Seite:Astronomische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag 4.djvu/126

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von Dr. C. Schleußner in Frankfurt a. M., welche sich vorzüglich bewährten, verwendet. Die Expositionsdauer für die Vergrößerungsaufnahme variierte bei 24-maliger Vergrößerung je nach der Durchsichtigkeit bezw. Klarheit des focalen Negatives und der Helligkeit des Himmels zwischen 3 Minuten und 3 Stunden. Die Entwicklung der exponierten Platten erfolgte mit Eisenoxalat, das Fixieren mit unterschwefligsaurem Natron.


3. Der Massstab der Vergrösserungen.
Was den Maßstab der Vergrößerungen betrifft, so ist das Folgende anzuführen. Wie im Prospecte bemerkt, wurde bei den Lick-Negativen ein constanter Vergrößerungsfactor, welcher gleich 24 war, angewandt, bei den Pariser Negativen hingegen ein von Platte zu Platte
Astronomische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag 4 116.jpg
verschiedener, der aber in jedem Falle so gewählt wurde, dass stets ein constanter Monddurchmesser von 4 Metern resultierte. Zur Erreichung einer bestimmten Vergrößerung konnte der rechnerische oder der experimentelle Weg betreten werden. Heißen in der Figur: F1 und F2 der erste und zweite Hauptbrennpunkt des Vergrößerungsobjectives, H1 und H2 dessen Hauptpunkte, welche, da zu beiden Seiten des Vergrößerungssystems dasselbe Medium sich befindet, mit den Knotenpunkten zusammenfallen, G die Größe des Gegenstandes, B diejenige des vergrößerten Bildes, a die Gegenstandsweite vom ersten Hauptpunkte H1, b die Bildweite vom zweiten Hauptpunkte H2, f die photographische Brennweite des Objectives, λ die Distanz der Hauptpunkte, c der Abstand von Bild und Gegenstand und V der Vergrößerungsfactor, so bestehen die Beziehungen:
\left\{\begin{matrix}
\frac{1}{a}+\frac{1}{b}=\frac{1}{f}\\
\frac{B}{G}=\frac{b}{a}=V\\
c=a+b+\lambda\\
\end{matrix}\right\}

Hieraus folgt, indem man in der ersten Formel b durch a V ersetzt:

a=\frac{1+V}{V},

also

c=a(1+V)+\lambda=f\frac{(1+V)^2}{V}+\lambda.

c ist im vorliegenden Falle der Abstand der Schichtseite des Negatives von der Auffangebene der Vergrößerungs-Camera. Aus dieser Formel ergibt sich sofort, dass der Abstand c, also auch der Cameraauszug, für eine bestimmte Vergrößerung V um so kleiner wird, je kleiner die Brennweite f des Vergrößerungsobjectives gewählt wird.

Bei dem, für den Atlas gebrauchten Objective war f = 2.2 cm. Dieser Brennweite entspricht somit, wenn λ vernachlässigt wird, für

V = 24 c = 57.3 cm
V = 40 c = 92.4 cm u. s. w.[1]
Anstatt sich völlig an die berechnete Größe c = 57.3 cm zu halten, deren Verwendung wegen der nur genäherten Kenntnis der photographischen Aequivalent-Brennweite des Vergrößerungsobjectives,
  1. Für das zweite, in Prag befindliche analoge Objectiv mit f = 1.4 cm wäre für
    V = 24 c = 36.5 cm
    V = 40 c = 58.8 cm