Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Luga
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Luga.
Luga ist wendischen Ursprungs, und dürfte nach einer in der Nähe befindlichen alten Sorbenschanze zu urtheilen, in den Kämpfen der Deutschen mit den heidnischen Slavenvölkern ein nicht unwichtiger Vertheidigungspunkt der angegriffenen Stämme gewesen sein. Die älteste Geschichte Lugas liegt in tiefem Dunkel, welches bei völligem Mangel an gleichzeitigen Nachrichten nicht aufzuhellen ist, erst im vierzehnten Jahrhundert wird Luga als ein Besitzthum der Herren von Schreibersdorf genannt, die bis zum Jahre 1592 auf dem nahen Schlosse Neschwitz wohnten. Von Hans Caspar Dietrich von Schreibersdorf erkaufte Luga – 1500 – die Aebtissin des Klosters Marienstern, Elisabeth von Haugwitz, und vereinigte es mit den Stiftsgütern, doch ist nicht bekannt, in welchem Jahre Luga wieder von denselben getrennt wurde. Zu Ende des sechszehnten Jahrhunderts gehörte das Gut den Herren von Gersdorf, von welchen es an die Familie von Luttiz gelangte. Um das Jahr 1660 verkaufte Hans von Luttiz das Gut an einen Herrn von Ponickau, und von 1690 bis 1721 besass es Hans Fabian von Ponickau, königl. Polnischer und churfürstl. Sächsischer Rath, sowie auch Amtshauptmann des Budissinischen Kreises. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erkaufte Luga der churfürstlich Sächsische Appellationsrath und Oberamtshauptmann der Oberlausitz, Herr auf Trattlau, Commerau, Reutnitz und Nieda, Johann Wilhelm Traugott von Schönberg, der am 14. April 1804 zu Budissin verschied und Luga seinem Sohne, dem Klostervoigte von Marienstern, Johann Friedrich Heinrich von Schönberg auf Weissculm und Commerau hinterliess. Nach dessen, am 11. Januar 1825 erfolgtem Tode, kam Luga in Besitz seines Sohnes, des Herrn Egon Heinrich Gustav Freiherr von Schönberg-Bibran, königlich Sächsischen Kammerherrn, Ritters des St. Johanniter- und Malteser-Ordens und Herrn auf Quoos, Commerau, Weissculm, Ober-, Mittel- und Nieder-Geismannsdorf und Herzogswalda. Luga ist mit dreiunddreissig Ortschaften in die Kirche des nahen Dorfes Neschwitz eingepfarrt, gehörte jedoch bis zum dreissigjährigen Kriege in die St. Nikolaikirche zu Budissin, welche im Jahre 1634 durch Brand eingeäschert und bis auf jetzige Zeit, wo auf einem Bergeshange noch immer ihre malerischen Ruinen sich erheben, nicht wieder aufgebaut wurde. Die Neschwitzer Kirche war ursprünglich eine Capelle, in welcher der Pfarrer von Göda Gottesdienst zu verrichten hatte. Sie erfuhr im sechszehnten und siebzehnten Jahrhundert bedeutende Vergrösserungen, und erhielt 1693 einen neuen Thurm. Die innere Einrichtung des Gotteshauses ist zwar einfach aber freundlich, und das Ansehen desselben hat namentlich durch eine im Jahre 1834 stattgefundene Hauptreparatur, wobei eine Anzahl alter, finsterer, auf Holz gemalter Bilder entfernt wurden, ungemein gewonnen. Im Innern der Kirche ist auch der sehr alte, aus Sandstein gefertigte Altar durch eine Bildhauerarbeit, das Abendmahl in erhabenen Figuren darstellend, bemerkenswerth, und der massive, aus Granit gearbeitete Taufstein, scheint von demselben Künstler gefertigt, welcher den Altar herstellte. Die Parochie Neschwitz enthält ungefähr 800 Personen, von denen die Mehrzahl Wenden sind, weshalb der Gottesdienst in deutscher und wendischer Sprache stattfinden muss. Sämmtliche evangelische Schuljugend der Parochie beträgt etwa 564 Köpfe. Otto Moser. Redact.
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