Seite:Aristophanes Donner 3Bd.djvu/0122

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schlimmere Dienste thun, als wenn man ihn über sein attisches Geburtsrecht schikanirte. Wenn der Dichter also den Sokrates von seinem großen Verehrer Strepsiades selbst den Melier nennen läßt, so konnte er hoffen, daß, wer ihn nicht genauer kannte, es im wörtlichen Sinne nehmen und sich einbilden werde, Sokrates sei wirklich von der Insel Melos gebürtig. 2. Die Melier waren eine alte Kolonie der Sparter, und hatten besonders auch in dem noch fortdauernden peloponnesischen Kriege, ihrer vorgeblichen Neutralität ungeachtet, eine warme Anhänglichkeit an Sparta bewiesen. Mehrere fehlgeschlagene Versuche, sie zu einer freiwilligen Unterwerfung unter das nicht allzu sanfte Joch der Athener zu bewegen, unterhielten den gegen sie gefaßten Groll; und da zu allen politischen und merkantilischen Ursachen desselben noch der Umstand hinzukam, daß 3. Diagoras, der beschuldigt war, die eleusinischen Geheimnisse verrathen zu haben, und wegen seiner erklärten Verachtung der Götter Griechenlands der Atheist genannt wurde, ein geborener Melier war: so ist zu glauben, daß auch dies dazu beitragen mochte, den Namen Melier in Athen verhaßt zu machen. „Ja, wenn er ein Melier ist, (wird mancher Zuschauer gedacht haben,) so wundert es mich freilich nicht, daß er ein so heilloser Bursche ist und ein Atheist noch obendrein.“

Vers 838. Nach Xenophon (Denkwürd. 1, 2, 49.) durfte der Sohn den Vater der Geistesverwirrung (παρανοίας) anklagen, und, wenn er sie beweisen konnte, ihn gefangen sezen. Der Sinn ist: soll ich ihn wegen Wahnsinns vor Gericht anklagen, um mich von ihm zu befreien, oder ist eine solche Klage überflüssig, da dieser Zustand auf sein nahes Lebensende zu deuten scheint?

" 846. Himmelstürmer nennt Pheidippides die Anhänger der neuen Lehre von ihrer Aehnlichkeit mit den Giganten, welche dem Zeus die Weltherrschaft streitig machten.

Empfohlene Zitierweise:

Aristophanes: Die Wolken übersetzt von Johann Jakob Christian Donner. Leipzig und Heidelberg: C. F. Winter’sche Verlagshandlung, 1861, Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aristophanes_Donner_3Bd.djvu/0122&oldid=2087677 (Version vom 20.10.2013)