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wird, ist, dass sie von den Männchen, wenn sie mit einander kämpfen, benutzt werden; und da diese Thiere sehr streitsüchtig sind,[1] ist diese Ansicht wahrscheinlich die richtige. T. W. Wood theilt mir auch mit, dass er einmal zwei Individuen von Chamaeleon pumilus auf dem Aste eines Baumes heftig mit einander kämpfen gesehen habe; sie schwangen ihre Köpfe herum und suchten einander zu beissen; dann ruhten sie für eine Weile und nahmen später den Kampf wieder auf.

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Fig. 36. Chamaeleon Owenii. Figur links das Männchen, Figur rechts das Weibchen.

Bei vielen Arten von Eidechsen weichen die Geschlechter unbedeutend in der Farbe, den Schattirungen und Streifen von einander ab, welche bei den Männchen heller und deutlicher abgegrenzt sind als bei den Weibchen. Dies ist z. B. mit den vorhin erwähnten Cophotis und dem Acanthodactylus capensis von Südafrica der Fall. Bei einem Cordylus des letzterwähnten Landes ist das Männchen entweder viel röther oder viel grüner als das Weibchen. Bei den indischen Calotes nigrilabris besteht eine grössere Verschiedenheit in der Farbe zwischen den Geschlechtern, auch sind die Lippen des Männchens schwarz, während die des Weibchens grün sind. Bei unserer kleinen gemeinen, lebendig gebärenden Eidechse (Zootoca vivipara) ist „die untere Seite des Körpers und die Basis des Schwanzes beim Männchen hell orange mit Schwarz gefleckt; beim Weibchen sind diese Theile blass-gräulich-grün ohne Flecke“.[2] Wir haben gesehen, dass allein die Männchen bei Sitana einen Kehlsack besitzen, und dieser ist in einer glänzenden Weise mit Schwarz, Blauschwarz und Roth gefärbt. Bei dem Proctotretus tenuis von Chile ist nur das Männchen mit Flecken von Blaugrün und Kupfrigroth gezeichnet.[3]
  1. Dr. Buchholz, in: Monatsberichte d. K. Preuss. Acad. Jan. 1874, p. 78.
  2. Bell, History of British Reptiles. 2. edit. 1849, p. 40.
  3. In Bezug auf Proctotretus s. Zoology of the Voyage of the „Beagle". Reptiles by Mr. Bell, p. 8. Wegen der Eidechsen von Südafrica s. Zoology of South Africa: Reptiles by Sir Andrew Smith, pl. 26 und 39. Wegen des indischen Calotes s. Günther, Reptiles of British India, p. 143.
Empfohlene Zitierweise:

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 33. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch2.djvu/47&oldid=1713491 (Version vom 1.11.2011)