Seite:AbrahamElektromagnetismus1905.djvu/379

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der universellen Konstanten c der Grundgleichungen berechnet. Zwei in O und P befindliche Beobachter können so durch Lichtzeichen, oder allgemeiner durch elektrische Zeichen, ihre Chronometer vergleichen. Diese Vergleichung beruht auf der Isotropie der Lichtfortpflanzung, welche für ein ruhendes System von unseren Grundgleichungen gefordert wird. Die Zeit t, die an so verglichenen und gleichlaufenden Uhren abgelesen wird, ist es, die in den Grundgleichungen auftritt. Ihre Definition setzt die Existenz eines absolut ruhenden Bezugssystemes voraus.

Nun beziehen sich aber unsere Zeitmessungen in Wirklichkeit auf ein bewegtes System, in welchem die Lichtfortpflanzung nicht mehr nach allen Richtungen mit derselben Geschwindigkeit vor sich geht. Dennoch wollen wir uns die Vergleichung der in O und P befindlichen Chronometer in der oben angegebenen Weise ausgeführt denken, indem wir die Bewegung des Systemes unberücksichtigt lassen und so verfahren, als ob die relative Geschwindigkeit des Lichtes auch jetzt noch unabhängig von der Richtung, und zwar gleich c, wäre. Die so für die Punkte des gleichförmig bewegten Systemes festgelegte Zeit t'\, wollen wir mit H. A. Lorentz die „Ortszeit” des betreffenden Punktes nennen. Offenbar besteht zwischen der Ortszeit t'\, und der allgemeinen Zeit t eben diejenige Beziehung, die oben für \tau' und \tau abgeleitet wurde,

(236) t=t'+\frac{\beta x'}{c}.

Kontrollieren wir die Chronometer, indem wir ein Lichtzeichen umgekehrt von P nach O übermitteln und den im relativen Strahlengange zurückgelegten Lichtweg in Rechnung ziehen, so finden wir ihre Angaben bestätigt. Die Gangdifferenz \left(\tfrac{\beta x'}{c}\right) zweier die allgemeine Zeit t und die Ortszeit t'\, anzeigender Uhren, die in P stattfindet, verschwindet nämlich wieder, wenn man zu O zurückkehrt. Die Differenz zwischen Ortszeit und allgemeiner Zeit ist eben nur eine Funktion des Ortes im gleichförmig bewegten Systeme; sie verschwindet daher beim