Lutherbibel/Lukasevangelium (1546)

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Euangelium S. Lucas.


I.[Bearbeiten]

Sjntemal sichs viel vnterwunden haben, zu stellen die rede von den Geschichten, so vnter vns ergangen sind, [2]Wie vns das gegeben haben, die es von anfang selbs gesehen, vnd Diener des Worts gewesen sind, [3]Habe ichs auch fur gut angesehen, nach dem ichs alles von anbeginne erkundet habe, das ichs zu dir, mein guter Theophile, mit vleis ordentlichen schriebe, [4]Auff das du gewissen grund erfarest der Lere, welcher du vnterrichtet bist.

[5]Zv der zeit Herodis des koeniges Judee, war ein Priester von der ordnung Abia, mit namen Zacharias, vnd sein weib von den toechtern Aaron, welche hies Elisabeth. [6]Sie waren aber alle beide from fur Gott, vnd giengen in allen geboten vnd satzungen des HERRN vntaddelich, [7]vnd sie hatten kein Kind, Denn Elisabeth war vnfruchtbar, vnd waren beide wol betagt.

[8]VND es begab sich, da er Priestersampt pfleget fur Gott, zur zeit seiner ordnung, [9]nach gewonheit des Priesterthums, vnd an jm war, das er reuchern solt, gieng er in den Tempel des HERRN, [10]Vnd die gantze menge des Volcks war haussen vnd betet, vnter der stunde des reuchens.

[11]ES erschein jm aber der Engel des HERRN, vnd stund zur rechtenhand am Reuchaltar. [12]Vnd als Zacharias jn sahe erschrack er, vnd es kam jn eine furcht an. [13]Aber der Engel sprach zu jm, Fuerchte dich nicht Zacharia, denn


dein gebet ist erhoeret. Vnd dein weib Elisabeth wird dir einen Son geberen, des namen soltu Johannes heissen, [14]vnd du wirst des freude vnd wonne haben, vnd viel werden sich seiner Geburt frewen. [15]Denn er wird gros sein fur dem HERRN, Wein vnd starck Getrencke wird er nicht trincken. Vnd wird noch in mutter leibe erfuellet werden mit dem heiligen Geist, [16]vnd er wird der kinder von Jsrael viel zu Gott jrem HERRN bekeren. [17]Vnd er wird fur jm her gehen, im geist vnd krafft Elias, zu bekeren die hertzen der Veter zu den Kindern, vnd die Vngleubigen zu der klugheit der Gerechten, zu zurichten dem HERRN ein bereit Volck.

[18]VND Zacharias sprach zu dem Engel, wo bey sol ich das erkennen? Denn ich bin alt, vnd mein Weib ist betaget. [19]Der Engel antwortet, vnd sprach zu jm, Jch bin Gabriel, der fur Gott stehet, vnd bin gesand mit dir zu reden, das ich dir solchs verkuendigt. [20]Vnd sihe, du wirst erstummen vnd nicht reden koennen, bis auff den tag, da dis geschehen wird, darumb das du meinen worten nicht gegleubet hast, welche sollen erfuellet werden zu jrer zeit.

[21]VND das Volck wartet auff Zacharias, vnd verwunderte sich, das er so lange im Tempel verzog. [22]Vnd da er eraus gieng, kundte er nicht mit jnen reden. Vnd sie merckten das er ein Gesichte gesehen hatte im Tempel. Vnd er wincket jnen, vnd bleib stumm. [23]Vnd es begab sich, da die zeit seines Ampts auswar, gieng er heim in sein haus. [24]Vnd nach den tagen ward sein weib Elisabeth schwanger, vnd verbarg sich fuenff monden, vnd sprach, [25]Also hat mir der HERR gethan, in den tagen, da er mich angesehen hat, das er meine schmach vnter den Menschen von mir neme.

[26]Vnd im sechsten mond, ward der Engel Gabriel gesand von Gott, in eine stad in Galilea, die heisst Nazareth, [27]zu einer Jungfrawen, die vertrawet war einem Manne, mit namen Joseph, vom hause Dauid, vnd die iungfraw hies Maria. [28]Vnd der Engel kam zu jr hin ein, vnd sprach, Gegruesset seistu holdselige, der HERR ist mit dir, du gebenedeiete vnter den Weibern.

[29]DA sie aber jn sahe, erschrack sie vber seiner rede, vnd gedachte, welch ein grus ist das? [30]Vnd der Engel sprach zu jr, Fuerchte dich nicht Maria, du hast gnade bey Gott funden. [31]Sihe, du wirst schwanger werden im Leibe, vnd einen Son geberen, des namen soltu Jhesus heissen. [32]Der wird gros, vnd ein Son des Hoehesten genennet werden. Vnd Gott der HERR wird jm


den stuel seines vaters Dauid geben, [33]vnd er wird ein Koenig sein vber das haus Jacob ewiglich, vnd seines Koenigreichs wird kein ende sein.

[34]DA sprach Maria zu dem Engel, wie sol das zugehen? sintemal ich von keinem Manne weis. [35]Der Engel antwortet, vnd sprach zu jr, Der heilige Geist wird vber dich komen, vnd die krafft des Hoehesten wird dich vberschatten. Darumb auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Son genennet werden. [36]Vnd sihe, Elisabeth deine gefreundte, ist auch schwanger mit einem Son, in jrem alter, vnd gehet jtzt im sechsten mond, die im geschrey ist, das sie vnfruchtbar sey, [37]Denn bey Gott ist kein ding vnmueglich. [38]Maria aber sprach, Sihe, ich bin des HErrn magd, mir geschehe wie du gesagt hast. Vnd der Engel schied von jr.

[39]Maria aber stund auff in den tagen, vnd gieng auff das Gebirge endelich, zu der stad Jude, [40]vnd kam in das haus Zacharias, vnd gruesset Elisabeth. [41]Vnd es begab sich, als Elisabeth den grus Maria hoeret, huepffet das kind in jrem leibe. Vnd Elisabeth ward des heiligen Geists vol, [42]vnd rieff laut, vnd sprach, a Gebenedeiet bistu vnter den Weibern, vnd gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. [43]Vnd wo her kompt mir das, das die Mutter meines HERRN zu mir kompt? [44]Sihe, da ich die stimme deines grusses hoerete, huepffet mit freuden das Kind in meinem Leibe. [45]Vnd o selig bistu, die du gegleubet hast, Denn es wird volendet werden, was dir gesagt ist von dem HERRN. [46]Vnd Maria sprach.

Meine seele erhebt den HERRN. [47]Vnd mein geist frewet sich Gottes meines Heilands.

[48]Denn er hat seine eleude Magd angesehen, Sihe, von nu an werden mich selig preisen alle Kinds kind.

[49]Denn er hat grosse ding an mir gethan, der da mechtig ist, Vnd des Namen heilig ist.

[50]Vnd seine Barmhertzigkeit weret jmer fuer vnd fuer, Bey denen die jn fuerchten.

[51]Er vbet gewalt mit seinem Arm, Vnd zerstrewet die Hoffertig sind in jres hertzen sinn.

[52]Er stoesset die Gewaltigen vom stuel, Vnd erhebt die Elenden.

[53]Die Hungerigen fuellet er mit Guetern, Vnd lesst die Reichen leer.

[54]Er denckt der Barmhertzigkeit, Vnd hilfft seinem diener Jsrael auff.


[55]Wie er geredt hat vnsern Vetern, Abraham vnd seinem samen ewiglich.

[56]VND Maria bleib bey jr bey dreien monden, Darnach keret sie widerumb heim.

[57]Vnd Elisabeth kam jre zeit, das sie geberen solt, Vnd sie gebar einen Son. [58]Vnd jre Nachbarn vnd Gefreundten hoereten, das der HErr grosse barmhertzigkeit an jr gethan hatte, vnd freweten sich mit jr. [59]Vnd es begab sich am achten tage, kamen sie zu beschneiten das Kindlin, vnd hiessen jn nach seinem vater, Zacharias. [60]Aber seine Mutter antwortet, vnd sprach, Mit nichten, sondern er sol Johannes heissen. [61]Vnd sie sprachen zu jr, Jst doch niemand in deiner Freundschafft, der also heisse.

[62]VND sie wincketen seinem Vater, wie er jn wolt heissen lassen. [63]Vnd er fordderte ein Teffelin, schreib vnd sprach, Er heisst Johannes. Vnd sie verwunderten sich alle. [64]Vnd als bald ward sein mund vnd seine zunge auffgethan, vnd redete vnd lobete Gott. [65]Vnd es kam eine furcht vber alle Nachbarn, Vnd dis Geschicht ward alles ruechtbar auff dem gantzen Juedischen gebirge, [66]Vnd alle die es hoereten, namens zu hertzen, vnd sprachen, Was meinestu, wil aus dem Kindlin werden? Denn die hand des HErrn war mit jm.

[67]VND sein vater Zacharias ward des heiligen Geistes vol, weissaget, vnd sprach.

[68]Gelobet sey der HERR der Gott Jsrael, Denn er hat besucht vnd erloeset sein Volck.

[69]Vnd hat vns auffgericht ein Horn des Heils, Jn dem hause seines dieners Dauid.

[70]Als er vor zeiten geredt hat, Durch den mund seiner heiligen Propheten.

[71]Das er vns errettet von vnsern Feinden, Vnd von der Hand aller die vns hassen.

[72]Vnd die Barmhertzigkeit erzeigete vnsern Vetern, Vnd gedechte an seinen heiligen Bund.

[73]Vnd an den Eid, den er geschworen hat vnserm vater Abraham, Vns zu geben.

[74]Das wir erloeset aus der hand vnser Feinde, Jm dieneten on furcht vnser lebelang.

[75]Jn Heiligkeit vnd Gerechtigkeit, Die jm gefellig ist.

[76]Vnd du Kindlin wirst ein Prophet des Hoehesten heissen, Du wirst fur dem HERRN her gehen, das du seinen weg bereitest.

[77]Vnd erkentnis des Heils gebest seinem Volck, Die da ist in vergebung jrer Suende.

[78]Durch die hertzliche barmhertzigkeit vnsers Gottes, Durch welche vns besucht hat der a Auffgang aus der Hoehe.

[79]Auff das er erscheine, denen, die da sitzen im finsternis vnd schatten des tods, Vnd richte vnsere fuesse auff den weg des Friedes.


[80]VND das Kindlin wuchs vnd war starck im geist, Vnd war in der Wuesten, bis das er sollt erfuer tretten fur das Volck Jsrael.


II.[Bearbeiten]

Vs begab sich aber zu der zeit, das ein Gebot von dem Keiser Augusto ausgieng, das alle Welt geschetzt wuerde. [2]Vnd diese Schatzung war die allererste, vnd geschach zur zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. [3]Vnd jederman gieng, das er sich schetzen liesse, ein jglicher in seine Stad.

[4]DA machet sich auff auch Joseph, aus Galilea, aus der stad Nazareth, in das Juedische land, zur stad Dauid, die da heisst Bethlehem, darumb das er von dem hause vnd geschlechte Dauid war, [5]Auff das er sich schetzen liesse mit Maria seinem vertraweten Weibe, die war schwanger.

[6]Vnd als sie dasebls waren, kam die zeit, das sie geberen solte. [7]Vnd sie gebar jren ersten Son, vnd wickelt jn in windeln, vnd leget jn in eine Krippen, Denn sie hatten sonst keinen raum in der Herberge.

[8]VND es waren Hirten in der selbigen gegend auff dem felde, bey den Huerten, die hueteten des nachts jrer herde. [9]Vnd sihe, des HERRN engel trat zu jnen, vnd die klarheit des HERRN leuchtet vmb sie, Vnd sie furchten sich seer. [10]Vnd der Engel sprach zu jnen. Fuerchtet euch nicht, sihe, Jch verkuendige euch grosse Freude, die allem Volck widerfaren wird, [11]Denn euch ist heute der Heiland geborn, welcher ist Christus der HErr, in der stad Dauid. [12]Vnd das habt zum Zeichen, Jr werdet finden das Kind in windeln gewickelt, vnd in einer Krippen ligen. [13]Vnd als bald ward da bey dem Engel die menge der himlischen Herrscharen, die lobten Gott, vnd sprachen, [14]Ehre sey Gott in der Hoehe, Vnd Friede auff Erden, Vnd den Menschen ein wolgefallen.

Vnd da die Engel von jnen gen Himel furen, sprachen die Hirten vnternander, Lasst vns nu gehen gen Bethlehem, vnd die Geschicht sehen, die da geschehen ist, die vns der HERR kund gethan hat. [16]Vnd sie kamen eilend, vnd funden beide Mariam vnd Joseph, dazu das Kind in der krippen ligen. [17]Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welchs zu jnen von diesem Kind gesagt war. [18]Vnd alle, fur die es kam, wunderten sich der rede, die jnen die Hirten gesagt hatten [19]Maria aber behielt alle


diese wort, vnd beweget sie in jrem hertzen. [20]Vnd die Hirten kereten widerumb, preiseten vnd lobten Gott vmb alles, das sie gehoeret vnd gesehen hatten, wie denn zu jnen gesagt war.

[21]Vnd da acht tage vmbwaren, das das Kind beschnitten wuerde, da ward sein Name genennet Jhesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.

[22]Vnd da die tage jrer reinigung nach dem gesetz Mosi kamen, brachten sie jn gen Jerusalem, Auff das sie jn darstelleten dem HERRN, [23]wie denn geschrieben stehet in dem gesetz des HERRN, Allerley Menlin, das zum ersten die mutter bricht, sol dem HERRN geheiliget heissen, [24]Vnd das sie geben das Opffer, nach dem gesagt ist im gesetz des HERRN, ein par Dorteltauben, oder zwo Jungetauben.

[25]VND sihe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit namen Simeon, vnd der selb Mensch war from vnd gottfuerchtig, vnd wartet auff den trost Jsrael, vnd der heilige Geist war in jm. [26]Vnd jm war ein antwort worden von dem heiligen Geist, er solt den Tod nicht sehen, er hette denn zuuor den Christ des HERRN gesehen. [27]Vnd kam aus anregen des Geistes in den Tempel.

VND da die Eltern das Kind Jhesum in den Tempel brachten, das sie fur jn theten, wie man pfleget nach dem Gesetz, [28]da nam er jn auff seine arm, vnd lobte Gott, vnd sprach.

[29]Herr, nu lessestu deinen Diener im Friede faren, wie du gesagt hast.

[30]Denn meine augen haben deinen Heiland gesehen.

[31]Welchen du bereitet hast, Fur allen Voelckern.

[32]Ein Liecht zu erleuchten die Heiden, Vnd zum preis deines volcks Jsrael.

[33]Vnd sein Vater vnd Mutter wunderten sich des, das von jm geredt ward. [34]Vnd Simeon segenet sie, vnd sprach zu Maria seiner mutter, Sihe, dieser wird gesetzt zu einem Fall vnd Aufferstehen vieler in Jsrael, Vnd zu einem Zeichen dem widersprochen wird. [34]Vnd es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, Auff das vieler hertzen gedancken offenbar werden.

[36]VND es war eine Prophetin Hanna, eine tochter Phanuel, vom geschlecht Aser. Die war wol betaget, vnd hatte gelebt sieben jar mit jrem Manne, nach jrer Jungfrawschafft. [37]Vnd war nu eine Widwe, bey vier vnd achzig jaren, die kam nimer vom Tempel, dienet Gott mit fasten vnd beten tag vnd


nacht. [38]Dieselbige trat auch hinzu, zu der selbigen stunde, vnd preisete den HERRN, vnd redete von jm, zu allen, die da auff die erloesung zu Jerusalem warteten.

[39]VND da sie es alles volendet hatten, nach dem gesetz des HErrn, kereten sie wider in Galileam, zu jrer stad Nazareth. [40]Aber das Kind wuchs, vnd ward starck im Geist, voller weisheit, vnd Gottes gnade war bey jm.

[41]Vnd seine Eltern giengen alle jar gen Jerusalem, auff das Osterfest. [42]Vnd da er zwelff jar alt war, giengen sie hin auff gen Jerusalem, nach gewonheit des Festes. [43]Vnd da die tage volendet waren, vnd sie wider zu hause giengen, bleib das kind Jhesus zu Jerusalem, vnd seine Eltern wustens nicht. [44]Sie meineten aber, er were vnter den Geferten, vnd kamen eine tagereise, vnd suchten jn vnter den Gefreunden vnd bekandten. [45]Vnd da sie jn nicht funden, giengen sie widerumb gen Jerusalem, vnd suchten jn. [46]Vnd es begab sich nach dreien tagen, funden sie jn im Tempel sitzen, mitten vnter den Lerern, das er jnen zuhoerete, vnd sie fragete. [47]Vnd alle die jm zuhoereten verwunderten sich seines verstands vnd seiner antwort. [47]Vnd da sie jn sahen, entsatzten sie sich.

VND seine Mutter sprach zu jm, Mein son, warumb hastu vns das gethan? Sihe, dein Vater vnd Jch haben dich mit schmertzen gesucht. [49]Vnd er sprach zu jnen, Was ists, das jr mich gesucht habt? Wisset jr nicht das ich sein mus in dem, das meines Vaters ist? [50]Vnd sie verstunden das wort nicht, das er mit jnen redet. [51]Vnd er gieng mit jnen hinab, vnd kam gen Nazareth, vnd war jnen vnterthan. Vnd seine Mutter behielt alle diese wort in jrem hertzen. [52]Vnd Jhesus nam zu, an weisheit, alter vnd gnade, bey Gott und den Menschen.


III.[Bearbeiten]

Jn dem funffzehenden jar des Keiserthums Keisers Tyberij, da Pontius Pilatus landpfleger in Judea war, vnd Herodes ein vierfuerst in Galilea, vnd sein bruder Philippus ein vierfuerst in Jturea vnd in der gegend Thrachonitis, vnd Lisanias ein vierfuerst zu Abilene, [2]da Hannas vnd Caiphas Hohepriester waren, Da geschach der befelh Gottes zu Johannes Zacharias son, in der wuesten.

[3]VND er kam in alle gegend vmb den Jordan, vnd prediget die Tauffe der busse, zur vergebung der suende, [4]Wie geschrieben stehet in dem Buch der rede Jesaias des Propheten, der da sagt, Es ist eine stimme eines Predigers in der wuesten, Bereitet den weg des HERRN, vnd machet seine steige richtig. [5]Alle


tal sollen vol werden, vnd alle berge vnd huegel sollen ernidriget werden, Vnd was krum ist, sol richtig werden, vnd was vneben ist, sol schlechter weg werden. [6]Vnd alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen.

[7]Da sprach er nu zu dem Volck, das hin aus gieng, das es sich von jm teuffen liesse, Jr Ottern gezichte, wer hat denn euch geweiset, das jr dem zukuenfftigen zorn entrinnen werdet? [8]Sehet zu, thut rechtschaffene frucht der Busse, Vnd nemet euch nicht fur zusagen, wir haben Abraham zum vater. Denn ich sage euch, Gott kan dem Abraham aus diesen steinen Kinder erwecken. [9]Es ist schon die axt den Bewmen an die wurtzel gelegt. Welcher Bawm nicht gute fruechte bringet, wird abgehawen, vnd in das Fewr geworffen.

[10]Vnd das Volck fraget jn, vnd sprach, Was sollen wir denn thun? [11]Er antwortet vnd sprach zu jnen, Wer zween Roecke hat, der gebe dem, der keinen hat, Vnd wer speise hat, thue auch also.

[12]Es kamen auch die Zoelner, das sie sich teuffen liessen, vnd sprachen zu jm, Meister, was sollen denn wir thun? [13]Er sprach zu jnen, Foddert nicht mehr, denn gesetzt ist.

[14]Da fragten jn auch die Kriegsleute, vnd sprachen, Was sollen denn wir thun? Vnd er sprach zu jnen, Thut niemand gewalt noch vnrecht, vnd lasset euch benuegen an ewrem Solde.

[15]Als aber das Volck im wahn war, vnd dachten alle in jren hertzen von Johanne, ob er vieleicht Christus were, [16]Antwortet Johannes, vnd sprach zu allen, Jch teuffe euch mit wasser, Es kompt aber ein Stercker nach mir, dem ich nicht gnugsam bin, das ich die riemen seiner Schuch auffloese, Der wird euch mit dem heiligen Geist vnd mit Fewr teuffen. [17]Jn desselbigen hand ist die Wurffschauffel, vnd er wird seine Tenne fegen, vnd wird den Weitzen in seine Schewren samlen, Vnd die Sprew wird er mit ewigem Fewr verbrennen. [18]Vnd viel anders meer vermanet vnd verkuendiget er dem Volck.

[19]Herodes aber der Vierfuerst, da er von jm gestrafft ward, vmb Herodias willen, seines Bruders weib, vnd vmb alles vbels willen, das Herodes thet, [20]Vber das alles, legt er Johannes gefangen.

[21]Vnd es begab sich, da sich alles Volck teuffen lies, vnd Jhesus auch getaufft war, vnd betet, das sich der Himel auffthet, [22]Vnd der heilige Geist fuhr ernidder, in leiblicher gestalt auff Jn, wie eine Taube. Vnd eine stimme kam aus dem Himel, die sprach, Du bist mein lieber Son, an dem ich wolgefallen habe.


[23]VND Jhesus gieng in das dreissigst jar, Vnd ward gehalten fur einen son Joseph, welcher war ein son Eli.

[24]Der war ein son Mathath.

Der war ein son Leui.

Der war ein son Melchi.

Der war ein son Janna.

Der war ein son Joseph.

[25]Der war ein son Mathathias.

Der war ein son Amos.

Der war ein son Nahum.

Der war ein son Esli.

Der war ein son Nange.

[26]Der war ein son Maath.

Der war ein son Mathathias.

Der war ein son Semei.

Der war ein son Josech.

Der war ein son Juda.

[27]Der war ein son Johanna.

Der war ein son Resia.

Der war ein son Zorobabel.

Der war ein son Salathiel.

Der war ein son Neri.

[28]Der war ein son Melchi.

Der war ein son Addi.

Der war ein son Kosam.

Der war ein son Elmadam.

Der war ein son Her.

[29]Der war ein son Jeso.

Der war ein son Eliezer.

Der war ein son Jorem.

Der war ein son Mattha.

Der war ein son Leui.

[30]Der war ein son Simeon.

Der war ein son Juda.

Der war ein son Joseph.

Der war ein son Jonam.

Der war ein son Eliakim.

[31]Der war ein son Melea.

Der war ein son Menam.

Der war ein son Mathathan.

Der war ein son Nathan.

Der war ein son Dauid.

[32]Der war ein son Jesse.

Der war ein son Obed.

Der war ein son Boos.

Der war ein son Salmon.

Der war ein son Nahasson.

[33]Der war ein son Aminadab.

Der war ein son Aram.

Der war ein son Esrom.

Der war ein son Phares.

Der war ein son Juda.

[34]Der war ein son Jacob.

Der war ein son Jsaac.

Der war ein son Abraham.

Der war ein son Thara.

Der war ein son Nachor.

[35]Der war ein son Saruch.

Der war ein son Ragahu.

Der war ein son Phaleg.

Der war ein son Eber.

Der war ein son Sala.

[36]Der war ein son Cainan.

Der war ein son Arphachsad.

Der war ein son Sem.

Der war ein son Noe.

Der war ein son Lamech.

[37]Der war ein son Mathusala.

Der war ein son Enoch.

Der war ein son Jared.

Der war ein son Maleleel.

Der war ein son Cainan.

[38]Der war ein son Enos.

Der war ein son Seth.

Der war ein son Adam.

Der war Gottes.


IIII.[Bearbeiten]

Jhesus aber, vol heiliges Geistes, kam wider von dem Jordan, vnd ward vom Geist in die wuesten gefueret, [2]vnd ward viertzig tage lang von dem Teufel versucht, Vnd er ass nichts in denselbigen tagen, Vnd da dieselbigen ein ende hatten, hungerte jn darnach. [3]Der Teufel aber sprach zu jm, Bistu Gottes son, so sprich zu dem Stein, das er Brot werde. [4]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jm, Es stehet geschrieben, Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jglichen wort Gottes.

[5]VND der Teufel fueret jn auff einen hohen Berg, vnd weiset jm alle Reich der gantzen Welt, in einem augenblick, [6]vnd sprach zu jm, Diese macht wil ich dir alle geben, vnd jre Herrligkeit, Denn sie ist mir vbergeben, vnd ich gebe sie welchem ich wil, [7]So du nu mich wilt anbeten, so sol es alles dein sein. [8]Jhesus antwortet jm, vnd sprach, Heb dich von mir weg Satan, Es stehet geschrieben, Du solt Gott deinen HERRN anbeten, vnd jm allein dienen.

[9]VND er fueret jn gen Jerusalem, vnd stellet jn auff des Tempels zinnen, vnd sprach zu jm, Bistu Gottes son, so las dich von hinnen hinunter, [10]Denn es stehet geschrieben, Er wird befelhen seinen Engeln von dir, das sie dich bewaren, [11]vnd auff den henden tragen, Auff das du nicht etwa deinen fus an einen stein stoessest. [12]Jhesus antwortet, vnd sprach zu jm, Es ist gesaget, Du solt Gott deinen HERRN nicht versuchen. [13]Vnd da der Teufel alle versuchung volendet hatte, weich er von jm eine zeit lang.

[14]VND Jhesus kam wider in des Geistes krafft in Galilean, Vnd das geruecht erschal von jm durch alle vmbligende ort. [15]Vnd er lerete in jren Schulen, vnd ward von jederman gepreiset.

[16]Vnd er kam gen Nazareth, da er erzogen war, vnd gieng in die schule nach seiner gewonheit am Sabbath tage, vnd stund auff, vnd wolt lesen. [17]Da ward jm das buch des Propheten Jsaias gereicht. Vnd da er das buch rumb warff, fand er den ort, da geschrieben stehet, [18]Der Geist des HERRN ist bey mir, derhalben er mich gesalbet hat, vnd gesand zu verkuendigen das Euangelium den Armen, zu heilen die zustossen Hertzen, zu predigen den Gefangenen, das sie los sein sollen, vnd den Blinden das gesicht, vnd den Zuschlagenen, das sie frey vnd ledig sein sollen, [19]Vnd zu predigen das angeneme jar des HERRN.


[20]VND als er das Buch zuthet, gab ers dem Diener, vnd satzte sich. Vnd aller augen die in der Schulen waren, sahen auff jn. [21]Vnd er fieng an zu sagen zu jnen, Heute ist diese Schrifft erfullet fur ewern ohren. [22]Vnd sie gaben alle zeugnis von jm, vnd wunderten sich der holdseligen Wort, die aus seinem munde giengen, vnd sprachen, Jst das nicht Josephs son?

[23]VND er sprach zu jnen, Jr werdet freilich zu mir sagen dis Sprichwort, Artzt hilff dir selber. Denn wie gros ding haben wir gehoert zu Capernaum geschehen? Thu auch also hie in deinem Vaterlande. [24]Er sprach aber, Warlich, ich sage euch, Kein Prophet ist angenem in seinem Vaterlande.

[25]Aber in der warheit sage ich euch, Es waren viel Widwen in Jsrael zu Elias zeiten, da der Himel verschlossen war drey jar vnd sechs monden, da eine grosse Thewrung war im gantzen Lande, [26]vnd zu der keiner ward Elias gesand, denn allein gen Sarephtha der Sidoner, zu einer Widwe. [27]Vnd viel Aussetzige waren in Jsrael zu des Propheten Eliseus zeiten, Vnd der keiner ward gereiniget, denn alleine Naaman aus Syrien.

[28]VND sie wurden vol zorns alle die in der Schulen waren, da sie das hoereten. [29]Vnd stunden auff, vnd stiessen jn zur Stad hinaus, vnd fuereten jn auff einen huegel des Berges, dar auff jre Stad gebawet war, das sie jn hin ab stuertzeten. [30]Aber er gieng mitten durch sie hin weg. [31]Vnd kam gen Capernaum in die stad Galilea, vnd lerete sie an den Sabbathen. [32]Vnd sie verwunderten sich seiner Lere, denn seine rede war gewaltig.

[33]Vnd es war ein Mensch in der Schule, besessen mit einem vnsaubern Teufel, Vnd der schrey laut, [34]vnd sprach, Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jhesu von Nazareth? Du bist komen vns zu verderben, Jch weis wer du bist, nemlich, der heilige Gottes. [35]Vnd Jhesus bedrawet jn, vnd sprach, Verstumme, vnd fare aus von jm. Vnd der Teufel warff jn mitten vnter sie, vnd fur von jm aus, vnd thet jm keinen schaden. [36]Vnd es kam eine furcht vber sie alle, vnd redeten mit einander, vnd sprachen, Was ist das fur ein ding? Er gebeut mit macht vnd gewalt den vnsaubern Geisten, vnd sie faren aus. [37]Vnd es erschal sein geschrey in alle orter des vmbligenden Landes.

[38]Vnd er stund auff aus der Schulen, vnd kam in Simonis haus, vnd Simonis schwiger war mit einem harten Fieber behafft. Vnd sie baten jn fur sie, [39]Vnd er trat zu jr, vnd gebot dem fieber, vnd es verlies sie, Vnd bald stund sie auff, vnd dienete jnen.


[40]Vnd da die Sonne vntergangen war, alle die so Krancken hatten, mit mancherley Seuchen, brachten sie zu jm. Vnd er leget auff einen jglichen die Hende, vnd machet sie gesund. [41]Es furen auch die Teufel aus von vielen, schrien vnd sprachen, Du bist Christus der son Gottes. Vnd er bedrawet sie, vnd lies sie nicht reden, Denn sie wusten, das er Christus war.

[42]Da es aber tag ward, gieng er hin aus an eine wueste Stete, Vnd das Volck suchte jn, vnd kamen zu jm, vnd hielten jn auff, das er nicht von jnen gienge. [43]Er sprach aber zu jnen, Jch mus auch andern Stedten das Euangelium predigen vom reich Gottes, Denn da zu bin ich gesand. [44]Vnd er prediget in den schulen Galilea.


V.[Bearbeiten]

Es begab sich aber, da sich das Volck zu jm drang, zu hoeren das wort Gottes, vnd er stund am see Genezareth, [2]vnd sahe zwey schiff am see stehen, die Fischer aber waren ausgetretten, vnd wuschen jre netze, [3]Trat er in der schiff eins, welches Simonis war, vnd bat jn, das ers ein wenig vom lande fueret. Vnd er satzte sich, vnd leret das Volck aus dem schiff.

[4]VND als er hatte auffgehoert zu reden, sprach er zu Simon, Fare auff die hoehe, vnd werffet ewre netze aus, das jr einen zug thut. [5]Vnd Simon antwortet, vnd sprach zu jm, Meister, wir haben die gantze Nacht geerbeitet, vnd nichts gefangen, Aber auff dein Wort, wil ich das netze auswerffen. [6]Vnd da sie das theten, beschlossen sie eine grosse menge Fische, vnd jr netz zureis. [7]Vnd sie wincketen jren Gesellen, die im andern schiff waren, das sie kemen, vnd huelffen jnen ziehen. Vnd sie kamen, vnd fuelleten beide Schiff vol, also, das sie suncken.

[8]DA das Simon Petrus sahe, fiel er Jhesu zu den knien, vnd sprach HERR, gehe von mir hinaus, ich bin ein suendiger Mensch. [9]Denn es war jn ein schrecken ankomen, vnd alle die mit jm waren, vber diesem Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, [10]Desselbigen gleichen auch Jacobum vnd Johannem, die soene Zebedei, Simonis gesellen. Vnd Jhesus sprach zu Simon, Fuerchte dich nicht, Denn von nu an wirstu Menschen fahen. [11]Vnd sie fuereten die Schiff zu lande, vnd verliessen alles, vnd folgeten jm nach.

[12]Vnd es begab sich, da er in einer stad war, Sihe, da war ein Man vol aussatzs, Da der Jhesum sahe, fiel er auff sein angesichte, vnd bat jn, vnd sprach, HERR, wiltu, so kanstu mich reinigen. [12]Vnd er strecket die


Hand aus, vnd rueret jn an, vnd sprach, ich wils thun, sey gereiniget. Vnd also bald gieng der aussatz von jm. [14]Vnd er gebot jm, das ers niemand sagen solt, Sondern gehe hin, vnd zeige dich dem Priester, vnd opffer fur deine Reinigung, wie Moses geboten hat, jnen zum zeugnis.

[15]ES kam aber die sage von jm je weiter aus, Vnd kam viel Volcks zusamen, das sie hoereten, vnd durch jn gesund wuerden von jren Kranckheiten. [16]Er aber entweich in die Wuesten, vnd betet.

[17]Vnd es begab sich auff einen tag, das er lerete. Vnd sassen da die Phariseer vnd Schrifftgelerten, die da komen waren aus allen Merckten in Galilea vnd Judea, vnd von Jerusalem, vnd die krafft des HERRN gieng von jm, vnd halff jederman. [18]Vnd sihe, etliche Menner brachten einen Menschen auff einem bette, der war Gichtbruechig, vnd sie suchten, wie sie jn hin ein brechten, vnd fur jn legten. [19]Vnd da sie fur dem Volck nicht funden, an welchem ort sie jn hin ein brechten, stiegen sie auff das Dach, vnd liessen jn durch die ziegel ernider mit dem bettlin, mitten vnter sie, fur Jhesum. [20]Vnd da er jren glauben sahe, sprach er zu jm, Mensch, deine suende sind dir vergeben.

[21]VND die Schrifftgelerten vnd Phariseer fiengen an zu dencken, vnd sprachen, Wer ist der, das er Gotteslesterung redet? Wer kan suende vergeben, denn alleine Gott? [22]Da aber Jhesus jre gedancken merckte, antwortet er, vnd sprach zu jnen, Was dencket jr in ewren hertzen? [23]Welchs ist leichter zu sagen, Dir sind deine suende vergeben, Oder zu sagen, Stehe auff vnd wandele? [24]Auff das jr aber wisset, das des menschen Son macht hat auff Erden, suende zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbruechigen, Jch sage dir, stehe auff, vnd hebe dein betlin auff, vnd gehe heim. [25]Vnd als bald stund er auff, fur jren augen, vnd hub das betlin auff, darauff er gelegen war, vnd gieng heim, vnd preisete Gott. [26]Vnd sie entsatzten sich alle, vnd preiseten Gott, vnd wurden vol furcht, vnd sprachen, Wir haben heute seltzame ding gesehen.

[27]Vnd darnach gieng er aus, vnd sahe einen Zoelner, mit namen Leuis, am zol sitzen, vnd sprach zu jm, Folge mir nach. [28]Vnd er verlies alles, stund auff, vnd folget jm nach. [29]Vnd der Leuis richtet jm ein gros mahl zu in seinem hause, Vnd viel Zoelner vnd ander sassen mit jm zu tisch. [30]Vnd die Schrifftgelerten vnd Phariseer murreten wider seine Juenger, vnd sprachen, Warumb esset vnd trincket jr mit den Zoelnern vnd Suendern? [31]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Die Gesunden duerffen des Artztes nicht, sondern die Krancken. [32]Jch bin komen zu ruffen den Suendern zur busse, vnd nicht den Gerechten.


[33]Sje aber sprachen zu jm, Warumb fasten Johannes Juenger so offt vnd beten so viel, desselbigen gleichen der Phariseer Juenger, Aber deine Juenger essen vnd trincken? [34]Er sprach aber zu jnen, Jr mueget die Hochzeitleute nicht zu fasten treiben, so lange der Breutgam bey jnen ist. [35]Es wird aber die zeit komen, das der Breutgam von jnen genomen wird, Denn werden sie fasten.

[36]VND er saget zu jnen ein Gleichnis, Niemand flicket einen lappen vom newen Kleid, auff ein alt Kleid, Wo anders, so reisset das newe, vnd der lappe vom newen reimet sich nicht auff das alte. [37]Vnd niemand fasset Most in alte Schleuche, Wo anders, so zureisset der Most die Schleuche, vnd wird verschuet, vnd die Schleuche komen vmb. [38]Sondern den Most sol man in newe Schleuche fassen, so werden sie beide behalten. [39]Vnd niemand ist, der vom Alten trincket, vnd woelle bald des newen, Denn er spricht, der alte ist milder.


VI.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich auff einen Afftersabbath, das er durchs getreide gieng, vnd seine Juenger raufften ehren aus, vnd assen, vnd rieben sie mit den henden. [2]Etliche aber der Phariseer sprachen zu jnen, Warumb thut jr, das sich nicht zimet zu thun auff die Sabbather? [3]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Habt jr nicht das gelesen, das Dauid thet, da jn hungerte, vnd die mit jm waren? [4]Wie er zum hause Gottes eingieng, vnd nam Schawbrot, vnd ass, vnd gab auch denen, die mit jm waren, die doch niemand thurste essen, on die Priester alleine. [5]Vnd sprach zu jnen, Des menschen Son ist ein HERR, auch des Sabbaths.

[6]Es geschach aber auff einen andern Sabbath, das er gieng in die Schule, vnd lerete. Vnd da war ein Mensch, des rechte hand war verdorret. [7]Aber die Schrifftgelerten vnd Phariseer hielten auff jn, ob er auch heilen wuerde am Sabbath, Auff das sie eine sach zu jm fuenden. [8]Er aber merckete jre gedancken, vnd sprach zu dem Menschen mit der duerren hand, Stehe auff vnd trit erfur. Vnd er stund auff, vnd trat da hin. [9]Da sprach Jhesus zu jnen, Jch frage euch, was zimet sich zu thun auff die Sabbather, Gutes oder boeses, das leben erhalten oder verderben? [10]Vnd er sahe sie alle vmbher an, vnd sprach zu dem Menschen, Strecke aus deine hand. Vnd er


thets, da ward jm seine hand wider zu recht bracht, gesund wie die ander. [11]Sie aber wurden gantz vnsinnig, vnd beredeten sich mit einander, was sie jm thun wolten.

[12]Es begab sich aber zu der zeit, das er gieng auff einen Berg zu beten, vnd er bleib vber nacht in dem gebet zu Gott. [13]Vnd da es tag ward, rieff er seinen Juengern, vnd erwelet jrer zwelffe, welche er auch Apostel nennet, [14]Simon, welchen er Petrum nennet, vnd Andream seinen bruder, Jacobum vnd Johannem, Philippum vnd Bartholomeum, [15]Mattheum vnd Thomam, Jacobum Alphei son, Simon genant Zelotes, [16]Judam Jacobs son, vnd Judam Jschariothen den Verrheter.

[17]VNd er gieng ernider mit jnen, vnd trat auff einen platz im felde, vnd der hauff seiner Juenger, vnd eine grosse menge des Volcks, von allem Juedischenlande vnd Jerusalem, vnd Tyro vnd Sidon, am meer gelegen, [18]die da komen waren, jn zu hoeren, vnd das sie geheilet wuerden von jren Seuchen, Vnd die von vnsaubern Geisten vmbgetrieben wurden, die wurden gesund. [19]Vnd alles Volck begeret jn anzurueren, Denn es gieng Krafft von jm, vnd heilet sie alle.

[20]Vnd er hub seine augen auff vber seine Juenger, vnd sprach, Selig seid jr Armen, Denn das reich Gottes ist ewer. [21]Selig seid jr, die jr hie hungert, Denn jr solt sat werden. Selig seid jr, die jr hie weinet, Denn jr werdet lachen. [22]Selig seid jr, so euch die Menschen hassen, vnd euch absondern, vnd schelten euch, vnd verwerffen ewern namen, als einen boshafftigen, vmb des menschen Sons willen. [23]Frewet euch als denn vnd huepffet, Denn sihe, ewer Lohn ist gros im Himel. Des gleichen theten jre Veter den Propheten auch.

[24]ABER dagegen weh euch Reichen, Denn jr habt ewern trost da hin. [25]Weh euch, die jr vol seid, Denn euch wird hungern. Weh euch die jr hie lachet, Denn jr werdet weinen vnd heulen. [26]Weh euch, wenn euch jeder man wol redet. Desgleichen theten jre Veter den falschen Propheten auch.

[27]ABer ich sage euch, die jr zuhoeret, Liebet ewer Feind. Thut denen wol die euch hassen. [28]Segenet die, so euch verfluchen. Bittet fur die, so euch beleidigen. [29]Vnd wer dich schlehet auff einen Backen, dem biete den andern auch dar. Vnd wer dir den Mantel nimpt, dem were nicht auch den Rock. [30]Wer dich bittet, dem gib. Vnd wer dir das deine nimpt, da foddere es


nicht wider. [31]Vnd wie jr wolt, das euch die Leute thun sollen, Also thut jnen gleich auch jr.

[32]VND so jr liebet die euch lieben, was dancks habt jr dauon? Denn die Suender lieben auch jre Liebhaber. [33]Vnd wenn jr ewern Wolthetern wol thut, was dancks habt jr dauon? Denn die Suender thun dasselbige auch. [34]Vnd wenn jr leihet, von denen jr hoffet zu nemen, was dancks habt jr dauon? Denn die Suender leihen den suendern auch, auff das sie gleiches wider nemen. [35]Doch aber, Liebet ewre Feinde, Thut wol, vnd leihet, das jr nichts dafur hoffet, So wird ewer Lohn gros sein, vnd werdet Kinder des Allerhoehesten sein, Denn er ist guetig vber die vndanckbarn vnd boshafftigen.

[36]Darumb seid barmhertzig, wie auch ewer Vater barmhertzig ist. [37]Richtet nicht, so werdet jr auch nicht gerichtet. Verdampt nicht, so werdet jr nicht verdampt. Vergebet, so wird euch vergeben. [38]Gebt, so wird euch gegeben. Ein vol, getrueckt, geruettelt vnd vberfluessig Mas, wird man in ewern schos geben. Denn eben mit dem Mas, da jr mit messet, wird man euch wider messen.

[39]VND er saget jnen ein gleichnis, Mag auch ein Blinder einem blinden den weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Gruben fallen? [40]Der a Juenger ist nicht vber seinen Meister, Wenn der Juenger ist wie sein Meister, so ist er volkomen. [41]Was sihestu aber einen Splitter in deines Bruders auge, vnd des Balcken in deinem auge wirstu nicht gewar? [42]Oder wie kanstu sagen zu deinem Bruder, Halt stille bruder, ich wil den Splitter aus deinem aug zihen, vnd du sihest selbst nicht den Balcken in deinem auge? Du Heuchler, zeuch zuuor den Balcken aus deinem auge, vnd besihe denn, das du den Splitter aus deines bruders auge ziehest.

[43]DEnn es ist kein guter Bawm, der faule frucht trage, vnd kein fauler bawm, der gute frucht trage. [44]Ein jglicher bawm wird an seiner eigen Frucht erkand. Denn man lieset nicht Feigen von den doernen, Auch so lieset man nicht Drauben von den hecken. [45]Ein guter Mensch bringet gutes erfur, aus dem guten schatz seines hertzen, Vnd ein boshafftiger Mensch bringet boeses erfuer, aus dem boesen schatz seines hertzen. Denn wes das hertz vol ist, des gehet der Mund vber.

[46]Was heisst jr mich aber HERR, Vnd thut nicht was ich euch sage? [47]Wer zu mir kompt, vnd hoeret meine rede, vnd thut sie, Den wil ich euch zeigen, wem er gleich ist. [48]Er ist gleich einem Menschen, der ein Haus bawete, vnd grub tieff, vnd legete den grund auff den Fels. Da aber


Gewesser kam, da reis der Strom zum Hause zu, vnd mochts nicht bewegen, Denn es war auff den Fels gegruendet. [49]Wer aber hoeret vnd nicht thut, Der ist gleich einem Menschen, der ein Haus bawete auff die erden on grund. Vnd der Strom reis zu jm zu, vnd es fiel bald, vnd das Haus gewan einen grossen Riss.


VII.[Bearbeiten]

Nach dem er aber fur dem Volck ausgeredt hatte, gieng er gen Capernanm. [2]Vnd eines Heubtmans Knecht lag tod kranck, den er werd hielt. [3]Da er aber von Jhesu hoeret, sandte er die eltesten der Jueden zu jm, vnd bat jn, das er keme, vnd seinen Knecht gesund machet. [4]Da sie aber zu Jhesu kamen, baten sie jn mit vleis, vnd sprachen, Er ist sein werd, das du jm erzeigest, [5]Denn er hat vnser Volck lieb, vnd die Schule hat er vns erbawet. [6]Jhesus aber gieng mit jnen hin.

DA sie aber nu nicht ferne von dem Hause waren, sandte der Heubtman freunde zu jm, vnd lies jm sagen, Ah HERR, bemuehe dich nicht, Jch bin nicht werd, das du vnter mein Dach gehest, [7]Darumb ich auch mich selbs nicht wirdig geachtet hab das ich zu dir keme, Sondern sprich ein wort, so wird mein Knabe gesund. [8]Denn auch ich bin ein Mensch der Oberkeit vnterthan, vnd habe Kriegsknechte vnter mir, vnd spreche zu einem, Gehe hin, so gehet er hin. Vnd zum andern, Kom her, so kompt er. Vnd zu meinem knecht, Thu das, so thut ers. [9]Da aber Jhesus das hoeret, verwundert er sich sein, vnd wandte sich vmb, vnd sprach zu dem Volck das jm nachfolgete, Jch sage euch, solchen Glauben habe ich in Jsrael nicht funden. [10]Vnd da die gesandten widerumb zu Hause kamen, funden sie den krancken Knecht gesund.

[11]Vnd es begab sich darnach, das er in eine Stad, mit namen, Nain, gieng, vnd seiner Juenger giengen viel mit jm, vnd viel Volcks. [12]Als er aber nahe an das Stadthor kam, Sihe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Son war seiner Mutter, vnd sie war eine Widwe, vnd viel Volcks aus der stad, gieng mit jr. [13]Vnd da sie der HErr sahe, jamerte jn derselbigen, vnd sprach zu jr, Weine nicht. [14]Vnd trat hin zu, vnd rueret den Sarck an, Vnd die Treger stunden. Vnd er sprach, Juengling, ich sage dir, stehe auff. [15]Vnd der Todte richtet sich auff, vnd fieng an zu reden, Vnd er gab jn seiner Mutter. [16]Vnd es kam sie alle ein furcht an, vnd preiseten Gott, vnd sprachen, Es ist ein grosser Prophet vnter vns auffgestanden, vnd Gott hat sein Volck heimgesucht. [17]Vnd diese rede von jm erschal in das gantze Juedischeland, vnd in alle vmbligende Lender.


[18]Vnd es verkuendigeten Johanni seine Juenger das alles. Vnd er rieff zu sich seiner Juenger zween, [19]vnd sandte sie zu Jhesu, vnd lies jm sagen, Bistu der da komen sol, oder sollen wir eines andern warten? [20]Da aber die Menner zu jm kamen, sprachen sie, Johannes der Teuffer hat vns zu dir gesand, vnd lesst dir sagen, Bistu der da komen sol, oder sollen wir eines andern warten? [21]Zu der selbigen stunde aber machte er viel gesund von Seuchen vnd Plagen vnb boesen Geisten, vnd viel Blinden schenckt er das gesichte. [22]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Gehet hin vnd verkuendiget Johanni, was jr gesehen vnd gehoeret habt, Die Blinden sehen, die Lamen gehen, die Aussetzigen werden rein, die Tauben hoeren, die Todten stehen auff, den Armen wird das Euangelium geprediget, [23]Vnd selig ist der sich nicht ergert an mir.

[24]DA aber die boten Johannis hin giengen, fieng Jhesus an zu reden, zu dem Volck, von Johanne. Was seid jr hinaus gegangen in die wuesten zu sehen? woltet jr ein Rhor sehen? das vom winde bewegit wird? [25]Oder was seid jr hinaus gegangen zu sehen? woltet jr einen Menschen sehen in weichen Kleidern? Sehet die in herrlichen Kleidern vnd luesten leben, die sind in den Koeniglichen Hoefen. [26]Oder was seid jr hinaus gegangen zu sehen? woltet jr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch, der da mehr ist denn ein Prophet, [27]Er ists, von dem geschrieben stehet, Sihe, Jch sende meinen Engel fur deinem Angesicht her, der da bereiten sol deinen weg fur dir [28]Denn ich sage euch, das vnter denen, die von Weibern geborn sind, ist kein groesser Prophet,denn Johannes der Teuffer. Der aber kleiner ist im reich Gottes, der ist groesser denn er.

[29]VNd alles Volck das jn hoeret, vnd die Zoelner, gaben Gott recht, vnd liessen sich teuffen mit der tauffe Johannis. [30]Aber die Phariseer vnd Schrifftgelerten verachteten Gottes rat, wider sich selbs,vnd liessen sich nicht von jm teuffen.

[31]Aber der HERR sprach, Wem sol ich die Menschen dieses geschlechts vergleichen? vnd wem sind sie gleich? [32]Sie sind gleich den Kindern, die auff dem marckte sitzen, vnd ruffen gegen ander, vnd sprechen, Wir haben euch gepfiffen, vnd jr habt nicht getantzet. Wjr haben euch geklaget, vnd jr habt nicht geweinet. [33]Denn Johannes der Teuffer ist komen, vnd ass nicht brot, vnd tranck keinen wein, So sagt jr, er hat den Teufel. [34]Des menschen Son ist komen, isset vnd trincket, So sagt jr, sihe der Mensch ist ein Fresser vnd Weinseuffer, der Zoelner vnd Suender freund. [35]Vnd die Weisheit mus sich rechtfertigen lassen von allen jren Kindern.

[36]Es bat jn aber der Phariseer einer, das er mit jm esse. Vnd er gieng hin ein, in des Phariseers haus, vnd setzet sich zu tisch. [37]Vnd sihe, ein Weib war in der Stad, die war eine Suenderin. Da die vernam, das er zu tische sass in des Phariseers hause, brachte sie ein glas mit Salben, [38]vnd


trat hinden zu seinen fuessen, vnd weinet, vnd fieng an seine Fuesse zu netzen mit threnen, vnd mit den haren jres heubts zu trucken, vnd kuesset seine fuesse, vnd salbet sie mit salben.

[39]DA aber das der Phariseer sahe, der jn geladen hatte, sprach er bey sich selbs, vnd saget, Wenn dieser ein Prophet were, so wueste er, wer vnd welch ein Weib das ist, die jn anrueret, Denn sie ist eine Suenderin. [40]Jhesus antwortet, vnd sprach zu jm, Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach, Meister, sage an. [41]Es hatte ein Wuecherer zween Schueldener, Einer war schuldig fuenff hundert grosschen, der ander funffzig. [42]Da sie aber nicht hatten zu bezalen, schencket ers beiden. Sage an, welcher vnter denen wird jn am meisten lieben? [43]Simon antwortet vnd sprach, Jch achte, dem er am meisten geschencket hat. Er aber sprach zu jm, Du hast recht gerichtet.

[44]VND er wandte sich zu dem Weibe, vnd sprach zu Simon, Sihestu dis weib? Jch bin komen in dein Haus, Du hast mir nicht wasser gegeben zu meinen fuessen, Diese aber hat meine fuesse mit threnen genetzet, vnd mit den haren jres heubts getruecket. [45]Du hast mir keinen Kuss gegeben, Diese aber nach dem sie herein komen ist, hat sie nicht abgelassen meine fuesse zu kuessen. [46]Du hast mein Heubt nicht mit oele gesalbet, Sie aber hat meine Fuesse mit salben gesalbet. [47]Derhalben sage ich dir, Jr sind viel Suende vergeben, Denn sie hat viel geliebet, Welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig.

[48]VND er sprach zu jr, Dir sind deine Suende vergeben. [49]Da fiengen an die mit zu tisch sassen, vnd sprachen bey sich selbs, Wer ist dieser, der auch die suende vergibt? [50]Er aber sprach zu dem weibe, Dein Glaube hat dir geholffen, Gehe hin mit frieden.


VIII.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich darnach, das er reisete durch die Stedte vnd merckte, vnd prediget vnd verkuendiget das Euangelium vom reich Gottes, vnd die Zwelffe mit jm. [2]Dazu etliche Weiber, die er gesund hatte gemacht von den boesen Geisten, vnd kranckheiten, nemlich, Maria die da Magdalena heisset, von welcher waren sieben Teufel ausgefaren, [3]vnd Johanna das weib Chusa des Pflegers Herodis, vnd Susanna, vnd viel andere, die jnen Handreichung theten von jrer habe.

[4]Da nu viel Volcks bey einander war, vnd aus den Stedten zu jm eileten, sprach er durch eine Gleichnisse, [5]Es gieng ein Seeman aus zu seen seinen samen, Vnd in dem er seet, fiel etlichs an den Weg, vnd ward vertretten,


vnd die Voegel vnter dem himel frassens auff. [6]Vnd etlichs fiel auff den Fels, vnd da es auffgieng, verdorret es, darumb, das es nicht safft hatte. [7]Vnd etlichs fiel mitten vnter die Doernen, vnd die doernen giengen mit auff, vnd ersticktens. [8]Vnd etlichs fiel auff ein gut Land, vnd es gieng auff, vnd trug hundertfeltige frucht. Da er das saget, rieff er, wer ohren hat zu hoeren, der hoere.

[9]Es fragten jn aber seine Juenger, vnd sprachen, Was diese gleichnisse were? [10]Er aber sprach, Euch ists gegeben zu wissen das geheimnis des reichs Gottes, Den andern aber in gleichnissen, Das sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, vnd nicht verstehen, ob sie es schon hoeren.

[11]DAS ist aber die Gleichnis. Der same ist das wort Gottes. [12]Die aber an dem Wege sind, das sind die es hoeren, Darnach kompt der Teufel vnd nimpt das Wort von jrem hertzen, Auff das sie nicht gleuben, vnd selig werden. [13]Die aber auff dem Fels, sind die, Wenn sie es hoeren, nemen sie das Wort mit freuden an, vnd die haben nicht wurtzel, Eine zeit lang gleuben sie, Vnd zu der zeit der anfechtung fallen sie abe. [14]Das aber vnter die Doernen fiel, sind die, So es hoeren, vnd gehen hin vnter den sorgen, reichtum, vnd wollust dieses Lebens, vnd ersticken, vnd bringen keine Frucht. [15]Das aber auff dem guten Land, sind, die das Wort hoeren vnd behalten, in einem feinen guten hertzen vnd bringen Frucht in gedult.

[16]NJemand aber zuendet ein Liecht an, vnd bedeckts mit einem Gefess, oder setzts vnter eine Banck, sondern er setzts auff einen Leuchter, Auff das, wer hinein gehet, das liecht sehe, [17]Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, Auch nichts heimlichs, das nicht kund werde, vnd an tag kome. [18]So sehet nu drauff, wie jr zuhoeret. Denn wer da hat, dem wird gegeben, Wer aber nicht hat, Von dem wird genomen auch das er meinet zu haben.

[19]Es giengen aber hinzu seine Mutter vnd Bruedere, vnd kundten fur dem Volck nicht zu jm komen. [20]Vnd es ward jm angesagt, Deine Mutter vnd deine Brueder stehen draussen, vnd wollen dich sehen. [21]Er aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Meine Mutter vnd meine Brueder sind diese, die Gottes wort hoeren vnd thun.

[22]Vnd es begab sich auff der tage einen, das er in ein schiff trat, sampt seinen Juengern, vnd er sprach zu jnen, Lasset vns vber den See faren. Sie stiessen von lande, [23]vnd da sie schiffeten, entschlieff er. Vnd es kam ein Windwuerbel auff den See, vnd die wellen vberfielen sie, vnd stunden in grosser fahr. [24]Da tratten sie zu jm, vnd wecketen jn auff, vnd sprachen, Meister, meister, wir verderben. Da stund er auff, vnd bedrawete den wind, vnd die woge des wassers, Vnd es lies ab, vnd ward eine stille. [25]Er sprach aber


zu jnen, Wo ist ewer glaube? Sie furchten sich aber, vnd verwunderten sich, vnd sprachen vnternander, Wer ist dieser? denn er gebeut dem winde vnd dem wasser, vnd sie sind jm gehorsam? [26]Vnd sie schifften fort, in die gegend der Gadarener, welche ist gegen Galilean vber.

[27]Vnd als er austrat auff das land, begegnete jm ein Man aus der stad, der hatte Teufel von langer zeit her, vnd thet keine Kleider an, vnd bleib in keinem Hause, sondern in den grebern. [28]Da er aber Jhesum sahe, schrey er, vnd fiel fur jm nider, vnd rieff laut, vnd sprach, Was hab ich mit dir zu schaffen, Jhesu du son Gottes des allerhoehesten? Jch bitte dich, du woltest mich nicht quelen, [29]Denn er gebot dem vnsaubern Geist, das er von dem Menschen ausfuere, denn er hatte jn lange zeit geplaget. Vnd er war mit ketten gebunden, vnd mit fesseln gefangen, vnd zureis die bande, vnd ward getrieben von dem Teufel in die wuesten.

[30]VND Jhesus fraget jn, vnd sprach, Wie heissestu? Er sprach, Legion, denn es waren viel Teufel in jn gefaren. [31]Vnd sie baten jn, das er sie nicht hiesse in die Tieffe faren. [32]Es war aber daselbs eine grosse herd Sew, an der weide auff dem berge, Vnd sie baten jn, das er jnen erleubet in die selbige zu faren. Vnd er erleubte jnen, [33]Da furen die Teufel aus von den Menschen, vnd furen in die Sew, vnd die herde sturtzet sich mit einem sturm in den See, vnd ersoffen. [34]Da aber die Hirten sahen, was da geschach, flohen sie, vnd verkuendigetens in der Stad vnd in den Doerffern.

[35]Da giengen sie hinaus zu sehen, was da geschehen war, vnd kamen zu Jhesu, vnd funden den Menschen, von welchem die Teufel ausgefaren waren, sitzend zu den fuessen Jhesu bekleidet, vnd vernuenfftig, vnd erschracken. [36]Vnd die es gesehen hatten, verkuendigetens jnen, wie der Besessene war gesund worden. [37]Vnd es bat jn die gantze Menge der vmbligenden Lender der Gadarener, das er von jnen gienge, Denn es war sie eine grosse furcht ankomen. Vnd er trat in das schiff, vnd wandte wider vmb. [38]Es bat jn aber der Man, von dem die Teufel ausgefaren waren, das er bey jm moechte sein. Aber Jhesus lies jn von sich, vnd sprach, [39]Gehe wider heim, vnd sage, wie gros ding dir Gott gethan hat. Vnd er gieng hin, vnd prediget durch die gantze Stad, wie gros ding jm Jhesus gethan hatte.

[40]Vnd es begab sich, da Jhesus widerkam, nam jn das Volck auff, denn sie warteten alle auff jn. [41]Vnd sihe, da kam ein Man, mit namen Jairus, der ein Oberster der Schulen war, vnd fiel Jhesu zu den fuessen, vnd bat jn, das er wolte in sein Haus komen, [42]Denn er hatte ein einige Tochter


bey zwelff jaren, die lag in den letzten zuegen. Vnd da er hin gieng, drang jn das Volck.

[43]Vnd ein Weib hatte den Blutgang zwelff jar gehabt, die hatte alle jre narung an die Ertzte gewand, vnd kondte von niemand geheilet werden, [44]Die trat hin zu von hinden, vnd rueret seines kleides Sawm an, Vnd also bald bestund jr der Blutgang. [45]Vnd Jhesus sprach, Wer hat mich angerueret? Da sie aber alle leugneten, sprach Petrus vnd die mit jm waren, Meister, das Volck drenget vnd drucket dich, vnd du sprichst, Wer hat mich angerueret? [46]Jhesus aber sprach, es hat mich jemand angerueret, Denn ich fuele, das eine krafft von mir gegangen ist. [47]Da aber das Weib sahe, das nicht verborgen war, kam sie mit zittern, vnd fiel fur jn, vnd verkuendigets fur allem Volck, aus was vrsach sie jn hette angerueret, vnd wie sie were als bald gesund worden. [48]Er aber sprach zu jr, Sey getrost mrine tochter, Dein glaube hat dir geholffen, Gehe hin mit frieden.

[49]DA er noch redet, kam einer vom gesinde des Obersten der Schule, vnd sprach zu jm, Deine Tochter ist gestorben, bemuehe den Meister nicht. [50]Da aber Jhesus das hoerete, antwortet er jm, vnd sprach, Fuerchte dich nicht, Gleube nur, so wird sie gesund. [51]Da er aber in das haus kam, lies er niemand hinein gehen, denn Petrum vnd Jacobum vnd Johannem, vnd des kinds vater vnd mutter. [52]Sie weineten aber alle vnd klageten sie. Er aber sprach, weinet nicht, Sie ist nicht gestorben, sondern sie schlefft. [53]Vnd sie verlachten jn, wusten wol das sie gestorben war. [54]Er aber treib sie alle hinaus, nam sie bey der hand, vnd rieff, vnd sprach, Kind, stehe auff. [55]Vnd jr geist kam wider, vnd sie stund also bald auff. Vnd er befalh, man solt jr zu essen geben. [56]Vnd jre Eltern entsatzten sich. Er aber gebot jnen, das sie niemand sagten was geschehen war.


IX.[Bearbeiten]

Er foddert aber die Zwelffe zusamen, vnd gab jnen gewalt vnd macht vber alle Teufel, vnd das sie Seuche heilen kundten. [2]Vnd sandte sie aus zu predigen das reich Gottes, vnd zu heilen die Krancken. [3]Vnd sprach zu jnen, Jr solt nichts mit euch nemen auff den weg, weder stab noch Tasschen, noch brot, noch geld, Es sol auch einer nicht zween roecke haben. [4]Vnd wo jr in ein Haus gehet, da bleibet bis jr von dannen ziehet. [5]Vnd welche euch nicht auffnemen, da gehet aus von der selben Stad, vnd schuettelt auch ab den staub von ewern fuessen, zu einem zeugnis vber sie. [6]Vnd sie giengen hin aus, vnd durchzogen die Merckte, predigeten das Euangelium, vnd machten gesund an allen enden.


[7]Es kam aber fur Herodes den vierfuersten alles was durch jn geschach, Vnd er besorget sich, die weil von etlichen gesagt ward, Johannes ist von den todten aufferstanden, [8]Von etlichen aber, Elias ist erschienen, Von etlichen aber, Es ist der alten Propheten einer aufferstanden. [9]Vnd Herodes sprach, Johannem, den hab ich entheubtet, Wer ist aber dieser, von dem ich solchs hoere? Vnd begeret jn zu sehen.

[10]Vnd die Apostel kamen wider, vnd erzeleten jm, wie gros ding sie gethan hatten. Vnd er nam sie zu sich, vnd entweich besonders in eine wuesten bey der Stad, die da heisset Bethsaida. [11]Da des das Volck innen ward, zog es jm nach. Vnd er lies sie zu sich, vnd saget jnen vom reich Gottes, vnd machte gesund, die es bedurfften. Aber der tag fieng an sich zu neigen.

[12]Da tratten zu jm die Zwelffe, vnd sprachen zu jm, Las das Volck von dir, das sie hingehen in die Merckte vmbher, vnd in die Doerffer, das sie herberge vnd speise finden, Denn wir sind hie in der wuesten. [13]Er aber sprach zu jnen, Gebt jr jnen zu essen. Sie sprachen, Wir haben nicht mehr denn fuenff brot, vnd zween Fisch. Es sey denn das wir hin gehen sollen, vnd Speise keuffen fur so gros Volck [14](denn es waren bey fuenff tausent Man) Er sprach aber zu seinen Juengern, Lasset sie sich setzen bey schichten, ja funffzig vnd funffzig. [15]Vnd sie thaten also, vnd satzten sich alle. [16]Da nam er die fuenff Brot, vnd zween Fisch, vnd sahe auff gen Himel, vnd dancket drueber, brach sie, vnd gab sie den Juengern, das sie dem Volck furlegten. [17]Vnd sie assen vnd wurden alle sat. Vnd wurden auffgehaben, das jnen vberbleib von brocken, zwelff Koerbe.

[18]Vnd es begab sich, da er allein war, vnd betet, vnd seine Juenger bey jm, fraget er sie, vnd sprach, Wer sagen die Leute das ich sey? [19]Sie antworten vnd sprachen, Sie sagen, du seiest Johannes der Teuffer, Etliche aber, du seiest Elias, Etliche aber, es sey der alten Propheten einer aufferstanden. [20]Er aber sprach zu jnen, Wer saget jr aber das ich sey? Da antwortet Petrus, vnd sprach, Du bist der Christ Gottes. [21]Vnd er bedrawet sie, vnd gebot, das sie das niemand sagten. [22]Vnd sprach, Denn des menschen Son mus noch viel leiden, vnd verworffen werden von den Eltesten vnd Hohenpriestern, vnd Schrifftgelerten, vnd getoedtet werden, Vnd am dritten tage aufferstehen.

[23]Da sprach er zu jnen allen, Wer mir folgen wil, der verleugne sich selbs vnd neme sein Creutz auff sich teglich, vnd folge mir nach. [24]Denn wer sein leben erhalten wil, der wird es verlieren, Wer aber sein leben verleuret vmb Meinen willen, der wirds erhalten. [25]Vnd was nutz hette der


Mensch, ob er die gantze Welt gewuenne, Vnd verluere sich selbs, oder beschediget sich selbs? [26]Wer sich aber mein vnd meiner wort schemet, Des wird sich des Menschen Son auch schemen, wenn er komen wird in seiner Herrligkeit, vnd seines Vaters vnd der heiligen Engel. [27]Jch sage euch aber warlich, Das etliche sind von denen, die hie stehen, die den tod nicht schmecken werden, bis das sie das reich Gottes sehen.

[28]Vnd es begab sich nach diesen reden bey acht tagen, das er zu sich nam, Petrum, Johannem vnd Jacobum, vnd gieng auff einen Berg zu beten. [29]Vnd da er betet, ward die gestalt seines Angesichts anders, vnd sein Kleid ward weis vnd glentzet. [30]Vnd sihe, zween Menner redeten mit jm, welche waren Moses vnd Elias, [31]die erschienen in klarheit, vnd redeten von dem ausgang, welchen er solte erfuellen zu Jerusalem. [32]Petrus aber vnd die mit jm waren, waren vol schlaffs. Da sie aber auffwachten, sahen sie seine Klarheit, vnd die zween Menner bey jm stehen.

[33]Vnd es begab sich, da die von jm wichen, sprach Petrus zu Jhesu, Meister hie ist gut sein, Lasset vns drey huetten machen, Dir eine, Mosi eine, vnd Elias eine, vnd wuste nicht was er redet. [34]Da er aber solchs redet, kam eine Wolcken, vnd vberschattet sie, Vnd sie erschracken, da sie die wolcke vberzog. [35]Vnd es fiel eine stimme aus der wolcken, die sprach, Dieser ist mein lieber Son, Den solt jr hoeren. [36]Vnd in dem solche stimme geschach, funden sie Jhesum alleine. Vnd sie verschwiegen vnd verkuendigeten niemand nichts in den selbigen tagen, was sie gesehen hatten.

[37]Es begab sich aber den tag hernach, da sie von dem Berge kamen, kam jnen entgegen viel volcks. [38]Vnd sihe, ein Man vnter dem volck rieff, vnd sprach, Meister ich bitte dich, besihe doch meinen Son, Denn er ist mein einiger son. [39]Sihe der Geist ergreifft jn, So schreiet er als bald, vnd reisset jn, das er schewmet, vnd mit not weichet er von jm, wenn er jn gerissen hat, [40]Vnd ich hab deine Juenger gebeten, das sie jn austrieben, vnd sie kundten nicht. [41]Da antwortet Jhesus, vnd sprach, O du vngleubige vnd verkerte Art, wie lange sol ich bey euch sein, vnd euch dulden? Bringe deinen Son her. [42]Vnd da er zu jm kam, reis jn der Teufel, vnd zerret jn. Jhesus aber bedrawet den vnsaubern Geist, vnd machet den Knaben gesund, vnd gab jn seinem Vater wider. [43]Vnd sie entsatzten sich alle vber der herrligkeit Gottes.

Da sie sich aber alle verwunderten, vber allem das er thet, sprach er zu seinen Juengern, [44]Fasset jr zu ewren ohren diese rede, Denn des menschen Son mus vberantwortet werden in der menschen hende. [45]Aber das wort vernamen sie nicht, vnd es war fur jnen verborgen, das sie es nicht begriffen, Vnd sie furchten sich jn zu fragen vmb dasselbige wort.


[46]Es kam auch ein gedancken vnter sie, Welcher vnter jnen der Groesest were. [47]Da aber Jhesus den gedancken jres hertzen sahe, ergreiff er ein Kind, vnd stellete es neben sich, [48]vnd sprach zu jnen, Wer das Kind auffnimpt in meinem Namen, der nimpt mich auff, vnd wer mich auffnimpt, der nimpt den auff, der mich gesand hat. Welcher aber der Kleinest ist vnter euch allen, der wird Gros sein.

[49]Da antwortet Johannes, vnd sprach, Meister, wir sahen einen, der treib die Teufel aus in deinem Namen, vnd wir wereten jm, denn er folget dir nicht mit vns. [50]Vnd Jhesus sprach zu jm, weret jm nicht, Denn wer nicht wider vns ist, der ist fur vns.

Hie sehet S. Lucas an zubeschreiben den zug Christi gen Jerusalem. [51]Es begab sich aber, da die zeit erfuellet war, das er solt von hinnen genomen werden, wendet er sein angesichte stracks gen Jerusalem zu wandeln, [52]Vnd er sandte Boten fur jm hin, die giengen hin, vnd kamen in einen Marckt der Samariter, das sie jm Herberge bestelleten. [53]Vnd sie namen jn nicht an, darumb das er sein angesichte gewendet hatte zu wandeln gen Jerusalem. [54]Da aber das seine juenger, Jacobus vnd Johannes sahen, sprachen sie, HERR wiltu, So wollen wir sagen, das fewr vom himel falle, vnd verzere sie, wie Elias thet? [55]Jhesus aber wandte sich, vnd bedrawet sie, vnd sprach, Wisset jr nicht, welches Geistes kinder jr seid? [56]Des menschen Son ist nicht komen, der Menschen seelen zuuerderben, sondern zuerhalten.

[57]Vnd sie giengen in einen andern Marck. Es begab sich aber, da sie auff dem wege waren, sprach einer zu jm, Jch wil dir folgen, wo du hingehest. [58]Vnd Jhesus sprach zu jm, Die Fuechse haben gruben, vnd die Vogel vnter dem himel haben nester, Aber des menschen Son hat nicht, da er sein Heubt hinlege.

[59]Vnd er sprach zu einem andern, Folge mir nach. Der sprach aber, HErr, erleube mir, das ich zuuor hingehe, vnd meinen Vater begrabe. [60]Aber Jhesus sprach zu jm, Las die Todten jre todten begraben, Gehe du aber hin, vnd verkuendige das Reich Gottes.

[61]Vnd ein ander sprach, HErr, ich wil dir nachfolgen, Aber erleube mir zu vor, das ich einen Abscheid mache mit denen, die in meinem Hause sind. [62]Jhesus aber sprach zu jm, Wer seine hand an den Pflug leget, vnd sihet zu rueck, der ist nicht geschickt zum reich Gottes.


X.[Bearbeiten]

Darnach sondert der HERR ander siebentzig aus, vnd sandte sie, ja zween vnd zween, fur jm her, in alle Stedte vnd Ort, da er wolt hin komen. [2]Vnd sprach zu jnen, Die erndte ist gros, der Erbeiter aber ist wenig, Bittet den HErrn der erndten, das er Erbeiter aussende in seine erndte. [3]Gehet hin, sihe, Jch sende euch, Als die Lemmer mitten vnter die Wolffe. [4]Traget keinen beutel, noch taschen, noch schuch, vnd gruesset niemand auff der strassen.

[5]Wo jr in ein haus kompt, da sprecht zu erst, Friede sey in diesem hause, [6]Vnd so daselbs wird ein Kind des friedes sein, so wird ewer friede auff jm berugen, Wo aber nicht, so wird sich ewer Friede wider zu euch wenden. [7]Jn dem selbigen hause aber bleibet, esset vnd trincket, was sie haben. Denn ein Erbeiter ist seines Lohns werd. Jr solt nicht von einem hause zum andern gehen.

[8]Vnd wo jr in eine Stad kompt, vnd sie euch auffnemen, da esset was euch wird furgetragen, [9]vnd heilet die Krancken, die da selbs sind, Vnd saget jnen, Das reich Gottes ist nahe zu euch komen. [10]Wo jr aber in eine Stad komet, da sie euch nicht auffnemen, Da gehet heraus auff jre gassen vnd sprecht, [11]Auch den staub, der sich an vns gehenget hat von ewer Stad, schlahen wir abe auff euch, Doch solt jr wissen, das euch das Reich Gottes nahe gewesen ist. [12]Jch sage euch, Es wird der Sodoma treglicher ergehen an jenem tage, denn solcher Stad.

[13]Weh dir Chorazin, weh dir Bethsaida, Denn weren solche Thaten zu Tyro vnd Sidon geschehen, die bey euch geschehen sind, sie hetten vor zeiten im sack vnd in der asschen gesessen, vnd busse gethan. [14]Doch es wird Tyro vnd Sidon treglicher ergehen am Gerichte, denn euch. [15]Vnd du Capernaum, die du bis an den Himel erhaben bist, Du wirst in die Helle hinunter gestossen werden. [16]Wer euch hoeret, der hoeret mich, vnd wer euch verachtet, der veracht mich, Wer aber Mich verachtet, der verachtet den, der mich gesand hat.

[17]Dje Siebentzig aber kamen wider mit freuden, vnd sprachen, HErr es sind vns auch die Teuffel vnterthan in deinem Namen. [18]Er sprach aber zu jnen, Jch sahe wol den Satanas vom himel fallen, als einen blitz. [19]Sehet, ich habe euch macht gegeben, zu tretten auff Schlangen vnd Scorpion, vnd vber alle gewalt des Feindes, vnd nichts wird euch beschedigen. [20]Doch darin frewet euch nicht, das euch die Geister vnterthan sind. Frewet euch aber, das ewre Namen im Himel geschrieben sind.


[21]Zv der stund frewet sich Jhesus im geist, vnd sprach, Jch preise dich Vater vnd HERR himels vnd der erden, Das du solches verborgen hast den Weisen vnd Klugen, vnd hast es offenbart den Vnmuendigen. Ja Vater, also war es wolgefellig fur dir. [22]Es ist mir alles vbergeben von meinem Vater. Vnd niemand weis wer der Son sey, denn nur der Vater, Noch wer der Vater sey, denn nur der Son, vnd welchem es der Son wil offenbaren.

[23]Vnd er wandte sich zu seinen Juengern, vnd sprach in sonderheit, Selig sind die augen, die da sehen, das jr sehet. [24]Denn ich sage euch, viel Propheten vnd Koenige wolten sehen, das jr sehet, vnd habens nicht gesehen, vnd hoeren das jr hoeret, vnd habens nicht gehoeret.

[25]VNd sihe, da stund ein Schrifftgelerter auff, versucht jn, vnd sprach, Meister, Was mus ich thun, das ich das ewige Leben ererbe? [26]Er aber sprach zu jm, Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesestu? [27]Er antwortet, vnd sprach, Du solt Gott deinen HERRN lieben, von gantzem hertzen, von gantzer seele, von allen krefften, vnd von gantzem gemuete, Vnd deinen Nehesten, als dich selbs. [28]Er aber sprach zu jm, Du hast recht geantwortet, thue das, so wirstu leben.

[29]ER aber wolt sich selbs rechtfertigen, vnd sprach zu Jhesu, Wer ist denn mein Nehester? [30]Da antwortet Jhesus, vnd sprach, Es war ein Mensch, der gieng von Jerusalem hinab gen Jericho, vnd fiel vnter die Moerder, die zogen jn aus, vnd schlugen jn, vnd giengen dauon, vnd liessen jn halb tod liegen. [31]Es begab sich aber on gefehr, das ein Priester dieselbige strasse hinab zog, vnd da er jn sahe, gieng er fur vber. [32]Desselbigengleichen auch ein Leuit, da er kam bey die Stet, vnd sahe jn, gieng er fur vber.

[33]EJn Samariter aber reiset, vnd kam dahin, vnd da er jn sahe, jamerte jn sein, [34]gieng zu jm, verband jm seine Wunden, vnd gos drein Ole vnd Wein, vnd hub jn auff sein Thier vnd fueret jn in die Herberge, vnd pfleget sein. [35]Des andern tages reiset er, vnd zoch eraus zween Grosschen, vnd gab sie dem Wirte, vnd sprach zu jm, Pflege sein, vnd so du was mehr wirst darthun, wil ich dirs bezalen, wenn ich widerkome. [36]Welcher duencket dich, der vnter diesen dreien der a Nehest sey gewesen, dem, der vnter die Moerder gefallen war? [37]Er sprach, Der die barmhertzigkeit an jm that. Da sprach Jhesus zu jm, so gehe hin, vnd thue des gleichen.

[38]Es begab sich aber, da sie wandelten, gieng er in einen marckt, da war ein weib, mit namen Martha, die nam jn auff in jr Haus, [39]Vnd sie hatte eine schwester, die hies Maria, die satzte sich zu Jhesus fuessen, vnd hoeret seiner rede zu. [40]Martha aber machet jr viel zu schaffen jm zu dienen, Vnd sie trat hin zu, vnd sprach, HERR, fragestu nicht darnach, das mich meine


Schwester lesst alleine dienen? sage jr doch, das sie es auch angreiffe. [41]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jr, Martha, Martha, du hast viel sorge vnd muehe. [42]Eines aber ist not. Maria hat das gute Teil erwelet, das sol nicht von jr genomen werden.


XI.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich, das er war an einem ort, vnd betet. Vnd da er auffgehoeret hatte, sprach seiner Juenger einer zu jm, HERR, lere vns beten, wie auch Johannes seine Juenger lerete. [2]Er aber sprach zu jnen, Wenn jr betet, so sprecht, Vnser Vater im Himel. Dein Name werde geheiliget. Dein Reich kome. Dein wille geschehe, auff Erden wie im Himel. [3]Gib vns vnser teglich Brot jmmerdar. [4]Vnd vergib vns vnser Suende, denn auch wir vergeben allen die vns schueldig sind. Vnd fuere vns nicht in Versuchung. Sondern erloese vns von dem Vbel.

[5]Vnd er sprach zu jnen, welcher ist vnter euch, der einen Freund hat, vnd gieng zu jm zu mitternacht, vnd spreche zu jm, Lieber Freund, leihe mir drey brot, [6]Denn es ist mein Freund zu mir komen von der strassen, vnd ich habe nicht das ich jm furlege, [7]Vnd er drinnen wuerde antworten, vnd sprechen, Mach mir keine vnruge, die thuer ist schon zugeschlossen, vnd meine Kindlin sind bey mir in der kamer, ich kan nicht auffstehen, vnd dir geben. [8]Jch sage euch, vnd ob er nicht auffstehet, vnd gibt jm, darumb, das er sein Freund ist, So wird er doch vmb seines vnuerschampten geilens willen auffstehen, vnd jm geben wie viel er bedarff.

[9]VND Jch sage euch auch, Bittet, so wird euch gegeben, Suchet, so werdet jr finden, Klopffet an, so wird euch auffgethan. [10]Denn wer da bittet, der nimpt, Vnd wer da suchet, der findet, Vnd wer da anklopffet, dem wird auffgethan. [11]Wo bittet vnter euch ein Son den Vater vmbs brot, der jm einen Stein dafuer biete? Vnd so er vmb einen Fisch bittet, der jm eine Schlangen fur den fisch biete? [12]Oder so er vmb ein Ey bittet, der jm einen Schorpion dafuer biete? [13]So denn jr die jr arg seid, koennet ewern Kindern gute gaben geben, Viel mehr wird der Vater im himel den heiligen Geist geben, denen, die jn bitten.

[14]Vnd er treib einen Teufel aus, der war stum, vnd es geschach, da der Teufel ausfur, da redete der Stumme, Vnd das Volck verwunderte sich. [15]Etliche aber vnter jnen sprachen, Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub


den obersten der Teufel. [16]Die andern aber versuchten jn, vnd begerten ein Zeichen von jm, vom himel. [17]Er aber vernam jre gedancken, vnd sprach zu jnen, Ein jglich Reich, so es mit jm selbs vneins wird, das wird wueste, Vnd ein Haus fellet vber das ander. [18]Jst denn der Satanas auch mit jm selbs vneins, Wie wil sein Reich bestehen? die weil jr saget, Jch treibe die Teufel aus durch Beelzebub. [19]So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie ewre Kinder aus? Darumb werden sie ewre Richter sein. [20]So ich aber durch Gottes finger die Teufel austreibe, so kompt je das Reich Gottes zu euch.

[21]WEnn ein Starcker gewapneter sein Pallast bewaret, so bleibt das seine mit frieden. [22]Wenn aber ein Stercker vber jn kompt, vnd vberwindet jn, so nimpt er jm seinen Harnisch, darauff er sich verlies, vnd teilet den Raub aus. [23]Wer nicht mit mir ist, Der ist wider mich, Vnd wer nicht mit mir samlet, der zurstrewet.

[24]WEnn der vnsauber Geist von dem Menschen ausferet, so durchwandelt er duerre stete, sucht ruge, vnd findet jr nicht. So spricht er, Jch wil wider vmb keren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. [25]Vnd wenn er kompt, So findet ers mit besemen gekeret vnd geschmuecket. [26]Denn gehet er hin, vnd nimpt sieben Geister zu sich, die erger sind, denn er selbs, Vnd wenn sie hinein komen, wonen sie da, Vnd wird hernach mit dem selbigen Menschen erger, denn vor hin.

[27]Vnd es begab sich, da er solchs redet, Erhub ein Weib im Volck die stimme, vnd sprach zu jm, Selig ist der Leib, der dich getragen hat, vnd die Brueste die du gesogen hast. [28]Er aber sprach, Ja selig sind, die Gottes wort hoeren, vnd bewaren.

[29]Das Volck aber drang hinzu, Da fieng er an, vnd saget, Dis ist ein arge Art, sie begeret ein Zeichen, vnd es wird jr kein zeichen gegeben, denn nur das zeichen des Propheten Jonas. [30]Denn wie Jonas ein zeichen war den Niniuiten, Also wird des Menschen Son sein diesem geschlecht. [31]Die Koenigin von Mittag wird aufftretten fur dem Gerichte, mit den Leuten dieses geschlechts, Vnd wird sie verdammen, Denn sie kam von der Welt ende, zu hoeren die weisheit Salomonis, Vnd sihe, hie ist mehr denn Salomon. [32]Die leute von Niniue werden aufftretten fur dem Gerichte, mit diesem geschlecht, vnd werdens verdamnen, Denn sie theten busse nach der predigt Jonas, vnd sihe, hie ist mehr denn Jonas.

[33]Njemand zuendet ein Liecht an, vnd setzt es an einen heimlichen Ort, auch nicht vnter einen Scheffel, sondern auff den Leuchter, auff das, wer


hin ein gehet, das liecht sehe. [34]Das Auge ist des leibs liecht, Wenn nu dein auge einfeltig sein wird, so ist dein gantzer Leib liechte. So aber dein auge ein schalck sein wird, so ist auch dein Leib finster. [35]So schawe drauff, das nicht das liecht in dir finsternis sey. [36]Wenn nu dein Leib gantz liecht ist, das er kein stueck vom finsternis hat, so wird er gantz liecht sein, vnd wird dich erleuchten, wie ein heller Blitz.

[37]Da er aber in der rede war, bat jn ein Phariseer, das er mit jm das mittagsmalh esse. Vnd er gieng hin ein, vnd satzte sich zu tische. [38]Da das der Phariseer sahe, verwunderte er sich, das er sich nicht vor dem essen gewasschen hette. [39]Der HErr aber sprach zu jm, Jr Phariseer haltet die becher vnd schuessel auswendig reinlich, Aber ewer inwendiges ist vol raubs vnd bosheit? [40]Jr Narren, meinet jr, das inwendig rein sey, wens auswendig rein ist? [41]Doch gebt Almosen von dem das da ist, sihe, so ists euch alles rein.

[42]Aber weh euch Phariseer, das jr verzehendet die mintze vnd rauten, vnd allerley kol, Vnd gehet fur dem Gericht vber, vnd fur der liebe Gottes. Dis solt man thun, vnd jenes nicht lassen.

[43]Weh euch Phariseer, das jr gerne oben an sitzet in den Schulen, vnd wolt gegruesset sein auff dem Marckte.

[44]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, das jr seid wie verdeckte Todtengreber, daruber die Leute lauffen, vnd kennen sie nicht.

[45]Da antwortet einer von den Schrifftgelerten, vnd sprach zu jm, Meister, mit den worten schmehestu vns auch. [46]Er aber sprach, Vnd weh auch euch Schrifftgelerten, Denn jr beladet die Menschen mit vntreglichen lasten, vnd jr rueret sie nicht mit einem finger an.

[47]Weh euch, Denn jr bawet den Propheten greber, Ewer veter aber haben sie getoedtet, [48]So bezeuget jr zwar, vnd bewilliget in ewer Veter werck, Denn sie toedten sie, so bawet jr jre Greber.

[49]Darumb spricht die weisheit Gottes, Jch wil Propheten vnd Apostel zu jnen senden, Vnd derselbigen werden sie etliche toedten vnd verfolgen, [50]Auff das gefoddert werde von diesem Geschlecht aller Propheten blut, das vergossen ist, sind der Welt grund gelegt ist, [51]von Abels blut an, bis auff das blut Zacharie, der vmbkam zwischen dem Altar vnd Tempel. Ja ich sage euch, Es wird gefoddert werden von diesem Geschlechte.

[52]Weh euch Schrifftgelerten, Denn jr den schluessel des erkentnis habt, Jr kompt nicht hin ein, vnd weret denen, die hinein woellen.


[53]Da er aber solches zu jnen saget, Fiengen an die Schrifftgelerten vnd Phariseer hart auff jn zu dringen, vnd jm mit mancherley Fragen den mund zu stopffen, [54]Vnd laureten auff jn, vnd suchten, ob sie etwas erjagen kuendten aus seinem munde, Das sie eine sache zu jm hetten.


XII.[Bearbeiten]

Es lieff das Volck zu, vnd kamen etliche viel tausent zusamen, also, das sie sich vnternander tratten. Da fieng er an vnd saget zu seinen Juengern, zum ersten, Huetet euch fur dem sawrteig der Phariseer, welchs ist die heucheley. [2]Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde. [3]Darumb was jr im finsternis saget, das wird man im Liecht hoeren, Was jr redet ins ohr, in den Kamern, das wird man auff den Dechern predigen.

[4]Jch sage euch aber meinen Freunden, Fuerchtet euch nicht fur denen die den Leib toedten, vnd darnach nichts mehr thun koennen. [5]Jch wil euch aber zeigen, fur welchem jr euch fuerchten solt, Fuerchtet euch fur Dem, der nach dem er getoedtet hat, auch macht hat zu werffen in die Helle, Ja, ich sage euch, fur dem fuerchtet euch. [6]Verkeufft man nicht fuenff Sperlinge vmb zween pfennige? Noch ist fur Gott der selbigen nicht eines vergessen. [7]Auch sind die hare auff ewrem Heubt alle gezelet. darumb fuerchtet euch nicht, denn jr seid besser, denn viel Sperlinge. [8]Jch sage euch aber, wer mich bekennet fur den Menschen, den wird auch des menschen Son bekennen fur den Engeln Gottes. [9]Wer mich aber verleugnet fur den Menschen, des wird verleugnet werden fur den engeln Gottes. [10]Vnd wer da redet ein wort wider des menschen Son, dem sol es vergeben werden. Wer aber lestert den heiligen Geist, dem sol es nicht vergeben werden.

[11]Wenn sie euch aber fueren werden in jre Schulen, vnd fur die Oberkeit vnd fur die Gewaltigen, So sorget nicht, wie oder was jr antworten, oder was jr sagen solt, [12]Denn der heilige Geist wird euch zu derselbigen stunde leren, was jr sagen solt.

[13]Es sprach aber einer aus dem Volck zu jm, Meister, sage meinem Bruder, das er mit mir das erbe teile. [14]Er aber sprach zu jm, Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter vber euch gesetzt? [15]Vnd sprach zu


jnen, Sehet zu, vnd huetet euch fur dem Geitz, Denn niemand lebet dauon, das er viel gueter hat.

[16]Vnd er saget jnen ein Gleichnis, vnd sprach, Es war ein reicher Mensch, des feld hatte wol getragen, [17]vnd er gedachte bey jm selbs, vnd sprach, Was sol ich thun? ich habe nicht da ich meine Fruechte hin samle. [18]Vnd sprach, Das wil ich thun, ich wil meine Schewnen abbrechen, vnd groessere bawen, vnd wil drein samlen, alles was mir gewachsen ist, vnd meine Gueter. [19]Vnd wil sagen zu meiner Seelen, liebe seele, du hast einen grossen Vorrat auff viel jar, habe nu ruge, iss, trinck, vnd habe guten mut. [20]Aber Gott sprach zu jm, Du narr, diese nacht wird man deine Seele von dir foddern, Vnd wes wirds sein, das du bereitet hast? [21]Also gehet es, wer jm Schetze samlet, vnd ist nicht reich in Gott.

[22]Er sprach aber zu seinen Juengern, Darumb sage ich euch, Sorget nicht fur ewer Leben, was jr essen sollet, auch nicht fur ewern Leib, was jr anthun sollet. [23]Das leben ist mehr denn die speise, vnd der leib mehr, denn die kleidung. [24]Nemet war der Raben, die seen nicht, sie erndten auch nicht, sie haben auch keinen Keller noch Schewnen, vnd Gott neeret sie doch, Wie viel aber seid jr besser denn die Voegel?

[25]WElcher ist vnter euch, ob er schon darumb sorget, der da kuende eine ellen lang seiner groesse zusetzen? [26]So jr denn das geringste nicht vermoeget, Warumb sorget jr fur das ander? [27]Nemet war der Lilien auff dem Felde, wie sie wachsen, sie erbeiten nicht, so spinnen sie nicht. Jch sage euch aber, das auch Salomon, in aller seiner herrligkeit nicht ist bekleidet gewesen, als der eines.

[28]SO denn das gras, das heute auff dem felde stehet, vnd morgen in den ofen geworffen wird, Gott also kleidet, Wie viel mehr wird er euch kleiden, jr Kleingleubigen? [29]Darumb auch jr, fraget nicht darnach, was jr essen, oder was jr trincken solt, vnd faret nicht hoch her, [30]Nach solchem allen trachten die Heiden in der welt. Aber ewer Vater weis wol, das jr des beduerffet, [31]Doch trachtet nach dem reich Gottes, so wird euch das alles zufallen.

[32]Fuerchte dich nicht du kleine Herd, Denn es ist ewers Vaters wolgefallen, euch das Reich zu geben. [33]a Verkeuffet was jr habt, vnd gebt almosen. Machet euch seckel, die nicht veralten, einen Schatz der nimer abnimpt im Himel, da kein dieb zu kompt, vnd den keine motten fressen. [34]Denn wo ewer Schatz ist, da wird auch ewer Hertz sein.


[35]Lasset ewre Lenden vmbguertet sein, vnd ewre Liechter brennen, [36]vnd seid gleich den Menschen, die auff jren Herrn warten, wenn er auff brechen wird von der Hochzeit, Auff das, wenn er kompt, vnd anklopffet, sie jm bald auffthun. [37]Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kompt, wachend findet, Warlich, jch sage euch, er wird sich auffschuertzen, vnd wird sie zu tisch setzen, vnd fur jnen gehen, vnd jnen dienen. [38]Vnd so er kompt in der andern wache, vnd in der dritten wache, vnd wirds also finden, Selig sind diese Knechte. [39]Das solt jr aber wissen, wenn ein Hausherr wueste, zu welcher stunde der Dieb keme, so wachet er, vnd lies nicht in sein haus brechen. [40]Darumb seid jr auch bereit, Denn des Menschen Son wird komen zu der stunde, da jr nicht meinet.

[41]Petrus aber sprach zu jm, HErr, sagestu diese Gleichnis zu vns, oder auch zu allen? [42]Der HErr aber sprach, Wie ein gros ding ists vmb einen trewen vnd klugen Haushalter, welchen sein Herr setzet vber sein gesinde, das er jnen zu rechter zeit jr Gebuer gebe? [43]Selig ist der knecht, welchen sein Herr findet also thun, wenn er kompt, [44]Warlich, ich sage euch, er wird jn vber alle seine Gueter setzen. [45]So aber derselbige Knecht in seinem hertzen sagen wird, Mein Herr verzeucht zu komen, vnd fehet an zu schlahen Knechte vnd Megde, auch zu essen vnd zu trincken, vnd sich vol zu sauffen, [46]So wird desselben Knechtes Herr komen, an dem tage, da er sichs nicht versihet, vnd zu der stunde, die er nicht weis, Vnd wird jn zuscheittern, vnd wird jm seinen Lohn geben, mit den vngleubigen.

[47]DEr Knecht aber, der seines Herrn willen weis, vnd hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem willen gethan, der wird viel Streiche leiden muessen. [48]Der es aber nicht weis, hat doch gethan, das der streiche werd ist, wird wenig streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bey dem wird man viel suchen, Vnd, welchem viel befolhen ist, von dem wird man viel foddern.

[49]Jch bin komen, das ich ein Fewr anzuende auff erden, Was wolt ich lieber, denn es brennete schon? [50]Aber ich mus mich zuuor teuffen lassen, mit einer Tauffe, vnd wie ist mir so bange, bis sie volendet werde? [51]Meinet jr, das ich her komen bin Friede zu bringen auff erden? Jch sage nein, sondern zwitracht. [52]Denn von nu an, werden funff in einem Hause vneins sein, drey wider zwey, vnd zwey wider drey. [53]Es wird sein der vater wider den son, vnd der son wider den vater, die mutter wider die tochter,


vnd die tochter wider die mutter, die schwiger wider die Schnur, vnd die schnur wider die Schwiger.

[54]Er sprach aber zu dem volck, Wenn jr eine wolcken sehet auffgehen vom abend, so sprecht jr bald, Es kompt ein Regen, vnd es geschicht also. [55]Vnd wenn jr sehet den Sudwind wehen, so sprecht jr, Es wird heis werden, vnd es geschicht also. [56]Jr Heuchler, die gestalt der Erden vnd des Himels kuend jr pruefen, wie pruefet jr aber diese zeit nicht? [57]Warumb richtet jr aber nicht an euch selber, was recht ist.

[58]So du aber mit deinem Widersacher fur den Fuersten gehest, so thu vleis auff dem wege, das du sein los werdest, Auff das er nicht etwa dich fur den Richter ziehe, vnd der Richter vberantworte dich dem Stockmeister, vnd der Stockmeister werffe dich ins Gefengnis. [59]Jch sage dir, du wirst von dannen nicht heraus komen, bis du den allerletzten Scherff bezalest.


XIII.[Bearbeiten]

Es waren aber zu der selbigen zeit etliche dabey, die verkuendigeten jm von den Galileern, welcher blut Pilatus sampt jrem opffer vermischet hatte. [2]Vnd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Meinet jr, das diese Galileer fur allen Galileern suender gewesen sind, die weil sie das erlidden haben? [3]Jch sage nein, Sondern so jr euch nicht bessert, werdet jr alle auch also vmbkomen. [4]Oder meinet jr, das die achzehen, auff welche der thurn in Siloha fiel, vnd erschlug sie, seien schuldig gewesen, fur allen Menschen, die zu Jerusalem wonen? [5]Jch sage, nein, Sondern so jr euch nicht bessert, werdet jr alle auch also vmbkomen.

[6]Er saget jnen aber diese Gleichnis, Es hatte einer ein Feigenbawm, der war gepflantzt in seinem weinberge, vnd kam vnd suchte frucht darauff, vnd fand sie nicht. [7]Da sprach er zu dem Weingartner, sihe, Jch bin nu drey jar lang, alle jar komen, vnd habe frucht gesucht auff diesem Feigenbawm, vnd finde sie nicht, Hawe jn ab, was hindert er das land? [8]Er aber antwortet, vnd sprach zu jm, Herr, las jn noch dis jar, bis das ich vmb jn grabe, vnd betuenge jn, [9]ob er wolte frucht bringen, Wo nicht, So hawe jn darnach abe.

[10]Vnd er leret in einer schule am Sabbath. [11]Vnd sihe, ein weib war da, das hatte einen Geist der kranckheit achzehen jar, vnd sie war krum, vnd kunde nicht wol auffsehen. [12]Da sie aber Jhesus sahe, ruffet er sie zu sich, vnd sprach zu jr, Weib, sey los von deiner kranckheit. [13]Vnd leget die Hende auff sie, vnd also balde richtet sie sich auff, vnd preisete Gott.


[14]DA antwortet der Oberste der schule, vnd war vnwillig, das Jhesus auff den Sabbath heilete, vnd sprach zu dem volck. Es sind sechs tage, darinnen man erbeiten sol, in den selbigen kompt vnd lasst euch heilen, vnd nicht am Sabbath tage. [15]Da antwortet jm der HErr, vnd sprach, Du Heuchler, loeset nicht ein jglicher vnter euch seinen Ochsen oder Esel von der krippen am Sabbath, vnd fueret jn zur trencke? [16]Solt aber nicht geloeset werden am Sabbath diese, die doch Abrahams tochter ist, von diesem bande, welche Satanas gebunden hatte, nu wol achzehen jar? [17]Vnd als er solchs saget, musten sich schemen alle die jm wider gewesen waren, Vnd alles volck frewet sich vber allen herrlichen Thatten, die von jm geschahen.

[18]Er sprach aber, Wem ist das reich Gottes gleich, vnd wem sol ichs vergleichen? [19]Es ist einem Senffkorn gleich, welchs ein Mensch nam, vnd warffs in seinen garten, Vnd es wuchs, vnd ward ein grosser Bawm, vnd die Vogel des Himels woneten vnter seinen zweigen.

[20]Vnd abermal sprach er, Wem sol ich das reich Gottes vergleichen? [21]Es ist einem Sawerteige gleich, welchen ein Weib nam, vnd verbarg jn vnter drey Schepffel melhs, bis das es gar sawr ward. [22]Vnd er gieng durch Stedte vnd Merckte, vnd lerete, vnd nam seinen weg gen Jerusalem.

[23]Es sprach aber einer zu jm, HErr, meinstu, das wenig selig werden? Er aber sprach zu jnen, [24]Ringet darnach, das jr durch die enge Pforten eingehet, Denn viel werden (das sage ich euch) darnach trachten, wie sie hinein komen, vnd werdens nicht thun koennen. [25]Von dem an, wenn der Hauswirt auffgestanden ist, vnd die thuer verschlossen hat, da werdet jr denn anfahen draussen zu stehen, vnd an die Thuer klopffen, vnd sagen, Herr, Herr, thu vns auff. Vnd er wird antworten, vnd zu euch sagen, Jch kenne ewer nicht, wo jr her seid.

[26]SO werdet jr denn anfahen zu sagen, Wir haben fur dir gessen vnd getruncken, vnd auff den gassen hastu vns geleret. [27]Vnd er wird sagen, Jch sage euch, ich kenne ewer nicht, wo jr her seid, Weichet alle von mir jr Vbeltheter. [28]Da wird sein heulen vnd zeenklappen, wenn jr sehen werdet, Abraham vnd Jsaac vnd Jacob, vnd alle Propheten im reich Gottes, Euch aber hin aus gestossen. [29]Vnd es werden komen vom morgen vnd vom abend, von mitternacht, vnd vom mittage, die zu tische sitzen werden im reich Gottes. [30]Vnd sihe, Es sind letzten, die werden die ersten sein, Vnd sind ersten, die werden die letzten sein.


[31]Un dem selbigen tage kamen etliche Phariseer, vnd sprachen zu jm, Heb dich hin aus, vnd gehe von hinnen, denn Herodes wil dich toedten. [32]Vnd er sprach zu jnen, Gehet hin vnd saget demselben Fuchs, si he, Jch treibe Teufel aus, vnd mache gesund heut vnd morgen, Vnd am dritten tage werde ich ein ende nemen. [33]Doch mus ich heute vnd morgen, vnd am tage darnach wandeln, Denn es thuts nicht, das ein Prophet vmbkome ausser Jerusalem.

[34]Jerusalem, Jerusalem, die du toedtest Propheten, vnd steinigest die zu dir gesand werden, wie offt habe ich wollen deine Kinder versamlen, wie eine Henne jr nest vnter jre fluegel, Vnd jr habt nicht gewolt? [35]Sehet, ewer Haus sol euch wueste gelassen werden, Denn ich sage euch, jr werdet mich nicht sehen, bis das es kome, das jr sagen werdet, Gelobet ist, der da kompt in dem namen des HERRN.


XIIII.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich, das er kam in ein haus eines Obersten der Phariseer, auff einen Sabbath, das brot zu essen, Vnd sie hielten auff jn. [2]Vnd sihe, da war ein Mensch fur jm, der war wassersuechtig. [3]Vnd Jhesus antwortet, vnd sagt zu den Schrifftgelerten vnd Phariseern, vnd sprach, Jsts auch recht auff den Sabbath heilen? [4]Sie aber schwiegen stille. Vnd er greiff jn an, vnd heilet jn, vnd lies jn gehen. [5]Vnd antwortet, vnd sprach zu jnen, Welcher ist vnter euch, dem sein Ochse oder Esel in den brun fellet, vnd er nicht als bald jn her aus zeugt am Sabbath tage? [6]Vnd sie kundten jm darauff nicht wider antwort geben.

[7]Er saget aber ein Gleichnis zu den Gesten, da er mercket, wie sie erweleten oben an zu sitzen, vnd sprach zu jnen, [8]Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht oben an, Das nicht etwa ein ehrlicher denn du, von jm geladen sey, [9]vnd so denn kompt, der dich vnd jn geladen hat spreche zu dir, Weich diesem,vnd du muessest denn mit Scham vnten an sitzen. [10]Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, vnd setze dich vnten an, Auff das, wenn da kompt der dich geladen hat, spreche zu dir, Freund, ruecke hin auff, Denn wirstu ehre haben fur denen, die mit dir zu tische sitzen. [11]Denn wer sich selbs erhoehet, der sol ernidriget werden, Vnd wer sich selbs ernidriget, der sol erhoehet werden.


[12]ER sprach auch zu dem, der jn geladen hatte, Wenn du ein mittags oder abend Malh machest, so lade nicht deine Freunde, noch deine Brueder, noch deine Gefreundten, noch deine Nachbarn, die da reich sind, Auff das sie dich nicht etwa wider laden, vnd dir vergolten werde. [13]Sondern, wenn du ein Malh machest, so lade die Armen, die Kruepel, die Lamen, die Blinden, [14]so bistu selig, denn sie habens dir nicht zu vergelten, Es wird dir aber vergolten werden in der aufferstehung der Gerechten.

[15]Da aber solchs hoeret einer der mit zu tisch sass, sprach er zu jm, Selig ist, der das brot isset im reich Gottes. [16]Er aber sprach zu jm, Es war ein Mensch, der machte ein gros Abendmalh, vnd lud viel dazu. [17]Vnd sandte seinen Knecht aus, zur stunde des Abendmals, zu sagen den geladenen, Kompt, denn es ist alles bereit. [18]Vnd sie fiengen an alle nacheinander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu jm, ich habe einen Acker gekaufft, vnd mus hin aus gehen, vnd jn besehen, Jch bitte dich entschueldige mich. [19]Vnd der ander sprach, ich hab funff joch Ochsen gekaufft, vnd ich gehe jtzt hin, sie zu besehen, Jch bitt dich, entschuldige mich. [20]Vnd der dritte sprach, ich habe ein Weib genomen, Darumb kan ich nicht komen.

[21]VNd der Knecht kam, vnd saget das seinem Herrn wider. Da ward der Hausherr zornig, vnd sprach zu seinem Knechte, Gehe aus bald auff die strassen vnd gassen der Stad, vnd fuere die Armen vnd Kruepel vnd Lame vnd Blinden herein. [22]Vnd der Knecht sprach, Herr, es ist geschehen, was du befolhen hast, Es ist aber noch raum da. [23]Vnd der Herr sprach zu dem Knechte, Gehe aus auff die Landstrassen, vnd an die zeune, vnd noetige sie herein zu komen, Auff das mein Haus vol werde. [24]Jch sage euch aber das der Menner keiner, die geladen sind, mein Abendmal schmecken wird.

[25]Es gieng aber viel Volcks mit jm, Vnd er wandte sich, vnd sprach zu jnen, [26]So jemand zu mir kompt vnd hasset nicht seinen vater, mutter, weib, kind, brueder, schwester, auch dazu sein eigen leben, der kan nicht mein Juenger sein. [27]Vnd wer nicht sein Creutz tregt, vnd mir nachfolget, der kan nicht mein Juenger sein.

[28]Wer ist aber vnter euch, der einen Thurn bawen wil, vnd sitzt nicht zuuor, vnd vberschleget die Kost, ob ers habe hinaus zu fueren? [29]Auff das nicht, wo er den grund gelegt hat, vnd kans nicht hinaus fueren, alle die es sehen, fahen an sein zu spotten, [30]vnd sagen, Dieser Mensch hub an zu bawen, vnd kan es nicht hinaus fueren. [31]Oder welcher Koenig wil sich begeben in einen Streit, wider einen andern Koenig, vnd sitzt nicht zuuor vnd ratschlaget, Ob er kuende mit zehen tausent begegen, dem, der vber jn kompt mit zwentzig


tausent? [32]Wo nicht, so schickt er Bottschafft, wenn jener noch ferne ist, vnd bittet vmb Friede. [33]Also auch ein jglicher vnter euch der nicht absaget allem das er hat, kan nicht mein Juenger sein.

[34]Das Saltz ist ein gut ding, Wo aber das Saltz thum wird, wo mit wird man wuertzen? [35]Es ist weder auff das land, noch in den mist nuetze, Sondern man wirds wegwerffen. Wer ohren hat zu hoeren, der hoere.


XV.[Bearbeiten]

Es naheten aber zu jm allerley Zoelner vnd Suender,das sie jn horeten. [2]Vnd die Phariseer vnd Schrifftgelerten murreten, vnd sprachen, Dieser nimpt die Suender an, vnd isset mit jnen. [3]Er saget aber zu jnen dis Gleichnis, vnd sprach, [4]Welcher Mensch ist vnter euch der hundert Schafe hat, vnd so er der eines verleuret, der nicht lasse die neun vnd neunzig in der Wuesten, vnd hingehe nach dem verlornen, bis das ers finde? [5]Vnd wenn ers funden hat, so leget ers auff seine achseln mit freuden. [6]Vnd wenn er heim kompt, ruffet er seinen Freunden vnd Nachbarn, vnd spricht zu jnen, Frewet euch mit mir, Denn ich habe mein Schaff funden, das verloren war. [7]Jch sage euch, Also wird auch freude im Himel sein, vber einen Suender, der busse thut, fur neun vnd neunzig Gerechten, die der busse nicht bedurffen.

[8]Oder, welch Weib ist, die zehen grosschen hat, so sie der einen verleurt, die nicht ein Liecht anzuende, vnd kere das haus, vnd suche mit vleis, bis das sie jn finde? [9]Vnd wenn sie jn funden hat, ruffet sie jren Freundinnen vnd Nachbarinnen, vnd spricht, Frewet euch mit mir, Denn ich habe meinen grosschen funden, den ich verloren hatte. [10]Also auch, sage ich euch, wird freude sein fur den engeln Gottes, vber einen Suender, der busse thut.

[11]Vnd er sprach, Ein Mensch hatte zween Soene, [12]vnd der Juengste vnter jnen sprach zu dem Vater, Gib mir Vater das teil der Gueter,das mir gehoert. Vnd er teilet jnen das Gut. [13]Vnd nicht lang darnach samlet der juengste Son alles zusamen, vnd zoch ferne vber land, vnd daselbs bracht er sein gut vmb mit brassen. [14]Da er nu alle das seine verzeret hatte, ward eine grosse Thewrung durch dasselbige gantze Land, vnd er fieng an zu darben. [15]Vnd gieng hin, vnd henget sich an einen Buerger desselbigen Landes, der schicket jn auff seinen acker der Sew zu hueten. [16]Vnd er begerte seinen Bauch zu fuellen mit trebern, die die Sew assen,vnd niemand gab sie jm.

[17]DA schlug er in sich, vnd sprach, Wie viel Tagloener hat mein Vater, die brot die fuelle haben, Vnd ich verderbe jm hunger. [18]Jch wil mich auffmachen


vnd zu meinem Vater gehen, vnd zu jm sagen, Vater, ich habe gesuendiget in den Himel vnd fur dir, [19]vnd bin fort nicht mehr werd, das ich dein Son heisse, Mache mich als einen deiner Tagloener. [20]Vnd er machet sich auff, vnd kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sahe jn sein Vater, vnd jamert jn, lieff vnd fiel jm vmb seinen Hals, vnd kuesset jn. [21]Der Son aber sprach zu jm, Vater, ich habe gesuendiget in den Himel vnd fur dir, Jch bin fort nicht mehr werd, das ich dein Son heisse. [22]Aber der Vater sprach zu seinen Knechten, Bringet das beste Kleid erfur, vnd thut jn an, vnd gebet jm einen Fingereiff an seine hand, vnd Schuch an seine fuesse, [23]vnd bringet ein gemestet Kalb her, vnd schlachtets, Lasset vns essen vnd froelich sein, [24]Denn dieser mein Son war tod, vnd ist wider lebendig worden, Er war verloren, vnd ist funden worden. Vnd fiengen an froelich zu sein.

[25]Aber der elteste Son war auff dem felde, Vnd als er nahe zum Hause kam hoeret er das Gesenge, vnd den Reigen, [26]vnd rieff zu sich der Knechte einen vnd fraget, was das were? [27]Der aber saget jm, Dein Bruder ist komen, vnd dein vater hat ein gemestet Kalb geschlachtet, das er jn gesund wider hat. [28]Da ward er zornig, vnd wolt nicht hinein gehen. Da gieng sein Vater heraus, vnd bat jn. [29]Er antwortet aber, vnd sprach zum Vater, Sihe, so viel jar diene ich dir, vnd habe dein Gebot noch nie vbertretten, vnd du hast mir nie einen Bock gegeben, das ich mit meinen freunden froelich were. [30]Nu aber diser dein Son komen ist, der sein gut mit Huren verschlungen hat, hastu jm ein gemestet Kalb geschlachtet. [31]Er aber sprach zu jm, Mein son, du bist alle zeit bey mir, vnd alles was mein ist, das ist dein. [32]Du soltest aber froelich vnd gut muts sein, Denn dieser dein Bruder war tod, vnd ist wider lebendig worden, Er war verloren, vnd ist wider funden.


XVI.[Bearbeiten]

Er sprach aber auch zu seinen Juengern, Es war ein reicher Man, der hatte einen Haushalter, der ward fur jm beruechtiget, als hette er jm seine Gueter vmbbracht. [2]Vnd er foddert jn, vnd sprach zu jm, Wie hoere ich das von dir, Thu rechnung von deinem haushalten, Denn du kanst hinfurt nicht Haushalter sein. [3]Der Haushalter sprach bey sich selbs, Was sol ich thun? mein Herr nimpt das Ampt von mir, Graben mag ich nicht, So scheme ich mich zu betteln. [4]Jch weis wol was ich thun wil, wenn ich nu von dem Ampt gesetzt werde, das sie mich in jre Heuser nemen.


[5]VND er rieff zu sich alle Schueldener seines Herrn, vnd sprach zu dem ersten, Wie viel bistu meinem Herrn schueldig? [6]Er sprach, Hundert tunnen oeles. Vnd er sprach zu jm, Nim deinen Brieff, setze dich, vnd schreib flugs fuenffzig. [7]Darnach sprach er zu dem andern, Du aber, wie viel bistu schueldig? Er sprach, Hundert malter weitzen. Vnd er sprach zu jm, Nim deinen Brieff, vnd schreib achzig. [8]Vnd der Herr lobete denn vngerechten Haushalter, das er klueglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser welt sind klueger, denn die Kinder des liechtes, in jrem Geschlechte. [9]Vnd ich sage euch auch, Machet euch Freunde mit dem vngerechten a Mammon, Auff das, wenn jr nu darbet, sie euch auffnemen in die ewige Huetten.

[10]WEr im geringsten trew ist, der ist auch im grossen trew, Vnd wer im geringesten vnrecht ist, der ist auch im grossen vnrecht. [11]So jr nu in dem vnrechten Mammon nicht trew seid, Wer wil euch das warhafftige vertrawen? [12]Vnd so jr in dem frembden nicht trew seid, Wer wil euch geben, das jenige das ewer ist? [13]Kein Hausknecht kan zweien Herrn dienen, Entweder er wird einen hassen, vnd den andern lieben, Oder wird einem anhangen, vnd den andern verachten. Jr koennet nicht Gott sampt dem Mammon dienen.

[14]Das alles hoereten die Phariseer auch, die waren geitzig, vnd spotteten sein. [15]Vnd er sprach zu jnen, Jr seids, die jr euch selbs rechtfertiget fur den Menschen, Aber Gott kennet ewre hertzen, Denn was hoch ist vnter den Menschen, das ist ein Grewel fur Gott.

[16]DAs Gesetz vnd die Propheten weissagen bis auff Johannes, Vnd von der zeit an, wird das reich Gottes durchs Euangelium gepredigt, vnd jederman dringet mit gewalt hin ein. [17]Es ist aber leichter das Himel vnd Erden vergehen, denn das ein tuetel am Gesetz falle. [18]Wer sich scheidet von seinem Weibe, vnd freiet ein ander, der bricht die Ehe, Vnd wer die Abgescheidene von dem Manne freiet, der bricht auch die Ehe.

[19]Es war aber ein reicher Man, der kleidet sich mit Purpur vnd koestlichem Linwad, vnd lebet alle tage herrlich vnd in freuden. [20]Es war aber ein armer, mit namen Lazarus, der lag fur seiner thuer voller Schweren, [21]vnd begeret sich zu settigen von den brosamen, die von des Reichen tische fielen. Doch kamen die Hunde, vnd lecketen jm seine schweren. [22]Es begab sich aber, das der Arme starb, vnd ward getragen von den Engeln in Abrahams schos. Der Reiche aber starb auch, vnd ward begraben.


[23]Als er nu in der Helle vnd in der qual war, hub er seine augen auff, vnd sahe Abraham von ferne, vnd Lazarum in seinem Schos, [24]rieff vnd sprach, Vater Abraham, erbarme dich mein, vnd sende Lazarum, das er das eusserste seines fingers ins wasser tauche, vnd kuele meine zungen, Denn ich leide pein in dieser flammen. [25]Abraham aber sprach, Gedencke Son, das du dein gutes empfangen hast in deinem Leben, vnd Lazarus da gegen hat boeses empfangen, Nu aber wird er getroestet, Vnd du wirst gepeiniget. [26]Vnd vber das alles, ist zwisschen vns vnd euch eine grosse Klufft befestiget, das die da wolten von hinnen hin ab faren zu euch, koenden nicht, vnd auch nicht von dannen zu vns heruber faren.

[27]DA sprach er, So bitte ich dich Vater, das du jn sendest in meines Vaters haus, [28]Denn ich habe noch fuenff Brueder, das er jnen bezeuge, auff das sie nicht auch komen an diesen Ort der qual. [29]Abraham sprach zu jm, Sie haben Mosen vnd die Propheten, Las sie dieselbigen hoeren. [30]Er aber sprach, Nein, vater Abraham, sondern wenn einer von den Todten zu jnen gienge, so wuerden sie busse thun. [31]Er sprach zu jm, Hoeren sie Mosen vnd die Propheten nicht, so werden sie auch nicht gleuben, ob jemand von den Todten auffstuende.


XVII.[Bearbeiten]

Er sprach aber zu seinen Juengern, Es ist vnmueglich das nicht Ergernisse komen. Weh aber dem, durch welchen sie komen, [2]Es were jm nuetzer, das man einen muelstein an seinen Hals henget, vnd wuerffe jn ins Meer, denn das er dieser Kleinen einen ergert. [3]Huetet euch. So dein Bruder an dir suendiget, so straffe jn, vnd so er sich bessert, vergib jm. [4]Vnd wenn er sieben mal des tages an dir suendigen wuerde, vnd sieben mal des tages widerkeme zu dir, vnd spreche, Es rewet mich, so soltu jm vergeben.

[5]Vnd die Apostel sprachen zu dem HErrn, stercke vns den glauben. [6]Der HErr aber sprach, Wenn jr glauben habt, als ein Senffkorn, vnd saget zu diesem Maulberbawm, reis dich aus, vnd versetze dich ins meer, so wird er euch gehorsam sein.

[7]Welcher ist vnter euch, der einen Knecht hat, der jm pflueget, oder das Viehe weidet, wenn er heim kompt vom felde, das er jm sage, Gehe bald hin, vnd setze dich zu tische? [8]Jsts nicht also? das er zu jm saget, Richte zu, das ich zu abend esse, schuertze dich vnd diene mir, bis ich esse vnd trincke, darnach soltu auch essen vnd trincken. [9]Dancket er auch dem selbigen Knechte,


das er gethan hat, was jm befolhen war? Jch meine es nicht. [10]Also auch jr, wenn jr alles gethan habt, was euch befolhen ist, so sprechet, Wir sind vnnuetz Knechte, wir haben gethan, das wir zuthun schueldig waren.

[11]Vnd es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zoch er mitten durch Samarien vnd Galilean. [12]Vnd als er in einen Marck kam, begegneten jm zehen aussetzige Menner, die stunden von fernen, [13]vnd erhuben jre stimme, vnd sprachen, Jhesu lieber Meister, erbarme dich vnser. [14]Vnd da er sie sahe, sprach er zu jnen, Gehet hin, vnd zeiget euch den Priestern. Vnd es geschach, da sie hin giengen, worden sie rein. [15]Einer aber vnter jnen, da er sahe das er gesund worden war, keret er vmb, vnd preiset Gott mit lauter stim, [16]vnd fiel auff sein angesicht, zu seinen fuessen, vnd dancket jm, Vnd das war ein Samariter. [17]Jhesus aber antwortet, vnd sprach, Sind jr nicht zehen rein worden? wo sind aber die neune? [18]Hat sich sonst keiner funden, der wider vmb keret, vnd gebe Gott die ehre, denn dieser Frembdlinger? [19]Vnd er sprach zu jm, Stehe auff, gehe hin, dein glaube hat dir geholffen.

[20]Da er aber gefraget ward von den Phariseern, wenn kompt das reich Gottes? Antwortet er jnen, vnd sprach, Das reich Gottes kompt nicht mit eusserlichen Geberden, [21]Man wird auch nicht sagen, Sihe hie, oder da ist es. Denn sehet, das reich Gottes ist inwendig in euch. [22]Er sprach aber zu den Juengern, Es wird die zeit komen, das jr werdet begeren zu sehen einen Tag des menschen Sons, Vnd werdet jn nicht sehen. [23]Vnd sie werden zu euch sagen, Sihe hie, sihe da. Gehet nicht hin, vnd folget auch nicht. [24]Denn wie der Blitz oben vom himel blitzet, vnd leuchtet vber alles das vnter dem himel ist. Also wird des menschen Son an seinem tage sein. [25]Zuuor aber mus er viel leiden, vnd verworffen werden von diesem Geschlechte.

[26]VND wie es geschach zun zeiten Noe, So wirds auch geschehen in den tagen des menschen Sons. [27]Sie assen, sie truncken, sie freieten, sie liessen sich freien, Bis auff den tag, da Noe in die Arche gieng, vnd kam die Sindflut, vnd brachte sie alle vmb. [28]Desselbigen gleichen, wie es geschach zun zeiten Lot, Sie assen, sie truncken, sie kaufften, sie verkaufften, sie pflantzeten, sie baweten. [29]An dem tage aber, da Lot aus Sodoma gieng, da regent es Fewer vnd Schwefel vom himel, vnd brachte sie alle vmb. [30]Auff diese weise wirds auch gehen an dem tage, wenn des menschen Son sol offenbart werden.

[31]AN demselbigen tage, wer auff dem dache ist, vnd sein hausrat in dem Hause, der steige nicht ernider, dasselbige zu holen. Desselbigengleichen, wer auff dem Felde ist, der wende nicht vmb, nach dem, das hinder jm ist.


[32]Gedencket an des Lots weib. [33]Wer da suchet seine Seele zu erhalten, der wird sie verlieren, Vnd wer sie verliren wird, der wird jr zum leben helffen.

[34]JCh sage euch, in derselbigen nacht werden zween auff einem Bette ligen, Einer wird angenomen, Der ander wird verlassen werden. [35]Zwo werden malen miteinander, Eine wird angenomen, Die ander wird verlassen werden. [37]Vnd sie antworten, vnd sprachen zu jm, HErr wo da? Er aber sprach zu jnen, Wo das Ass ist, da samlen sich auch die Adeler.


XVIII.[Bearbeiten]

Er saget jnen aber ein Gleichnis dauon, Das man alle zeit beten vnd nicht lass werden solt, [2]vnd sprach, Es war ein Richter in einer Stad, der furchte sich nicht fur Gott, vnd schewet sich fur keinem Menschen. [3]Es war aber eine Widwe in der selbigen Stad, die kam zu jm, vnd sprach, Rette mich von meinem Widersacher, [4]Vnd er wolte lange nicht. Darnach aber dachte er bey sich selbs, Ob ich mich schon fur Gott nicht fuerchte, noch fur keinem Menschen schewe, [5]Dieweil aber mir diese Widwe so viel muehe machet, wil ich sie retten, auff das sie nicht zu letzt kome, vnd vberteube mich.

[6]DA sprach der HErr, Hoeret hie, was der vngerechte Richter saget. [7]Solt aber Gott nicht auch retten seine Ausserweleten, die zu jm tag vnd nacht ruffen, vnd solt gedult drueber haben? [8]Jch sage euch, Er wird sie retten in einer kuertz. Doch wenn des menschen Son komen wird, meinestu das er auch werde Glauben finden auff erden?

[9]Er saget aber zu etlichen, die sich selbs vermassen, das sie from weren, vnd verachteten die andern, ein solch Gleichnis. [10]Es giengen zween Menschen hinauff in den Tempel zu beten, Einer ein Phariseer, der ander ein Zoelner. [11]Der Phariseer stund vnd betet bey sich selbs also, Jch dancke dir Gott, das ich nicht bin wie die andere Leute, Reuber, Vngerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zoelner, [12]Jch faste zwir in der wochen, vnd gebe den Zehenden, von allem das ich habe. [13]Vnd der Zoelner stund von ferne, wolte auch seine augen nicht auffheben gen himel, Sondern schlug an seine brust, vnd sprach, Gott sey mir Suender gnedig. [14]Jch sage euch, Dieser ging hin ab gerechtfertiget in sein haus a fur jenem, Denn wer sich selbs erhoehet, der wird ernidriget werden, Vnd wer sich selbs ernidriget, der wird erhoehet werden.


[15]Sje brachten auch junge Kindlin zu jm, das er sie solt anrueren. Da es die Juenger sahen, bedraweten sie die. [16]Aber Jhesus rieff sie zu sich, vnd sprach, Lasset die Kindlin zu mir komen, vnd weret jnen nicht, Denn solcher ist das reich Gottes. [17]Warlich, Jch sage euch, Wer nicht das reich Gottes nimpt als ein Kind, der wird nicht hin ein komen.

[18]Vnd es fraget jn ein Oberster, vnd sprach, Guter meister, was mus ich thun, das ich das ewige leben ererbe? [19]Jhesus aber sprach zu jm, was heissestu mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott. [20]Du weissest die Gebot wol, Du solt nicht ehebrechen. Du solt nicht toedten. Du solt nicht stelen. Du solt nicht falsch gezeugnis reden. Du solt deinen Vater vnd deine Mutter ehren. [21]Er aber sprach, das habe ich alles gehalten von meiner Jugent auff. [22]Da Jhesus das hoeret, sprach er zu jm, Es feilet dir noch eines, Verkeuffe alles was du hast, vnd gibs den armen, So wirstu einen schatz im Himel haben, vnd kom, vnd folge mir nach. [23]Da er das hoeret, ward er trawrig, denn er war seer Reich.

[24]DA aber Jhesus sahe, das er trawrig war worden, sprach er, Wie schwerlich werden die Reichen in das reich Gottes komen. [25]Es ist leichter, das ein Kameel gehe durch ein nadeloere, denn das ein Reicher in das reich Gottes kome. [26]Da sprachen die das hoereten, wer kan denn selig werden? [27]Er aber sprach, was bey den menschen vnmueglich ist, das ist bey Gott mueglich.

[28]Da sprach Petrus, sihe, wir haben alles verlassen, vnd sind dir nachgefolget. [29]Er aber sprach zu jnen, warlich ich sage euch, Es ist niemand, der ein haus verlesst, oder eltern, oder brueder, oder weib, oder kind, vmb des reich Gottes willen, [30]der es nicht vielfeltig wider empfahe, in dieser zeit, vnd in der zukuenfftigen welt, das ewige leben.

[31]Er nam aber zu sich die Zwelffe, vnd sprach zu jnen, Sehet, wir gehen hin auff gen Jerusalem, vnd es wird alles volendet, das geschrieben ist durch die Propheten, von des menschen Son. [32]Denn er wird vberantwort werden den Heiden, vnd er wird verspottet vnd geschmehet vnd verspeiet werden, [33]vnd sie werden jn geisseln vnd toedten, Vnd am dritten tage wird er wider aufferstehen. [34]Sie aber vernamen der keines, vnd die rede war jnen verborgen, vnd wusten nicht, was das gesagt war.

[35]Es geschach aber, da er nahe zu Jericho kam, sas ein Blinder am wege, vnd bettelt. [36]Da er aber hoeret das Volck, das durch hin gieng, forschet er was das were? [37]Da verkuendigeten sie jm, Jhesus von Nazareth gienge


fur vber. [38]Vnd er rieff, vnd sprach, Jhesu du son Dauid, erbarm dich mein. [39]Die aber forne an giengen, bedraweten jn, er solt schweigen. Er aber schrey viel mehr, Du son Dauid, erbarme dich mein. [40]Jhesus aber stund stille, vnd hies jn zu sich fueren. Da sie jn aber nahe bey jn brachten, fraget er jn, [41]vnd sprach, Was wiltu das ich dir thun sol? Er sprach, HErr, das ich sehen muege. [42]Vnd Jhesus sprach zu jm, sey sehend, Dein glaube hat dir geholffen, [43]Vnd also bald ward er sehend, vnd folget jm nach vnd preisete Gott. Vnd alles Volck, das solchs sahe, lobet Gott.


XIX.[Bearbeiten]

Vnd er zog hin ein, vnd gieng durch Jericho. [2]Vnd sihe, da war ein Man, genant Zacheus, der war ein oeberster der Zoelner, vnd war reich, [3]vnd begerte Jhesum zu sehen, wer er were, vnd kundte nicht fur dem Volck, denn er war klein von person. [4]Vnd er lieff fur hin, vnd steig auff einen Maulberbawm, auff das er jn sehe, denn alda solt er durch komen. [5]Vnd als Jhesus kam an dieselbige stete, sahe er auff, vnd ward sein gewar, vnd sprach zu jm, Zachee, steig eilend ernider, Denn ich mus heute zu deinem Hause einkeren. [6]Vnd er steig eilend ernider, vnd nam jn auff mit freuden. [7]Da sie das sahen, murreten sie alle, das er bey einem Suender einkeret.

[8]ZAcheus aber trat dar, vnd sprach zu dem HERRN, sihe HERR, die helffte meiner gueter gebe ich den Armen, Vnd so ich jemand betrogen hab, das gebe ich vierfeltig wider. [9]Jhesus aber sprach zu jm, Heute ist diesem hause Heil widerfaren, Sintemal er auch Abrahams son ist. [10]Denn des menschen Son ist komen zu suchen vnd selig zu machen, das verloren ist.

[11]Da sie nu zuhoereten, saget er weiter eine Gleichnis, darumb, das er nahe bey Jerusalem war, vnd sie meineten, das Reich Gottes solt also balde offenbart werden. [12]Vnd sprach, ein Edeler zoch von ferne in ein Land, das er ein Reich einneme, vnd denn widerkeme. [13]Dieser foddert zehen seiner Knechte, vnd gab jnen zehen Pfund, vnd sprach zu jnen, Handelt, bis ich widerkome. [14]Seine Buerger aber waren jm feind, vnd schicketen Botschafft nach jm, vnd liessen jm sagen, Wir wollen nicht, das dieser vber vns herrsche.

[15]VND es begab sich, da er widerkam, nach dem er das Reich eingenomen hatte, hies er dieselbigen Knechte foddern, welchen er das Geld gegeben hatte, das er wueste, was ein jglicher gehandelt hette. [16]Da trat erzu der Erste


vnd sprach, Herr, dein Pfund hat zehen pfund erworben. [17]Vnd er sprach zu jm, Ey du fromer Knecht, dieweil du bist im geringsten trew gewesen, soltu macht haben vber zehen Stedte. [18]Der Ander kam auch, vnd sprach, Herr, dein Pfund hat funff pfund getragen. [19]Zu dem sprach er auch, Vnd du solt sein vber fuenff Stedte.

[20]VNd der Dritte kam, vnd sprach, Herr, sihe da, hie ist dien Pfund, welchs ich habe im schweistuch behalten, [21]Jch fuerchte mich fur dir, denn du bist ein harter Man, du nimpst, das du nicht gelegt hast, vnd erndtest, das du nicht geseet hast. [22]Er sprach zu jm, Aus deinem munde richte ich dich, du Schalck. Wustestu, das ich ein harter Man bin, neme das ich nicht gelegt habe, vnd erndte, das ich nicht geseet habe, [23]Warumb hastu denn mein geld nicht in die Wechselbanck gegeben? Vnd wenn ich komen were, hette ichs mit wucher erfoddert.

[24]VND er sprach zu denen, die da bey stunden, Nemet das Pfund von jm, vnd gebets dem, der zehen pfund hat. [25]Vnd sie sprachen zu jm, Herr, hat er doch zehen pfund. [26]Jch sage euch aber, Wer da hat, dem wird gegeben werden, Von dem aber, der nicht hat, wird auch das genomen werden das er hat. [27]Doch jene meine Feinde, die nicht wolten, das ich vber sie herrschen solte, bringet her, vnd erwurget sie fur mir. [28]Vnd als er solchs saget, zoch er fort, vnd reisete hinauff gen Jerusalem.

[29]Vnd es begab sich, als er nahet gen Bethphage vnd Bethanien, vnd kam an den Oleberg, sandte er seiner Juenger zween, [30]vnd sprach, Gehet hin in den Marckt, der gegen euch ligt, vnd wenn jr hinein kompt, werdet jr ein Fuellen angebunden finden, auff welchem noch nie kein Mensch gesessen ist, loeset es ab, vnd bringets. [31]Vnd so euch jemand fraget, Warumb jrs abloeset? So saget also zu jm, der HErr darff sein. [32]Vnd die gesandten giengen hin, vnd funden wie er jnen gesagt hat. [33]Da sie aber das Fuellen abloeseten, sprachen seine Herrn zu jnen, warumb loeset jr das fuellen ab? [34]Sie aber sprachen, der HErr darff sein. [35]Vnd sie brachtens zu Jhesu, vnd worffen jre Kleider auff das Fuellen, vnd satzten Jhesum drauff. [36]Da er nu hin zoch, breiteten sie jre Kleider auff den weg. [37]VND da er nahe hin zu kam, vnd zoch den Oleberg erab, fieng an der gantze hauffe seiner Juenger, mit freuden Gott zu loben mit lauter stimme, vber alle Thatten, die sie gesehen hatten, [38]vnd sprachen, Gelobet sey der da kompt ein Koenig in dem namen des HERRN, Friede sey im himel, vnd Ehre


in der hoehe. [39]Vnd etliche der Phariseer im volck sprachen zu jm, Meister straffe doch deine Juenger. [40]Er antwortet, vnd sprach zu jnen, Jch sage euch, wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien.

[41]Vnd als er nahe hinzu kam, sahe er die Stad an, vnd weinet vber sie, [42]vnd sprach, Wenn du es wuestest, so wuerdestu auch bedencken, zu dieser deiner zeit, was zu deinem Friede dienet. Aber nu ists fur deinen augen verborgen. [43]Denn es wird die zeit vber dich komen, das deine Feinde werden vmb dich, vnd deine Kinder mit dir, eine wagenburg schlahen, dich belegern, vnd an allen oerten engsten, [44]Vnd werden dich schleiffen vnd keinen Stein auff dem andern lassen, Darumb, das du nicht erkennet hast die zeit darinnen du heimgesucht bist.

[45]VNd er gieng in den Tempel, vnd fieng an auszutreiben die darinnen verkaufften vnd kaufften, [46]vnd sprach zu jnen, Es stehet geschrieben, Mein Haus ist ein Bethaus, Jr aber habts gemacht zur moerdergruben. [47]Vnd leret teglich im Tempel. Aber die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten, vnd die Furnemesten im volck, trachten jm nach, das sie jn vmbbrechten, [48]Vnd funden nicht, wie sie jm thun solten, Denn alles Volck hieng jm an, vnd hoeret jn.


XX.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich der tage einen, da er das Volck leret im Tempel vnd predigt das Euangelium, Da tratten zu jm, die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten mit den Eltesten, [2]vnd sagten zu jm, vnd sprachen, Sage vns, Aus waser macht thustu das? oder wer hat dir die macht gegeben? [3]Er aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Jch wil euch auch ein wort fragen, saget mirs. [4]Die tauffe Johannis, war sie vom Himel oder von Menschen? [5]Sie aber gedachten bey sich selbs, vnd sprachen, Sagen wir vom Himel, so wird er sagen, Warumb habt jr jm denn nicht gegleubt? [6]Sagen wir aber, von Menschen, So wird vns alles volck steinigen, Denn sie stehen drauff, das Johannes ein Prophet sey. [7]Vnd sie antworten, Sie wuestens nicht, wo sie her were. [8]Vnd Jhesus sprach zu jnen, So sage ich euch auch nicht, aus waser macht ich das thu.

[9]Er fieng aber an zu sagen dem volck diese Gleichnis, Ein Mensch pflantzet einen Weinberg, vnd thet jn den Weingartnern aus, vnd zoch vber land


ein gute zeit. [10]Vnd zu seiner zeit sandte er einen Knecht zu den Weingartnern, das sie jm geben von der Frucht des weinberges. Aber die Weingartner steupten jn, vnd liessen jn leer von sich. [11]Vnd vber das, sandte er noch einen andern Knecht. Sie aber steupten denselbigen auch, vnd hoeneten jn, vnd liessen jn leer von sich. [12]Vnd vber das sandte er den dritten, Sie aber verwundeten den auch, vnd stiessen jn hinaus.

[13]Da sprach der Herr des weinbergs, Was sol ich thun? Jch wil meinen lieben Son senden, vieleicht, wenn sie den sehen, werden sie sich schewen. [14]Da aber die Weingartner den Son sahen, dachten sie bey sich selbs, vnd sprachen, Das ist der Erbe, komet, lasset vns jn toedten, das das Erbe vnser sey. [15]Vnd sie stiessen in hinaus fur den Weinberg, vnd toedten jn. Was wird nu der Herr des weinberges den selbigen thun? [16]Er wird komen, vnd diese Weingartner vmbbringen, vnd seinen Weinberg andern aus thun. Da sie das hoereten, sprachen sie, Das sey ferne.

[17]ER aber sahe sie an, vnd sprach, Was ist denn das, das geschrieben stehet, Der Stein den die Bawleute verworffen haben, ist zum Eckstein worden? [18]Welcher auff diesen Stein fellet, der wird zuschellen, Auff welchen aber er fellet, den wird er zu malmen. [19]Vnd die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten trachten darnach, wie sie die hende an jn legten zu derselbigen stunde, vnd furchten sich fur dem Volck, Denn sie vernamen, das er auff sie diese Gleichnis gesagt hatte.

[20]Vnd sie hielten auff jn, vnd sandten Laurer aus, die sich stellen solten, als weren sie frum, Auff das sie jn in der rede fiengen, damit sie jn vberantworten kuendten der Oberkeit vnd gewalt des Landpflegers. [21]Vnd sie fragten jn vnd sprachen, Meister, wir wissen das du auffrichtig redest, vnd lerest, vnd achtest keines Menschen ansehen, Sondern du lerest den weg Gottes recht. [22]Jsts recht, das wir dem Keiser den schos geben oder nicht? [23]Er aber mercket jre liste, vnd sprach zu jnen, Was versucht jr mich? [24]Zeiget mir den Grosschen, wes bilde vnd vberschrifft hat er? Sie antworten vnd sprachen, des Keisers. [25]Er aber sprach zu jnen, So gebet dem Keiser, was des Keisers ist, vnd Gotte, was Gottes ist. [26]Vnd sie kundten sein wort nicht taddeln fur dem Volck, Vnd verwunderten sich seiner antwort, vnd schwiegen stille.

[27]Da tratten zu jm etliche der Saduceer (welche da halten, es sey kein Aufferstehen) vnd fragten jn, [28]vnd sprachen, Meister, Moses hat vns geschrieben, So jemands Bruder stirbt, der ein Weib hat, vnd stirbet erblos, so sol sein bruder das weib nemen, vnd seinem bruder einen samen erwecken. [29]Nu waren sieben brueder, Der erste nam ein weib, vnd starb erblos. [30]Vnd


der ander nam das weib, vnd starb auch erblos. [31]Vnd der dritte nam sie. Desselbigen gleichen alle sieben, vnd liessen keine Kinder, vnd storben, [32]Zu letzt nach allen, starb auch das weib. [33]Nu in der aufferstehung, welches weib wird sie sein vnter denen? Denn alle sieben haben sie zum weib gehabt.

[34]VNd Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Die Kinder dieser welt freien vnd lassen sich freien, [35]welche aber wirdig sein werden, jene welt zu erlangen, vnd die aufferstehung von den todten, die werden weder freien noch sich freien lassen, [36]Denn sie koennen hinfurt nicht sterben. Denn sie sind den Engeln gleich vnd Gottes kinder, dieweil sie Kinder sind der aufferstehung. [37]Das aber die Todten aufferstehen, hat auch Moses gedeutet bey dem pusch, da er den HErrn heisset, Gott Abraham vnd Gott Jsaac vnd Gott Jacob. [38]Gott aber ist nicht der todten, sondern der Lebendigen Gott, denn sie leben jm alle. [39]Da antworten etliche der Schrifftgelerten, vnd sprachen, Meister, du hast recht gesagt. [40]Vnd sie thursten jn forder nichts mehr fragen.

[41]Er sprach aber zu jnen, wie sagen sie, Christus sey Dauids son? [42]Vnd er selbs Dauid spricht im Psalmbuch, Der HERR hat gesagt zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten, [43]Bis das ich lege deine Feinde zum schemel deiner fuesse. [44]Dauid nennet jn einen HERRN, wie ist er denn sein Son?

[45]Da aber alles Volck zu hoeret, sprach er zu seinen Juengern, [46]Huetet euch fur den Schrifftgelerten, die da wollen einher tretten in langen Kleidern, vnd lassen sich gerne gruessen auff dem marckte, vnd sitzen gerne oben an in den Schulen, vnd vber tisch. [47]Sie fressen der Widwen heuser, vnd wenden lange gebet fur, Die werden deste schwerer verdamnis empfahen.


XXI.[Bearbeiten]

Er sahe aber auff, vnd schawete die Reichen, wie sie jre opffer einlegten in den Gotteskasten. [2]Er sahe aber auch eine arme Widwe, die legte zwey Scherfflin ein. [3]Vnd er sprach, warlich ich sag euch, diese arme widwe hat mehr denn sie alle eingelegt. [4]Denn diese alle haben aus jrem vberflus eingelegt, zu dem opffer Gottes, Sie aber hat von jrem armut alle jre narung, die sie hat, eingelegt.

[5]Vnd da etliche sagten von dem Tempel, das er geschmueckt were von feinen Steinen vnd Kleinoten, sprach er, [6]Es wird die zeit komen, in welcher, des alles das jr sehet, nicht ein stein auff dem andern gelassen wird, der nicht zubrochen werde.

[7]SJe fragten jn aber, vnd sprachen, Meister, wenn sol das werden? vnd


welchs ist das zeichen, wenn das geschehen wird? [8]Er aber sprach, Sehet zu, lasset euch nicht verfueren. Denn viel werden komen in meinem Namen, vnd sagen, Jch sey es, vnd die zeit ist erbey komen, Folget jnen nicht nach. [9]Wenn jr aber hoeren werdet von Kriegen vnd empoerungen, so entsetzet euch nicht, Denn solchs mus zuuor geschehen, aber das ende ist noch nicht so bald da. [10]Da sprach er zu jnen, Ein Volck wird sich erheben vber das ander, vnd ein Reich vber das ander, [11]vnd werden geschehen grosse Erdbebunge hin vnd wider, Thewrzeit vnd Pestilentz, auch werden Schrecknis vnd grosse Zeichen vom himel geschehen.

[12]ABer vor diesem allen werden sie die hende an euch legen vnd verfolgen, vnd werden euch vberantworten in jre Schulen vnd Gefengnisse, vnd fur Koenige vnd Fuersten ziehen, vmb meines Namen willen, [13]Das wird euch aber widerfaren zu einem zeugnis. [14]So nemet nu zu hertzen, das jr nicht sorget, wie jr euch verantworten solt, [15]Denn ich wil euch mund vnd weisheit geben, welcher nicht sollen widersprechen muegen noch widerstehen, alle ewre Widerwertigen. [16]Jr werdet aber vberantwortet werden von den Eltern, bruedern, gefreundten vnd freunden, vnd sie werden ewer etliche toedten, [17]Vnd jr werdet gehasset sein von jederman, vmb meines Namen willen. [18]Vnd ein har von ewerm heubt sol nicht vmbkomen. [19]Fasset ewre Seele mit gedult.

[20]Wenn jr aber sehen werdet Jerusalem belegert mit einem Her, So mercket, das erbey komen ist jre verwuestunge. [21]Als denn, wer in Judea ist, der fliehe auff das gebirge, vnd wer mitten drinnen ist, der weiche heraus, vnd wer auff dem Lande ist, der kome nicht hinein. [22]Denn das sind die tage der Rache, das erfuellet werde alles was geschrieben ist. [23]Weh aber den Schwangern vnd Seugerin in den selbigen tagen. Denn es wird grosse not auff Erden sein, vnd ein zorn vber dis Volck, [24]vnd sie werden fallen durch des Schwerts scherffe, vnd gefangen gefuert vnter alle Voelcker. Vnd Jerusalem wird zutretten werden von den Heiden, bis das der Heiden zeit erfuellet wird.

[25]Vnd es werden zeichen geschehen an der Sonnen vnd Mond vnd Sternen, Vnd auff Erden wird den Leuten bange sein, vnd werden zagen, vnd das Meer vnd die Wasserwogen werden brausen, [26]vnd die Menschen werden verschmachten, fur furchte vnd fur warten der dinger, die komen sollen auff erden. Denn auch der Himel kreffte, sich bewegen werden, [27]Vnd als denn werden sie sehen des menschen Son komen in der wolcken, mit grosser krafft vnd herrligkeit. [28]Wenn aber dieses anfehet zu geschehen, so sehet auff, vnd hebt ewer Heubter auff, darumb, das sich ewer Erloesung nahet.


[29]VND er saget jnen ein Gleichnis, Sehet an den Feigenbawm vnd alle Bewme, [30]wenn sie jtzt ausschlahen, so sehet jrs an jnen, vnd mercket das jtzt der Sommer nahe ist. [31]Also auch jr, wenn jr dis alles sehet angehen, so wisset, das das reich Gottes nahe ist. [32]Warlich ich sage euch, dis Geschlecht wird nicht vergehen, bis das es alles geschehe, [33]Himel vnd Erden vergehen, Aber meine Wort vergehen nicht.

[34]ABer huetet euch, das ewre Hertzen nicht beschweret werden mit fressen vnd sauffen, vnd mit sorgen der narunge, vnd kome dieser tag schnel vber euch, [35]Denn wie ein fallstrick wird er komen, vber alle die auff Erden wonen. [36]So seid nu wacker allezeit, vnd betet, das jr wirdig werden mueget zu entfliehen diesem allen, das geschehen sol, vnd zu stehen fur des menschen Son. [37]Vnd er leret des tages im Tempel, des nachts aber gieng er hinaus, vnd bleib vber nacht am Oleberge. [38]Vnd alles volck machet sich fruee auff zu jm, im Tempel jn zu hoeren.


XXII.[Bearbeiten]

Es war aber nahe das Fest der sussenbrot, das da Ostern heisset. [2]Vnd die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten trachten, wie sie jn toedten, vnd furchten sich fur dem Volck. [3]Es war aber der Satanas gefaren in den Judas, genant Jscharioth, der da war aus der zal der Zwelffen. [4]Vnd er gieng hin vnd redet mit den Hohenpriestern, vnd mit den Heubtleuten, wie er jn wolte jnen vberantworten. [5]Vnd sie worden fro, vnd gelobten jm Geld zu geben. [6]Vnd er versprach sich, vnd suchte gelegenheit, das er jn vberantwortet on rhumor.

I. Alte. Osterlamb. [7]Es kam nu der tag der Suessenbrot, auff welchen man musste opffern das Osterlamb. [8]Vnd er sandte Petrum vnd Johannem, vnd sprach, Gehet hin, bereitet vns das Osterlamb auff das wirs essen. [9]Sie aber sprachen zu jm, Wo wiltu, das wirs bereiten? [10]Er sprach zu jnen, Sihe, wenn jr hinein kompt in die stad, wird euch ein Mensch begegen, der tregt einen wasser krug, Folget jm nach in das Haus, da er hin ein gehet, [11]vnd saget dem Hausherrn, Der Meister lesst dir sagen, wo ist die herberge darinne ich das Osterlamb essen muege mit meinen Juengern? [12]Vnd er wird euch einen grossen gepflasterten Saal zeigen, daselbs bereitet es. [13]Sie giengen hin, vnd funden, wie er jnen gesagt hatte, vnd bereiteten das Osterlamb.


[14]VND da die stunde kam, satzte er sich nider, vnd die Zwelff Apostel mit jm, [15]vnd er sprach zu jnen, Mich hat hertzlich verlanget dis Osterlamb mit euch zu essen, ehe denn ich leide. [16]Denn ich sage euch, das ich hin furt nicht mehr dauon essen werde, bis das erfuellet werde im reich Gottes. [17]Vnd er nam den Kelch, dancket vnd sprach, Nemet denselbigen, vnd teilet jn vnter euch, [18]Denn ich sage euch, jch werde nicht trincken von dem gewechse des Weinstocks, bis das reich Gottes kome.

Abendmal des Herrn. [19]Vnd er nam das Brot, dancket vnd brachs, vnd gabs jnen, vnd sprach, Das ist mein Leib, der fur euch gegeben wird, Das thut zu meinem Gedechtnis. [20]Desselbigen gleichen auch den Kelch, nach dem Abendtmal, vnd sprach, Das ist der Kelch, das newe Testament in meinem Blut, das fur euch vergossen wird.

[21]DOch sihe, die hand meines Verrheters, ist mit mir vber tische. [22]Vnd zwar des menschen Son gehet hin, wie es beschlossen ist, Doch weh dem selbigen Menschen, durch welchen er verrhaten wird. [23]Vnd sie fiengen an zu fragen vnter sich selbs, Welcher es doch were vnter jnen, der das thun wuerde?

[24]Es erhub sich auch ein zanck vnter jnen, Welcher vnter jnen solte fur den Groesten gehalten werden. [25]Er aber sprach zu jnen, Die weltlichen Koenige herrschen, vnd die Gewaltigen heisset man gnedige Herrn. [26]Jr aber nicht also, Sondern der groessest vnter euch, sol sein wie der juengste, vnd der furnemest wie ein diener. [27]Denn welcher ist der groessest? der zu tische sitzt? oder der da dienet? Jsts nicht also, das der zu tische sitzt? Jch aber bin vnter euch, wie ein Diener. [28]Jr aber seids, die jr beharret habt bey mir, in meinen anfechtungen. [29]Vnd ich wil euch das Reich bescheiden, wie mir mein Vater bescheiden hat, [30]das jr essen vnd trincken solt vber meinem tisch in meinem Reich, vnd sitzen auff Stuelen, vnd richten die zwelff geschlechte Jsrael.

[31]Der HErr aber sprach, Simon, Simon, sihe, Der Satanas hat ewer begert, das er euch moecht sichten, wie den weitzen, [32]Jch aber hab fur dich gebeten, das dein Glaube nicht auffhoere, Vnd wenn du der mal eins dich bekerest, so stercke deine Brueder. [33]Er sprach aber zu jm, HErr, ich bin bereit mit dir ins Gefengnis vnd in den Tod zu gehen. [34]Er aber sprach, Petre, ich sage dir, der Han wird heute nicht krehen, ehe denn du dreymal verleugnet hast, das du mich kennest.

[35]Vnd er sprach zu jnen, So offt ich euch gesand habe on Beutel, on taschen, vnd on schuch, habt jr auch ie mangel gehabt? Sie sprachen, nie keinen. [36]Da sprach er zu jnen, Aber nu, wer einen beutel hat, der neme jn, desselbigen gleichen auch die taschen, Wer aber nicht hat, verkeuffe sein Kleid, vnd


keuffe ein Schwert. [37]Denn ich sage euch, Es mus noch das auch volendet werden an mir, das geschrieben stehet, Er ist vnter die Vbeltheter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein ende. [38]Sie sprachen aber, HERR, sihe, hie sind zwey Schwert. Er aber sprach zu jnen, Es ist gnug.

[39]Vnd er gieng hinaus nach seiner gewonheit an den Oleberg. Es folgeten jm aber seine Juenger nach an denselbigen ort. [40]Vnd als er dahin kam, sprach er zu jnen, Betet, auff das jr nicht in anfechtung fallet. II. christlich leiden Christi im Garten. [41]Vnd er reis sich von jnen bey einem Steinworff, vnd kniet nider, betet [42]vnd sprach, Vater, wiltu, so nim diesen Kelch von mir, Doch nicht mein, sondern dein wille geschehe. [43]Es erschein jm aber ein Engel vom himel, vnd stercket jn. [44]Vnd es kam, das er mit dem Tode rang, vnd betet hefftiger. Es ward aber sein schweis wie Blutstropffen, die fielen auff die erden. [45]Vnd er stund auff von dem gebet, vnd kam zu seinen Juengern, vnd fand sie schlaffend fur trawrigkeit, [46]vnd sprach zu jnen, was schlaffet jr? stehet auff vnd betet, auff das jr nicht in anfechtung fallet.

[47]Da er aber noch redet, Sihe, die schar, vnd einer von den zwelffen, genant Juda, gieng fur jnen her, vnd nahet sich zu Jhesu, jn zu kuessen. [48]Jhesus aber sprach zu jm, Juda, verhretestu des menscheu Son mit einem Kus?

[49]Da aber sahen, die vmb jn waren, was da werden wolte, sprachen sie zu jm, HErr sollen wir mit dem Schwert drein schlahen? [50]Vnd einer aus jnen schlug des Hohenpriesters knecht, vnd hieb jm sein recht ohr ab. [51]Jhesus aber antwortet, vnd sprach, Lasset sie doch so ferne machen. Vnd er rueret sein ohr an, vnd heilet jn.

[52]JHesus aber sprach zu den Hohenpriestern vnd a Heubtleuten des Tempels, vnd den Eltesten, die vber jn komen waren, Jr seid als zu einem Moerder mit schwerten vnd mit stangen ausgegangen. [53]Jch bin teglich bey euch im Tempel gewesen, vnd jr habt keine hand an mich gelegt, Aber dis ist ewer stunde, vnd die macht der finsternis.

III. Jhesus in Caiphas haus gebracht. [54]Sje grieffen jn aber vnd fuereten jn, vnd brachten in des Hohenpriesters haus, Petrus aber folgete von fernen. [55]Da zundten sie ein fewr an mitten im Pallast, vnd satzten sich zusamen, vnd Petrus satzte sich vnter sie. [56]Da sahe jn ein Magd sitzen bey dem liecht, vnd sahe eben auff jn, vnd sprach zu jm, Dieser war auch mit jm. [57]Er aber verleugnet jn, vnd sprach, Weib ich kenne sein nicht. [58]Vnd vber ein kleine weile sahe jn ein ander, vnd sprach, Du bist auch der einer. Petrus aber sprach Mensch, ich bins nicht. [59]Vnd vber eine weile, bey einer stunde, bekrefftigets ein ander, vnd sprach, Warlich, dieser war auch mit jm, denn er ist ein Galileer.


[60]Petrus aber sprach, Mensch, ich weis nicht was du sagest. Vnd als bald, da er noch redet, krehet der Han. [61]Vnd der HErr wandte sich, vnd sahe Pe- trum an. Vnd Petrus gedachte an des HErrn wort, als er zu jm gesaget hatte, Ehe denn der Hane krehet, wirstu mich drey mal verleugnen, [62]Vnd Petrus gieng hinaus, vnd weinet bitterlich.

[63]Dje Menner aber, die Jhesum hielten, verspotteten jn, vnd schlugen jn, [64]verdeckten jn, vnd schlugen jn ins Angesichte, vnd fragten jn, vnd sprachen, Weissage, wer ists, der dich schlug? [65]Vnd viel andere Lesterungen, sagten sie wider jn.

[66]Vnd als es tag ward, samleten sich die Eltesten des volcks, die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten, vnd fuereten jn hinauff fur jren Rat, [67]vnd sprachen, Bistu Christus? sage es vns. Er sprach aber zu jnen, Sage ichs euch, so gleubet jrs nicht, [68]Frage ich aber, so antwortet jr nicht, vnd lasset mich doch nicht los. [69]Darumb von nu an wird des menschen Son sitzen zur rechten Hand der krafft Gottes. [70]Da sprachen sie alle, Bistu denn Gottes son? Er sprach zu jnen, Jr sagets, denn ich bins. [71]Sie aber sprachen, Was duerffen wir weiter Zeugnis? wir habens selbs gehoeret aus seinem munde.


XXIII.[Bearbeiten]

IIII. Jhesus fur Pilatum gefurt. Vnd der gantze hauffe stund auff, vnd fuereten jn fur Pilatum. [2]Vnd fiengen an jn zu verklagen, vnd sprachen, Diesen finden wir, das er das Volck abwendet, vnd verbeut den schos dem Keiser zu geben, vnd spricht, Er sey Christus ein Koenig. [3]Pilatus aber fraget jn, vnd sprach, Bistu der Jueden Koenig? Er antwortet jm vnd sprach, Du sagests. [4]Pilatus sprach zu den Hohenpriestern vnd zum volck, Jch finde kein Vrsach an diesem Menschen. [5]Sie aber hielten an, vnd sprachen, Er hat das Volck erreget, damit, das er geleret hat hin vnd her im gantzen Juedischenlande, vnd hat in Galilea angefangen, bis hie her.

[6]Da aber Pilatus Galilean hoeret, fraget er, Ob er aus Galilea were? [7]Vnd als er vernam, das er vnter Herodes oeberkeit gehoeret, vbersandte er jn zu Herodes, welcher in denselbigen tagen auch zu Jerusalem war. [8]Da aber Herodes Jhesum sahe, ward er seer fro, denn er hette jn langest gerne gesehen, Denn er hatte viel von jm gehoeret, vnd hoffet er wurde ein Zeichen von jm sehen. [9]Vnd er fraget jn mancherley. Er antwortet jm aber nichts. [10]Die Hohenpriester aber vnd Schrifftgelerten stunden vnd verklageten jn hart. [11]Aber Herodes mit seinem Hofegesinde verachtet vnd verspottet jn, leget jm ein


weis Kleid an, vnd sandte jn wider zu Pilato. [12]Auff den tag wurden Pilatus vnd Herodes freunde mit einander, denn zuuor waren sie einander feind.

[13]Pjlatus aber rieff die Hohenprister, vnd die Obersten vnd das volck zusamen, [14]vnd sprach zu jnen, Jr habt diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volck abwende, Vnd sihe, ich hab jn fur euch verhoeret, vnd finde an dem Menschen der sache keine, der jr jn beschueldiget, [15]Herodes auch nicht, Denn ich habe euch zu jm gesand, vnd sihe, man hat nichts auff jn bracht, das des todes werd sey. [16]Darumb wil ich jn zuechtigen vnd los lassen, [17]Denn er musste jnen einen nach gewonheit des Festes los geben. [18]Da schrey der gantze hauffe, vnd sprach, Hinweg mit diesem, vnd gib vns Barrabam los, [19]welcher war vmb einer Auffrhur, die in der Stad geschach, vnd vmb eines Mords willen ins gefengnis geworffen.

[20]DA rieff Pilatus abermal zu jnen, vnd wolte Jhesum los lassen. [21]Sie rieffen aber vnd sprachen, Creutzige, creutzige jn. [22]Er aber sprach zum dritten mal zu jnen, was hat denn dieser vbels gethan? Jch finde keine vrsach des todes an jm, darumb wil ich jn zuechtigen vnd los lassen. [23]Aber sie lagen jm an mit grossem geschrey, vnd fodderten, das er gecreutziget wuerde, Vnd jr vnd der Hohepriester geschrey nam vberhand. [24]Pilatus aber vrteilet, das jr bitte geschehe, [25]Vnd lies den los, der vmbs Auffrhurs vnd Mords willen war ins gefengnis geworffen, vmb welchen sie baten, Aber Jhesum vbergab er jrem willen.

[26]Vnd als sie jn hinfuereten, ergrieffen sie einen, Simon von Cyrenen, der kam vom felde, vnd legten das Creutz auff jn, das ers Jhesu nachtruege.

[27]ES folget jm aber nach ein grosser hauffe Volcks vnd Weiber, die klageten vnd beweineten jn. [28]Jhesus aber wandte sich vmb zu jnen, vnd sprach, Jr toechter von Jerusalem, weinet nicht vber mich, Sondern weinet vber euch selbs, vnd vber ewer Kinder. [29]Denn sihe, es wird die zeit komen, in welcher man sagen wird, Selig sind die Vnfruchtbarn, vnd die Leibe die nicht geboren haben, vnd die Brueste die nicht geseuget haben. [30]Denn werden sie anfahen zu sagen zu den bergen, Fallet vber vns, vnd zu den Huegeln, decket vns. [31]Denn so man das thut am gruenen Holtz, was wil am duerren werden?

V. Leiden Christi am Creutze. [32]Es worden aber auch hingefuert zween ander Vbeltheter, das sie mit jm abgethan wuerden. [33]Vnd als sie kamen an die stete, die da heisst Scheddelstet, creuzigeten sie jn daselbs, vnd die Vbeltheter mit jm, einen zur Rechten, vnd einen zur Lincken. [34]Jhesus aber sprach, Vater vergib jnen, Denn sie wissen nicht was sie thun. Vnd sie teileten seine Kleider, vnd wurffen das Los drumb. [35]Vnd das Volck stund, vnd · sahe zu. Vnd die


Obersten sampt jnen, spotteten sein vnd sprachen, Er hat andern geholffen, er helffe jm selber, ist er Christ, der ausserwelete Gottes. [36]Es verspotteten jn auch die Kriegsknechte, tratten zu jm, vnd brachten jm Essig, [37]vnd sprachen, Bistu der Jueden Koenig, so hilff dir selber. [38]Es war auch oben vber jm geschrieben die vberschrifft, mit Griechischen, vnd Latinischen, vnd Ebreischen buchstaben, Dis ist der Jueden Koenig.

[39]Aber der Vbeltheter einer, die da gehenckt waren, lesterte jn, vnd sprach, Bistu Christus, so hilff dir selbs, vnd vns. [40]Da antwortet der ander, straffet jn vnd sprach, Vnd du fuerchtest dich auch nicht fur Gott? der du doch in gleicher verdamnis bist. [41]Vnd zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen was vnser Thaten werd sind, Dieser aber hat nichts vngeschicktes gehandelt. [42]Vnd sprach zu Jhesu, HErr gedenck an mich, wenn du in dein Reich komest. [43]Vnd Jhesus sprach zu jm, Warlich ich sage dir, Heute wirstu mit mir im Paradis sein.

[44]Vnd es war vmb die sechste stunde, Vnd es ward ein finsternis vber das gantze Land, bis an die neunde stund. [45]Vnd die Sonne verlor jren schein, Vnd der Vorhang des Tempels zureis mitten entzwey. [46]Vnd Jhesus rieff laut, vnd sprach, Vater, Jch befelh meinen Geist in deine Hende. Vnd als er das gesaget, verschied er,

[47]Da aber der Heubtman sahe, was da geschach, preisete er Gott vnd sprach, Fur war, dieser ist ein fromer Mensch gewesen. [48]Vnd alles Volck das da bey war, vnd zusahe, da sie sahen, was da geschach, schlugen sich an jre brust, vnd wandten widerumb. [49]Es stunden aber alle seine Verwandten von fernen, vnd die Weiber, die jm aus Galilea waren nach gefolget, vnd sahen das alles.

VI. Christus begraben. [50]Vnd sihe, ein Man mit namen Joseph, ein Ratherr, der war ein guter fromer Man, [51]der hatte nicht bewilliget in jren Rat vnd Handel, der war von Arimathia der stad der Jueden, der auch auff das reich Gottes wartet. [52]Der gieng zu Pilato vnd bat vmb den leib Jhesu, [53]Vnd nam jn ab, wickelt jn in Linwad, vnd leget jn in ein gehawen Grab, darinnen niemand je gelegen war. [54]Vnd es war der Ruestag, vnd der Sabbath brach an. [55]Es folgeten aber die Weiber nach, die mit jm komen waren aus Galilea, vnd beschaweten das grab, vnd wie sein Leib gelegt ward. [56]Sie kereten aber vmb, vnd bereiteten Specerey, vnd Salben, vnd den Sabbath vber waren sie stille nach dem Gesetz.


XXIIII.[Bearbeiten]

Aber an der Sabbather einem seer fruee, kamen sie zum Grabe vnd trugen die Specerey, die sie bereitet hatten, vnd etlich mit jnen. [2]Sie funden aber den stein abgeweltzet von dem Grabe, [3]vnd giengen hin ein, vnd funden den leib des HERRN Jhesu nicht. [4]Vnd da sie darumb bekuemmert waren, Sihe, da tratten bey sie zween Menner mit glentzenden kleidern. [5]Vnd sie erschracken vnd schlugen jre angesichte nidder zu der erden. Da sprachen die zu jnen, was suchet jr den Lebendigen bey den todten? [6]Er ist nicht hie, Er ist aufferstanden. Gedencket dran, wie er euch saget, da er noch in Galilea war, [7]vnd sprach, Des menschen Son mus vberantwortet werden in die hende der Suender, vnd gecreutziget werden, Vnd am dritten tage aufferstehen. [8]Vnd sie gedachten an seine wort.

[9]Vnd sie giengen wider vom Grabe, vnd verkuendigeten das alles den Eilffen vnd den andern allen. [10]Es war aber Maria Magdalena vnd Johanna, vnd Maria Jacobi, vnd andere mit jnen, die solches den Aposteln sageten. [11]Vnd es dauchte sie jre wort eben als werens Merlin, vnd gleubten jnen nicht. [12]Petrus aber stund auff, vnd lieff zum grabe, vnd buecket sich hinein, vnd sahe die leinen Tuecher alleine ligen, vnd gieng dauon, Vnd es nam jn wunder, wie es zugienge.

[13]Vnd sihe, zween aus jnen giengen an dem selbigen tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechtzig feldwegs weit, des namen heisst Emmahus, [14]vnd sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. [15]Vnd es geschach, da sie so redeten vnd befragten sich mit einander, nahet Jhesus zu jnen, vnd wandelte mit jnen, [16]Aber jre augen wurden gehalten, das sie jn nicht kandten. [17]Er sprach aber zu jnen, Was sind das fur rede, die jr zwischen euch handelt vnter wegen, vnd seid trawrig?

[18]DA antwortet einer mit namen Cleophas, vnd sprach zu jm, Bistu allein vnter den Frembdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen tagen drinnen geschehen ist? [19]Vnd er sprach zu jnen, Welchs? Sie aber sprachen zu jm, das, von Jhesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mechtig von Thaten vnd worten, fur Gott vnd allem volck, [20]wie jn vnser Hohenpriester vnd Obersten vberantwortet haben, zum verdamnis des Todes, vnd gecreutziget. [21]Wir aber hoffeten, er solte Jsrael erloesen. Vnd vber das alles, ist heute der dritte tag, das solchs geschehen ist. [22]Auch haben vns erschreckt etliche


Weiber der vnsern, die sind fruee bey dem Grabe gewesen, [23]haben seinen Leib nicht funden, Komen vnd sagen, sie haben ein gesichte der Engeln gesehen, welche sagen, er lebe. [24]Vnd etliche vnter vns giengen hin zum grabe, vnd fundens also, wie die weiber sagten, Aber jn funden sie nicht.

[25]VND er sprach zu jnen, O jr thoren vnd treges hertzen, zu gleuben alle dem, das die Propheten geredt haben, [26]Muste nicht Christus solches leiden, vnd zu seiner Herligkeit eingehen? [27]Vnd fieng an von Mose vnd allen Propheten, vnd leget jnen alle Schrifft aus, die von jm gesagt waren.

[28]VND sie kamen nahe zum Flecken, da sie hin giengen. Vnd er stellet sich, als wolt er fuerder gehen, [29]vnd sie noetigeten jn, vnd sprachen, Bleib bey vns, denn es wil abend werden, vnd der tag hat sich geneiget. Vnd er gieng hin ein bey jnen zu bleiben. [30]Vnd es geschach, da er mit jnen zu tische sass, nam er das Brot, dancket, brachs, vnd gabs jnen. [31]Da worden jre augen geoeffnet, vnd erkenneten jn. Vnd er verschwand fur jnen. [32]Vnd sie sprachen vnternander, Brandte nicht vnser hertze in vns, da er mit vns redet auff dem wege, als er vns die Schrifft oeffnet.

[33]VND sie stunden auff zu derselbigen stunde, kereten wider gen Jerusalem, vnd funden die Eilffe versamlet, vnd die bey jnen waren, [34]welche sprachen, Der HErr ist warhafftig aufferstanden, vnd Simoni erschienen. [35]Vnd sie erzeleten jnen, was auff dem wege geschehen war, vnd wie er von jnen erkand were, an dem, da er das Brot brach.

[36]Da sie aber dauon redten, trat er selbs, Jhesus, mitten vnter sie, vnd sprach zu jnen, Friede sey mit euch. [37]Sie erschracken aber vnd furchten sich, meineten sie sehen einen Geist. [38]Vnd er sprach zu jnen, Was seid jr so erschrocken? vnd warumb komen solche gedancken in ewer hertz? [39]Sehet meine Hende vnd meine Fuesse, Jch bins selber, fuelet mich vnd sehet, Denn ein Geist hat nicht fleisch vnd bein, wie jr sehet, das ich habe. [40]Vnd da er das saget, zeiget er jnen Hende vnd Fuesse. [41]Da sie aber noch nicht gleubeten fur freuden, vnd sich verwunderten, sprach er zu jnen, Habt jr hie etwas zu essen? [42]Vnd sie legten jm fur ein stueck vom gebraten Fisch vnd Honigseims, [43]vnd er nams vnd ass fur jnen.

[44]Er aber sprach zu jnen, Das sind die Rede, die ich zu euch saget, da ich noch bey euch war, Denn es mus alles erfuellet werden, was von mir geschrieben ist im gesetz Mosi, in den Propheten, vnd in Psalmen. [45]Da oeffenet er jnen das verstentnis, das sie die Schrifft verstunden, [46]vnd sprach zu jnen, Also ists geschrieben, vnd also muste Christus leiden, vnd aufferstehen, von den Todten am dritten tage, [47]vnd predigen lassen in seinem Namen, Busse vnd


vergebung der Suende, vnter allen Voelckern, vnd anheben zu Jerusalem. [48]Jr aber seid des alles zeugen. [49]Vnd sihe, Jch wil auff euch senden die verheissung meines Vaters. Jr aber solt in der stad Jerusalem bleiben, bis das jr angethan werdet mit krafft aus der hoehe.

[50]ER fueret sie aber hinaus bis gen Bethania, vnd hub die Hende auff, vnd segnet sie. [51]Vnd es geschach da er sie segnet, schied er von jnen, vnd fuhr auff gen Himel. [52]Sie aber beteten jn an, vnd kereten wider gen Jerusalem mit grosser freude, [53]vnd waren allwege im Tempel, preiseten vnd lobeten Gott.

Siehe auch[Bearbeiten]

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