Lutherbibel/Römer (1546)

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorrede auff die Epistel S. Pauli an die Roemer.

[1546]

Epistel zum Roemern ist das heubt stuecke des newen Testaments. Djese Epistel ist das rechte Heubtstueck des newen Testaments, vnd das allerlauterste Euangelium, Welche wol wirdig vnd werd ist, das sie ein Christen mensch nicht allein von wort zu wort auswendig wisse, sondern teglich damit vmbgehe, als mit teglichem brot der Seelen, Denn sie niemer kan zu viel vnd zu wol gelesen oder betrachtet werden, vnd je mehr sie gehandelt wird, je koestlicher sie wird, vnd bas schmecket. Darumb ich auch meinen Dienst dazu thun wil, vnd durch diese Vorrede einen eingang dazu bereiten, so viel mir Gott verliehen hat, damit sie destebas von jederman verstanden werde, Denn sie bisher mit glosen vnd mancherley geschwetz vbel verfinstert ist, die doch an jr selbs ein helles Liecht ist, fast gnugsam, die gantze Schrifft zuerleuchten.

AVffs erste, muessen wir der sprache kuendig werden, vnd wissen was S. Paulus meinet, durch diese wort, Gesetz, Suende, Gnade, Glaube, Gerechtigkeit, Fleisch, Geist, vnd der gleichen, sonst ist kein lesen nuetz daran.

Das woertlin, Gesetz. Gottes gesetz foddert des Hertzen grund. Gesetz, mustu hie nicht verstehen menschlicher weise, das eine Lere sey, was fur werck zu thun oder zulassen sind, Wie es mit Menschen gesetzen zugehet, da man dem gesetz mit wercken gnug thut, obs hertz schon nicht da ist. Gott richtet nach des hertzen grund, Darumb foddert


auch sein Gesetz des hertzen grund, vnd lesset jm an wercken nicht benuegen, Sondern straffet viel mehr die werck on hertzen grund gethan, als heuchley vnd luegen. Da her alle Menschen luegner heissen, Psal. 116. darumb, das keiner aus hertzen grund Gottes gesetz helt noch halten kan, Denn jederman findet bey sich selbs vnlust zum guten, vnd lust zum boesen. Wo nu nicht ist freie lust zum guten, da ist des hertzen grund nicht am gesetz Gottes, Da ist denn gewislich auch suende vnd zorn verdienet bey Gott, ob gleich auswendig viel guter werck vnd erbars leben scheinen.

DAher schleusst S. Paulus am ij Cap. Das die Jueden alle Suender sind, vnd spricht, Das alleine die theter des Gesetzes gerecht sind bey Gott. Niemand ist mit wercken des Gesetzes Theter. Wil damit, das niemand mit wercken des Gesetzes theter ist, sondern sagt viel mehr zu jnen also, Du lerest, man solle nicht ehebrechen, vnd du brichest die ehe. Jtem worinnen du einen andern richtest, darinnen verdamnes du dich selbs, weil du eben dasselbige thust, das du richtest. Als solt er sagen, Du lebest eusserlich fein in des Gesetzes wercken, vnd richtest die nicht also leben, vnd weissest jederman zu leren, Den Splitter sihestu in der andern auge, Aber des Balcken in deinem auge wirstu nicht gewar.

Art der Werckheiligen DEnn ob du wol auswendig das Gesetz mit wercken heltest, aus furcht der straffe, oder liebe des lohns, So thustu doch alles, on freie lust vnd liebe zum Gesetz, sondern mit vnlust vnd zwang, woltest lieber anders thun, wenn das Gesetze nicht were. Daraus denn sichs schleust, das du von hertzen grund dem Gesetze feind bist. Was ist denn, das du andere lerest nicht stelen, so du im hertzen selbs ein Dieb bist, vnd eusserlich gerne werest, wenn du thuerstest? Wiewol auch das eusserliche werck die lenge nicht nachbleibet, bey solchen heuchlern. Also lerestu andere, Aber dich selbs nicht, weissest auch selbs nicht, was du lerest, hast auch das Gesetz noch nie recht verstanden. Ja dazu mehret das Gesetz mehret die Suende. Gesetz die suende, wie er saget am v. Cap. Darumb, das jm der Mensch nur feinder wird, je mehr es foddert, des er keines kan.

Gesetz ist Geistlich. DArumb spricht er am vij. Cap. Das Gesetz ist geistlich. Was ist das? Wenn das Gesetz leiblich were, so geschehe jm mit wercken genug, Nu es aber Geistlich ist, thut jm niemand genug, es gehe denn von hertzen grund, alles was du thust. Aber ein solches hertz gibt niemand, denn Gottes geist, der machet den Menschen dem Gesetz gleich, das er lust zum Gesetz gewinnet von hertzen, vnd hinfurt nicht aus furcht noch zwang, sondern aus freiem hertzen alles thut. Also ist das Gesetz geistlich, das mit solchem geistlichen hertzen wil geliebet vnd erfuellet sein, vnd foddert einen solchen geist. Wo der nicht im hertzen ist, da bleibet suende, vnlust, feindschafft wider das Gesetz, das doch gut, gerecht vnd heilig ist.


Des Gesetzes werck thun, vnd das Gesetz erfuellen, ist zweierley. So gewehne dich nu der rede, Das viel ein ander ding ist, des Gesetzes werck thun vnd das Gesetz erfuellen. Des Gesetzes werck ist alles, das der mensch thut oder thun kan am Gesetze, aus seinem freien willen vnd eigen krefften. Weil aber vnter vnd neben solchen wercken bleibet im hertzen vnlust vnd zwang zum Gesetz, sind solche werck alle verloren, vnd kein nuetze. Sophisten. Das meinet S. Paulus am iij. Capit. da er spricht, Durch gesetzes werck wird fur Gott kein Mensch gerecht. Daher sihestu nu, das die Schulzencker vnd Sophisten verfuehrer sind, wenn sie leren mit wercken sich zur gnade bereiten. Wie kan sich mit wercken zum guten bereiten, der kein gut werck, on vnlust vnd vnwillen im hertzen thut? Wie sol das werck Gott geluesten, das aus einem vnlustigen vnd widerwilligen hertzen gehet.

Das Gesetze erfuellen. ABer das Gesetz erfuellen ist, mit lust vnd liebe seine werck thun, vnd frey on des Gesetzes zwang goettlich vnd wol leben, als were kein Gesetze oder straffe. Solche lust aber freier liebe, gibt der heilige Geist ins hertz, wie er spricht im v. Capit. Der Geist aber wird nicht denn allein, in, mit vnd durch den glauben an Jhesum Christ, gegeben, wie er in der Vorrede saget. Glaube kompt durchs Euangelium. So kompt der glaube nicht, on alleine durch Gottes wort oder Euangelium, das Christum prediget, wie er ist Gottes Son vnd Mensch, gestorben vnd aufferstanden vmb vnsern willen, Wie er am iij. iiij. vnd x. Cap. saget.

Glaube macht allein gerecht. DAher kompts, das allein der Glaube gerecht machet, vnd das Gesetz erfuellet, Denn er bringet den Geist aus Christus verdienst. Gesetz wird durch den glauben auff gericht. Der Geist aber machet ein luestig vnd frey hertz, wie das Gesetz foddert, so gehen denn die guten werck aus dem glauben selber. Das meinet er am iij. Cap. nach dem er des Gesetzes werck verworffen hatte, das es lautet, als wolt er das Gesetz auffheben durch den Glauben, Nein (spricht er) wir richten das Gesetz an, durch den Glauben, das ist, wir erfullens durch den glauben.

Suend. Svnde heisset in der Schrifft, uicht allein das eusserliche werck am Leibe, Sondern alle das Gescheffte das sich mit reget vnd weget zu dem eusserlichen werck, nemlich, des hertzen grund mit allen krefften. Thun.Also, das das woertlin, Thun, sol heissen, wenn der Mensch gantz dahin felt vnd feret in die suende. Denn es geschicht auch kein eusserlich werck der suende, der Mensch fare denn gantz mit leib vnd seele hin an. Vnglaube Heubtquelle aller suende. Vnd sonderlich sihet die Schrifft ins hertz, vnd auff die wurtzel vnd heubtquelle aller suende, welche ist der Vnglaube im grunde des hertzen. Also, das, wie der Glaube alleine gerecht macht, vnd den Geist vnd lust brin-get, zu guten eusserlichen wercken, Also


suendiget alleine der vnglaube vnd bringet das Fleisch auff, vnd lust zu boesen eusserlichen wercken, wie Adam vnd Heua geschach im Paradis, Gene. am iij.

Christus nennet allein den vnglauben suende. DAher Christus alleine den vnglauben suende nennet, da er spricht Johan. xvj. Der Geist wird die Welt straffen vmb die Suende, das sie nicht gleuben an mich. Darumb auch, ehe denn gute oder boese werck geschehen, als die guten oder boesen Fruechte, mus zuuor im hertzen da sein Glaube oder Vnglaube, als die wurtzel, safft vnd heubtkrafft aller suende. Welchs in der Schrifft auch darumb der Schlangenkopff vnd des alten Trachenheubt heisset, den des Weibes same Christus zutretten mus, wie Adam verheissen ward, Gen. am iij.

Gnade. Gabe. Gnade vnd Gabe sind des vnterscheids, das Gnade eigentlich heisset, Gottes hulde oder gunst, die er zu vns treget bey sich selbs, aus welcher er geneiget wird, Christum vnd den Geist mit seinen gaben in vns zu giessen, Wie das aus dem v. Cap. klar wird, da er spricht, Gnade vnd Gabe in Christo etc. Boese lust vnd suende in den Heiligen vberig etc. Ob nu wol die Gaben vnd der Geist in vns teglich zunemen, vnd noch nicht volkomen sind, das also noch boese lueste vnd suende in vns vberbleiben, welche wider den Geist streiten, wie er saget Rom. vij. vnd Gal. v. Vnd wie Gen. iij. verkuendiget ist der hadder zwischen des Weibes Samen, vnd der Schlangen samen, So thut doch die Gnade so viel, das wir gantz vnd fur vol gerecht fur Gott gerechnet werden. Denn seine gnade teilet vnd stuecket sich nicht, wie die gaben thun, sondern nimpt vns gantz vnd gar auff in die hulde, vmb Christus vnsers Fursprechers und Mittlers willen, vnd vmb das in vns die Gaben angefangen sind.

Christen sind Gerecht vnd doch suender. Also verstehestu denn das vij. Cap. da sich S. Paulus noch einen Suender schilt. Vnd doch im viij. spricht, Es sey nichts verdamlichs an denen, die in Christo sind, der vnuolkomenen Gaben vnd des Geistes halben. Vmb des vngetoedten Fleisches willen, sind wir noch Suender, Aber weil wir an Christo gleuben, vnd des Geistes anfang haben, ist vns Gott so guenstig vnd gnedig, das er solche suende nicht achten noch richten wil, Sondern nach dem glauben in Christo mit vns fahren, bis die suende getoedtet werde.

Glaube. Glaube ist nicht der menschliche wahn vnd trawm, den etliche fur glauben halten. Vnd wenn sie sehen, das keine besserung des Lebens noch gute werck folgen, vnd doch vom glauben viel hoeren vnd reden koennen, fallen sie in den jrthumb, vnd sprechen, Der glaube sey nicht gnug, Man muesse werck thun, sol man frum vnd selig werden. Das macht wenn sie das Euangelium


hoeren, so fallen sie daher, vnd machen jnen aus eigen krefften einen gedancken, im hertzen, der spricht, Jch gleube, das halten sie denn fur einen rechten glauben. Aber wie es ein menschlich geticht vnd gedancken ist, den des hertzen grund nimer erferet, Also thut er auch nichts, vnd folget keine besserung her nach.

Krafft vnd gescheffte des glaubens. ABer Glaube ist ein goettlich werck in vns, das vns wandelt vnd new gebirt aus Gott, Johan. j. Vnd toedtet den alten Adam, machet vns gantz ander Menschen von hertzen, mut, sinn, vnd allen krefften, vnd bringet den heiligen Geist mit sich. O es ist ein lebendig, schefftig, thettig, mechtig ding vmb den glauben, das vnmueglich ist, das er nicht on vnterlas solte guts wircken. Er fraget auch nicht, ob gute werck zu thun sind, sondern ehe man fraget, hat er sie gethan, vnd ist jmer im thun. Wer aber nicht solche werck thut, der ist ein glaubloeser Mensch, tappet vnd sihet vmb sich nach dem glauben vnd guten wercken, vnd weis weder was glaube oder gute werck sind, weschet vnd schwatzet doch viel wort vom glauben vnd guten wercken.

GLaube ist ein lebendige, erwegene zuuersicht auff Gottes gnade, so gewis, das er tausent mal drueber stuerbe. Vnd solche zuuersicht vnd erkentnis goettlicher gnade, machet froelich, trotzig vnd luestig gegen Gott vnd alle Creaturn, welchs der heilige Geist thut im glauben. Da her der Mensch on zwang willig vnd luestig wird jederman guts zu thun, jederman zu dienen, allerley zu leiden, Gott zu liebe vnd zu lob, der jm solche gnade erzeigt hat. Glaube vnd werck sind vngescheiden. Also, das vnmueglich ist, werck vom glauben scheiden, Ja so vnmueglich, als brennen vnd leuchten, vom fewr mag gescheiden werden. Darumb sihe dich fur, fur deinen eigen falschen gedancken, vnd vnnuetzen Schwetzern, die vom glauben vnd guten wercken klug sein woellen zu vrteilen, vnd sind die groesten Narren. Bitte Gott, das er den Glauben in dir wircke, sonst bleibestu wol ewiglich on Glauben, du tichtest vnd thust, was du wilt oder kanst.

Gerechtigkeit Gottes. Gerechtigkeit ist nu solcher Glaube, Vnd heisset Gottes gerechtigkeit, oder die fur Gott gilt, darumb, das sie Gott gibt, vnd rechent fur gerechtigkeit, vmb Christus willen vnsers Mittlers, vnd macht den Menschen, das er jederman gibt was er schueldig ist. Denn durch den glauben wird der Mensch on suende, vnd gewinnet lust zu Gottes gebotten. Da mit gibt er Gott seine Ehre, vnd bezalet jn, was er jm schueldig ist. Aber den Menschen dienet er williglich, wo mit er kan, vnd bezalet damit auch jederman. Solche gerechtigkeit kan Natur, Freier wille, vnd vnser Kreffte nicht zu wegen bringen,


Denn wie niemand jm selber kan den glauben geben, So kan er auch den vnglauben nicht wegnemen, Wie wil er denn eine einige kleineste suende, wegnemen? Darumb ists alles falsch, heucheley vnd suende, was ausser dem glauben oder in vnglauben geschicht, Rom. xiiij. es gleisse wie gut es mag.

Fleisch. Geist. Fleischlich mensch Fleisch vnd Geist mustu hie nicht also verstehen, Das Fleisch alleine sey, was die vnkeuscheit betreffe, vnd Geist was das innerliche im hertzen betreffe. Sondern Fleisch heisset Paulus, wie Christus. Johan. iij., alles was aus Fleisch geboren ist, den gantzen Menschen, mit leib vnd seele mit vernunfft vnd allen sinnen, Darumb, das es alles an jm nach dem Fleisch trachtet. Also, das du auch den Fleischlich wissest zu heissen, der on gnad, von hohen geistlichen sachen viel tichtet, leret vnd schwetzet. Wie du das aus den wercken des fleisches, Gala. v. wol kanst lernen, da er auch Ketzerey vnd hass, fleisches werck heisset. Vnd Ro. viij. spricht er, Das durchs Fleisch das Gesetz geschwecht wird, welchs nicht von vnkeuscheit, sondern von allen suenden, allermeist aber vom vnglauben gesagt ist, der das allergeistlichste Laster ist.

Geistlich mensch. Fleisch. Geist. WJderumb auch, den Geistlich heisset, der mit den allereusserlichsten wercken vmbgehet, als Christus, da er der Juenger fuesse wusch, vnd Petrus, da er das Schiff fueret vnd fischet. Also, das Fleisch sey ein Mensch, der inwendig vnd auswendig lebet vnd wircket, das zu des Fleisches nutz vnd zeitlichem Leben, dienet. Geist sey der inwendig vnd auswendig lebet vnd wircket, das zu dem Geist vnd zukunfftigem leben dienet.

On solchen verstand dieser woerter, wirstu diese Epistel S. Pauli, noch kein Buch der heiligen Schrifft nimmermehr verstehen. Darumb huete dich fur allen Lerern, die anders diese wort brauchen, sie seien auch, wer sie woellen, obs gleich Origenes, Ambrosius, Augustinus, Hieronymus, vnd jrs gleichen, vnd noch hoeher weren. Nu woellen wir zur Epistel greiffen.

Ampt eines Euangelischen Predigers. Djeweil einem Euangelischen Prediger geburt, am ersten durch offenbarung des Gesetzes vnd der Suenden, alles zu straffen, vnd zu suenden machen, das nicht aus dem Geist vnd glauben an Christum gelebt wird, da mit die Menschen zu jrem eigen erkentnis vnd jamer gefueret werden, das sie demuetig werden, vnd huelffe begeren. So thut S. Paulus auch, vnd fehet [I.] an im j. Cap. vnd straffet die groben suende vnd vnglauben, die oeffentlich sind am tage, als der Heiden suende waren, vnd noch sind, die on Gottes gnade leben, vnd spricht, Es werde offenbaret durchs Euangelium Gottes zorn von Himel, vber alle Menschen, vmb jres Gottlosen wesens vnd vngerechtigkeit willen. Denn ob sie


gleich wissen vnd teglich erkennen, das ein Gott sey, So ist doch die Natur an jr selbs, ausser der gnaden, so boese, das sie jm wider dancket, noch jn ehret. Sondern verblendet sich selbs, vnd fellet on vnterlas in erger wesen, Bis das sie nach Abgoettereien, auch die schendlichsten Suenden, mit allen Lastern wircket, vnuerschampt, vnd da zu vngestraffet lesst an den andern.


[Bearbeiten] II.

Art der Heuchler. Am ij. Capit. strecket er soelche straffe weiter auch auff die, so eusserlich frum scheinen oder heimlich suendigen, Als die Jueden waren, vnd noch alle Heuchler sind, die on lust vnd liebe wol leben, vnd im hertzen Gottes gesetze feind sind, vnd doch ander Leute gerne vrteilen. Wie aller Gleisner art ist, das sie sich selbs rein achten, vnd doch vol Geitzes, hasses, hoffart, vnd alles vnflats stecken, Matth. xxiij. Die sinds eben, die Gottes guetigkeit verachten, vnd nach jrer hartigkeit den zorn vber sich heuffen. S. Paulus lesset niemand on suende bleiben. Also, das S. Paulus, als ein rechter gesetz verklerer, niemand on suende bleiben lesset, Sondern allen den zorn Gottes verkuendi-get, die aus natur oder freiem willen wollen wol leben, S. Paulus lesset niemand on suende bleiben. vnd lesst sie nichts besser sein, denn die oeffentlichen Suender, ja er spricht, sie seien hartmuetige vnd vnbusfertige.

[Bearbeiten] III.

Jüden vnd Heiden alle Suender. Am iij. Wirfft er sie alle beide in einen hauffen, vnd spricht, Einer sey wie der ander, alle zu mal Suender fur Gott. On das die Jueden Gottes wort gehabt, wiewol viel nicht dran gegleubt haben, Doch damit Gottes glaube vnd warheit nicht aus ist. Vnd fueret zufellig ein den Spruch aus dem 51. Psal. Das Gott gerecht bleibet in seinen worten. Warumb das gesetze gegeben sey. Darnach kompt er wider darauff, vnd beweiset auch durch Schrifft, das sie alle Suender sind, vnd durch Gesetzes werck niemand gerecht werde, Sondern das Gesetz nur die suende zu erkennen gegeben sey.

Wie man fur Gott gerecht vnd selig werde. DArnach fehet er an, vnd leret den rechten weg, wie man muesse frum vnd selig werden, vnd spricht, Sie sind alle Suender vnd on Gottes rhum, Muessen aber on verdienst gerecht werden, durch den Glauben an Christum, der vns solchs verdienet hat, durch sein Blut, vnd vns ein Gnadenstuel worden von Gott, der vns alle vorige suende vergibt. Da mit er beweise, das seine Gerechtigkeit, die er gibt im glauben, alleine vns helffe, die zu der zeit durchs Euangelium offenbaret, vnd zuuor durchs Gesetz vnd die Propheten bezeuget ist. Also wird das Gesetz, durch den glauben auffgerichtet, ob wol des Gesetzes werck da mit werden nidergelegt, sampt jrem rhum.

[Bearbeiten] IIII.

Am iiij. Als nu durch die ersten drey Capit. die suende offenbaret, vnd der weg des glaubens zur gerechtigkeit geleret ist, Fehet er an zu begegnen etlichen Einreden vnd Anspruchen. Vnd nimpt am ersten den fur,


den gemeiniglich thun, alle die vom Glauben hoeren, wie er on werck gerecht mache, vnd sprechen, Sol man denn nu keine gute werck thun? Abraham ist allein durch den glauben gerecht worden etc. Also helt er hie jm selbs fur den Abraham, vnd spricht, Was hat denn Abraham mit seinen wercken gethan? Jsts alles vmbsonst gewesen? Waren seine werck kein nuetz? Vnd schleusset, Das Abraham on alle werck, allein durch den glauben gerecht worden sey, So gar das er auch vor dem werck seiner Beschneitung durch die Schrifft allein seines glaubens halben gerecht gepreiset werde. Gene. xv. Hat aber das werck der Beschneitung zu seiner gerechtigkeit nichts gethan, das doch Gott jm gebot, vnd ein gut werck des gehorsams war, So wird gewislich auch kein ander gut werck zur gerechtigkeit etwas thun. Sondern wie die beschneitung Abrahe ein eusserlich Zeichen war, damit er seine gerechtigkeit im glauben beweisete, Also sind alle gute werck nur eusserliche zeichen, die aus dem glauben folgen, vnd beweisen, als die guten Fruechte, das der Mensch schon fur Gott inwendig gerecht sey.

DA mit bestetiget nu S. Paulus als mit einem krefftigen Exempel aus der Schrifft seine vorige lere im iij. Cap. vom glauben. Vnd fueret dazu noch einen Zeugen, Dauid aus dem xxxij. Psalm, der auch saget, Das der Mensch on werck gerecht werde, wiewol er nicht on werck bleibet, wenn er gerecht worden ist. Darnach breitet er das Exempel aus, wider alle ander werck des Gesetzes, vnd schleusst, das die Jueden nicht muegen Abrahams Erben sein, alleine des Gebluets halben, viel weniger des Gesetzes werck halben, Sondern muessen Abrahams glauben erben, wollen sie rechte Erben sein. Die des glaubens sind, sind Abrahams Kinder vnd Erben etc. Sintemal Abraham fur dem Gesetze, beide Mosi vnd der Beschneitung, durch den glauben ist gerecht worden, vnd ein Vater genennet aller gleubigen. Dazu auch das Gesetz viel mehr zorn wircke denn gnade, die weil es niemand mit liebe vnd lust thut, Das viel mehr vngnade denn gnade durch des Gesetzes werck kompt. Darumb mus allein der glaube die gnade Abrahe verheissen, erlangen. Denn auch solche Exempel vmb vnsern willen geschrieben sind, das wir auch sollen gleuben.

[Bearbeiten] V.

Frucht vnd werck des glaubens. Am v. Kompt er auff die Fruechte vnd werck des Glaubens, als da sind Friede, Freude, Liebe gegen Gott vnd jederman, dazu sicherheit, trotz, freidigkeit, mut vnd hoffnung in truebsal vnd leiden. Werckheiligen wissen nichts von den rechtschaffenen wercken, so dem glauben folgen. Denn solches alles folget, wo der glaube recht ist, vmb des vberschwenglichen gutes willen, das vns Got in Christo erzeiget, das er jn fur vns hat sterben lassen, ehe wir jn darumb bitten kundten, ja da wir noch Feinde waren. Also haben wir denn, das der glaube on alle werck gerecht machet, Vnd doch nicht daraus folget, das man darumb kein gute werck thun solle, sondern das die rechtschaffene werck nicht aussen bleiben, Von welchen die werckheiligen nichts wissen, vnd


tichten jnen selbs eigene werck, darin weder friede, freude, sicherheit, liebe, hoffnung, trotz, noch keines rechten Christlichen wercks vnd glaubens art ist.

Wie Adam auff vns geerbet hat die suende, Also erbet Christus auff vns seine gerechttigkeit. Darnach thut er einen lustigen Ausbruch vnd Spaciergang, vnd erzelet, wo beide Suende vnd Gerechtigkeit, Tod vnd Leben herkomen. Vnd helt die zween fein gegenander, Adam vnd Christum. Wil also sagen, Darumb muste Christus komen, ein ander Adam, der seine Gerechtigkeit auff vns erbete, durch ein new geistliche Geburt im glauben, Gleich wie jener Adam auff vns geerbet hat die suende, durch die alte Fleischliche Geburt.

Niemand kan jm selbs aus der suende helffen. DA mit wird aber kund vnd bestetiget, Das jm niemand kan selbs aus suenden zur gerechtigkeit mit wercken helffen, so wenig er kan weren, das er leiblich geborn wird. Gesetz mehret die Suende. Das wird auch da mit beweiset, das das goettliche Gesetz, das doch billich helffen solte, so etwas helffen solte zur gerechtigkeit, nicht allein on huelffe komen ist, sondern hat auch die suende gemehret, darumb, das die boese Natur jm deste feinder wird, vnd jre lust deste lieber buessen wil, je mehr jr das Gesetz wehret. Das also das Gesetz Christum noch noetiger machet, vnd mehr gnade foddert, die der Natur helffe.

[Bearbeiten] VI.

Streit des Geistes mit dem Fleisch. Am vj. Nimpt er das sonderliche werck des glaubens fur sich, den streit des Geistes mit dem Fleisch, vollend zu toedten die vbrige suende vnd lueste, die nach der Gerechtigkeit vberbleiben. Vnd leret vns, Das wir durch den glauben nicht also gefreiet sind von suenden, das wir muessig, faul vnd sicher sein solten, als were keine suende mehr da. Glaube ficht on vnterlas wider die suend. Es ist suende da, Aber sie wird nicht zur verdamnis gerechnet, vmbs glaubens willen, der mit jr streitet. Darumb haben wir mit vns selbs gnug zu schaffen vnser leben lang, das wir vnsern Leib zemen, seine lueste toedten, vnd seine Gliedmas zwingen, das sie dem Geist gehorsam seien vnd nicht den luesten. Deutung der Tauffe. Da mit wir dem Tod vnd aufferstehen Christi gleich sein, vnd vnser Tauffe volbringen (die auch den Tod der suenden vnd new Leben der gnaden bedeutet) Bis das wir gar rein von suenden, auch leiblich mit Christo aufferstehen, vnd ewiglich leben.

On Gesetz sein. VNd das koennen wir thun, spricht er, weil wir vnter der Gnaden vnd nicht vnter dem Gesetz sind. Welchs er selbs ausleget, das on Gesetz sein, sey nicht so viel gesagt, das man keine Gesetze habe, vnd muege thun, was jederman Vnter dem Gesetz sein. geluestet, Sondern vnter dem Gesetz sein, ist, wenn wir on gnade, mit Gesetzes wercken vmbgehen, Als denn herrschet gewislich die suende durchs Gesetze, sintemal niemand dem Gesetz hold ist von natur, Dasselbige ist aber grosse suende. Die gnade machet vns aber das Gesetze lieblich, So ist denn keine suende mehr da, vnd das Gesetz nicht mehr wider vns, sondern eines mit vns.

DAsselbige aber ist die rechte Freiheit von der Suenden vnd vom Gesetze,


Freiheit von suenden vnd Gesetz etc. von welcher er bis ans ende dieses Cap. schreibet, Das es sey eine Freiheit nur guts zuthun mit lust, vnd wol leben on zwang des Gesetzes. Darumb ist die Freiheit ein geistlich freiheit, die nicht das Gesetze auffhebet, sondern darreichet, was vom Gesetz gefoddert wird, nemlich lust vnd liebe, damit das Gesetz gestillet wird, vnd nicht mehr zu treiben vnd zu foddern hat. Gleich als wenn du einem Lehenherrn schueldig werest, vnd kuendest nicht bezalen. Von dem moechtestu zweierley weise los werden, Ein mal, das er nichts von dir neme, vnd sein Register zurisse. Das andermal, das ein frum Man fur dich bezalete, vnd gebe dir, da mit du seinem Register gnug thetest. Auff diese weise hat vns Christus vom Gesetze frey gemacht. Darumb ists nicht eine wilde fleischliche Freiheit, die nichts thun solle, Sondern die viel vnd allerley thut, vnd von des Gesetzes foddern vnd schuld ledig ist.

[Bearbeiten] VII.

Gleichnis vom ehelichen leben. Am vij. Bestetiget er solchs mit einem Gleichnis des Ehelichen lebens. Als wenn ein Man stirbet, so ist die Fraw auch ledig, vnd ist also eins des andern los vnd abe. Nicht also, das die Frawe nicht muege oder solle einen andern Man nemen, Sondern viel mehr, das sie nu aller erst recht frey ist, einen andern zunemen, Das sie vorhin nicht kundte thun, ehe sie jenes Mannes abe war. Also ist vnser gewissen verbunden dem Gesetz, vnter dem suendlichen alten Menschen, Wenn der getoedtet wird durch den Geist, so ist das Gewissen frey, vnd eines des andern los. Nicht das das Gewissen solle nichts thun, sondern nu aller erst recht an Christo, dem andern Manne, hangen, vnd Frucht bringen des Lebens.

Die Suende reget sich durchs Gesetz vnd wird gewaltiger etc. Darnach streichet er weiter aus die art der Suende vnd des Gesetzes, wie durch das Gesetz die suende sich nu recht reget vnd gewaltig wird. Denn der alte Mensch wird dem Gesetz nur deste feinder, weil er nicht kan bezalen, das vom Gesetz gefoddert wird. Denn suende ist seine natur, vnd kan von jm selbs nicht anders, darumb ist das Gesetz sein tod, vnd alle seine marter. Nicht das das Gesetz boese sey, sondern das die boese Natur nicht leiden kan das gute, das es gutes von jm foddere. Gleich wie ein Krancker nicht leiden kan, das man von jm foddere lauffen vnd springen, vnd andere wercke eines Gesunden.

Ampt des Gesetzs wens recht erkand wird. DArumb schleusst S. Paulus hie, das, wo das Gesetz recht erkennet vnd auffs beste gefasset wird, da thut es nicht mehr, denn es erinnert vns vnser suende, vnd toedtet vns durch dieselbige, vnd machet vns schueldig des ewigen zorns. Wie das alles fein sich leret vnd erferet im Gewissen, wens mit dem Gesetz recht troffen wird. Also, das man mus etwas anders haben, vnd mehr denn das Gesetz, den Menschen frum vnd selig zu machen. Heuchler erkennen nicht des Gesetzes krafft. Welche aber das Gesetz nicht recht erkennen, die sind blind, gehen mit vermessenheit da hin, meinen jm mit wercken gnug zu thun, denn sie wissen nicht wie viel das Gesetz


foddert, nemlich, ein frey, willig, lustig hertz. Darumb sehen sie Mosi nicht recht vnter augen, das Tuch ist jnen dafur gelegt vnd zugedeckt.

Kampff des Geistes vnd Fleisches in den Heiligen. Darnach zeiget er, wie Geist vnd Fleisch miteinander streiten in einem Menschen. Vnd setzet sich selbs zu einem Exempel, Das wir lernen, das werck (die suende in vns selbs zu toedten) recht erkennen. Er nennet aber beide den Geist vnd das Fleisch ein Gesetze, darumb, das gleich wie des goettlichen Gesetzes art ist, das es treibet vnd foddert. S. Paulus nennet Geist vnd Fleisch ein Gesetz. Also treibet vnd foddert vnd wuetet auch das Fleisch, wider den Geist, vnd wil seine lust haben. Widerumb treibt vnd foddert der Geist, wider das Fleisch, vnd wil seine lust haben. Dieser zanck weret in vns, so lange wir leben, Jn einem mehr, im andern weniger, darnach der Geist oder Fleisch stercker wird. Vnd ist doch der gantze Mensch selbs alles beides, Geist vnd Fleisch, der mit jm selbs streitet, bis er gantz geistlich werde.

[Bearbeiten] VIII.

Art Fleisches vnd Geistes. Am viij. Troestet er solche Streitter, das sie solch Fleisch nicht verdamne. Das Fleisch vnd Suende wird geteubet durchs Creutz. Vnd zeiget weiter an, was Fleisches vnd Geistes art sey, vnd wie der Geist kompt aus Christo, der vns seinen heiligen Geist gegeben hat, der vns geistlich machet, vnd das Fleisch dempffet. Vnd vns sichert, das wir dennoch Gottes Kinder sind, wie hart auch die Suende in vns wuetet. So lange wir dem Geiste folgen, vnd der Suende widerstreben sie zu toedten. Weil aber nichts so gut ist, das Fleisch zu teuben, als Creutz vnd leiden, troestet er vns im leiden, durch beystand des Geistes, der liebe, vnd aller Creaturen, nemlich, das beide der Geist in vns seufftzet, vnd die Creatur sich mit vns sehnet, das wir des Fleisches vnd der Suende los werden. Also sehen wir, das diese drey Cap. vj. vij. viij. auff das einige werck des glaubens treiben, das da heisset, den alten Adam toedten, vnd das Fleisch zwingen.

[Bearbeiten] [IX. XI.]

Lere von der ewigen Versehung Gottes. Am ix. x. vnd xj. Cap. leret er von der ewigen versehung Gottes, Daher es vrsprunglich fleusset, wer gleuben, oder nicht gleuben sol, von suenden los, oder nicht los werden kan. Damit es je gar aus vnsern henden genomen, vnd alleine in Gottes hand gestellet sey, das wir frum werden. Vnd das ist auch auffs allerhoehest not. Denn wir sind so schwach vnd vngewis, das, wenn es bey vns stuende, wuerde freilich nicht ein Mensch selig, der Teufel wuerde sie gewislich alle vberweldigen. Aber nu Gott gewis ist, das jm sein versehen nicht feilet, noch jemand jm weren kan, haben wir noch hoffnung wider die Suende.

Aber hie ist den freuelen vnd hochfarenden Geistern ein mal zustecken, die jren verstand am ersten hie her fueren, vnd oben anheben, zuuor den abgrund goettlicher Versehung zu forschen, vnd vergeblich da mit sich bekuemern, ob sie versehen sind. Die muessen sich denn selbs stuertzen, das sie entweder verzagen, oder sich in die freie schantz schlahen.


Wie von der Versehung zu leren sey. DV aber folge dieser Epistel in jrer ordnung, Bekuemere dich zuuor mit Christo vnd dem Euangelio, das du deine Suende vnd seine Gnade erkennest. Darnach mit der suenden streitest, wie hie das j. ij. iij. iiij. v. vj. vij. viij. Cap. geleret haben. Darnach wenn du in das viij. komen bist, vnter das Creutz vnd leiden, das wird dich recht leren die Versehung im ix. x. xj. Cap. wie troestlich sie sey. Denn on leiden, Creutz vnd Todsnoeten, kan man die versehung nicht on schaden vnd heimlichen zorn wider Gott handeln. Darumb mus Adam zuuor wol tod sein, ehe er dis ding leide, vnd den starcken wein trincke. Darumb sihe dich fur, das du nicht wein trinckest, wenn du noch ein Seugling bist, ein jgliche Lere hat jre masse, zeit vnd alter.

[Bearbeiten] XII.

Opffer der Christen, die alle Priester sind. Am xij. Leret er den rechten Gottesdienst, vnd machet alle Christen zu Pfaffen, das sie opffern sollen, Nicht geld noch vieh, wie im Gesetz, sondern jre eigene Leibe, mit toedtung der lueste. Darnach beschreibet er den eusserlichen wandel der Christen, im geistlichen Regiment, wie sie leren, predigen, regieren, dienen, geben, leiden, lieben, leben vnd thun sollen, gegen Freund, Feind, vnd jederman. Das sind die werck die ein Christen thut, Denn wie gesagt ist, Glaube feiret nicht.

[Bearbeiten] XIII.

Warumb das Weltlich Regiment eingesetzt sey. Am xiij. Leret er das weltlich Regimet ehren vnd gehorsam sein, Welches darumb eingesetzt ist, obs wol die Leute nicht from machet fur Gott, so schaffets doch so viel, das die Fromen eusserlich friede vnd schutz haben, vnd die Boesen on furcht oder mit friede vnd ruge nicht koennen frey vbels thun. Darumb es zu ehren ist auch den Fromen, ob sie wol sein nicht duerffen. Endlich aber fasset er alles in die Liebe, vnd beschleusst es in das Exempel Christi, wie der vns gethan hat, das wir auch also thun, vnd jm nachfolgen.

[Bearbeiten] XIIII.

Wie man mit den schwachen Gewissen vmbgehen sol. Am xiiij. Leret er die schwachen Gewissen im glauben seuberlich fueren vnd jr schonen, Das man der Christen freiheit nicht brauche zu schaden, sondern, zur fodderung der Schwachen. Denn wo man das nicht thut, da folget zwitracht vnd verachtung des Euangelij, daran doch alle not ligt, Das es besser ist, den Schwachgleubigen ein wenig weichen, bis sie stercker werden, denn das aller dinge die lere des Euangelij solt vntergehen. Vnd ist solchs werck ein sonderlich werck der Liebe, das wol auch jtzt von noeten ist, da man mit Fleisch essen vnd ander Freiheit, frech vnd rauch, on alle not, die schwachen Gewissen zuruettelt, ehe sie die warheit erkennen.

[Bearbeiten] XV.

Die gebrechlich sind sol man tragen. Am xv. Setzt er Christum zum Exempel, das wir auch die andern Schwachen dulden, als die sonst gebrechlich sind in oeffentlichen suenden, oder von vnluestigen Sitten, welche man nicht mus hinwerffen, sondern tragen, bis sie auch besser werden. Denn also hat Christus mit vns


gethan, vnd thut noch teglich, das er gar viel vntugent, vnd boeser sitten, neben aller vnuolkomenheit, an vns treget, vnd hilfft on vnterlas. Darnach zum Beschlus, bittet er fur sie, lobet sie, vnd befilhet sie Gott. Vnd zeiget sein Ampt vnd prediget an. Vnd bittet sie gar seuberlich vmb steure an die Armen zu Jerusalem. Vnd ist eitel liebe, dauon er redet, vnd damit er vmbgehet.

[Bearbeiten] XVI.

Warnung fur Menschenlere. Canones vnd Decretales. Das letzte Cap. ist ein Gruscapittel. Aber darunter vermischet er gar eine edle warnung fur Menschenleren, die da neben der Euangelischen lere einfallen, vnd ergernis anrichten. Gerade als hette er gewislich ersehen, das aus Rom vnd durch die Roemer komen solten, die verfuerischen, ergerlichen Canones vnd Decretales, vnd das gantze geschwuerm vnd gewuerm menschlicher gesetzen vnd geboten, die jtzt alle Welt erseuffet, vnd diese Epistel vnd alle heilige Schrifft sampt dem Geist vnd Glauben vertilget haben, das nichts mehr da blieben ist, denn der Abgott, Bauch, des Diener sie hie S. Paulus schilt. Gott erloese vns von jnen, AMEN.

Was ein Christ wissen sol, ist reichlich in dieser Epistel verfasset. Also finden wir in dieser Epistel auffs allerreichlichste, was ein Christen wissen sol, nemlich, was Gesetz, Euangelium, Suende, Straffe, Gnade, Glaube, Gerechtigkeit, Christus, Gott, gute Werck, Liebe, Hoffnung, Creutz sey.

Vnd wie wir vns gegen jederman, er sey from oder suender, starck oder schwach, Freund oder Feind, vnd gegen vns selber, halten sollen. Dazu das alles mit Schrifften trefflich gegruendet, mit Exempeln sein selbs vnd der Propheten beweiset, das nichts mehr hie zu wundschen ist. Darumb es auch scheinet, als habe S. Paulus in dieser Epistel wollen ein mal in die kuertze verfassen, die gantze Christliche vnd Euangelische lere, vnd einen Eingang bereiten in das gantze alte Testament. Denn on zweiuel, wer diese Epistel wol im hertzen hat, der hat des alten Testaments liecht vnd krafft bey sich. Darumb lasse sie ein jglicher Christen jm gemein vnd stetig in vbung sein. Da gebe Gott seine Gnade zu, Amen.


[Bearbeiten] Die Epistel S. Pauli: An die Roemer.

[1546]


[Bearbeiten] I.

Vnterschrifft. [1]Paulus ein knecht Jhesu Christi, beruffen zum Apostel, ausgesondert zu predigen das Euangelium Gottes, [2]welches er zuuor verheissen hat, durch seine Propheten, in der heiligen Schrifft, [3]von seinem Son, der geboren ist von dem samen Dauid, nach dem Fleisch, [4]vnd erweiset der allmechtige son Gottes, nach dem Geist, der da heiliget, durch die aufferstehung der Todten, nemlich, Jhesus Christ vnser HErr, [5]Durch welchen wir haben empfangen Gnade vnd Apostelampt vnter alle Heiden, den gehorsam des Glaubens auff zu richten, in seinem Namen, [6]Welcher jr zum teil auch seid, die da beruffen sind von Jhesu Christo.

Vberschrifft. Grus. [7]ALlen die zu Rom sind, den liebesten Gottes, vnd beruffenen Heiligen.

Gnade sey mit euch vnd Friede, von Gott vnserm Vater, vnd dem HErrn Jhesu Christo.

Ehrbietung. [8]Avffs erst, Dancke ich meinem Gott, durch Jhesum Christ, ewer aller halben, Das man ewren glauben in aller Welt preiset. [9]Denn Gott ist meine Zeuge (welchem ich diene in meinem Geist, am Euangelio von seinem Son) das ich on vnterlas ewer gedencke, [10]vnd alle zeit in meinem gebet flehe, Ob sichs ein mal zutragen wolt, das ich zu euch keme durch Gottes willen. [11]Denn mich verlanget euch zu sehen, auff das ich euch mitteile etwas geistlicher Gabe, euch zu stercken [12](das ist) Das ich sampt euch getroestet wuerde, durch ewren vnd meinen glauben, den wir vnternander haben.


[13]JCh wil euch aber nicht verhalten, lieben Brueder, das ich mir offt habe furgesetzt, zu euch zu komen, Bin aber verhindert bis her, das ich auch vnter euch Frucht schaffete, gleich wie vnter andern Heiden. [14]Jch bin ein Schueldener, beide der Griechen vnd der Vngriechen, beide der Weisen vnd der Vnweisen, [15]Darumb, so viel an mir ist, bin ich geneiget, auch euch zu Rom das Euangelium zu predigen.

[16]DEnn ich scheme mich des Euangelij von Christo nicht, Denn es ist eine krafft Gottes, die da selig machet, alle, die daran gleuben, die Jueden erstlich vnd auch die Griechen. [17]Sintemal darinnen offenbaret wird die gerechtigkeit, die fur Gott gilt, welche kompt a aus glauben in glauben, Wie denn geschrieben stehet, Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

[18]Denn Gottes zorn von Himel wird b offenbaret vber alles gottloses wesen, vnd vngerechtigkeit der Menschen, die die Warheit in vngerechtigkeit auffhalten. [19]Denn das man weis, das Gott sey, ist jnen offenbar, Denn Gott hat es jnen offenbart, [20]damit, das Gottes vnsichtbares wesen, das ist, seine ewige allmechtigkeit vnd Gottheit, wird ersehen, denn man mus es mercken an den wercken, die er thut an der Welt die er geschaffen hat. Also das sie keine entschueldigung haben, [21]Die weil sie wusten, das ein Gott ist, vnd haben jn nicht gepreiset als einen Gott, noch gedancket, Sondern sind in jrem c Tichten eitel worden, vnd jr vnuerstendiges Hertz ist verfinstert. [22]Da sie sich fur Weise hielten, sind sie zu Narren worden, [23]Vnd haben verwandelt die Herrligkeit des vnuergenglichen Gottes, in ein Bilde gleich dem vergenglichen Menschen, vnd der Vogel, vnd der vierfuessigen vnd der kriechenden Thiere.

[24]Darumb hat sie auch Gott dahin gegeben in jrer Hertzen gelueste, in vnreinigkeit, zu schenden jre eigene Leibe an jnen selbs. [25]Die Gottes d warheit haben verwandelt in die Luegen, vnd haben geehret vnd gedienet dem Geschepffe mehr denn dem Schepffer, der da gelobet ist in ewigkeit, Amen. [26]Darumb hat sie Gott auch dahin gegeben in schendliche lueste, Denn jre Weiber haben verwandelt den natuerlichen brauch in den vnnatuerlichen. [27]Desselbigen


selbigen gleichen auch die Man haben verlassen den uaturlichen brauch des Weibes, vnd sind an einander entbrand in jren Luesten, vnd haben Man mit man schande getrieben, vnd den Lohn jres jrthums (wie es denn sein solte) an jnen selbs empfangen.

[28]VND gleich wie sie nicht geacht haben, das sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahin gegeben in verkereten sinn, zu thun, eitel laster. [29]vol alles vnrechten, hurerey, schalckheit, geitzes, bosheit, vol hasses, mordes, hadders, lists, gifftig, ohrenbleser, [30]verleumbder, Gottes feinde, freueler, hoffertig, e rhumrettig, erfinder boeser tueck, den Eltern vngehorsam, [31]f vnuernuenfftige, trewelose, g stoerrige, h vnuersuenlich, vnbarmhertzig. [32]Die Gottes recht wissen (das die solchs thun, des Todes wirdig sind) thun sie es nicht allein, Sondern haben auch gefallen an denen, die es thun.

[Bearbeiten] II.

Darumb, o Mensch, kanstu dich nicht entschueldigen, wer du bist, der da richtet. Denn worinne du einen andern richtest, verdamstu dich selbs, Sintemal du eben dasselbige thust, das du richtest. [2]Denn wir wissen, das Gottes vrteil ist recht vber die, so solchs thun. [3]Denckestu aber, o Mensch, der du richtest die, so solches thun, vnd thust auch dasselbige, das du dem vrteil Gottes entrinnen werdest? [4]Oder verachtestu den reichthum sei- ner guete, gedult vnd a langmuetigkeit? Weissestu nicht, das dich Gottes guete zur busse leitet?


[5]DV aber nach deinem verstockten vnd vnbusfertigen Hertzen, heuffest dir selbst den zorn auff den tag des zorns vnd der offenbarung des gerechten gerichtes Gottes, [6]Welcher geben wird einem jglichen nach seinen wercken, [7]nemlich, preis vnd ehre, vnd vnuergenglichs wesen, denen, die mit gedult in guten wercken trachten nach dem ewigen Leben, [8]Aber denen, die da zenckisch sind, vnd der warheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem vngerechten, vngnade vnd zorn, [9]truebsal vnd angst, vber alle seelen der Menschen, die da boeses thun, fuernemlich der Jueden vnd auch der Griechen. [10]Preis aber, vnd ehre vnd friede, allen denen, die da gutes thun, erstlich den Jueden vnd auch den Griechen.

[11]DEnn es ist kein ansehen der Person fur Gott, [12]Welche on Gesetz gesundiget haben, Die werden auch on gesetz verlorn werden, Vnd welche am gesetz gesuendiget haben, die werden durchs gesetz verurteilet werden. [13]Sintemal fur Gott nicht die das Gesetz hoeren, gerecht sind, Sondern die das gesetze thun, werden gerecht sein. [14]Denn so die Heiden, die das gesetz nicht haben vnd doch b von natur thun des gesetzs werck, dieselbigen, dieweil sie das Gesetze nicht haben, sind sie jnen selbs ein gesetz, [15]damit, das sie beweisen, des gesetzes werck sey beschrieben in jrem hertzen, Sintemal jr Gewissen sie bezeuget, da zu auch die gedancken, die sich vnternander verklagen oder entschueldigen, [16]auff den tag, da Gott das verborgen der Menschen, durch Jhesum Christ, richten wird, lauts meines Euangelij.

[17]Sjhe aber zu, Du heissest ein Juede, vnd verlessest dich auffs Gesetz, vnd rhuemest dich Gottes, [18]vnd weissest seinen willen, Vnd weil du aus dem Gesetze vnterrichtet bist, pruefestu was das beste zu thun sey, [19]vnd vermissest dich zu sein ein Leiter der Blinden, ein Liecht dere, die im finsternis sind, [20]ein Zuechtiger der toerichten, ein Lerer der einfeltigen, hast die forme, was zu wissen vnd recht ist im Gesetz. [21]Nu lerestu andere, Vnd lerest dich selber nicht, Du predigest, man solle nicht stelen, vnd du bist selbs ein dieb. [22]Du sprichst, man solle nicht ehebrechen vnd du bist selber ein Ehebrecher. Dir grewelt fur den Goetzen, vnd du bist selbs ein c Gottes dieb. [23]Du rhuemest dich des gesetzes, vnd schendest Gott durch vbertrettung des gesetzes. [24]Denn ewrent halben wird Gottes namen gelestert vnter den Heiden, als geschrieben stehet.


[25]Dje Beschneitung ist wol nutz, wenn du das Gesetz heltest. Heltestu aber das gesetz nicht, so ist deine Beschneitung schon ein Vorhaut worden. [26]So nu die d Vorhaut das recht im gesetz helt, meinestu nicht, das seine Vorhaut werde fur eine beschneitung gerechnet? [27]Vnd wird also das von natur eine Vorhaut ist, vnd das gesetz volbringet, dich richten, der du vnter dem Buchstaben vnd Beschneitung bist, vnd ein Vbertretter des gesetzes. [28]Denn das ist nicht ein Juede, der auswendig ein Juede ist, Auch ist das nicht eine Beschneitung, die auswendig im fleisch geschicht, [29]Sondern das ist ein Juede, der inwendig verborgen ist, vnd die beschneitung des hertzen ist eine Beschneitung, die im e Geist, vnd nicht im Buchstaben geschicht, welches lob ist nicht aus den Menschen, sondern aus Gott.

[Bearbeiten] III.

Warumb wird denn das Juedenthum so hoch gehalten? oder was nuetzet die Beschneitung? [2]Zwar fast viel. Zum ersten, Jnen ist vertrawet, f Gotteswort. [3]Das aber etliche nicht gleuben an dasselbige, was ligt daran? Solt jrer vnglaube Gottes glaube auffheben? [4]Das sey ferne. Es bleibe viel mehr also, Das Gott sey warhafftig, vnd alle Menschen g falsch. Wie geschrieben stehet, Auff das du gerecht seiest in deinen worten, vnd vberwindest, wenn du gerichtet wirst.

[5]JSts aber also, das vnser vngerechtigkeit Gottes gerechtigkeit preiset, was wollen wir sagen? Jst denn Gott auch vngerecht, das er darueber zuernet? (Jch rede also auff Menschen weise) [6]Das sey ferne. Wie koendte sonst Gott die welt richten? [7]Denn so die warheit Gottes durch meine Luegen, a herrlicher wird zu seinem preis, Warumb solt ich denn noch als ein Suender gerichtet werden? [8]Vnd nicht viel mehr also thun (wie wir gelestert werden, vnd wie etliche sprechen, das wir sagen sollen) Lasset vns vbel thun, auff das gutes daraus kome? Welcher verdamnis ist gantz recht.

[9]Was sagen wir denn nu? Haben wir einen vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben beweiset, das beide Jueden vnd Griechen alle vnter


der Suende sind, [10]Wie denn geschrieben stehet, Da ist nicht der gerecht sey, auch nicht einer, [11]da ist nicht der verstendig sey, da ist nicht, der nach Gott frage. [12]Sie sind alle abgewichen, vnd alle sampt vntuechtig worden, Da ist nicht der gutes thu, auch nicht einer. [13]Jr Schlund ist ein offen grab, mit jren Zungen handeln sie trueglich, Otterngifft ist vnter jren Lippen. [14]Jr mund ist vol fluchens vnd bitterkeit, [15]Jr fuesse sind eilend blut zuuergiessen. [16]Jn jren wegen ist eitel vnfal vnd hertzleid. [17]vnd den weg des Friedes wissen sie nicht, [18]Es ist keine furcht Gottes fur jren augen.

[19]Wir wissen aber das, was das Gesetz saget, das saget es denen, die vnter dem gesetz sind, Auff das aller Mund verstopffet werde, vnd alle welt Gott schueldig sey, [20]Darumb, das kein Fleisch durch des Gesetzes werck fur jm gerecht sein mag. Denn durch das Gesetze kompt erkentnis der Suende.

[21]Nv aber ist on zuthun des Gesetzes, die gerechtigkeit, die fur Gott gilt, offenbaret, welche doch ist bezeuget, durch das Gesetz vnd die Propheten. [22]Jch sage aber von solcher gerechtigkeit fur Gott, die da kompt durch den glauben an Jhesum Christ, zu allen vnd auff alle, die da gleuben.

[23]DEnn es ist hie kein vnterscheid, b Sie sind allzumal Suender, vnd mangeln desc Rhumes, den sie an Gott haben sollen, [24]Vnd werden on verdienst gerecht aus seiner Gnade, durch die Erloesung, so durch Christo Jhesu geschehen ist, [25]Welchen Gott hat furgestellet zu einem Gnadenstuel, durch den glauben in seinem Blut, da mit er die Gerechtigkeit, die fur jm gilt, darbiete, in dem, das er Suende vergibt, d welche bis an her blieben war, vnter goettlicher gedult, [26]auff das er zu diesen zeiten darboete die Gerechtigkeit, die fur jm gilt, Auff das er allein Gerecht sey, vnd gerecht mache den, der da ist des glaubens an Jhesu.

[27]Wo bleibt nu der Rhum? Er ist nichts, durch welch Gesetz? durch der werck gesetz? Nicht also, sondern durch des glaubens gesetz. [28]So halten wir es nu, Das der Mensch gerecht werde, on des Gesetzes werck, alleine durch den Glauben. [29]Oder ist Gott alleine der Jueden Gott? Jst er nicht


auch der Heiden Gott? Ja freilich auch der Heiden Gott. [30]Sintemal es ist ein einiger Gott, der da gerecht machet die Beschneitung aus dem glauben, vnd die Vorhaut durch den glauben. [31]Wie? Heben wir denn das gesetz auff, durch den glauben? Das sey ferne, sondern wire richten das gesetz auff.

[Bearbeiten] IIII.

Was sagen wir denn von vnserm vater Abraham, das er funden habe nach dem fleisch? [2]Das sagen wir, Jst Abraham durch die Werck gerecht, so hat er wol rhum, Aber nicht fur Gott. [3]Was saget aber die Schrifft? Abraham hat Gott gegleubet, vnd das ist jm zur Gerechtigkeit gerechnet.

[4]DEm aber, der mit wercken vmbgehet, wird der Lohn nicht aus gnade zugerechnet, sondern aus pflicht. [5]Dem aber, der nicht mit wercken vmbgehet, Gleubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein glaube gerechnet zur gerechtigkeit.

[6]NAch welcher weise auch Dauid sagt, Das die seligkeit sey allein des Menschen, welchem Gott zurechnet die gerechtigkeit, on zuthun der werck, da er spricht, [7]Selig sind die, welchen jre vngerechtigkeit vergeben sind, Vnd welchen jre suende bedecket sind. [8]Selig ist der Man, welchem Gott keine suende zurechnet.

[9]NV diese seligkeit, gehet sie vber die Beschneitung, oder vber die Vorhaut? Wir muessen je sagen, das Abraham sey sein glaube zur gerechtigkeit gerechnet. [10]Wie ist er jm denn zugerechnet? in der Beschneitung, oder in der Vorhaut? On zweiuel nicht in der Beschneitung, sondern in der Vorhaut. [11]Das zeichen aber in der Beschneitung emfieng er zum Siegel der gerechtigkeit des glaubens, welchen er noch in der vorhaut hatte, Auff das er wuerde ein Vater aller, die da gleuben in der vorhaut, das den selbigen solches auch gerechnet werde zur gerechtigkeit, [12]Vnd wuerde auch ein Vater der beschneitung, Nicht alleine dere, die von der Beschneitung sind, sondern auch dere, die wandeln in den fusstapffen des glaubens, welcher war in der vorhaut vnsers vaters Abrahams.

[13]DEnn die verheissung, das er solte sein der welt Erbe, ist nicht geschehen Abraham oder seinem Samen durchs Gesetz, sondern durch die gerechtigkeit des glaubens. [14]Denn wo die vom gesetz Erben sind, So ist der Glaube nichts, vnd die Verheissung ist abe. [15]Sintemal das gesetz richtet nur zorn an. Denn


wo das Gesetz nicht ist, da ist auch keine vbertrettung. [16]Der halben mus die Gerechtigkeit durch den glauben komen, Auff das sie sey aus gnaden, vnd die Verheissung fest bleibe, allem Samen, Nicht dem alleine, der vnter dem Gesetz ist, sondern auch dem, der des glaubens Abraham ist, welcher ist vnser aller Vater. [17]Wie geschrieben stehet, Jch habe dich gesetzt zum Vater vieler Heiden, fur Gott, dem du gegleubet hast, Der da lebendig machet die Todten, vnd ruffet dem das nicht ist, das es sey.

[18]VNd der hat gegleubet auff Hoffnung, da nichts zu hoffen war, Auff das er wuerde ein Vater vieler Heiden. Wie denn zu jm gesagt ist, Also sol dein Same sein. [19]Vnd er ward nicht schwach im glauben, sahe auch nicht an seinen eigen Leib, welcher schon erstorben war, weil er fast hundert jerig war, auch nicht den erstorben Leib der Sara. [20]Denn er zweiuelt nicht an der verheissung Gottes durch vnglauben, Sondern ward starck im glauben, vnd gab Gott die Ehre, [21]vnd wuste auffs allergewissest, das, was Gott verheisset, das kan er auch thun. [22]Darumb ists jm auch zur Gerechtigkeit gerechnet.

[23]Das ist aber nicht geschrieben allein vmb seinen willen, das jm zugerechnet ist, [24]Sondern auch vmb Vnsern willen, welchen es sol zugerechnet werden, So wir gleuben an den, der vnsern HErrn Jhesum aufferwecket hat, von den Todten, [25]welcher ist vmb vnser Suende willen da hin gegeben, vnd vmb vnser Gerechtigkeit willen aufferwecket.

[Bearbeiten] V.

Nv wir denn sind gerecht worden durch den glauben, So haben wir friede mit Gott, durch vnsern HErrn Jhesu Christ. [2]Durch welchen wir auch einen zugang haben im Glauben zu dieser gnade, darinnen wir stehen, vnd rhuemen vns der Hoffnung der zukuenfftigen Herrligkeit, die Gott geben sol. [3]Nicht allein aber das, sondern wir rhuemen vns auch der Truebsaln, die weil wir wissen, das Truebsal gedult bringet, [4]Gedult aber bringet erfarung, a Erfarung aber bringet hoffnung, [5]Hoffnung aber lesst nicht zu schanden werden. Denn die liebe Gottes ist ausgegossen in vnser hertz durch den heiligen Geist, welcher vns gegeben ist.

[6]DEnn auch Christus, da wir noch schwach waren nach der zeit, ist fur vns Gottlosen gestorben. [7]Nu stirbet kaum jemand vmb des Rechtes willen.


Vmb etwas Gutes willen thuerste vieleicht jemand sterben. [8]Darumb preiset Gott seine Liebe gegen vns, das Christus fur vns gestorben ist, da wir noch Suender waren. [9]So werden wir je viel mehr durch jn behalten werden fur dem zorn, nach dem wir durch sein Blut gerecht worden sind.

[10]DEnn so wir Gott versuenet sind, durch den Tod seines Sons, da wir noch Feinde waren, Viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nu versuenet sind? [11]Nicht allein aber das, sondern wir rhuemen vns auch Gottes, durch vnsern HErrn Jhesum Christ, durch welchen wir nu die Versuenung empfangen haben.

Suende [12]Derhalben, wie durch einen Menschen die Suende ist komen in die Welt, vnd der Tod durch die suende, vnd ist also der Tod zu allen Menschen durch gedrungen, die weil sie alle Suender sind. [13]Denn die Suende war wol in der Welt, bis auff das Gesetz, Aber wo kein gesetz ist, achtet man der sunde nicht. [14]Sondern der Tod herrschete von Adam an bis auff Mosen, auch vber die, die nicht gesundigt haben, mit gleicher vbertrettung, wie Adam, welcher ist ein Bilde, des, der zukuenfftig war.

Gnade [15]Aber nicht helt sichs mit der Gabe, wie mit der Suende. Denn so an eines sunde viel gestorben sind, So ist viel mehr Gottes gnade vnd gabe vielen reichlich widerfaren, durch die gnade des einigen Menschen Jhesu Christi.

[16]VNd nicht ist die Gabe alleine vber eine suende, wie durch des einigen Suenders einige sunde, alles Verderben. Denn das vrteil ist komen aus einer Suende zur Verdamnis, die Gabe aber hilfft, auch aus vielen suenden zur gerechtigkeit. [17]Denn so vmb des einigen sunde willen der Tod geherrschet hat durch den Einen, Viel mehr werden die, so da empfahen die fuelle der Gnade vnd der Gaben zur gerechtigkeit herrschen im Leben, durch einen Jhesu Christ.

[18]a WJe nu durch eines Suende die Verdamnis vber alle Menschen komen ist, Also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens vber alle Menschen komen. [19]Denn gleich wie durch eines menschen Vngehorsam viel Suender worden sind, Also auch durch eines Gehorsam, werden viel Gerechten.

Gesetz [20]Das Gesetz aber ist neben ein komen, auff das die Suende mechtiger wuerde. Wo aber die Suende mechtig worden ist, da ist doch die Gnade viel


mechtiger worden, [21]Auff das gleich wie die Suende geherrschet hat zu dem Tode, Also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jhesum Christ.

[Bearbeiten] VI.

Was wollen wir hie zu sagen? Sollen wir denn in der Suende beharren, auff das die Gnade deste mechtiger sey? [2]Das sey ferne. Wie solten wir in sunden wollen leben, der wir abgestorben sind? [3]Wisset jr nicht, das alle die wir in Jhesum Christ getaufft sind, die sind in seinen Tod getaufft? [4]So sind wir je mit jm begraben durch die Tauffe in den tod, Auff das, gleich wie Christus ist aufferweckt von den Todten, durch die herrligkeit des Vaters, Also sollen auch wir in einem newen Leben wandeln. [5]So wir aber sampt jm gepflantzet werden, gleich wie er, in seinen Tod, So werden wir auch der Aufferstehung gleich sein. [6]Die weil wir wissen, das vnser alter Mensch sampt jm gecreutziget ist, Auff das der suendliche Leib auff hoere, das wir hinfurt der sunde nicht dienen. [7]Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der sunde.

[8]SJnd wir aber mit Christo gestorben, so gleuben wir, das wir auch mit jm leben werden. [9]Vnd wissen, das Christus von den Todten erwecket hinfurt nicht stirbet, der Tod wird hinfurt vber jn nicht herrschen. [10]Denn das er gestorben ist, das ist er der Suende gestorben, zu einem mal, Das er aber lebet, das lebet er Gotte. [11]Also auch jr, haltet euch dafur, das jr der Suende tod seid, vnd lebet Gotte, in Christo Jhesu vnserm HErrn.

[12]So lasset nu die Suende nicht herrschen in ewrem sterblichen Leibe, jr gehorsam zu leisten in jren a luesten. [13]Auch begebet nicht der sunden ewre Glieder zu Waffen der vngerechtigkeit, Sondern begebet euch selbs Gotte, als die da aus den Todten lebendig sind, vnd ewre glieder Gotte zu Waffen der gerechtigkeit. [14]Denn die sunde wird nicht herrschen koennen vber euch, Sintemal jr nicht vnter dem Gesetze seid, sondern vnter der Gnade.

[15]Wje nu? Sollen wir sundigen, die weil wir nicht vnter dem Gesetz, sondern vnter der Gnade sind? Das sey ferne. [16]Wisset jr nicht,


welchen jr euch begebet zu Knechten, in gehorsam, des Knechte seid jr, dem jr gehorsam seid, es sey der Suende zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? [17]Gott sey aber gedancket, das jr Knechte der Suende gewesen seid, Aber nu gehorsam worden von hertzen, dem Furbilde der lere, welchem jr ergeben seid. [18]Denn nu jr frey worden seid von der Suende, seid jr Knechte worden der Gerechtigkeit.

[19]JCh mus menschlich dauon reden, vmb der schwacheit willen ewers fleisches. Gleich wie jr ewre Glieder begeben habet zu dienste der Vnreinigkeit, vnd von einer Vngerechtigkeit zu der andern, Also begebet auch nu ewre Glieder zu dienste der Gerechtigkeit, das sie selig werden. [20]Denn da jr der Suende knecht waret, da waret jr frey von der Gerechtigkeit, [21]Was hattet jr nu zu der zeit fur frucht? welcher jr euch jtzt schemet, Denn das ende derselbigen, ist der Tod. [22]Nu jr aber seid von der Suende frey, vnd Gottes knechte worden, habt jr ewre Frucht, das jr heilig werdet, das ende aber das ewige Leben. [23]Denn der Tod ist der Suenden sold, Aber die gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jhesu vnserm HErrn.

[Bearbeiten] VII.

Wjsset jr nicht, lieben Brueder (Denn ich rede mit denen, die das Gesetz wissen) das das Gesetz herrschet vber den Menschen, so lange er lebet? [2]Denn ein Weib, das vnter dem Manne ist, die weil der man lebet, ist sie verbunden an das Gesetz, So aber der man stirbet, so ist sie los vom gesetz des Mans. [3]Wo sie nu bey einem andern Manne ist, weil der man lebet, wird sie eine Ehebrecherin geheissen. So aber der man stirbet, ist sie frey vom Gesetz, das sie nicht eine Ehebrecherin ist, wo sie einen andern Man nimpt.

[4]ALso auch, meine Brueder, jr seid getoedtet dem Gesetz, durch den leib Christi, das jr eines andern seid, nemlich des, der von den Todten aufferwecket ist, auff das wir Gott frucht bringen. [5]Denn da wir im Fleisch waren, da war das wueten der Suende (welche durchs Gesetz sich erregt) krefftig in


vnsern gliedern, dem Tode frucht zubringen. [6]Nu aber sind wir vom Gesetz los, vnd jm abgestorben, das vns gefangen hielt, Also, das wir dienen sollen im newen wesen des Geistes, vnd nicht im alten wesen des Buchstabens.

[7]Was wollen wir denn weiter sagen? Jst das Gesetz sunde? Das sey ferne. Aber die Suende erkandte ich nicht, on durchs Gesetze. Denn ich wuste nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hette gesagt, Las dich nicht geluesten. [8]Da nam aber die Suende vrsach am Gebot, vnd erreget in mir allerley Lust. Denn on das Gesetz war die Suende tod. [9]Jch aber lebete etwa on Gesetze. Da aber das Gebot kam, ward die Suende wider lebendig, [10]Jch aber starb. Vnd es befand sich, das das Gebot zum Tode reichet, das mir doch zum Leben gegeben war. [11]Denn die Suende nam vrsache am Gebot, vnd betrog mich, vnd toedtet mich durch dasselbige Gebot. [12]Das Gesetz ist je heilig, vnd das Gebot heilig, recht vnd gut.

[13]Jst denn, das da gut ist, mir ein Tod worden? Das sey ferne. Aber die Suende, auff das sie erscheine, wie sie sunde ist, hat sie mir durch das gute den Tod gewircket, Auff das die Suende wuerde vber aus suendig, durchs Gebot. [14]Denn wir wissen, das das Gesetz geistlich ist, Jch bin aber fleischlich, vnter die Suende verkaufft. [15]Denn ich weis nicht, was ich thu, Denn ich thu nicht das ich wil, sondern das ich hasse, das thu ich. [16]So ich aber das thu, das ich nicht wil, so willige ich, das das Gesetz gut sey. [17]So thu nu ich dasselbige nicht, sondern die sunde, die in mir wonet. [18]Denn ich weis das in mir, das ist, in meinem Fleische wonet nichts gutes. Wollen habe ich wol, Aber volnbringen das gute finde ich nicht. [19]Denn das Gute das ich wil, das thu ich nicht, Sondern das boese, das ich nicht wil, das thu ich. [20]So ich aber thu, das ich nicht wil, so thu ich dasselbige nicht, sondern die Suende, die in mir wonet.

[21]SO finde ich mir nu ein Gesetz, der ich wil das gute a thun, das mir das boese anhanget. [22]Denn ich habe lust an Gottes gesetz, nach dem b inwendigen Menschen. [23]Jch sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreittet dem Gesetz in meinem gemuete, vnd nimpt mich gefangen in der Suenden gesetz, welches ist in meinen gliedern. [24]Jch elender Mensch, wer wird mich erloesen von dem leibec dieses todes? [25]Jch dancke Gott durch Jhesum Christ vnsern HErrn. So diene ich nu mit dem gemuete dem gesetz Gottes, Aber mit dem fleische dem Gesetze der sunden.


[Bearbeiten] VIII.

So ist nu nichts d verdamlichs an denen, die in Christo Jhesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. [2]Denn das gesetz des Geistes, der da lebendig machet in Christo Jhesu, hat mich frey gemacht von dem Gesetz der sunden vnd des todes. [3]Denn das dem Gesetz vnmueglich war (Sintemal es durch das Fleisch geschwechet ward) Das that Gott, vnd sandte seinen Son in der gestalt des suendlichen Fleisches, vnd verdampte die Suende im fleisch durch Suende, [4]Auff das die gerechtigkeit vom Gesetz erfoddert, in vns erfuellet wuerde, die wir nu nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.

[5]DEnn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet, Die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet. [6]Aber e fleischlich gesinnet sein, ist der Tod, Vnd geistlich gesinnet sein, ist leben vnd friede. [7]Denn fleischlich gesinnet sein, ist eine feindschafft wider Gott, Sintemal es dem gesetze Gottes nicht vnterthan ist, denn er vermag es auch nicht. [8]Die aber fleischlich sind, muegen Gotte nicht gefallen.

[9]JR aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, So anders Gottes geist in euch wonet. Wer aber Christus geist nicht hat, Der ist nicht sein. [10]So aber Christus in euch ist, So ist der Leib zwar tod vmb der Suende willen, Der Geist aber ist das Leben vmb der Gerechtigkeit willen. [11]So nu der Geist, des, der Jhesum von den Todten aufferwecket hat, in euch wonet, So wird auch derselbige der Christum von den Todten aufferwecket hat, ewre sterbliche Leibe lebendig machen, vmb des willen, das sein Geist in euch wonet.

[12]So sind wir nu, lieben Brueder, schueldener, nicht dem Fleisch, das wir nach dem fleisch leben, [13]Denn wo jr nach dem Fleisch lebet, so werdet jr sterben muessen. Wo jr aber durch den Geist des fleisches gescheffte toedtet, so werdet jr leben. [14]Denn welche der der geist Gottes treibet, die sind Gottes kinder. [15]Denn jr habt nicht einen knechtlichen geist empfangen, das jr euch aber mal fuerchten muestet, Sondern jr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir ruffen, Abba, lieber vater. [16]Derselbige Geist gibt zeugnis vnserm geist, das wir Gottes kinder sind. [17]Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nemlich, Gottes erben, vnd miterben Christi, Doch das wir mit leiden, Auff das wir auch mit zur Herrligkeit erhaben werden.


[18]Denn ich halte es dafur, das dieser zeit leiden der Herrligkeit nicht werd sey, die an vns sol offenbaret werden. [19]Denn das engstliche harren der Creatur wartet auff die offenbarung der kinder Gottes. [20]Sintemal die Creatur vnterworffen ist der Eitelkeit, on jren willen, Sondern vmb des willen, der sie vnterworffen hat auff Hoffnung. [21]Denn auch die Creatur frey werden wird von dem Dienst des vergenglichen wesens, zu der herrlichen Freiheit der kinder Gottes. [22]Denn wir wissen, das alle Creatur sehnet sich mit vns, vnd engstet sich noch jmer dar.

[23]NJcht alleine aber sie, Sondern auch wir selbs, die wir haben des Geistes erstling, sehnen vns auch bey vns selbs, nach der Kindschafft, vnd warten auff vnsers Leibes erloesung. [24]Denn wir sind wol selig, Doch in der hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sihet, ist nicht hoffnung, Denn wie kan man des hoffen, das man sihet? [25]So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch gedult.

[26]DEsselbigen gleichen auch der Geist hilfft vnser schwacheit auff. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sichs gebuert, Sondern der Geist selbs vertrit vns gewaltiglich, mit vnaussprechlichem seufftzen. [27]Der aber die hertzen forschet, der weis, was des Geistes sinn sey, Denn er vertrit die Heiligen nach dem das Gott gefellet. [28]Wir wissen aber, das denen, die Gott lieben, alle ding zum besten dienen, die nach dem Fursatz beruffen sind. [29]Denn welche er zuuor versehen hat, die hat er auch verordnet, das sie gleich sein solten dem ebenbilde seines Sons, Auff das derselbige der Erstgeborne sey vnter vielen Bruedern. [30]Welche er aber verordnet hat, die hat er auch beruffen. Welche er aber beruffen hat, die hat er auch gerecht gemacht. Welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.

[31]Was wollen wir denn weiter sagen? Jst Gott fur vns, Wer mag wider vns sein? [32]Welcher auch seines eigen Sons nicht hat verschonet, sondern hat jn fur vns alle da hin gegeben, Wie solt er vns mit jm nicht alles schencken? [33]Wer wil die ausserweleten Gottes beschueldigen? Gott ist hie, der da gerecht machet. [34]Wer wil verdamnen? Christus ist hie, der gestorben ist, Ja viel mehr, der auch aufferwecket ist, welcher ist zur rechten Gottes, vnd vertrit vns.

[35]WEr wil vns scheiden von der liebe Gottes? Truebsal oder angst? oder verfolgung? oder hunger? oder bloesse? oder ferligkeit? oder schwert? [36]Wie geschrieben stehet, Vmb deinen willen werden wir getoedtet den gantzen tag, Wir sind geachtet fur Schlachtschafe. [37]Aber in dem allen vberwinden wir weit,


vmb des willen, der vns geliebet hat. [38]Denn ich bin gewis, das weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fuerstenthum, noch gewalt, weder gegenwertiges noch zukuenfftiges, [39]weder hohes noch tieffes noch keine andere Creatur, mag vns scheiden von der liebe Gottes, die in Christo Jhesu ist vnserm HErrn.

[Bearbeiten] IX.

Jch sage die warheit in Christo, vnd liege nicht, des mir zeugnis gibt mein gewissen, in dem heiligen Geist, [2]Das ich grosse trawrigkeit vnd schmertzen on vnterlas in meinem hertzen habe. [3]Jch habe gewuendschet, verbannet zu sein von Christo, fur meine Brueder, die meine Gefreunde sind nach dem Fleisch, [4]die da sind von Jsrael, welchen gehoeret die Kindschafft vnd die Herrligkeit, vnd der Bund, vnd das Gesetz, vnd der Gottesdienst, vnd die Verheissung, [5]welcher auch sind die Veter, aus welchen Christus her kompt nach dem fleische, Der da ist Gott vber alles, gelobet in ewigkeit, Amen.

[6]Aber nicht sage ich solchs, das Gottes wort darumb aus sey. Denn es sind nicht alle Jsraeliter die von Jsrael sind, [7]auch nicht alle die Abrahams samen sind, sind darumb auch Kinder, Sondern in Jsaac sol dir der Samen genennet sein, [8]das ist, Nicht sind das Gottes kinder, die nach dem Fleisch kinder sind, Sondern die Kinder der Verheissung werden fur Samen gerechnet. [9]Denn dis ist ein wort der Verheissung, da er spricht, Vmb diese zeit wil ich komen, vnd Sara sol einen Son haben.

[10]Njcht allein aber ists mit dem also, sondern auch da Rebecca von dem einigen Jsaac vnserm Vater schwanger ward, [11]ehe die Kinder geborn waren, vnd weder guts noch boeses gethan hatten, Auff das der fursatz Gottes bestuende, nach der wale, ward zu jr gesagt, [12]Nicht aus verdienst der werck, sondern aus gnade des Beruffers, also, Der Groessest sol dienstbar werden dem Kleinen, [13]Wie denn geschrieben stehet, Jacob habe ich geliebet, Aber Esau habe ich gehasset.

[14]Was wollen wir denn hie sagen? Jst denn Gott vngerecht? Das sey ferne. [15]Denn er spricht zu Mose, Welchem ich gnedig bin, dem bin ich gnedig, vnd welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich. [16]So ligt es nu nicht an jemands wollen oder lauffen, sondern an Gottes erbarmen. [17]Denn die Schrifft sagt zum Pharao, Eben darumb hab ich dich erweckt, das ich an dir meine Macht erzeige, Auff das mein Name verkuendiget werde in allen Landen. [18]So erbarmet er sich nu, welches er wil, Vnd verstocket welchen er wil.


[19]So sagestu zu mir, Was schueldiget er denn vns? Wer kan seinem willen widerstehen? [20]Ja lieber Mensch, wer bistu denn, das du mit Gott rechten wilt? Spricht auch ein Werck zu seinem Meister, warumb machstu mich also? [21]Hat nicht ein Toepffer macht, aus einem Klumpen zu machen, ein Fas zu ehren, vnd das ander zu vnehren? [22]Derhalben da Gott wolte zorn erzeigen, vnd kund thun seine Macht, hat er mit grosser gedult getragen, die Gefesse des zorns, die da zugerichtet sind zur verdamnis, [23]Auff das er kund thete den reichthum seiner Herrligkeit, an den Gefessen der barmhertzigkeit, die er bereit hat zur Herrligkeit.

[24]Welche er beruffen hat, nemlich vns, Nicht alleine aus den Jueden, sondern auch aus den Heiden. [25]Wie er denn auch durch Osee spricht, Jch wil das mein Volck heissen, das nicht mein Volck war, Vnd meine Liebe, die nicht meine liebe war. [26]Vnd sol geschehen, an dem Ort, da zu jnen gesagt ward, Jr seid nicht mein Volck, Sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genennet werden.

[27]JSaias aber schreiet fuer Jsrael, Wenn die zal der kinder von Jsrael wuerde sein, wie der sand am meer, So wird doch das vbrige selig werden. [28]Denn es wird ein verderben geschehen, dem doch gesteurt wird zur gerechtigkeit, Vnd der HErr wird dasselbige a steuren thun auff erden. [29]Vnd wie Jsaias dauor sagt, Wenn vns nicht der HERR Zebaoth hette lassen Samen vberbleiben, So weren wir wie Sodoma worden, vnd gleich wie Gomorra.

[30]Was wollen wir nu hie sagen? Das wollen wir sagen Die Heiden, die nicht haben nach der Gerechtigkeit gestanden, haben die Gerechtigkeit erlanget, Jch sage aber von der Gerechtigkeit, die aus dem glauben kompt. [31]Jsrael aber hat dem Gesetz der gerechtigkeit nachgestanden, vnd hat das Gesetz der gerechtigkeit nicht vberkomen. [32]Warumb das? Darumb, das sie es nicht aus dem glauben, sondern als aus den wercken des Gesetzes suechen. Denn sie haben sich gestossen an den Stein des b anlauffens, [33]wie geschrieben stehet, Sihe da, ich lege in Zion einen Stein des anlauffens, vnd einen Fels der ergernis, Vnd wer an Jn gleubet, der sol nicht zu schanden werden.


[Bearbeiten] X.

Ljeben Brueder, meines hertzen wundsch ist, vnd flehe auch Gott fur Jsrael, das sie selig werden. [2]Denn ich gebe jnen des zeugnis, das sie eiuern vmb Gott. Aber mit vnuerstand. [3]Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die fur Gott gilt, vnd trachten jre eigene Gerechtigkeit auffzurichten, vnd sind also der gerechtigkeit die fur Gott gilt, nicht vnterthan. [4]Denn Christus ist des Gesetzes ende, Wer an Den gleubet, der ist gerecht.

[5]MOses schreibt wol von der gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kompt, Welcher Mensch die thut, der wird a darinnenleben. [6]Aber die Gerechtigkeit aus dem glauben, spricht also, Sprich nicht in deinen hertzen, Wer wil hin auff b gen Himel faren (Das ist nicht anders, denn Christum her ab holen) [7]Oder wer wil hin ab in die Tieffe faren? (Das ist nicht anders, denn Christum von den Todten holen) [8]Aber was sagt sie? Das wort ist dir nahe, nemlich in deinem munde, vnd in deinem hertzen.

DJs ist das wort vom glauben, das wir predigen. [9]Denn so du mit deinem munde bekennest Jhesum, das er der HErr sey, vnd gleubest in deinem hertzen, das jn Gott von den Todten aufferwecket hat, so wirstu selig. [10]Denn so man von hertzen gleubet, so wird man gerecht, Vnd so man mit dem munde bekennet, so wird man selig. [11]Denn die Schrifft spricht, Wer an jn gleubet, wird nicht zu schanden werden.

[12]ES ist hie kein vnterscheid vnter Jueden vnd Griechen, Es ist aller zu mal ein HERR, reich vber alle, die jn anruffen. [13]Denn wer den namen des HERRN wird anruffen, sol selig werden. [14]Wie sollen sie aber anruffen, an den sie nicht gleuben? Wie sollen sie aber gleuben, von dem sie nichts gehoert haben? Wie sollen sie aber hoeren on Prediger? [15]Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesand werden? Wie denn geschrieben stehet, Wie lieblich sind die Fuesse dere, die den Friede verkuendigen, die das gute verkuendigen. [16]Aber sie sind nicht alle dem Euangelio gehorsam. Denn Jsaias spricht, HERR, wer gleubet vnserm predigen? [17]So kompt der glaube aus der predigt, Das predigen aber durch das wort Gottes. [18]Jch sage aber, Haben sie es nicht gehoeret? Zwar es ist je in alle Land ausgegangen jrer schall, vnd in alle Welt jre wort.


[19]JCh sage aber, Hat es Jsrael nicht erkand? Der erste Moses spricht, Jch wil euch eiuern machen vber dem, das nicht mein Volck ist, vnd vber einem vnuerstendigen Volck wil ich euch erzuernen. [20]Jsaias aber thar wol so sagen, Jch bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, vnd bin erschienen denen, die nicht nach mir gefragt haben. [21]Zu Jsrael aber spricht er, Den gantzen tag habe ich meine Hende ausgestrecket, zu dem Volck, das jm nicht sagen lesset, vnd widerspricht.

[Bearbeiten] XI.

So sage ich nu, Hat denn Gott sein Volck verstossen? Das sey ferne. Denn ich bin auch ein Jsraeliter, von dem samen Abraham, aus dem geschlecht Ben Jamin. [2]Gott hat sein Volck nicht verstossen, welchs er zuuor versehen hat.

ODer wisset jr nicht, was die schrifft saget von Elia? Wie er trit fur Gott wider Jsrael, vnd spricht, [3]HERR, sie haben deine Propheten getoedtet, vnd haben deine Altar ausgegraben, vnd ich bin allein vberblieben, vnd sie stehen mir nach meinem Leben. [4]Aber was sagt jm das goettliche antwort? Jch hab mir lassen vberbleiben sieben tausent Man, die nicht haben jre knie gebeuget fur dem Baal. [5]Also gehets auch jtzt zu dieser zeit, das dennoch etlich bleiben nach der walh aus gnaden. [6]Jsts aber aus gnaden, so ists nicht aus verdienst der werck, Sonst wuerde gnade nicht gnade sein. Jsts aber aus verdienst der werck, so ist die gnade nichts, Sonst were verdienst nicht verdienst.

[7]WJe denn nu? Das Jsrael suchet, das erlanget er nicht, die Walh aber erlanget es, Die andern sind verstockt. [8]Wie geschrieben stehet, Gott hat jnen gegeben einen erbitterten Geist, Augen das sie nicht sehen, vnd Ohren das sie nicht hoeren, bis auff den heutigen tag. [9]Vnd Dauid spricht, Las jren Tisch zu einem Strick werden vnd zu einer Berueckung, vnd zum Ergernis, vnd jnen zur Vergeltung. [10]Verblende jre Augen, das sie nicht sehen, vnd beuge jren Ruecken alle zeit.

[11]So sage ich nu, Sind sie darumb angelauffen, das sie fallen solten? Das sey ferne. Sondern aus jrem Fall ist den Heiden das heil widerfaren, auff das sie denen nacheiuern solten. [12]Denn so jrer Fall der Welt reichthum


ist, vnd jr Schade ist der Heiden reichthum, Wie viel mehr wenn jr zal vol wuerde. [13]Mit euch Heiden rede ich, Denn die weil ich der Heiden Apostel bin, wil ich mein Ampt preisen, [14]Ob ich moechte die, so mein Fleisch sind, zu eiuern reitzen, vnd jrer etliche selig machen. [15]Denn so jrer verlust der Welt versuenung ist, was were das anders, denn das Leben von den Todten nemen? [16]Jst der Anbruch heilig, so ist auch der Teig heilig, Vnd so die Wurtzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig.

[17]Ob aber nu etliche von den Zweigen zubrochen sind, vnd du, da du ein wilder Olbawm warest, bist vnter sie gepfropffet, vnd teilhafftig worden der wurtzel vnd des saffts im Olbawm, [18]So rhueme dich nicht wider die Zweige. Rhuemestu dich aber wider sie, So soltu wissen, das du die wurtzel nicht tregest, sondern die wurtzel treget dich. [19]So sprichstu, die Zweige sind zubrochen, das ich hin ein gepfropffet wuerde. [20]Jst wol geredt. Sie sind zubrochen, vmb jres vnglaubens willen, Du stehest aber durch den glauben. Sey nicht stoltz, sondern fuerchte dich, [21]Hat Gott der natuerlichen Zweige nicht verschonet, das er vieleicht dein auch nicht verschone.

[22]DArumb schaw die guete vnd den ernst Gottes, Den ernst an denen, die gefallen sind, Die guete aber an dir, so ferne du an der guete bleibest, Sonst wirstu auch abgehawen werden. [23]Vnd jene, so sie nicht bleiben in dem vnglauben, werden sie eingepfropffet werden, Gott kan sie wol wider einpfropffen. [24]Denn so du aus dem Olbawm der von natur wilde war, bist ausgehawen, vnd wider die natur, in den guten Olbaum gepfropffet, Wie viel mehr werden die naturlichen eingepfropffet, in jren eigen Olbawm?

[25]Jch wil euch nicht verhalten, lieben Brueder, dieses Geheimnis, auff das jr nicht stoltz seid. Blindheit ist Jsrael eins teils widerfaren, so lange, bis die fuelle der Heiden eingegangen sey, [26]vnd also das gantze Jsrael selig werde, wie geschrieben stehet, Es wird komen aus Zion, der Erloeser, der da abwende das gottlose wesen von Jacob. [27]Vnd dis ist mein Testament mit jnen, wenn ich jre sunde werde wegnemen. [28]Nach dem Euangelio halte ich sie fur Feinde, vmb ewren willen, Aber nach der Walh habe ich sie lieb vmb der Veter willen. [29]Gottes a gaben vnd beruffung lassen sich nicht endern.

[30]DEnn gleicher weise, wie auch jr weiland nicht habt gegleubet an Gott,


Nu aber habt jr barmhertzigkeit vberkomen, vber jrem vnglauben. [31]Also auch jene haben jtzt nicht wolt gleuben an die barmhertzigkeit, die euch widerfaren ist, Auff das sie auch barmhertzigkeit vberkomen. [32]Denn Gott hats alles b beschlossen vnter dem vnglauben, Auff das er sich aller erbarme.

[33]O Welch ein tieffe des Reichthums, beide der weisheit vnd erkentnis Gottes, Wie gar vnbegreifflich sind seine gerichte, vnd vnerforschlich seine wege. [34]Denn wer hat des HERRN sinn erkand? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? [35]Oder wer hat jm was zuuor gegeben, das jm werde wider vergolten? [36]Denn von jm, vnd durch jn, vnd in jm, sind alle ding, Jm sey Ehre in ewigkeit, AMEN.

[Bearbeiten] XII.

Jch ermane euch, lieben Brueder, durch die Barmhertzigkeit Gottes, das jr ewre Leibe begebet zum Opffer, das da lebendig, heilig, vnd Gott wolgefellig sey, welches sey ewer vernuenfftiger Gottesdienst. [2]Vnd stellet euch nicht dieser Welt gleich sondern verendert euch durch vernewerung ewers sinnes, Auff das jr pruefen moeget, welchs da sey der gute, der wolgefellige, vnd der volkomene Gottes wille.

[3]Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, iederman vnter euch, Das niemand weiter von jm halte, denn sichs geburt zu halten, Sondern das er von jm messiglich halte, nach dem Gott ausgeteilet hat, eim jglichen gleubigen sein mas.

[4]DEnn gleicher weise als wir in einem Leibe viel glieder haben, aber alle glieder nicht einerley geschefft haben, [5]Also sind wir viele ein Leib in Christo, Aber vnternander ist einer des andern glied, [6]vnd haben mancherley Gaben nach der gnade, die vns gegeben ist. [7]Hat jemand Weissagung, so sey sie dem glauben a ehnlich. Hat jemand ein Ampt, so warte er des ampts. b Leret jemand, so warte er der Lere. [8]Ermanet jemand, so warte er des ermanens. Gibt jemand, so gebe er einfeltiglich. Regieret jemand, so sey er vleissig. Vbet jemand Barmhertzigkeit, so thu ers mit gutem willen.


[9]Dje Liebe sey nicht falsch. Hasset das arge, Hanget dem guten an. [10]Die bruederliche Liebe vnternander sey hertzlich. Einer kome dem andern mit Ehrerbietung zuuor. [11]Seid nicht trege, was jr thun solt. Seid bruenstig im geiste. Schicket euch in die zeit. [12]Seid froelich in hoffnung, Gedueltig in truebsal, Haltet an am gebet. [13]Nemet euch der Heiligen notdurfft an. Herberget gerne. [14]Segenet die euch verfolgen, Segenet vnd fluchet nicht. [15]Frewet euch mit den Froelichen, Vnd weinet mit den weinenden. [16]Habt einerley sinn vnternander. Trachtet nicht nach hohen dingen, sondern haltet euch herunter zu den Nidrigen. [17]Haltet euch nicht selbs fur Klug.

VErgeltet niemand boeses mit boesem. Vleissiget euch der ehrbarkeit gegen jederman, [18]Jsts moeglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen friede. [19]Rechet euch selber nicht, meine Liebesten, sondern gebet raum dem zorn (Gottes) Denn es stehet geschrieben, Die Rache ist mein, Jch wil vergelten, spricht der HERR.

[20]SO nu deinen Feind hungert, so speise jn, Duerstet jn, so trencke jn, Wenn du das thust, so wirstu fewrige c Kolen auff sein Heubt samlen. [21]Las dich nicht das boese vberwinden, Sondern vberwinde das boese mit gutem.

[Bearbeiten] XIII.

Jederman sey vnterthan der Oberkeit, die gewalt vber jn hat. Denn es ist keine Oberkeit, on von Gott, Wo aber Oberkeit ist, die ist von Gott verordnet. [2]Wer sich nu wider die Oberkeit setzet, der widerstrebet Gottes ordnung, Die aber widerstreben, werden vber sich ein Vrteil empfahen. [3]Denn die Gewaltigen sind nicht den guten wercken, Sondern den boesen zu fuerchten. Wiltu dich aber nicht fuerchten fur der Oberkeit, so thue gutes, so wirstu lob von derselbigen haben, [4]Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zu gut. Thustu aber boeses, so fuerchte dich, Denn sie tregt das Schwert nicht vmb sonst, Sie ist Gottes Dienerin, eine Racherin zur straffe vber den, der boeses thut. [5]So seid nu aus not vnterthan, nicht alleine vmb der straffe willen, Sondern auch vmb des d Gewissens willen. [6]Derhalben muesset jr auch e Schos geben, Denn sie sind Gottes diener, die solchen schutz sollen hand haben.


[7]So gebet nu jederman, was jr schueldig seid, Schos, dem der schos gebuert, Zol, dem der zol gebuert, Furcht, dem die furcht geburt, Ehre, dem die ehre gebuert. [8]Seid niemand nichts schuldig, denn das jr euch vnternander liebet, [9]Denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfuellet. Denn das da gesagt ist, Du solt nicht ehebrechen, du solt nicht toedten, du solt nicht stelen, du solt nicht falsch gezeugnis geben, dich sol nichts geluesten, vnd so ein anders Gebot mehr ist, das wird in diesem wort verfasset, Du solt deinen Nehesten lieben als dich selbs. [10]Die Liebe thut dem Nehesten nichts boeses. So ist nu die Liebe des Gesetzes erfuellung.

[11]Vnd weil wir solches wissen, nemlich die zeit, das die stunde da ist, auff zu stehen vom Schlaff (Sintemal vnser Heil jtzt neher ist, denn da wirs gleubten) [12]Die Nacht ist vergangen, der Tag aber her bey komen. So lasset vns ablegen die werck der Finsternis, vnd anlegen die waffen des Liechtes. [13]Lasset vns ehrbarlich wandeln, als am tage, nicht in fressen vnd sauffen, nicht in kamern vnd vnzucht, nicht in hadder vnd neid, [14]Sondern ziehet an den HErrn Jhesu Christ. Vnd a wartet des Leibes, doch also, das er nicht geil werde.

[Bearbeiten] XIIII.

Den Schwachen im glauben nemet auff, b vnd verwirret die gewissen nicht.

[2]Einer gleubet, er moege allerley essen. Welcher aber schwach ist, der isset Kraut. [3]Welcher isset, der verachte den nicht, der da nicht isset. Vnd welcher nicht isset, der richte den nicht, der da isset. Denn Gott hat jn auff genomen. [4]Wer bistu, das du einen frembden Knecht richtest? Er stehet oder fellet seinem HErrn, Er mag aber wol auffgerichtet werden. Denn Gott kan jn wol auffrichten.

[5]EJner helt einen Tag fur den andern, der ander aber helt alle tage gleich. Ein jglicher sey in seiner meinung c gewis. [6]Welcher auff die tage helt, der thuts dem HErrn. Vnd welcher nichts drauff helt, der thuts auch dem HErrn. Welcher isset, der isset dem HErrn, denn er dancket Gott. Welcher nicht isset, der isset dem HErrn nicht, vnd dancket Gott. [7]Denn vnser keiner lebet jm selber, vnd keiner stirbet jm selber. [8]Leben wir, so leben wir dem HErrn, Sterben wir so sterben wir dem HErrn. Darumb wir leben oder sterben, so sind


wir des HErrn. [9]Denn dazu ist Christus auch gestorben vnd aufferstanden, vnd wider lebendig worden, das er vber Todte vnd lebendige HErr sey.

[10]DV aber, was richtestu deinen Bruder? Oder du ander, was verachtestu deinen Brueder? Wir werden alle fur den richtstuel Christi dargestellet werden, [11]Nach dem geschrieben stehet, So war als ich lebe, spricht der HERR, mir sollen alle Knie gebeuget werden, vnd alle Zungen solleu Gott bekennen. [12]So wird nu ein jglicher fur sich selbs Gotte rechenschafft geben. [13]Darumb lasset vns nicht mehr einer den andern richten.

Sondern das richtet viel mehr, das niemand seinem Bruder einen anstos oder ergernis darstelle. [14]Jch weis vnd bins gewis, in dem HErrn Jhesu, das nichts gemein ist an jm selbs, On der es rechnet fur gemein, dem selbigen ists gemein. [15]So aber dein Bruder vber deiner Speise betruebet wird, so wandelstu schon nicht nach der liebe. Lieber, verderbe den nicht mit deiner Speise, vmb welches willen Christus gestorben ist. [16]Darumb schaffet, das ewer schatz nicht verlestert werde. [17]Den das reich Gottes ist nicht essen vnd trincken, Sondern gerechtigkeit vnd friede, vnd freude in dem heiligen Geiste. [18]Wer darinnen Christo dienet, der ist Gott gefellig, vnd den Menschen werd.

[19]DArumb lasset vns dem nachstreben, das zum Friede dienet, vnd was zur besserung vnternander dienet. [20]Lieber, verstoere nicht vmb der Speise willen Gottes werck. Es ist zwar alles rein, Aber es ist nicht gut, dem, der es isset mit einem anstos seines gewissens. [21]Es ist besser, du essest kein Fleisch, vnd trinckest keinen Wein, oder das, daran sich dein Bruder stoesset, oder ergert, oder schwach wird. [22]Hastu den glauben, So habe jn bey dir selbs, fur Gott. Selig ist der jm selbs kein Gewissen machet, in dem, das er annimpt. [23]Wer aber daruber zweiuelt, vnd isset doch, Der ist verdampt, Denn es gehet nicht aus dem glauben. Was aber nicht aus dem glauben gehet, das ist suende.

[Bearbeiten] XV.

Wjr aber, die wir starck sind, sollen der a Schwachen gebrechligkeit tragen, vnd nicht gefallen an vns selber haben. [2]Es stelle sich aber ein jglicher vnter vns also, das er seinem Nehesten gefalle, zum gut zur besserung. [3]Denn auch Christus nicht an jm selber gefallen hatte, Sondern, wie geschrieben stehet, Die schmache dere, die dich schmehen, sind vber mich gefallen.


[4]Was aber zuuor geschrieben ist, das ist vns zur lere geschrieben, Auff das wir durch gedult vnd trost der Schrifft hoffnung haben. [5]Gott aber der gedult vnd des trostes, gebe euch, das jr eintrechtig seid vnternander, nach Jhesu Christ, [6]Auff das jr einmuetiglich, mit einem munde lobet Gott vnd den vater vnsers HErrn Jhesu Christi. [7]Darumb nemet euch vnternander auff, gleich wie euch Christus hat auffgenomen zu Gottes lobe.

[8]Jch sage aber, b das Jhesus Christus sey ein c Diener gewesen der Beschneitung, vmb der warheit willen Gottes, zu bestetigen die verheissung den Vetern geschehen, [9]Das die Heiden aber Gott loben, vmb der Barmhertzigkeit willen, Wie geschrieben stehet, Darumb wil ich dich loben vnter den Heiden, vnd deinem Namen singen. [10]Vnd abermal spricht er, Frewet euch jr Heiden mit seinem Volck. [11]Vnd abermal, Lobet den HERRN alle Heiden, vnd preiset jn alle Voelcker. [12]Vnd abermal spricht Jsaias, Es wird sein die wurtzel Jesse, vnd der aufferstehen wird zu herrschen vber die Heiden, auff den werden die Heiden hoffen. [13]Gott aber der Hoffnung, erfuelle euch mit aller freude vnd friede, im Glauben, das jr voellige hoffnung habt, durch die krafft des heiligen Geistes.

[14]Jch weis aber fast wol von euch, lieben Brueder, das jr selber vol guetigkeit seid, erfuellet mit aller erkentnis, das jr euch vnternander koennet ermanen. [15]Jch habs aber dennoch gewagt, vnd euch etwas wollen schreiben, lieben Brueder, euch zu erinnern, vmb der gnade willen, die mir von Gott gegeben ist, [16]das ich sol sein ein diener Christi vnter die Heiden, zu opffern das Euangelium Gottes, Auff das die Heiden ein opffer werden, Gott angeneme, geheiliget durch den heiligen Geist.

[17]DArumb kan ich mich rhuemen, in Jhesu Christ, das ich Gott d diene. [18]Denn ich thuerste nicht etwas reden, wo dasselbige Christus nicht durch mich wirckete, die Heiden zum gehorsam zu bringen, durch wort vnd thatten, [19]durch krafft der Zeichen vnd Wunder, vnd durch krafft des geistes Gottes, Also, das ich von Jerusalem an vnd vmbher bis an Jllyricum, alles mit dem Euangelio Christi erfuellet habe. [20]Vnd mich sonderlich geuliessen, das Euangelium zu predigen, wo Christus name nicht bekand war, Auff das ich nicht auff einen


frembden grund bawete, [21]Sondern wie geschrieben stehet, Welchen nicht ist von jm verkuendiget, die sollens sehen, Vnd welche nicht gehoeret haben, sollens verstehen.

[22]DAs ist auch die Sache, darumb ich viel mal verhindert bin zu euch zu komen. [23]Nu ich aber nicht mehr raum habe inn diesen Lendern, habe aber verlangen zu euch zu komen, von vielen jaren her, [24]wenn ich reisen werde in Hispanien, wil ich zu euch komen. Denn ich hoffe das ich da durch reisen vnd euch sehen werde, vnd von euch dort hin geleitet werden muege, So doch, das ich zuuor mich ein wenig mit euch ergetze.

[25]Nv aber fare ich hin gen Jerusalem, den Heiligen zu dienst. [26]Denn die aus Macedonia, vnd Achaia haben williglich eine gemeine Stewr zusamen gelegt, den armen Heiligen zu Jerusalem, [27]Sie habens a williglich gethan, vnd sind auch jre Schueldener. Denn so die Heiden sind jrer geistlichen Gueter teilhafftig worden, Jsts billich das sie jnen auch in leiblichen Guetern dienst beweisen. [28]Wenn ich nu solches ausgerichtet, vnd jnen diese Frucht versigelt habe, wil ich durch euch in Hispanian zihen. [29]Jch weis aber, wenn ich zu euch kome, das ich mit vollem segen des Euangelij Christi komen werde.

[30]Jch ermane euch aber, lieben Brueder, durch vnsern HErrn Jhesu Christ, vnd durch die liebe des Geistes, das jr mir helffet kempffen, mit beten fur mich zu Gott, [31]Auff das ich errettet werde von den Vngleubigen in Judea, vnd das mein dienst, den ich gen Jerusalem thu, angeneme werde den Heiligen, [32]Auff das ich mit freuden zu euch kome, durch den willen Gottes vnd mich mit euch erquicke. [33]Der Gott aber des Friedes sey mit euch allen, AMEN.

[Bearbeiten] XVI.

Jch befelh euch vnser Schwester Pheben, welche ist am dienste der Gemeine zu Kenchrea, [2]das jr sie auffnemet in dem HErrn, wie sichs zimet den Heiligen, vnd thut jr beystand in allem Gescheffte, darinnen sie ewer bedarff, Denn sie hat auch vielen beystand gethan, auch mir selbs.

[3]Grüsset die Priscan vnd den Aquilan, meine gehuelffen in Christo Jhesu, [4]welche haben fur mein leben jre helfe dargegeben. Welchen nicht allein ich dancke, sondern alle Gemeine vnter den Heiden, [5]Auch gruesset die Gemeine in jrem Hause. Gruesset Epenetum, meinen liebesten, welcher ist der Erstling vnter den aus Achaia in Christo. [6]Gruesset Mariam welche viel muhe vnd erbeit mit vns gehabt hat. [7]Gruesset den Andronicum vnd den Junian meine Gefreundte, vnd meine Mitgefangene welche sind beruempte Apostel, vnd fur


mir gewesen in Christo. [8]Gruesset Amplian meinen lieben in dem HErrn. [9]Gruesset Vrban vnsern Gehuelffen in Christo, vnd Stachyn meinen lieben. [10]Gruesset Apellen den bewerten in Christo. Gruesset die da sind von Aristobuli gesinde. [11]Gruesset Herodionem meinen gefreundten. Gruesset die da sind von Narcissus gesinde, in dem HERRN. [12]Gruesset die Tryphena, vnd die Tryphosa, welche viel erlitten haben in dem HERRN. Gruesset die Persida meine liebe, welche viel erlitten hat in dem HErrn. [13]Gruesset Ruffum den ausserweleten in dem HErrn, vnd seine vnd meine Mutter. [14]Gruesset Asyncritum vnd Phlegonten, Herman, Patroban, Hermen, vnd die Brueder bey jnen. [15]Gruesset Philologum vnd die Julian, Nereum vnd seine Schwester, vnd Olympan, vnd alle Heiligen bey jnen. [16]Gruesset euch vnternander mit dem heiligen Kus. Es gruessen euch die gemeinen Christi.

[17]Jch ermane aber euch, lieben Brueder, das jr auffsehet, auff die da Zurtrennung vnd Ergernis anrichten, neben der Lere, die jr gelernet habt, vnd weichet von denselbigen. [18]Denn solche dienen nicht dem HErrn Jhesu Christo, sonden jrem Bauche, Vnd durch suesse wort vnd prechtige Rede, verfueren sie die vnschueldigen hertzen. [19]Denn ewer gehorsam ist vnter jederman auskomen. Derhalben frewe ich mich vber euch. Jch wil aber, das jr weise seid auffs gute, aber einfeltig auffs boese. [20]Aber der Gott des friedes zutrette den Satan vnter ewre fuesse in kurtzen. Die gnade vnsers HErrn Jhesu Christi sey mit euch.

[21]Es gruessen euch Timotheus mein gehuelffe, vnd Lucius, vnd Jason, vnd Sosipater, mein gefreundten. Timotheus [22]Jch Tertius gruesse euch, der ich diesen Brieff geschrieben habe, jn dem HERRN. [23]Es gruesset euch Gaius, mein vnd der gantzen Gemeine wirt. Es gruesset euch Erastus der Stad Rendmeister, vnd Quartus der Bruder. [24]Die gnade vnsers HERRN Jhesu Christi sey mit euch allen, AMEN.

[25]DEm aber, der euch stercken kan, lauts meines Euangelij vnd predigt von Jhesu Christ, durch welche das Geheimnis offenbaret ist, das von der Welt her verschwiegen gewesen ist, [26]Nu aber offenbaret, auch kund gemacht durch der Propheten schrifft, Aus befelh des ewigen Gottes, den gehorsam des glaubens auffznrichten, vnter allen Heiden, [27]Demselbigen Gott,. der alleine weise ist, sey Ehre, durch Jhesum Christ, in ewigkeit, AMEN.

An die Roemer. Gesand von Corintho, durch Pheben, die am Dienst war der gemeine zu Cenchrea.


[Bearbeiten] Siehe auch

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