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urophasianus) hat, während es das Weibchen umwirbt, seinen „nackten gelben Kropf zu einer beinahe monströsen Grösse, reichlich halb so gross als der Körper, aufgetrieben“, und es stösst dann verschiedenartige kratzende, tiefe, hohle Töne aus. Die Halsfedern aufgerichtet,

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Fig. 39. Tetrao cupido, Männchen (nach T. W. Wood).

die Flügel gesenkt und auf dem Boden schleifend und den langen zugespitzten Schwanz wie einen Fächer ausgebreitet, zeigt es sich dann in einer Menge verschiedenartiger grotesker Stellungen. Die Speiseröhre des Weibchens zeigt in keiner Weise etwas Bemerkenswerthes.[1]

Es scheint jetzt sicher ermittelt zu sein, dass der Kehlsack der männlichen europäischen Trappe (Otis tarda) und wenigstens noch vier anderer Species nicht, wie man früher vermuthete, dazu dient Wasser zu halten, sondern mit der Aeusserung eines eigenthümlichen Tons während der Paarungszeit in Zusammenhang steht, welcher einem „Ock“ gleicht.[2] Ein rabenartiger Vogel, welcher Südamerica bewohnt



  1. Richardson, Fauna Bor. Americana: Birds. 1831, p. 359. Audubon, Ornitholog. Biograph. Vol. IV, p. 507.
  2. Die folgenden Aufsätze sind neuerdings über diesen Gegenstand geschrieben worden: Prof. A. Newton, in: „The Ibis“, 1862, p. 107. Dr. Cullen ebenda
Empfohlene Zitierweise:

Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875, Seite 52. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DarwinAbstammungMensch2.djvu/66&oldid=1670535 (Version vom 10.10.2011)