RE:Apollonios 81
| Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft | |||
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Als Hauptschriften des A. sind anzusehen περὶ μερισμοῦ τῶν τοῦ λόγου μερῶν in 4 Büchern, περὶ ὀνομάτων ἤτοι ὀνοματικόν, περὶ ῥημάτων ἤτοι ῥηματικόν in 5 Büchern, περὶ συντάξεως. Α. fixierte die Zahl der Redeteile auf acht und ordnete sie in nachstehender Reihenfolge: ὄνομα, ῥῆμα, μετοχή, ἄρθρον, ἀντωνυμία, πρόθεσις, ἐπίρρημα, σύνδεσμος; vgl. R. F. L. Skrzecka Die Lehre des A. D. von den Redeteilen, Progr. des Kneiphöfschen Gymn. in Königsberg 1853. Das Ὀνοματικόν und das Ῥηματικόν wurden (ausser von Priscian) von Georgios Choiroboskos und den Scholiasten des Dionysios Thrax stark benutzt, zum Ῥηματικόν schrieb ein späterer Grammatiker Namens Zenobios (s. d.) einen Commentar. Die Lehre des A. vom Verbum behandelt Skrzecka in vier Programmen des Kneiphöfschen Gymn. in Königsberg 1855. 1858. 1861. 1869. Zur Lehre des A. von den Modi vgl. G. F. Schömann Jahrb. f. Philol. XCIX 13–24 und Skrzecka ebd. 161–164. Erhalten sind uns von den Schriften des A. nur vier, die drei kleineren nur in einer Hs., dem cod. Paris, gr. 2548 membr. saec. XII, der auch für die Syntax die beste Hs. ist: 1. περὶ ἀντωνυμίας, zuerst herausgegeben von Imm. Bekker im Museum antiqu. studiorum I 2 p. 255–476 und daraus besonders abgedruckt Berlin 1813. Priscian benutzt sie im XII. und XIII. Buch. R. F. L. Skrzecka Observationes in A. D. librum de pronomine, Progr. Königsberg 1847. G. Dronke Rh. Mus. IX 107–117. P. Schmieder Zur Schrift des A. D. de pronomine, Progr. Barmen 1865. W. Hoerschelmann Rh. Mus. XXXV 373ff. Th. Matthias Jahrb. f. Philol. Suppl. XV 630–646. 2. περὶ ἐπιρρημάτων, zuerst herausgegeben vom Imm. Bekker in den Anecd. graeca II 527–625. Die Schrift ist in verkürzter und stark verderbter Gestalt überliefert. Der Schluss (von p. 614, 26 ab) gehört nicht hierher, sondern zur Syntax, wie O. Schneider Rh. Mus. III (1845) 446–459 nachgewiesen hat. Vgl. auch A. Buttmann Des A. D. vier Bücher über die Syntax 310–322. G. Dronke Rh. Mus. XII 321–346. G. F. Schömann Emendationes locorum aliquot corruptorum in A. libro de adverbiis, Progr. Greifswald 1860. Th. Matthias De A. D. Epirrhematici et Syndesmici forma genuina, Leipziger Studien VI (1883) 1–92. Von Priscian im XV. Buche benutzt. 3. περὶ συνδέσμων, zuerst herausgegeben von Imm. Bekker in den Anecd. graeca II 479–525. Auch diese Schrift ist stark verstümmelt und interpoliert; vgl. Th. Matthias a. a. O. Von Priscian im XVI. Buche benutzt. 4. περὶ συντάξεως in vier Büchern. Im ersten Buch wird zuerst die Zahl und Reihenfolge der Redeteile festgestellt und der Vorrang des ὄνομα und des ῥῆμα vor den übrigen hervorgehoben, sodann die Syntax des Artikels [139] behandelt; das zweite Buch handelt von der Syntax des Pronomens; im dritten Buch wird zuerst die Lehre von der sprachlichen Congruenz (καταλληλότης) und Inkongruenz auseinandergesetzt, darauf folgt die allgemeine Syntax des Verbums; das vierte Buch enthielt die Syntax der Praepositionen, Adverbien und Conjunctionen, es ist aber zum grösseren Teile verloren; erhalten ist die Lehre von den Praepositionen (IV c. 1–9) und von der Verbindung der Praepositionen mit Adverbien (IV c. 10–12); von der Syntax der Adverbien ist ein Teil in der Schlusspartie der Schrift περὶ ἐπιρρημάτων erhalten (s. ο.); den Schluss des vierten Buches und des ganzen Werkes bildete die Syntax der Conjunctionen, die ganz verloren ist. A. ist der erste und einzige alte Grammatiker, der ein selbständiges Buch über die Syntax geschrieben, er wurde massgebende Autorität auf dem Gebiete der Syntax, und sein System blieb das herrschende durch das ganze Mittelalter bis auf Theodoros Gaza und Laskaris hinunter. Priscian schliesst sich im XVII. und XVIII. Buch seiner Institutiones grammaticae ganz an A. an, das XVII. Buch enthält, zum Teil in wortgetreuer Übersetzung, die beiden ersten Bücher des A. und vom dritten Buch den von der Congruenz handelnden Abschnitt (c. 1–11), das XVIII. Buch entspricht in seinen wesentlichen Bestandteilen dem dritten Buch des A. von Kap. 12 an. Die Schrift des Byzantiners Maximos Planudes περὶ συντάξεως (Bachmann Anecd. gr. II 105–166) ist nichts als eine Rückübersetzung der Syntax des Priscian ins Griechische. Theodoros Gaza benutzte in dem περὶ συντάξεως überschriebenen vierten Buch seiner Grammatik die Syntax des A. unmittelbar, daneben aber auch andere Hülfsmittel wie die Schrift des Planudes. Ausgaben der Syntax: Aldina, Venedig 1495. Juntina, Florenz 1515. ed. F. Sylburg, Frankfurt a. M. 1590. ed. Imm. Bekker, Berlin 1817. Des A. D. vier Bücher über die Syntax, übersetzt und erläutert von Alexander Buttmann, Berlin 1877 (vgl. die Anzeige von P. Egenolff Jahrb. f. Philol. CXVII 567ff.). Imm. Bekker Diss. de A. Alex, libris syntaxeos, Halis 1806. O. Schneider A. D. de Synthesi et Parathesi placita, Ztschr. f. Alt.-Wiss. 1843 nr. 81. 82. W. Frohne Observationes in A. D. syntaxin, Bonn 1844. L. Lange Das System der Syntax des A. D., Göttingen 1852. Eine neue Ausgabe der Schriften und Fragmente des A. D. von R. Schneider und G. Uhlig erscheint als erster Band der Grammatici graeci (Leipzig bei Teubner); erschienen ist bisher der erste Fascikel, der die drei kleineren Schriften enthält (Apollinii scripta minora a Richardo Schneidero edita, Lipsiae 1878). An einer zusammenfassenden Monographie über A. D. fehlt es bisher. Ungenügend ist E. Egger Apollonius Dyscole. Essai sur l’histoire des théories grammaticales dans l’antiquité, Paris 1854. Beiträge zur Kritik und Exegese: G. Dronke Rh. Mus. IX 582–613. G. Uhlig Emendationum Apollonianarum specimen, Berlin 1892; Rh. Mus. XIX 33ff. R. Schneider Observationes criticae in A. D., Symbola philol. Bonnens. 467ff.; Observ. crit. in A. D. specimen II, Progr. Cöln 1867; Rh. Mus. XXIV 585ff.; Commentarii critici et exegetici in A. D. specimen, Progr. Norden 1878. |