RE:Βῆμα 1
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Band III,1 (1897), Sp. 264–265 | |||
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Ein anderes β. gab es in römischer Zeit vor der Attalos-Stoa, von wo aus die Praetoren dem Volke ihre Mitteilungen machten, Athen. V 211 E, vgl. Wachsmuth Stadt Athen I 647. Diesem Sprachgebrauch entspricht es, wenn spätere Schriftsteller auch die Rostra zu Rom als β. bezeichnen. In den Gerichtshöfen (s. Δικαστήρια) wird sowohl die erhöhte Estrade des vorsitzenden Beamten (Aristoph. Eccles. 677. Dem. XIX 311) wie der Platz der Redner (Aeschin. II 59. III 55) und die davon verschiedenen Standplätze der Parteien (Aristoph. Plut. 382. Dem. XLVIII. 31. Aeschin. III 207) als β. bezeichnet, vgl. Wachsmuth Stadt Athen II 369. 373. Auch dort, wo andere Vorträge rednerischer der musikalischer Art abgehalten werden sollten, bedarf es eines β. Auf den attischen Vasen sehen wir die Musiker und Sänger dort, wo sie vor Zuhörern auftreten, häufig auf einem ein- oder mehrstufigen β. dargestellt. Das β. als Standplatz des Rhapsoden wird Plat. Ion 535 Ε genannt. Wie in den Odeen, so mussten auch in den Orchestren der Theater βήματα vorhanden sein, sei es dass dazu ein besonderer Aufbau (aus Holz oder Stein) oder ein Altar verwendet wurde. Als seit dem 4. Jhdt. die Sitte immer allgemeiner wurde, auch die Volksversammlungen in den Theatern abzuhalten, musste das β. nicht nur den Einzelvirtuosen, sondern auch den Rednern dienen. So ist wohl die Weihung eines β. τῷ Διονύσῳ καὶ τῷ δήμῳ im Theater von Iasos, GIG 2661 (Le Bas III 269, 1. Hälfte des 2. Jhdts. v. Chr.), zu verstehen. In ganz später Zeit wird im übertragenen Sinn auch die steinerne Spielbühne β. θεήτρου genannt, CIA IIΙ 239 (metrische Inschrift des Phaidros aus dem 3. oder 4. Jhdt. n. Chr.). Τὰ Βάκχου βήματα in dem Epigramm des Addaios Anth. Pal. VII 51 beruhen auf einer Conjectur von Jacobs. |
Wikisource (Anmerkungen)
- ↑ transkribiert Bema