Seite:Aus dem Märchenschatz der Kaschubei.djvu/28

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dazu. Die Frau aber, die der Vater ihm ausgesucht hatte, war eine richtige böse Sieben, sie schalt und schimpfte und bereitete ihm Aerger, wo sie nur konnte.

Der Vater hatte ein Stück Feld im Walde. Eines Tages fuhr er mit dem Sohn dahin, um es zu pflügen. Vor den Wagen hatten sie einen Ochsen gespannt, den sie auch beim Pflügen gebrauchten. Als es Zeit war zum Mittag, sagte der Vater: „Es ist nicht nötig, daß wir den Ochsen mit nach Hause nehmen. Er mag hier bleiben, wir binden ihn an einem Baum, daß er nicht fortlaufen kann, und geben ihm etwas Heu, dann hat er zu fressen.“

Das taten sie und gingen nach Hause. Aber da kam zum Unglück ein Wolf und fraß den Ochsen auf. Als Vater und Sohn nach dem Mittagessen zurückkamen, war der Ochse verschwunden. Sie blickten sich um, fanden hier ein bißchen Blut, dort den Schwanz, dort die Klauen und zuletzt den Kopf. Da erkannten sie, daß ein Wolf den Ochsen gefressen haben müsse, und machten sich auf, den Wolf zu suchen. Sie fanden ihn auch bald, er lag in einem Dickicht, war ganz außer Atem und konnte sich kaum rühren, so hatte er sich vollgefressen. Sie fingen ihn daher leicht und berieten dann, was sie tun sollten, um ihn am besten zu bestrafen. Der Vater sagte: „Wir wollen ihm einen tüchtigen Holzklotz an den Schwanz binden, dann kann er nicht laufen und muß verhungern.“

Doch dem Sohn schien das noch nicht das schlimmste zu sein. Er sagte:

„Nein, Vater, wir wollen ihm nichts anderes tun, als daß wir ihm verheiraten, das wird die schlimmste Strafe für ihn sein.“


Die Jagdtasche.

Es war einmal eine Witwe, die hatte eine sehr hübsche Tochter. Die war wohl gesund und stark, aber sie war auch so faul, daß sie gar nicht arbeitete

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Friedrich Lorentz: Aus dem Märchenschatz der Kaschubei. Fuchs & Cie., Danzig 1930, Seite 27. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_M%C3%A4rchenschatz_der_Kaschubei.djvu/28&oldid=1738314 (Version vom 19.12.2011)