Seite:AbrahamElektromagnetismus1914.djvu/205

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parallel waren \left(\delta=\tfrac{\pi}{2}\right). Dann ist, den obigen Formeln gemäß, der elektromagnetische Impuls parallel der Bewegungsrichtung; er beträgt

\mathfrak{G}_{x}^{e}=\frac{2\beta}{c}\cdot W_{0}

Trouton erwartete nun, bei Ladung und Entladung des Kondensators, entsprechend dem Gewinn und Verlust von Bewegungsgröße, eine Stoßkraft zu finden, welche die Drehwage hätte anzeigen müssen. Der erwartete Effekt blieb indessen aus.

Hierzu ist auf Grund der obigen Entwickelungen Folgendes zu bemerken. Erstens fällt, bei Berücksichtigung des mechanischen Energiestromes, der in den materiellen Teilen des Apparates fließt, und seines Impulses, der Faktor 2 fort, so daß der Gesamtimpuls durch (131b) angegeben wird. Zweitens ist, nach dem Satze von der Trägheit der Energie, der Energiezuwachs, welchen der Kondensator beim Laden erfährt, von einem Massenzuwachs begleitet, und lediglich diesem Zuwachs an Masse ist der Gewinn an Bewegungsgröße zu danken. Der Vorgang ist mit einer Wasserströmung innerhalb eines gleichförmig bewegten Systems vergleichbar; wenn das Wasser aus einem Gefäß in ein anderes strömt, so führt es die Bewegungsgröße, welche es der Translation des ganzen Systemes verdankt, einfach mit sich. Bei dieser Strömung treten keine anderen relativen Beschleunigungen auf, als wenn sie im ruhenden Systeme erfolgte. Dasselbe gilt hier, wenn Energie aus dem Akkumulator in den Kondensator, oder zurück, strömt; mit der Energie wird die träge Masse, gemäß (131c), übertragen; diese behält den Impuls, welchen sie in Folge der Erdbewegung besaß, bei; beschleunigende Kräfte, welche zur Feststellung der Erdbewegung dienen könnten, werden durch diese Energieübertragung nicht hervorgerufen.

Ähnliche Verhältnisse liegen vor, wenn eine bewegte Lichtquelle Energie ausstrahlt. Wir hatten dieses Problem in § 14 behandelt, und dort (Gl. 82d) die folgende Beziehung zwischen ausgestrahlter Energie und Bewegungsgröße gefunden:

(132e) -d\mathfrak{G}=-\frac{v}{c^{2}}dW