Seite:Aachener Stadtrechnungen aus dem XIV. Jahrhundert.djvu/53

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Landfriedensbund, Zerstörung des Raubschlosses Grypenloeven.

Als um die Mitte des 14. Jahrhunderts, wie eine alte Urkunde sagt: „es übel stand im Lande und viel Unfug verübt und täglich auf der Straße und im Lande dem Kaufmanne, den Pilgern, Pfaffen, Rittern und andern einheimischen und fremden Leuten Gewalt angethan wurde durch Gefängniß, Raub, Mord und Brand, heimlich und öffentlich, und der Unfug und die Gewaltthätigkeit sich von Tag zu Tag mehrte, „so schlossen im J. 1351 Wilhelm, Erzbischof von Köln und Erzkanzler jenseits der Alpen, – Johann, Herzog von Lothringen, Limburg und Brabant nebst seinem Sohne Godart, – der Magistrat der Stadt Köln und der Magistrat von Aachen auf 10 Jahre lang ein Bündniß[1], Gott zu Ehren und um des gemeinen Besten willen das Land und die Straßen gegen alle Gewaltthätigkeit zu schützen, die Räuber und Mörder zu strafen, ihre und ihrer Helfer Schlösser und Häuser zu belagern und niederzureißen. Zur Ausführung des Beschlusses stellte der Erzbischof von Köln zum täglichen Schutze 50 gewaffnete Ritter und Knechte zu Pferde, und auf Verlangen zu Reisen und Belagerungen deren 250 nebst 50 Schützen, der Herzog von Brabant mit seinem Sohne die gleiche Anzahl, die Stadt Köln für den gewöhnlichen Bedarf 25 berittene freie Leute, und zu Reisen und Belagerungen 150 Reiter und 50 Schützen, die Stadt Aachen 20 Mann zu Pferde zum täglichen Bedarf, und zu Reisen und Belagerungen 100 Gewaffnete zu Pferde und 100 Schützen. Ueber das jedesmalige Bedürfniß hatten zwölf Geschworene, deren jeder Verbündete drei sandte, durch Stimmenmehrheit zu entscheiden. Das Bündniß sollte Geltung haben für alle Gegenden zwischen Maas und Rhein, nämlich von Andernach bis zur Nette, von da zum Laacher See, Nurberg (Nurburg, Bürgermeisterei Kelberg), Münster in der Eifel, Bütgenbach, zum Dorfe Monfort, Scharratz, von da an die Maas bis Eycht, über Blodorp, Ude, Benbrügge, Brauwenbroich, Isheim nach Xanten und von da den Rhein hinauf bis wieder nach Andernach und zur Nette, sowohl zu Wasser als zu Lande. Die Geschworenen des Erzbischofs von Köln waren: Ludwig Heer von Randenroide, Johann Heer zu Saffenberg und Heinrich von Syntzich, Herr von Arendail; vom Herzoge von Brabant wurden als solche ernannt:


  1. cf. Lacomblet Urk. III. Nr. 496