RE:Aioles
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| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Bd. I,1 (1893), Sp. 1030–1032 | |
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In dieser Ausdehnung darf der Aiolername nicht gebraucht werden, denn die Aitoler, Phoker, Akarnanen, Achaeer (in Phthiotis wie im Aigialos) sprachen einen zweifellos nicht dem aiolischen, sondern dem dorischen mehr verwandten Dialekt. Auch verwerten die Grammatiker den Namen aiolisch nie in diesem weitern Sinn; ja in einem anonymen Citat bei Steph. Byz. s. Ἰωνία werden die Aitoler geradezu zu den Dorern gerechnet (ἐν μέντοι Δωριεῦσιν Αἰτωλοί, ἐν δὲ Αἰολεῦσι Βοιωτοί, ἐν δὲ τοῖς Ἴωσιν Ἀθηναῖοι). Wohl aber wenden sie ihn ausser auf das eigentliche aiolisch von Lesbos auch auf die Dialekte Boiotiens und der thessalischen Stämme an (z. B. Steph. Byz. s. Γόννοι [von den Perrhaebern]. Ἰωνία [von den Boiotern]. Paus. IX 22, 3 [von Korinna]. Plut. quaest. symp. VI 8, 1; quaest. graec. 8; andere Stellen bei Meister Griech. Dial. I 7). Und dieser Gebrauch hat seine Berechtigung, denn thessalisch, boiotisch und asiatisch-aiolisch sind eng verwandt und haben ursprünglich unzweifelhaft eine Einheit gebildet. Diese Einheit kann man nach dem Vorgang der Alten als (ur-)aiolisch bezeichnen, obwohl es ganz unerweisbar ist, dass die Stammgruppe, welche diesen Dialekt sprach, sich jemals Aioler genannt hat. Weit problematischer ist die Ausdehnung des Namens auf die mit diesem uraiolischen näher verwandten urpeloponnesischen Dialekte, die sich im arkadisch-kyprischen (und pamphylischen) erhalten [1032] haben, in Lakonien und Messenien und wohl auch in Argolis vor dem Einfall der Dorer gesprochen wurden und wohl auch die Grundlage des elischen bildeten. |