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des Schädels des männlichen Chamaeleon bifurcus (Fig. 35), eines Bewohners von Madagascar, ist in zwei grosse solide knöcherne Vorsprünge

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Fig. 34. Ceratophora Stoddartii. Figur links das Männchen, Figur rechts das Weibchen.

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Fig. 35. Chamaeleon bifurcus. Obere Figur das Männchen, untere Figur das Weibchen.

ausgezogen, welche mit Schuppen bedeckt sind wie der übrige Kopf, und von dieser wunderbaren Modification der Bildung besitzt das Weibchen nur ein Rudiment. Ferner trägt bei Chamaeleon Owenii (Fig. 36), von der Westküste von Africa, das Männchen an seiner Schnauze und dem Vorderkopfe drei merkwürdige Hörner, von welchen das Weibchen nicht eine Spur hat. Diese Hörner bestehen aus einem Knochenauswuchs, welcher mit einer glatten, einen Theil der allgemeinen Körperbedeckungen bildenden Scheide überzogen ist, so dass sie ihrer Structur nach identisch mit den Hörnern eines Ochsen, einer Ziege oder anderer scheidenhörniger Wiederkäuer sind. Obgleich diese drei Hörner in ihrer Erscheinung so bedeutend von den beiden grossen Verlängerungen des Schädels bei Chamaeleon bifurcus verschieden sind, so lässt sich doch kaum zweifeln, dass sie in der Lebensgeschichte dieser beiden Thiere demselben allgemeinen Zwecke dienen. Die erste Vermuthung, welche wohl einem Jeden entgegentreten
Empfohlene Zitierweise:

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch2.djvu/46&oldid=1713490 (Version vom 1.11.2011)