Lutherbibel/Philemon (1546)
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[Bearbeiten] Vorrede auff die Epistel S. Pauli: an Philemon.
Djese Epistel zeiget ein meisterlich lieblich exempel Christlicher liebe. Denn da sehen wir, wie S. Paul sich des armen Onesimi annimpt, vnd jn gegen seinem Herrn vertrit, mit allem das er vermag, Vnd stellet sich nicht anders, denn als sey er selbs Onesimus, der sich versuendiget habe.
DOch thut er das nicht mit gewalt oder zwang, als er wol recht hette, Sondern eussert sich seines Rechten, da mit er zwinget, das Philemon sich seines Rechten auch verzeihen mus. Eben wie vns Christus gethan hat gegen Gott dem Vater, Also thut auch S. Paulus fur Onesimo gegen Philemon. Denn Christus hat sich auch seines Rechten geeussert, vnd mit liebe vnd demut den Vater vberwunden, das er seinen zorn, vnd Recht hat muessen legen, vnd vns zu gnaden nemen, vmb Christus willen, der also ernstlich vns vertrit, vnd sich vnser so hertzlich annimpt, Denn wir sind alle seine Onesimi, so wirs gleuben.
[Bearbeiten] Die Epistel S. Pauli: an Philemon.
Timotheus. Paulus der gebunden Christi Jhesu, vnd Timotheus der Bruder.
Archippus. Philemoni dem lieben vnd vnserm gehuelffen, [2]vnd Appia der lieben, vnd Archippo vnserm streitgenossen, vnd der Gemeine in deinem hause.
[3]GNade sey mit euch vnd friede, von Gott vnserm Vater, vnd dem HErrn Jhesu Christo.
[4]Jch dancke meinem Gott, vnd gedencke dein alle zeit in meinem gebet, [5]Nach dem ich hoere von der Liebe vnd dem Glauben, welche du hast an den HErrn Jhesum, vnd gegen alle Heiligen, [6]das dein glaube den wir mit einander haben, in dir krefftig werde, durch erkentnis alle des guten, das jr habt, in Christo Jhesu. [7]Wir haben aber grosse freude vnd trost an deiner liebe, Denn die hertzen der Heiligen sind erquicket durch dich, lieber Bruder.
Onesimus. [8]DArumb, wiewol ich habe grosse freidigkeit, in Christo, dir zu gebieten, was dir zimet, [9]So wil ich doch vmb der Liebe willen nur vermanen, der ich ein solcher bin, nemlich, ein alter Paulus, nu aber auch ein gebundener Jhesu Christi. [10]So ermane ich dich vmb meines Sons willen Onesimi, den ich gezeuget habe in meinen Banden, [11]welcher weiland dir vnnuetze, Nu aber mir vnd dir wol nuetze ist, den habe ich widergesand. [12]Du aber wollest jn, das ist, mein eigen hertz annemen. [13]Denn ich wolte jn bey mir behalten, das er mir an deiner stat dienet, in den banden des Euangelij, [14]Aber on deinen willen wolte ich nichts thun, auff das dein gutes nicht were genoetiget, sondern freiwillig.
[15]VJeleicht aber ist er darumb eine zeitlang von dir komen, das du jn ewig wider hettest, [16]Nu nicht mehr als einen Knecht, sondern mehr denn
einen Knecht, einen liben Bruder, sonderlich mir, wie viel mehr aber dir, beide nach dem fleisch, vnd in dem HErrn? [17]So du nu mich heltest fur deinen Gesellen, so woltestu jn, als mich selbs, annemen. [18]So er aber dir etwas schaden gethan hat, oder schuldig ist, das rechne mir zu. [19]Jch Paulus hab es geschrieben mit meiner hand, ich wils bezalen, Jch schweig, das du dich selbs mir schueldig bist. [20]Ja lieber Bruder, goenne mir, das ich mich an dir ergetze, in dem HErrn, Erquicke mein hertz in dem HErrn.
[21]JCh hab aus zuuersicht deines gehorsams dir geschrieben, Denn ich weis du wirst mehr thun, denn ich sage. [22]Daneben, bereite mir die Herberge, Denn ich hoffe, das ich durch ewer gebet euch geschencket werde. Epaphras. Marcus. Aristarchus. Demas. Lucas. [23]Es gruesset dich Epaphras mein mitgefangener in Christo Jhesu, [24]Marcus, Aristarchus, Demas, Lucas, meine gehuelffen. [25]Die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi sey mit ewerem Geist. AMEN.
Geschrieben von Rom, durch Onesimum.
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Lesen Sie denselben Text (Philemon) in der Lutherbibel von 1522.
