RE:Alaun
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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| Band I,1 (1893), Sp. 1296–1297 | |||
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Übrigens wurde auch A. künstlich dargestellt (χειροποίητος Dioskor. a. O.), d. h. wohl durch Auslaugen alaunhaltigen Gesteins und Eindampfen von Lösungen gewonnen. Auf den verschiedenen Eigenschaften des A. und verwandter Substanzen beruht deren Verwendung. Der Name στυπτηρία (von στρύφω zusammenziehen) weist schon auf die adstringierenden Wirkungen, wegen deren der A. in der Medicin zahlreiche Anwendungen fand und findet, so z. B. gegen geschwollene Mandeln und Zäpfchen (Plin. n. h. XXXV 188ff. Hippokrates, Dioskorides, Celsus, Galenus u. A. an zahlreichen Stellen). In der Technik diente der A. insbesondere zum Imprägnieren von Holz, um dasselbe vor Feuer zu schützen (Gell. XV 1. Amm. Marc. XX 11, 13). Auch der Gebrauch des A. als Beize in der Färberei war den Alten bekannt, und ebenso ein Mittel, um den eisenfreien A. (alumen infectorium), der wenigstens zu hellen Farben allein brauchbar ist, von eisen- bezw. vitriolhaltigem A. zu unterscheiden, indem man sich einerseits nach den hellen Farben des Salzes richtete, andererseits durch einen Zusatz von Galläpfel- oder Granatäpfelsaft und die damit bewirkte Tintenbildung einen mehr oder weniger starken Eisengehalt erkannte (Plin. a. O.). In der Gerberei wurde der A. zur Herstellung des weissgaren Leders (aluta) verwandt (Plin. XXXV 190). Alaun- und eisenvitriolhaltiges Gestein (στυπτηριώδης γῆ Strab. III 146, alumen nigrum Plin. a. O.) wurde mit Salz zum Trennen des Goldes vom Silber (das heutige Cämentationsverfahren) und zum Reinigen desselben verwandt (vgl. auch Plin. n. h. XXXIII 84). Plinius erwähnt ferner die Verwendung des A. beim Löten von Kupferblechen (XXXIII 94) und beim Vergolden (XXXIII 65), doch sind die betreffenden Angaben unverständlich. Nach Geop. VII 12, 29 wurde A. auch zum Haltbarmachen des Weins und Abstumpfung der Säure desselben verwandt. Vgl. Blümner Technologisches, in Festschrift zur XXXIX. Versamml. deutscher Philol. u. Schulmänner, Zürich 1887, 26ff., wo ausführliche Citate und Litteraturangaben. |