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Annahmen bei veränderlicher Geschwindigkeit das Elektron jeweils die Gestalt des Heaviside-Ellipsoides annimmt.

Auch die Massenformeln von H. A. Lorentz sowie diejenigen von A. H. Bucherer lassen sich mit den experimentellen Ergebnissen in Übereinstimmung bringen. Die Ablenkungsversuche liefern eben kein empfindliches Kriterium in bezug auf die Gestalt des Elektrons.


§ 23. Der Impuls des Energiestromes und die Trägheit der Energie

Man kann Hypothesen über Form und Ladungsverteilung des Elektrons überhaupt vermeiden, wenn man die in der Lorentzschen Elektrodynamik für das Vakuum gültige Beziehung (17) des § 5 in der dort bereits angedeuteten Weise verallgemeinert[1], und den „Satz vom Impulse des Energiestromes“ zugrunde legt: Jeder Energiestrom \mathfrak{S} soll einen Impuls hervorrufen, von der Dichte

(131) \mathfrak{g}=\frac{\mathfrak{S}}{c^{2}}

Das Elektron befindet sich, unter der Einwirkung des selbsterregten Feldes, in einem Spannungszustand. Bewegt es sich, so fließt in seinem Innern, ähnlich wie in einem gezogenen Seil, ein Strom mechanischer Energie in einer der Bewegung entgegengesetzten Richtung. Dieser mechanische Energiestrom soll nun, ebenso wie der elektromagnetische, eine Bewegungsgröße besitzen. Es wäre eine Aufgabe der Elastizitätstheorie, für ein Elektron von gegebener Form, Ladungsverteilung und Elastizität, die Verteilung der Spannungen und damit des Energiestromes und seines Impulses, zu ermitteln. Indessen kann man einfacher, ohne besondere diesbezügliche Annahmen, den aus mechanischem und elektromagnetischem Impuls resultierenden Vektor \mathfrak{G} direkt und allgemein berechnen


  1. F. Hasenöhrl, Wien. Ber. 1907. S. 1400. M. Planck, Physik. Zeitschr. 9