Seite:Aus dem Märchenschatz der Kaschubei.djvu/8

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Hündchens gesagt hatte, er band daher das Fleisch an einen Strick, zog es hinter sich her und rief immer: „Tus, tus!“ Aber das hörten die Hunde des Schäfers. Wasser und der Nero vom Hofe liefen herbei und fraßen meinem Matz das Fleisch auf.

Er kam nach Hause und erzählte seiner Mutter, wie es ihm mit dem geräucherten Fleisch erging. Ihr war schon das Wasser im Munde zusammengelaufen, aber als sie hörte, daß unterwegs die Hunde das Fleisch aufgefressen hatten, da übermannte sie der Zorn, und sie rief ihm zu: „Du dummer Matz, du hättest das Fleisch hübsch auf die Schulter nehmen und tragen und es dann in die Kammer oder in den Keller hängen sollen, dann hätten wir uns das Essen schmackhaft zubereiten können, das wäre richtig gewesen, mein Matz.“

Er klopfte ihr beruhigend auf die Schulter und sagte: „Ja, ja, Mutter, das nächste Mal mach’ ich es so.“

Als Matz am fünften Tage zu Katharine auf die Freite kam, beredeten sie alles wegen der Hochzeit, und sie gab ihm beim Weggehen ihre schwarzbunte Kuh mit den großen Hörnern mit. Matz erinnerte sich an das, was ihm seine Mutter wegen des Fleisches gesagt hatte, warf sich die Kuh auf die Schultern und schleppte sie nach Hause; dort schleifte er sie in die Kammer und hängte sie an Hörnern und Schwanz am Dachbalken auf. Dann ging er zu seiner Mutter und sagte: „Sehen Sie nur, ich habe sie schon in der Kammer aufgehängt, jetzt wollen wir uns ein Stück abschneiden und das Fleisch schmackhaft zubereiten. Sie sagten doch so, ich solle das Fleisch aufhängen, damit wir uns das Essen schmackhaft zubereiten könnten.“ Als die Mutter hinausging, hörte sie, daß dort in der Kammer eine Kuh brüllte, sie sah nach und fand die Kuh an Hörnern und Schwanz unter dem Dachbalken aufgehängt. Da fuhr sie ihren Sohn an: „Du dummer Matz, du hättest sie hübsch an einen Strick nehmen und sie leiten sollen und dabei

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Friedrich Lorentz: Aus dem Märchenschatz der Kaschubei. Fuchs & Cie., Danzig 1930, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_M%C3%A4rchenschatz_der_Kaschubei.djvu/8&oldid=1735405 (Version vom 12.12.2011)