Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/27

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

war, dem damaligen Stande der Ausbreitung von Volapük entsprechend, zwar von Ausländern mäßig, aber stark von Inländern besucht. Zuschriften und Telegramme liefen zahlreich ein, ein Glückwunsch für die Versammlung von Ph. Heinsberger in New-York langte verspätet an. Das Wort „Volapük“ wurde von dieser Versammlung als sächlich erklärt, während man bisher „die Volapük“ sagte. Das Hauptergebnis dieser Versammlung war, daß das Bedürfnis eines einheitlichen Zusammenwirkens aller Volapükisten anerkannt und beschlossen wurde, daß Volapük hier zum ersten male seine Kräfte maß und sich der Welt als eine ernstlich gerüstete Bewegung für Erreichung eines allgemeinen Sprachmittels zeigte, und so die Aufmerksamkeit hoher und niederer Kreise auf sich zog. Man kann sagen: Volapük kam von jetzt an ernstlich ins Rollen. Bemerkenswert ist, daß sich auf dieser Versammlung auch die Konkurrenz blicken ließ. An die Mitglieder gelangte dieser Tage die erste Kundgebung von Pasilingua. „Ansprache zur Förderung einer Universalsprache von St. Pierre.“ Ferner war ein Herr von Baranovsky selbst erschienen, welcher für seine „L’Idéographie, une Langue pour toutes les nations“ Propaganda machen wollte.

Schon einige Zeit vor diesem Kongreß hatte Herr Dr. August Kerkhoffs, Professor an der „École des Hautes Études Commerciales“ in Paris Kenntnis von Volapük erhalten und sich alsbald energisch dem Studium desselben gewidmet. In einem Briefe in Nr. 45 des Weltspracheblattes (Sept.) bedauerte er, nicht zu der Versammlung in Friedrichshafen kommen zu können. Zugleich zeigte er an, daß er eine Notiz über Volapük für das neue Dictionnaire Encyclopédique geschrieben habe und daß er im nächsten Semester ein paar öffentliche Vorträge über Volapük halten werde. Dieser eben genannte Artikel Kerkhoffs wurde im November als Separatabdruck überallhin verbreitet und Herr Einstein leitete denselben in der „Nürnberger Presse“ mit den Worten ein: „Einen großen Triumph hat die Schleyer’sche

Empfohlene Zitierweise:

Rupert Kniele: Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük. Schoy, Überlingen 1889, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_erste_Jahrzehnt_der_Weltsprache_Volap%C3%BCk.djvu/27&oldid=2102229 (Version vom 10.11.2013)