Seite:Aristophanes Donner 3Bd.djvu/0111

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

sehr in seiner Manier. Das Burleske liegt bloß darin, daß Aristophanes den Philosophen Ernst aus der Sache machen und dem Floh Pantöffelchen anziehen läßt, um das Maß seines Fußes genau angeben zu können. Wieland. Uebrigens wird die Geometrie nach Flohfüßen dem Sokrates auch in dem Gastmahle des Xenophon aufgerückt; vielleicht bezieht sich dies auf eine bekannte Anekdote, die auch Aristophanes benüzt.

Vers 177. Sokrates, der so gern seinen belehrenden Umgang der Jugend weihte, hielt sich oft in Gymnasien und Ringhöfen auf, um mit den Jünglingen, die dort ihre Leibesübungen machten, sich zu unterhalten. In den Ringhöfen stand ein Opferaltar; ein Tisch, worauf das Opfer zerlegt wurde, und die Bratspieße durften nicht fehlen, Asche war von den verbrannten Opfertheilen vorhanden. Droysen.

" 186. Kleon hatte sie zuerst in Pylos eingeschlossen, und als sie sich ergaben, nach Athen geführt, wo er die Abgezehrten in enger Haft nochmals hungern ließ: Thukydid. 4, 8. Der Sinn ist: sie sehen so bleich und abgezehrt aus, wie jene Sparter.

" 203. Erobertes Land wurde vermittelst des Looses unter athenische Bürger vertheilt, denen die Einwohner um Lohn dienen mußten; den zehnten Theil davon erhielten die Götter. Der Alte meint V. 205, so solle die ganze Welt vermessen und vertheilt werden.

" 208. Von den zwanzigtausend Bürgern Athens saßen sechstausend in den Gerichten. Die Vorliebe der Athener für Processe verspottet der Dichter auch sonst.

" 212. Euböa liegt neben Attika lang dahingestreckt; daher der frühere Name der Insel Makris. Die Euböer hatten im Anfang des peloponnesischen Krieges gegen Athen Partei genommen, und waren dafür von Perikles „hingestreckt“ (V. 213), empfindlich gezüchtigt worden. Wieland macht noch auf den demokratischen Stolz des Bauers in den Worten: „uns und Perikles!“ aufmerksam.

Empfohlene Zitierweise:

Aristophanes: Die Wolken übersetzt von Johann Jakob Christian Donner. Leipzig und Heidelberg: C. F. Winter’sche Verlagshandlung, 1861, Seite 105. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aristophanes_Donner_3Bd.djvu/0111&oldid=1257062 (Version vom 17.10.2010)