Lutherbibel/Offenbarung (1546)

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Vorrede auff die offenbarung S. Johannis. [1546]

Mancherley weissagung. Mancherley Weissagung findet man in der Christenheit. Etliche weissaget also, das sie der Propheten schrifft auslegt, dauon Paulus j. Cor. xij. vnd .xiiij. vnd an mehr orten sagt. Diese ist die noetigste, vnd man mus sie teglich haben, als die das wort Gottes leret, den grund der Christenheit legt, vnd den glauben verteidingt, Vnd summa, die das Predigampt regieret, erhelt, bestelt vnd ausricht.

[1.] Weissagung von kuenfftigen dingen ist dreierley. Etliche weissagt von kuenfftigen dingen, die nicht zuuor in der Schrifft stehen, vnd diese ist dreierley. Die erste thuts mit ausgedrueckten worten, on Bilde vnd Figuren, wie Moses, Dauid, vnd dergleichen Propheten mehr, von Christo weissagen, vnd wie Christus vnd die Apostel, von dem Endechrist vnd falschen Lerern, etc.


[2.] DJe andere thuts mit Bilden, aber doch setzt daneben auch die auslegung mit ausgedrueckten worten, wie Joseph die Trewme auslegt, vnd Daniel beide Trewme vnd Bilder auslegt.

[3.] DJe dritte, die es on wort oder auslegung, mit blossen Bilden vnd Figuren thut, wie dis buch der Offenbarung, vnd vieler heiligen Leute, trewme, gesichte vnd bilder, welche sie vom heiligen Geist haben. Wie Acto. ij. Petrus aus Joel predigt, Ewre Soene vnd Toechter sollen weissagen, vnd ewre Juengling sollen Gesichte sehen, vnd ewre Eltesten sollen trewme trewmen.

Vnd so lange solche Weissagunge vngedeut bleibet, vnd kein gewisse auslegung kriegt, ists eine verborgene stumme Weissagung, vnd noch nicht zu jrem nutz vnd frucht komen, den sie der Christenheit geben sol. Wie denn auch diesem Buch bisher gegangen. Es haben wol viel sich dran versucht, aber bis auff den heutigen tag, nichts gewisses auffbracht, Etliche viel vngeschickts dinges, aus jrem Kopff hin ein gebrewet.

Offenbarung Johannis. Vmb solcher vngewissen auslegung vnd verborgen verstands willen, haben wirs bisher auch lassen liegen, sonderlich weil es auch bey etlichen alten Vetern geachtet, das nicht S. Johannis des Apostels sey, wie in libro iij. Histo. Eccle. Cap. xxv. stehet, Jn welchem zweiuel wirs fur vns auch noch lassen bleiben. Damit doch niemand gewehret sein sol, das ers halte fur S. Johannes des Apostels, oder wie er wil.

Weil wir aber dennoch gerne die deutung oder auslegung gewis hetten, wollen wir den andern vnd hoehern Geistern vrsachen nachzudencken geben, vnd vnser gedancken auch an tag geben, nemlich also. Weil es sol eine Offenbarung sein kuenfftiger geschicht, vnd sonderlich kuenfftiger truebsaln vnd vnfal der Christenheit, achten wir, das solte der neheste vnd gewiste griff sein, die Auslegung zu finden, so man die ergangen Geschicht vnd vnfelle in der Christenheit bisher ergangen, aus den Historien neme, vnd dieselbigen gegen diese Bilde hielte, vnd also auff die wort verglieche. Wo sichs als denn fein wuerde mit einander reimen vnd eintreffen, So kuendte man drauff fussen, als auff eine gewisse, oder zum wenigsten als auff eine vnuerwerffliche auslegung.

[1. 2. 3.] Jnhalt der ersten dreien Cap. Demnach halten wir, wie der Text zwar selbs gibt, das die ersten drey Cap. so von den sieben Gemeinen, vnd jren Engeln in Asia reden, nichts anders woellen, denn einfeltiglich anzeigen, wie dieselbigen dazu mal gestanden sind, vnd vermanet werden, das sie bleiben vnd zunemen, oder sich bessern sollen. Engel. Vber das lernen wir draus, durch das wort, Engel, hernach in andern Bilden oder Gesichten, verstehen, Bischoue vnd Lerer in der Christenheit, etliche gut, als die heiligen Veter vnd Bischoue, etliche boese, als die Ketzer vnd falsche Bischoue, welcher doch mehr in diesem Buch stehen, denn jener.


[4. 5.] Jm iiij. vnd v. Cap. wird furgebildet die gantze Christenheit, die solch zukuenfftig truebsal vnd plagen leiden sol. 24. Eltesten. Da sind .xxiiij. Eltesten fur Gotte (das sind alle Bischoue vnd Lerer eintrechtig) mit dem glauben gekroenet, die Christum das lamb Gottes mit den Harffen loben (das ist) predigen, vnd mit Reuchfassen dienen, das ist, im beten sich vben. Das alles zu trost, der Christen, das sie wissen sollen, die Christenheit, solle dennoch bleiben in kuenfftigen plagen.

[6.] Jm vj. gehen an die kuenfftigen truebsaln, vnd erstlich die leiblichen truebsaln, als da sind verfolgung von der weltlichen Oberkeit, welche ist der gekroenete Reuter mit dem bogen auff dem weissen Ros. Jtem, krieg vnd blut, welche ist der Reuter mit dem schwert, auffm roten Ros. Jtem, thewre zeit vnd hunger, welche ist der Reuter mit der wogen auff dem schwartzen Ros. Jtem, pestilentz vnd druese, welche ist der Reuter im todsbilde auff dem fahlen Ros.

Vier plagen, so vber die verechter Gottes worts folgen. DEnn diese vier plagen folgen gewis allezeit, vber die vndanckbarn vnd verechter des worts Gottes, neben andern mehr verstoerung vnd enderung der Oberckeiten, bis an Juengstentag. Wie am ende des vj. Cap. gezeiget wird, vnd die seelen der Marterer solchs auch treiben, mit jrem geschrey.

[7. 8.] Geistliche truebsaln der Christenheit. Jm vij. vnd viij. Cap. gehet an die Offenbarung von geistlichen Truebsaln, das sind mancherley Ketzerey. Vnd wird aber mal vorher ein Trostbilde gestellet, da der Engel die Christen zeichnet vnd den vier boesen Engeln wehret. Auff das man aber mal gewis sey, die Christenheit werde auch vnter den Ketzern frume Engel vnd das reine wort haben. Gute Engel. Wie auch der Engel mit dem Reuchfas, das ist, mit dem gebet zeiget. Solche gute Engel sind die heiligen Veter, als Spiridon, Athanasius, Hilarius, vnd das Concilium Nicenum, vnd dergleichen.

Tatianus. Lere von wercken, etc. Der erste boese Engel ist, Tatianus mit seinen Encratiten, welche die Ehe verboten. Jtem, aus wercken frum sein wolten, wie die Jueden, Denn die lere von Werckheiligkeit muste die erste sein wider das Euangelium, bleibt auch wol die letzte, On das sie jmer newe Lerer vnd andern namen kriegt, als Pelagianer etc.

Martion. Der ander ist, Martion mit seinen Cataphrygen, Manicheis, Montanis etc. die jre Geisterey rhuemen, vber alle Schrifft, vnd faren wie dieser brennend Berg, zwischen himel vnd erden. Als bey vns der Muentzer vnd die Schwermer.

Origenes. Der dritte ist, Origenes, der durch die Philosophia vnd vernunfft, die Schrifft verbittert vnd verderbet hat, Wie bey vns die Hohenschulen bisher gethan.

Nouatus. Donatisten. Der vierde ist, Nouatus mit seinen Catharen, welche die Busse versagten, vnd fur andern die reinsten sein wolten. Der art waren die Donatisten hernach auch. Vnser Geistlichen aber, sind schier alle vierley. Die gelerten,


so die Historien wissen, werden dis wol aus zurechen wissen, Denn es were zu lang alles zu erzelen vnd beweisen.

[9. 10.] Geistliche vnd Leibliche Verfolgung etc. Jm ix. x. hebt sich der rechte jamer, Denn bisher, die leibliche vnd geistliche truebsaln, fast ein schertz gewesen sind, gegen diese kuenfftigen plagen. Wie auch der Engel am ende des viij. Cap. selbs anzeiget, Es sollen drey Weh komen, welche Weh sollen die andern drey, das ist, der fuenfft, sechst, siebend Engel ausrichten, vnd da mit der Welt ein ende. Hie komen beide geistliche vnd leibliche verfolgung zusamen, derselbigen sollen drey sein, die erste gros, Die ander noch groesser, die dritte am allergroessesten.

Das erste Weh. Arius. SO ist nu das erste Weh, der fuenffte Engel, Arius der grosse Ketzer, vnd seine gesellen, der die Christenheit so grewlich geplagt hat in aller Welt, das wol der Text hie sagt, die fromen Leute weren lieber gestorben, denn solchs gesehen, vnd haben doch solchs muessen sehen vnd nicht sterben. Ja er spricht, der Engel aus der hellen, genant Verderber, sey jr koenig. Als wolten sie sagen, der Teuffel reite sie selbs. Denn sie nicht allein geistlich, sondern auch leiblich mit dem schwert die rechten Christen verfolget haben. Liese die geschicht von den Arianern, so wirstu diese Figur vnd wort wol verstehen.

Das ander Weh. DAs ander Weh, ist der sechste Engel, der schendliche Mahmeth mit seinen gesellen den Saracenen, welche mit leren vnd mit dem schwert der Christenheit grosse plage angelegt haben. Neben vnd mit demselbigen Engel, da mit solch Weh deste groesser sey, kompt dazu der starcke Engel mit dem Regenbogen vnd Bapstumb. bittern Buche, das ist, das heilige Bapstum mit seinem grossen geistlichen schein, die messen vnd fassen den Tempel mit jren Gesetzen, stossen den Chor hinaus, vnd richten eine Laruenkirche oder eusserliche Heiligkeit an.

[12.] ij. Trostbilde. Jm xj. xij. werden zwischen solchen boesen wehen vnd plagen, zwey Trostbilde gestellet, Eins von den zweien Predigern, vnd eins von der schwangern Frawen, die ein Kneblin, on des Drachen danck gebirt. Damit angezeigt wird, das dennoch etliche frume Lerer vnd Christen bleiben sollen, beide vnter den zwey vorigen wehen, vnd dem dritten kuenfftigen wehe. Vnd lauffen nu die letzten zwey wehe miteinander, vnd greiffen zu gleich die Christenheit zur letze an, vnd der Teufel da mit endlich dem fass den boden ausstoesset.

[13.]Das dritte Weh. Bepstlich Keiserthumb vnd Keiserlich Bapstumb So kompt nu im xiij. Cap. (auff die Posaunen des letzten vnter den sieben Engel, der im anfang des xij. Cap. bleset) desselbigen siebenden Engels geschefft, das dritte wehe, nemlich, das bepstliche Keiserthumb vnd keiserliche Bapstumb. Hie krieget das Bapstum auch das weltlich schwert in seine gewalt, vnd regiert nu nicht allein mit dem Buch im andern wehe, sondern auch mit


dem schwert im dritten Wehe, wie sie denn rhuemen, das der Bapst beide geistlich vnd weltlich Schwert in seiner macht habe.

ij. Thier. Hje sind nu die zwey thier, eins, ist das Keiserthum, das ander mit den zweien Hoernern, das Bapstum, welchs nu auch ein weltlich Reich worden ist, doch mit dem schein des namens Christi. Denn der Bapst hat das gefallen Rümisch reich, wider auffgericht, vnd von den Griechen zu den Deudschen bracht, Vnd ist doch mehr ein bilde vom Roemischen reich, denn des Reichs coerper selbs, wie es gewesen ist. Dennoch gibt er solchem bilde Geist vnd Leben, das es dennoch seine Stende, Rechte, Glieder vnd Empter hat, vnd gehet etlicher masse im schwang. Das ist das Bilde das wund gewesen, vnd wider heil worden ist.

Was fur Grewel vnd vnrat das Keiserlich Bapstumb angerichtet hat. WAs aber fur grewel, wehe vnd schaden solch keiserlich Bapstum gethan habe, ist jtzt nicht zu erzelen. Denn erstlich ist die Welt durch sein Buch vol worden aller Abgoetterey, mit Kloestern, Stifften, Heiligen, Walfarten, Fegfewr, Ablas, Vnehe, vnd vnzeliche mehr stuecke der Menschenlere vnd werck etc. Zum andern, wer kan erzelen, wie viel blut, mord, krieg vnd jamer, die Bepste haben angericht, beide mit selbs kriegen vnd mit reitzen die Keiser, Koenige, Fuersten vnternander.

Hje gehet nu vnd leufft des Teufels letzter zorn miteinander im schwang, Dort gegen morgen, das ander wehe, Mahmeth vnd die Saracener, Hie gegen abend, Bapstum vnd Keiserthum mit dem dritten Wehe. Zu welchen Gog. Magog. als zur zugabe der Tuercke, Gog vnd Magog auch kompt, wie im xx. Cap. folgen wird. Vnd also die Christenheit in aller Welt vnd zu allen seiten mit falschen Leren vnd Kriegen, mit Buch vnd Schwert, auffs allergrewlichst vnd jemerlichst geplagt wird, Das ist die grundsuppe vnd die endliche plage. Darauff folgen nu fast eitel Trostbilde, vom ende solcher aller weh vnd grewel.

[14.] Jm xiiij. Cap. fehet an Christus zu erst mit dem Geist seines mundes zu toedten (wie S. Paulus sagt) seinen Endechrist, vnd kompt der Engel mit dem Euangelio wider das bitter Buch des starcken Engels. Vnd stehen nu widerumb Heiligen, auch Jungfrawen vmb das Lamb her, vnd predigen recht. Babylon. Auff welch Euangelium folget des andern Engels stimme, das die stad Babylon fallen sol, vnd das geistlich Bapstumb vntergehen.

WEiter folget, Das die Erndte gehalten wird, vnd die, so am Bapstum wider das Euangelium beharren, ausser der stad Christi, in die Kelter goettlichs zorns geworffen werden. Das ist, durchs Euangelium werden sie, als von der Christenheit abgesondert, verurteilt zum zorn Gottes. Welcher ist viel, vnd die Kelter gibt viel bluts. Oder vieleicht mag noch wol etwa eine redliche straffe vnd vrteil furhanden sein, vber vnser Suende, die aus der massen vnd vber reiff sind.

[15. 16] Darnach im xv. vnd xvj. Cap. Komen die sieben Engel mit den sieben Schalen, Da nimpt das Euangelium zu, vnd stuermet das Bapstum an


allen enden, durch viel gelerte frume Prediger, vnd wird des Thieres stuel, des Bapsts gewalt finster, vnselig vnd veracht. Aber sie werden alle zornig, Froesche. vnd weren sich getrost, Denn es gehen drey Froesche, drey vnsaubere Geister aus des Thieres maul, reitzen da mit die Koenige vnd Fuersten wider das Euangelium. Aber es hilfft nicht, jr streit geschicht doch zu Harmageddon. Die Froesche sind die Sophisten, als Faber, Eck, Emser etc. die viel gecken wider das Euangelium, vnd schaffen doch nichts, vnd bleiben Froesche.

[17.] Jm xvij. wird das keiserliche Bapstumb, vnd das bepstliche Keiserthumb, gantz von anfang bis ans ende in ein Bilde gefasset, vnd gleich in eine Summa furgestellet, wie es nichts sey (denn das alt Roemisch reich ist langest da hin) vnd sey doch (denn es sind ja etliche Lender, vnd dazu die stad Rom auch noch da) Solch bilde wird hie furgestellet, gleich wie man einen Vbeltheter oeffentlich fur Gericht stellet, das er verurteilet werden sol. Auff das man wisse, wie dis Thier sol nu bald auch verdampt, vnd wie S. Paulus saget, durch die erscheinung der zukunfft vnsers HErrn zerstüret werden. Bapstums Schutzherrn. Welchs fahen an, wie er im Text sagt, auch des Bapstumbs Schutzherrn, die es also jtzt schuetzen, das die Geistlichen gar schier nacket sitzen werden.

[18.] Jm xviij. gehet nu an solche Verstoerung, vnd gehet die herrliche grosse pracht zu boden, vnd hoeren auff die Stifftreuber, vnd Pfruendendiebe, die Cortisanen. Rom gepluendert. Denn auch Rom darumb hat muessen gepluendert, vnd durch jren eigen Schutzherrn gestuermet werden, zum anfang der endlichen verstoerung.

[19.] Noch lassen sie nicht ab, suechen, troesten, ruesten, vnd wehren sich, Vnd wie er hie sagt im xix. Cap. Nu sie mit der Schrifft vnd Buechern nicht mehr koennen, vnd die Froesche ausgegeckt haben, greiffen sie mit ernst dazu, vnd wollens mit gewalt ausfueren, samlen Koenige vnd Fuersten zum streit. Aber sie lauffen an, Denn der auff dem weissen Rosse, der Gottes wort heisset, der gewinnet, bis das beide Thier vnd Prophet, ergriffen, in die Helle geworffen werden.

[20.] Gog. Magog. Jn des nu solchs alles gehet, kompt im xx. Cap. auch her zu der Letzetranck, Gog vnd Magog, der Tuercke, die roten Jueden, welche der Satan, so vor tausent jaren gefangen gewesen ist, vnd nach tausent jaren wider los worden, bringet, Aber sie sollen mit jm auch bald in den fewrigen Pful. Denn wir achten, das dis Bilde, als ein sonderlichs von den vorigen, vmb der Tuercken Anfang der tausent jar. willen gestellet sey. Vnd die tausent jar anzufahen sind, vmb die zeit, da dis Buch geschrieben ist, vnd zur selbigen zeit auch der Teufel gebunden sey. Doch mus die rechnung nicht so gnaw alle minuten treffen. Auff die Tuercken folget nu flugs das Juengste gericht am ende des Cap. wie Dan. vij. auch zeiget.


[21.] Zv letzt, am xxj. Wird der endlich Trost gebildet, das die heilige Stad sol vollend bereit, vnd als eine Braut zur ewigen Hochzeit gefueret werden. Das Christus alleine HErr sey, vnd alle Gottlosen verdampt, sampt dem Teufel in die Helle faren.

Die Christenheit behelt endlich den Sieg etc. Nach dieser auslegung, koennen wir dis Buch vns nuetz machen, vnd wol brauchen. Erstlich, zur troestung, Das wir wissen, wie das kein gewalt noch luegen, keine weisheit noch heiligkeit, kein truebsal noch leid, werden die Christenheit vnterdruecken, sondern sie sol endlich den Sieg behalten vnd obligen.

Ergernis an der Christenheit. ZVm andern, Zur warnung, wider das grosse fehrliche manchfeltige Ergernis, so sich begibt an der Christenheit. Denn dieweil so mechtig gewalt vnd schein, solte wider die Christenheit fechten, vnd sie so gar on alle gestalt vnter so viel truebsaln, Ketzereien, vnd andern gebrechen verborgen sein, ist der Vnrecht vrteil der Vernunfft von der Christlichen Kirchen. vernunfft vnd natur vmmueglich die Christenheit zu erkennen, sondern fellet dahin, vnd ergert sich an jr, heisset das Christliche Kirche, welchs doch der Christlichen Kirchen ergeste Feinde sind. Vnd widerumb heisst das verdampte Ketzer, die doch die rechte Christliche Kirche sind. Wie bis her, vnter dem Bapstum, Mahmeth, ja bey allen Ketzern geschehen ist. Vnd verlieren also diesen artickel, Jch gleube eine heilige Christliche Kirche.

GLeich wie auch jtzt etliche Klueglinge thun, weil sie Ketzerey, zwitracht, vnd mancherley mangel sehen, das viel falscher, viel loser Christen sind, vrteilen sie flugs vnd frey, Es seien keine Christen da. Denn sie haben gehoeret, das Christen sollen ein heilig, friedsam, eintrechtig, freundlich, tugentreich Volck sein, Demnach meinen sie, es solle kein ergernis, keine Ketzerey, kein mangel, sondern eitel friede vnd tugent da sein.

DJese solten dis Buch lesen, vnd lernen die Christenheit mit andern augen, denn mit der vernunfft ansehen. Denn dis Buch (meine ich) zeige ja gnug grewlicher vngehewre Thiere, schewsliche, feindselige Engel, wueste vnd schreckliche Plagen. Jch wil der andern grossen gebrechen vnd mangel schweigen, welche doch allzumal sind in der Christenheit vnd vnter den Christen gewest. Mit waserley augen die Christenheit anzusehen sey. das freilich alle Vernunfft vnter solchem wesen, die Christenheit hat muessen verlieren. Wir sehen ja hie klerlich, was grausamer ergernis vnd mangel, vor vnsern zeiten gewest sind, da man doch meinet, die Christenheit hab am besten gestanden, Das vnser zeit ein guelden jar gegen jene wol zu rechnen were. Meinstu nicht, die Heiden haben sich auch dar an geergert, vnd die Christen fur mutwillige, lose, zenckische, Leute gehalten.

Jch gleube eine heilige Christliche Kirche etc. ES ist dis stuecke (Jch gleube eine heilige Christliche Kirche) eben so wol ein Artickel des glaubens, als die andern. Darumb kan sie keine Vernunfft, wenn sie gleich alle brillen auff setzt, erkennen, der Teufel kan sie wol zudecken,


mit ergernissen vnd Rotten, das du dich muessest dran ergern. So kan sie Gott auch mit gebrechen vnd allerley mangel verbergen, das du must drueber zum Narren werden, vnd ein falsch vrteil vber sie fassen. Sie wil nicht ersehen, Glaube. sondern ergleubt sein, Glaube aber ist von dem, das man nicht sihet, Ebre. xj. Vnd sie singet mit jrem HErrn auch das Lied, Selig ist, der sich nicht ergert an mir. Es ist ein Christ auch wol jm selbs verborgen, das er seine heiligkeit vnd tugent nicht sihet, sondern eitel vntugent vnd vnheiligkeit sihet er an sich. Vnd du grober Kluegling, woltest die Christenheit mit deiner blinden Vernunfft vnd vnsaubern augen sehen.

Heiligkeit der Christen. SVmma, vnser heiligkeit ist im Himel, da Christus ist, vnd nicht in der welt fur den augen, wie ein kram auff dem marckt. Darumb las ergernis, Rotten, Ketzerey, vnd gebrechen sein vnd schaffen, was sie moegen. So allein das wort des Euangelij bey vns rein bleibt, vnd wirs lieb vnd werd haben, So sollen wir nicht zweiueln, Christus sey bey vnd mit vns, wens gleich auffs ergeste gehet. Wie wir hie sehen in diesem Buch, das Christus durch vnd vber alle Plagen, Thiere, boese Engel, dennoch bey vnd mit seinen Heiligen ist, vnd endlich obligt.



Die offenbarung S. Johannis des Theologen. [1546]


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] I.

Djs ist die Offenbarung Jhesu Christi, die jm Gott gegeben hat, seinen Knechten zu zeigen, was in der kuertz geschehen sol, vnd hat sie gedeutet, vnd gesand durch seinen Engel, zu seinem knecht Johannes, [2]der bezeuget hat das wort Gottes, vnd das zeugnis von Jhesu Christo was er gesehen hat. [3]Selig ist, der da lieset, vnd die da hoeren die wort der Weissagung, vnd behalten was darinnen geschrieben ist, denn die zeit ist nahe.

[4]Johannes, den sieben Gemeinen in Asia. Gnade sey mit euch vnd friede, von dem der da ist, vnd der da war, vnd der da kompt, vnd von den sieben Geistern, die da sind vor seinem stuel, [5]vnd von Jhesu Christo, welcher ist der trewe Zeuge vnd Erstgeborner von den todten, vnd ein Fuerst der koenige auff erden. Der vns geliebet hat vnd gewaschen von den suenden, mit seinem Blut, [6]vnd hat vns zu Koenigen vnd Priestern gemacht, fur Gott vnd seinem Vater, Demselbigen sey Ehre vnd gewalt von ewigkeit zu ewigkeit, Amen. [7]Sihe er kompt mit den wolcken, vnd es werden jn sehen alle augen, vnd die jn gestochen haben, vnd werden heulen alle geschlecht auff Erden, Ja, Amen. [8]Jch bin das A vnd das O, der anfang vnd das ende, spricht der HErr, der da ist, vnd der da war, vnd der da kompt, der Allmechtige.

Pathmos. [9]Jch Johannes, der auch ewer Bruder vnd Mitgenos am truebsal ist, vnd am Reich, vnd an der gedult Jhesu Christi, war in der Jnsulen die da heisset Pathmos, vmb des wort Gottes willen, vnd des zeugnis Jhesu Christi. [10]Jch war im geist an des HErrn tag, vnd hoerete hinder mir eine grosse stim, als einer Posaunen, [11]die sprach, Jch bin das A vnd das O, der erst vnd der letzt. Vnd was du sihest, das schreibe in ein buch, vnd sende es zu den gemeinen in Asia, gen Ephesum, vnd gen Smyrnen, vnd gen Pergamum, vnd gen Thyatiras, vnd gen Sardis, vnd gen Philadelphian, vnd gen Laodicean.


[A.] [12]Vnd ich wand mich vmb, zu sehen nach der stim, die mit mir redet. Vnd als ich mich wand, sahe ich sieben guelden Leuchter, [13]vnd mitten vnter den sieben Leuchtern einen, der war eines menschen Son gleich, der war angethan mit einem kittel, vnd beguertet vmb die brust mit einem guelden guertel. [14]Sein Heubt aber vnd sein Har war weis, wie weisse wolle, als der schnee. Vnd seine Augen wie ein feurflamme, [15]vnd seine Fuesse gleich wie messing, das im ofen glueet. Vnd seine Stim wie gros wasser rausschen, [16]vnd hatte sieben Sterne in seiner rechten hand. Vnd aus seinem Munde gieng ein scharff zweischneidig Schwert, vnd sein Angesichte leuchtet wie die helle Sonne.

[17]VND als ich jn sahe, fiel ich zu seinen fuessen als ein Todter. Vnd er leget seine rechte hand auff mich, vnd sprach zu mir, Fuerchte dich nicht, Jch bin der Erst vnd der Letzt, [18]vnd der Lebendige, Jch war tod, vnd sihe, ich bin lebendig von ewigkeit zu ewigkeit, vnd habe die schluessel der Helle vnd des Tods. [19]Schreib, was du gesehen hast, vnd was da ist, vnd was geschehen sol darnach. Sterne. Leuchter. [20]Das geheimnis der sieben Sternen, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, vnd die sieben guelden Leuchter. Die sieben Sterne, sind Engel der sieben gemeinen, vnd die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind sieben Gemeine.


[Bearbeiten] II.

[I.] Vnd dem Engel der Gemeine zu Epheso schreibe. Das saget, der da helt die sieben Sterne in seiner rechten, der da wandelt mitten vnter den sieben gueldenen Leuchtern. [2]Jch weis deine werck vnd deine erbeit vnd deine gedult, vnd das du die Boesen nicht tragen kanst, vnd hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel, vnd sinds nicht, vnd hast sie Luegener erfunden, [3]vnd vertregest, vnd hast gedult, vnd vmb meines Namens willen erbeitestu, vnd bist nicht muede worden. [4]Aber ich habe wider dich, das du die erste liebe verlessest. [5]Gedencke, wo von du gefallen bist, vnd thu Busse, vnd thu die ersten werck. Wo aber nicht, werde ich dir komen balde, vnd deinen Leuchter wegstossen von seiner stet, wo du nicht busse thust. Nicolaiten. [6]Aber das hastu, das du die werck der Nicolaiten hassest, welche ich auch hasse. [7]Wer ohren hat der hoere, was der Geist der gemeinen saget. Wer vberwindet, dem wil ich zu essen geben von dem holtz des lebens, das im paradis Gottes ist.

[II.] [8]Vnd dem Engel der gemeine zu Smyrnen schreibe, Das saget der Erste vnd der Letzt, der tod war, vnd ist lebendig worden. [9]Jch weis deine werck vnd deine truebsal, vnd deine armut (du bist aber reich) vnd die lesterung von denen die da sagen, Sie sind Jueden, vnd sinds nicht, sondern sind des Satanas schule. [10]Fuerchte dich fur der keinem, das du leiden wirst. Sihe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefengnis werffen, auff das jr versucht werdet, vnd werdet truebsal haben zehen tage. Sey getrew bis an den Tod, so wil ich dir die Krone des lebens geben. [11]Wer ohren hat der hoere, was der Geist den gemeinen sagt. Wer vberwindet, dem sol kein leid geschehen von dem andern Tode.

[III.] [12]Vnd dem Engel der gemeine zu Pergamon schreibe, Das sagt, der da hat das scharffe zweischneidige Schwert. [13]Jch weis was du thust, vnd wo du wonest, da des Satanas stuel ist, vnd heltest an meinem Namen, vnd hast meinen glauben nicht verleugnet. Vnd in meinen tagen ist Antipas mein trewer Zeuge bey euch getoedtet, da der Satan wonet. Balaam. Balac. Nicolaiten. [14]Aber ich habe ein kleines wider dich, das du daselbst hast, die an der lere Balaam halten, welcher lerete durch den Balac ein ergernis auffrichten fur den kindern Jsrael, zu essen der Goetzenopffer, vnd Hurerey treiben. [15]Also hastu auch, die an der lere der Nicolaiten halten, das hasse ich. [16]Thue busse, Wo aber nicht, So werde ich dir balde komen, vnd mit jnen kriegen, durch das Schwert meines mundes. [17]Wer ohren hat, der hoere, was der Geist den gemeinen sagt. Wer vberwindet, dem wil ich zu essen geben von dem verborgen Manna, vnd wil jm geben ein gut Zeugnis, vnd mit dem zeugnis einen newen Namen geschrieben, welchen niemand kennet, denn der jn empfehet.

[IIII.] [18]Vnd dem Engel der gemeine zu Thyatira schreibe, Das saget der son Gottes, der Augen hat wie die fewerflammen, vnd seine Fuesse gleich wie messing. [19]Jch weis deine werck, vnd deine liebe, vnd deinen dienst, vnd deinen glauben, vnd deine gedult, vnd das du je lenger je mehr thust. Jesabel. [20]Aber ich habe ein kleines wider dich, das du lessest das weib Jesabel, die da sprich, sie sey ein Prophetin, leren vnd verfueren meine Knechte, Hurerey treiben, vnd Goetzenopffer essen. [21]Vnd ich hab jr zeit gegeben, das sie solt busse thun fur jre Hurerey, vnd sie thut nicht busse. [22]Sihe, ich werffe sie in ein Bette, vnd die mit jr die Ehe gebrochen haben, in grosse truebsal, wo sie nicht busse thun fur jre werck, [23]vnd jre kinder wil ich zu tod schlahen. Vnd sollen erkennen alle Gemeinen, das ich bin, der die nieren vnd hertzen erforschet, Vnd werde geben einem jglichen vnter euch nach ewern wercken.


[24]EVch aber sage ich vnd den andern, die zu Thyatira sind, die nicht haben solche lere, vnd die nicht erkand haben die tieffe des Satans (als sie sagen) ich wil nicht auff euch werffen eine andere last, [25]Doch was jr habt, das haltet, bis das ich kome. [26]Vnd wer da vberwindet, vnd helt meine werck, bis ans ende, dem wil ich macht geben vber die Heiden, [27]vnd er sol sie weiden mit einer eisern Ruten, vnd wie eines Toepffers gefes, sol er sie zu schmeissen, [28]wie ich von meinem vater empfangen hab, vnd wil jm geben den Morgenstern. [29]Wer ohren hat, der hoere, was der Geist den gemeinen sagt.


[Bearbeiten] III.

Vnd dem Engel der gemeine zu Sarden schreibe, Das saget der die geister Gottes hat, vnd die sieben Sterne. Jch weis deine werck, Denn [V.] du hast den namen, das du lebest, vnd bist tod. [2]Sey wacker, vnd stercke das andere, das sterben will, Denn ich habe deine werck nicht voellig erfunden fur Gott. [3]So gedencke nu, wie du empfangen vnd gehoeret hast, vnd halts, vnd thu busse. So du nicht wirst wachen, werde ich vber dich komen, wie ein Dieb, vnd wirst nicht wissen welche stunde ich vber dich komen werde. [4]Du hast auch wenig namen zu Sarden, die nicht jre kleider besuddelt haben, Vnd sie werden mit mir wandeln in weissen Kleidern, denn sie sinds werd. [5]Wer vberwindet, der sol mit weissen Kleidern angelegt werden, vnd ich werde seinen namen nicht austilgen aus dem buch des Lebens, vnd ich wil seinen namen bekennen fur meinem Vater, vnd fur seinen Engeln. [6]Wer ohren hat, der hoere, was der Geist den gemeinen saget.

[VI.] [7]Vnd dem Engel der gemeine zu Philadelphia schreibe, Das saget der Heilige, der Warhafftige, der da hat den schluessel Dauid, der auffthut, vnd niemand zuschleusset, der zuschleusset, vnd niemand auffthut. [8]Jch weis deine werck. Sihe, ich habe fur dir gegeben eine offene thuer, vnd niemand kan sie zuschliessen, denn du hast eine kleine krafft, vnd hast mein wort behalten, vnd hast meinen namen nicht verleugnet. [9]Sihe, ich werde geben aus Satanas schule, die da sagen, sie sind Jueden, vnd sinds nicht, sondern liegen. Sihe, ich wil sie machen, das sie komen sol-len, vnd anbeten zu deinen fuessen, und erkennen, das ich dich geliebt habe.

[10]DJeweil du hast behalten das wort meiner gedult, wil ich auch dich behalten fur der stunde der versuchung, die komen wird vber der gantzen Welt kreis, zu versuchen, die da wonen auff erden. [11]Sihe, ich kome bald, halt


was du hast, das niemand deine Krone neme. [12]Wer vberwindet, den wil ich machen zum pfeiler in dem Tempel meines Gottes, vnd sol nicht mehr hin aus gehen. Vnd wil auff jn schreiben den namen meines Gottes, vnd den namen des newen Jerusalem, der stad meines Gottes, die von Himel her nider kompt, von meinem Gott, vnd meinen Namen den newen. [13]Wer ohren hat, der hoere, was der Geist den gemeinen sagt.

[VII.] [14]Vnd dem Engel der gemeinen zu Laodicea schreibe, Das saget, Amen, der trewe vnd warhafftige Zeuge, der anfang der creatur Gottes. [15]Jch weis deine werck, das du weder kalt noch warm bist, Ah das du kalt oder warm werest. [16]Weil du aber law bist, vnd weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem munde. [17]Du sprichst, ich bin reich, vnd habe gar sat, vnd darff nichts, Vnd weissest nicht, das du bist elend vnd jemerlich, arm, blind vnd blos. [18]Jch rate dir, das du gold von mir keuffest, das mit fewr durchleutert ist, das du reich werdest, vnd weisse Kleider, das du dich anthust vnd nicht offenbaret werde die schande deiner bloesse, vnd salbe deine Augen mit augen salbe, das du sehen muegest.

[19]WElche ich lieb habe, die straffe vnd zuechtige ich. So sey nu vleissig, vnd thu busse. [20]Sihe, ich stehe fur der thuer, vnd klopffe an, So jemand meine stim hoeren wird, vnd die thuer auffthun, zu dem werde ich eingehen, vnd das Abendmal mit jm halten, vnd er mit mir. [21]Wer vberwindet, dem wil ich geben, mit mir auff meinem Stuel zu sitzen, wie ich vberwunden habe, vnd bin gesessen, mit meinem Vater auff seinem stuel. [22]Wer ohren hat der hoere, was der Geist den Gemeinen saget.


[Bearbeiten] IIII.

Darnach sahe ich, vnd sihe, eine thuer ward auffgethan im Himel, vnd die erste stim, die ich gehoeret hatte mit mir reden, als eine Posaunen, die sprach, Steig her, ich wil dir zeigen, was nach diesem geschehen sol.

[2]VND also bald war ich im Geist, vnd sihe, ein stuel ward gesetzt im [B.] Himel, vnd auff dem stuel sass einer. [3]Vnd der da sass, war gleich anzusehen, wie der stein Jaspis vnd Sardis, vnd ein Regenbogen war vmb den stuel, gleich anzusehen, wie ein Smaragd. [4]Vnd vmb den stuel waren vier vnd zwenzig stuele, vnd auff den stuelen sassen vier vnd zwenzig Eltesten, mit weissen Kleidern angethan, vnd hatten auff jren heubten gueldene Krone. [5]Vnd von dem stuel


giengen aus, blitz, donner, vnd sieben stimme, vnd fackeln mit fewer brandten fur dem stuel, welchs sind die sieben geister Gottes. [6]Vnd fur dem stuel war ein glesern Meer, gleich dem Cristal, vnd mitten im stuel, vnd vmb den stuel vier Thier, vol augen fornen vnd hinden.

[7]VND das erste Thier war gleich einem Lewen, vnd das ander thier war gleich einem Kalbe, vnd das dritte hatte ein andlitz wie ein Mensch, vnd das vierde thier gleich einem fliegenden Adeler. [8]Vnd ein jglichs der vier thieren hatte sechs Fluegel vmb her, vnd waren inwendig vol augen, vnd hatten keine ruge tag vnd nacht, vnd sprachen, Heilig, heilig, heilig ist der Gott der HERR, der Allmechtige, der da war, vnd der da ist, vnd der da kompt.

[9]VND da die Thiere gaben preise vnd ehre vnd danck dem, der da auff dem stuel sass, der da lebet von ewigkeit zu ewigkeit, [10]fielen die vier vnd zwenzig Eltesten fur den, der auff dem stuel sass, vnd beteten an den, der da lebet von ewigkeit zu ewigkeit. Vnd wurffen jre Kronen fur den stuel, vnd sprachen, [11]HERR du bist wirdig zu nemen preis vnd ehre vnd krafft, Denn du hast alle ding geschaffen, vnd durch deinen willen haben sie das wesen, vnd sind geschaffen.


[Bearbeiten] V.

Vnd ich sahe in der rechten Hand des, der auff dem stuel sass, ein Buch geschrieben inwendig vnd auswendig versiegelt mit sieben Siegel. [2]Vnd ich sahe einen starcken Engel predigen mit grosser stim, Wer ist wirdig das Buch auffzuthun, vnd seine siegel zu brechen? [3]Vnd niemand im Himel noch auff erden, noch vnter der erden, kund das Buch auffthun vnd drein sehen. [4]Vnd ich weinet seer, das niemand wirdig erfunden ward das Buch auff zuthun vnd zu lesen, noch drein zu sehen.

[5]VNd einer von den Eltesten spricht zu mir, Weine nicht. Sihe, es hat vberwunden der Lewe, der da ist vom geschlecht Juda, die wurtzel Dauid, auff zuthun das Buch vnd zubrechen seine sieben siegel. [6]Vnd ich sahe, vnd sihe, mitten im stuel vnd der vier Thieren, vnd mitten vnter den Eltesten stund ein Lamb, wie es erwuerget were, vnd hatte sieben hoerner vnd sieben augen, welchs sind die sieben geister Gottes gesand in alle Land. [7]Vnd es kam, vnd nam das Buch aus der rechten Hand des der auff dem stuel sass.

[8]VND da es das Buch nam, da fielen die vier Thier, vnd die vier vnd zwenzig Eltesten fur das Lamb, vnd hatten ein jglicher Harffen vnd guelden schalen vol Reuchwergs, welchs sind die gebet der Heiligen, [9]vnd sungen ein


Newlied, vnd sprachen, Du bist wirdig zu nemen das Buch vnd auff zuthun seine siegel, Denn du bist erwuerget, vnd hast vns erkaufft mit deinem Blut, aus allerley Geschlecht vnd Zungen vnd Volck vnd Heiden, [10]vnd hast vns vnserm Gotte zu Koenigen vnd Priestern gemacht, vnd wir werden Koenige sein auff erden.

[11]VND ich sahe, vnd hoeret eine stimme vieler Engel vmb den stuel, vnd vmb die Thier, vnd vmb die Eltesten her, vnd jr zal war viel tausent mal tausent, [12]vnd sprachen mit grosser stim, Das Lamb das erwuerget ist, ist wirdig zu nemen krafft vnd reichthum, vnd weisheit vnd stercke, vnd ehre vnd preis vnd lob. [13]Vnd alle creatur, die im Himel ist vnd auff Erden, vnd vnter der erden vnd im Meer, vnd alles was drinnen ist, hoeret ich sagen zu dem, der auff dem stuel sass, vnd zu dem Lamb, Lob vnd ehre vnd preis, gewalt von ewigkeit zu ewigkeit. [14]Vnd die vier Thier sprachen, Amen. Vnd die vier vnd zwenzig Eltesten fielen nider, vnd beteten an den der da lebet von ewigkeit zu ewigkeit.


[Bearbeiten] VI.

[C.] Vnd ich sahe, das das Lamb der Siegel eines auffthat, Vnd ich hoeret der vier Thierer eines sagen, als mit einer donnerstim, Kom vnd sihe zu. [2]Vnd ich sahe, vnd sihe, ein weis Pferd, vnd der drauff sass, hatte einen Bogen, vnd jm ward gegeben eine Krone, vnd er zoch aus zu vberwinden, vnd das er sieget.

[3]Vnd da es das ander Siegel auffthet, hoeret ich das ander Thier sagen, Kom vnd sihe zu. [4]Vnd es gieng er aus ein ander Pferd, das war rot, vnd dem der drauff sass, ward gegeben den Friede zunemen von der Erden, vnd das sie sich vnternander erwuergeten, Vnd jm ward ein gros Schwert gegeben.

[5]Vnd da es das dritte Siegel auffthet, hoeret ich das dritte Thier sagen, Kom vnd sihe zu. Vnd ich sahe, vnd sihe, ein schwartz Pferd, vnd der drauff sass, hatte eine Woge in seiner hand. [6]Vnd ich hoeret eine stim vnter den vier Thieren sagen, Ein mass weitzen vmb einen grosschen, vnd drey mass gersten vmb einen grosschen, vnd dem ole vnd wein thu kein leid.

Vnd da es das vierde Siegel auffthet, hoeret ich die stim des vierden Thiers sagen, Kom vnd sihe zu. [8]Vnd sihe, vnd ich sahe ein falh Pferd, vnd


der drauff sass, des name hies Tod, vnd die Helle folgete jm nach. Vnd jnen ward macht gegeben zu toedten, das vierde teil auff der Erden, mit dem Schwert vnd Hunger, vnd mit dem Tod, vnd durch die Thiere auff Erden.

[D.] [9]Vnd da es das fuenffte Siegel auffthet, sahe ich vnter dem Altar die seelen, dere die erwuerget waren vmb des worts Gottes willen, vnd vmb des Zeugnis willen, das sie hatten. [10]Vnd sie schrien mit grosser stim, vnd sprachen, HERR du heiliger vnd warhafftiger, wie lange richtestu vnd rechest nicht vnser Blut an denen, die auff der Erden wonen? [11]Vnd jnen wurden gegeben, einem jglichen ein weis Kleid, vnd ward zu jnen gesagt, Das sie rugeten noch eine kleine zeit, bis das vollend dazu kemen jre Mitknechte vnd Brueder, die auch sollen noch ertoedtet werden, gleich wie sie.

[12]Vnd ich sahe, das es das sechste Siegel auffthet, vnd sihe, da ward ein [E.] grosses Erdbeben, vnd die Sonne ward schwartz wie ein harin sack, vnd der Mond ward wie Blut, [13]vnd die Sterne des himels fielen auff die erden, Gleich wie ein Feigenbawm seine feigen abwirfft, wenn er von grossem wind bewegt wird. [14]Vnd der Himel entweich, wie ein eingewickelt buch, vnd alle Berge vnd Jnsulen wurden bewegt aus jren ortern, [15]Vnd die Koenige auff erden, vnd die Obersten, vnd die Reichen, vnd die Heubtleute, vnd die gewaltigen, vnd alle Knechte vnd alle Freien, verborgen sich in den kluefften vnd felsen an den Bergen, [16]vnd sprachen zu den bergen vnd felsen, Fallet auff vns, vnd verberget vns fur dem Angesichte des, der auff dem stuel sitzt, vnd fur dem zorn des Lambs, [17]Denn es ist komen der grosse tag seines zorns, vnd wer kan bestehen?


[Bearbeiten] VII.

[F.] Vnd darnach sahe ich vier Engel stehen auff den vier ecken der Erden, die hielten die vier winde der erden, Auff das kein wind vber die erden bliese, noch vber das Meer, noch vber einigen Bawm. [2]Vnd sahe einen andern Engel auffsteigen von der Sonnen auffgang, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes, vnd schrey mit grosser stimme zu den vier Engeln, welchen gegeben ist zu beschedigen die Erden, vnd das Meerr, [3]vnd er sprach, Beschediget die erde nicht, noch das meer, noch die bewme, Bis das wir versiegeln die knechte vnsers Gottes an jren stirnen.

[4]VNd ich hoerete die zal dere, die versiegelt wurden, hundert vnd vier vnd vierzig tausent, die versiegelt waren non allen Geschlechten der kinder Jsrael.


[5]Von dem geschlechte Juda zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Ruben, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Gad, zwelff tausent versiegelt.

[6]Von dem geschlechte Aser, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Nephthali, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlecht Manasse, zwelff tausent versiegelt.

[7]Von dem geschlecht Simeon, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Leui, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlecht Jsaschar, zwelff tausent versiegelt.

[8]Von dem geschlechte Zebulon, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Joseph, zwelff tausent versiegelt.

Von dem geschlechte Ben Jamin, zwelff tausent versiegelt.

[9]Darnach sahe ich, vnd sihe, eine grosse Schar, welche niemand zelen kund, aus allen Heiden vnd Voelckern vnd Sprachen, fur dem Stuel stehend vnd fur dem Lamb, angethan mit weissem Kleide, vnd Palmen in jren henden, [10]schrien mit grosser stimme, vnd sprachen, Heil sey dem, der auff dem stuel sitzt, vnserm Gott vnd dem Lamb. [11]Vnd alle Engel stunden vmb den stuel, vnd vmb die Eltesten, vnd vmb die vier Thier, vnd fielen fur dem stuel auff jr angesicht, vnd beteten Gott an, [12]vnd sprachen, Amen. Lob vnd ehre, vnd weisheit, vnd danck, vnd preis, vnd krafft, vnd stercke sey vnserm Gott, von ewigkeit zu ewigkeit, Amen.

[13]VNd es antwortet der Eltesten einer, vnd sprach zu mir, Wer sind diese mit dem weissen Kleide angethan? Vnd wo her sind sie komen? [14]Vnd ich sprach zu jm, Herr, du weissests. Vnd er sprach zu mir, Diese sinds, die komen sind aus grossem truebsal, vnd haben jre Kleider gewasschen, vnd haben jre kleider helle gemacht im blut des Lambs, [15]Darumb sind sie fur dem stuel Gottes, vnd dienen jm tag vnd nacht in seinem Tempel. Vnd der auff dem stuel sitzt, wird vber jnen wonen, [16]Sie wird nicht mehr hungern noch duersten, es wird auch nicht auff sie fallen die sonne, oder jrgent eine hitze, [17]Denn das Lamb mitten im stuel wird sie weiden, vnd leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, vnd Gott wird abwasschen alle threnen von jren augen.



[Bearbeiten] VIII.

Vnd da es das siebend Siegel auffthet, ward ein stille in dem Himel, bey einer halben stund. [2]Vnd ich sahe sieben Engel, die da tratten fur Gott, vnd jnen wurden sieben Posaunen gegeben. [3]Vnd ein ander [G.] Engel kam vnd trat bey den Altar, vnd hatte ein guelden Reuchfas, vnd jm ward viel Reuchwergs gegeben, das er gebe zum gebet aller Heiligen, auff den guelden Altar fur dem stuel. [4]Vnd der rauch des Reuchwergs vom gebet der Heiligen gieng auff von der hand des Engels fur Gott. [5]Vnd der Engel nam das Reuchfas, vnd fuellet es mit fewer vom Altar, vnd schuettets auff die erden. Vnd da geschahen stimmen, vnd donner vnd blitzen vnd erdbebung

[H.] Tatianus. [6]Vnd die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich geruestet zu posaunen. [7]Vnd der erste Engel posaunete, vnd es ward ein Hagel vnd fewr mit blut gemenget, vnd fiel auff die Erden, vnd das dritte teil der Bewme verbrande, vnd alles gruene gras verbrandte.

[I.] Martion. [8]Vnd der ander Engel posaunete, Vnd es fuhr wie ein grosser Berg mit fewr brennend ins Meer. [9]Vnd das dritte teil des Meers ward blut, vnd das dritte teil der lebendigen Creaturen im meer storben, vnd das dritte teil der Schiff wurden verderbet.

[K.] Origenes. [10]Vnd der dritte Engel posaunete, Vnd es fiel ein grosser Stern vom Himel, der brandte wie eine Fackel, vnd fiel auff das dritte teil der Wasserstroeme, vnd vber die Wasserbruenne, [11]vnd der name des Sterns heisst Wermut. Vnd das dritte teil ward wermut, vnd viel Menschen storben von den Wassern, das sie waren so bitter worden.

[L.] [12]Vnd der vierde Engel posannete, Vnd es ward geschlagen das dritte teil der Sonnen, vnd das dritte teil des Monden, vnd das dritte teil der Sternen, das jr dritte teil verfinstert ward, vnd der tag das dritte teil nicht schein, vnd die nacht desselbigen gleichen. [13]Vnd ich sahe, vnd hoeret einen Engel fliegen mitten durch den Himel, vnd sagen mit grosser stimme, Weh, weh, weh, denen die auff Erden wonen, fur den andern stimmen der Posaunen der dreier Engel, die noch posaunen sollen.



[Bearbeiten] IX.

Vnd der funffte Engel posaunete, Vnd ich sahe einen Sternen gefallen [M.] vom Himel auff die Erden, vnd jm ward der Schluessel zum brunnen des Abgrunds gegeben. [2]Vnd er thet den brun des abgrunds auff, vnd es gieng auff ein rauch aus dem brunnen, wie ein rauch eines grossen ofen, vnd es ward verfinstert die Sonne, vnd die Lufft von dem rauch des brunnen. [3]Vnd aus dem rauch kamen Hewschrecken auff die erden, vnd jnen ward macht gegeben, wie die Scorpion auff erden macht haben. [4]Vnd es ward zu jnen gesagt, das sie nicht beleidigeten das gras auff erden, noch kein gruenes, noch keinen bawm, sondern allein die Menschen, die nicht haben das siegel Gottes an jren stirnen. [5]Vnd es ward jnen gegeben, das sie sie nicht toedten, sondern sie queleten funff Monden lang, Vnd jr qual war, wie ein qual vom Scorpion, wenn er einen Menschen hewet. [6]Vnd in den selbigen tagen werden die menschen den Tod suchen, vnd nicht finden, werden begeren zu sterben, vnd der Tod wird von jnen fliehen.

[7]VNd die Hewschrecken sind gleich den Rossen, die zum kriege bereit sind, vnd auff jrem heubt wie Kronen dem golde gleich, vnd jr andlitz gleich der Menschen andlitz, [8]Vnd hatten har wie Weiberhar, vnd jre zeene waren wie der Lewen. [9]Vnd hatten Pantzer wie eisern pantzer, vnd das rasseln jrer fluegel, wie das rasseln an den wagen vieler Roß, die in krieg lauffen. [10]Vnd hatten Schwentze, gleich den Scorpion, vnd es waren Stachel an jren schwentzen, vnd jre macht war zu beleidigen die Menschen funff monden lang. Abaddon, Apollyon, Verderber. [11]Vnd hatten vber sich einen Koenig, einen Engel aus dem abgrund, des namen heisst auff Ebreisch Abaddon, vnd auff Griechisch hat er den namen Apollyon. [12]Ein Weh ist dahin, Sihe, es komen noch zwey Weh nach dem.

[N.] Mahomet. [13]Vnd der sechste Engel posaunete, vnd ich hoeret eine stim aus den vier ecken des guelden Altars fur Gott, [14]die sprach zu dem sechsten Engel der die posaune hatte, Loese auff die vier Engel gebunden an dem grossen wasserstrom Euphrates. [15]Vnd es wurden die vier Engel los, die bereit waren auff eine stunde, vnd auff einen tag, vnd auff einen monden, vnd auff ein jar, das sie toedten, das dritte teil der Menschen. [16]Vnd die zal des reisigen Zeuges war viel tausent mal tausent. Vnd ich hoeret jre zal. [17]Vnd also sahe ich die Roß im gesichte, vnd die drauff sassen, das sie hatten fewrige vnd gele vnd schwefliche Pantzer, vnd die heubt der rosse, wie die heubt


der Lewen, vnd aus jrem munde gieng fewr vnd rauch vnd schwefel. [18]Von diesen dreien ward ertoedet das dritte teil der Menschen, von dem fewr, vnd rauch, vnd schwefel, der aus jrem munde gieng. [19]Denn jre macht war in jrem munde. Vnd jre Schwentze waren den Schlangen gleich, vnd hatten heubter, vnd mit denselbigen theten sie schaden.

[20]VNd blieben noch leute, die nicht getoedtet wurden von diesen Plagen, noch busse thatteu fur die werck jrer hende, das sie nicht anbeten die Teufel, vnd gueldene, silberne, eherne, steinern vnd hueltzern Goetzen, welche weder sehen, noch hoeren, noch wandeln konden, [21]die auch nicht busse theten fur jre Moerde, Zeuberey, Hurerey vnd Dieberey.


[Bearbeiten] X.

[O.] Bapst. Vnd ich sahe einen andern starcken Engel vom Himel herabkomen, der war mit einer wolcken bekleidet, vnd ein Regenbogen auff seinem heubt, vnd sein Andlitz, wie die Sonne, vnd seine fuesse wie die Fewrpfeiler. [2]Vnd er hatte in seiner hand ein Buechlin auff gethan, vnd er setzt seinen rechten fus auff das Meer, vnd den lincken auff die Erden, [3]vnd er schrey mit grosser stimme, wie ein Lewe bruellet. Vnde da er schrey, redeten sieben Donner jre stimme. [4]Vnd da die sieben Donner jre stimme geredt hatten, wolt ich sie schreiben. Da hoeret ich eine stimme vom Himel sagen zu mir, Versiegel was die sieben Donner geredt haben, dieselbigen schreibe nicht.

[5]VNd der Engel, den ich sahe stehen auff dem Meer, vnd auff der Erden, hub seine hand auff gen Himel, [6]vnd schwur bey dem Lebendigen von ewigkeit zu ewigkeit, der den Himel geschaffen hat, vnd was darinnen ist, vnd die Erde, vnd was darinnen ist, vnd das Meer, vnd was darinnen ist, das hinfurt a keine zeit mehr sein sol, [7]Sondern in den tagen der stimme des siebenden Engels, wenn er posaunen wird, So sol volendet werden das geheimnis Gottes, wie er hat verkuendiget seinen Knechten vnd Propheten.

[8]Vnd ich hoeret eine stim vom Himel abermal mit mir reden, vnd sagen Gehe hin, nim das offene Buechlin von der hand des Engels, der auff dem Meer, vnd auff der Erden stehet. [9]Vnd ich gieng hin zum Engel, vnd sprach zu jm, Gib mir das Buechlin. Vnd er sprach zu mir, Nim hin vnd verschlings, vnd es wird dich im Bauch krimmen, aber in deinem Munde wirds suesse sein wie honig. [10]Vnd ich nam das Buechlin von der hand des Engels,


vnd verschlangs, vnd es war suesse in meinem munde, wie honig. Vnd da ichs gessen hatte, krimmet michs im Bauch. [11]Vnd er sprach zu mir, Du must abermal weissagen den Voelckeren, vnd Heiden, vnd Sprachen, vnd vielen Koenigen.

[P.] [1]Vnd es ward mir ein Rhor gegeben einem stecken gleich, vnd sprach, Stehe auff, vnd miss den tempel Gottes, vnd den Altar, vnd die darinnen anbeten. [2]Aber den innern chor des Tempels wirff hinaus, vnd miss jn nicht, denn er ist den Heiden gegeben, vnd die heilige Stad werden sie zutretten zween vnd vierzig monden.


[Bearbeiten] XI.

[3]Vnd ich wil meine zween Zeugen geben, vnd sie sollen weissagen tausent zwey hundert vnd sechzig tage, angethan mit Secken. [4]Diese sind zween Olebewme vnd zwo Fackeln, stehend fur dem Gott der erden. [5]Vnd so jemand sie wil beleidigen, So gehet das Fewr aus jrem munde, vnd verzeret jre Feinde, vnd so jemand sie wil beleidigen, der mus also getoedtet werden. [6]Diese haben macht den Himel zu verschliessen das es nicht regene in den tagen jrer Weissagung, vnd haben macht vber das wasser, zu wandeln im blut, vnd zu schlahen die Erde mit allerley Plage, so offt sie wollen.

[7]Vnd wenn sie jr zeugnis geendet haben, So wird das a Thier, das aus dem Abgrund auffsteiget, mit jnen einen Streit halten, vnd wird sie vberwinden, vnd wird sie toedten. [8]Vnd jre Leichnam werden ligen auff der gassen der grossen Stad, die da heisst geistlich, die Sodoma vnd Egypten, da vnser HErr gecreutziget ist. [9]Vnd es werden jre Leichnam etliche von den Voelckern, vnd geschlechten, vnd Sprachen, drey tage vnd einen halben sehen, vnd werden jre Leichnam nicht lassen in greber legen. [10]Vnd die auff erden wonen, werden sich frewen vber jnen, vnd wolleben, vnd Geschenck vnternander senden, Denn diese zween Propheten queleten die auff Erden woneten.

[11]VNd nach dreien tagen vnd einem halben, fuhr in sie der geist des Lebens von Gott, vnd sie tratten auff jre fuesse, Vnd eine grosse furcht fiel vber die sie sahen. [12]Vnd sie hoereten eine grosse stim vom Himel zu jnen sagen, Steiget herauff. Vnd sie stigen auff in den Himel, in einer Wolcken, vnd es sahen sie jre Feinde. [13]Vnd zu derselben stund ward ein gros Erdbeben, vnd das zehende teil der Stad fiel, vnd wurden ertoedtet in der Erdbebung sieben tausent namen der Menschen, vnd die andern erschracken, vnd


gaben ehre dem Gott des Himels. [14]Das ander Weh ist dahin, Sihe, das dritte Weh kompt schnel.


[Bearbeiten] XII.

[15]Vnd, der siebend Engel posaunet, Vnd es wurden grosse stimme im Himel, die sprachen, Es sind die Reiche der welt vnsers HErrn vnd seines Christus worden, vnd er wird regieren von ewigkeit zu ewigkeit. [16]Vnd die vier vnd zwenzig Eltesten, die fur Gott auff jren stueelen sassen, fielen auff jre angesicht, vnd beteten Gott an, [17]vnd sprachen, Wir dancken dir HErr almechtiger Gott, der du bist, vnd warest, vnd kuenfftig bist, das du hast angenomen deine grosse krafft vnd herrschest. [18]Vnd die Heiden sind zornig worden, vnd es ist komen dein zorn, vnd die zeit der Todten, zu richten vnd zu geben den Lohn deinen knechten den Propheten, vnd den Heiligen, vnd denen die deinen namen fuerchten, den kleinen vnd grossen, vnd zu verderben die die Erden verderbet haben.

[19]VNd der tempel Gottes ward auffgethan im Himel, vnd die archa seines Testaments ward in seinem Tempel gesehen, vnd es geschahen blitzen, vnd stimmen, vnd donner, vnd erdbeben, vnd ein grosser hagel.

[Q.] [1]Vnd es erschein ein gros Zeichen im himel, Ein Weib mit der Sonnen bekleidet, vnd der Mond vnter jren fuessen, vnd auff jrem heubt eine Krone von zwelff sternen. [2]Vnd sie war schwanger, vnd schrey, vnd war in Kindsnoeten, vnd hatte grosse qual zur geburt.

[3]Vnd es erschein ein ander Zeichen im himel, vnd sihe ein grosser roter Drach, der hatte sieben Heubter vnd zehen Hoerner, vnd auff seinen Heubten sieben Kronen, [4]vnd sein Schwantz zoch den dritten teil der Sternen, vnd warff sie auff die Erden. Vnd der Drach trat fur das Weib, die geberen solt, auff das wenn sie geboren hette, er jr Kind fresse. [5]Vnd sie gebar einen Son ein Kneblin, der alle Heiden solt weiden mit der eisern ruten, Vnd jr kind ward entrueckt zu Gott vnd seinem stuel, [6]Vnd das Weib entflohe in die wuesten, da sie hat einen ort bereit von Gott, das sie daselbs erneeret wuerde, tausent, zwey hundert, vnd sechzig tage.

Michael. [7]Vnd es erhub sich ein streit im Himel, Michael vnd seine Engel, stritten mit dem Drachen, vnd der Drach streit vnd seine Engel, [8]vnd siegeten nicht, auch ward jre Stete nicht mehr funden im Himel. [9]Vnd es ward ausgeworffen der gros Drach, die alte Schlange, die da heisst der Teufel vnd


Satanas, der die gantze Welt verfueret, vnd ward geworffen auf die erden vnd seine Engel wurden auch dahin geworffen.

[10]VNd ich hoeret eine grosse stimme, die sprach im Himel, Nu ist das Heil vnd die Krafft, vnd das Reich, vnd die Macht vnsers Gottes, seines Christus worden, weil der verworffen ist, der sie verklaget tag vnd nacht fur Gott. [11]Vnd sie haben jn vberwunden durch des Lambs blut, vnd durch das wort jrer zeugnis, vnd haben jr leben nicht geliebet, bis an den tod. [12]Darumb frewet euch jr Himel, vnd die darinnen wonen. Weh denen die auff erden wonen, vnd auff dem meer, Denn der Teufel kompt zu euch hinab, vnd hat einen grossen zorn, vnd weis, das er wenig zeit hat.

[13]Vnd da der Drache sahe, das er verworffen war auff die erden, verfolget er das Weib, die das Kneblin geborn hatte. [14]Vnd es wurden dem Weibe zween fluegel gegeben, wie eines grossen Adelers, das sie in die wuesten floege, an jren ort, da sie erneeret wuerde eine zeit, vnd zwo zeit, vnd eine halbe zeit, fur dem angesichte der Schlangen. [15]Vnd die Schlange schos nach dem Weibe aus jrem munde ein wasser, wie einen Strom, das er sie erseuffet. [16]Aber die erde halff dem Weibe, vnd thet jren mund auff vnd verschlang den strom, den der Drach aus seinem munde schos. [17]Vnd der Drach ward zornig vber das Weib, und gieng hin zu streiten, mit den vbrigen von jrem Samen, die da Gottes gebot halten, vnd haben das zeugnis Jhesu Christi.

[Bearbeiten] XIII.

[R.] Vnd ich trat an den sand des meers, vnd sahe ein Thier aus dem Meer steigen, das hatte sieben Heubter vnd zehen Hoerner, vnd auff seinen hoernern sieben Kronen, vnd auff seinen Heubten namen der Lesterung. [2]Vnd das Thier, das ich sahe, war gleich einem Pardel, vnd seine fuesse als Beeren fuesse, vnd sein mund eines Lewen mund. Imperium Romanum, desertum a Græcis, translatum ad Germanos, per Papam. Vnd der Drach gab jm seine Krafft, vnd seinen Stuel, und grosse Macht. [3]Vnd ich sahe seiner Heubt eines, als were es toedlich wund, vnd seine toedliche wunde ward heil. Vnd der gantze Erdboden verwundert sich des Thieres, [4]vnd beteten den Drachen an, der dem Thier die macht gab, vnd beteten das Thier an, vnd sprachen, Wer ist dem Thier gleich? vnd wer kan mit jm kriegen?


[5]VNd es ward jm gegeben ein Mund zu reden grosse ding vnd Lesterung, vnd ward jm gegeben, das es mit jm weret zween vnd vierzig monden lang. [6]Vnd es that seinen mund auff zur Lesterung gegen Gott, zu lestern seinen Namen, vnd seine Huetten, vnd die im Himel wonen. [7]Vnd ward jm gegeben zu streiten mit den Heiligen, vnd sie zu vberwinden. Vnd jm ward gegeben macht vber alle Geschlecht, vnd Sprachen, vnd Heiden, [8]vnd alle die auff Erden wonen, beten es an, der namen nicht geschrieben sind in dem lebendigen buch des Lambs, das erwuerget ist, von anfang der Welt. [9]Hat jemand ohren, der hoere. [10]So jemand in das Gefengnis fueret, der wird in das gefengnis gehen, So jemand mit dem Schwert toedtet, der mus mit dem schwert getoedtet werden. Hie ist gedult vnd glaube der Heiligen.

[11]Vnd ich sahe ein ander Thier auffsteigen von der erden, vnd hatte zwey Hoerner, gleich wie das Lamb, vnd redet wie der Drache. [12]Vnd es thut alle macht des ersten Thiers fur jm, vnd es machet das die erde, vnd die drauff wonen, anbeten das erste Thier, welches toedlich wunde heil worden war. [13]Vnd thut grosse Zeichen, das es auch machet fewr vom Himel fallen fur den Menschen, [14]vnd verfueret die auff erden wonen, vmb der zeichen willen, die jm gegeben sind zuthun fur dem Thier, Vnd saget denen, die auff erden wonen, das sie dem Thier ein Bilde machen sollen, das die wunde vom Schwert hatte, vnd lebendig worden war.

[15]Vnd es ward jm gegeben, das es dem bilde des thiers den geist gab, das des Thiers bilde redet, vnd das es machte, das, welche nicht des Thiers bilde anbeten, ertoedtet werden. [16]Vnd machte alle sampt, die kleinen vnd grossen, die Reichen vnd Armen, die Freien vnd Knechte, das es jnen ein Malzeichen gab an jre rechte hand, oder an jre stirn, [17]das niemand keuffen oder verkeuffen kan, er habe denn das Malzeichen oder den namen des Thiers, oder die zal seines namens. [18]Hie ist weisheit. Wer verstand hat, der vberlege die zal des Thiers, denn es ist eines Menschen zal, Vnd seine zal ist sechs hundert vnd sechs vnd sechzig.


[Bearbeiten] XIIII.

[S.] Vnd ich sahe, vnd sihe, ein Lamb stehend auff dem berg Zion, vnd mit jm hundert vnd vier vnd vierzig tausent, die hatten den namen seines Vaters geschrieben an jrer stirn. [2]Vnd hoeret eine stim vom Himel, als eines grossen Wassers, vnd wie eine stimme eines grossen Donners, vnd die stimme, die ich hoeret, war als der Harffenspieler, die auff jren harffen spielen. [3]Vnd sungen, wie ein new Lied, fur dem stuel, vnd fur den vier Thieren vnd Eltesten, vnd niemand kund das Lied lernen, on die hundert vnd die vier vnd vierzig tausent, die erkaufft sind von der erden. [4]Diese sinds, die mit Weibern nicht befleckt sind, denn sie sind Jungfrawen, vnd folgen dem Lamb nach, wo es hin gehet. Diese sind erkaufft aus den Menschen, zu erstlingen Gotte vnd dem Lamb, [5]vnd in jrem munde ist kein falsches funden, Denn sie sind unstrefflich fur dem stuel Gottes.

[6]Vnd ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himel, der hatte ein ewig Euangelium, zu verkuendigen denen, die auff erden sitzen vnd wonen, vnd allen Heiden, vnd Geschlechten, vnd Sprachen, vnd Voelckern, [7]vnd sprach mit grosser stimme, Fuerchtet Gott, und gebet jm die Ehre, Denn die zeit seines Gerichts ist komen, vnd betet an, den, der gemacht hat Himel vnd Erden, vnd Meer vnd die Wasserbrunnen.

[8]Vnd ein ander Engel folget nach, der sprach, Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die grosse stad, Denn sie hat mit dem wein jrer Hurerey getrencket alle Heiden.

[9]Vnd der dritte Engel folget diesem nach, vnd sprach mit grosser stimme, So jemand das Thier anbetet vnd sein Bilde, vnd nimpt das Malzeichen an seine stirn oder an seine hand, [10]Der wird von dem wein des zorns Gottes trincken, der eingeschenckt vnd lauter ist in seines zorns Kelch, vnd wird gequelet werden mit fewr vnd schwefel fur den heiligen Engeln vnd fur dem Lamb. [11]Vnd der rauch jrer qual wird auffsteigen von ewigkeit zu ewigkeit. Vnd sie haben keine ruge tag vnd nacht die das Thier haben angebetet vnd sein Bilde, vnd so jemand hat das Malzeichen seines namens angenomen. [12]Hie ist gedult der Heiligen. Hie sind, die da halten die gebot vnd den glauben an Jhesu.

[13]Vnd ich hoeret eine stim vom Himel zu mir sagen, Schreibe, selig sind die Todten, die in dem HErrn sterben von nu an. Ja, der Geist spricht, das sie rugen von jrer erbeit, Denn jre werck folgen jnen nach.

[T.] [14]Vnd ich sahe, vnd sihe, eine weisse Wolcke, vnd auff der wolcken sitzen einen, der gleich war eines menschen Son, der hatte eine gueldene Krone auff seinem heubt, vnd in seiner hand eine scharffe Sichel. [15]Vnd ein ander Engel gieng aus dem Tempel, vnd schrey mit grosser stimme zu dem, der auff der Wolcken sass, Schlag an mit deiner Sicheln vnd erndte, denn die zeit zu erndten ist komen, denn die Erndte der erden ist duerre worden. [16]Vnd der auff der Wolcken sass, schlug an mit seiner Sicheln an die erde, vnd die erde ward geerntet.

[17]Vnd ein ander Engel gieng aus dem Tempel im himel, der hatte ein scharffe Hippen. [18]Vnd ein ander Engel gieng aus dem Altar, der hatte macht vber das fewr, Vnd rieff mit grossem geschrey zu dem, der die scharffe Hippen hatte, vnd sprach, Schlahe an mit deiner scharffen Hippen, vnd schneite die Drauben auff der erden, denn jre beer sind reiff. [19]Vnd der Engel schlug an mit seiner Hippen an die erden, vnd schneit die Reben der erden, vnd warff sie in die grosse kelter des zorns Gottes. [20]Vnd die Kelter ward ausser der Stad gekeltert, vnd das Blut gieng von der Kelter bis an die zeume der Pferde, durch tausent sechshundert feldwegs.

[Bearbeiten] XV.

Vnd ich sahe ein ander Zeichen im Himel, das war gros vnd wundersam, Sieben Engel, die hatten die letzten sieben Plagen, denn mit den selbigen ist volendet der zorn Gottes. [2]Vnd sahe, als ein glesern Meer mit fewr gemenget, vnd die den Sieg behalten hatten an dem Thier vnd seinem Bilde, vnd seinem Malzeichen, vnd seines Namens zal, das sie stunden an dem glesern Meer, vnd hatten Gottes harffen, [3]vnd sungen das lied Mosi, des knechts Gottes, vnd das lied des Lambs, vnd sprachen, Gros vnd wundersam sind deine werck, HERR allmechtiger Gott, gerecht vnd warhafftig sind deine wege, du Koenig der Heiligen. [4]Wer sol dich nicht fuerchten, HERR, vnd deinen namen preisen? Denn du bist alleine heilig, Denn alle Heiden werden komen vnd anbeten fur dir, denn deine vrteil sind offenbar worden.

[5]Darnach sahe ich, vnd sihe, da ward auffgethan der Tempel der huetten des zeugnis im Himel, [6]vnd giengen aus dem Tempel die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten, angethan mit reinem hellem Linwad, vnd vmbguertet jre Brueste mit gueldenen guerteln. [7]Vnd eines der vier Thier gab den sieben Engeln sieben gueldene Schalen vol zorns Gottes, der da lebet von ewigkeit zu ewigkeit. [8]Vnd der Tempel ward vol rauchs fur der herrligkeit Gottes vnd fur seiner krafft, Vnd niemand kund in den Tempel gehen, bis das die sieben Plagen der sieben Engel volendet wurden.



[Bearbeiten] XVI.

[V.] Vnd ich hoeret eine grosse stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln, Gehet hin, vnd giesset aus die schalen des zorns auff die erden.

[1.] [2]Vnd der erste gieng hin, vnd gos seine Schale aus auff die erde, Vnd es ward ein boese vnd arge Druese an den Menschen, die das malzeichen des Thiers hatten, vnd die sein Bilde anbeteten.

[2.] [3]Vnd der ander Engel gos aus seine schale ins Meer, Vnd es ward Blut als eines Todten, vnd alle lebendige Seele starb in dem Meer.

[3.] [4]Vnd der dritte Engel gos aus seine schale in die Wasserstroeme, vnd in die Wasserbruennen, vnd es ward Blut. [5]Vnd ich hoeret den Engel sagen, HERR, du bist gerecht, der da ist, vnd der da war, vnd heilig, das du solches geurteilet hast. [6]Denn sie haben das blut der Heiligen vnd der Propheten vergossen, vnd Blut hastu jnen zu trincken gegeben, denn sie sinds werd. [7]Vnd ich hoeret einen andern Engel aus dem altar sagen, Ja, HERR, allmechtiger Gott, deine gerichte sind warhafftig vnd gerecht.

[4.] [8]Vnd der vierde Engel gos aus seine schale in die Sonne, vnd ward jm gegeben, den Menschen heis zu machen mit fewr. [9]Vnd den Menschen ward heis fur grosser hitze, vnd lesterten den namen Gottes, der macht hat vber diese Plagen, vnd thaten nicht busse, jm die Ehre zu geben.

[5.] [10]Vnd der fuenffte Engel gos aus seine schale, auff den stuel des Thiers, Vnd sein Reich ward verfinstert, vnd sie zubissen jre zungen fur schmertzen, [11]vnd lesterten Gott im himel fur jrem schmertzen, vnd fur jren Druesen, vnd theten nicht busse fur jre werck.

[6.] [12]Vnd der sechste Engel gos aus seine schale auff dem grossen wasserstrom Euphrates, Vnd das wasser vertrocknet, auff das bereitet wuerde der weg den Koenigen von auffgang der sonnen. [13]Vnd ich sahe aus dem munde des Drachens, vnd aus dem munde des Thieres, vnd aus dem munde des falschen Propheten, drey vnreine Geister gehen, gleich den Froeschen. [14]Vnd sind geister der Teufel, die thun Zeichen, vnd gehen aus zu den Koenigen auff erden, vnd auff den gantzen Kreis der welt, sie zu versamlen in den Streit, auff jenen grossen tag Gottes des allmechtigen. [15]Sihe, ich kome, als ein Dieb, Selig ist der da wachet, vnd helt seine kleider, das er nicht blos wandele, vnd man nicht seine schande sehe. [16]Vnd er hat sie versamlet an einen ort, der da heisst auff Ebreisch Harmagedon.

[7.] [17]Vnd der siebend Engel gos aus seine schale in die Lufft, Vnd es gieng aus eine stim vom Himel aus dem stuel, die sprach, Es ist geschehen. [18]Vnd es wurden stimme, vnd donner, vnd blitzen, vnd ward eine grosse Erdbebung, das solche nicht gewesen ist, sint der zeit Menschen auff erden gewesen sind, solche Erdbebung also gros. [19]Vnd aus der grossen Stad wurden drey teil, vnd die stedte der Heiden fielen. Vnd Babylon der grossen ward gedacht fur Gott, jr zu geben den Kelch des weins von seinem grimmigen zorn. [20]Vnd alle Jnsulen entflohen, vnd keine Berge wurden funden. [21]Vnd ein grosser hagel, als ein Centner, fiel vom Himel auff die Menschen, vnd die Menschen lesterten Gott vber der plage des hagels, Denn seine plage ist seer gros.


[Bearbeiten] XVII.

Vnd es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben schalen hatten, redet mit mir, vnd sprach zu mir, Kom, ich wil dir zeigen das vrteil der grossen Huren, die da auff vielen Wassern sitzt, [2]mit welcher gehuret [X.] haben die Koenige auff erden, vnd die da wonen auff erden truncken worden sind, von dem wein jrer Hurerey. [3]Vnd er bracht mich im geist in die wuesten. Vnd ich sahe das Weib sitzen auff einem rosinfarben Thier, das war vol namen der lesterung, vnd hatte zehen Hoerner. [4]Vnd das Weib war bekleidet mit Scharlacken vnd Rosinfarb, vnd vbergueldet mit Gold vnd Edelsteinen vnd Perlen, vnd hatte einen guelden Becher in der hand, vol grewels vnd vnsauberkeit jrer Hurerey. [5]Vnd an jrer stirn geschrieben den Namen, das Geheimnis, die grosse Babylon, die Mutter der hurerey vnd aller grewel auff erden. [6]Vnd ich sahe das Weib truncken von dem blut der Heiligen, vnd von dem blut der zeugen Jhesu. Vnd ich verwundert mich seer, da ich sie sahe.

[7]Vnd der Engel sprach zu mir, Warumb verwunderstu dich? Jch wil dir sagen das geheimnis von dem Weibe vnd von dem Thier das sie tregt, vnd hat sieben Heubter, vnd zehen Hoerner. [8]Das Thier, das du gesehen hast, a ist gewesen, vnd ist nicht, vnd wird wider komen aus dem abgrund, vnd wird faren ins Verdamnis, Vnd werden sich verwundern, die auff erden wonen, der namen nicht geschrieben stehen in dem buch des Lebens von anfang der Welt, wenn sie sehen das Thier, das es gewesen ist, vnd nicht ist, wiewol es doch ist. [9]Vnd hie ist der sinn, da Weisheit zugehoeret. DJe sieben Heubter sind sieben Berge, auff welchen das Weib sitzet, vnd sind sieben Koenige. [10]a Fuenff sind gefallen, vnd b einer ist, vnd der ander ist noch nicht komen, Vnd wenn er kompt, mus er eine kleine c zeit bleiben. [11]Vnd das Thier, d das gewesen ist, vnd nicht ist, das ist der achte, vnd ist von den sieben, vnd feret in das verdamnis. [12]Vnd die zehen Hoerner, die du gesehen hast, das sind e zehen Koenige, die das Reich noch nicht empfangen haben, Aber wie Koenige werden sie eine zeit macht empfahen mit dem Thier. [13]Diese haben eine meinung, vnd werden jre krafft vnd macht geben dem Thier. [14]Diese werden streiten mit dem Lamb, vnd das Lamb wird sie vberwinden, Denn es ist der HErr aller Herrn, vnd der Koenig aller Koenige, vnd mit jm die beruffene vnd ausserweleten vnd gleubigen.

[15]Vnd er sprach zu mir, Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Voelcker vnd Scharen, vnd Heiden, vnd Sprachen. [16]Vnd die zehen Hoerner, die du gesehen hast, auff dem Thier, die werden die Hure hassen, vnd werden sie f wuest machen, vnd blos, vnd werden jr Fleisch essen, vnd werden sie mit Fewr verbrennen. [17]Denn Gott hats jnen gegeben in jr hertz, zu thun seine meinung, vnd zu thun einerley meinung, vnd zu geben jr Reich dem Thier, bis das vollendet werden die wort Gottes. [18]Vnd das Weib, das du gesehen hast, ist die grosse Stad, die das Reich hat vber die Koenige auff erden.


[Bearbeiten] XVIII.

[Y.] Bapst. Vnd darnach sahe ich einen andern Engel nider faren vom Himel, der hatte eine grosse macht, vnd die erde ward erleuchtet von seiner klarheit. [2]Vnd schrey aus macht mit grosser stimme, vnd sprach, Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon die grosse, vnd eine behausung der Teuffel worden, vnd ein beheltnis aller vnreiner Geister, vnd ein beheltnis aller vnreiner feindseliger Vogel, [3]Denn von dem Wein des zorns jrer Hurerey, haben alle Heiden getruncken, vnd die Koenige auff erden haben mit jr Hurerey getrieben, vnd jre Kauffleute sind reich worden von jrer grossen wollust.

[4]Vnd ich hoeret ein ander stim vom Himel, die sprach, Gehet aus von jr, mein Volck, das jr nicht teilhafftig werdet jrer Suenden, auff das jr nicht empfahet etwas von jrer Plagen. [5]Denn jre Suende reichen bis in den Himel, vnd Gott denckt an jren freuel. [6]Bezalet sie, wie sie euch bezalet hat, Vnd machts jr zwiueltig, nach jren wercken. Vnd mit welchem Kelch sie euch eingeschenckt hat, schencket jr zwifeltig ein. [7]Wie viel sie sich herrlich gemacht, vnd jren mutwillen gehabt hat, So viel schenckt jr qual vnd leid ein. Denn sie spricht in jrem hertzen, Jch sitze vnd bin eine Koenigin, vnd werde keine Widwe sein, vnd leid werde ich nicht sehen. [8]Darumb werden jre Plagen auff einen tag komen, der tod, leid, vnd hunger, mit fewr wird sie verbrand werden, Denn starck ist Gott der HERR, der sie richten wird.

[9]Vnd es werden sie beweinen vnd sich vber sie beklagen die Koenige auff erden, die mit jr gehuret vnd mutwillen getrieben haben, wenn sie sehen werden den rauch von jrem Brand, [10]vnd werden von ferne stehen fur furcht jrer qual, vnd sprechen, Weh, weh, die grosse stad Babylon, die starcke Stad, auff eine stunde ist dein gericht komen. [11]Vnd die Kauffleute auff erden werden weinen vnd leid tragen bey sich selbs, das jre Wahr niemand mehr keuffen wird, [12]die wahr des golds, vnd silbers, vnd edelgesteins, vnd die perlen, vnd seiden, vnd purpur, vnd scharlacken, vnd allerley thinnenholtz, vnd allerley gefess von elffenbein, vnd allerley gefess von koestlichem holtz, vnd von ertz, vnd von eisen, [13]vnd cinnamet, vnd thimian, vnd salben, vnd weirauch, vnd wein, vnd oele, vnd semlen, vnd weitzen, vnd vieh, vnd schafe, vnd pferd, vnd wagen, vnd leichnam, vnd seelen der Menschen.

[14]VND das obs, da deine Seele lust an hatte, ist von dir gewichen, vnd alles was voellig vnd herrlich war, ist von dir gewichen, vnd du wirst solchs nicht mehr finden. [15]Die Kauffleute solcher wahr, die von jr sind Reich worden, werden von ferne stehen fur furcht jrer qual, weinen vnd klagen [16]vnd sagen, Weh, weh, die grosse Stad, die bekleidet war mit seiden vnd purpur, vnd scharlacken, vnd vbergueldet war mit gold, vnd edelgestein, vnd perlen, [17]Denn in einer stunde ist verwuestet solcher Reichtumb.

VND alle Schiffherrn, vnd der Hauffe, die auff den Schiffen hantieren, vnd Schiffleutte, die auff dem meer hantieren, stunden von ferne, [18]vnd schrien, da sie den rauch von jrem Brande sahen, vnd sprachen, Wer ist gleich der grossen Stad? [19]Vnd sie wurffen staub auff jre heubter, vnd schrien, weineten vnd klagten, vnd sprachen, Weh, weh, die grosse stad, in welcher Reich worden sind alle die da Schiff im Meer hatten von jrer Wahr, denn in einer stunde ist sie verwuestet.

Frewe dich vber sie Himel, vnd jr heiligen Apostel vnd Propheten, Denn Gott hat ewer vrteil an jr gerichtet. [21]Vnd ein starcker Engel hub einen grossen stein auff, als einen Muelstein, warff jn ins Meer, vnd sprach, Also wird mit einem sturm verworffen die grosse stad Babylon, vnd nicht mehr erfunden werden. [22]Vnd die stimme der Senger vnd Seitenspieler, Pfeiffer vnd Posauner sol nicht mehr in dir gehoeret werden, vnd kein Handwercksman einiges handwercks sol mehr in dir erfunden werden, vnd die stim der Muellen sol nicht mehr in dir gehoeret werden, [23]vnd die stim des Breutigams vnd der Braut sol nicht mehr in dir gehoeret werden. Denn deine Kauffleute waren Fuersten auff erden, Denn durch deyne Zeuberey sind verirret worden alle Heiden, [24]vnd das blut der Propheten vnd der Heiligen ist in jr erfunden worden, vnd aller derer die auff erden erwuerget sind.


[Bearbeiten] XIX.

Darnach hoeret ich eine stim grosser Scharen im Himel, die sprachen, Haleluia. Heil vnd preis, ehre vnd krafft sey Gott vnserm HERRN, [2]denn warhafftig vnd gerecht sind seine Gerichte, das er die grosse Hure verurteilet hat, welche die Erden mit jrer Hurerey verderbet, vnd hat das blut seiner Knechte von jrer hand gerochen. [3]Vnd sprachen zum andern mal, Haleluia. Vnd der rauch gehet auff ewiglich, [4]Vnd die vier vnd zwenzig Eltesten vnd die vier Thier fielen nider, vnd betten an Gott, der auff dem stuel sass, vnd sprachen, Amen, Haleluia. [5]Vnd eine stim gieng von dem stuel, Lobet vnsern Gott alle seine Knechte, vnd die jn fuerchten, beide klein vnd gros.

[6]VND ich hoeret eine stim einer grossen Schar, vnd als eine stim grosser wasser, vnd als eine stim starcker Donner, die sprachen, Haleluia. Denn der allmechtige Gott hat das Reich eingenomen, [7]Lasset vns frewen vnd froelich sein, vnd jm die Ehre geben, denn die hochzeit des Lambs ist komen, vnd sein Weib hat sich bereitet. [8]Vnd es ward jr gegeben, sich anzuthun mit reiner vnd schoener seiden (Die seide aber ist die gerechtigkeit der Heiligen) [9]Vnd er sprach zu mir, Selig sind die zum abendmal des Lambs beruffen sind. Vnd er sprach zu mir, Dis sind warhafftige wort Gottes. [10]Vnd ich fiel fur jn zu seinen fuessen jn anzubeten. Vnd er sprach zu mir, Sihe zu, thu es nicht, ich bin dein Mitknecht vnd deiner Brueder, vnd dere, die das zeugnis Jhesu haben. Bete Gott an (Das zeugnis aber Jhesu ist der Geist der weissagung.)

[Z.] [11]Vnd ich sahe den Himel auffgethan, Vnd sihe, ein weis Pferd, vnd der drauff sass, hies Trew vnd Warhafftig, vnd richtet vnd streitet mit Gerechtigkeit. [12]Vnd seine augen sind wie ein Fewrflamme, vnd auff seinem heubte viel Kronen, vnd hatte einen Namen geschrieben, den niemand wuste, denn er selbs. [13]Vnd war angethan mit einem kleid, das mit blut besprenget war, vnd sein name heisst Gottes wort. [14]Vnd jm folgete nach das heer im Himel auff weissen Pferden, angethan mit weisser vnd reiner Seiden [15]Vnd aus seinem munde gieng ein scharff Schwert, das er damit die Heiden schluege, vnd er wird sie regieren mit der eisern Ruten. Vnd er trit die Kelter des weins des grimmigen zorns des almechtigen Gottes. [16]Vnd hat einen Namen geschrieben auff seinem Kleid, vnd auff seiner huefften, also, ein Koenig aller Koenige, vnd ein HERR aller Herrn.

[17]VND ich sahe einen Engel in der sonnen stehen, vnd er schrey mit grosser stimme, vnd sprach zu allen Vogeln, die vnter dem himel fliegen, Kompt, vnd versamlet euch zu dem Abendmal des grossen Gottes, [18]das jr esset das fleisch der Koenige vnd der Heubtleute, das fleisch der Starcken, vnd der pferde, vnd dere, die drauff sitzen, vnd das fleisch aller Freien vnd knechten, beide der kleinen vnd der grossen.

[19]Vnd ich sahe das Thier, vnd die Koenige auff erden, vnd jre Heer versamlet, streit zu halten mit dem, der auff dem Pferde sass, vnd mit seinem Heer. [20]Vnd das Thier ward gegriffen, vnd mit jm der falsche Prophet, der die Zeichen thet fur jm, durch welche er verfueret, die das malzeichen des Thieres namen, vnd die das bilde des Thiers anbeten. Lebendig wurden diese beide in den feurigen Pful geworffen, der mit Schwefel brandte, [21]Vnd die andern wurden erwuerget mit dem Schwert des, der auff dem Pferde sass, das aus seinem munde gieng, vnd alle Vogel wurden sat von jrem Fleisch.


[Bearbeiten] XX.

[AA.] Vnd ich sahe einen Engel vom Himel faren, der hatte den schluessel zum Abgrund, vnd eine grosse Ketten in seiner hand. [2]Vnd er greiff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel vnd der Satan, vnd verschlos jn tausent jar, [3]vnd warff jn in den Abgrund, vnd verschlos jn vnd versiegelt oben darauff, das er nicht mehr verfueren solt die Heiden, bis das vollendet wuerden a tausent jar, vnd darnach mus er los werden eine kleine zeit.

[4]Vnd ich sahe Stuele, vnd sie satzten sich drauff, vnd jnen ward gegeben das gericht, vnd die Seelen der enthaubten vmb des zeugnis Jhesu, vnd vmb des worts Gottes willen, vnd die nicht angebetet hatten das Thier noch sein Bilde, vnd nicht genomen hatten sein Malzeichen an jre stirn, vnd auff jre hand, diese lebten vnd regierten mit Christo tausent jar. [5]Die andern Todten aber wurden nicht wider lebendig, bis das tausent jar volendet wurden. Dis ist die erste aufferstehung. [6]Selig ist der vnd heilig, der teil hat an der ersten aufferstehung, Vber solche hat der ander Tod keine macht, sondern sie werden Priester Gottes vnd Christi sein, vnd mit jm regieren tausent jar.

Gog. Magog. [7]Vnd wenn tausent jar volendet sind, wird der Satanas los werden aus [BB.] seinem Gefengnis, [8]vnd wird ausgehen zu verfueren die Heiden in den vier oertern der erden, den Gog vnd Magog, sie zu versamlen in einem streit, welcher zal ist, wie der sand am meer. [9]Vnd sie traten auff die breite der erden, vnd vmbringeten das Heerlager der Heiligen, vnd die geliebte Stad. Vnd es fiel das fewr von Gott aus dem Himel, vnd verzeret sie, [10]Vnd der Teuffel der sie verfueret, ward geworffen in den feurigen Pful, vnd schwefel, da das Thier vnd der falsche Prophet war, vnd werden gequelet werden tag vnd nacht, von ewigkeit zu ewigkeit.

[11]VND ich sahe einen grossen weissen Stuel, vnd den der drauff sass, fur welches Angesicht flohe die Erde vnd der Himel, vnd jnen ward keine Stete erfunden. [12]Vnd ich sahe die Todten beide gros vnd klein stehen fur Gott, vnd die Buecher wurden auffgethan, Vnd ein ander Buch ward auffgethan, welchs ist des Lebens, vnd die Todten wurden gerichtet nach der schrifft in den Buechern, nach jren wercken. [13]Vnd das meer gab die Todten die drinnen waren, vnd der Tod vnd die Helle gaben die todten die darinnen waren, vnd sie wurden gerichtet, ein jglicher nach seinen wercken. [14]Vnd der Tod vnd die Helle wurden geworffen in den feurigen Pful. Das ist der ander Tod. [15]Vnd so jemand nicht ward erfunden geschrieben in dem buch des Lebens, Der ward geworffen in den feurigen Pful.



[Bearbeiten] XXI.

Vnd ich sahe einen newen Himel, vnd eine newe Erden, Denn der erste Himel vnd die erste Erden vergieng, vnd das Meer ist nicht mehr. [CC.] [2]Vnd ich Johannes sahe die heilige Stad, das newe Jerusalem, von Gott aus dem Himel herab faren, zubereit, als eine geschmueckte Braut jrem Man. [3]Vnd hoeret eine grosse stim von dem stuel, die sprach, Sihe da, eine huette Gottes bey den Menschen, vnd er wird bey jnen wonen, vnd sie werden sein Volck sein, vnd er selbs Gott mit jnen, wird jr Gott sein. [4]Vnd Gott wird abwischen alle threnen von jren augen, vnd der Tod wird nicht mehr sein, noch leid, noch geschrey, noch schmertzen wird mehr sein, Denn das erste ist vergangen. [5]Vnd der auff dem Stuel sass, sprach, Sihe, ich machs alles new. Vnd er spricht zu mir, Schreibe, denn diese wort sind warhafftig vnd gewis.

[6]VND er sprach zu mir, Es ist geschrieben. Jch bin das A und das O, der anfang vnd das ende. Jch wil dem Duerstigen geben von dem brun des lebendigen Wassers vmb sonst. [7]Wer vberwindet, der wirds alles ererben, vnd ich werde sein Gott sein, vnd er wird mein Son sein. [8]Den verzagten aber, vnd vngleubigen, vnd greulichen, vnd Todschlegern, vnd Hurern, vnd Zeuberern, vnd Abgoettischen, vnd allen Luegenern, der teil wird sein in dem Pful, der mit fewr vnd schwefel brennet, welches ist der ander Tod.

[9]Vnd es kam zu mir einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen vol hatten der letzten sieben Plagen, vnd redet mit mir, vnd sprach, Kom, ich wil dir das Weib zeigen, die Braut des Lambs. [10]Vnd fueret mich hin im geist auff einen grossen vnd hohen Berg, vnd zeiget mir die grosse Stad, das heilige Jerusalem, hernider faren aus dem Himel von Gott, [11]vnd hatte die herrligkeit Gottes, vnd jr Liecht war gleich dem alleredelsten stein, einem hellen Jaspis. [12]Vnd hatte grosse vnd hohe Mauren, vnd hatte zwelff Thor, vnd auff den thoren zwelff Engele, vnd namen geschrieben, welche sind die zwelff Geschlechte der kinder Jsrael. [13]Vom morgen drey thor, von mitternacht drey thor, vom mittag drey thor, vom abend drey thor. [14]Vnd die maur der Stad hatte zwelff Gruende, vnd in den selbigen die namen der zwelff Apostel des Lambs.

[15]VND der mit mir redet, hatte ein guelden Rhor, das er die Stad messen solt, vnd jre thor vnd mauren. [16]Vnd die Stad ligt vierecket, Vnd jre lenge ist so gros als die breite. Vnd er mas die Stad mit dem rhor, auff zwelff tausent feldwegs, Die lenge vnd die breite, vnd die hoehe der Stad sind gleich. [17]Vnd er mas jre Mauren, hundert vnd vier vnd vierzig ellen, nach der mas eines Menschen, die der Engel hat. [18]Vnd der Baw jrer mauren, war von Jaspis, vnd die Stad von lauterm Golde, gleich dem reinen glase. [19]Vnd die Gruende der mauren vnd der Stad waren geschmueckt mit allerley Eddel gesteine. Der erste grund war ein Jaspis, der ander war ein Saphir, der dritte ein Calcedonier, der vierde ein Smaragd, [20]der fuenffte ein Sardonich, der sechste ein Sardis, der siebend ein Chrysolit, der achte ein Beril, der neunde ein Topasier, der zehend ein Chrysopras, der eilffte ein Hyacint, der zwelffte ein Ametist.

[21]VND die zwelff Thor waren zwelff Perlen, vnd ein jglich thor war von einer Perlen, vnd die gassen der Stad waren lauter Gold, als ein durchscheinend glas. [22]Vnd ich sahe keinen Tempel darinnen, denn der HErr der allmechtige Gott ist jr Tempel, vnd das Lamb. [23]Vnd die Stad darff keiner sonnen noch des monden, das sie jr scheine, Denn die herrligkeit Gottes erleuchtet sie, vnd jre leuchte ist das Lamb. [24]Vnd die Heiden, die da selig werden, wandeln in dem selbigen Liecht, vnd die Koenige auff erden werden jre Herrligkeit in die selbigen bringen. [25]Vnd jre thor werden nicht verschlossen des tages, denn da wird keine Nacht sein. [27]Vnd wird nicht hinein gehen jrgend ein Gemeines, vnd das da grewel thut vnd luegen, Sondern die geschrieben sind in dem lebendigen buch des Lambs.


[Bearbeiten] XXII.

Vnd er zeiget mir einen lantern strom des lebendigen Wassers, klar wie ein Christal, der gieng von dem stuel Gottes, vnd des Lambs, [2]mitten auff jrer gassen. Vnd auff beiden seiten des stroms stund holtz des Lebens, das trug zwelfferley Fruechte, vnd brachte seine Fruechte alle monden, vnd die Bletter des holtz dieneten zu der gesundheit der Heiden. [3]Vnd wird kein Verbantes mehr sein, vnd der stuel Gottes vnd des Lambs wird darinnen sein, vnd seine Knechte werden jm dienen vnd sehen sein Angesicht, [4]vnd sein Name wird an jren stirnen sein. [5]Vnd wird keine nacht da sein, vnd nicht beduerffen einer Leuchten, oder des liechts der sonnen, Denn Gott der HERR wird sie erleuchten, vnd sie werden regieren von ewigkeit zu ewigkeit.

[6]Vnd er sprach zu mir, Diese wort sind gewis vnd warhafftig. Vnd Gott der HErr der heiligen Propheten, hat seinen Engel gesand zu zeigen seinen Knechten, was bald geschehen mus. [7]Sihe, ich komme balde. Selig ist der da helt die wort der Weissagung in diesem Buch. [8]Vnd ich bin Johannes, der solchs gesehen vnd gehoert hat. Vnd da ichs gehoeret vnd gesahe, fiel ich nider an zu beten zu den fuessen des Engels, der mir solchs zeiget. [9]Vnd er spricht zu mir, Sihe zu, thu es nicht, Denn ich bin dein Mitknecht, vnd deiner brueder der Propheten, vnd dere die da halten die wort dieses Buchs. Bete Gott an.

[10]VND er spricht zu mir, Versiegele nicht die wort der Weissagung in diesem Buch, denn die zeit ist nahe, [11]Wer boese ist, der sey jmer hin boese, vnd wer vnrein ist, der sey jmer hin vnrein. Aber wer frum ist, der sey jmer hin frum, vnd wer heilig ist, der sey jmer hin heilig. [12]Vnd sihe, ich kome balde, vnd nim Lohn mit mir, zu geben einem jglichen, wie seine werck sein werden. [13]Jch bin das A vnd das O, der anfang vnd das ende, der erst vnd der letzte. [14]Selig sind die seine Gebot halten, auff das jre macht sey an dem holtz des Lebens, vnd zu den thoren eingehen in die Stad. [15]Denn haussen sind die Hunde, vnd die Zeuberer, vnd die Hurer vnd die Todschleger, vnd die Abgoettischen, vnd alle die lieb haben vnd thun die Luegen.

[16]JCH Jhesus habe gesand meinen Engel, solchs euch zu zeugen an die Gemeinen. Jch bin die wurtzel des geschlechts Dauid, ein heller Morgenstern. [17]Vnd der Geist vnd die Braut sprechen, kom. Vnd wer es hoeret der spreche, kom. Vnd wen duerstet, der kome, Vnd wer da wil, der neme des wassers des Lebens vmb sonst.

[18]JCH bezeuge aber alle, die da hoeren die wort der Weissagung in diesem Buch, So jemand dazu setzet, so wird Gott zusetzen auff jn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehet. [19]Vnd so jemand dauon thut von den worten des Buchs dieser Weissagung, So wird Gott abthun sein teil vom buch des Lebens, vnd von der heiligen Stad, vnd von dem, das in diesem Buch geschrieben stehet. [20]Es spricht der solchs zeuget, Ja, ich kome bald, Amen, Ja kom HERR Jhesu. [21]Die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi sey, mit euch allen, AMEN.

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