Lutherbibel/Jakobus (1546)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Liste.png Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorrede auff die Epistel S. Jacobi vnd Juede.

Djese Epistel S. Jacobi, wiewol sie von den Alten verworffen ist, lobe ich, vnd halte sie doch fur gut, darumb, das sie gar kein Menschenlere setzt, vnd Gottes gesetz hart treibet. Aber, das ich meine meinung drauff stelle, doch on jedermans nachteil, achte ich sie fur keines Apostels schrifft, Vnd ist das meine vrsache.

Auffs erste, Das sie stracks wider S. Paulum vnd alle andere Schrifft, den wercken die Gerechtigkeit gibt, vnd spricht, Abraham sey aus seinen wercken gerecht worden, da er seinen Son opffert. So doch S. Paulus Rom. iiij. dagegen leret, Das Abraham on werck sey gerecht worden, allein durch seinen glauben, vnd beweiset das mit Mose Gene. xv. ehe denn er seinen Son opffert. Ob nu dieser Epistel wol moechte geholffen, vnd solcher Gerechtigkeit der werck eine glose funden werden, kan man doch sie darinne nicht schuetzen, das sie den spruch Mose Gen. xv. (welcher allein von Abrahams glauben, vnd nicht von seinen wercken sagt, wie jn S. Paulus Rom. iiij. fueret) doch auff die werck zeucht, Darumb dieser mangel schleusst, das sie keines Apostels sey.

Ampt eines Apostels. AVffs ander, das sie wil Christenleute leren, vnd gedenckt nicht ein mal in solcher langer lere, des leidens, der aufferstehung, des Geistes Christi. Er nennet Christum etlich mal, Aber er leret nichts von jm, sondern sagt von gemeinem glauben an Gott. Denn das ampt eines rechten Apostels ist, das er von Christus leiden vnd aufferstehung vnd Ampt predige, vnd lege desselbigen glaubens grund, Wie er selbs sagt, Joha. xv. Jr werdet von mir zeugen. Vnd darinne stimmen alle rechtschaffene Buecher vber eins, das sie alle sampt Christum predigen vnd treiben. Auch ist das der rechte Pruefestein alle Buecher zu taddeln, wenn man sihet, ob sie Christum treiben oder nicht, Sintemal alle schrifft Christum zeiget, Rom. iij. Vnd S. Paulus nichts denn Christum wissen wil, j. Cor. ij. Was Christum nicht leret, das ist noch nicht Apostolisch, wens gleich S. Petrus oder Paulus leret. Widerumb, was Christum prediget, das were Apostolisch, wens gleich Judas, Hannas, Pilatus, vnd Herodes thet.

ABer dieser Jacobus thut nicht mehr, denn treibet zu dem Gesetz vnd seinen wercken, vnd wirfft so vnoerdig eins ins ander, Das mich duencket, es sey jrgent ein gut frum Man gewesen, der etliche Sprueche von der Aposteln Juenger gefasset, vnd also auffs Papir geworffen hat. Oder ist vieleicht aus seiner predigt von einem andern beschrieben. Er nennet das Gesetz, ein gesetz der freiheit, So es doch S. Paulus ein Gesetz der knechtschafft, des zorns, des tods, vnd der suende nennet.

VBer das, fueret er die sprueche S. Petri, Die Liebe bedeckt der suende Menge. Jtem, demuetiget euch vnter die hand Gottes. Jtem S. Paulus spruch Gala. v. Den Geist geluestet wider den haß, so doch S. Jacobus zeitlich von Herodes zu Jerusalem vor S. Peter getoedtet war, Das wol scheinet, wie er lengest nach S. Peter vnd Paul gewesen sey.

SVmma, Er hat wollen denen wehren, die auff den glauben on werck sich verliessen, vnd ist der sachen zu schwach gewesen, Wil es mit dem Gesetz treiben ausrichten, das die Apostel mit reitzen zur Liebe ausrichten. Darumb kan ich jn nicht vnter die rechten Heubtbuecher setzen, Wil aber damit niemand wehren, das er jn setze vnd hebe, wie es jn geluestet, Denn viel guter Sprueche sonst darinne sind.

Dje Epistel aber S. Judas, kan niemand leugnen, das sie ein auszog oder abschrifft ist S. Peters ander Epistel, so derselbigen alle wort fast gleich sind. Auch so redet er von den Aposteln, als ein Juenger lengest hernach. Vnd fueret auch Sprueche vnd geschicht die in der Schrifft nirgent stehen, welches auch die alten Veter beweget hat, diese Epistel aus der Heubtschrifft zu werffen. Dazu so ist der Apostel Judas in Griechische sprache nicht komen, sondern in Persen land, als man sagt, das er ja nicht Griechisch geschrieben hat. Darumb, ob ich sie wol preise, ists doch eine vnnoetige Epistel, vnter die Heubtbuecher zu rechen, die des glaubens Grund legen sollen.


[Bearbeiten] Die Epistel S. Jacobi.

[Bearbeiten] I.

[1]Iacobus ein knecht Gottes, vnd des HErrn Jhesu Christi.

DEn zwelff Geschlechten, die da sind hin vnd her. Freude zuuor.

[2]Meine lieben Brueder, Achtet es eitel freude, wenn jr in mancherley Anfechtung fallet, [3]Vnd wisset, das ewer glaube, so er rechtschaffen ist, Gedult wircket. [4]Die Gedult aber sol feste bleiben, bis ans ende, Auff das jr seid volkomen vnd gantz, vnd keinen mangel habet. [5]SO aber jemand vnter euch Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da gibt einfeltiglich jederman, vnd rueckets niemand auff, So wird sie jm gegeben werden. [6]Er bitte aber im Glauben, vnd zweiuel nicht, Denn wer da zweiuelt, der ist gleich wie die Meerswoge, die vom winde getrieben vnd gewebd wird. [7]Solcher Mensch dencke nicht, das er etwas von dem HERRN empfahen werde. [8]Ein Zweiueler ist vnbestendig in allen seinen wegen.

[9]EJn Bruder aber der nidrig ist, rhueme sich seiner hoehe, [10]vnd der da reich ist, rhueme sich seiner nidrigkeit, Denn wie ein Blume des grases wird er vergehen. [11]Die Sonne gehet auf mit der hitze, vnd das Graß verwelcket, vnd die Blume felt abe, vnd sein schoene gestalt verdirbet, Also wird der Reiche in seiner Habe verwelcken.

[12]SElig ist der Man, der die anfechtung erduldet, Denn nach dem er beweret ist, wird er die Krone des Lebens empfahen, welche Gott verheissen hat denen, die jn lieb haben. [13]Niemand sage, wenn er versucht wird, das er von Gott versucht werde, Denn Gott ist nicht ein versucher zum boesen, er versuchet niemand. [14]Sondern ein jglicher wird versucht, wenn er von seiner eigen Lust gereitzet vnd gelocket wird, [15]darnach wenn die Lust empfangen hat, gebirt sie die Suende, die suende aber wenn sie volendet ist, gebiert sie den Tod.

[16]Jrret nicht, lieben Brueder, [17]Alle gute gabe, vnd alle volkomene gabe kompt von oben herab, von dem Vater des liechts, bey welchem ist keine verenderung noch wechsel des liechts vnd finsternis. [18]Er hat vns gezeuget nach seinem willen, durch das wort der warheit, Auff das wir weren erstlinge seiner Creaturen. [19]Darumb, lieben Brueder, ein jglicher Mensch sey schnel zu hoeren, langsam aber zu reden, vnd langsam zum zorn, [20]Denn des Menschen zorn thut nicht was fur Gott recht ist.

[21]DArumb so leget abe alle Vnsauberkeit vnd alle Bosheit, vnd nempt das Wort an mit sanfftmut, das in euch gepflantzet ist, welches kan ewer Seele selig machen. [22]Seid aber theter des worts vnd nicht Hoerer allein, da mit jr euch selbs betrieget. [23]Denn so jemand ist ein hoerer des worts, vnd nicht ein theter, Der ist gleich einem Man, der sein leiblich angesichte im spiegel beschawet, [24]Denn nach dem er sich beschawet hat, gehet er von stund an dauon, vnd vergisset wie er gestalt war. [25]Wer aber durchschawet in das volkomen Gesetz der freiheit, vnd darinnen beharret, vnd ist nicht ein vergeslicher hoerer, sondern ein theter, derselbige wird selig sein in seiner that.

[26]SO aber sich jemand vnter euch lesset duencken, er diene Gott, vnd helt seine zungen nicht im zaum, sondern verfueret sein hertz, des Gottesdienst ist eitel. [27]Ein reiner vnd vnbefleckter Gottesdienst fur Gott dem Vater, ist der, die waisen vnd widwen in jrem truebsal besuchen, vnd sich von der Welt vnbefleckt behalten.

[Bearbeiten] II.

Ljeben brueder, Halts nicht dafur, das der glaube an Jhesum Christ vnsern HErrn der herrligkeit, ansehung der Person leide. [2]Denn so in ewer versamlunge keme ein Man mit einem guelden ringe, vnd mit einem herrlichem kleide, Es keme aber auch ein Armer in einem vnsaubern kleide, [3]vnd jr sehet auff den, der das herrliche kleid treget, vnd sprechet zu jm, setze du dich her auffs beste, Vnd sprechet zu dem Armen, stehe du dort, oder setze dich her zu meinen fuessen, [4]vnd bedenckt es nicht recht, sondern jr werdet richter, vnd macht boesen vnterscheid.

[5]HOret zu meine lieben Brueder, Hat nicht Gott ewelet die Armen auff dieser welt, die am glauben reich sind, vnd erben des Reichs, welchs er verheissen hat, denen, die jn lieb haben? [6]Jr aber habt dem Armen vnehre

gethan. Sind nicht die Reichen die, die gewalt an euch vben, vnd ziehen euch fur Gerichte? [7]Verlestern sie nicht den guten Namen, dauon jr genennet seid?

[8]SO jr das koenigliche Gesetz volendet, nach der schrifft, Liebe deinen Nehesten, als dich selbs, so thut jr wol. [9]So jr aber die Person ansehet, thut jr suende, vnd werdet gestrafft vom Gesetz, als die vbertretter. [10]Denn so jemand das gantze Gesetz helt, vnd suendiget an einem, Der ists gantz schueldig. [11]Denn der da gesagt hat, Du solt nicht ehebrechen, der hat auch gesagt, Du solt nicht toedten. So du nu nicht ehebrichst, toedtest aber, bistu ein vbertretter des Gesetzes. [12]Also redet vnd also thut, als die da sollen durchs Gesetz der freiheit gerichtet werden. [13]Es wird aber ein vnbarmhertzig Gericht vber den gehen, der nicht Barmhertzigkeit gethan hat. Vnd die Barmhertzigkeit rhuemet sich wider das Gerichte.

[14]Was hilffts, lieben Brueder, so jemand sagt, er habe den Glauben, vnd hat doch die Werck nicht? Kan auch der glaube jn selig machen? [15]So aber ein Bruder oder Schwester blos were, vnd mangel hette der teglichen narunge, [16]vnd jemand vnter euch spreche zu jnen, Gott berate euch, wermet euch vnd settiget euch, gebet jnen aber nichts, was des leibs notdurfft ist, Was huelffe sie das? [17]Also auch der glaube, wenn er nicht werck hat, ist er tod an jm selber.

[18]ABer es moechte jemand sagen, Du hast den glauben, vnd ich habe die werck, Zeige mir deinen glauben mit deinen wercken, so wil ich auch meinen glauben dir zeigen mit meinen wercken. [19]Du gleubest, das ein einiger Gott ist? Du thust wol dran, die Teufel gleubens auch vnd zittern.

[20]WJltu aber wissen, du eiteler Mensch, das der glaube on werck tod sey? [21]Jst nicht Abraham vnser Vater durch die werck gerecht worden, da er seinen son Jsaac auff dem altar opffert? [22]Da sihestu, das der glaube mit gewircket hat an seinen wercken, vnd durch die werck ist der glaube volkomen komen worden. [23]Vnd ist die Schrifft erfuellet, die da spricht, Abraham hat Gott gegleubet, vnd ist jm zur Gerechtigkeit gerechnet, vnd ist ein freund Gottes geheissen. [24]So sehet jr nu, das der Mensch durch die werck gerecht wird, nicht durch den glauben alleine. [25]Desselbigen gleichen die hure Rahab, Jst sie nicht durch die werck gerecht worden, da sie die Boten auff nam, vnd lies sie in einen andern weg hin aus? [26]Denn gleich wie der leib on Geist tod ist, also auch der glaube on werck ist tod.

[Bearbeiten] III.

Ljeben Brueder, Vnterwinde sich nicht jederman Lerer zu sein, vnd wisset, das wir deste mehr vrteil empfahen werden. [2]Denn wir feilen alle manchfeltiglich. Wer aber auch in keinem wort feilet, der ist ein volkomener Man, vnd kan auch den gantzen Leib im zaum halten. [3]Sihe, die Pferde halten wir in zeumen, das sie vns gehorchen, vnd lencken den gantzen leib. [4]Sihe, die Schiffe, ob sie wol so gros sind, vnd von starcken winden getrieben werden, werden sie doch gelenckt mit einem kleinem Ruder, wo der hin wil, der es regieret. [5]Also ist auch die Zunge ein klein glied, vnd richtet gros ding an.

SJhe ein klein Fewer, welch ein wald zuendets an? [6]Vnd die zunge ist auch ein fewer, eine Welt vol vngerechtigkeit. Also ist die zunge vnter vnsern gliedern, vnd befleckt den gantzen Leib, vnd zuendet an allen vnsern wandel, wenn sie von der Helle entzuendet ist.

[7]DEnn alle natur der Thier, vnd der Voegel, vnd der Schlangen, vnd der Meerwunder, werden gezemet, vnd sind gezemet von der menschlichen Natur. [8]Aber die zungen kan kein Mensch zemen, das vnruegige vbel, vol toedlicher gifft. [9]Durch sie loben wir Gott den Vater, vnd durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem bilde Gottes gemacht. [10]Aus einem munde gehet loben vnd fluchen. Es sol nicht, lieben Brueder, also sein. [11]Quillet auch ein Brun aus einem loch, suesse vnd bitter? [12]Kan auch, lieben Brueder, ein Feigenbawm oele, oder ein Weinstock feigen tragen? Also kan auch ein Brun nicht saltzig vnd suesse wasser geben.

[13]WEr ist weise vnd klug vnter euch? der erzeige mit seinem guten wandel seine werck, in der sanfftmut vnd weisheit. [14]Habt jr aber bittern neid vnd zanck in ewern hertzen, So rhuemet euch nicht, vnd lieget nicht wider die Warheit. [15]Denn das ist nicht die weisheit die von oben herab kompt, Sondern jrdisch, menschlich vnd teufelisch. [16]Denn wo neid vnd zanck ist, da ist vnordnung vnd eitel boese ding. [17]Die weisheit aber von oben her, ist auffs erst keusch, darnach friedsam, gelinde, lesst jr sagen, vol barmhertzigkeit vnd guter fruechte, vnparteisch, on heucheley. [18]Die frucht aber der Gerechtigkeit wird geseet im friede, denen, die den friede halten.

[Bearbeiten] IIII.

Woher kompt streit vnd krieg vnter euch? Kompts nicht daher, aus ewren wolluesten, die da streiten in ewren Gliedern? [2]Jr seid begirig vnd erlangets damit nicht, Jr hasset vnd neidet, vnd gewinnet damit nichts, Jr streitet vnd krieget, jr habt nicht, darumb das jr nicht bittet. [3]Jr bittet vnd krieget nicht, darumb das jr vbel bittet, nemlich dahin, das jrs mit ewren wolluesten verzeret.

[4]JR Ehebrecher vnd Ehebrecherin, wisset jr nicht, das der welt freundschafft Gottes feindschafft ist? Wer der welt Freund sein wil, der wird Gottes Feind sein. [5]Oder lasset jr euch duencken, die Schrifft sage vmb sonst, den Geist, der in euch wonet, geluestet wider den Haß, [6]vnd gibt reichlich gnade.

[7]SO seid nu Gott vnterthenig, widerstehet dem Teufel, so fleuhet er von euch. [8]Nahet euch zu Gott, so nahet er sich zu euch. Reiniget die hende jr Suender, vnd machet ewer hertzen keusch jr Wanckelmuetigen. [9]Seid elend, vnd traget leide, vnd weinet, ewer lachen verkere sich in weinen, vnd ewer freude in trawrigkeit. [10]Demuetiget euch fur Gott, so wird er euch erhoehen.

[11]AFfterredet nicht vnternander, lieben Brueder, Wer seinem Bruder affterredet, vnd vrteilet seinen bruder, der affterredet dem Gesetz, vnd vrteilet das gesetz. Vrteilestu aber das Gesetz, so bistu nicht ein theter des Gesetzes, sondern ein Richter. [12]Es ist ein einiger Gesetzgeber, der kan selig machen vnd verdamnen. Wer bistu, der du einen andern vrteilest?

[13]Wolan, die jr nu saget, Heute oder morgen woellen wir gehen, in die oder die Stad, vnd woellen ein jar da ligen vnd hantieren vnd gewinnen, [14]die jr nicht wisset, was morgen sein wird (Denn was ist ewer leben? ein dampff ists, der eine kleine zeit weret, darnach aber verschwindet er). [15]Dafur jr sagen soltet, So der HErr wil, vnd wir leben, wollen wir dis oder das thun. [16]Nu aber rhuemet jr euch in ewrem hohmut, Aller solcher rhum ist boese. [17]Denn wer da weis guts zuthun, vnd thuts nicht, dem ists suende.

[Bearbeiten] V.

Wolan, nu jr Reichen, weinet vnd heulet vber ewer elend, das vber euch komen wird. [2]Ewer reichthum ist verfaulet, ewer kleider sind mottenfressig worden, [3]Ewer gold vnd silber ist verrostet vnd jrer rost wird euch zum zeugnis sein, vnd wird ewer fleisch fressen, wie ein fewr.

Jr habt euch Schetze gesamlet an den letzten tagen. [4]Sihe, der Erbeiter lohn, die ewer Land eingeerndtet haben, vnd von euch abgebrochen ist, das schreiet, vnd das ruffen der Erndter ist komen fur die ohren des HERRN Sabaoth? [5]Jr habt wol gelebet auff Erden, vnd ewer wollust gehabt vnd ewer hertzen geweidet, als auff einen Schlachttag. [6]Jr habt verurteilet den Gerechten, vnd getoedtet, vnd er hat euch nicht widerstanden.

[7]So seid nu gedultig, lieben Brueder, bis auff die zukunfft des HErrn. Sihe ein Ackerman wartet auff die koestliche frucht der Erden, vnd ist gedueltig darueber, bis er empfahe den Morgenregen, vnd Abendregen. [8]Seid jr auch gedueltig, vnd stercket ewre hertzen, Denn die zukunfft des HErrn ist nahe. [9]Seufftzet nicht widernander, lieben Brueder, auff das jr nicht verdampt werdet. Sihe, der Richter ist fur der thuer. [10]Nemet, meine lieben Brueder, zum exempel des leidens vnd der gedult, die Propheten, die zu euch geredt haben in dem namen des HErrn. [11]Sihe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die gedult Hiob habt jr gehoeret, vnd das ende des HERRN habt jr gesehen, Denn der HERR ist barmhertzig vnd ein Erbarmer.

[12]Fvr allen dingen aber, meine Brueder, schweret nicht, weder bey dem Himel, noch bey der Erden, noch mit keinem andern Eid. Es sey aber ewer wort, Ja, das ja ist, vnd Nein, das nein ist, auff das jr nicht in heucheley fallet. [13]Leidet jemand vnter euch, der bete. Jst jemand gutes muts? der singe Psalmen. [14]Jst jemand Kranck? der ruffe zu sich die Eltesten von der Gemeine, vnd lasse sie vber sich beten vnd salben mit Ole, in dem namen des HErrn, [15]vnd das Gebet des glaubens wird dem Krancken helffen, vnd der HERR wird jn auffrichten, vnd so er hat suende gethan, werden sie jm vergeben sein.

[16]Bekenne einer dem andern seine suende, vnd betet fur einander, das jr gesund werdet. Des gerechten gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. Elias. [17]Elias war ein Mensch, gleich wie wir, vnd er betet ein Gebet, das es nicht regen solte, Vnd es regent nicht auff Erden drey jar, vnd sechs monden. [18]Vnd er betet abermal, vnd der Himel gab den regen, vnd die Erde brachte jre frucht.

[19]LJeben Brueder, so jemand vnter euch jrren wuerde von der warheit, vnd jemand bekeret jn, [20]Der sol wissen, das, wer den Suender bekeret hat von dem jrthum seines weges, der hat einer Seele vom Tode geholffen, Vnd wird bedecken die menge der suenden.


Persönliche Werkzeuge