Seite:Aufruf an die Slaven-Bakunin-1848.djvu/004

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In zwei Heerlager ist die Welt getheilt. Kein Mittelweg führt zwischen diesen hindurch. Und nicht ungestraft entzieht ein einzelner Theil sich dem großen, unauflösbaren Verbande, in welchem Alle, welche das gleiche Ziel verfolgen, stehen und mit einander siegen oder unterliegen müssen.

In zwei Heerlager ist die Welt getheilt. Hier Revolution, dort Contrerevolution – das sind die Losungen. Für eine von Beiden muß sich ein Jeder, müssen auch wir uns, müsset Ihr Euch, Brüder, entscheiden.

Kein Mittelweg führt hindurch. Die, welche einen solchen vorgeben und anpreisen, sind entweder Betrogene oder Betrüger.

Betrogene, wenn sie die Lüge glauben, daß man am sichersten zum Ziele schleichen könne, indem man den beiden mit einander ringenden Parteien einer jeden ein Weniges zugesteht, um beide zu besänftigen und den vollen Ausbruch des nothwendigen offenen Kampfes zwischen ihnen zu verhindern.

Betrüger, wenn sie Euch einzubilden suchen, daß Ihr, nach pfiffiger Diplomaten Art, Euch außerhalb der beiden Lager stellen müßtet, um Euch zur gelegenen Zeit dem Stärksten anzuschließen und mit dessen Hülfe Eure eigene Sache glücklich durchzuführen.

Brüder! trauet nicht den diplomatischen Künsten. Polen haben sie ins Verderben gestürzt, sie werden auch Euch ins Verderben stürzen.

Was sagt Euch die diplomatische Pfiffigkeit? Sie sagt Euch, ihrer würdet Ihr Euch als eines Mittels bedienen, um Eure Feinde unterwerfen zu können. Aber sehet Ihr nicht, daß Ihr, anstatt Euch ihrer bedienen zu können, von ihr dazu gebraucht werdet, um ihren gegenwärtigen Feind aufs

Empfohlene Zitierweise:

Michail Alexandrowitsch Bakunin: Aufruf an die Slaven.. Selbstverlag des Verfassers., Koethen. 1848, Seite 4. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aufruf_an_die_Slaven-Bakunin-1848.djvu/004&oldid=1384029 (Version vom 21.12.2010)