Lutherbibel/Matthäusevangelium (1546)

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Euangelium S. Matthes. [1546]


I.[Bearbeiten]

[1]Djs ist das Buch von der geburt Jhesu Christi, der da ist ein son Dauids, des sons Abraham.

Abraham vnd Dauid werden fuernemlich angezogen, Darumb das den selbigen Christus sonderlich verheissen ist. [2]Abraham zeugete Jsaac.

Jsaac zeugete Jacob.

Jacob zeugete Juda vnd seine Brueder.

[3]Juda zeugete Pharez vnd Saram, von der Thamar.

Pharez zeugete Hezron.

Hezron zeugete Ram.

[4]Ram zeugete Aminadab.

Aminadab zeugete Nahasson.

Nahasson zeugete Salma.

[5]Salma zeugete Boas, von der Rahab.

Boas zeugete Obed, von der Ruth.

Obed zeugete Jesse.

[6]Jesse zeugete den koenig Dauid.

S. Matthes lesst ettliche Gelied aussen, vnd fueret Christus geschlecht von Salomon nach dem Gesetz. Aber S. Lucas fueret es nach der natur von Nathan Salomons bruder. Denn das Gesetz nennet auch die Kinder so von Bruedern aus nachgelassenem Weib geborn sind, Deut. 25. Der koenig Dauid zeugete Salomon, von dem weib des Vrie.

[7]Salomon zeugete Roboam.

Roboam zeugete Abia.

Abia zeugete Assa.

[8]Assa zeugete Josaphat.


Josaphat zeugete Joram.

Joram zeugete Osia.

[9]Osia zeugete Jotham.

Jotham zeugete Achas.

Achas zeugete Ezechia.

[10]Ezechia zeugete Manasse.

Manasse zeugete Amon.

Amon zeugete Josia.

[11]Josia zeugete Jechonia vnd seine Brueder, vmb die zeit des Babylonischen gefengnis.

[12]Nach der Babylonischen gefengnis, zeugete Jechonia Sealthiel. Sealthiel zeugete Zorobabel.

[13]Zorobabel zeugete Abiud.

Abiud zeugete Eliachim.

Eliachim zeugete Asor.

[14]Asor zeugete Zadoch.

Zadoch zeugete Achin.

Achin zeugete Eliud.

[15]Eliud zeugete Eleasar.

Eleasar zeugete Mathan.

Mathan zeugete Jacob.

[16]Jacob zeugete Joseph, den man Marie, Von welcher ist geborn Jhesus, der da heisst Christus.

[17]ALle gelied von Abraham bis auff Dauid sind vierzehen gelied. Von Dauid bis auff die Babylonischen gefengnis, sind vierzehen gelied. Von der Babylonischen gefengnis bis auff Christum sind vierzehen gelied.

[18]Dje geburt Christi war aber also gethan. Als Maria seine Mutter dem Joseph vertrawet war, ehe er sie heim holet, erfand sichs, das sie schwanger war von dem heiligen Geist. [19]Joseph aber jr Man war from, vnd wolt sie nicht a ruegen, Gedacht aber sie heimlich zu verlassen. [20]Jn dem er aber also gedachte, sihe, da erschein jm ein Engel des HERRN im trawm, vnd sprach, Joseph du son Dauid, fuerchte dich nicht, Mariam dein gemalh zu dir zu nemen, Denn das in jr geborn ist, das ist von dem heiligen Geist. [21]Vnd sie wird einen Son geberen, Des namen soltu Jhesus heissen, Denn er wird sein Volck selig machen von jren Suenden.

[22]DAs ist aber alles geschehen, Auff das erfuellet wuerde, das der HERr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht, [23]Sihe, Eine Jungfraw wird schwanger sein, vnd einen Son gebern, vnd sie werden seinen Namen EmanuEl heissen, Das ist verdolmetschet, Gott mit vns.

[24]DA nu Joseph vom schlaff erwachte, thet er, wie jm des HERRN engel befolhen hatte, vnd nam sein Gemalh zu sich, [25]Vnd erkennet sie nicht, b bis sie jren ersten Son gebar, Vnd hies seinen Namen Jhesus.


II.[Bearbeiten]

Da Jhesus geborn war zu Bethlehem, im Juedischenlande zur zeit des koeniges Herodis, Sihe, da kamen die c Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, vnd sprachen, [2]Wo ist der newgeborne Koenig der Jueden? Wir haben seinen Sternen gesehen im Morgenland, vnd sind komen jn an zu beten.

[3]DA das der koenig Herodes hoerete, erschrack er, vnd mit jm das gantze Jerusalem, [4]Vnd lies versamlen alle Hohepriester vnd Schrifftgelerten vnter dem Volck, vnd erforschete von jnen, Wo Christus solt geborn werden? [5]Vnd sie sagten jm, Zu Bethlehem im Juedischenlande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten, [6]Vnd du Bethlehem im Juedischen lande, bist mit a nichte die kleinest vnter den Fuersten Juda. Denn aus dir sol mir komen, der Hertzog, der vber mein volck Jsrael ein Herr sey.

[7]DA berieff Herodes die Weisen heimlich, vnd erlernet mit vleis von jnen, wenn der Stern erschienen were? [8]Vnd weisete sie gen Bethlehem, vnd sprach, Ziehet hin, vnd forschet vleissig nach dem Kindlin, Vnd wenn jrs findet, saget mirs wider, Das ich auch kome, vnd es anbete.

[9]ALs sie nu den Koenig gehoert hatten, zogen sie hin. Vnd sihe, der Stern den sie im Morgenland gesehen hatten, gieng fur jnen hin, bis das er kam, vnd stund oben vber, da das Kindlin war. [10]Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfrewet, [11]Vnd giengen in das Haus, vnd funden das Kindlin mit Maria seiner mutter, vnd fielen nider, vnd beten es an, Vnd theten jre Schetze auff, vnd schenckten im Gold, Weyrauch vnd Myrrhen. [12]Vnd Gott befalh jnen im trawm das sie sich nicht solten wider zu Herodes lencken, Vnd zogen durch einen andern weg wider in jr Land.

[13]Da sie aber hin weg gezogen waren, Sihe, da erschein der Engel des HERRN dem Joseph im trawm, vnd sprach, Stehe auff, vnd nim das Kindlin vnd seine Mutter zu dir, vnd fleuch in Egyptenland, vnd bleib alda, bis ich dir sage. Denn es ist furhanden, das Herodes das Kindlin sueche, das selb vmb zu bringen. [14]Vnd er stund auff, vnd nam das Kindlin vnd seine Mutter zu sich, bey der nacht, vnd entweich in Egyptenland, [15]vnd bleib alda, bis nach dem tod Herodis. Auff das erfuellet wuerde, das der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht, Aus Egypten hab ich meinen Son geruffen.

[16]Da Herodes nu sahe, Das er von den Weisen betrogen war, ward er seer zornig, Vnd schicket aus, vnd lies alle Kinder zu Bethlehem toedten, vnd an jr gantzen Grentzen, die da zwey jerig vnd drunter waren, nach der zeit, die er mit vleis von den Weisen erlernet hatte. [17]Da ist erfuellet das gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht, [18]Auff dem Gebirge hat man ein geschrey gehoeret, viel klagens, weinens vnd heulens, Rahel beweinet jre Kinder, vnd wolt sich nicht troesten lassen, Denn es war a aus mit jnen.

[19]Da aber Herodes gestorben war, sihe, da erschein der Engel des HERRN Joseph im trawm, in Egyptenland, [20]vnd sprach, Stehe auff, vnd nim das Kindlin vnd seine Mutter zu dir, vnd zeuch hin, in das land Jsrael, Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem leben stunden. [21]Vnd er stund auff, vnd nam das Kindlin vnd seine Mutter zu sich, vnd kam in das land Jsrael. [22]Da er aber hoerete, das Archelaus im Juedischen lande Koenig war, an stat seines vaters Herodis, furcht er sich da hin zu komen, Vnd im Trawm empfieng er befelh von Gott, vnd zoch in die oerter des Galileischen lands, [23]vnd kam, vnd wonet in der Stad, die da heisst Nazareth. Auff das erfuellet wuerde, das da gesagt ist durch die Propheten, Er sol Nazarenus heissen.


III.[Bearbeiten]

Zv der zeit kam Johannes der Teuffer, vnd prediget in der wuesten des Juedischen lands, [2]vnd sprach, Thut busse, Das Himelreich ist nahe herbey komen. [3]Vnd er ist der, von dem der Prophet Jsaias gesagt hat, vnd gesprochen, Es ist eine stimme eines Predigers in der b wuesten, Bereitet dem HERRN den weg, vnd machet richtig seine steige.

[4]ER aber Johannes hatte ein kleid von Kameelharen, vnd einen leddern guertel vmb seine lenden, Seine speise aber war Hewschrecken vnd wild Honig. [5]Da gieng zu jm hinaus die stad Jerusalem, vnd das gantze Juedische land, vnd alle Lender an dem Jordan, [6]vnd liessen sich teuffen von jm im Jordan, vnd bekanten jre suende.

[7]Als er nu viel Phariseer vnd Saduceer sahe zu seiner Tauffe komen, sprach er zu jnen, Jr Otter gezichte, Wer hat denn euch geweiset, das jr dem kuenfftigen Zorn entrinnen werdet? [8]Sehet zu, thut rechtschaffene frucht der busse. [9]Dencket nur nicht, das jr bey euch wolt sagen, Wir haben Abraham zum vater. Jch sage euch, Gott vermag dem Abraham aus diesen steinen Kinder zu erwecken. [10]Es ist schon die axt den Bewmen an die wurtzel gelegt, Darumb welcher Bawm nicht gute Frucht bringet, wird abgehawen, vnd ins fewr geworffen.

[11]JCh teuffe euch mit Wasser zur busse, Der aber nach mir kompt, ist stercker denn ich, Dem ich auch nicht gnugsam bin, seine Schuch zutragen, Der wird euch mit dem heiligen Geist vnd mit Fewr teuffen. [12]Vnd er hat seine Worffschauffeln in der hand, Er wird seine Tenne fegen, vnd den Weitzen in seine Schewnen samlen, Aber die Sprew wird er verbrennen mit ewigem Fewr.

[13]Zu der zeit kam Jhesus aus Galilea an den Jordan zu Johanne, das er sich von jm teuffen liesse. [14]Aber Johannes wehret jm, vnd sprach, Jch bedarff wol, das ich von dir getaufft werde, vnd du komest zu mir? [15]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jm, Las jtzt also sein, also gebuert es vns, alle Gerechtigkeit zu erfuellen. Da lies ers jm zu.

[16]VND da Jhesus getaufft war, steig er bald her auff aus dem Wasser, Vnd sihe, da thet sich der Himel auff vber jm, Vnd Johannes sahe den geist Gottes, gleich als eine Taube her ab faren, vnd vber jn komen. [17]Vnd sihe, eine stimme vom Himel her ab sprach, Dis ist mein Lieber Son, An welchem ich wolgefallen habe.


IIII.[Bearbeiten]

Da ward Jhesus vom Geist in die Wuesten gefuert, Auff das er von dem Teuffel versucht wuerde. [2]Vnd da er vierzig tag vnd vierzig nacht gefastet hatte, hungert jn. [3]Vnd der Versucher trat zu jm, vnd sprach, Bistu Gottes son, so sprich, das diese stein brot werden. [4]Vnd er antwortet, vnd sprach, Es stehet geschrieben, Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, Sondern von einem jglichen wort, das durch den mund Gottes gehet.

[5]DA fueret jn der Teufel mit sich, in die heilige Stad, vnd stellet jn auff die zinnen des Tempels, [6]vnd sprach zu jm, Bistu Gottes son, so las dich hinab, Denn es stehet geschrieben, Er wird seinen Engeln vber dir befelh thun, Vnd sie werden dich auff den henden tragen, Auff das du deinen fuss nicht an einen stein stoessest. [7]Da sprach Jhesus zu jm, Widerumb stehet auch geschrieben, Du solt Gott deinen HERRN nicht versuchen.

[8]WJderumb fueret jn der Teufel mit sich, auff einen seer hohen Berg, vnd zeiget jm alle Reich der Welt, vnd jre Herrligkeit, [9]Vnd sprach zu jm, Das alles wil ich dir geben. So du niderfellest, vnd mich anbetest. [10]Da sprach Jhesus zu jm, Heb dich weg von mir Satan, Denn es stehet geschrieben, Du solt anbeten Gott deinen HERRN, vnd jm allein dienen.

[11]DA verlies jn der Teufel, Vnd sihe, da tratten die Engel zu jm vnd dieneten jm.

[12]Da nu Jhesus hoeret, Das Johannes vberantwortet war, zoch er in das Galileische land, [13]vnd verlies die stad Nazareth, kam vnd wonete zu Capernaum, die da ligt am Meer, an der grentze Zabulon vnd Nephthalim. [14]Auff das erfuellet wuerde, das da gesagt ist durch den Propheten Jsaiam, der da spricht, [15]Das land Zabulon, vnd das land Nephthalim, am wege des meers, jenseid des Jordans, vnd die heidnisch Galilea. [16]Das Volck das im finsterniss sass, hat ein grosses Liecht gesehen, Vnd die da sassen, am ort vnd schatten des tods, den ist ein Liecht auffgangen.

[17]Von der zeit an, fieng Jhesus zu predigen, vnd sagen, Thut busse, Das Himelreich ist nahe her bey komen. Vocatio Petri, Andreae, Iacobi et Iohannis [18]Als nu Jhesus an dem Galileischen meer gieng, sahe er zween Bruedere, Simon, der da heisst Petrus, vnd Andrean seinen bruder, die worffen jre netze ins meer, denn sie waren Fischer. [19]Vnd er sprach zu jnen, Folget mir nach, Jch wil euch zu Menschen fischern machen, [20]Bald verliessen sie jre netze, vnd folgeten jm nach.


[21]VNd da er von dannen furbas gieng, sahe er zween andere Brueder, Jacobum den son Zebedei, vnd Johannem seinen bruder, im schiff mit jrem vater Zebedeo, das sie jre netze flickten, Vnd er rieff jnen, [22]Bald verliessen sie das schiff vnd jren Vater, vnd folgeten jm nach.

[23]Vnd Jhesus gieng vmb her im gantzen Galileischenlande, lerete in jren Schulen, vnd prediget das Euangelium von dem Reich, vnd heilet allerley Seuche vnd Kranckheit im volck. [24]Vnd sein gerucht erschal in das gantz Syrienland. Vnd sie brachten zu jm allerley Krancken mit mancherley seuchen vnd qual behafft, die Besessenen, die Monsuechtigen vnd die Gichtbruechigen, Vnd er machte sie alle gesund. [25]Vnd es folgete jm nach viel Volcks aus Galilea, aus den zehen Stedten, von Jerusalem, aus dem Juedischenlande, vnd von jenseid des Jordans.


V.[Bearbeiten]

[1]Da a er aber das Volck sahe, gieng er auff einen Berg, vnd satzte sich, vnd seine Juenger tratten zu jm, [2]vnd er that seinen Mund auff, leret sie, vnd sprach. [3]Selig sind, die da geistlich arm sind, Denn das Himelreich ist jr. [4]Selig sind, die da leide tragen, Denn sie sollen getroestet werden. [5]Selig sind die Senfftmuetigen, Denn sie werden das Erdreich b besitzen. [6]Selig sind die da hungert vnd duerstet nach der Gerechtigkeit, Denn sie sollen sat werden. [7]Selig sind die Barmhertzigen, Denn sie werden barmherrzigkeit erlangen. [8]Selig sind die reines hertzen sind, Denn sie werden Gott schawen. [9]Selig sind die c Friedfertigen, Denn sie werden Gottes kinder heissen. [10]Selig sind, die vmb Gerechtigkeit willen verfolget werden, Denn das Himelreich ist jr. [11]Selig seid jr, wenn euch die Menschen vmb Meinen willen schmehen vnd verfolgen, vnd reden allerley vbels wider euch, So sie daran liegen. [12]Seid froelich vnd getrost, Es wird euch im Himel wol belohnet werden. Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind.

[13]Jr seid d das Saltz der Erden. Wo nu das Saltz thum wird, wo mit sol man saltzen? Es ist zu nicht hin furt nuetze, denn das man es hin aus schuette, vnd las die Leute zutretten. [14]Jr seid das Liecht der Welt. Es mag die Stad die auff einem Berge ligt, nicht verborgen sein, [15]Man zuendet auch nicht ein Liecht an, vnd setzt es vnter einen Scheffel, sondern auff einen Leuchter, so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. [16]Also lasst ewer Liecht leuchten fur den Leuten, das sie ewre gute Werck sehen, vnd ewren Vater im Himel preisen.

[17]Jr solt nicht wehnen, das ich komen bin, das Gesetz oder die Propheten auffzuloesen, Jch bin nicht komen auffzuloesen, sondern zu erfuellen. [18]Denn ich sage euch warlich, Bis das Himel vnd Erde zurgehe, wird nicht zurgehen der kleinest Buchstab, noch ein Tuetel vom Gesetze, bis das es alles geschehe. [19]Wer nu eines von diesen kleinesten Geboten e auff loeset, vnd leret die Leute also, Der wird der f kleinest heissen im Himelreich. Wer es aber thut vnd leret, Der wird g gros heissen im Himelreich.

[20]DEnn ich sage euch, Es sey denn ewer Gerechtigkeit besser, denn der Schrifftgelerten vnd a Phariseer, So werdet jr nicht in das Himelreich komen.

[21]Ir habt gehoert, das zu den Alten gesagt ist, Du solt nicht toedten, Wer aber toedtet, Der sol des Gerichts schueldig sein. [22]Jch aber sage euch, Wer mit seinem Bruder zoernet, Der ist des Gerichts schueldig, Wer aber zu seinem bruder sagt, b Racha, der ist des Rats schueldig, Wer aber sagt, du Narr, der ist des hellischen Fewrs schueldig.

[22]DArumb, wenn du deine Gabe auff den Altar opfferst, vnd wirst alda eindencken, Das dein Bruder etwas wider dich habe, [24]So las alda fur dem Altar deine Gabe, vnd gehe zuuor hin, vnd versuene dich mit deinem Bruder, vnd als denn kom vnd opffer deine Gabe. [25]Sey c wilfertig deinem Widersacher bald, die weil du noch bey jm auff dem wege bist, Auff das dich der Widersacher nicht der mal eins vberantworte dem Richter, vnd der Richter vberantworte dich dem Diener, vnd werdest in den Kercker geworffen. [26]Jch sage dir warlich, Du wirst nicht von dannen eraus komen, bis du auch den letzten heller bezalest.

[27]Ir habt gehoert, das zu den Alten gesagt ist, Du solt nicht ehebrechen, [28]Jch aber sage euch, Wer ein Weib ansihet jr zu begeren, Der hat schon mit jr die ehe gebrochen in seinem hertzen.


[29]ERgert dich aber dein rechts auge, So d reis es sus, vnd wirffs von dir. Es ist dir besser, das eins deiner gelied verderbe, vnd nicht der gantze Leib in die Helle geworffen werde. [30]Ergert dich deine rechte hand, So haw sie abe, vnd wirff sie von dir. Es ist dir besser, das eins deiner gelied verderbe, vnd nicht der gantze Leib in die Helle geworffen werde.

[31]ES ist auch gesagt, Wer sich von seinem Weibe scheidet, der sol jr geben einen Scheidbrieff. [32]Jch aber sage euch, Wer sich von seinem Weibe scheidet, (Es sey denn vmb ehebruch) der macht, das sie die Ehe bricht, Vnd wer ein abgescheidete freiet, der bricht die Ehe.

[33]Ir habt weiter gehoert, das zu den Alten gesagt ist, Du solt keinen falschen Eid thun, vnd solt Gott deinen Eid halten. [34]Jch aber sage euch, Das jr aller ding nicht e schweren solt, weder bey dem Himel, denn er ist Gottes stuel, [35]Noch bey der Erden, denn sie ist seiner Fuesse schemel, Noch bey Jerusalem, denn sie ist eines grossen Koeniges stad. [36]Auch soltu nicht bey deinem Heubt schweren, Denn du vermagst nicht ein einigs Har weis vnd schwartz zu machen. [37]Ewer rede aber sey Ja, ja, Nein, Nein, Was drueber ist, das ist vom vbel.

[38]Ir habt gehoert, das da gesagt ist, Auge vmb auge, Zan vmb zan. [39]Jch aber sage euch, Das jr f nicht widerstreben solt dem vbel, Sondern so dir jemand einen streich gibt auff deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. [40]Vnd so jemand mit dir rechten wil, vnd deinen Rock nemen dem las auch den Mantel, [41]Vnd so dich jemand noetiget eine Meile, so gehe mit jm zwo. [42]Gib dem der dich bittet, vnd wende dich nicht von dem, der dir abborgen wil.

[43]Jr habt gehoert, das gesagt ist, Du solt deinen Nehesten lieben, Vnd deinen Feind hassen. [44]Jch aber sage euch, Liebet ewre Feinde. Segenet die euch fluchen. Thut wol denen, die euch hassen. Bittet fur die, so euch beleidigen vnd verfolgen. [45]Auff das jr Kinder seid ewrs Vaters im Himel. Denn er lesst seine Sonne auff gehen vber die Boesen vnd vber die Guten, vnd lesst regenen vber Gerechte vnd Vngerechte. [46]Denn so jr liebet, die euch lieben, Was werdet jr fur Lohn haben? Thun nicht das selb auch die g Zoelner? [47]Vnd so jr euch nur zu ewern Bruedern freundlich thut, Was thut jr sonderlichs? Thun nicht die Zoelner auch also? [48]Darumb solt jr volkomen sein, gleich wie ewer Vater im Himel volkomen ist.


VI.[Bearbeiten]

Habt acht auff ewer Almosen, das jr die nicht gebt fur den Leuten, das jr von jnen gesehen werdet, Jr habt anders keinen Lohn bey ewerm Vater im Himel. [2]Wenn du nu Almosen gibst, soltu nicht lassen fur dir posaunen, wie Heuchler thun, in den Schulen vnd auff den gassen, Auff das sie von den Leuten gepreiset werden, Warlich ich sage euch, sie haben jren Lohn dahin. [3]Wenn du aber Almosen gibst, So las deine lincke hand nicht wissen, was die rechte thut, [4]Auff das dein Almosen verborgen sey, vnd dein Vater, der in das verborgen sihet, wird dirs vergelten oeffentlich.

Beten [5]Vnd wenn du betest, Soltu nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen vnd beten in den Schulen, vnd an den ecken vnd auff den Gassen, Auff das sie von den Leuten gesehen werden. Warlich ich sage euch, sie haben jren lohn da hin. [6]Wenn aber du betest, so gehe in dein Kemmerlin, vnd schleus die thuer zu, vnd bete zu deinem Vater im verborgen, vnd dein Vater, der in das verborgen sihet, wird dirs vergelten oeffentlich. [7]Vnd wenn jr betet, solt jr nicht viel plappern, wie die Heiden, Denn sie meinen, sie werden erhoeret, wenn sie viel wort machen. [8]Darumb solt jr euch jnen nicht gleichen, Ewer Vater weis, was jr beduerffet, ehe denn jr jn bittet. [9]Darumb solt jr also beten.

Vnser Vater in dem Himel. Dein Name werde geheiliget. [10]Dein Reich kome. Dein Wille geschehe, auff Erden, wie im Himel. [11]Vnser teglich Brot gib vns heute. [12]Vnd vergib vns vnsere Schulde, wie wir vnsern Schuldigern vergeben. [13]Vnd fuere vns nicht in versuchung. Sondern erloese vns von dem vbel. Denn dein ist das Reich, vnd die Krafft, vnd die Herrligkeit in ewigkeit Amen. [14]Denn so jr den Menschen jre feile vergebet, So wird euch ewer himlischer Vater auch vergeben. [15]Wo jr aber den Menschen jre feile nicht vergebet, So wird euch ewer Vater ewre feile auch nicht vergeben.

Fasten [16]Wenn jr fastet, solt jr nicht sawr sehen, wie die Heuchler, Denn sie verstellen jre angesicht, Auff das sie fur den Leuten scheinen mit jrem fasten. Warlich ich sage euch, sie haben jren Lohn dahin. [17]Wenn du aber fastest, so salbe dein heubt, vnd wassche dein angesicht, [18]Auff das du nicht scheinest fur den Leuten mit deinem fasten, Sondern fur deinem Vater, welcher verborgen ist, vnd dein Vater, der in das verborgen sihet, wird dirs vergelten oeffentlich.

Schetze samlen [19]Jr solt euch nicht Schetze samlen auff Erden, Da sie die Motten vnd der Rost fressen, vnd da die Diebe nach graben vnd stelen. [20]Samlet euch aber Schetze im Himel, da sie weder motten noch rost fressen, vnd da die Diebe nicht nachgraben, noch stelen, [21]Denn wo ewer Schatz ist, da ist auch ewr Hertz.

[22]DAs Auge ist des leibs Liecht. Wenn dein auge einfaltig ist, so wird dein gantzer Leib liecht sein. [23]Wenn aber dein Auge ein Schalck ist, so wird dein gantzer Leib finster sein. Wenn aber das liecht, das in dir ist, finsternis ist, Wie gros wird denn die finsternis selber sein?

[24]NJemand kan zweien Herrn dienen, Entweder er wird einen hassen, vnd den andern lieben, Oder wird einem anhangen, vnd den andern verachten. Jr kuend nicht Gott dienen, vnd dem Mammon. [25]Darumb sage ich euch, Sorget nicht fur ewer Leben, was jr essen vnd trincken werdet, Auch nicht fur ewren Leib, war jr anziehen werdet. Jst nicht das Leben mehr denn die Speise? vnd der Leib mehr denn die Kleidung? [26]Sehet die Vogel vnter dem Himel an, Sie seen nicht, sie erndten nicht, sie samlen nicht in die Schewnen, Vnd ewer himlischer Vater neeret sie doch. Seid jr denn nicht viel mehr denn sie? [27]Wer ist vnter euch, der seiner Lenge eine elle zusetzen muege, ob er gleich darumb sorget?

[28]VND warumb sorget jr fur die Kleidung? Schawet die Lilien auff dem felde, wie sie wachsen, Sie erbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. [29]Jch sage euch, Das auch Salomon in aller seiner Herrligkeit nicht bekleidet gewesen ist, als der selbigen eins. [30]So denn Gott das Gras auff dem felde also kleidet, das doch heute stehet, vnd morgen in den ofen geworffen wird, Solt er das nicht viel mehr euch thun, o jr Kleingleubigen?

[31]DArumb solt jr nicht sorgen, vnd sagen, Was werden wir essen? Was werden wir trincken? Wo mit werden wir vns kleiden? [32]Nach solchem allen trachten die Heiden, Denn ewer himlischer Vater weis, das jr des alles beduerfft. [33]Trachtet am ersten nach dem reich Gottes, vnd nach seiner Gerechtigkeit, So wird euch solches alles zufallen. [34]Darumb sorget nicht fur den andern morgen, Denn der morgend tag wird fur das seine sorgen. Es ist gnug, das ein jglicher tag sein a eigen Plage habe.


VII.[Bearbeiten]

Rjchtet nicht, Auff das jr nicht gerichtet werdet. [2]Denn mit welcherley Gerichte jr richtet, werdet jr gerichtet werden, Vnd mit welcherley Mas jr messet, wird euch gemessen werden. [3]Was sihestu aber den Splitter in deines Bruders auge, vnd wirst nicht gewar des Balcken in deinem auge? [4]Oder wie tharstu sagen zu deinem Bruder, Halt, Jch wil dir den Splitter aus deinem auge ziehen, vnd sihe, ein Balcke ist in deinem auge. [5]Du Heuchler, zeuch am ersten den Balcken aus deinem auge, darnach besihe, wie du den Splitter aus deines Bruders auge ziehest.

[6]Ir solt das Heiligthum nicht den b Hunden geben, vnd ewre Perlen solt jr nicht fur die c Sew werffen, Auff das sie die selbigen nicht zutretten mit jren Fuessen, Vnd sich wenden, vnd euch zureissen.

[7]Bjttet, so wird euch gegeben, Suchet, so werdet jr finden, Klopffet an, so wird euch auffgethan. [8]Denn wer da bittet, der empfehet, Vnd wer da suchet, der findet, Vnd wer da anklopfft, dem wird auffgethan. [9]Welcher ist vnter euch Menschen, so jn sein Son bittet vmbs Brot, der jm einen Stein biete? [10]Oder so er jn bittet vmb einen Fisch, der jm eine Schlange biete? [11]So denn jr, die jr doch arg seid, kund dennoch ewren Kindern gute gabe geben, Wie viel mehr wird ewer Vater im Himel gutes geben, denen die jn bitten?

[12]Alles nu, das jr woellet, das euch die Leute thun sollen, Das thut jr jnen, Das ist das Gesetz vnd die Propheten.

[13]Gehet ein durch die enge Pforten, Denn die Pforte ist weit, vnd der weg ist breit, der zur Verdamnis abfueret, Vnd jr sind viel, die drauff wandeln. [14]Vnd die Pforte ist enge, vnd der weg ist schmalh, der zum Leben fueret, Vnd wenig ist jr, die jn finden.

[15]Sehet euch fur, fur den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch komen, Jnwendig aber sind sie reissende Wolffe, [16]An jren Fruechten solt jr sie erkennen. Kan man auch Drauben lesen von den Dornen? Oder Feigen von den Disteln? [17]Also ein jglicher guter Bawm, bringet gute Fruechte,


Aber ein fauler Bawm, bringet arge Fruechte. [18]Ein guter Bawm kan nicht arge Fruechte bringen, Vnd ein fauler Bawm, kan nicht gute Fruechte bringen. [19]Ein jglicher Bawm, der nicht gute fruechte bringet, wird abgehawen, vnd ins Fewr geworffen. [20]Darumb an jren fruechten solt jr sie erkennen.

[21]ES werden nicht alle, die zu mir sagen, HErr, HErr, in das Himelreich komen, Sondern die den willen thun meines Vaters im Himel. [22]Es werden viel zu mir sagen an jenem tage, HErr, HErr, Haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem namen viel Thaten gethan? [23]Denn werde ich jnen bekennen, Jch habe euch noch nie erkand, Weichet alle von mir jr Vbeltheter.

[24]Darumb, wer diese meine Rede hoeret, vnd a thut sie, den vergleiche ich einem klugen Man, der sein Haus auff einen Felsen bawet. [25]Da nu ein Platzregen fiel, vnd ein Gewesser kam, vnd webeten die Winde, vnd stiessen an das Haus fiel es doch nicht, Denn es war auff einen Felsen gegruendet. [26]Vnd wer diese meine Rede hoeret, vnd thut sie nicht, Der ist einem toerichten Man gleich, der sein Haus auff den Sand bawet. [27]Da nu ein Platzregen fiel, vnd kam ein Gewesser, vnd webeten die Winde, vnd stiessen an das Haus, da fiel es, vnd thet einen grossen fall.

[28]VND es begab sich, Da Jhesus diese Rede volendet hatte, Entsatzte sich das Volck, vber seiner Lere. [29]Denn er prediget gewaltig, vnd nicht wie die Sschrifftgelerten.


VIII.[Bearbeiten]

Da er aber vom Berge her ab gieng, folgete jm viel Volcks nach. [2]Vnd sihe ein Aussetziger kam, vnd betet jn an, vnd sprach, HERR b so du wilt, kanstu mich wol reinigen. [3]Vnd Jhesus strecket seine Hand aus, rueret jn an, vnd sprach, Jch wils thun, sey gereiniget, Vnd als bald ward er von seinem aussatz rein. [4]Vnd Jhesus sprach zu jm, Sihe zu, sags niemand, Sondern gehe hin, vnd zeige dich dem Priester, Vnd opffere die gabe, die Moses befolhen hat, zu einem zeugnis vber sie.

[5]Da aber Jhesus eingieng zu Capernaum, trat ein Heubtman zu jm, der bat jn, [6]vnd sprach, HERR, mein Knecht ligt zu Hause, vnd ist Gichtbruechig, vnd hat grosse qual. [7]Jhesus sprach zu jm, Jch wil komen, vnd jn gesund machen. [8]Der Heubtman antwortet, vnd sprach, HERR ich bin nicht werd, das du vnter mein Dach gehest, Sondern sprich nur ein Wort so wird mein Knecht gesund. [9]Denn ich bin ein Mensch da zu der Oberkeit vnterthan, vnd hab vnter mir Kriegsknechte, Noch c wenn ich sage zu einem, Gehe hin, so gehet er. Vnd zum andern, Kom her, so kompt er, Vnd zu meinem Knecht, Thu das, so thut ers.

[10]DA das Jhesus hoeret, verwundert er sich, vnd sprach zu denen die jm nach folgeten, Warlich ich sage euch, solchen glauben hab ich in Jsrael nicht funden. [11]Aber ich sage euch, viel werden komen vom d Morgen vnd vom Abend, vnd mit Abraham vnd Jsaac vnd Jacob im Himelreich sitzen, [12]Aber die Kinder des reichs werden ausgestossen in das finsternis hinaus, Da wird sein heulen vnd zeen klappen. [13]Vnd Jhesus sprach zu dem Heubtman, Gehe hin, Dir geschehe, wie du gegleubt hast. Vnd sein Knecht ward gesund zu der selbigen stunde.

[14]Vnd Jhesus kam in Peters haus, vnd sahe, das seine Schwiger lag vnd hatte das e Fieber, [15]Da greiff er jre hand an, Vnd das Fieber verlies sie. Vnd sie stund auff, vnd dienete jnen.

Am abend aber brachten sie viel Besessene zu jm, Vnd er treib die Geister aus mit worten, vnd machte allerley Krancken gesund, [17]Auff das erfuellet wuerde, das gesagt ist durch den Propheten Jsaia, der da spricht, Er hat vnser Schwacheit auff sich genomen, vnd vnser Seuche hat er getragen.

[18]Vnd da Jhesus viel Volcks vmb sich sahe, hies er hinueber jenseid des Meers faren. [19]Vnd es trat zu jm ein Schrifftgelehrter, der sprach zu jm, Meister, ich wil dir folgen, f wo du hin gehest. [20]Jhesus sagt zu jm, Die Fuechse haben Gruben, vnd die Voegel vnter dem Himel haben Nester, Aber des Menschen son hat nicht, da er sein heubt hin lege.

[21]VND ein ander vnter seinen Juengern sprach zu jm, HErr, Erleube mir, das ich hin gehe, vnd zuuor meinen Vater begrabe. [22]Aber Jhesus sprach zu jm, Folge du mir, vnd las die Todten jre todten g begraben.

[23]Vnd er trat in das Schiff, vnd seine Juenger folgeten jm, [24]Vnd sihe, da erhub sich ein gros vngestuem im Meer, also, das auch das Schifflin mit Wellen bedeckt ward, Vnd er schlieff. [25]Vnd die Juenger tratten zu jm, vnd weckten jn auff, vnd sprachen, HErr, hilff vns, wir verderben. [26]Da sagt er zu jnen, Jr kleingleubigen, warumb seid jr so furchtsam? Vnd stund auff vnd bedrawete den Wind vnd das Meer, da ward es gantz stille. [27]Die Menschen aber verwunderten sich, vnd sprachen, Was ist das fur ein Man, das jm Wind vnd Meer gehorsam ist?

[28]Vnd er kam jenseid des Meers, in die gegend der Gergesener, Da lieffen jm entgegen zween Besessene, die kamen aus den Todtengrebern vnd waren seer grimmig, also, das niemand dieselbigen strasse wandeln kund. [29]Vnd sihe, sie schrien, vnd sprachen, Ah Jhesu du son Gottes,was haben wir mit dir zu thun? Bistu her komen, vns zu quelen, ehe denn es zeit ist? [30]Es war aber ferne von jnen eine grosse herd sew an der weide. [31]Da baten jn die Teufel, vnd sprachen, Wiltu vns austreiben, so erleube vns in die herd Sew zu faren. [32]Vnd er sprach, faret hin. Da furen sie aus, vnd furen in die herd Sew, Vnd sihe, die gantze Herd sew stoertzet sich mit einem sturm ins Meer, vnd ersoffen im wasser. [33]Vnd die Hirten flohen, vnd giengen hin in die Stad, vnd sagten das alles, vnd wie es mit den Besessenen ergangen war. [34]Vnd sihe, da gieng die gantze Stad er aus Jhesu entgegen. Vnd da sie jn sahen, baten sie jn, Das er von jrer Grentze weichen wolte.


IX.[Bearbeiten]

Da trat er in das Schiff, vnd fuhr wider herueber, vnd kam in a seine Stadt. [2]Vnd sihe, da brachten sie zu jm einen b Gichtbruechigen, der lag auff einem bette. Da nu Jhesus jren Glauben sahe, sprach er zu dem Gichtbruechigen, Sey getrost, mein Son, deine suende sind dir vergeben.

[3]VNd sihe, etliche vnter den Schrifftgelerten sprachen bey sich selbs, Dieser lestert Gott. [4]Da aber Jhesus jre gedancken sahe, sprach er, Warumb denckt jr so arges in ewren hertzen? [5]Welchs ist leichter zu sagen? dir sind deine suende vergeben? Oder zu sagen, stehe auff, vnd wandele? [6]Auff das jr aber wisset, das des menschen Son macht habe auff Erden, die suende zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbruechigen, Stehe auff, heb dein bette auff, vnd gehe heim. [7]Vnd er stund auff, vnd gieng heim. [8]Da das Volck das sahe, verwundert es sich, vnd preisete Gott, der solche macht den Menschen gegeben hat.

[9]Vnd da Jhesus von dannen gieng, sahe er einen Menschen am Zol sitzen, der hies Mattheus, vnd sprach zu jm, Folge mir. Vnd er stund auff vnd folgete jm. [10]Vnd es begab sich, da er zu tisch sass im hause, Sihe, da kamen viel Zoelner vnd Suender, vnd sassen zu tische mit Jhesu vnd seinen Juengern. [11]Da das die Phariseer sahen, sprachen sie zu seinen Juengern, Warumb isset ewer Meister mit den Zoelner vnd Suendern? [12]Da das Jhesus hoeret sprach er zu jnen, Die Starcken duerffen des Artztes nicht, Sondern die krancken. [13]Gehet aber hin, vnd lernet, was das sey, (Jch habe wolgefallen an Barmhertzigkeit, vnd nicht am Opffer) Jch bin komen die Suender zur busse zu ruffen, vnd c nicht die Fromen.

Jn des kamen die Juenger Johannis zu jm, vnd sprachen, Warumb fasten wir vnd die Phariseer so viel, vnd deine Juenger fasten nicht? [15]Jhesus sprach zu jnen, Wie koennen die Hochzeitleute d leide tragen, so lange der Breutigam bey jnen ist? Es wird aber die zeit komen, das der Breutigam von jnen genomen wird, als denn werden sie fasten. [16]c Niemand flickt ein alt Kleid mit einem lappen von newem Tuch, denn der lappe reisset doch wider vom Kleid, vnd der riss wird erger. [17]Man fasset auch nicht Most in alte Schleuche, Anders die schleuche zureissen, vnd der most wird verschuett, vnd die schleuche komen vmb. Sondern man fasset Most in newe schleuche, so werden sie beide mit einander behalten.

[18]Da er solchs mit jnen redet, Sihe, da kam der Obersten einer, vnd fiel fur jn nider, vnd sprach, HErr, Meine Tochter ist jtzt gestorben, Aber kom vnd lege deine hand auff sie, so wird sie lebendig. [19]Jhesus stund auff, vnd folget jm nach, vnd seine Juenger.

[20]Vnd sihe, ein Weib, das zwelff jar den Blutgang gehabt, trat von hinden zu jm, vnd rueret seines Kleides sawm an, [21]Denn sie sprach bey jr selbs, Moecht ich nur sein Kleid anrueren, so wuerde ich gesund. [22]Da wendet sich Jhesus vmb, vnd sahe sie, vnd sprach, Sey getrost meine Tochter, Dein glaube hat dir geholffen. Vnd das Weib ward gesund zu der selbigen stunde.


[23]VNd als er in des Obersten haus kam, vnd sahe die Pfeiffer, vnd das getuemele des Volcks, [24]sprach er zu jnen, Weichet, Denn das Meidlin ist nicht tod, sondern es schlefft. Vnd sie verlachten jn. [25]Als aber das Volck ausgetrieben war, gieng er hinein, vnd ergreiff sie bey der hand. Da stund das Meidlin auff. [26]Vnd dis geruecht erschal in das selbige gantze Land.

[27]Vnd da Jhesus von dannen furbas gieng, folgeten jm zween Blinden nach die schrien vnd sprachen, Ah du son Dauid, erbarm dich vnser. [28]Vnd da er heim kam, tratten die Blinden zu jm. Vnd Jhesus sprach zu jnen, Gleubt jr, das ich euch solchs thun kan? Da sprachen sie zu jm, HERR ja. [29]Da ruerete er jre augen an, vnd sprach, Euch geschehe nach ewrem glauben. [30]Vnd jre augen wurden geoeffnet. Vnd Jhesus bedrawet sie, vnd sprach, Sehet zu, das es niemand erfare, [31]Aber sie giengen aus, vnd machten jn ruechtbar im selbigen gantzen Lande.

[32]Da nu diese waren hinaus komen, Sihe, da brachten sie zu jm einen Menschen der war Stum vnd Besessen, [33]Vnd da der Teufel war ausgetrieben, redet der stumme. Vnd das Volck verwundert sich, vnd sprach, Solches ist noch nie in Jsrael ersehen worden. [34]Aber die Phariseer sprachen, Er treibt die Teufel aus durch der Teufel oebersten.

[35]Vnd Jhesus gieng vmbher in alle Stedte vnd Merckte, leret in jren Schulen, vnd prediget das Euangelium von dem Reich, Vnd heilete allerley Seuche vnd allerley Kranckheit im volcke. [36]Vnd da er das Volck sahe, jamert jn desselbigen, Denn sie waren verschmacht vnd zerstrewet wie die Schafe, die keinen Hirten haben. [37]Da sprach er zu seinen Juengern, Die Erndte ist gros, Aber wenig sind der Erbeiter. [38]Darumb bittet den HERRN der Erndte, Das er Erbeiter in seine erndte sende.


X.[Bearbeiten]

[1]Vnd er rieff seine zwelff Juenger zu sich, vnd gab jnen macht, vber die vnseubern Geister, Das sie die selbigen austrieben, vnd heileten allerley Seuche vnd allerley Kranckheit.

[2]Dje namen aber der zwelff Apostel sind diese, der erst, Simon, genant Petrus, vnd Andreas sein bruder, Jacobus Zebedei son, vnd Johannes sein bruder, [3]Philippus vnd Bartholomeus, Thomas vnd Mattheus der Zoelner, Jacobus Alphei son, Lebbeus mit dem zunamen Thaddeus [4]Simon von Cana, Vnd Judas Jscharioth, welcher jn verriet.

[5]Djese zwelffe sandte Jhesus, gebot jnen, vnd sprach, Gehet nicht auff der Heiden strassen, vnd ziehet nicht in der Samariter stedte, [6]Sondern gehet hin zu den verloren Schafen, aus dem hause Jsrael. [7]Gehet aber vnd predigt, vnd sprecht, Das Himelreich ist nahe her bey komen. [8]Machet die Krancken gesund, Reiniget die Aussetzigen, Wecket die Todten auff, Treibet die Teufel aus, Vmb sonst habt jrs empfangen, vmb sonst gebet es auch.

[9]JR solt nicht gold noch silber, noch ertz in ewren Guerteln haben, [10]auch keine Taschen zur wegfart, auch nicht zween Roecke, keinen Schuch, auch keinen Stecken. Denn ein Erbeiter ist seiner Speise werd.

[11]WOjr aber in eine Stad oder Marck gehet, da erkuendigt euch, Ob jemand darinnen sey, der es werd ist, Vnd bey dem selben bleibet bis jr von dannen ziehet. [12]Wo jr aber in ein Haus gehet, so gruesset dasselbige, [13]Vnd so es dasselbige haus werd ist, wird ewer Friede auff sie komen. Jst es aber nicht werd, So wird sich ewer Friede wider zu euch wenden.

[14]VNd wo euch jemand nicht annemen wird, noch ewer Rede hoeren, So gehet eraus, von dem selben Hause oder Stad, vnd schuettelt den staub von ewren fuessen. [15]Warlich, Jch sage euch, dem Lande der Sodomer vnd Gomorrer wird es treglicher ergehen am juengsten Gericht, denn solcher Stad.

[16]Sjhe, Jch sende euch wie Schafe, mitten vnter die wolffe. Darumb seid klug, wie die Schlangen, vnd on falsch, wie die Tauben. [17]Huettet euch aber fur den Menschen, Denn sie werden euch vberantworten fur jre Ratheuser, vnd werden euch geisseln in jren Schulen. [18]Vnd man wird euch fur Fuersten vnd Koenige fueren, vmb meinen willen, zum zeugnis vber sie vnd vber die Heiden.

[19]WEnn sie euch nu vberantworten werden, So sorget nicht, wie oder was jr reden solt, Denn es sol euch zu der stunde gegeben werden, was jr reden solt. [20]Denn jr seid es nicht die da reden, Sondern ewers Vaters geist ist es, der durch euch redet.

[21]ES wird aber ein Bruder den andern zum Tod vberantworten, vnd der Vater den Son, vnd die Kinder werden sich empoeren wider jre Eltern, vnd jnen zum tode helffen, [22]Vnd muesset gehasset werden von jederman, vmb meines Namens willen. Wer aber bis an das ende beharret, der wird selig.


[23]WEnn sie euch aber in einer Stad verfolgen, So fliehet in eine andere. Warlich, Jch sage euch, Jr werdet die stedte Jsrael nicht ausrichten, bis des menschen Son komet.

[24]DEr Juenger ist nicht vber seinen Meister, noch der Knecht vber den Herrn. [25]Es ist dem Juenger gnug, das er sey wie sein Meister, vnd der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheissen, Wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heissen? [26]Darumb fuerchtet euch nicht fur jnen.

ES ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, Vnd ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. [27]Was ich euch sage im finsternis, das redet im liecht, Vnd was jr hoeret in das ohre, das prediget auff den dechern.

[28]Vnd fuerchtet euch nicht fur denen, die den Leib toedten, vnd die Seele nicht moegen toedten, Fuerchtet euch aber viel mehr fur dem, der Leib vnd Seele verderben mag, in die Helle. [29]Kaufft man nicht zween Sperlinge vmb einen pfennig? noch felt der selbigen keiner auff die erden, on ewrn Vater. [30]Nu aber sind auch ewre hare auff dem Heubt alle gezelet. [31]Darumb fuerchtet euch nicht, Jr seid besser denn viel Sperlinge.

[32]DArumb, Wer mich bekennet fur den Menschen, Den wil ich bekennen fur meinem himlischen Vater. [33]Wer mich aber verleugnet fur den Menschen, Den wil ich auch verleugnen fur meinem himlischen Vater.

[34]Ir solt nicht wehnen, Das ich komen sey, Friede zu senden auff erden, Jch bin nicht komen Friede zu senden, Sondern das schwert. [35]Denn ich bin komen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, vnd die Tochter wider jre Mutter, vnd die Schnur wider jre Schwiger, [36]Vnd des menschen Feinde werden seine eigen Hausgenossen sein.

[37]WEr Vater oder Mutter mehr liebet, denn Mich, der ist mein nicht werd. Vnd wer Son oder Tochter mehr liebet, denn Mich, der ist mein nicht werd. [38]Vnd wer nicht sein Creutz auff sich nimpt, vnd folget mir nach, Der ist mein nicht werd. [39]Wer sein Leben findet, der wirds verlieren, Vnd wer sein Leben verleurt vmb meinen willen, der wirds finden.

[40]Wer euch auffnimpt, der nimpt Mich auff, Vnd wer Mich auffnimpt der nimpt Den auff, der Mich gesand hat. [41]Wer einen Propheten auffnimpt, in eines Propheten namen, der wird eines Propheten lohn empfahen. Wer einen Gerechten auffnimpt, in eines Gerechten namen, der wird eines gerechten lohn empfahen. [42]Vnd wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kaltes Wassers trenckt, in eines Juenger namen, Warlich ich sage euch, es wird jm nicht vnbelohnet bleiben.


XI.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich, da Jhesus solch Gebot zu seinen zwelff Juengern vollendet hatte, gieng er von dannen furbas, zu leren vnd zu predigen in jren Stedten.

[2]Da aber Johannes im gefengnis die werck Christi hoerete, Sandte er seiner Juenger zween, [3]vnd lies jm sagen, Bistu der da komen sol, Oder sollen wir eines andern warten? [4]Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Gehet hin, vnd saget Johanni wider, was jr sehet vnd hoeret, [5]Die Blinden sehen, und die Lamen gehen, die Aussetzigen werden rein, vnd die Tauben hoeren, die Todten stehen auff, Vnd den Armen wird das Euangelium geprediget. [6]Vnd selig ist, der sich nicht an Mir ergert.

[7]DA die hin giengen, fieng Jhesus an zu reden, zu dem Volck von Johanne, Was seid jr hin ausgegangen in die wuesten zu sehen? Woltet jr ein Rhor sehen, das der wind hin vnd her webd? [8]Oder was seid jr hin aus gegangen zusehen? Woltet jr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Sihe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Koenige heuser. [9]Oder was seid jr hin aus gegangen zusehen? Woltet jr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. [10]Denn dieser ists, von dem geschrieben stehet, Sihe, Jch sende meinen Engel fur Dir her, der deinen weg fur dir bereiten sol.

[11]WArlich, ich sage, euch, vnter allen die von Weibern geborn sind, ist nicht auffkomen, der Groesser sey, denn Johannes der Teuffer. Der aber der Kleinest ist im Himelreich, ist Groesser denn er. [12]Aber von den tagen Johannis des Teuffers, bis hie her, a leidet das Himelreich gewalt, vnd die gewalt thun, die reissen es zu sich. [13]Denn alle Propheten vnd das Gesetz haben geweissaget, bis auff Johannes. [14]Vnd so jrs wolt annemen, Er ist Elias, der da sol zukuenfftig sein. [15]Wer ohren hat zu hoeren, der hoere.

[16]Wem sol ich aber dis Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlin gleich die an dem Marckt sitzen, vnd ruffen gegen jre Gesellen, [17]vnd sprechen, Wir haben euch gepfiffen, Vnd jr woltet nicht tantzen, Wir haben euch geklaget, Vnd jr woltet nicht weinen. [18]Johannes ist komen, ass nicht, vnd tranck nicht, So sagen sie, er hat den Teufel. [19]Des menschen Son ist komen, isset vnd trincket, So sagen sie, sihe, wie ist der Mensch ein Fresser, vnd ein Weinseuffer, der Zoelner vnd der Suender geselle? Vnd die Weisheit mus sich rechtfertigen lassen, von jren Kindern.


[20]Da fieng er an die Stedte zu schelten, in welchen am meisten seiner Thatten geschehen waren, vnd hatten sich doch nicht gebessert. [21]Wehe dir Chorazin, weh dir Bethsaida, weren solche Thatten zu Tyro vnd Sidon geschehen, als bey euch geschehen sind, Sie hetten vorzeiten im Sack vnd in der Asschen busse gethan. [22]Doch ich sage euch, es wird Tyro vnd Sidon treglicher ergehen am juengsten Gerichte, denn Euch. [23]Vnd du Capernaum, die du bist erhaben, bis an den Himel, du wirst bis in die Helle hin vnter gestossen werden. Denn so zu Sodoma die Thatten geschehen weren, die bey dir geschehen sind, sie stuende noch heutiges tages. [24]Doch, ich sage euch, es wird der Sodomer lande treglicher ergehen am juengsten Gerichte, denn dir.

[25]Zv der selbigen zeit antwortet Jhesus, vnd sprach, Jch preise dich Vater vnd HERR Himels vnd der Erden, Das du solchs den Weisen vnd Klugen verborgen hast, vnd hast es den Vnmuendigen offenbaret. [26]Ja Vater, Denn es ist also wolgefellig gewesen fur dir. [27]Alle ding sind mir vbergeben von meinem Vater. Vnd niemand kennet den Son, denn nur der Vater, Vnd niemand kennet den Vater, denn nur der Son, vnd wem es der Son wil offenbaren.

[28]Kompt her zu Mir, alle die jr mueheselig vnd beladen seid, Jch wil euch erquicken. [29]Nemet auff euch mein Joch, vnd lernet von mir, Denn ich bin senfftmuetig, vnd von hertzen demuetig, So werdet jr Ruge sinden fur ewre Seele. [30]Denn mein Joch ist sanfft, vnd meine Last ist leicht.


XII.[Bearbeiten]

Zv der zeit, gieng Jhesus durch die Saat am Sabbath, vnd seine Juenger waren hungerig, fiengen an Ehren auszureuffen, vnd assen. [2]Da das die Phariseer sahen, sprachen sie zu jm, Sihe, deine Juengere thun das sich nicht zimpt am Sabbath zuthun. [3]Er aber sprach zu jnen, Habt jr nicht gelesen, was Dauid thet, da jn vnd die mit jm waren, hungerte? [4]Wie er in das Gottes haus gieng, vnd ass die Schawbrot, die jm doch nicht zimpten zu essen, noch denen die mit jm waren, sondern allein den Priestern. [5]Oder habt jr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbath im Tempel den sabbath brechen, vnd sind doch on schuld? [6]Jch sage aber euch, das hie der


ist, der auch groesser ist denn der Tempel. [7]Wenn jr aber wuestet, was das sey (Jch habe wolgefallen an der Barmhertzigkeit, vnd nicht am Opffer) hettet jr die Vnschueldigen nicht verdampt. [8]Des menschen Son ist ein HErr, auch vber den Sabbath.

[9]Vnd er gieng von dannen furbas, vnd kam in jre Schule. [10]Vnd sihe, da war ein Mensch, der hatte ein verdorrete hand, Vnd sie frageten jn, vnd sprachen, Jsts auch recht am Sabbath heilen? Auff das sie eine sache zu jm hetten. [11]Aber er sprach zu jnen, Welcher ist vnter euch, so er ein Schaf hat, das jm am Sabbath in eine gruben fellet, Der es nicht ergreiffe vnd auffhebe? [12]Wie viel besser ist nu ein Mensch, denn ein Schaf? Darumb mag man wol am Sabbath gutes thun. [13]Da sprach er zu dem Menschen, Strecke deine hand aus? Vnd er streckt sie aus, vnd sie ward jm wider gesund, gleich wie die andere.

[14]Da giengen die Phariseer hin aus, vnd hielten einen Rat vber jn, wie sie jn vmbbrechten. [15]Aber da Jhesus das erfur, weich er von dannen, Vnd jm folgete viel volcks nach, Vnd er heilete sie alle, [16]vnd bedrawete sie, das sie jn nicht meldeten. [17]Auff das erfuellet wuerde das gesagt ist durch den Propheten Jsaiam, der da spricht, [18]Sihe, das ist mein Knecht, den ich erwelet habe, vnd mein Liebster, an dem meine Seele wolgefallen hat. Jch wil meinen Geist auff jn legen, Vnd er sol den Heiden das gericht verkuendigen. [19]Er wird nicht zancken noch schreien, vnd man wird sein geschrey nicht hoeren auff den gassen. [20]Das zustossen Rhor wird er nicht zubrechen, vnd das gluemende Tocht wird er nicht ausleschen, Bis das er ausfuere das Gericht zum sieg, [21]Vnd die Heiden werden auff seinen Namen hoffen.

[22]Da ward ein Besessener zu jm bracht, der war Blind vnd Stum, Vnd er heilet jn, also, das der blinde vnd stumme, beide redet vnd sahe. [23]Vnd alles Volck entsatzte sich, vnd sprach, Jst dieser nicht Dauids son? [24]Aber die Phariseer, da sie es hoereten, sprachen sie, Er treibt die Teufel nicht anders aus, denn durch Beelzebub, der Teufel oebersten.

[25]Jhesus vernam aber jre gedancken, vnd sprach zu jnen, Ein iglich Reich so es mit jm selbs vneins wird, das wird wueste. Vnd ein jgliche Stad oder Haus, so es mit jm selbs vneins wird, mags nicht bestehen. [26]So denn ein Satan den andern austreibt, so mus er mit jm selbs vneins sein, Wie mag denn sein Reich bestehen? [27]So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreib, Durch wen treiben sie ewre Kinder aus? Darumb werden sie ewre Richter sein. [28]So ich aber die Teufel durch den geist Gottes austreibe, So ist je das reich Gottes zu euch komen.

[29]ODer, wie kan jemand in eines Starcken haus gehen, vnd jm seinen Hausrat rauben, Es sey denn, das er zuuor den Starcken binde, vnd als denn jm sein Haus beraube? [30]Wer nicht mit mir ist, Der ist wider mich, Vnd wer nicht mit mir samlet, Der verstrewet. [31]Darumb sage ich euch, Alle suende vnd Lesterung wird den Menschen vergeben, Aber die Lesterung wider den Geist, wird den Menschen nicht vergeben. [32]Vnd wer etwas redet wider des menschen Son, dem wird es vergeben, Aber wer etwas redet wider den heiligen Geist, dem wirds nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

[33]SEtzet entweder einen guten Bawm, so wird die Frucht gut, Oder setzet einen faulen Bawm, so wird die frucht faul. Denn an der Frucht erkennet man den Bawm. [34]Jr Ottern gezichte, wie kund jr gutes reden, die weil jr boese seid? Wes das Hertz vol ist, des gehet der Mund vber. [35]Ein gut Mensch, bringet guts erfur, aus seinem guten schatz des hertzen, Vnd ein boeser Mensch, bringet boeses erfur, aus seinem boesen schatz. [36]Jch sage euch aber, Das die Menschen muessen rechenschafft geben am juengsten Gericht, von einem jglichen vnnuetzen wort, das sie geredt haben. [37]Aus deinen worten wirstu gerechtfertiget werden, Vnd aus deinen worten wirstu verdampt werden.

[38]Da antworten etliche vnter den Schrifftgelerten vnd Phariseern, vnd sprachen, Meister, Wir wolten gerne ein Zeichen von dir sehen. [39]Vnd er antwortet, vnd sprach zu jnen, Die boese vnd ehebrechersche Art, suchet ein Zeichen, Vnd es wird jr kein Zeichen gegeben werden, denn das Zeichen des Propheten Jonas. [40]Denn gleich wie Jonas war drey tage vnd drey nacht in des Walfisches bauch, Also wird des menschen Son drey tage vnd drey nacht mitten in der Erden sein. [41]Die Leute von Niniue werden aufftretten am juengsten Gerichte, mit diesem Geschlechte, vnd werden es verdamnen, Denn sie thetten Busse nach der predigt Jonas, Vnd sihe, hie ist mehr denn Jonas. [42]Die Koenigin von Mittag wird aufftretten am juengsten Gerichte mit diesem Geschlecht, vnd wird es verdamnen, Denn sie kam vom ende der erden, Salomonis weisheit zu hoeren, Vnd sihe, hie ist mehr denn Salomon.


[43]Wenn der vnsauber Geist von dem Menschen ausgefaren ist, so durchwandelt er duerre Stete, suchet ruge, vnd findet sie nicht. [44]Da spricht er denn, Jch wil wider vmb keren in meinHaus, daraus ich gegangen bin. Vnd wenn er kompt, so findet ers muessig, gekeret vnd geschmueckt. [45]So gehet er hin, vnd nimpt zu sich sieben ander Geister, die erger sind, denn er selbs, Vnd wenn sie hinein komen, wonen sie alda, Vnd wird mit dem selben Menschen her nach erger, denn es vorhin war. Also wirds auch diesem argen Geschlecht gehen.

[46]Da er noch also zu dem volck redet, Sihe, da stunden seine Mutter vnd seine Brueder draussen, die wolten mit jm reden. [47]Da sprach einer zu jm, Sihe, deine Mutter vnd deine Brueder stehen draussen, vnd woellen mit dir reden. [48]Er antwortet aber, vnd sprach zu dem, der es jm ansaget, Wer ist meine Mutter? vnd wer sind meine Brueder? [49]Vnd recket die hand aus vber seine Juenger, vnd sprach, Sihe da, das ist meine Mutter vnd meine Brueder. [50]Denn wer den willen thut meines Vaters im Himel, der selbige ist mein Bruder, Schwester vnd Mutter.


XIII.[Bearbeiten]

An dem selbigen tage gieng Jhesus aus dem hause, vnd satzte sich an das Meer. [2]Vnd es versamlet sich viel Volcks zu jm, also, das er in das Schiff trat, vnd sas, vnd alles Volck stund am vfer. [3]Vnd er redet zu jnen mancherley, durch Gleichnisse, vnd sprach, Sihe, es gieng ein Seeman aus zu seen. [4]Vnd in dem er seet, fiel etlichs an den Weg, Da kamen die Vogel vnd frassens auff. [5]Etlichs fiel in das Steinichte, da es nicht viel erden hatte, vnd gieng bald auff, darumb, das es nicht tieffe erden hatte. [6]Als aber die Sonne auffgieng verwelcket es, vnd dieweil es nicht Wurtzel hatte, ward es duerre. [7]Etlichs fiel vnter die Doernen, Vnd die Doernen wuchsen auff, vnd ersticktens. [8]Etlichs fiel auff ein gut Land, vnd trug Frucht, Etlichs hundertfeltig, etlichs sechzigfeltig, etlichs dreissigfeltig. [9]Wer ohren hat zu hoeren, der hoere.

[10]Vnd die Juenger tratten zu jm, vnd sprachen, Warumb redestu zu jnen durch Gleichnisse? [11]Er antwortet, vnd sprach, Euch ists gegeben, das jr das geheimnis des Himelreichs vernemet, Diesen aber ists nicht gegeben. [12]Denn wer da hat, dem wird gegeben, das er die fuelle habe, Wer aber nicht hat, Von dem wird auch genomen, das er hat. [13]Darumb rede ich zu jnen durch Gleichnisse, Denn mit sehenden Augen, sehen sie nicht, vnd mit hoerenden Ohren, hoeren sie nicht, denn sie verstehen es nicht. [14]Vnd vber jnen wird die weissagung Jsaie erfuellet, die da sagt, Mit den Ohren werdet jr hoeren, vnd werdet es nicht verstehen, vnd mit sehenden Augen werdet jr sehen, vnd werdet es nicht vernemen. [15]Denn dieses volcks Hertz ist verstockt, vnd jre Ohren hoeren vbel, vnd jre Augen schlummern, Auff das sie nicht der mal eins mit den Augen sehen, vnd mit den Ohren hoeren, vnd mit dem Hertzen verstehen, vnd sich bekeren, das ich jnen huelffe.

[16]Aber selig sind ewer Augen, das sie sehen, vnd ewr Ohren, das sie hoeren. [17]Warlich ich sage euch, Viel Propheten vnd Gerechten haben begert zu sehen, das jr sehet, vnd habens nicht gesehen, Vnd zu hoeren, das jr hoeret, vnd habens nicht gehoeret.

[18]So hoeret nu jr diese Gleichnis von dem Seeman. [19]Wenn jemand das wort von dem Reich hoeret, vnd nicht verstehet, So kompt der Arge, vnd reisset es hin, was da geseet ist in sein hertz, Vnd der ists, der an dem Wege geseet ist. [20]Der aber auff das Steinichte geseet ist, der ists, Wenn jeniand das Wort hoeret, vnd das selbige bald auffnimpt mit freuden, [21]Aber er hat nicht wurtzeln in jm, sondern ist wetterwendisch, Wenn sich truebsal vnd verfolgung erhebt vmb des Worts willen, So ergert er sich balde. [22]Der aber vnter die Doernen geseet ist, der ists, Wenn jemand das Wort hoeret, Vnd die sorge dieser Welt, vnd betrug des Reichthums, ersticket das Wort, vnd bringet nicht Frucht. [23]Der aber in das gute Land geseet ist, der ists, Wenn jemand das Wort hoeret, vnd verstehet es, vnd denn auch Frucht bringet, Vnd etlicher tregt hundertfeltig, etlicher aber sechzigfeltig, etlicher dreissigfeltig.

[24]Er legt jnen ein ander Gleichnis fur, vnd sprach. Das Himelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auff seinen Acker seet. [25]Da aber die Leute schlieffen, kam sein Feind, vnd seete Vnkraut zwisschen den Weitzen, vnd gieng dauon. [26]Da nu das Kraut wuchs, vnd Frucht bracht, Da fand sich auch das Vnkraut. [27]Da tratten die Knechte zu dem Hausvater, vnd sprachen, Herr, hastu nicht guten Samen auff deinen acker geseet? Wo her hat er denn das Vnkraut? [28]Er sprach zu jnen, Das hat der Feind gethan. Da sprachen die knechte, Wiltu denn, das wir hin gehen vnd es ausgetten? [29]Er sprach, Nein, Auff das jr nicht zu gleich den Weitzen mit ausreuffet, so jr das Vnkraut ausgettet. [30]Lasset beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, Vnd vmb der erndte zeit, wil ich zu den Schnittern sagen, Samlet zuuor das Vnkraut, vnd bindet es in Buendlin, das man es verbrenne, Aber den Weitzen samlet mir in meine Schewren.

Ejn [31]ander Gleichnis leget er jnen fur, vnd sprach. Das Himelreich ist gleich einem Senffkorn, das ein Mensch nam, vnd seet auff seinen Acker, [32]Welches das kleinest ist vnter allem Samen, Wenn es aber erwechst, so ist es das groessest vnter dem Kol, vnd wird ein Bawm, das die Voegel vnter dem himel komen vnd wonen vnter seinen zweigen.

[33]Ejn ander Gleichnis redet er zu jnen. Das Himelreich ist einem Sawerteig gleich, den ein Weib nam, vnd vermenget jn vnter drey scheffel Melhs, bis das es gar durchsewrt ward.

[34]SOlchs alles redet Jhesus durch Gleichnis zu dem Volck, vnd on gleichnisse redet er nicht zu jnen. [35]Auff das erfuellet wuerde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht, Jch wil meinen mund auffthun in Gleichnissen, vnd wil aussprechen die Heimligkeit von anfang der Welt.

[36]Da lies Jhesus das Volck von sich, vnd kam heim. Vnd seine Jungere tratten zu jm, vnd sprachen, Deute vns die Gleichnisse vom vnkraut auff dem acker. [37]Er antwort, vnd sprach zu jnen, Des menschen Son ists, der da guten Samen seet. [38]Der Acker ist die Welt. Der gute Same, sind die kinder des Reichs. Das Vnkraut, sind die kinder der bosheit. [39]Der Feind der sie seet, ist der Teufel. Die Erndte, ist das ende der Welt. Die Schnitter, sind die Engel. [40]Gleich wie man nu das Vnkraut ausgettet vnd mit fewr verbrennet, So wirds auch am ende dieser Welt gehen. [41]Des menschen Son wird seine Engel senden, Vnd sie werden samlen aus seinem Reich alle Ergernisse, vnd die da vnrecht thun, [42]vnd werden sie in den Fewr ofen werffen, Da wird sein heulen vnd zeenklappen. [43]Denn werden die Gerechten leuchten, wie die Sonne in jres Vaters reich. Wer ohren hat zu hoeren, der hoere.

[44]Abermal ist gleich das Himelreich einem verborgen a Schatz im acker, welchen ein Mensch fand, vnd verbarg jn, Vnd gieng hin fur freuden vber dem selbigen, vnd verkaufft alles was er hatte, vnd kauffte den Acker. [45]Abermal ist gleich das Himelreich einem Kauffman, der gute Perlen suchte. [46]Vnd da er eine koestliche Perlen fand, gieng er hin, vnd verkauffte alles was er hatte, vnd kauffte die selbigen.

[47]Abermal ist gleich das Himelreich einem netze, das ins Meer geworffen ist, da mit man allerley Gattung fehet. [48]Wenn es aber vol ist, so ziehen sie es eraus an das vfer, sitzen vnd lesen die guten in ein Gefess zusamen, Aber die faulen werffen sie weg. [49]Also wird es auch am ende der Welt gehen, Die Engel werden ausgehen, vnd die Boesen von den Gerechten scheiden, [50]vnd werden sie in den Fewr ofen werffen, Da wird heulen vnd zeenklappen sein.

[51]VNd Jhesus sprach zu jnen, Habt jr das alles verstanden? Sie sprachen, Ja HErr. [52]Da sprach er, Darumb ein jglicher Schrifftgelerter zum Himelreich gelert, ist gleich einem Hausuatter, der aus seinem schatz, a Newes vnd b Altes erfur tregt.

[53]Vnd es begab sich, da Jhesus diese Gleichnisse volendet hatte, Gieng er von dannen, [54]vnd kam in sein Vaterland, vnd leret sie in jren Schulen, also auch, das sie sich entsatzten, vnd sprachen, Wo her kompt diesem solche Weisheit vnd Thatten? [55]Jst er nicht eines Zimmermans son? Heisst nicht seine mutter Maria? Vnd seine bruedere, Jacob vnd Joses, vnd Simon, vnd Judas, [56]vnd seine Sschwestern sind sie nicht alle bey vns? Wo her kompt jm denn das alles? [57]vnd ergerten sich an jm. Jhesus aber sprach zu jnen, Ein Prophet gilt nirgend weniger, denn in seinem Vaterland vnd in seinem Hause. [58]Vnd er that daselbs nicht viel Zeichen, Vmb jres vnglaubens willen.


XIIII.[Bearbeiten]

Zv der zeit kam das geruechte von Jhesu fur den vierfuersten Herodes, [2]Vnd er sprach zu seinen Knechten, Dieser ist Johannes der Teuffer, er ist von den todten aufferstanden, darumb thut er solche Thatten. [3]Denn Herodes hatte Johannem gegriffen, gebunden vnd in das Gefengnis gelegt von wegen der Herodias, seines bruders Philippus weib. [4]Denn Johannes hatte zu jm gesagt, Es ist nicht recht, das du sie habest. [5]Vnd er hette jn gerne getoedtet, Furchte sich aber fur dem volck, Denn sie hielten jn fur einen Propheten.

[6]Da aber Herodes seinen Jarstag begieng, Da tantzte die Tochter der Herodias fur jnen, Das gefiel Herodes wol. [7]Darumb verhies er jr mit einem Eide, er wolt jr geben, was sie foddern wuerde. [8]Vnd als sie zuuor von jrer Mutter zugerichtet war, sprach sie, Gib mir her auff eine Schuessel das heubt Johannis des Teuffers. [9]Vnd der Koenig ward trawrig, Doch vmb des Eides willen, vnd dere die mit jm zu tisch sassen, befalh ers jr zu geben. [10]Vnd schicket hin, vnd entheubtet Johannes im gefengnis. [11]Vnd sein Heubt ward her getragen in einer Schuesseln, vnd dem Meidlin gegeben, vnd sie bracht es jrer Mutter. [12]Da kamen seine Juenger, vnd namen seinen Leib vnd begruben jn, Vnd kamen vnd verkuendigten das Jhesu.

[13]Da das Jhesus hoeret, weich er von dannen auff einem Schiff in eine wuesten alleine. Vnd da das Volck das hoerete, folgete es jm nach zu fuss aus den Stedten. [14]Vnd Jhesus gieng erfur, vnd sahe das grosse Volck, vnd es jamerte jn derselbigen, vnd heilete jre Krancken.

[15]Am abend aber traten seine Juenger zu jm, vnd sprachen, Dis ist eine wueste, vnd die nacht fellet da her, Las das Volck von dir, das sie hin in die Merckte gehen, vnd jnen Speise keuffen. [16]Aber Jhesus sprach zu jnen, Es ist nicht not, das sie hin gehen, Gebt jr jnen zu essen. [17]Sie sprachen, Wir haben hie nichts, denn fuenff Brot vnd zween Fische. [18]Vnd er sprach, Bringet mir sie her. [19]Vnd er hies das Volck sich lagern, auff das gras. Vnd nam die fuenff Brot, vnd die zween Fisch, sahe auff gen Himel, vnd dancket, vnd brachs, vnd gab die Brot den Juengern, vnd die Juenger gaben sie dem Volck. [20]Vnd sie assen alle, vnd wurden sat, Vnd huben auff was vberig bleib von Brocken, zwelff Koerbe vol. [21]Die aber gessen hatten, der waren bey fuenff tausent Man, on weiber vnd kinder.

[22]Vnd als bald treib Jhesus seine Juenger, das sie in das Schiff tratten, vnd fur jm herueber fueren, bis er das Volck von sich liesse. [23]Vnd da er das Volck von sich gelassen hatte, steig er auff einen Berg alleine das er betet. Vnd am abend war er alleine daselbs. [24]Vnd das Schiff war schon mitten auff dem Meer vnd leid not von den Wellen, Denn der wind war jnen wider. [25]Aber in der vierden Nachtwache kam Jhesus zu jnen, vnd gieng auff dem Meer. [26]Vnd da jn die Juenger sahen auff dem Meer gehen, erschracken sie, vnd sprachen, Es ist ein Gespenst, vnd schrien fur furcht. [27]Aber als bald redete Jhesus mit jnen, vnd sprach, Seid getrost, Jch bins, Fuerchtet euch nicht.

[28]Petrus aber antwortet jm, vnd sprach, HErr bistu es, so heis mich zu dir komen auff dem Wasser. [29]Vnd er sprach, Kom her. Vnd Petrus trat aus dem Schiff, vnd gieng auff dem Wasser, das er zu Jhesu keme. [30]Er sahe aber einen starcken Wind, da erschrack er, vnd hub an zu sincken, schrey vnd sprach, HErr, hilff mir. [31]Jhesus aber recket bald die Hand aus vnd ergreiff jn, vnd sprach zu jm, O du Kleingleubiger, warumb zweiffeltestu? [32]Vnd sie tratten in das Schiff, vnd der Wind leget sich. [33]Die aber im Schiff waren, kamen vnd fielen fur jn nider, vnd sprachen, Du bist warlich Gottes son.

[34]Vnd sie schifften hinueber, vnd kamen in das land Genezareth. [35]Vnd da die Leute am selbigen Ort sein gewar worden, schickten sie aus in das gantze Land vmb her, vnd brachten allerley Vngesunden zu jm, [36]vnd baten jn, das sie nur seines Kleids saum anruereten. Vnd alle die da anruereten, wurden gesund.


XV.[Bearbeiten]

Da kamen zu jm die Schrifftgelerten vnd Phariseer von Jerusalem, vnd sprachen, [2]Warumb vbertretten deine Juenger der Eltesten auffsetze? Sie wasschen jre hende nicht, wenn sie Brot essen. [3]Er antwortet, vnd sprach zu jnen, Warumb vbertrettet denn jr Gottes gebot, vmb ewer Auffsetze willen? [4]Gott hat geboten du solt Vater vnd Mutter ehren. Wer aber vater vnd mutter fluchet, Der sol des Tods sterben. [5]Aber jr leret, Wer zum vater oder zur mutter spricht (a wenn ichs opffere, so ists dir viel nuetzer) der thut wol, [6]Da mit geschicht es, das niemand hinfurt seinen vater oder seine mutter ehret, Vnd habt also Gottes gebot auffgehaben vmb ewer Auffsetze willen. [7]Jr Heuchler, Es hat wol Jsaias von euch geweissaget, vnd gesprochen, [8]Dis Volck nahet sich zu mir mit seinem Munde, vnd ehret mich mit seinen Lippen, Aber jr hertz ist ferne von mir. [9]Aber vergeblich dienen sie mir, die weil sie leren solche Lere, die nichts denn Menschen gebot sind.

[10]Vnd er rieff das Volck zu sich, vnd sprach zu jm, Hoeret zu, vnd vernemets. [11]Was zum munde eingehet, das verunreiniget den Menschen nicht, Sondern was zum munde ausgehet, das verunreiniget den Menschen.


[12]Da tratten seine Juenger zu jm, vnd sprachen, Weistu auch, das sich die Phariseer ergerten, da sie das wort hoereten? [13]Aber er antwortet vnd sprach, Alle pflantzen die mein himlischer Vater nicht pflantzet, die werden ausgereut. [14]Lasset sie faren, Sie sind blind, vnd Blinde leiter. Wenn aber ein Blinder den andern leitet, so fallen sie beide in die Gruben.

[15]Da antwortet Petrus, vnd sprach zu jm, Deute vns diese Gleichnis. [16]Vnd Jhesus sprach zu jnen, Seid jr denn auch noch vnuerstendig? [17]Mercket jr noch nicht? Das, alles was zum munde eingehet, das gehet in den Bauch, vnd wird durch den natuerlichen gang ausgeworffen. [18]Was aber zum munde eraus gehet, das kompt aus dem hertzen, vnd das verunreiniget den Menschen. [19]Denn aus dem hertzen komen arge gedancken, mord, ehebruch, hurerey, dieberey, falsche gezeugnis, lesterung. [20]Das sind die stueck, die den Menschen verunreinigen. Aber mit vngewasschen henden essen, verunreiniget den Menschen nicht.

[21]Vnd Jhesus gieng aus von dannen, vnd entweich in die gegend Tyro vnd Sidon, [22]Vnd sihe, ein Cananeisch weib gieng aus derselbigen grentze vnd schrey jm nach vnd sprach, Ah HErr, du son Dauid, erbarm dich mein, Meine tochter wird vom Teufel vbel geplaget. [23]Vnd er antwortet jr kein wort. Da traten zu jm seine Juenger, baten jn, vnd sprachen, Las sie doch von dir, denn sie schreiet vns nach. [24]Er antwortet aber, vnd sprach, Jch bin nicht gesand, denn nur zu den verloren Schafen, von dem hause Jsrael. [25]Sie kam aber, vnd fiel fur jm nider, vnd sprach, HErr hilff mir. [26]Aber er antwortet vnd sprach, Es ist nicht fein, das man den Kinder jr Brot neme, vnd werff es fur die Hunde. [27]Sie sprach, Ja HErr. Aber doch essen die Huendlin von den brossamlen, die von jrer Herrn tisch fallen. [28]Da antwortet Jhesus, vnd sprach zu jr, O weib, dein glaube ist gros, Dir geschehe wie du wilt. Vnd jre Tochter ward gesund zu der selbigen stunde.

[29]Vnd Jhesus gieng von dannen furbas, vnd kam an das Galileische meer, vnd gieng auff einen Berg, vnd satzte sich alda. [30]Vnd es kam zu jm viel Volcks, die hatten mit sich Lamen, Blinden, Stummen, Kruepler, vnd viel andere, vnd wurffen sie Jhesu fur die fuesse, vnd er heilet sie, [31]Das sich das Volck verwunderte, da sie sahen, das die Stummen redeten, die Kruepler gesund waren, die Lamen giengen, die Blinden sahen, Vnd preiseten den Gott Jsrael.


[32]Vnd Jhesus rieff seine Juenger zu sich, vnd sprach, Es jamert mich des volcks, Denn sie nu wol drey tage bey mir beharren, vnd haben nichts zu essen, Vnd ich wil sie nicht vngessen von mir lassen, Auff das sie nicht verschmachten auff dem wege. [33]Da sprachen zu jm seine Juengere, Wo her muegen wir so viel Brots nemen in der wuesten, das wir so viel Volcks settigen? [34]Vnd Jhesus sprach zu jnen, Wie viel Brots habt jr? Sie sprachen, sieben, vnd ein wenig Fischlin. [35]Vnd er hies das Volck sich lagern auff die erden. [36]Vnd nam die sieben Brot, vnd die Fische, dancket, brach sie, vnd gab sie seinen Juengern, Vnd die Juenger gaben sie dem Volck. [37]Vnd sie assen alle, vnd worden sat, Vnd huben auff, was vberbleib von Brocken, sieben Koerbe vol. [38]Vnd die da gessen hatten, der war vier tausent Man, ausgenomen weiber vnd kinder, [39]Vnd da er das Volck hatte von sich gelassen, trat er in ein Schiff, vnd kam in die grentze Magdala.


XVI.[Bearbeiten]

Da tratten die Phariseer vnd Saduceer zu jm, die versuchten jn, vnd fodderten, das er sie ein Zeichen vom Himel sehen liesse. [2]Aber er antwortet vnd sprach, Des abends sprecht jr, Es wird ein schoener tag werden, denn der Himel ist rot, [3]Vnd des morgens sprecht jr, Es wird heute vngewitter sein denn der Himel ist rot vnd truebe. Jr Heuchler, des Himels gestalt koennet jr vrteilen? Koennet jr denn nicht auch die Zeichen dieser zeit vrteilen? [4]Diese boese vnd ehebrecherische Art suechet ein Zeichen, vnd sol jr kein zeichen gegeben werden, denn das zeichen des Propheten Jonas. Vnd er lies sie, vnd gieng dauon.

[5]Vnd da seine Juenger waren hinueber gefaren, hatten sie vergessen Brot mit sich zu nemen. [6]Jhesus aber sprach zu jnen, Sehet zu, vnd huetet euch fur dem sawerteig der Phariseer vnd Saduceer. [7]Da dachten sie bey sich selbs, vnd sprachen, Das wirds sein, das wir nicht haben Brot mit vns genomen. [8]Da das Jhesus vernam, sprach er zu jnen. Jr Kleingleubigen, was bekuemmert jr euch doch, das jr nicht habt Brot mit euch genomen? [9]Vernemet jr noch nichts? Gedenckt jr nicht an die fuenff Brot, vnter die fuenff tausent, vnd wie viel Koerbe jr da auffhubt? [10]Auch nicht an die sieben Brot, vnter die viertausent, vnd wie viel Koerbe jr da auffhubt? [11]Wie verstehet jr denn nicht, das ich euch nicht sage vom brot, wenn ich sage, Huetet euch fur dem sawerteig der Phariseer vnd Saduceer? [12]Da verstunden sie, das er nicht gesagt


hatte, das sie sich hueten solten fur dem sawerteig des Brots, sondern fur der lere der Phariseer vnd Saduceer.

[13]Da kam Jhesus in die gegend der stad Cesarea Philippi, vnd fraget seine Juenger, vnd sprach, Wer sagen die Leute, das des menschen Son sey? [14]Sie sprachen, Etliche sagen, du seiest Johannes der Teuffer, Die andern, du seiest Elias, Etliche, du seiest Jeremias, oder der Propheten einer. [15]Er sprach zu jnen, Wer saget denn jr, das ich sey? [16]Da antwortet Simon Petrus, vnd sprach, Du bist Christus, des lebendigen Gottes son. [17]Vnd Jhesus antwortet vnd sprach zu jm, Selig bistu Simon Jonas son, Denn fleisch vnd blut hat dir das nicht offenbart, Sondern mein Vater im Himel. [18]Vnd ich sage dir auch, Du bist a Petrus, vnd auff diesen Felsen wil ich bawen meine Gemeine, Vnd die Pforten b der Hellen sollen sie nicht vberweldigen. [19]Vnd wil dir des Himelreichs schluessel geben, Alles was du auff Erden binden wirst, sol auch im Himel gebunden sein, Vnd alles was du auff Erden loesen wirst, sol auch im Himel los sein.

[20]DA verbot er seinen Juengern, Das sie niemand sagen solten, das er Jhesus, der Christ were. [21]Von der zeit an, fieng Jhesus an, vnd zeiget seinen Juengern, Wie er mueste hin gen Jerusalem gehen, vnd viel leiden, von den Eltesten vnd Hohenpriestern vnd Schrifftgelerten, vnd getoedtet werden, Vnd am dritten tage aufferstehen. [22]Vnd Petrus nam jn zu sich, fur jn an, vnd sprach, HErr, Schone dein selbs, das widerfare dir nur nicht. [23]Aber er wand sich vmb vnd sprach zu Petro, Heb dich Satan von mir, du bist mir ergerlich, denn du meinest nicht was Goettlich, sondern was menschlich ist.

[24]Da sprach Jhesus zu seinen Juengern, Wil mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbs, vnd neme sein Creutz auff sich vnd folge Mir. [25]Denn wer sein Leben erhalten wil, Der wirds verlieren. Wer aber sein Leben verleuret, vmb meinen willen, Der wirds finden. [26]Was huelffs den Menschen, so er die gantze Welt gewuenne, Vnd neme doch schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wider loese? [27]Denn es wird je geschehen, das des menschen Son kome in der Herrligkeit seines Vaters, mit seinen Engeln, Vnd als denn wird er vergelten einem jglichen nach seinen wercken. [28]Warlich ich sage euch, Es stehen etliche hie, die nicht schmecken werden den tod, Bis das sie des menschen Son komen sehen in seinem Reich.


XVII.[Bearbeiten]

Vnd nach sechs tagen, nam Jhesus zu sich Petrum vnd Jacobum vnd Johannem seinen Bruder, vnd fueret sie beseits auff einen hohen Berg, [2]vnd ward verkleret fur jnen. Vnd sein Angesichte leuchtet wie die Sonne, vnd seine Kleider wurden weis als ein liecht. [3]Vnd sihe, da erschienen jnen Moses vnd Elias, die redten mit jm. [4]Petrus aber antwortet, vnd sprach zu Jhesu, HErr, Hie ist gut sein, wiltu, so woellen wir drey Huetten machen, Dir eine, Mosi eine, vnd Elias eine. [5]Da er noch also redete, sihe, da vberschattet sie eine liechte Wolcken. Vnd sihe, eine stimme aus der wolcken sprach, Dis ist mein lieber Son, an welchem ich wolgefallen habe, Den soltu hoeren. [6]Da das die Juenger hoereten, fielen sie auff jr Angesichte, vnd erschracken seer. [7]Jhesus aber trat zu jnen, rueret sie an, vnd sprach, Stehet auff, vnd fuerchtet euch nicht. [8]Da sie aber jre augen auffhuben, sahen sie niemand, denn Jhesum alleine.

[9]VNd da sie vom Berge herab giengen, gebot jnen Jhesus, vnd sprach, Jr solt dis Gesicht niemand sagen, bis des menschen Son von den Todten aufferstanden ist.

[10]Vnd seine Juenger fragten jn, vnd sprachen, Was sagen denn die Schrifftgelerten, Elias muesse zuuor komen? [11]Jhesus antwortet, vnd sprach zu jnen, Elias sol ja zuuor komen, vnd alles zu recht bringen. [12]Doch ich sage euch, es ist Elias schon komen, Vnd sie haben jn nicht erkand, sondern haben an jm gethan, was sie wolten. Also wird auch des menschen Son leiden muessen von jnen. [13]Da verstunden die Juenger, das er von Johanne dem Teuffer zu jnen geredt hatte.

[14]Vnd da sie zu dem Volck kamen, trat zu jm ein Mensch, vnd fiel jm zu fuessen, [15]vnd sprach, HErr, erbarm dich vber meinen son, Denn er ist Monsuechtig, vnd hat ein schweres leiden, Er fellt offt ins fewr, vnd offt ins wasser, [16]Vnd ich hab jn zu deinen Juengern bracht, vnd sie kundten


jm nicht helffen. [17]Jhesus aber antwortet, vnd sprach, O du vngleubige vnd verkerte Art, Wie lange sol ich bey euch sein? wie lange sol ich euch dulden? Bringet mir jn hieher. [18]Vnd Jhesus bedrawete jn, Vnd der Teufel fur aus von jm, vnd der Knabe ward gesund zu der selbigen stunde.

[19]Da traten zu jm seine Juenger besonders, vnd sprachen, Warumb kundten wir jn nicht austreiben? [20]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Vmb ewers vnglaubens willen. Denn ich sage euch warlich, So jr glauben habt, als ein Senffkorn, so mueget jr sagen zu diesem Berge, Heb dich von hinnen dort hin, so wird er sich heben, Vnd euch wird nichts vmmueglich sein. [21]Aber diese Art feret nicht aus, denn durchs beten vnd fasten.

[22]Da sie aber jr wesen hatten in Galilea, sprach Jhesus zu jnen, Es ist zukuenfftig, Das des menschen Son vberantwortet werde in der Menschen hende, [23]vnd sie werden jn toedten, Vnd am dritten tage wird er aufferstehen. Vnd sie wurden seer betruebt.

[24]Da sie nu gen Capernaum kamen, giengen zu Petro die den Zinsgrosschen einnamen, vnd sprachen, Pflegt ewer Meister nicht den Zinsgrosschen zu geben? [25]Er sprach, Ja. Vnd als er heim kam, kam jm Jhesus zuuor, vnd sprach, Was duenckt dich Simon? Von wem nemen die Koenige auff erden den zol oder zinse? von jren Kindern, oder von Frembden? [26]Da sprach zu jm Petrus, von den frembden. Jhesus sprach zu jm, So sind die Kinder a frey. [27]Auff das aber wir sie nicht ergern, so gehe hin an das Meer, vnd wirff den angel, Vnd den ersten Fisch der auffer feret, den nim, vnd wenn du seinen Mund auffthust, wirstu einen b Stater finden, Den selbigen nim vnd gib jn fur mich vnd dich.


XVIII.[Bearbeiten]

Zv der selbigen stunde tratten die Juenger zu Jhesu, vnd sprachen, Wer ist doch der groessest im Himelreich? [2]Jhesus rieff ein Kind zu sich, vnd stellet das mitten vnter sie, [3]vnd sprach, Warlich ich sage euch, Es sey denn, das jr euch vmbkeret, vnd werdet wie die Kinder, so werdet jr nicht ins Himelreich komen. [4]Wer nu sich selbs nidriget, wie dis Kind, der ist der groessest im Himelreich. [5]Vnd wer ein solchs Kind auffnimpt, in meinem Namen, der nimpt mich auff. [6]Wer aber ergert dieser Geringsten einen, die an mich gleuben, dem were besser, das ein Muelstein an seinen Hals gehenget wuerde, vnd erseufft wuerde im Meer, da es am tieffesten ist.

[7]Weh der Welt, der ergernis halben. Es mus ja ergernis komen, doch weh dem Menschen, durch welchen ergernis kompt. [8]So aber deine Hand, oder


dein Fus dich ergert, so hawe jn abe, vnd wirff jn von dir. Es ist dir besser, das du zum Leben lam oder ein kroepel eingehest, Denn das du zwo hende oder zween Fuesse habest, vnd werdest in das ewige Fewr geworffen. [9]Vnd so dich dein Auge ergert, reis es aus, vnd wirffs von dir, Es ist dir besser das du eineugig zum Leben eingehest, denn das du zwey Augen habest, vnd werdest in das hellische Fewr geworffen.

[10]SEhet zu, das jr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet, Denn ich sage euch, Jre Engel im Himel sehen alle zeit das angesichte meines Vaters im Himel. [11]Denn des menschen Son ist komen, selig zu machen, das verloren ist.

[12]WAs duenckt euch? Wenn jrgend ein Mensch hundert Schafe hette, vnd eins vnter den selbigen sich verirret? Lesst er nicht die neunvnd neunzig auff den Bergen, gehet hin, vnd suchet das verirrete? [13]Vnd so sichs begibt, das ers findet, Warlich sage ich euch, er frewet sich darueber, mehr denn vber die neun vnd neunzig, die nicht verirret sind. [14]Also auch ists fur ewrem Vater im Himel nicht der wille, Das jemand von diesen Kleinen verloren werde.

[15]Svndiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin, vnd straffe jn zwischen dir vnd jm alleine. Hoeret er dich, so hastu deinen Bruder gewonnen. [16]Hoeret er dich nicht, so nim noch einen oder zween zu dir, Auff das alle Sache bestehe, auff zweier oder dreier Zeugen munde. [17]Hoeret er die nicht, so sage es der Gemeine. Hoeret er die Gemeine nicht, So halt jn als einen Heiden vnd Zoelner. [18]Warlich ich sage euch, Was jr auff Erden binden werdet, sol auch im Himel gebunden sein, Vnd was jr auff erden loesen werdet, sol auch im Himel los sein. [19]Weiter sage ich euch, Wo zween vnter euch eines werden auff Erden, warumb es ist, das sie bitten woellen, Das sol jnen widerfaren, von meinem Vater im Himel. [20]Denn wo zween oder drey versamlet sind in meinem Namen, da bin ich mitten vnter jnen.

[21]Da trat Petrus zu jm, vnd sprach, HErr, wie offt mus ich denn meinem Bruder, der an mir suendiget, vergeben? Jsts gnug siebenmal? [22]Jhesus sprach zu jm, Jch sage dir nicht siebenmal, sondern siebenzig mal sieben mal.

[23]Darumb ist das Himelreich gleich einem Koenige, der mit seinen Knechten rechnen wolt. [24]Vnd als er anfieng zu rechnen, Kam jm einer fur, der war jm zehen tausent Pfund schueldig. [25]Da ers nu nicht hatte zu bezalen, hies der Herr verkeuffen jn, vnd sein Weib, vnd seine Kinder, vnd alles was


er hatte, vnd bezalen. [26]Da fiel der Knecht nider, vnd betet jn an, vnd sprach, Herr, habe gedult mit mir, ich wil dirs alles bezalen. [27]Da jamert den Herrn des selbigen Knechts, vnd lies jn los, vnd die Schuld erlies er jm auch.

[28]DA gieng der selbe Knecht hinaus, vnd fand einen seiner Mitknechte, der war jm hundert grosschen schueldig, Vnd er greiff jn an, vnd wuerget jn, vnd sprach, Bezale mir was du mir schueldig bist. [29]Da fiel sein Mitknecht nider, vnd bat jn, vnd sprach, Hab gedult mit mir, ich wil dirs alles bezalen. [30]Er wolt aber nicht, sondern gieng hin, vnd warff jn ins Gefengnis, bis das er bezalet, was er schueldig war.

[31]DA aber seine Mitknechte solchs sahen, worden sie seer betruebt, vnd kamen, vnd brachten fur jren Herrn alles das sich begeben hatte. [32]Da foddert jn sein Herr fur sich, vnd sprach zu jm, Du Schalckknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, die weil du mich batest. [33]Soltestu denn dich nicht auch erbarmen vber deinen Mitknecht, wie ich mich vber dich erbarmet habe? [34]Vnd sein Herr ward zornig, vnd vberantwortet jn den Peinigern, bis das er bezalet alles was er jm schueldig war. [35]Also wird euch mein himlischer Vater auch thun, So jr nicht vergebet von ewrem hertzen, ein jglicher seinem Bruder seine Feile.


XIX.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich, da Jhesus diese rede volendet hatte, erhub er sich aus Galilea, vnd kam in die grentze des Juedischen lands, jenseid des Jordans, [2]vnd folgete jm viel Volcks nach, vnd er heilete sie daselbst.

[3]Da tratten zu jm die Phariseer, versuchten jn, vnd sprachen zu jm, Jsts auch recht, das sich ein Man scheidet von seinem Weibe, vmb irgend eine vrsache? [4]Er antwortet aber vnd sprach zu jnen, Habt jr nicht gelesen, das, der im anfange den Menschen gemacht hat, der macht, das ein Man vnd Weib sein solt? [5]Vnd sprach, Darumb wird ein Mensch vater vnd mutter lassen, vnd an seinem Weibe hangen, Vnd werden die zwey ein Fleisch sein, [6]So sind sie nu nicht Zwey, sondern ein Fleisch. Was nu Gott zusamen gefueget hat, das sol der Mensch nicht scheiden.

[7]Da sprachen sie, Warumb hat denn Moses geboten, einen Scheidebrieff zu geben, vnd sich von jr zu scheiden? [8]Er sprach zu jnen, Moses hat


euch erleubt zu scheiden von ewern Weibern, von ewers hertzen ahartigkeit wegen, Von anbegin aber ists nicht also gewesen. [9]Jch sage aber euch, Wer sich von seinem Weibe scheidet (Es sey denn vmb der Hurerey willen) vnd freiet ein andere, der bricht die Ehe. Vnd wer die Abgescheidete freiet, der bricht auch die Ehe.

[10]DA sprachen die Juenger zu jm, Stehet die sache eines Mannes mit seinem Weibe also, so ists nicht gut ehelich werden. [11]Er sprach aber zu jnen, Das wort fasset nicht jederman, sondern denen es gegeben ist. [12]Denn es sind etliche Verschnitten, die sind aus Mutterleibe also geborn, vnd sind etliche Verschnitten, die von Menschen verschnitten sind, vnd sind etliche verschnitten, die bsich selbs verschnitten haben, vmb des Himelreichs willen. Wer es fassen mag der fasse es.

[13]Da wurden Kindlin zu jm gebracht, das er die Hende auff sie leget, vnd betet. Die Juenger aber furen sie an. [14]Aber Jhesus sprach, Lasset die Kindlin, vnd weret jnen nicht zu mir zu komen, Denn solcher ist das Himelreich. [15]Vnd leget die Hende auff sie, vnd zog von dannen.

[16]Vnd sihe, einer trat zu jm, vnd sprach, Guter meister, was sol ich guts thun, Das ich das ewige Leben muege haben? [17]Er aber sprach zu jm, was heissestu mich gut? Niemand ist gut, denn der einige Gott. Wiltu aber zum Leben eingehen, so halt die Gebot. [18]Da sprach er zu jm, welche, Jhesus aber sprach, Du solt nicht toedten. Du solt nicht ehebrechen. Du solt nicht stelen. Du solt nicht falsch gezeugnis geben. [19]Ehre vater vnd mutter. Vnd du solt deinen Nehesten lieben, als dich selbs. [20]Da sprach der Juengling zu jm, Das habe ich alles gehalten von meiner Jugent auff, was feilet mir noch? [21]Jhesus sprach zu jm, Wiltua volkomen sein, so gehe hin, verkeuffe was du hast, vnd gibs den Armen, so wirstu einen schatz im Himel haben, vnd kom vnd folge mir nach. [22]Da der Juengling das wort hoeret, gieng er betruebt von jm, Denn er hatte viel Gueter.

[23]JHesus aber sprach zu seinen Juengern, Warlich, ich sage euch, ein Reicher wird schwerlich ins Himelreich komen. [24]Vnd weiter sage ich euch, Es ist leichter das ein Kamel durch ein nadel oehre gehe, denn das ein Reicher ins reich Gottes kome. [25]Da das seine Juenger hoereten, entsatzten sie sich seer, vnd sprachen, Je, wer kan denn selig werden? [26]Jhesus aber sahe sie an, vnd sprach zu jnen, Bey den Menschen ists vnmueglich, Aber bey Gott sind alle ding mueglich.


[27]Da antwortet Petrus vnd sprach zu jm, Sihe, wir haben alles verlassen vnd sind dir nachgefolget, was wird vns dafur? [28]Jhesus aber sprach zu jnen, Warlich ich sage euch, das jr die jr mir seid nachgefolget, in der Widergeburt, da des menschen Son wird sitzen auff dem stuel seiner Herrligkeit, werdet jr auch sitzen auff zwelff Stueelen, vnd richten die zwelff geschlechte Jsrael. [29]Vnd wer verlesset Heuser, oder Brueder, oder Schwester, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Ecker, vmb meines Namens willen, der wirds hundertfeltig nemen, vnd das ewige Leben ererben. [30]Aber viel die da sind die ersten, werden die letzten, Vnd die letzten, werden die ersten sein.


XX.[Bearbeiten]

Das Himelreich ist gleich einem Hausvater, der am morgen ausgieng, Erbeiter zu mieten, in seinen Weinberg. [2]Vnd da er mit den Erbeitern eins ward, vmb einen Grosschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg. [3]Vnd gieng aus vmb die dritte stunde, vnd sahe andere an dem Marckte muessig stehen, [4]vnd sprach zu jnen, Gehet jr auch hin in den Weinberg, Jch wil euch geben, was recht ist. [5]Vnd sie giengen hin. Abermal gieng er aus, vmb die sechste vnd neunde stunde, vnd thet gleich also. [6]Vmb die eilffte stund aber gieng er aus, vnd fand andere muessig stehen, vnd sprach zu jnen, Was stehet jr hie den gantzen tag muessig? [7]Sie sprachen zu jm, es hat vns niemand gedinget. Er sprach zu jnen, Gehet jr auch hin in den Weinberg, Vnd was recht sein wird, sol euch werden.

[8]DA es nu abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner, ruffe den Erbeitern, vnd gib jnen den Lohn, Vnd heb an, an den letzten, bis zu den ersten. [9]Da kamen die vmb die eilffte stunde gedinget waren, vnd empfieng ein jglicher seinen Grosschen. [10]Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie wuerden mehr empfahen, Vnd sie empfiengen auch ein jglicher seinen Grosschen. [11]Vnd da sie den empfiengen, murreten sie wider den Hausvater, [12]vnd sprachen, Diese letzten haben nur eine stunde geerbeitet, Vnd du hast sie vns gleich gemacht, da wir des tages Last vnd die Hitze getragen haben.

[13]ER antwortet aber, vnd saget zu einem vnter jnen, Mein Freund, ich thu dir nicht vnrecht, Bistu nicht mit mir eins worden vmb einen Grosschen?


[14]Nim was dein ist, vnd gehe hin. Jch wil aber diesem letzten geben, gleich wie dir. [15]Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich wil, mit dem meinen? Sihestu darumb scheel, das ich so Guetig bin? [16]Also werden die letzten die ersten, Vnd die ersten die letzten sein. Denn viel sind beruffen, Aber wenig sind auserwelet.

[17]Vnd er zoch hin auff gen Jerusalem, vnd nam zu sich die zwelff Juenger besonders auff dem wege, vnd sprach zu jnen, [18]Sihe, wir ziehen hin auff gen Jerusalem, Vnd des menschen Son wird den Hohenpriestern vnd Schrifftgelerten vberantwortet werden, Vnd sie werden jn verdamnen zum tode, [19]vnd werden jn vberantworten den Heiden, zu verspotten, vnd zu geisseln, vnd zu creutzigen, Vnd am dritten tage wird er wider aufferstehen.

[10]Da trat zu jm die Mutter der kinder Zebedei, mit jren Soenen, fiel fur jn nider vnd bat etwas von jm. [21]Vnd er sprach zu jr, Was wiltu. Sie sprach zu jm, Las diese meine zween Soene sitzen in deinem Reich, einen zu deiner rechten, vnd den andern zu deiner lincken. [22]Aber Jhesus antwortet, vnd sprach, Jr wisset nicht, was jr bittet. Koennet jr den Kelch trincken, den ich trincken werde, vnd euch teuffen lassen, mit der Tauff, da ich mit getaufft werde? Sie sprachen zu jm, Ja, wol. [23]Vnd er sprach zu jnen, Meinen Kelch solt jr zwar trincken, vnd mit der Tauffe, da ich mit getaufft werde, solt jr getaufft werden. Aber das sitzen zu meiner rechten vnd lincken zu geben, stehet mir nicht zu, Sondern denen es bereitet ist von meinem Vater.

[24]DA das die Zehen hoereten, wurden sie vnwillig vber die zween Brueder. [25]Aber Jhesus rieff jnen zu sich, vnd sprach, Jr wisset, das die weltliche Fuersten herrschen, vnd die Vberherrn haben gewalt. [26]So sol es nicht sein vnter euch, Sondern, so jemand wil vnter euch gewaltig sein, der sey ewer Diener. [27]Vnd wer da wil der Fuernemest sein, der sey ewer Knecht. [28]Gleich wie des menschen Son ist nicht komen, das er jm dienen lasse, Sondern das er diene, vnd gebe sein Leben zu einer erloesung fur viele.

[29]Vnd da sie von Jericho auszogen, folgete jm viel Volcks nach. [30]Vnd sihe, zween Blinden sassen am wege, vnd da sie hoereten, das Jhesus fur vber gieng, schrien sie, vnd sprachen, Ah HErr, du son Dauid, erbarm dich vnser. [31]Aber das Volck bedrawet sie, das sie schweigen solten. Aber sie schrien viel mehr, vnd sprachen, Ah HErr, du son Dauid, erbarm dich vnser. [32]Jhesus aber stund stille, vnd rieff jnen, vnd sprach, Was wolt jr, das ich euch thun


sol? [33]Sie sprachen zu jm, HErr, das vnsere augen auffgethan werden. [34]Vnd es jamerte Jhesum, vnd rueret jre Augen an, Vnd als bald wurden jre augen wider sehend, Vnd sie folgeten jm nach.


XXI.[Bearbeiten]

Da sie nu nahe bey Jerusalem kamen gen Bethphage, an den Oleberg, sandte Jhesus seiner Juenger zween, [2]vnd sprach zu jnen, Gehet hin in den Flecken, der fur euch ligt, vnd balde werdet jr eine Eselin finden angebunden, vnd ein Fuellen bey jr, loeset sie auff, vnd fueret sie zu mir. [3]Vnd so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet, der HErr bedarff jr, so bald wird er sie euch lassen. [4]Das geschach aber alles, Auff das erfuellet wuerde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht, [5]Saget der tochter Zion, Sihe, dein Koenig kompt zu dir Senfftmuetig, vnd reit auff einem Esel, vnd auff einem Fuellen der lastbaren Eselin.

[6]DJe Juenger giengen hin, vnd theten wie jnen Jhesus befolhen hatte, [7]vnd brachten die Eselin vnd das Fuellen, vnd legten jre Kleider drauff vnd satzten jn drauff. [8]Aber viel Volcks breitet die Kleider auff den weg. Die andern hieben zweige von den Bewmen, vnd streweten sie auff den weg. [9]Das Volck aber das vorgieng vnd nachfolget, schrey vnd sprach, Hosianna dem son Dauid, Gelobet sey der da kompt in dem Namen des HERRN, Hosianna in der hoehe.

[10]Vnd als er zu Jerusalem einzoch, erreget sich die gantze Stad, vnd sprach, Wer ist der? [11]Das volck aber sprach, Das ist der Jhesus der Prophet von Nazareth aus Galilea.

[12]Vnd Jhesus gieng zum tempel Gottes hin ein, vnd treib eraus alle Verkeuffer vnd Keuffer im Tempel, vnd sties vmb der Wechsler tische, vnd die stuele der Taubenkremer. [13]Vnd sprach zu jnen, Es stehet geschrieben, Mein Haus sol ein Bethaus heissen, Jr aber habt eine Moerdergruben draus gemacht. [14]Vnd es giengen zu jm Blinden vnd Lamen im Tempel, vnd er heilete sie.

[15]DA aber die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten sahen die Wunder, die er thet, vnd die Kinder im Tempel schreien vnd sagen, Hosianna dem son Dauid, wurden sie entruestet, [16]vnd sprachen zu jm, Hoerestu auch was diese sagen? Jhesus sprach zu jnen, Ja, Habt jr nie gelesen, Aus dem munde der Vnmuendigen vnd Seuglingen hastu Lob zugericht? [17]Vnd er lies sie da, vnd gieng zur Stad hinaus gen Bethanien, vnd bleib daselbst.


[18]Als er aber des morgens wider in die Stad gieng, hungerte jn. [19]Vnd er sahe einen Feigenbawm an dem wege, vnd gieng hinzu, vnd fand nichts dran, denn alleine Bletter, vnd sprach zu jm, Nu wachse auff dir hin furt nimer mehr keine Frucht. Vnd der Feigenbawm verdorret als balde. [20]Vnd da das die Juenger sahen, verwunderten sie sich, vnd sprachen, Wie ist der Feigenbawm so bald verdorret? [21]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Warlich ich sage euch, so jr glauben habt, vnd nicht zweiuelt, so werdet jr nicht allein solchs mit dem Feigenbawm thun, Sondern so jr werdet sagen zu diesem Berge, heb dich auff, vnd wirff dich ins Meer, so wirds geschehen. [22]Vnd alles was jr bittet im Gebet, so jr gleubet, so werdet jrs empfahen.

Vnd als er in den Tempel kam, tratten zu jm, als er leret, die Hohenpriester vnd die Eltesten im Volck, vnd sprachen, Aus waser macht thustu das? Vnd wer hat dir die macht gegeben? [24]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Jch wil euch auch ein wort fragen, So jr mir das saget, wil ich euch sagen, aus waser macht ich das thu. [25]Wo her war die tauffe Johannis? war sie vom Himel, oder von den Menschen? Da gedachten sie bey sich selbs, vnd sprachen, Sagen wir, sie sey vom Himel gewesen, so wird er zu vns sagen, Warumb gleubet jr jm denn nicht? [26]Sagen wir aber, sie sey von Menschen gewesen, So muessen wir vns fur dem Volck fuerchten, Denn sie hielten alle Johannes fur einen Propheten. [27]Vnd sie antworten Jhesu, vnd sprachen, Wir wissens nicht. Da sprach er zu jnen, So sage ich euch auch nicht, aus waser macht ich das thu.

[28]Was duencket euch aber? Es hatte ein Man zween Soene, vnd gieng zu dem Ersten, vnd sprach, Mein son, gehe hin, vnd erbeite heute in meinem Weinberge. [29]Er antwortet aber, vnd sprach, Jch wils nicht thun, Darnach rewet es jn, vnd gieng hin. [30]Vnd er gieng zum andern, vnd sprach gleich also. Er antwortet aber, vnd sprach, Herr, ja, Vnd gieng nicht hin. [31]Welcher vnter den zweien hat des Vaters willen gethan? Sie sprachen zu jm, der erste. Jhesus sprach zu jnen, Warlich ich sage euch, die Zoelner vnd Huren muegen wol ehe ins Himelreich komen, denn jr. [32]Johannes kam zu euch, vnd leret euch den rechten weg, Vnd jr gleubet jm nicht, Aber die Zoelner vnd Huren


gleubten jm Vnd ob jrs wol sahet, thatet jr dennoch nicht Busse, das jr jm darnach auch gegleubt hettet.

[33]Horet ein ander Gleichnis. Es war ein Hausvater, der pflantzet einen Weinberg, vnd fueret einen Zaun drumb, vnd grub eine Kelter drinnen, vnd bawet einen Thurn, vnd thet jn den Weingartnern aus, vnd zog vber land. [34]Da nu er bey kam die zeit der Fruechte, sandte er seine Knechte zu den Weingartnern, das sie seine Fruechte empfiengen. [35]Da namen die Weingartner seine Knechte, einen steupten sie, den andern toedten sie, den dritten steinigeten sie. [36]Abermal sandte er andere Knechte, mehr denn der ersten waren, Vnd sie theten jnen gleich also.

[37]DArnach sandte er seinen Son zu jnen, vnd sprach, Sie werden sich fur meinem Son schewen. [38]Da aber die Weingartner den Son sahen, sprachen sie vnternander, das ist der Erbe, kompt, Lasst vns jn toedten, vnd sein Erbgut an vns bringen. [39]Vnd sie namen jn, vnd stiessen jn zum Weinberge hinaus, vnd toedten jn. [40]Wenn nu der Herr des weinberges komen wird, was wird er diesen Weingartnern thun? [41]Sie sprachen zu jm, Er wird die Boesewicht vbel vmbbringen, vnd seinen Weinberg andern Weingartnern aus thun, die jm die Fruechte zu rechter zeit geben.

[42]JHesus sprach zu jnen, Habt jr nie gelesen in der schrifft, der Stein den die Bawleute verworffen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem HERRN ist das geschehen, vnd es ist wunderbarlich fur vnsern augen. [43]Darumb sage ich euch, Das reich Gottes wird von euch genomen, vnd den Heiden gegeben werden, die seine Fruechte bringen. [44]Vnd wer auff diesen Stein fellet, der wird zurschellen. Auff welchen aber Er fellet, den wird er zurmalmen. [45]Vnd da die Hohenpriester vnd Phariseer seine Gleichnisse hoereten, vernamen sie, das er von jnen redet. [46]Vnd sie trachten darnach, wie sie jn griffen, Aber sie furchten sich fur dem volck, Denn es hielt jn fur einen Propheten.


XXII.[Bearbeiten]

Vnd Jhesus antwortet vnd redet abermal durch Gleichnisse zu jnen, vnd sprach. [2]Das Himelreich ist gleich einem Koenige, der seinem Son hochzeit machte, [3]vnd sandte seine Knechte aus, das sie den Gesten zur hochzeit ruffeten, Vnd sie wolten nicht komen. [4]Abermal sandte er andere Knechte aus vnd sprach, Saget den Gesten, sihe, meine Malzeit habe ich bereitet,


meine Ochsen vnd mein Mastvieh ist geschlachtet, vnd alles bereit, Kompt zur hochzeit. [5]Aber sie verachteten das, vnd giengen hin, einer auff seinen Acker, der ander zu seiner Hantierung. [6]Etliche aber griffen seine Knechte, hoeneten vnd toedten sie. [7]Da das der Koenig hoeret, ward er zornig, vnd schickete seine Heere aus vnd brachte diese Moerder vmb, vnd zuendet jre Stad an.

[8]DA sprach er zu seinen Knechten, Die hochzeit ist zwar bereit, Aber die Geste warens nicht werd. [9]Darumb gehet hin auff die Strassen, vnd ladet zur Hochzeit, wen jr findet. [10]Vnd die Knechte giengen aus auff die Strassen, vnd brachten zusamen wen sie funden, Boese vnd Gute, vnd die tische wurden alle vol. [11]Da gieng der Koenig hinein, die Geste zu besehen, vnd sahe alda einen Menschen, der hatte kein hochzeitlich Kleid an, [12]vnd sprach zu jm, Freund, wie bistu her ein komen, vnd hast doch kein hochzeitlich Kleid an, Er aber verstummet. [13]Da sprach der Koenig zu seinen Dienern, Bindet jm hende vnd fuesse, vnd werffet jn in das Finsternis hinaus, Da wird sein heulen vnd zeenklappen. [14]Denn viel sind beruffen, Aber wenig sind auserwelet.

[15]Da giengen die Phariseer hin, vnd hielten einen Rat, wie sie jn fiengen in seiner Rede. [16]Vnd sandten zu jm jre Juenger, sampt Herodis diener, vnd sprachen, Meister, wir wissen das du warhafftig bist, vnd lerest den weg Gottes recht, vnd du fragest nach niemand, denn du achtest nicht das ansehen der Menschen. [17]Darumb sage vns, was duenckt dich? Jsts recht das man dem Keiser zinse gebe, oder nicht? [18]Da nu Jhesus marckte jre schalckheit, sprach er, Jr Heuchler, was versuchet jr mich? [19]Weiset mir die Zinsemuentze. Vnd sie reichten jm einen Grosschen dar. [20]Vnd er sprach zu jnen, Wes ist das bilde vnd die vberschrifft? [21]Sie sprachen zu jm, des Keisers. Da sprach er zu jnen, So gebet dem Keiser, was des Keisers ist, vnd Gotte, was Gottes ist. [22]Da sie das hoereten, verwunderten sie sich, vnd liessen jn, vnd giengen dauon.

[23]An dem selbigen tage tratten zu jm die Saduceer, die da halten, es sey kein Aufferstehen, vnd frageten jn, [24]vnd sprachen, Meister, Moses hat gesagt, so einer stirbt, vnd hat nicht Kinder, so sol sein Bruder sein weib freien, vnd seinem Bruder samen erwecken. [25]Nu sind bey vns gewesen sieben Brueder. Der erste freiet vnd starb, vnd die weil er nicht samen hatte, lies er sein weib seinem bruder, [26]Des selben gleichen, der ander, vnd der dritte, bis an den siebenden. [27]Zu letzt nach allen starb auch das weib. [28]Nu in der aufferstehung, welches Weib wird sie sein vnter den sieben? Sie haben sie ja alle gehabt.


[29]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Jr jrret, vnd wisset die Schrifft nicht, noch die krafft Gottes. [30]Jn der Aufferstehung werden sie weder freien, noch sich freien lassen, Sondern sie sind gleich wie die engel Gottes im Himel. [31]Habt jr aber nicht gelesen von der Todten aufferstehung, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht, [32]Jch bin der Gott Abraham, vnd der Gott Jsaac, vnd der Gott Jacob? Gott aber ist nicht ein Gott der Todten, sondern der Lebendigen. [33]Vnd da solchs das Volck hoeret, entsatzten sie sich vber seiner Lere.

[34]Da aber die Phariseer hoereten, das er den Saduceern das maul gestopfft hatte, versamleten sie sich. [35]Vnd einer vnter jnen ein Schrifftgelerter, versucht jn, vnd sprach, [36]Meister, welches ist das furnemest Gebot im Gesetz? [37]Jhesus aber sprach zu jm, Du solt lieben Gott deinen HERRN, von gantzem hertzen, von gantzer seelen, von gantzem gemuete, [38]Dis ist das furnemest vnd groeste Gebot. [39]Das ander ist dem gleich, Du solt deinen Nehesten lieben, als dich selbs. [40]Jn diesen zweien geboten hanget das gantze Gesetz vnd die Propheten.

[41]Da nu die Phariseer bey einander waren, fraget sie Jhesus, [42]vnd sprach, Wie duenckt euch vmb Christo? Wes son ist er? Sie sprachen, Dauids. [43]Er sprach zu jnen, Wie nennet jn denn Dauid im Geist einen Herrn? da er sagt, [44]Der HERR hat gesagt zu meinem HErrn, Setze dich zu meiner rechten, Bis das ich lege deine Feinde zum schemel deiner fuesse. [45]So nu Dauid jn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Son? [46]Vnd niemand kund jm ein wort antworten, vnd thurst auch niemand von dem tage an hinfurt jn fragen.


XXIII.[Bearbeiten]

Da redete Jhesus zu dem Volck, vnd zu seinen Juengern, [2]vnd sprach, Auff Moses stuel sitzen die Schrifftgelerten vnd Phariseer, [3]Alles nu was sie euch sagen, das jr halten sollet, das haltet vnd thuts, Aber nach jren wercken solt jr nicht thun, Sie sagens wol, vnd thuns nicht. [4]Sie binden aber schwere vnd vntregliche Buerden, vnd legen sie den Menschen auff den hals, Aber sie woellen die selben nicht mit einem finger regen. [5]Alle jre werck aber thun sie, das sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen jre Denckzedel breit, vnd die seume an jren Kleidern gros. [6]Si


sitzen gerne oben an vber Tissch, vnd in den Schulen, [7]vnd habens gerne, das sie gegruesset werden auff dem marckt, vnd von den menschen Rabbi genant werden.

[8]ABer jr solt euch nicht Rabbi nennen lassen, Denn einer ist ewer Meister, Christus, jr aber seid alle Brueder. [9]Vnd solt niemand Vater heissen auff erden, Denn einer ist ewer Vater, der im Himel ist. [10]Vnd jr solt euch nicht lassen Meister nennen, Denn einer ist ewer Meister, Christus. [11]Der groessest vnter euch, sol ewer diener sein. [12]Denn wer sich selbs erhoehet, der wird ernidriget, Vnd wer sich selbs ernidriget, der wird erhoehet.

[13]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr das Himelreich zuschliesset fur den Menschen, Jr kompt nicht hinein, vnd die hin ein woellen, lasset jr nicht hin ein gehen.

[14]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr der Widwen heuser fresset, vnd wendet lang Gebet fur, Darumb werdet jr deste mehr verdamnis empfahen.

[15]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr Land vnd Wasser vmbziehet, das jr einen Juedenossen machet, Vnd wenn ers worden ist, machet jr aus jm ein Kind der hellen, zweifeltig mehr denn jr seid.

[16]Weh euch verblente Leiter, die jr sagt, Wer da schweret bey dem Tempel, das ist nichts, wer aber schweret bey dem golde am Tempel, der ist schueldig. [17]Jr Narren vnd Blinden, Was ist groesser? das gold oder der Tempel, der das gold heiliget? [18]Wer da schweret bey dem Altar, das ist nichts, wer aber schweret bey dem Opffer, das droben ist, der ist schueldig. [19]Jr Narren vnd Blinden, was ist groesser? das Opffer, oder der Altar, der das opffer heiliget? [20]Darumb, wer da schweret bey dem Altar, der schweret bey demselben, vnd bey allem das droben ist. [21]Vnd wer da schweret bey dem Tempel, der schweret bey dem selbigen, vnd bey dem, der drinnen wonet. [22]Vnd wer da schweret bey dem Himel, der schweret bey dem stuel Gottes, vnd bey dem, der drauff sitzet.

[23]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr verzehendet die Mintz, Till, vnd Kuemel, vnd lasset dahinden das schwerest im Gesetz, nemlich, das Gerichte, die Barmhertzigkeit vnd den Glauben, Dis solt man thun, vnd jenes nicht lassen. [24]Jr verblente Leiter, die jra Muckenseiget, vnd Kamel verschluckt.


[25]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr die Becher vnd Schuessel auswendig reinlich haltet, Jnwendig aber ists vol raubes vnd b frasses. [26]Du blinder Phariseer, reinige zum ersten das inwendige am Becher vnd Schuessel, auff das auch das auswendige rein werde.

[27]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr gleich seid wie die vbertuenchte Greber, welche auswendig huebsch scheinen, Aber inwendig sind sie voller Todtenbein, vnd alles vnflats. [28]Also auch jr, von aussen scheinet jr fur den Menschen from, Aber inwendig seid jr voller heucheley vnd vntugent.

[29]Weh euch Schrifftgelerten vnd Phariseer, jr Heuchler, die jr der Propheten greber bawet, vnd schmuecket der Gerechten greber, [30]vnd sprecht, Weren wir zu vnser Veter zeiten gewesen, so wolten wir nicht teilhafftig sein mit jnen, an der Propheten blut. [31]So gebt jr zwar vber euch selbs zeugnis, das jr Kinder seid, dere, die die Propheten getoedtet haben. [32]Wolan, erfuellet auch jr das mas ewer Veter. [33]Jr Schlangen, jr Ottern gezichte, wie wolt jr der hellischen Verdamnis entrinnen?

[34]Darumb, sihe, Jch sende zu euch Propheten vnd Weisen vnd Schrifftgelerten, Vnd der selbigen werdet jr etliche toedten vnd creutzigen, vnd etliche werdet jr geisseln in ewren Schulen, vnd werdet sie verfolgen von einer Stad zu der andern. [35]Auff das vber euch kome, alle das gerechte Blut, das vergossen ist auff Erden, von dem blut an des gerechten Abels, bis auffs blut Zacharias Barachie son, welchen jr getoedtet habt zwischen dem Tempel vnd Altar. [36]Warlich ich sage euch, das solches alles wird vber dis Geschlecht komen.

[37]JErusalem, Jerusalem, die du toedtest die Propheten, vnd steinigest die zu dir gesand sind, Wie offt habe ich deine Kinder versamlen woellen, wie eine Henne versamlet jre Kuechlin, vnter jre fluegel, Vnd jr habt nicht gewolt? [38]Sihe, ewer Haus sol euch wuest gelassen werden. [39]Denn ich sage euch, Jr werdet mich von jtzt an nicht sehen, bis jr sprecht, Gelobt sey der da kompt im Namen des HERRN.

XXIIII.[Bearbeiten]

Vnd Jhesus gieng hin weg von dem Tempel, vnd seine Juenger tratten zu jm, das sie jm zeigeten des Tempels gebew. [2]Jhesus aber sprach zu jnen, Sehet jr nicht das alles? Warlich ich sage euch, Es wird hie nicht ein Stein auff dem andern bleiben, der nicht zubrochen werde.

[3]Vnd als er auff dem Oleberge sass, tratten zu jm seine Juenger besonders, vnd sprachen, Sage vns, wenn wird das geschehen? Vnd welchs wird das Zeichen sein deiner zukunfft vnd der Welt ende? [4]Jhesus aber antwortet, vnd sprach zu jnen, Sehet zu, das euch nicht jemand verfuere, [5]Denn es werden viel komen vnter meinem Namen, vnd sagen, Jch bin Christus, vnd werden viel verfueren.

[6]JR werdet hoeren Kriege vnd geschrey von kriegen, Sehet zu, vnd erschreckt nicht, das mus zum ersten alles geschehen, Aber es ist noch nicht das ende da. [7]Denn es wird sich empoeren ein Volck vber das ander, vnd ein Koenigreich vber das ander, vnd werden sein Pestilentz vnd Thewre zeit, vnd Erdbeben hin vnd wider, [8]da wird sich allererst die Not anheben.

[9]Als denn werden sie euch vberantworten in truebsal, vnd werden euch toedten, Vnd jr muesset gehasset werden, vmb meines Namens willen, von allen Voelckern. [10]Denn werden sich viel ergern, vnd werden sich vnternander verrhaten, vnd werden sich vnternander hassen. [11]Vnd es werden sich viel falscher Propheten erheben, vnd werden viel verfueren. [12]Vnd dieweil die Vngerechtigkeit wird vber hand nemen, wird die Liebe in vielen erkalten. [13]Wer aber beharret bis ans ende, der wird selig. [14]Vnd es wird geprediget werden das Euangelium vom Reich, in der gantzen Welt, zu einem zeugnis vber alle Voelcker, Vnd denn wird das ende komen.

[15]Wenn jr nu sehen werdet den a Grewel der verwuestunge, dauon gesagt ist durch den Propheten Daniel, das er stehet an der heiligen Stete Wer das lieset der mercke drauff. [16]Als denn fliehe auff die Berge, wer im Juedischenlande ist, [17]Vnd wer auff dem dach ist, der steige nicht ernider etwas aus seinem Hause zu holen, [18]Vnd wer auff dem felde ist, der kere nicht vmb, seine Kleider zu holen. [19]Weh aber den Schwangern vnd Seugern zu der zeit. [20]Bittet aber das ewre flucht nicht geschehe b im Winter, oder am Sabbath. [21]Denn es wird als denn ein gros Truebsal sein, als nicht gewesen ist von


anfang der Welt, bis her, vnd als auch nicht werden wird. [22]Vnd wo diese tage nicht wuerden verkuertzt, So wuerde kein Mensch selig, Aber vmb der Ausserweleten willen, werden die tage verkuertzt.

[23]SO als denn jemand zu euch wird sagen, c Sihe, hie ist Christus, oder da, so solt jrs nicht gleuben. [24]Denn es werden falsche Christi vnd falsche Propheten auffstehen, vnd grosse Zeichen vnd Wunder thun, Das verfueret werden in den jrthum (wo es mueglich were) auch die Ausserweleten. [25]Sihe, ich habs euch zuuor gesagt. [26]Darumb, wenn sie zu euch sagen werden, Sihe, er ist in der Wuesten, so gehet nicht hinaus, Sihe, er ist in der Kamer, so gleubt nicht. [27]Denn gleich wie der Blitz ausgehet vom auffgang, vnd scheinet bis zum nidergang, Also wird auch sein die Zukunfft des menschen Sons. [28]d Wo aber ein Ass ist, da samlen sich die Adler.

[29]Bald aber nach dem truebsal der selbigen zeit, werden Sonn vnd Mond den schein verlieren, vnd die Sterne werden vom Himel fallen, vnd die kreffte der Himel werden sich bewegen. [30]Vnd als denn wird erscheinen das zeichen des menschen Sons im Himel. Vnd als denn werden heulen alle Geschlechte auff erden, vnd werden sehen komen des menschen Son in den wolcken des Himels, mit grosser Krafft vnd Herrligkeit. [31]Vnd er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, vnd sie werden samlen seine Ausserwelten von den vier Winden, von einem ende des Himels zu dem andern.

[32]AN dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis, Wenn sein zweig jtzt safftig wird, vnd bletter gewinnet, So wisset jr, das der Somer nahe ist. [33]Also auch, wenn jr das alles sehet, so wisset, das es nahe fur der thuer ist. [34]Warlich, Jch sage euch, Dis Geschlecht wird nicht vergehen, bis das dieses alles a geschehe. [35]Himel vnd Erden werden vergehen, Aber meine Wort werden nicht vergehen.

[36]Von dem Tage aber, vnd von der Stund weis niemand, auch die Engel nicht im Himel, Sondern allein mein Vater. [37]Gleich aber wie es zu der zeit Noe war, Also wird auch sein die zukunfft des menschen Sons. [38]Denn gleich wie sie waren in den tagen, vor der Sindflut, sie assen, sie truncken, freieten, vnd liessen sich freien, Bis an den tag, da Noe zu der Archen eingieng, [39]vnd sie achtens nicht, Bis die Sindflut kam, vnd nam sie alle dahin. Also wird auch sein die Zukunfft des menschen Sons. [40]Denn werden Zween auff dem felde sein, Einer wird angenomen, Vnd der ander wird verlassen werden. [41]Zwo werden malen auff der muele, Eine wird angenomen, Vnd die ander wird verlassen werden.

[42]DArumb wachet, Denn jr wisset nicht, welche stunde ewer HErr komen wird. [43]Das solt jr aber wissen, wenn ein Hausvater wueste, welche stunde


der Dieb komen wolt, So wuerde er ja wachen, vnd nicht in sein Haus brechen lassen. [44]Darumb seid jr auch bereit, Denn des menschen Son wird komen zu einer stunde, da jr nicht meinet.

[45]Welcher ist aber nu ein trewer vnd kluger Knecht, den der Herr gesetzt hat vber sein Gesinde, das er jnen zu rechter zeit Speise gebe? [46]Selig ist der Knecht, wenn sein Herr kompt, vnd findet jn also thun. [47]Warlich ich sage euch, er wird jn vber alle seine Gueter setzen.

[48]SO aber jener, der boese Knecht, wird in seinem hertzen sagen, Mein Herr kompt noch lange nicht, [49]Vnd fehet an zu schlahen seine Mitknechte, isset vnd trincket mit den Trunckenen. [50]So wird der Herr des selben Knechts komen, an dem tage, des er sich nicht versihet, vnd zu der stunde, die er nicht meinet, vnd wird jn zuscheittern, [51]Vnd wird jm seinen Lohn geben, mit den Heuchlern, Da wird sein heulen vnd zeenklappen.


XXV.[Bearbeiten]

Denn wird das Himelreich gleich sein zehen Jungfrawen, die jre Lampen namen, vnd giengen aus dem Breutgam entgegen. [2]Aber fuenff vnter jnen waren toericht, vnd fuenff waren klug. [3]Die toerichten namen jre b Lampen, Aber sie namen nicht ole mit sich. [4]Die klugen aber namen ole in jren gefessen sampt jren Lampen. [5]Da nu der Breutgam verzog, worden sie alle schlefferig, vnd entschlieffen.

[6]ZVr Mitternacht aber ward ein geschrey, sihe, der Breutgam kompt, gehet aus jm entgegen. [7]Da stunden diese Jungfrawen alle auff, vnd schmueckten jre Lampen. [8]Die toerichten aber sprachen zu den klugen, Gebt vns von ewrem oele, Denn vnsere Lampen verlesschen. [9]Da antworten die Klugen, vnd sprachen, Nicht also, auff das nicht vns vnd euch gebreche, Gehet aber hin zu den Kremern, vnd keuffet fur euch selbs. [10]Vnd da sie hin giengen zukeuffen, kam der Breutgam, vnd welche bereit waren, giengen mit jm hin ein zur Hochzeit, Vnd die thuer ward verschlossen. [11]Zu letzt kamen auch die andern Jungfrawen, vnd sprachen, HErr, HErr, thu vns auff. [12]Er antwortet aber, vnd sprach, Warlich ich sage euch, Jch kenne ewer nicht. [13]Darumb wachet, Denn jr wisset weder tag noch stund in welcher des menschen Son komen wird.

[14]Gleich wie ein Mensch der vber land zog, ruffete seinen Knechten, vnd thet jnen seine gueter ein, [15]Vnd einem gab er fuenff c Centner, dem andern zween, dem dritten einen, Einem jedern nach seinem vermoegen, vnd zog bald hinweg.


[16]Da gieng der hin, der fuenff Centner empfan-gen hatte, vnd handelte mit denselbigen, vnd gewan andere fuenff Centner. [17]Desgleichen auch der zween Centner empfangen hatte, gewan auch zween andere. [18]Der aber einen empfangen hatte, gieng hin, vnd machete eine Grube in die erden, vnd verbarg seines Herrn geld.

[19]VBer eine lange zeit, kam der Herr dieser knechte, vnd hielt rechenschafft mit jnen. [20]Da trat erzu, der fuenff Centner empfangen hatte, vnd legete ander fuenff Centner dar, vnd sprach, Herr, du hast mir fuenff Centner gethan, Sihe da, ich habe da mit andere fuenff Centner gewonnen. [21]Da sprach sein Herr zu jm, Ey du fromer vnd getrewer Knecht, du bist vber wenigem getrew gewest, Jch wil dich vber viel setzen, Gehe ein zu deines Herrn freude. [22]Da trat auch erzu, der zween Centner empfangen hatte, vnd sprach, Herr, du hast mir zween Centner gethan, Sihe da, ich hab mit denselben zween ander gewonnen. [23]Sein Herr sprach zu jm, Ey du fromer vnd getrewer Knecht, du bist vber wenigem getrew gewesen, Jch wil dich vber viel setzen, Gehe ein zu deines Herrn freude.

[24]DA trat auch erzu, der einen Centner empfangen hatte, vnd sprach, Herr, ich wuste, das du ein harter Man bist, du schneittest, wo du nicht geseet hast, vnd samlest, da du nicht gestrawet hast, [25]Vnd furchte mich, gieng hin, vnd verbarg deinen Centner in die erden, Sihe, da hastu das deine. [26]Sein Herr aber antwortet, vnd sprach zu jm, Du Schalck vnd fauler Knecht, wustestu das ich schneitte, da ich nicht geseet habe, vnd samle, da ich nicht gestrawet habe, [27]So soltestu mein geld zu den Wechslern gethan haben, vnd wenn ich komen were, hette ich das meine zu mir genomen mit wucher. [28]Darumb nemet von jm den Centner, vnd gebets dem, der zehen Centner hat. [29]Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, vnd wird die fuelle haben, Wer aber nicht hat, Dem wird auch das er hat genomen werden. [30]Vnd den vnnuetzen Knecht werfft in die finsternis hin aus, Da wird sein heulen vnd zeenklappen.

[31]Wenn aber des menschen Son komen wird, in seiner Herrligkeit, vnd alle heilige Engel mit jm, denn wird er sitzen auff dem stuel seiner Herrligkeit, [32]vnd werden fur jm alle Voelcker versamlet werden, Vnd er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Boecken scheidet, [33]vnd wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, vnd die Boecke zur Lincken.


[34]Da wird denn der Koenig sagen zu denen zu seiner Rechten, Kompt her jr gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von anbegin der welt. [35]Denn ich bin Hungerig gewesen, vnd jr habt mich gespeiset. Jch bin Durstig gewesen, vnd jr habt mich getrencket. Jch bin ein Gast gewesen, vnd jr habt mich beherberget. [36]Jch bin Nacket gewesen, vnd jr habt mich bekleidet. Jch bin Kranck gewesen, vnd jr habt mich besucht. Jch bin Gefangen gewesen, vnd jr seid zu mir komen.

[37]DEnn werden jm die Gerechten antworten, vnd sagen, HErr, wenn haben wir dich hungerig gesehen, vnd haben dich gespeiset? Oder durstig, vnd haben dich getrenckt? [38]Wenn haben wir dich einen gast gesehen, vnd beherberget? Oder nacket, vnd haben dich bekleidet? [39]Wenn haben wir dich kranck oder gefangen gesehen, vnd sind zu dir komen? [40]Vnd der Koenig wird antworten, vnd sagen zu jnen, Warlich ich sage euch, was jr gethan habt einem vnter diesen meinen geringsten Bruedern, Das habt jr Mir gethan.

[41]Denn wird er auch sagen zu denen zur Lincken, Gehet hin von mir, jr Verfluchten, in das ewige Fewr, das bereitet ist dem Teufel vnd seinen Engeln. [42]Jch bin Hungerig gewesen, vnd jr habt mich nicht gespeiset. Jch bin Durstig gewesen, vnd jr habt mich nicht getrencket. [43]Jch bin ein Gast gewesen, vnd jr habt mich nicht beherberget. Jch bin Nacket gewesen, vnd jr habt mich nicht bekleidet. Jch bin Kranck vnd Gefangen gewesen, vnd jr habt mich nicht besucht.

[44]DA werden sie jm auch antworten vnd sagen, HErr, wenn haben wir dich gesehen, hungerig, oder durstig, oder einen gast, oder nacket, oder kranck, oder gefangen, Vnd haben dir nicht gedienet? [45]Denn wird er jnen antworten, vnd sagen, Warlich ich sage euch, was jr nicht gethan habt einem vnter diesen Geringsten, das habt jr Mir auch nicht gethan. [46]Vnd sie werden in die ewige Pein gehen, Aber die Gerechten in das ewige Leben.


XXVI.[Bearbeiten]

Vnd es begab sich, da Jhesus alle diese Rede volendet hatte, sprach er zu seinen Juengern, [2]Jr wisset, das nach zween tagen Ostern wird, Vnd des menschen Son wird vberantwortet werden, das er gecreutziget werde.

[3]Da versamleten sich die Hohenpriester vnd Schrifftgelerten, vnd die Eltesten im Volck, in den pallast des Hohenpriesters, der da hies Caiphas, [4]vnd hielten rat, wie sie Jhesum mit listen griffen vnd toedten. [5]Sie sprachen aber, Ja nicht auff das Fest, auff das nicht ein Auffrhur werde im Volck.

[6]Da nu Jhesus war zu Bethanien, im hause Simonis des aussetzigen, [7]trat zu jm ein Weib, das hatte ein glas mit koestlichem Wasser, vnd gos es auff sein Heubt, da er zu tisch sass. [8]Da das seine Juenger sahen, wurden sie vnwillig, vnd sprachen, Wo zu dienet dieser vnrat? [9]Dieses wasser hette mocht tewr verkaufft, vnd den Armen gegeben werden. [10]Da das Jhesus merckte, sprach er zu jnen, Was bekuemmert jr das weib? Sie hat ein a gut werck an mir gethan, [11]Jr habt alle zeit Armen bey euch, Mich aber habt jr nicht alle zeit. [12]Das sie dis wasser hat auff meinen Leib gegossen, hat sie gethan, das man mich begraben wird. [13]Warlich, ich sage euch, wo dis Euangelium geprediget wird in der gantzen Welt, da wird man auch sagen zu jrem gedechtnis, was sie gethan hat.

[14]Da gieng hin der Zwelffen einer, mit namen Judas Jscharioth, zu den Hohenpriestern, [15]vnd sprach, Was wolt jr mir geben, ich wil jn euch verrhaten? Vnd sie boten jm dreissig Silberling. [16]Vnd von dem an, suchet er gelegenheit, das er jn verrhiete.

I. Alte Osterlamb. [17]Aber am ersten tage der Suessenbrot, tratten die Juenger zu Jhesu, vnd sprachen zu jm, Wo wiltu, das wir dir bereiten das Osterlamb zu essen? [18]Er sprach, Gehet hin in die Stad, zu einem, vnd sprecht zu jm, Der Meister lesst dir sagen, meine zeit ist hie, ich wil bey dir die Ostern halten, mit meinen Juengern. [19]Vnd die Juenger thaten, wie jnen Jhesus befolhen hatte, vnd bereiteten das Osterlamb.

[20]VNd am abend satzte er sich zu tisch mit den Zwelffen. [21]Vnd da sie assen, sprach er, Warlich ich sage euch, Einer vnter euch wird mich verrhaten. [22]Vnd sie wurden seer betruebt, vnd huben an, ein jglicher vnter jnen, vnd sagten zu jm, HErr, bin ichs? [23]Er antwortet vnd sprach, Der mit der hand mit mir in die Schuessel tauchet, der wird mich verrhaten. [24]Des menschen Son gehet zwar da hin, wie von jm geschrieben stehet, Doch weh dem Menschen, durch welchen des menschen Son verrhaten wird, Es were jm besser, das der selbige Mensch noch nie geborn were. [25]Da antwortet Judas, der jn verrhiet, vnd sprach, Bin ichs Rabbi? Er sprach zu jm, Du sagests.

Abendmal des HERrn. [26]Da sie aber assen, nam Jhesus das Brot, dancket, vnd brachs, vnd gabs den Juengern, vnd sprach, Nemet, esset, das ist mein Leib. [27]Vnd er nam den Kelch, vnd dancket, gab jnen den, vnd sprach, Trincket alle draus, [28]das ist mein Blut des newen Testaments, welchs vergossen wird fur viel, zur vergebung der suenden. [29]Jch sage euch, ich werde von nu an nicht mehr von diesem gewechs des weinstocks a trincken, bis an den tag, da ichs newe trincken werde mit euch in meines Vaters reich.

II. Oleberg. [30]Vnd da sie den Lobgesang gesprochen hatten, giengen sie hinaus an den Oleberg. [31]Da sprach Jhesus zu jnen, Jn dieser nacht werdet jr euch alle ergern an mir. Denn es stehet geschrieben, Jch werde den Hirten schlahen, Vnd die Schafe der herde werden sich zerstrewen. [32]Wenn ich aber aufferstehe, wil ich fur euch hin gehen in Galilean. [33]Petrus aber antwortet, vnd sprach zu jm, Wenn sie auch alle sich an dir ergerten, So wil ich doch mich nimer mehr ergern. [34]Jhesus sprach zu jm, Warlich ich sage dir, Jn dieser nacht, ehe der Hane krehet, wirstu mich drey mal verleugnen. [35]Petrus sprach zu jm, Vnd wenn ich mit dir sterben mueste, So wil ich dein nicht verleugnen. Des gleichen sagten auch alle Juenger.

[36]Da kam Jhesus mit jnen, zu eim Hofe, der heis Gethsemane, vnd sprach zu seinen Juengern, Setzet euch hie, bis das ich dort hin gehe, vnd bete. [37]Vnd nam zu sich Petrum, vnd die zween soene Zebedei, Vnd fieng an zu trawren vnd zu zagen. [38]Da sprach Jhesus zu jnen, a Meine Seele ist betruebet bis an den Tod, Bleibet hie, vnd wachet mit mir. [39]Vnd gieng hin ein wenig, fiel nider auff sein Angesichte, vnd betet, vnd sprach, Mein Vater, Jsts mueglich, so gehe dieser Kelch von mir, Doch nicht wie ich wil, sondern wie Du wilt, [40]Vnd er kam zu seinen Juengern, vnd fand sie schlafend, vnd sprach zu Petro. Koennet jr denn nicht eine stunde mit mir wachen? [41]Wachet vnd betet, Das jr nicht in anfechtung fallet. Der Geist ist willig, Aber das Fleisch ist schwach.

[42]ZVm andern mal gieng er aber hin, betet, vnd sprach, Mein Vater, Jsts nicht mueglich, das dieser Kelch von mir gehe, ich trincke jn denn, so


geschehe dein wille. [43]Vnd er kam vnd fand sie aber schlaffend, Vnd jre augen waren vol schlaffs. [44]Vnd er lies sie, vnd gieng aber mal hin, vnd betet zum dritten mal, vnd redet die selbigen wort. [45]Da kam er zu seinen Juengern, vnd sprach zu jnen, Ah wolt jr nu schlaffen vnd rugen? Sihe die stund ist hie, das des menschen Son in der Suender hende vberantwortet wird. [46]Stehet auff, lasst vns gehen, Sihe, er ist da, der mich verreht.

[47]Vnd als er noch redet, Sihe, da kam Judas der Zwelffen einer, vnd mit jm eine grosse Schar, mit Schwerten vnd mit Stangen, von den Hohenpriestern vnd Eltesten des volcks. [48]Vnd der Verrheter hatte jnen ein Zeichen gegeben, vnd gesagt, Welchen ich kuessen werde, der ists, den greiffet. [49]Vnd als bald trat er zu Jhesu, vnd sprach, Gegruesset seistu Rabbi, vnd kuesset jn. [50]Jhesus aber sprach zu jm, Mein Freund, warumb bistu komen? b Da tratten sie hinzu, vnd legten die hende an Jhesum, vnd griffen jn.

[51]Vnd sihe, Einer aus denen, die mit Jhesu waren, recket die hand aus, vnd zoch sein Schwert aus, vnd schlug des Hohenpriesters Knecht, vnd hieb jm ein Ohr ab. [52]Da sprach Jhesus zu jm, Stecke dein Schwert an seinen ort, Denn wer das Schwert c nimpt, der sol durchs Schwert d vmbkommen. [53]Oder meinstu, das ich nicht kuendte meinen Vater bitten, das er mir zuschickte mehr denn zwelffe e legion Engel? [54]Wie wuerde aber die Schrifft erfuellet? Es mus also gehen.

[55]ZV der stunde sprach Jhesus zu der Scharen, Jr seid ausgangen, als zu einem Moerder, mit schwerten vnd mit stangen, mich zu fahen, Bin ich doch teglich gesessen bey euch, vnd habe geleret im Tempel, vnd jr habt mich nicht gegriffen. [56]Aber das ist alles geschehen, das erfuellet wuerden die schrifft der Propheten. Da verliessen jn alle Juenger, vnd flohen.

III. Caiphas Hause. [57]Dje aber Jhesum gegriffen hatten, fuereten jn zu dem Hohenpriester Caiphas, da hin die Schrifftgelerten vnd Eltesten sich versamlet hatten. [58]Petrus aber folgete jm nach von ferns, bis in den Pallast des Hohenpriesters, vnd gieng hin ein, vnd satzte sich bey die Knechte, Auff das er sehe, wo es hinaus wolte.


[59]Dje Hohenpriester aber vnd Eltesten, vnd der gantze Rat, suchten falsche zeugnis wider Jhesum, Auff das sie jn toedten, [60]vnd funden keins, Vnd wiewol viel falscher Zeugen erzu traten, funden sie doch keins. Zu letzt traten erzu zween falsche zeugen, [61]vnd sprachen, Er hat gesagt, Jch kan den tempel Gottes abbrechen, vnd in dreien tagen den selben bawen.

[62]Vnd der Hohepriester stund auff, vnd sprach zu jm, Antwortestu nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? [63]Aber Jhesus schweig stille. Vnd der Hohepriester antwortet, vnd sprach zu jm, Jch beschwere dich bey dem lebendigen Gott, das du vns sagest, ob du seiest Christus, der Son Gottes? [64]Jhesus sprach, Du sagests. Doch sage ich euch, von nu an wirds geschehen, das jr sehen werdet des menschen Son sitzen zur rechten der Krafft, vnd komen in den wolcken des Himels.

[65]Da zureis der Hohepriester seine kleider, vnd sprach, Er hat Gott gelestert, was durffen wir weiter zeugnis? Sihe, jtzt habt jr seine Gotteslesterung gehoert, [66]was duenckt euch? Sie antworten vnd sprachen, Er ist des todes schueldig. [67]Da speieten sie aus in sein Angesichte, vnd schlugen jn mit feusten, Etliche aber schlugen jn ins Angesicht, [68]vnd sprachen, weissage vns Christe, wer ists, der dich schlug?

[69]Petrus aber sass draussen im Pallast, Vnd es trat zu jm eine Magd, vnd sprach, Vnd du warest auch mit dem Jhesu aus Galilea. Petrus verleugnet Christum. [70]Erleugnet aber fur jnen allen, vnd sprach, Jch weis nicht was du sagest. [71]Als er aber zur thur hinaus gieng, sahe jn ein andere, vnd sprach zu denen, die da waren. Dieser war auch mit dem Jhesu von Nazareth. [72]Vnd er leugnet aber mal, vnd schwur da zu, Jch kenne des Menschen nicht. [73]Vnd vber ein kleine weile, traten hin zu, die da stunden, vnd sprachen zu Petro, warlich, du bist auch einer von denen, Denn deine sprache verrhet dich. [74]Da hub er an, sich zu verfluchen vnd schweren, Jch kenne des Menschen nicht. Vnd als bald krehet der Hane. [75]Da dachte Petrus an die wort Jhesu, da er zu jm sagte, Ehe der Hane krehen wird, wirstu mich drey mal verleugnen. Vnd gieng heraus, vnd weinet bitterlich.


XXVII.[Bearbeiten]

IIII. Christus fur Pilatum gefueret. Des morgens aber hielten alle Hohepriester vnd die Eltesten des volcks einen Rat vber Jhesum, Das sie jn toedten. [2]Vnd bunden jn, fuereten jn hin, vnd vberantworten jn dem Landpfleger Pontio Pilato.

[3]Da das sahe Judas, der jn verrhaten hatte, das er verdampt war zum tode, Gerewet es jn, vnd bracht erwider die dreissig Silberling den Hohenpriestern vnd den Eltesten, [4]vnd sprach, Jch habe vbel gethan, das ich vnschuldig Blut verrhaten habe. [5]Sie sprachen, was gehet vns das an? Da sihe du zu. Vnd er warff die Silberlinge in den Tempel, Hub sich dauon, gieng hin vnd erhenget sich selbs.

[6]ABer die Hohenpriester namen die Silberlinge, vnd sprachen, Es taug nicht das wir sie in Gotteskasten legen, denn es ist Blutgelt. [7]Sie hielten aber einen Rat, vnd keufften einen Toepffers acker darumb, zum begrebnis der Pilger, [8]daher ist derselbige Acker genennet der Blutacker, bis auff den heutigen tag. [9]Da ist erfuellet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht, Sie haben genomen dreissig Silberlinge, da mit bezalet ward der verkauffte, welchen sie kaufften von den kindern Jsrael, [10]Vnd haben sie gegeben vmb einen Toepffers acker, Als mir der HERR befolhen hat.

[11]Ihesus aber stund fur dem Landpfleger, Vnd der Landpfleger fragete jn, vnd sprach, Bistu der Jueden Koenig? Jhesus aber sprach zu jm, Du sagests. [12]Vnd da er verklagt ward von den Hohenpriestern vnd Eltesten, antwortet er nichts. [13]Da sprach Pilatus zu jm, Hoerestu nicht, wie hart sie dich verklagen? [14]Vnd er antwortet jm nicht auff ein wort, Also, das sich auch der Landpfleger seer verwunderte.

[15]Avff das Feste aber hatte der Landpfleger gewonet, dem Volck einen Gefangen los zu geben, welchen sie wolten. [16]Er hatte aber zu der zeit einen gefangen, einen a Sonderlichen fur andern, der hies Barrabas. [17]Vnd da sie versamlet waren, sprach Pilatus zu jnen, Welchen wolt jr, das ich euch los gebe, Barrabam, oder Jhesum, von dem gesagt wird, er sey b Christus? [18]Denn er wuste wol, das sie jn aus neid vberantwortet hatten.


[16]Vnd da er auff dem Richtstuel sass, schickte sein Weib zu jm, vnd lies jm sagen, Habe du nichts zuschaffen mit diesem Gerechten, Jch habe heute viel erlitten im trawm, von seinet wegen.

[20]ABer die Hohenpriester vnd Eltesten vberredeten das volck, Das sie vmb Barrabas bitten solten, vnd Jhesum vmbbrechten. [21]Da antwortet nu der Landpfleger, vnd sprach zu jnen, Welchen wolt jr vnter diesen zweien, den ich euch sol los geben? Sie sprachen, Barrabam. [22]Pilatus sprach zu jnen, Was sol ich denn machen mit Jhesu, von dem gesagt wird, c er sey Christus? Sie sprachen alle, Las jn creutzigen. [23]Der Landpfleger sagete, Was hat er denn vbels gethan? Sie schrien aber noch mehr, vnd sprachen, Las jn creutzigen.

[24]Da aber Pilatus sahe, das er nichts schaffet, sondern das viel ein groesser Getuemel ward, nam er Wasser, vnd wusch die Hend fur dem Volck, vnd sprach, Jch bin vnschueldig an dem blut dieses Gerechten, sehet jr zu. [25]Da antwortet das gantze Volck, vnd sprach, Sein Blut kome vber vns vnd vber vnser Kinder. [26]Da gab er jnen Barrabam los, Aber Jhesum lies er geisseln, vnd vberantwortet jn, das er gecreutziget wuerde.

[27]Da namen die Kriegsknecht des Landpflegers Jhesum zu sich in das Richthaus, vnd samleten vber jn die gantze Schar. [28]Vnd zogen jn aus, vnd legten jm einen Purpur mantel an, [29]vnd flochten eine doernen Krone, vnd satzten sie auff sein Heubt, vnd ein Rhor in seine rechte hand, vnd beugeten die Knie fur jm, vnd spotteten jn, vnd sprachen, Gegruesset seiestu Jueden Koenig. [30]Vnd speieten jn an, vnd namen das Rhor, vnd schlugen da mit sein Heubt. [31]Vnd da sie jn verspottet hatten, zogen sie jm den Mantel aus, vnd zogen jm seine Kleider an, Vnd fuereten jn hin, das sie jn creutzigten.

Leiden. Christi am Creutz [32]Vnd in dem sie hin aus giengen, funden sie einen Menschen von Kyrene, mit namen Simon, den zwungen sie, das er jm sein Creutz trug. [33]Vnd da sie an die Stet kamen, mit namen Golgatha, das ist verdeudschet, Scheddelstet, [34]gaben sie jm Essig zu trincken mit Gallen vermischet, Vnd da ers schmecket wolt er nicht trincken.

[35]Da sie jn aber gecreutziget hatten, teileten sie seine Kleider, vnd worffen das Los darumb, Auff das erfuellet wuerde, das gesagt ist durch den Propheten, Sie haben meine Kleider vnter sich geteilet, vnd vber mein Gewand


haben sie das Los geworffen. [36]Vnd sie sassen alda, vnd hueteten sein. [37]Vnd oben zu seinen Heubten hefften sie die vrsach seines todes, beschrieben, nemlich, Dis ist Jhesus der Jueden Koenig. [38]Vnd da wurden zween Moerder mit jm gecreutziget, einer zur Rechten, vnd einer zur Lincken.

[39]Dje aber fur vber giengen, lesterten jn, vnd schuettelten jre Koepffe, [40]vnd sprachen, Der du den tempel Gottes zubrichest, vnd bawest jn in dreien tagen, hilff dir selber, Bistu Gottes son so steig erab vom creutz. [41]Des gleichen auch die Hohenpriester spotteten sein, sampt den Sschrifftgelerten, vnd Eltesten, vnd sprachen, [42]Andern hat er geholffen, vnd kan jm selber nicht helffen, Jst er der Koenig Jsrael, So steige er nu vom creutz, so woellen wir jm gleuben. [43]Er hat Gott vertrawet, der erloese jn nu, luestets jn, Denn er hat gesagt, Jch bin Gottes Son. [44]Desgleichen schmeheten jn auch die Moerder, die mit jm gecreutziget waren.

[45]Vnd von der sechsten stunden an, ward ein Finsternis vber das gantze Land, bis zu der neunden stunde. [46]Vnd vmb die neunde stunde schrey Jhesus laut, vnd sprach, Eli, Eli, lama asabthani? das ist, Mein Gott, mein Gott, warumb hastu mich verlassen? [47]Etliche aber die da stunden, da sie das hoereten, sprachen sie, Der rueffet dem Elias. [48]Vnd bald lieff einer vnter jnen, nam einen Schwam, vnd fuellet jn mit Essig, vnd steckt jn auff ein Rhor, vnd trencket jn. [49]Die andern aber sprachen, Halt, las sehen, Ob Elias kome vnd jm helffe. [50]Aber Jhesus schrey aber laut, vnd verschied.

[51]Vnd sihe da, der Furhang im Tempel zureis in zwey stueck, von oben an, bis vnten aus. [52]Vnd die Erde erbebete,vnd die Felsen zurissen, vnd die Greber theten sich auff vnd stunden auff viel Leibe der Heiligen die da schlieffen, [53]vnd giengen aus den grebern, nach seiner Aufferstehung, vnd kamen in die heilige Stad vnd erschienen vielen.

[54]Aber der Heubtman, vnd die bey jm waren vnd bewareten Jhesum, da sie sahen das Erdbeben, vnd was da geschach, erschracken sie seer, vnd sprachen, Warlich dieser ist Gottes son gewesen.

[55]VND es waren viel Weiber da, die von ferns zusahen, die da Jhesu waren nachgefolget aus Galilea, vnd hatten jm gedienet, [56]Vnter welchen war Maria Magdalena, vnd Maria die mutter Jacobi vnd Joses, vnd die mutter der kinder Zebedei.


VI. Christus begraben. [57]Am abend aber, kam ein reicher Man von Arimathia, der hies Joseph, welcher auch ein Juenger Jhesu war, [58]Der gieng zu Pilato, vnd bat jn vmb den Leib Jhesu. Da befalh Pilatus, man solt jm jn geben. [59]Vnd Joseph nam den Leib, vnd wickelet jn in ein rein Linwand, [60]vnd legete jn in sein eigen new Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hawen, vnd weltzet einen grossen stein fur die thuer des Grabes, vnd gieng dauon. [61]Es war aber alda Maria Magdalena, vnd die ander Maria, die satzten sich gegen das Grab.

[62]Des andern tages, der da folget nach dem Ruestage, kamen die Hohenpriester vnd Phariseer semptlich zu Pilato, [63]vnd sprachen, Herr, wir haben gedacht, das dieser Verfuerer sprach, da er noch lebet, Jch wil nach dreien tagen aufferstehen. [64]Darumb befilhe, das man das Grab verware, bis an den dritten tag, Auff das nicht seine Juenger komen, vnd stelen jn, vnd sagen zum Volck, er ist aufferstanden von den todten, Vnd werde der letzte betrug erger denn der erste. [65]Pilatus sprach zu jnen, da habt jr die Hueter, gehet hin, vnd verwaret, wie jr wisset. [66]Sie giengen hin, vnd verwareten das grab mit Huetern, vnd versiegelten den Stein.


XXVIII.[Bearbeiten]

Am Abend aber des Sabbaths, welcher anbricht am morgen des ersten Feirtages der Sabbathen, kam Maria Magdalena vnd die ander Maria, das Grab zu besehen. [2]Vnd sihe, es geschach ein gros Erdbeben. Denn der Engel des HERRN kam vom Himel her ab, trat hin zu, vnd waltzet den Stein von der Thuer, vnd satzte sich drauff, [3]Vnd seine gestalt war wie der blitz, vnd sein Kleid weis als der schnee. [4]Die Hueter aber erschracken fur furcht, vnd wurden als weren sie tod.

[5]ABer der Engel antwortet, vnd sprach zu den Weibern, Fuerchtet euch nicht, Jch weis, das jr Jhesum den gecreutzigten suchet, [6]Er ist nicht hie, Er ist aufferstanden, wie er gesagt hat. Kompt her, vnd sehet die stet, da der HERR gelegen hat. [7]Vnd gehet eilend hin, vnd saget es seinen Juengern, das er aufferstanden sey von den Todten, Vnd sihe, Er wird fur euch hin gehen in Galilean, da werdet jr jn sehen, sihe ich habs euch gesagt.

[8]Vnd sie giengend eilend zum Grabe hin aus mit furcht vnd grosser freude, vnd lieffen, das sie es seinen Juengern verkuendigeten. Vnd da sie giengen seinen Juengern zu verkuendigen, [9]Sihe, da begegnet jnen Jhesus, vnd sprach, Seid gegruesset. Vnd sie tratten zu jm, vnd griffen an seine Fuesse, vnd fielen fur jm nider. [10]Da sprach Jhesus zu jnen, Fuerchtet euch nicht, gehet hin, vnd verkuendiget es meinen Bruedern, das sie gehen in Galileam, daselbs werden sie mich sehen.

[16]Da sie aber hin giengen, Sihe, da kamen etliche von den Huetern in die Stad, vnd verkuendigeten den Hohenpriestern, alles was geschehen war. [12]Vnd sie kamen zusamen mit den Eltesten, vnd hielten einen Rat, vnd gaben den Kriegsknechten gelds gnug, [13]vnd sprachen, Saget, seine Juenger kamen des nachts, vnd stolen jn, die weil wir schlieffen. [14]Vnd wo es wuerde auskomen bey dem Landpfleger, woellen wir jn stillen, vnd schaffen das jr sicher seid. [15]Vnd sie namen das geld, vnd theten wie sie geleret waren. Solchs ist eine gemeine rede worden bey den Jueden, bis auff den heutigen tag.

[16]Aber die eilff Juenger giengen in Galilea, auff einen Berg, da hin Jhesus jnen bescheiden hatte. [17]Vnd da sie jn sahen, fielen sie fur jm nider, Etliche aber zweiuelten. [18]Vnd Jhesus trat zu jnen, redet mit jnen, vnd sprach, Mir ist gegeben alle gewalt im Himel vnd Erden. [19]Darumb gehet hin, vnd leret alle Voelcker, vnd teuffet sie, im namen des Vaters, vnd des Sons, vnd des heiligen Geists, [20]Vnd leret sie halten alles was ich euch befolhen habe. Vnd sihe, Jch bin bey euch alle tage, bis an der Welt ende.

Siehe auch[Bearbeiten]

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