Seite:Chronica Eckersberg und Olbersdorff.djvu/23

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Schürers Garten Scheune dieselbe brante samt einen Stübel ab. Geschahe Nachmittag um 7. Uhr. Münch. Scheffel.

Den 17. May. brante allda einen Bauer und Fuhrmann Nahmens Tobias Reicheln Sonntags unter der Predigt das Wohn-Hauß ab.

Anno 1707. d. 2. May. qvartierte der Sächßl. General Major von Schulenburg zu Olbersdorff.

Den 19. Jan. ward begraben von hier Fr. Sabina Friedrichin, ihres Alters 86. Jahr, hat erlebet 99. Kinder und Kindes Kinder.

Anno 1709. im Aprill. ward hier ein Mann in Ausreumung eines Brunnen von Schwaden ersteckt.

Den 27. May. brante zu Olbersdorff von Christoph Pfeiffers Gute das Gesperre samt einen Stalle ab.

Anno 1712. d. 21. May. ward Anna, Michael Hoffmanns von hier Tochter, in Zittau in der Lache hinter den Galgen gesäcket, drum daß sie ihr unehlich Kind ermordet.

Anno 1713 den 3. Aug. hat sich Andreas Huld, gewesener Bürger und Weißgerber aus Zittau, so bißhero einen Bothen abgegeben, zu Olbersdorf an einen Kirsch-Baum gehangen. Und zwar an seines Hundes Strick, sein Hund bewachte ihn treulich, sprang auch auf den Karn, als der Hencker Ihn begraben wolte.

Den 12. Novembr. ist zu Olbersdorf auf des Richters Schoppen oder Wagen-Hauß ein Mann Nahmens Simeon Spatzier, gefunden worden, so sich allda vor 14. Tagen gehangen.

Anno 1715. den 13. Juni. Abends zu Nacht, schlug das Wetter allhier bey Christian Ringhan in die Scheune, ward aber wieder gelöscht.

Anno 1717. den 28. Jul. ist Christian Küttel Müller zu Olbersdorff, von einen Wagen voll Reißig, welchen er an einer Henge halten wolte, und er auf ihn gefallen, Augenblicklich erdruckt worden.

Anno 1720. ward zu Olbersdorff eine alte Wittwe Sabina Jentschin 82. Jahr alt, den 19. Mart durch den Tod abgefodert.

Anno 1722. den 3. Jun. solte allhier ein Tag-Arbeiter Michael Frentzel von Meister David Donats Felde einen grossen Stein biß auf den niedern Viehweg helffen schaffen, woselbst er über einen Graben gelegt werden solte, unterwegs aber, als man bald an Ort und Stelle, ergrif ihn in Fortlegen eine Waltze beym Schuhe, und weil es eilig zugieng, in dem viel Pferde vorgeleget waren, so lief ihn selbige über ein Bein biß auf den Leib, also das ihn das Bein gantz zermalmet, und auch der Mastdarm heraus gedruckt wurde, und er den 7. Jun. vormittags in der 11ten Stunde sterben muste. Verließ eine Wittwe mit 6. Kinder, worunter 3. aus der letzten Ehe gar unerzogen waren.

Den 6. Jun. gegen Abend in der 6ten stunde zog ein zorniges Gewitter auf, schlug bey Michael Sommern einen Häußler in einen Pflaum-Baum hart am Hause, und versengte selben etwas, ja das Feuer kam durch die Wand in die Stube, und sprang dessen Töchterlein ans Haupt, doch ohne schaden.