Seite:Beissel Das Martyrthum des hl. Victor und seiner Genossen.djvu/8
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Die Trierer Traditionen nennen ihre ersten Martyrer immer thebäische Soldaten des hl. Mauritius. Der Zusammenhang der fünf Martyrien ist aber nicht nur historisch durch Zeugnisse der Schriftsteller, sondern auch, wenn man sich so ausdrücken darf, geographisch bezeugt. Es liegen nämlich die Orte Agaunum, Solothurn, Trier, Bonn, Köln und Xanten in fast grader Linie neben dem Rheinlaufe, so daß sie den kürzesten Landweg von der Schweiz zur Rheinmündung oder vom Orient nach England bezeichnen. War die Legion, wie Viele behaupten, aus dem Orient berufen, um gegen die Bagauden zu kämpfen, und wurde sie, weil der Bagaudenaufstand rasch niedergeschlagen war, nach England bestimmt, wo Carausius sich als Gegenkaiser aufgeworfen hatte, dann waren Solothurn, Trier, Bonn, Köln, Xanten die Städte, durch die ihr Vortrab und ihre Quartiermacher ziehen mußten. Selbst die Zahlen der Martyrer an den verschiedenen Orten sprechen für ihre Zusammmengehörigkeit. Es sollen nämlich gestorben sein:
Wie kommt es, daß die Zahlen so stimmen, daß auf Xanten und Köln je eine Cohorte kommt, und daß Trier, die Hauptstadt der Rheingegenden, zwei Cohorten hat? Das gibt doch, wenn man alle andern Quellen hinzunimmt, einen neuen Wink, daß es sich um das Martyrerthum einer auf dem Marsche befindlichen Legion handelt[1]. Wenden wir uns nun zum Untersatz, in dem aus den sechs Martyrien vier als besonders klar beglaubigt hervorgehoben werden. Die historische Sicherheit des Hauptmartyriums in Agaunum ist oben klar erwiesen. Für das Martyrium in Solothurn steht der hl. Eucherius als unabweisbarer Zeuge ein. Das Kölner Martyrium ist im sechsten Jahrhundert
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Empfohlene Zitierweise:
Stephan Beissel: Das Martyrthum des hl. Victor und seiner Genossen. Freiburg im Breisgau: Herder, 1889. Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Beissel_Das_Martyrthum_des_hl._Victor_und_seiner_Genossen.djvu/8&oldid=942686 (Version vom 19.12.2009)