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ist, so dürften die folgenden numerischen Werte als die zuverlässigsten zu betrachten sein:

Astronomische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag 4 118 1.jpg
p0 = 57′ 02″.27 (Hansen)
s0 = 15′ 32″.59 (Peters)[1]
σ0 = 15′ 34″.09 (Hansen)[2]
k = 0.27251781 [9.4353949]
Δ0 = 60.274097 [1.7801307] (Hansen)
a
a = 6377.39715 km [3.8046435] (Bessel)
Δ0 = 384391.86 km [5.5847742] } (Hansen)
= 51801.774 g. M. [4.7143446]
a = 1737.9544 km [3.2400384] } (Peters)
= 234.21183 g. M. [2.3696088]

Hierin sind die Ausdrücke in den eckigen Klammern Logarithmen, welche im Allgemeinen etwas genauer als die beigesetzten Numeri erscheinen; km bedeutet Kilometer, g. M. geographische Meilen. – Endlich folgt für den Wert einer Bogensecunde des hellen photographierten Mondes in mittlerer Mondentfernung

1″ = a = 1.8606 km [0.2696497].
σ0

Betrachten wir nun die Verhältnisse in der Focalebene des Lick-Refractors unter Zuhilfenahme der hier gegebenen Figur. H1 H2 seien die Hauptpunkte bezw. Knotenpunkte des Lick-Objectives, F die photographische Brennweite desselben. Letztere ist

F = 570.2 engl. Fuß = 14.48295 Meter.[3]
Nehmen wir ferner an, dass in einem bestimmten Momente für den Beobachtungsort (Mt. Hamilton) die der Parallaxenwirkung unterliegende Mondentfernung Δ' gleich Δ0. wäre.
Astronomische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag 4 118 2.jpg
Für diesen Fall heiße der lineare Monddurchmesser in der Focalebene d0. Dann ist
d0 = 2 F tang σ0 = 13.11757 cm [1.1178535],

somit

1 mm = 14″.24181 [1.1535652] } für Δ0 und die Focalebene
= 26.49811 [1.4232149]

Wird nach Hansen die mittlere Excentricität der Mondbahn zu e = 0.05491 angenommen, so resultiert als größtmögliche geocentrische Mondentfernung Δ0 (1 + e), als kleinste Δ0 (1 − e). Diesen würden entsprechen

dMin. = 12.44 cm, dMax. = 13.88 cm.

Eine ganz analoge Betrachtung für das große »Équatorial coudé« der Pariser Sternwarte, dessen photographische Brennweite

F = 18.06 Meter[4]

  1. Vide Astr. Nachr. Bd. 138, S. 147. Dieser Wert ist das Mittel aus vier Bestimmungen von Küstner-Peters, Küstner, Struve und Battermann und stützt sich ausschließlich auf Sternbedeckungen durch den Mond. Derselbe wird auch im Berliner Astronomischen Jahrbuche für Sternbedeckungen angewendet.
  2. Dieser Wert ist aus Greenwich’er Meridianbeobachtungen hergeleitet, wird in Hansen’s Mondtafeln verwendet und auch im Nautical Almanac gebraucht.
  3. Siehe »Prager Astr. Beob. 1888–1891«, S. 58.
  4. Nach einer brieflichen Mittheilung des Directors der Pariser Sternwarte, Herrn M. Loewy vom 8. November 1898.