Seite:Bertha von Woellstein.djvu/23

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Liste.png Johann Gottfried Pahl: Bertha von Wöllstein. Eine Reihe von Briefen aus dem Mittelalter

der schönste Baum des Waldes – und Kunz, ihr so nahe, in ihrem Hause, und an ihrem Tische, – kurz, Mechthilde! eine bängende Eifersucht erwachte in mir. Ich habe mich auch bis itzo noch nicht ganz beruhigen können, und das dünkt mich doch sonderbar. Denn, wenn ich mir Kunzen und Adelhaiden vorstelle, so gut und fromm wie sie beyde sind, so find’ ich, wahrlich! keine Ursache, mich mit diesen Gedanken zu quälen, und doch kann ich mich ihrer nicht entschlagen. Ja ich habe mich schon so vertieft, daß ich im Ernst recht bös auf Adelhaiden war. – Wenn ich ihn nur wieder von Adelmannsfelden weg hätte. Drei Tage ist doch eine lange Zeit. Auch kommt es mir vor, daß es nicht so bitter ist, wirklich Unrecht zu leiden, als Unrecht zu befürchten.

Mein Vater war den Abend ausgeritten, und hatte den Wolf gejagt, der uns vorgestern in die Hürden gebrochen ist. Er kam erst in der Nacht heim. Sie waren an der Lein auf den Wolf gestoßen, aber er ist ihnen wieder entlaufen. Es war gut, daß mir nicht

Empfohlene Zitierweise:

Johann Gottfried Pahl: Bertha von Wöllstein. Eine Reihe von Briefen aus dem Mittelalter. Karl Gottlob Beck, Nördlingen 1794, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Woellstein.djvu/23&oldid=1778793 (Version vom 12.03.2012)