RE:Bituios

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Bituitus 1
Bd. III,1 (1897), Sp. 546
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Pauly-Wissowa III,1, 0545.jpg


Bituios. Βιτουιος βασιλευς und Βιτουκος βασιλευς sind die Legenden einer Anzahl von Bronzemünzen, die auf dem Avers einen Kopf (Herakles?) und dahinter eine Keule, auf dem Revers einen laufenden Löwen zeigen. Andere Münzen gleichartigen Gepräges haben die Legenden Καιαντολευς βασιλ, Ριγαντικου und ιγαντικο (de Lagoy Rev. numism. IV 1839, 1ff.; oft fälschlich zu Brigantikos ergänzt). Nicht ganz sicher sind die Legenden Βιτουιογογο (oder -τογο) βασιλευς und Ψαμυτου oder αμυτου βασιλ. Früher hat man diese Münzen galatischen Tetrarchen zugewiesen (so auch Eckhel und Mionnet), vor allem wegen der Ähnlichkeit der Typen mit den Münzen des Amyntas, des letzten Königs von Galatien. Aber sie finden sich nur in der westlichen Gallia Narbonensis und sind auch im Gepräge anderen dortigen Münzen, namentlich denen von Baeterrae, gleichartig. Daher hat sie zuerst de Saulcy Rev. num. N. S. 11856, 1ff. Galatien abgesprochen. Die gelegentlich versuchte Zuweisung an den Arverner Bituitus (so z. Β. Ch. Lenormant Rev. num. N. S. III 1858, 124ff.) wird freilich auch schon dadurch ausgeschlossen, dass sie in der Auvergne nie vorkommen. Sie müssen also von Häuptlingen eines südgallischen (volkischen?) Stammes geprägt sein. Die griechischen Aufschriften zeigen den Einfluss Massalias. Älter als das 1. Jhdt. v. Chr. können die Münzen nicht sein; die ‚Könige‘ waren also Vasallen Roms. Über die Münzen s. vor allem Ch. Robert Numismatique de la province Languedoc, in der Histoire générale de Languedoc, Neue Aufl. T. II 1875. In Kürze auch Imhoof-Blumer Porträtköpfe auf Münzen hellen. und hellenisierter Völker 66.


[Ed. Meyer.]
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