Seite:Bertha von Woellstein.djvu/51
| Johann Gottfried Pahl: Bertha von Wöllstein. Eine Reihe von Briefen aus dem Mittelalter |
|
|
|
|
Der Pfaff fieng wieder eine lange Predigt an, welch’ eine Seeligkeit und welch’ ein Verdienst es sey, im Kloster zu leben, und die arge Welt zu verlassen, und wie ich einst, so ich das Gelübde meiner Eltern bräche, in die unterste Hölle, in den gräßlichsten Schwefelpfuhl hinabgestossen würde. Es war mir lieb, daß der Pfaff unausgesetzt fort predigte, denn ich hätt’ ihm doch nichts antworten können. Er schien meine Störrigkeit zu bemerken, und erklärte mir rund und frei, daß ein Geist aus der Hölle mich verblende. Ja er faßte mich gar an und schrie laut, indem er mich mit der andern Hand kreuzte und benedizirte: „weiche, unreiner Geist! entweihe |
Johann Gottfried Pahl: Bertha von Wöllstein. Eine Reihe von Briefen aus dem Mittelalter. Karl Gottlob Beck, Nördlingen 1794, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Woellstein.djvu/51&oldid=1778824 (Version vom 12.03.2012)