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Der Wohlthätigkeitssinn der verschiedenen Besitzer hat die Stadt wie die ganze Herrschaft mit vielen milden Stiftungen versehen, zu denen die hochherzige Gemahlin des gegenwärtigen Herrn Besitzers, welche mit ihrem gleichgesinnten Gatten überall Segen spendend waltet, noch eine reich dotirte Kleinkinderbewahranstalt fügte. Das im grossartigen Style erbaute Schloss, in seiner Grundform ein Hufeisen bildend, beherrscht die Gegend im weiten Umkreise. Die standesherrliche Canzlei hat in demselben ihren Sitz; das Rentamt ist in einem daneben gelegenen Gebäude. Eine grosse Bierbrauerei und Brandtweinbrennerei, nebst den übrigen Wirthschaftsgebäuden des herrschaftlichen Vorwerkes, liegen in der Nähe des Schlosses, welches wegen seiner schönen Lage öfter Gliedern der königl. Familie zum Sommeraufenthalt gedient hat. Nieder Kayna
Das gesammte Gut brannte (1813) während der Schlacht bei Bautzen nieder; das Wohnhaus wurde erst 1843 von den jetzigen Besitzern im neuern, freundlichen Style erbaut. Auf einer nahe bei dem Orte befindlichen Anhöhe, ordnete Napoleon am 21. Mai 1813 nach der Schlacht bei Wurschen, auf einer Trommel sitzend, die Verfolgung des Sieges an. Die den Ort umgebenden Anhöhen tragen viele Spuren von Hunnengräbern und nicht selten werden höchst interessante Versteinerungen in dessen nächster Umgebung gefunden. Das zu dem Gute gehörige Areal gehört zum grossen Theil der zweiten Bodenklasse an. Ein zahlreicher Viehstand erhöht den Werth und bezeugt die, eben so nutzbringende als intelligente Bewirthschaftung dieses Gutes. |
G. A. Poenicke: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen III. Section. , Leipzig 1859, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_Ritterg%C3%BCter_und_Schl%C3%B6sser_im_K%C3%B6nigreiche_Sachsen_III.djvu/8&oldid=1156065 (Version vom 30.06.2010)