RE:Anthologia 1
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| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |
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| Bd. I,2 (1894), Sp. 2380–2391 | |
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Im 14. Jhdt. veranstaltete der Mönch Maximus Planudes in Constantinopel unter dem Titel einer ἀνθολογία διαφόρων ἐπιγραμμάτων eine neue Sammlung in 7 Büchern, welche er, die Anordnung nach den Gegenständen weiter durchführend, wieder in Kapitel teilte. Davon umfasst das erste Buch in 91 Kapiteln die epideiktischen Epigramme, das zweite in 53 Kapiteln die Spottgedichte, das dritte in 32 Kapiteln die Grabgedichte, das vierte in 33 Kapiteln die Aufschriften von Bildwerken und Beschreibungen von Ländern und Tieren, das [2386] fünfte des Christodoros Beschreibung der Statuen des Gymnasiums des Zeuxippos und einige damit verwandte Epigramme, das sechste in 27 Kapiteln die Widmungsgedichte, das siebente, nicht weiter eingeteilte, die Liebesgedichte; allerdings ist seine Anordnung für uns dadurch etwas verdunkelt, dass sie nur in der marcianischen Hs. nr. 481 in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten, dagegen in den übrigen nnd mit ihnen in den gedruckten Ausgaben durch Aufnahme seiner am Schlusse der Sammlung angefügten Nachträge zn den 4 ersten Büchern in diese Bücher selbst abgeändert ist (s. Sternbach AnthoL Planudeae app. Barb.-Vat. p. VIII). Das vierte seiner Bücher ist zum grössten Teile aus Epigrammen zusammengesetzt, welche in der Anthologie des Kephalas fehlen, während in den übrigen Büchern solche nur in geringer Zahl vorkommen; dies wird am wahrscheinlichsten so erklärt, dass Planudes das meiste aus der Anthologie seines Vorgängers entlehnt, aber daneben auch die grossere Sammlung, welche diesem als Quelle gedient hatte, benutzt hat (s. Wolters De epigramm. gr. anthol. 35 und im Rh. Mus. XXXVIII 109). Übrigens nahm er mit einer gewissen Vorliebe Epigramme ans den ersten Jahrhunderten des byzantinischen Kaiserreichs auf und liess dafür die besseren Producta älterer Zeiten vielfach unberücksichtigt. Über die Geschichte der griechischen Anthologie vgl. Jacobs Anthol. gr. t. VI p. XXXI–XC; Delectos epigr. gr. p. XI–XVII und in der Allgem. Encycl. von Ersch u. Gruber I 4, 259–262. Im Abendlande wurde die griechische Anthologie zuerst in der von Planudes herrührenden Redaction veröffentlicht und blieb lange Zeit nur in dieser bekannt. Die erste Ausgabe war die nach einer Hs. mit vieler Treue besorgte des Janus Lascaris, Florenz 1494, von welcher die erste, zweite und dritte Aldina (Venedig 1503, 1521. 1551), die Juntina (Florenz 1519) und die Ausgabe des Badius Αscensius (Paris 1531) wesentlich nur Wiederholungen sind. Ein ausführliches Namen- und Sachregister brachte die seltene Ausgabe des Petrus und Jo. Maria Nicolinus Sabiensis, Venedig 1550. Ein ziemlich ungenügender Commentar erschien von Vincentins Opsopoeus, Basel 1640, ein viel besserer, besonders in betreff der Sacherklärungen, in Verbindung mit einer Ausgabe des Textes von Johannes Brodaeus, Basel 1549. Eine von den früheren vielfach abweichende Ausgabe veranstaltete Henr. Stephanus, Paris 1566, ndem er die Anordnung des Planudes in manchen Stücken abänderte, aus alten Schriftstellern eine Anzahl von diesem nicht aufgenommener Epigramme hinzufügte und den Text teils nach Hss., teils und namentlich durch Conjecturen berichtigte. Der Wert derselben und seiner erklärenden Anmerkungen ist geringer als bei anderen von ihm behandelten Schriftstellern. Lange Zelt hindurch las man den Text nur in der von ihm begründeten Gestalt, besonders in dem Wechelschen Abdruck seiner Ausgabe, Frankfurt 1600, machte daraus Chrestomathien, commentierte ihn und übersetzte ihn lateinisch; noch Hieronymus de Bosch in der Ausgabe Utrecht 1795–1822, 5 voll., welche die gelungene, häufig besseren Lesarten folgende Übersetzung des Hugo Grotius in lateinischen Versen enthält, schloss sich in den griechischen Worten [2387] enge ihm an. Aber allmählich wurde die Aufmerksamkeit auf eine Heidelberger, später römische Hs. gelenkt, welche, and zwar allein unter den bis jetzt bekannt gewordenen, die alte Anthologie des Konstantinos Kephalas enthält, weshalb diese auch die palatinische Anthologie genannt worden ist. Die Schicksale dieser Hb. sind überaus wechselvolle gewesen. Schon die Art ihrer Entstehung ist rätselhaft, denn während ihr erster und, abgesehen von zwei am Schlusse angeklebten Blättern, ihr letzter Teil (p. 1–452. 645–707) auf gleichem Pergament von der gleichen Hand geschrieben sind, zeigt der mittlere (p. 453–644) bei gleicher Zahl der Zeilen (31) auf jeder Seite ein von diesem verschiedenes Pergament und eine andere Schrift (s. die Erklärungsversuche bei Finsler Krit. Untersuch. z. Gesch. d. gr. Anth. 121 und bei Wolters De epigr. gr. anthol. 14; über die Frage, ob die Schrift des mittleren Teiles für jünger oder für älter zu halten ist als die des ersten und letzten s. Jacobs Anthol. gr. t. VI p. LXUV. Finsler a. a. O. 12. 13. Wattenbach Anl. z. gr. Paläogr.² 54. Wattenbach und v. Velsen Exempla cod. gr. p. 11; Zweifel an der Verschiedenheit der beiden Hände bei Graux Revue erit. 1677 II 249; faksimilierte Nachbildungen von p. 343 bei Wattenbach Zwölf Schrifttafeln zu W.s Anleitung T. 5, und von p. 452. 453 bei Wattenbach und v. Velsen Exempl. cod. gr. T. XXXVI). Die Hs. hat während des 16. Jhdts. mehrmals ihren Besitzer gewechselt und kam dann gegen Ende desselben nach Heidelberg in die palatinische Bibliothek, wo Salmasius, der zuerst auf sie aufmerksam wurde, 1607 ihre unedierten Bestandteile abschrieb und ihre in der planudeischen Anthologie schon edierten collationierte. Nach der Einnahme Heidelbergs durch Tilly 1622 schenkte sie Herzog Maximilian I. von Baiern mit den übrigen reichen Schätzen der pfälzischen Bibliothek an Papst Gregor XV., der das ihm gemachte Geschenk 1623 durch den Scriptor der Vaticana Leo Allatius nach Rom bringen liess; dieser liess entsprechend seiner Instruction zur Erleichterung des Transportes die Einbanddecke abnehmen, was zur Folge hatte, dass die Ha. in Rom in zwei Teile von ungleichem Umfange getrennt wurde, von denen der erste p. 1–614, der zweite p. 615–711 umfasst. Nach dem Frieden von Tolentino 1797 entführten die Franzosen beide Teile nach Paris, aber bei der Rückgabe der Heidelberger Hss. an die Deutschen 1816 kam nur der erste wieder nach Heidelberg und wird dort als nr. 23 aufbewahrt, wogegen der zweite in Paris als cod. suppl. nr. 384 zurückblieb und lange Zeit keine Beachtung fand, bis ihn 1839 Dübner entdeckte und 1873 eine photographische Nachbildung von ihm an die Heidelberger Bibliothek geliefert wurde; vgl. F. Wilken Gesch. der Bildung, Beraubung und Vernichtung der alten Heidelberger Büchersammlungen, Heidelb. 1817. A. Theiner Schenkung der Heidelb. Bibl. durch Maximilian I. an Papst Gregor XV., München 1844. Zimmermann in Ztschr. f. Alterthwss. 1839, 464. Angab. Allg. Ztg. 1876, Beil. nr. 30. 31. Val. Rose Anacr. Teii q. f. συμποσιακὰ ἡμιάμβια p. III–VIII. In dieser Hs. ist zwischen die Grabgedichte und die epideiktischen der kephalanischen Anthologie (s. o.) [2388] ein Abschnitt mit Epigrammen des heiligen Gregor von Naxianz (Kap. VIII der Jacobsschen Zählung) eingeschaltet; ausserdem enthält sie sowohl vor den zu der genannten Anthologie gehörigen Abschnitten als nach denselben eine Reihe von anderen; eine auf ihrer ersten Seite gegebene Kapitelübersicht stimmt mit ihrem tatsächlichen Inhalt nicht in allen Punkten überein, woraus Rückschlüsse auf ihre nächste Quelle gezogen werden können. Die in ihr der kephalanischen Anthologie vorangehenden Partien sind des Paulos Silentiarios Gedicht über die Sophienkirche, ein paar Gedichte biblisch-theologischen Inhalts des Gregor von Nazianz, christliche Epigramme, eine Statuenbeschreibung des Christodoros und eine Sammlung kyzikenischer Aufschriften, die auf dieselbe folgenden eine Sammlung von Epigrammen in verschiedenen Veranlassen, eine Sammlung von arithmetischen Problemen, Rätseln und Onkeln. eine Gemäldebeschreibung des Ioannes Gaza, die sog. Technopaignien (Syrinx des Theokritos), die sog. Anakreontea, einige Gedichte verschiedener Verfasser, besonders des heil. Gregor, zum Teil wiederholt, und, den Inhalt der beiden am Schlusse angeklebten Blätter (p. 708–710) bildend, einige Statuenaufschriften aus der Rennbahn zu Constantinopel. Der ursprüngliche Text dieser Hs. ist vielfältig verderbt; in den nachträglich angebrachten Verbesserungen lassen sich die Hände verschiedener Correctoren erkennen, über welche G. Finsler eine sehr eingehende Untersuchung geführt hat (Krit. Untersuch. z. Gesch. d. gr. Anthol., Zürich 1876); sehr bestritten ist auch der Grad der Glaubwürdigkeit, den die in ihr den Epigrammen beigefügten Dichternamen haben (vgl. Finsler a. a. O. 123–141 und andererseits Bergk PLG I4 VII–X). Obwohl die palatinische Hs. seit ihrem Bekanntwerden mehrmals unmittelbar und mittelbar copiert worden ist (s. Jacobs Anthol. gr. t. VI p. CXLI–CLII. Sternbach Anthol. Planudeae app. Barb.-Vat. p. XVII), so liess man es doch lange Zeit bei Veröffentlichungen einzelner ihrer Abschnitte durch den Druck, unter denen die von Reiske (Anthologiae a Const. Cephala conditae libri III. Lpzg. 1754) hervorzuheben ist, bewenden, ohne zu einer Gesamtpublication zu schreiten. Endlich stellte sich Philipp Brunck die Aufgabe, alle aus dem Altertume erhaltenen Epigramme, auch die nur bei anderen Schriftstellern angeführten oder aus Inschriften bekannten, zu einer grossen Sammlung zu vereinigen, und gab sie unter dem Titel Analecta veterum poetarum graecortun editore R. F. Ph. Brunck, Argentor. 1776. 3 voll. heraus, liess indessen darin viele namentlich christliche Gedichte der beiden Anthologien des Kephalas und des Planudes aus. Die von ihm gewählte Anordnung nach den Dichtern hatte wegen der häufigen Identität mehrerer Namen und der Unsicherheit der Herkunft vieler Gedichte manche Nachteile, und sein Verfahren in der Herstellung des Textes war sehr willkürlich, wozu der Umstand beitrug, dass er keine genaue Collation der damals vaticanischen Hs. besass; allein der Sinn für das Studium der Epigramme wurde durch ihn in hohem Grade geweckt. Als seine Analecta vergriffen waren, unternahm Friedrich Jacobs eine neue Ausgabe, in welcher er einiges von Brunck aufgenommene Fremdartige wegliess, übrigens aber [2389] die von diesem gewühlte Anordnung im wesentlichen beibehielt. Sie erschien unter dem Titel Anthologia graeca sive poetarum graecorum lusus ex recensione Brunckii, indic. et comm. adiecit Frid. Jacobs, Lipsiae 1794–1814, 13 voll. Mit dem Texte sind in ihr nur die von Brunck selbst nachträglich in den Anmerkungen vorgeschlagenen Änderungen vorgenommen, aber der sehr wertvolle und reichhaltige, Tom. VI–XII umfassende Commentar (wozu in Tom. XIII ausser Nachträgen und Registern eine litterargeschichtliche Behandlung der einzelnen in der Anthologie vorkommenden Dichter tritt) bahnte in seinen auf die Kritik bezüglichen Bestandteilen bereits eine neue Gestaltung desselben an, wobei eine sehr sorgfältige Copie der damals vaticanischen Hs., die Joseph Spaletti, Secretair der vaticanischen Bibliothek, im J. 1776 gemacht hatte und die dann von dem Herzoge Ernst von Gotha angekauft worden war, die wesentlichsten Dienste leistete. Den wirklich erneuerten Text lieferte Jacobs dann in der Ausgabe: Anthologia graeca ad fidem codicis olim Palatini nunc Parisini edita, curavit Frid. Jacobs, Lipsiae 1813–1817, 3 voll., für deren dritten, die kritischen Anmerkungen enthaltenden Band er noch die inzwischen nach Heidelberg zurückgekehrte Hs. selbst durch Vermittlung A. J. Paulsens benutzen konnte. Hier gab er den wesentlichen, sowohl kephalanischen als nichtkephalanischen Inhalt dieser Hs., von deren Bestandteilen er nur die beschreibenden Gedichte des Paulos Silentierios und des Ioannes Gaza, die theologischen des Gregor von Nazianz und die Anakreontea wegliess (s. das von ihm t. I p. LII Bemerkte), unter Beibehaltung ihrer Anordnung wieder und machte daraus fünfzehn Kapitel, denen er am Schlusse noch 388 nur in der Sammlung des Planudes befindliche und 394 aus Schriftstellern und Inschriften geschöpfte Epigramme hinzufügte. Die so zu einem Ganzen gestaltete Sammlung, die man als Anthologie Palatina zu bezeichnen sich gewohnte, gab ein halbes Jahrhundert später Fr. Dübner unter dem Titel: Epigrammatum Anthologia Palatina cum Planudeis et appendice nova epigrammatum veterum ex libris et marmoribus ductorum, annotatione inedita Boissonadii etc. et apparatu critico instruxit Fr. D., 2 voll., Par. 1864. 1872, neu heraus und konnte dafür die Resultate der weiteren Studien von Jacobs, die ihm dieser bereitwillig zur Verfügung gestellt hatte, vieles aus dem Nachlasse von Boissonade, sowie zahlreiche inzwischen im Druck erschienene Bemerkungen von G. Hermann, Meineke, Hecker und andern Kritikern verwerten (gegen manche seiner textkritischen Entscheidungen Widerspruch bei L. Sternbach Meletemata graeca p. I, Vindob. 1886): leider hat der verdienstvolle Herausgeber, der 1869 starb, das Erscheinen des zweiten Bandes nicht mehr erlebt und konnte um so weniger seine auf dem Titel angekündigte Absicht einer Ergänzung der Jacobsschen Anthologie durch weitere Nachträge noch zur Ausführung bringen. Allein die Überzeugung, dess eine weitere Vervollständigung des von Jacobs Gegebenen durch in schriftlich erhaltene, aus anderen hsl. Sammlungen bekannt gewordene und von Schriftstellern angeführte Epigramme erforderlich sei, hatte sich in den Jahrzehnten zwischen dem Erscheinen der Jacobsschen [2390] und der Dübnerschen Ausgabe immer allgemeiner Bahn gebrochen, und aus dem Streben, diese Lücke auszufüllen, sind zahlreiche Arbeiten entsprungen, unter welchen hervorzuheben sind: Sylloge epigrammatum gr. ex marmoribus et libris coll. et iil. F. Th. Welcker, Bonnae 1828. Supplément à l’anthologie grecque per N. Piccolos, Par. 1858. F. G. Schneidewini Progymnasmata in Anthol. graecam, Gott. 1855. Epigrammata graeca ex lapidibus conlecta ed. G. Kaibel, Berol. 1878. E. Hoffmann Sylloge epigr. gr. quae ante medium saec. a. Chr. n. III incisa ad nos pervenerunt, Halle 1893 (nur durch die Nachträge zu dem Vorigen wichtig). Th. Preger Inscriptiones metricae e scriptoribus praeter anthologiam collectae, Leipzig 1891, sowie mehrere Züricher und Göttinger Universitätsprogremme K. Diltheys. Die von Dübner gehegte Absicht, das gesamte auf diese Weise zu gewinnende Material der palatinischen Anthologie als Ergänzung anzufügen, hat erst lange nach seinem Tode ein anderer Herausgeber in einem dritten Bande der von ihm begonnenen Pariser Ausgabe (Epigrammatum Anthol. Pal. etc. instruxit Ed. Cougny vol. III. Per. 1890; vgl. darüber G. Kaibel DLZ XII 582) zur Ausführung zu bringen versucht. Über die Ausgaben im allgemeinen vgl. Jacobs Anthol. gr. t. VI p. XC–CLXXXIV; Delectus epigr. gr. p. XVII–XXXIV. Schöll Gesch. d. gr. Lit., übers. v. Pinder III 38–50. Chrestomathien aus der griechischen Anthologie sind von jeher nach verschiedenen Gesichtspunkten und Bedürfnissen angelegt worden, die erste von Oecolampadius in meinen Dragmate graecae literaturae, Basil. 1521; aus unserem Jahrhundert sind die wichtigsten der Delectus epigrammatum graecorum, concinnavit Frid. Jacobs, Gothae et Erfordiae 1826, und der Delectus poetarum Anthologiae graecae cum annotatione critica Aug. Meinekii, Berol. 1842. Von diesen führt der erstere, der zunächst für jüngere Leser bestimmt ist, die Anordnung nach den Stoffen streng durch, so dass z. Β. die auf die Götter bezüglichen Epigramme in der Folge des mythologischen Systems, die auf Dichter nnd Philosophen bezüglichen in litterargeschichtlicher Folge aneinander gereiht sind, und gewährt so einen Gesamtüberblick über mehrere Gebiete des griechischen Lebens und der griechischen Anschauung; der zweite teilt die erlesenen Werke der vorzüglichsten Epigrammendichter der alexandrinischen Epoche sämtlich mit und hat durch die am Schlusse hinzugefügten kritischen Bemerkungen, in denen viele Stellen mit glücklicher Leichtigkeit verbessert werden, einen besonderen wissenschaftlichen Wert (gegen manche Ergebnisse dieser letzteren Widerspruch von G. Hermann Wiener Jahrb. CIV 225–260 und von N. Piccolos Suppl. à l’Anthol. gr. 1–86). Übersichten über die zwischen 1873 und 1887 erschienenen Beiträge zur Kritik und Erklärung geben die Berichte von Blass und Hiller im Jahresber. V 100–103. XIII 202–207. XXVI 135–138. XXXIV 292. 293. XLVI 84. LIV 203; von früheren ist besonders die Schrift von Alphons Hecker Commentationis crit. de Anthol. gr. pars prior, Lugd. Bat. 1852, eine Umarbeitung der älteren comment. crit. de Anthol. gr., L. B. 1843, von neueren die Anthologiae Planudeae appendix Barberino-Vaticana [2391] rec. Leo Sternbach, Lips. 1890 (Publication einer in der vaticanischen Hs. nr. 240 und Barber. gr. 1123 befindlichen, hauptsächlich Epigramme des 5. und 12. Kapitels der palatinischen Anthologie enthaltenden Sammlung mit zahlreichen textkritischen Erörterungen) namhaft zu machen. Eine den Inhalt der Brunckschen Analecta in ungefährem Anschluss an deren Anordnung wiedergebende deutsche Gesamtübersetzung der griechischen Anthologie haben Weber und Thudichum verfasst und mit Anmerkungen versehen, die dem nichtphilologischen Leser das Verständnis erleichtern (Griech. Anthol., metrisch übersetzt von W. E. W. und G. Th., neun Bdchen., Stuttg. 1838–1870); unter den zahlreichen Übersetzungen einzelner Teile verdienen die bahnbrechende von Herder Blumen aus der griechischen Anthologie sammelt, in den Zerstreuten Blättern, Samml. I u. II, Gotha 1785. 1786 (vgl. Herders sämtl. Werke, z. schön. Lit. u. Kunst, Tübingen 1808, 1–40), die den Ton des Originals glücklich wiedergebende von Fr. Jacobs Uebersetzung der schönsten Epigramme der griech. Anthologie, in dessen Leben und Kunst der Alten I, Gotha 1824 (Umgestaltung von ‚Tempe von F. J.‘, 2 Bde., Leipzig 1803), und die dem Principe strenger Wörtlichkeit folgende von J. G. Regis Epigramme der griechischen Anthologie, ausgewählt und in den Versmassen der Ursprache verdeutscht, Stuttgart 1856, hervorgehoben zu werden. |
- ↑ Revidiert von R. Reitzenstein.