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§ 42. Die Lichtzeit in einem gleichförmig bewegten System.

Wir hatten in § 39 die Aberration des Fixsternlichtes erklärt, indem wir zeigten, daß nach der Lorentzschen Theorie die Richtung des von einem mit der Geschwindigkeit \mathfrak{w} bewegten Beobachter wahrgenommenen relativen Strahles durch den Vektor bestimmt ist (Gleichung 209)

(232) \mathfrak{c'=c-w},

d. h. durch den Vektor der Relativgeschwindigkeit von Licht und Beobachter. Unter \mathfrak{w} war dabei die Geschwindigkeit der Erde zu verstehen. Berücksichtigt man nur die Umlaufsbewegung um die Sonne, indem man eine gemeinsame Bewegung des gesamten Sonnensystemes zunächst außer acht läßt, so ist |\mathfrak{w}| nahezu konstant; es ist

(232a) \beta=\frac{|\mathfrak{w}|}{c}=10^{-4}.

Welchen Einfluß hat nun die Erdbewegung auf dasjenige Licht, welches von irdischen Lichtquellen entsandt wird? Läßt sich nicht durch Beobachtung dieses Lichtes, also durch optische Versuche im Laboratorium, die Bewegung der Erde feststellen? Diese Frage führt uns dazu, die Lichtfortpflanzung in einem gleichförmig bewegten Systeme zu behandeln.

Die Richtung des absoluten, zur Zeit t in einem Aufpunkte P eintreffenden Strahles ist durch den Radiusvektor \mathfrak{r} bestimmt (Abb. 2 S. 87), der vom Orte E'\, des Entsendens aus nach dem Aufpunkte hin gezogen ist. In E'\, befand sich die Lichtquelle