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der Barsch angeführt werden. Der männliche Lachs ist in dieser Zeit „auf den Wangen mit orange gefärbten Streifen gezeichnet, welche ihm die Erscheinung eines Labrus geben, und auch der Körper nimmt an einer goldig-orangenen Färbung Theil. Die Weibchen sind von Farbe dunkel und werden gewöhnlich Schwarzfische genannt".[1] Eine analoge und selbst noch grössere Veränderung findet bei dem Salmo eriox (dem bull-trout der Engländer) statt. Die Männchen der Rothforelle (Salmo umbla) sind gleichfalls während der Laichzeit etwas heller in der Färbung als die Weibchen.[2] Die Farben des Hechts der Vereinigten Staaten (Esox reticulatus), besonders die des Männchen, werden während der Laichzeit ausnehmend intensiv brillant und iridescirend.[3] Unter vielen andern Beispielen bietet ein weiteres auffallendes der männliche Stichling (Gasterosteus leiurus) dar, welcher von Mr. Warington[4] beschrieben wird als „über alle Beschreibung schön". Der Rücken und die Augen des Weibchens sind einfach braun und der Bauch weiss, dagegen sind die Augen des Männchens „von dem glänzendsten Grün und haben einen metallischen Glanz, wie die grünen Federn mancher Colibri's. Die Kehle und der Bauch sind von einem hellen Scharlach, der Rücken gräulich-grün, und der ganze Fisch erscheint, als wenn er in gewisser Weise durchscheinend wäre und von einem inneren Feuer erglühte". Nach der Laichzeit verändern sich alle diese Farben, die Kehle und der Bauch werden blässer roth, der Rücken mehr grün und die glühend scheinenden Färbungen verschwinden.

Was die Werbung der Fische betrifft, so sind seit dem Erscheinen der ersten Auflage dieses Werkes ausser dem vom Stichling mitgetheilten Falle noch weitere beobachtet worden. W. S. Kent sagt, dass das Männchen von Labrus mixtus, welches wie wir gesehen haben in der Färbung vom Weibchen abweicht, „ein tiefes Loch im Sande des Kastens macht und dann in der überredendsten Weise das Weibchen derselben Species zu bestimmen sucht, es mit ihm zu theilen, wobei es zwischen dem Weibchen und dem Loche beständig hin und her schwimmt und offenbar die grösste Sorge an den Tag legt, dass es


  1. Yarrell, History of British Fishes. Vol. II. 1830, p, 10, 12, 35.
  2. W. Thompson, in: Annals and Magaz. of Natur. Hist. Vol. VI. 1841. p. 440.
  3. The American Agriculturist. 1868, p. 100.
  4. Annals and Magaz. of Natur. Hist. 2. Ser. Vol. X. 1852, p. 276.
Empfohlene Zitierweise:

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch2.djvu/26&oldid=1671596 (Version vom 12.10.2011)