen, vnd neben ein geschliechen waren, zu verkundschaffen vnser Freiheit, die wir haben in Christo Jhesu, das sie vns gefangen nemen, [5]wichen wir denselbigen nicht eine stunde, vnterthan zu sein, Auff das die warheit des Euangelij bey euch bestuende.
[6]VOn denen aber, die das ansehen hatten, a welcherley sie weiland gewesen sind, da ligt mir nichts an. Denn Got achtet das ansehen der menschen nicht. Mich aber haben die, so das ansehen hatten, nichts anders geleret. [7]Sondern widerumb, da sie sahen, das mir vertrawet war das Euangelium an die b Vorhaut, gleich wie Petro das Euangelium an die Beschneitung [8](Denn der mit Petro krefftig ist gewesen zum Apostelampt vnter die Beschneitung, der ist mit mir auch krefftig gewesen vnter die Heiden) [9]vnd erkandten die gnade, die mir gegeben war, Jacobus vnd Cephas vnd Johannes,
die fuer Seulen angesehen waren, gaben sie mir vnd Barnaba die rechte hand, vnd wurden mit vns eins, Das wir vnter die Heiden, sie aber vnter die Beschneitung predigeten, [10]Allein das wir der Armen gedechten, welches ich auch vleissig bin gewesen zu thun.
[11]Da aber Petrus gen Antiochian kam, widerstund ich jm vnter augen, Denn es war klage vber jn komen. [12]Denn zuuor ehe etliche von Jacobo kamen, ass er mit den Heiden. Da sie aber kamen, entzoch er sich, vnd sondert sich, Darumb das er die von der Beschneitung furchte, [13]Vnd heuchelten mit jm die andern Jueden, also, das auch Barnabas verfueret ward, mit jnen zu heucheln.
[14]ABer da ich sahe, das sie nicht richtig wandelten, nach der warheit des Euangelij, sprach ich zu Petro fur allen oeffentlich, So du, der du ein Juede bist, Heidnisch lebest, vnd nicht Juedisch, warumb zwingstu denn die Heiden Juedisch zu leben? [15]Wiewol wir von natur Jueden, vnd nicht Suender aus den Heiden sind, [16]Doch weil wir wissen, das der Mensch durch des Gesetzes werck nicht gerecht wird, Sondern durch den Glauben an Jhesum Christ, So gleuben wir auch an Christum Jhesum, Auff das wir gerecht werden durch den glauben an Christum, Vnd nicht durch des Gesetzes werck, Denn durch des Gesetzes werck wird kein Fleisch gerecht.
[17]SOlten wir aber, die da suchen durch Christum gerecht zu werden, auch noch selbs Suender erfunden werden, So were Christus ein Suendendiener. Das sey ferne. [18]Wenn ich aber das, so ich zubrochen habe, widerumb bawe, So mache ich mich selbs zu einem Vbertretter. [19]Jch bin aber durchs Gesetz a dem gesetz gestorben, auff das ich Gotte lebe, jch bin mit Christo gecreutziget. [20]Jch lebe aber, doch nu nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jtzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem glauben des sons Gottes, Der mich geliebet hat, vnd Sich selbs fur mich dargegeben. [21]Jch werffe nicht weg die gnade Gottes. Denn so durch das Gesetz die gerechtigkeit kompt, So ist Christus vergeblich gestorben.
[Bearbeiten] III.
Ojr vnuerstendigen Galater, wer hat euch bezaubert, das jr der warheit nicht gehorchet? Welchen Christus Jhesus fur die augen gemalet war, vnd jtzt vnter euch gecreutziget ist. [2]Das wil ich alleine von euch lernen, Habt jr den Geist empfangen, durch des Gesetzes werck, oder durch
die Predigt vom glauben? [3]Seid jr so vnuerstendig? Jm Geist habt jr angefangen, wolt jrs denn nu im Fleisch volenden? [4]Habt jr denn so viel vmb sonst erlitten? jsts anders vmb sonst. [5]Der euch nu den Geist reichet, vnd thut solche thatten vnter euch, thut ers durch des Gesetzes werck? oder durch die Predigt vom glauben? [6]Gleich wie Abraham hat Gott gegleubet, vnd es ist jm gerechnet zur gerechtigkeit. [7]So erkennet jr ja nu, das die des glaubens sind, das sind Abrahams kinder.
[8]DJe Schrifft aber hat es zuuor ersehen, das Gott die Heiden durch den glauben gerecht macht, Darumb verkuendiget sie dem Abraham, Jn dir sollen alle Heiden gesegenet werden. [9]Also werden nu, die des glaubens sind, gesegenet mit dem gleubigen Abraham. [10]Denn die mit des Gesetzes wercken vmbgehen, die sind vnter dem Fluch. Denn es stehet geschrieben, Verflucht sey jederman, der nicht bleibt in alle dem, das geschrieben stehet in dem buch des Gesetzes, das ers thue. [11]Das aber durchs Gesetz niemand gerecht wird fur Gott, ist offenbar, Denn der Gerechte wird seines glaubens leben. [12]Das Gesetz aber ist nicht des glaubens, Sondern der Mensch der es thut, wird dadurch leben. [13]Christus aber hat vns erloeset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein fluch fur Vns (Denn es stehet geschrieben, Verflucht ist jederman der am Holtz henget) [14]Auff das der segen Abrahe vnter die Heiden keme, in Christo Jhesu, vnd wir also den verheissen Geist empfiengen, durch den Glauben.
[15]Ljeben Brueder, jch wil nach menschlicher weise reden. Verachtet man doch eines Menschen testament nicht (wenn es bestetiget ist) vnd thut auch nichts dazu. [16]Nu ist je die verheissung Abrahe vnd seinem Samen zu gesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, Durch deinen Samen, welcher ist Christus. [17]Jch sage aber dauon, Das Testament, das von Gott zuuor bestetiget ist auff Christum wird nicht auffgehaben, das die Verheissung solte durchs Gesetz auffhoeren, welches gegeben ist vber vierhundert vnd dreissig jar hernach. [18]Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben wuerde, so wuerde es nicht durch Verheissunge gegeben, Gott aber hats Abraham durch verheissung frey geschenckt.
[19]Was sol denn das Gesetz? Es ist dazu komen vmb der Suende willen, bis der Samen keme, dem die Verheissung geschehen ist, vnd ist gestellet von den Engeln, durch die hand des a Mitlers. [20]Ein mitler aber ist nicht eines einigen mitler, Gott aber ist einig.
[21]WJe? ist denn das Gesetz wider Gottes verheissen? Das sey ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben were das da kuendte lebendig machen, so keme die Gerechtigkeit warhafftig aus dem Gesetze. [22]Aber die Schrifft hat es alles beschlossen vnter die Suende, Auff das die Verheissung keme, durch den glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da gleuben.
[23]EHe denn aber der glaube kam, wurden wir vnter dem Gesetz verwaret vnd verschlossen, auff den glauben, der da solte offenbart werden. [24]Also ist das Gesetz vnser Zuchtmeister gewesen auff Christum, das wir durch den glauben gerecht wuerden. [25]Nu aber der glaube komen ist, sind wir nicht mehr vnter dem Zuchtmeister. [26]Denn jr seid alle Gottes Kinder, durch den glauben an Christo Jhesu. [27]Denn wie viel ewer getaufft sind, die haben Christum angezogen. [28]Hie ist kein Juede noch Grieche, hie ist kein knecht noch freier, hie ist kein man noch weib, Denn jr seid allzumal einer in Christo Jhesu. [29]Seid jr aber Christi, so seid jr ja Abrahams samen, vnd nach der verheissunge Erben.
[Bearbeiten] IIII.
Jch sage aber, So lange der erbe ein kind ist, so ist vnter jm vnd einem Knechte kein vnterscheid, ob er wol ein Herr ist aller gueter, [2]sondern er ist vnter den Furmuenden vnd Pflegern, bis auff die bestimpte zeit vom Vater. [3]Also auch wir, da wir kinder waren, waren wir gefangen vnter den eusserlichen Satzungen. [4]Da aber die zeit erfuellet ward, sandte Gott seinen Son, geborn von einem Weibe, vnd vnter das Gesetz gethan, [5]Auff das er die, so vnter dem Gesetz waren, erloeset, Das wir die Kindschafft empfiengen. [6]Weil jr denn Kinder seid, hat Gott gesand den geist seines Sons in ewre hertzen, der schreiet, Abba, lieber Vater. [7]Also ist nu hie kein knecht mehr, sondern eitel Kinder, sinds aber Kinder, so sinds auch erben Gottes, durch Christum.
[8]Aber zu der zeit, da jr Gott nicht erkandtet, dienet jr denen, die von natur nicht Goetter sind. [9]Nu jr aber Gott erkand habt (ja viel mehr von Gott erkand seid) wie wendet jr euch denn vmb, wider zu den schwachen vnd duerfftigen Satzungen, welchen jr von newes an dienen wolt? [10]Jr haltet
tage vnd monden, vnd seste vnd jarzeit, [11]Jch fuerchte ewer, das ich nicht vieleicht vmb sonst habe an euch geerbeitet. [12]Seid doch wie ich, denn ich bin wie jr.
LJeben Brueder (Jch bitte euch) jr habt mir kein Leid gethan. [13]Denn jr wisset, das ich euch in schwacheit nach dem fleisch, das Euangelium geprediget habe, zum ersten mal, [14]vnd meine anfechtungen, die ich leide nach dem fleisch, habt jr nicht verachtet noch verschmecht, Sondern als einen Engel Gottes namet jr mich auff, ja als Christum Jhesum. [15]Wie waret jr dazu mal so selig? Jch bin ewer Zeuge, das, wenn es mueglich gewesen were, jr hettet ewer augen ausgerissen, vnd mir gegeben. [16]Bin ich denn also ewer Feind worden, das ich euch die warheit furhalte?
[17]SJe eiuern vmb euch nicht fein, Sondern sie wollen euch von mir abfellig machen, das jr vmb sie solt eiuern. [18]Eiuern ist gut, wens jmerdar geschicht vmb das Gute, vnd nicht allein wenn ich gegenwertig bey euch bin.
[19]Meine lieben Kinder, welche ich abermal mit engsten gebere, bis das Christus in euch eine gestalt gewinne. [20]Jch wolt aber, das ich jtzt bey euch were, vnd meine stimme wandeln kuendte, Denn ich bin jrre an euch.
[21]Saget mir, die jr vnter dem Gesetz sein wolt, habt jr das Gesetz nicht gehoeret? [22]Denn es stehet geschrieben, das Abraham zwene Soene hatte, einen von der Magt, den andern von der Freien. [23]Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der aber von der Freien, ist durch die Verheissung geboren. [24]Die wort bedeuten etwas. Denn das sind die zwey Testament, eins von dem berge Sina, das zur Knechtschafft gebirt, welches ist die Agar. [25]Denn Agar heisset in Arabia der berg Sina, vnd langet bis gen Jerusalem, das zu dieser zeit ist, vnd ist dienstbar mit seinen Kindern.
[26]ABer das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist vnser aller Mutter. [27]Denn es stehet geschrieben, Sey froelich du Vnfruchtbare, die du nicht gebierest, vnd brich erfur vnd ruffe, die du nicht schwanger bist, Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Man hat. [28]Wir aber, lieben Brueder, sind Jsaac nach, der verheissunge Kinder.
[29]Aber gleich wie zu der zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, Also gehet es jtzt auch. [30]Aber was spricht die Schrifft? Stos die Magd hinaus mit jrem Son, Denn der magd Son sol nicht erben mit dem Son der Freien. [31]So sind wir nu, lieben Brueder, nicht der magd Kinder, Sondern der Freien.
[Bearbeiten] V.
So bestehet nu in der Freiheit, damit vns Christus befreiet hat, Vnd lasset euch nicht widerumb in das knechtische Joch fangen. [2]Sihe, ich Paulus sage euch, wo jr euch beschneiten lasset, So ist euch Christus kein nuetz. [3]Jch zeuge abermal einem jederman der sich beschneiten lesset, das er noch das gantze Gesetze schueldig ist zu thun. [4]Jr habt Christum verloren, die jr durch das Gesetz gerecht werden wolt, vnd seid von der Gnade gefallen. [5]Wir aber warten im Geist, durch den glauben, der Gerechtigkeit der man hoffen mus. [6]Denn in Christo Jhesu gilt weder Beschneitung noch Vorhaut etwas, Sondern der Glaube der durch die Liebe thetig ist.
[7]Jr lieffet fein, wer hat euch auffgehalten, der Warheit nicht zu gehorchen? [8]Solch vberreden, ist nicht von dem, der euch beruffen hat. [9]Ein wenig Sawrteig versawret den gantzen Teig. [10]Jch versehe mich zu euch in dem HErrn, jr werdet nichts anders gesinnet sein. Wer euch aber jrre machet, der wird sein Vrteil tragen, er sey wer er wolle. [11]Jch aber, lieben Brueder, so ich die Beschneitung noch predige, warumb leide ich denn verfolgung? So hette das ergernis des Creutzes auffgehoeret. [12]Wolte Gott, das sie auch ausgerottet wuerden, die euch verstoeren.
[13]JR aber, lieben Brueder, seid zur Freiheit beruffen, allein sehet zu, das jr durch die Freiheit dem fleisch nicht raum gebet, sondern durch die Liebe diene einer dem andern. [14]Denn alle Gesetz werden in einem wort erfuellet, in dem, Liebe deinen Nehesten als dich selbs. [15]So jr euch aber vntereinander beisset vnd fresset, So sehet zu, das jr nicht vnternander verzeret werdet.
[16]Jch sage aber, wandelt im Geist, so werdet jr die lueste des Fleisches nicht volnbringen. [17]Denn das Fleisch geluestet wider den Geist, vnd den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind widereinander, das jr nicht thut was jr wollet. [18]Regieret euch aber der Geist, so seid jr nicht vnter dem Gesetze. [19]Offenbar sind aber die werck des fleisches, als da sind ehebruch, hurerey, vnreinigkeit, vnzucht, [20]abgoetterey, zeuberey, feindschafft, hader, neid, zorn, zanck, zwitracht, rotten, hass, mord, [21]sauffen, fressen, vnd der gleichen,
Von welchen ich euch hab zuuor gesagt, vnd sage noch zuuor, Das die solches thun, werden das reich Gottes nicht erben. [22]Die frucht aber des Geistes ist, liebe, freude, friede, gedult, freundligkeit, guetigkeit, glaube, sanfftmut, keuscheit, [23]Wider solche ist das Gesetz nicht. [24]Welche aber Christum angehoeren, die creutzigen jr Fleisch sampt den luesten vnd begirden.
[Bearbeiten] VI.
[25]So wir im Geist leben, so lasset vns auch im Geist wandeln. [26]Lasset vns nicht eiteler Ehre geitzig sein, vntereinander zu entruesten vnd zu hassen. [1]Lieben Brueder, so ein Mensch etwa von einem Feil vbereilet wuerde, So helfft jm wider zu recht, mit sanfftmuetigem Geist, die jr geistlich seid, vnd sihe auff dich selbs, das du nicht auch versuchet werdest. [2]Einer trage des andern Last, so werdet jr das gesetz Christi erfuellen. [3]So aber sich jemand lesst duencken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betreuget sich selbs. [4]Ein iglicher aber pruefe sein selbs werck, vnd als denn Wird er an jm selber Rhum haben, vnd nicht an einem andern. [5]Denn ein jglicher wird seine Last tragen.
[6]Der aber vnterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerley Gutes, dem, der jn vnterrichtet. [7]Jrret euch nicht, Gott lesst sich nicht spotten. Denn was der Mensch seet, das wird er erndten. [8]Wer auff sein Fleisch seet, der wird von dem fleisch das Verderben erndten. Wer aber auff den Geist seet, der wird von dem Geist das ewige leben erben. [9]Lasset vns aber gutes thun, vnd nicht muede werden, Denn zu seiner zeit werden wir auch erndten, on auffhoeren. [10]Als wir nu zeit haben, so lasset vns gutes thun, an jederman, allermeist aber an des glaubens Genossen.
[11]Sehet, mit wie vielen worten hab ich euch geschrieben mit eigener hand. [12]Die sich woellen angeneme machen nach dem Fleisch, die zwingen euch zu beschneiten, allein das sie nicht mit dem creutz Christi verfolget werden. [13]Denn auch sie selbs, die sich beschneiten lassen, halten das Gesetz nicht, Sondern sie woellen, das jr euch beschneiten lasset, auff das sie sich von ewrem Fleisch rhuemen muegen. [14]Es sey aber ferne von mir, rhuemen, denn allein von dem creutz vnsers HErrn Jhesu Christi, durch welchen mir die Welt gecreutziget
ist, vnd ich der welt. [15]Denn in Christo Jhesu gilt weder Beschneitung noch vorhaut etwas, sondern eine newe Creatur. [16]Vnd wie viel nach dieser a Regel einher gehen, vber die sey friede vnd barmhertzigkeit, vnd vber den Jsrael Gottes. [17]Hinfurt mache mir niemand weiter muehe, Denn ich trage die malzeichen des HErrn Jhesu an meinem Leibe. [18]Die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi sey mit ewrem geist, lieben Brueder, AMEN.
An die Galater, Gesand von Rom.
Matthäus | Markus | Lukas | Johannes | Apostelgeschichte | Römer | 1. Korinther | 2. Korinther | Galater | Epheser | Philipper | Kolosser | 1. Thessalonicher | 2. Thessalonicher | 1. Timotheus | 2. Timotheus | Titus | Philemon | 1. Petrus | 2. Petrus | 1. Johannes | 2. Johannes | 3. Johannes | Hebräer | Jakobus | Judas | Offenbarung
Lesen Sie denselben Text (Galater) in der Lutherbibel von 1522.
