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wiedererscheinen können. Dr. Zouteveen hat mir mitgetheilt, dass ein Fall bekannt ist, wo ein Mann vierundzwanzig Finger und vierundzwanzig Zehen hatte! Zu der Folgerung, dass das Vorhandensein überzähliger Finger eine Folge des Rückschlags sei, wurde ich vorzüglich durch die Thatsache geführt, dass derartige Finger nicht bloss streng vererbt wurden, sondern auch, wie die normalen Finger niederer Wirbelthiere, das Vermögen haben, nach Amputationen wieder zu wachsen. Diese Thatsache des Wiederwachsens bleibt unerklärlich, wenn die Annahme eines Rückschlags zur Form eines äusserst weit zurückliegenden Vorfahren verworfen wird. Gehemmte Entwickelung und Rückschlag hängen innig mit einander zusammen; es wird daher der Glaube an Rückschlag im vorliegenden Falle durch das häufige, oder beinahe constante gleichzeitige Auftreten andrer Entwickelungshemmungen mit den überzähligen Fingern bestärkt, was Meckel und J. Geoffroy St. Hilaire betonen, so des gespaltnen Gaumens, zweihörnigen Uterus, des Cyklopenauges u. s. w. (s. hierüber M. A. Roujou, Types Primitifs des Mammifères, p. 61; und Bertillon, Valeur Phil. Hyp. du Transformisme). Andrerseits bietet die Thatsache, dass überzählige Finger häufig vorkommen, ohne dass irgend ein andres Organ afficirt ist, keinen gültigen Einwurf gegen die hier vertretene Ansicht dar; denn zahlreiche Fälle könnten angeführt werden, wo nur einzelne Charactere durch Rückschlag erscheinen. Im Ganzen kann ich nur glauben, dass die ursprünglich von mir vorgebrachte Ansicht schliesslich angenommen werden wird. |
Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, I. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch1.djvu/62&oldid=1725196 (Version vom 23.11.2011)