Neujahres-Gruß

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
>>>
Autor: Karl Stieler
Titel: Neujahres-Gruß
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Die Gartenlaube (1884) 001.jpg
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[1]

Neujahres-Gruß.




Ein neues Jahr geht durch die Gauen,
Noch ist’s verschleiert, was es schafft,
Wir aber grüßen’s im Vertrauen
Auf Gottes Hort und eig’ne Kraft!

5
Und mit ihm senden diese Blätter

Den alten, treuen Gruß in’s Land,
Sie hielten aus durch alle Wetter;
Es war ein Werk von deutscher Hand.

Dem Volke sollen sie gehören,

10
Das von der blauen Meeresfluth

Bis an der Berge letzte Föhren
Sein stilles treues Tagwerk thut.
Ihm sollen sie den Abend lichten,
Dem Volk – aus dessen ew’gem Grün

15
Uns allen, die wir denken, dichten,

Die sproßenden Gedanken blühn.

Und wenn sie in gewalt’gen Bildern
Der Ferne schönen Wunderglanz,
Des Lebens heißen Ringkampf schildern –

20
So gilt der Heimath doch der Kranz.

Wir wollen scharfen Auges sehen
Weit in die weite Welt hinaus
Und dann erst mögen wir’s gestehen:
Gesegnet sei das deutsche Haus!

25
Reich ist der deutschen Stämme Walten

Und trotzig ist der deutsche Mann;
Drum muß die Liebe uns erhalten,
Was uns die Noth dereinst gewann.
Und daß sich solche Liebe stähle,

30
Das wirken wir mit treuer Hand,

Denn leuchtend steht uns vor der Seele,
Was Alle eint – das Vaterland!

 Karl Stieler.